Unser Weingut im Jahreslauf: Winzers Freud und Leid, vom Krieg mit Papieren und Wildschweinen, guten Tropfen, guten Freunden, guten Büchern, guten Ideen und allem, was unser Herz erfreut.
Ein Problem, dass nicht nur uns in manchen Jahren das Betreiben von Landwirtschaft fast unmöglich macht, gab es wohl schon seit alter Zeit:
"Das Mittelalter in Bildern" von Jacques LeGoff . Bildunterschrift: "Szene aus dem Weinbau" und "Wildschwein, das einen Weinstock verschlingt". Miniaturen aus dem Stuttgarter Psalter, Anfang des 10. Jahrhunderts. Stuttgart: Württembergische Landesbibliothek, ms.bib. Man. 23, f 96 v.
Eine erlegte Wildsau(2006), die sich zusammen mit ihren Kollegen wieder einmal an den fast vollreifen Trauben gütlich getan hatte, amFuß des Hügels von Lisson. Erlegt haben sie die Jäger von Olargues, die uns stolz zeigten, dass wir nun einen "Fressfeind" weniger haben.
Die Auswirkungen dieser Plage werden sich bei der bald erfolgenden Vorankündigung des Jahrgangs 2006 schmerzhaft (jedenfalls für uns) bemerkbar machen.
Diese Biester ärgern auch uns an der Mosel. Vorgestern ist sogar eine große Sau am hellichten Tag einige Meter von mir entfernt durch meinen Weinberg gelaufen. Diese Tiere finde ich im Kochtopf besser aufgehoben. Am 13. Dezember ist Drückjagd und ich helfe mit Freude als Treiber.Gruß von der MoselHarald
Hier haben wir von Mitte August bis Januar an drei Tagen der Woche Treibjagd auf Wildschweine - jedes Dorf hat mindestens eine "Diane", so heißen die Jadgverbände. In Frankreich gehört die Jagd ja bekanntlich seit der Revolution zu den "Bürgerrechten"... Dabei werden dann in einem Kanton wie dem unseren leicht schon mal 1000 bis 1200 Sauen in einer Saison getötet, aber das merkt man kaum, so rasant vermehren sich die Viecher. Da das Fleisch nur für den Eigenbedarf der Jäger genutzt werden darf, ist in der Gegend auch die Trichinose bei Jägerfamilien wieder auffällig geworden. ..
L
Lars Breidenbach
30/11/2007 11:54
Mit dem Schwarzwild haben wir hier in der Gegend in kalten Wintern auch massive Probleme, einige Winzer haben schon Elektrozäune um ihre Rebstücke gezogen. Die Jäger erwischen nur sehr selten ein Tier, nach einem Abschuss ist der Rest der Herde drei Wochen spurlos verschwunden. Vielleicht sollten wir auch die Wölfe wieder einbürgern...
Wir hatten dieses Problem von Anfang an. Deshalb inzwischen auch schon die zweite Zaungeneration innerhalb des großen Außenzauns. Unsere "Wild"schweine sind alle inzwischen mit Hausschweinen genetisch gekreuzt, da von gelangweilten Jäger vor vielen Jahren "Zuchtwildschweine" zusätzlich zu den vorhandenen ausgesetzt wurden, die sich rasanter vermehren als die ursprüngliche Rasse. Deshalb reicht auch ein einzelner Abschuß nicht mehr, um sie länger als ein oder zwei Tage zu vertreiben. Von Wölfen als natürliche Feinde habe ich auch schon geträumt:-) , aber das gäbe dann sicher wieder Probleme mit den noch verbliebenen Schaafzüchtern... außerdem wüßte ich dann gerne, ob die als kleinen Nachtisch nicht auch mal gerne Trauben naschen, wie die Füchse und die Dachse, die uns auch regelmäßig beehren und gegen die die Zäune gar nicht helfen.