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23 août 2008 6 23 /08 /août /2008 16:36
Auch wenn ich immer schon das berühmte Blau von 'Yves Klein bewundert habe

© Yves Klein, ADAGP, Paris

das nach ihren eigenen Aussagen auch die Drei inspiriert hat, die seit einigen Jahren als  Blue Men Group auf Tournée gehen und das Publikum mit verrückten Instrumenten in ihren Bann ziehen, die mich stark an unsere Rückenmaschine für die Weinbergsprizungen erinnern:


so muss ich doch sagen, dass ich nie wirklich glücklich bin, wenn es sich nicht mehr vermeiden lässt, diese Farbe auch in unserem Weinberg auszubringen. Das heisst dann nämlich, dass die Pilzkrankheiten wie Mildiou (falscher Mehltau) und Oidium (Mehltau) die Pflanzen zu stark gefährden, um weiter unserem Prinzip des Nicht-Spritzens zu folgen, mit dem wir schon weit über die Praxis offiziell kontrollierter Bio-Betriebe hinausgehen - von anderen Schulen den klassischeren Weinbaus, wie integrierter oder naturnaher, oder der noch am weitesten verbreiteten konventionellen Chemiemethode gar nicht erst zu reden.



Und so musste dann am 16 Juli mein blue man  Klaus doch noch einmal ausrücken, um die blaue Mischung aus  Kupferkalk und Schwefel auszubringen. Obwohl diese Mittel weniger agressiv sind, als die systemischen Spritzmittel, die seit Beginn der Wachstumssaison hier alle 11 bis 15 Tage von den anderen Weinbauern ausgebracht werden, schütz er sich dabei auch lieber mit einem Helm Marke Eigenbau mit Filter, eingebauter Lüftung (und MPs-Player) gegen den Sprühnebel.


Eigenbauschutzhelm

Aufbruch mit Spritzmaterial

Die blaue Farbe färbt dabei auch nach und nach Hemdrücken und Hose - Schuld daran bin ich, da ich mit meinen 1 Meter 60 leider zu klein bin, um alle paar Minuten den Tank der Rückenmaschine im fliegenden Wechsel mit einem Eimer neu zu füllen, ohne ausgiebig zu kleckern.

Auch die Tonne auf dem Rampi-Car, in der wir das Wasser für die jedesmal frisch angerührte Mischung ins Gelände transportieren, ist blau... Da aber auch mit diesem wendigen Gerät längst nicht alle Terrassen zugänglich sind, steht am Ende immer der Transport zu Fuss mit dem 10 L Eimer, um den Tank nachzufüllen, ohne dass der Sprayer noch zusätzlich laufen oder die Maschine jedesmal absetzen, ausschalten, anwerfen und mit Füllgewicht wieder auf den Rücken wuchten muss.


blaue Hose

Die Kupfermenge, die wir in diesem Jahr insgesamt in unserem Weinberg ausgebracht haben, beträgt ungefähr 2 kg/ha - damit bleiben wir schon weit unter den im 3 jährigen Mittel erlaubten 6 kg/ha, die inzwischen europaweit in den meisten Pflichtenheften des Bioanbaus angestrebt werden. Da Kupfer ein Element ist, dass sich im Boden anreichert und schwer abbaubar ist, ziehen wir es vor, dieses Risiko einzugehen - und bezahlen diese Risikobereitschaft natürlich auch in manchen Jahren durch Mengenverlust bei den Trauben, wenn der falsche Mehltau, der Blätter und Trauben  angreift, besonders stark präsent ist.

Zum Glück helfen uns andere Massnahmen, wie der strenge Schnitt unserer Reben, der zu dichter Vegetation vorbeugt, die gute Durchlüftung durch die Hanglage, Laubarbeiten, wenn nötig und ein Verzicht auf künstliche Düngung und kontrollierte Dauerbegrünung, das Risiko einzudämmen
.

In diesem Jahr waren die klimatischen Verhältnisse allerdings mit feucht-kühlem Frühjahr, spätem und instabilem Sommerwetter und häufigen Gewittern nicht sehr vorteilhaft und so kam es leider bei einigen Rebsorten zu starker Verrieselung bei der Blüte und wir verloren auch Traubenansätze durch eine frühe Mildiou-Attacke - es wird also 2008 nicht nötig sein, die Ertragsmenge durch eine Grünernte vorzeitig noch zu verringern!

Und jetzt noch eine echte Blue-Man Groupe Musik:


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Published by Iris Rutz-Rudel - dans Arbeit im Weinberg
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commentaires

Harald 23/08/2008 18:41

Hallo Iris,bedauernswert, Dein Klaus. Auch ich hatte bis vor einigen Jahren mit dem "Düsenjäger" meine Pflanzenpflegemittel ausgebracht. Nur mit einem unterschied zu Euch: Die "Spritzbrühe" hatte ich nicht im Gerät und somit 10 kg weniger zu schleppen. Ich bekam die Brühe über einen Schlauch direkt an die Zerstäuberdüse gepumpt. Als Schlauch habe ich den dickeren (6mm Innendurchmesser) Schlauch der pneumatischen Schere genommen. Bei einer Schlauchlänge von 150 m brauchte ich 10 Bar Eingangsdruck um genügend Flüssigkeit am Sprühgerät zu haben. Für Rückfragen stehe ich Dir gerne zur Verfügung.Viele Grüße aus dem RieslinglandHarald

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