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26 janvier 2009 1 26 /01 /janvier /2009 11:25
So steht es als Winzerweisheit bei Wikipädia. In Frankreich ist der 22. Januar der Tag des heiligen Vinzenz, le Jour de Saint Vincent, des Schutzpatrons der Winzer, der in zahlreichen Regionen, vor allem in Burgund und der Champagne, auch mit entsprechenden Umzügen und Feiern begangen wird.

Heute habe ich einen Artikel bei einem französischen Bloggerkollegen gefunden, den ich Ihnen nicht vorenthalten möchte. Claude Desneux, hier bekannt als Ulysse, ein unermüdlicher Wanderer in den schönsten Landschaften unseres Languedoc hat an diesem Tag eine wunderschöne Fotoserie in den Weinfeldern von Pomérols geschossen und liefert uns dazu die  passende Legende


 

Tanz der Reben

copyright Fotos et Legende: Claude Desneux


« Im Jahr 1565, mitten in den Religionskriegen, hatten sich die Winzer der Region dem protestantischen Glauben angeschlossen. Da sie die Verfolgung fürchteten, versammelten sie sich heimlich an diesem Ort, um zu beten. Eines Nachts, am Vorabend des Saint Vincent Tages,  wurden sie von einem Landstreicher, der zufällig vorbeikam, ausgespäht, der sie, da er auf eine Belohnung hoffte, beim Bischof von Pézenas verriet. Der informierte sofort der Chef der Dragoner der königlichen Armee, die in der Gegend stationiert waren.

In der folgenden Nacht wurde so die kleine protestantische Versammlung von den Dragonern eingekesselt und sollte gerade massakriert werden, als plötzlich Merlin, der Zauberer, der gerade in der nahe gelegenen Thermalstation von Balaruc sein Rheuma behandeln ließ und hier bei Vollmond Kräuter in der Garrigue sammelte, auftauchte!

Er trat zwischen Protestanten und Dragoner, schwang seinen Zauberstab und verdammte sie mit dem folgenden Bannspruch: " Unseelige Dragoner, ihr sollt in Rebstöcke verwandelt werden, die Eure Seelen von jetzt an 500 Jahre gefangen halten werden, während derer  ihr Regen und Frost im Winter und die glühende Hitze des Sommers erleiden sollt."

Aber da trat die Fee Viviane, in die er unsterblich verliebt war und die ihn auf allen seinen Reisen begleitete , hervor und bat ihn, seinen Bann zu mildern, da die Dragoner ja nur dem Befehl ihres Herrschers folgten und nicht aus eigenem Antrieb handelten.

Merlin gab der Bitte seiner Geliebten nach und wandelte seinen Bannspruch dahingehend ab, dass die Rebstöcke am Tag des Saint Vincent kurz vor Sonnenuntergang eine halbe Stunde von der Erde befreit würden, um bis zum Verschwinden der Sonne tanzen zu können."

Meinen Dank an Claude Desneux, dass er die Tänzer in diesem Jahr für uns belauscht hat und uns diese schöne Legende erzählt. Seine märchenhaften Bilder verewigen diesen Moment, den es nach der Legende ja nur noch 46 Jahre geben wird...

Ob die untergehende Sonne der Saint Vincent uns Winzern im Languedoc in diesem Jahr guten Wein bringen wird? Es ist wohl noch zu früh, um das zu beurteilen. Zunächst haben uns ja zwei Tage später die Ausläufer von Orkan Klaus erreicht, die mit Spitzengeschwindigkeiten von 180 kmh über das Land hinwegfegten - aber die alten Rebstöcke sind zu tief verwurzelt in unseren Böden, um sich davon erschüttern zu lassen und werden wohl noch in so manche Sonnenuntergang tanzen, wenn sie nicht vom modernen Bannfluch der Rodungsprämien getroffen werden...








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Published by Iris Rutz-Rudel - dans gelesen oder gehört
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commentaires

Sabine 30/01/2009 08:47

Die Legende ist wirklich interessant zu lesen. Ein Funken Wahrheit steckt ja in solchen Geschichten auch immer drin, vielleicht sollte man doch mal schauen, ob die Reben tanzen ;) Aber dass Merlin im 16. Jahrhundert lebte, wusste ich auch noch nicht. Nun gut, ein Zauberer ist ja unsterblich.

Wolf 27/01/2009 10:00

Nette Legende. Merlin hätte ich jetzt zwar ins 6. Jahrhundert und nicht ins 16. datiert, aber was so ein echter Zauberer ist. Schade, dass er Lillifee noch nicht kannte :-)

Unser Blog soll Ihnen die Gelegenheit geben, rund ums Jahr an den aktuellen Arbeiten auf unserem kleinen Gut in Südfrankreich teilzunehmen. Unsere Webseite stellt uns zwar bereits in drei Sprachen vor, aber wie viele Webseiten, ist sie eher statisch aufgebaut. Ein Blog  (es gibt ihn schon in Französisch: hier) erlaubt hingegen, viel spontaner, aktueller und auch weitläufiger über das, was wir tun, was uns bewegt und wofür wir uns sonst noch interessieren, zu schreiben.

Begleiten Sie mich also auf dem Weg durchs Winzerjahr. Hinterlassen Sie Ihre Kommentare oder stellen Ihre Fragen, damit aus diesem Blog ein lebendiges Kommunikationsmittel wird.

Ihre Iris Rutz-Rudel


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