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Unser Weingut im Jahreslauf: Winzers Freud und Leid, vom Krieg mit Papieren und Wildschweinen, guten Tropfen, guten Freunden, guten Büchern, guten Ideen und allem, was unser Herz erfreut.

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Unser "Vin Nouveau"

pour la version en Français "Nos vins nouveaux": cliquer ici .

Nein, keine Angst, wir hier in Lisson haben uns nicht entschlossen, uns dem Heer der Nachahmer des Beaujolais Nouveau  oder Primeur anzuschließen, dieses schnellstens vergorenen und abgefüllten Weins, der jahrelang die Pariser Theken begeisterte und dann eine Zeit lang seinen Siegeszug rund um den Globus antrat, bevor er, korrumpiert von seinem Erfolg, durch mittelmäßige Qualität seinen Ruf und damit auch seinen Erfolg verspielte. 

Inzwischen haben sich vor allem im Süden Frankreichs zahlreiche Hersteller von Massenweinen auf eben diese Absatznische gestürzt, eine gute Möglichkeit, die Tanks mit frischem Wein schnell an den Markt zu bringen und so auf ebenso schnelles Geld zu hoffen. Schließlich liest man überall, dass der Kunde - und damit der Markt - nach primärfruchtigen, weniger alkoholisierten und leicht zu trinkenden Weinen dürstet. Da die typische Weinbereitung des Beaujolais, mit der Einmaischung ganzer Beeren und der anschließenden Kohlensäuremaischung in den Kooperativen des Languedoc-Roussillons schon lange auch für weniger eilige Weine praktiziert wird und als Halb-Kohlensäuremaischung auch gemischt mit maschinell geernteten Trauben leicht durchzuführen ist - und auch künstliche Aromahefen, speziell auf den gewünschten Geschmack des Endprodukts (englische Fruchtbonbons) hin entwickelt, dem Markt massenhaft zur Verfügung stehen, griff die Bewegung der "vins nouveaux" schnell um sich.

Lokale Feste, die wie in Olargues, die Kombination von Maronen und Vin Nouveau aus der alten Tradition wieder ausgruben, schossen wie Pilze aus dem Boden. Jede Kooperative und auch so mancher Einzelwinzer sprang auf den Zug, der noch vor ein paar Jahren auf vollem Erfolgskurs schien.

Dabei hatten die südlicheren Weine, immerhin auch bei höheren Ertragsmengen noch mehr von der Sonne verwöhnt als ihre nördlicheren aus der Rebsorte Gamay, die auch nicht zu den farbintensivsten gehört, den Vorteil, dank früherer Traubenreife und meist sehr technologischer Herstellungsweise oft schon 4 Wochen vor dem offiziellen Startschuss am dritten Wochenende im
November  des Beaujolais Nouveau auf den Markt gebracht zu werden also ab Mitte Oktober ...leider keine Qualitätsgarantie.

Auch und gerade beim Wein, einem natürlichen, lebendigen Produkt, der nicht schon im Weinberg mit der Chemiekeule abgetötet wurde, will gut Ding nun mal Weile haben.

Also kein "Lisson Nouveau"  noch vor Weihnachten, aber natürlich seit ein paar Wochen unser neuer Lisson, Frucht des Jahrgangs 2008, auf dem Weg  zu einem hoffentlich wieder großen Wein.


Noch vor zehn Tagen war dabei der Unterschied zwischen den  Mosten unserer zwei Tanks sehr deutlich.



Der zukünftige Pinot - den wir nur der Einfacheit halber so nennen, denn dieses Jahr wird er eine Assemblage aus den beiden Cabernets von Lisson, unserem Côt und dem Petit Verdot sein - eine nach unserer Ansicht glückliche Verbindung zwischen Bordeaux und Burgunder Rebsorten, wie man sie vermutlich nicht sehr oft in Frankreichs Kellern findet - zeigt fürs Auge schon alle Charakteristika eines (fast) fertigen Weins, mit tiefdunkler Farbe und deutlichen Schlieren. Er hat seine Zucker bereits in Alkohol umgewandelt und ist bereit, sponatan in die zweite (malolaktische) Gärung, bei der Apfel in Milchsäure umgewandelt wird und so ein natürlicher Säureabbau stattfindet, einzutreten.


Der Mourvèdre, den wir gut 4 Wochen nach dem Pinot geerntet haben, war noch voller Gäraktivität, als die Bilder genommen wurden, heftig damit beschäftigt, jeden Tag ein paar Gramm Zucker mehr zu transformieren (er hatte immerhin insgesamt gut 255 g/l zu verdauen).

Inzwischen hat er, was die Farbe angeht, den Pinot eingeholt - noch ein paar Tage und beide werden per Schwerkraft und nach einem kleinen Umweg über die alte Korbpresse den Weg in den Keller antreten, wo sie ihr noch junges Leben in aller Ruhe in den Barriques weiterführen werden und wo ihnen ihr erster Winter bevorsteht, der zur weiteren Klärung des Saftes beitragen  wird.

Einen anderen Primeur wird es allerdings dann doch aus Lisson geben: nämlich unser Primeurangebot - das Reservierungsangebot für den Jahrgang 2007, der seinen zweiten und letzten Winter im Keller beginnt - sowie das Verkaufsangebot für die sehr wenigen Exemplare unserer "Cuvée Unique 2006", die seit diesem Frühjahr schon auf Flaschen im Keller weiter reift.

Wer möchte, kann uns bereits jetzt sein Interesse an der neuen Broschüre melden und dann zu den Erstinformierten zählen - von der Cuvée Unique 2006 wird es nur jeweils 3 Flaschen pro Bestellung geben können.
(und die werden sehr deutlich über 5 Euro liegen, fürchte ich...)

Email an: lisson(Klammeraffe)wanadoo.fr genügt.

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M
<br /> <br /> <br /> Wahnsinn wie sich so ein Wein entwickeln kann und wie er sich bei dieser Entwicklung der Wein auch ändert. Ich würde gerne wissen, ob man denn auch hier irgendwo einen Blog hat, wo ich diese Entwicklung ansehen könnte. Mich würde mal interessieren wie das ist mit dem Wein von der Ernte bis hin zur Flasche. Wie sieht er aus, was durchläuft er für Phasen und wie ändert er die Farbe und den Geschmack. Auf diese Sache wäre ich wirklich sehr neugierig.
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I
<br /> Du findest noch mehr Informationen dazu, wenn Du in der Liste meiner Kathegorien auf "