Der so gern besungene schöne Monat Mai zeigte sich in Frankreich in der letzten Woche eher von einer grauen Seite. Schade für die Feriengäste, die von den vielen Feiertagen dieses Monats profitieren wollten, um ein wenig Sonne zu tanken, aber vor allem für die Landwirte - und zu denen gehröen ja auch die Winzer.
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Die Femme couchée, die normalerweise unseren Horizont in Lisson verschönt, versteckt sich in Wolken und Nebel.
Auf die stolz fotografierten ersten jungen Knospen folgten schnell bei den Kollegen die Fotos der Spritzgeräte, die Rezepte für alternative Spritzungen, alamiert von starken Regenfällen und den ersten Vorwarnungen der Landwirtschaftskammern über Krankheitsrisiken (Mehltau und falscher Mehltau auf den Reben.
Glücklich waren die, die wie Samuel Megan von der Domaine Aloha, den ich zum ersten Mal anläßlich unseres VINEXPO OFF events im kommenden Monat persönlich treffen werde. Er hatte den richtigen Tag für die erste Spritzung mit Schwefelpuder erwischt. Schwieriger war es für die Kollegen in der Champagne, die ihre ersten Kontaktspritzmittel von Starkregen am nächsten Tag schon wieder abgewaschen sahen. Zum ersten Mal wurde das auch ein Problem, über das sich die Kollegen aus dem sonst so priviligierten, weil oft eher zu trockenen Roussillon, den Kopf zerbrechen mussten. Ob bei den Weinbauern aus der Winzergenossenschaft, wie die angeregte Diskussion cbei Jean-Paul Cournil vom vigneron blog zeigt, oder auch der Beitrag von Hérvé Bizeul, der in diesem Jahr besonders zufrieden ist, sich nicht mit einer Bio-Zertifizierung eingeschränkt zu haben und so auf besonders schwierigen Parzellen auf die vom integrierten Landbau zugelassen Pestizide, die in die Zellen der Weinpflanzen eindringen und dort auch bei Regen aktiv gegen Angreifer bleiben, benutzen zu können, die sogenannten systemischen (?) Mittel.
Auch in Lisson hängen wir gebannt an der Wettervorhersage. Wenn die Reben Anfang April noch weit weniger frühreif waren und der Winter zu Ostern fast wieder kam , ein Winter, der für unseren Süden auch eher kalt und vor allem lang war, so hatten die Reben Ende April doch den Rückstand fast wieder aufgeholt - und wegen der guten Wasserreserven in den Böden, wuchs ihnen langsam unsere natürliche Dauerbegrünung über den Kopf.

An erster Stelle der to do Liste steht also jetzt bei uns das Sensen dieser grünen und blühenden Artenvielfalt. Also schnallt sich Klaus wieder die tragbare Motorsense um, sobald das Wetter es eben zuläßt.
Für die gegen den drohenden Mehltau (Oidium) dringend notwendige Puderung mit Schwefelpulver ist es im Moment nicht warm genug, da die Temperatur nach dem Ausbringen auf mindestans 23°C ansteigen sollte, damit er wirksam wird.
Wenn das sich bis zum Monatsende nicht ändert, werden wir vermutlich mit einem flüssigen Schwefelpräparat (wie Hélio-Soufre) arbeiten müssen, das dank zugestezten Pinienöls gut haftet und das man auch in Kombination mit einer schwach dosierten Kupferkalkbrühe gegen den falschen Mehltau (Mildiou) spritzen kann . Da gibt's dann wieder die blaue Hose:-).
Aber im Moment hynotisiert uns eben noch die Wetterseite von Meteo France , die immer noch für heute mögliche Gewitter vorhersagt - ehe dann morgen oder übermorgen endlich der von uns so geliebte Nodwestwind - die Tramontane - kommen soll, die das Blattwerk trocknen könnte und uns schon so oft in unseren Hanglagen vor den drohenden Pilzkrankheiten gerettet hat. ..
Die Katastrophenmeldungen der Blogs und Zeitungen von gestern und heute, die Weinberge bedeckt mit Hagelkörnern, weiß, wie im Winter zeigen, der Boden bedeckt mit zerhackten Weintrieben, vom Medoc bis zum Beaujolais, beunruhigen uns alle. Wir fühlen mit unseren Kollegen, die jetzt schon einen großen Teil der Ernte 2009 verloren haben und noch dabei sind, die langfristigen Schäden durch die Verletzung des Rebholzes zu evaluieren.
Da hilft nur Daumen drücken, dass die noch angekündigten Gewitterstürme an uns vorbeiziehen und uns nicht auch noch der Hagel trifft!