Unser Weingut im Jahreslauf: Winzers Freud und Leid, vom Krieg mit Papieren und Wildschweinen, guten Tropfen, guten Freunden, guten Büchern, guten Ideen und allem, was unser Herz erfreut.
In den letzten beiden Wochen war es recht ruhig auf dem Blog. Die Winzerin war unterwegs - nicht mit der Rebschere im Weinberg, wo ja die eigentliche Saisonarbeit des Rebschnitts bis Ende März ansteht, sondern mit der Bahn auf den Schnellstrecken zwischen Frankreich und Deutschland. Es war wieder die Zeit für einen Besuch in Düsseldorf gekommen, wo meine Mutter sehnsüchtig auf diese wenigen Tage im Jahr wartet.
In Paris angekommen, galt es, wie üblich den Bahnhof zu wechseln - inzwischen gönne ich mir ein Taxi - die Zeiten, in denen ich mein Gepäck mutig durch Metro-Schächte und über Treppen und endlose Gänge hinter mir her zerrte, sind vorbei. Grauer Himmel und Regen über der Stadt. Die Vélibs, die überall am Straßenrand schnell und günstig zu mietenden Fahrräder von Paris - eine hervorragende ökologische Idee für Großstädte, blieben bei diesem Wetter in ihren Ständern. Inzwischen freute ich mich schon auf ein gemütliches und möglichst reichhaltiges Frühstück vor der Weiterfahrt.
Ich wählte voller Gottvertrauen das bekannte Restaurant - Bistro Terminus Nord, direkt gegenüber dem gleichnahmigen Bahnhof aus. Na ja, wie konnte ich auch vergessen, dass das in Frankreich wohl ein frommer Wunsch bleiben muss. Wie üblich gab die kompletteste Frühstücksformel neben dem Café nur eine Scheibe Baguette, das übliche Croissant und Butter und ein Töpfchen Marmelade her - meine Bitte um ein Stück Käse verhallte vergebens beim irritierten Garçon - für ihn war es erst 11 Uhr, man hatte die Küche also noch nicht mit solchen Sonderwünschen zu belästigen - dass ich inzwischen schon seit 8 Stunden auf den Beinen war, konnte er ja nicht ahnen. So nahm ich mit dem vorlieb, was man mir gab und beschloss, mich in Düsseldorf in den nächsten Tagen redlich für diese Enttäuschung zu entschädigen.



