Overblog Suivre ce blog
Administration Créer mon blog
23 juillet 2009 4 23 /07 /juillet /2009 17:17
Eine schier unerschöpfliche Geschichte - das Thema der 25. Weinrallye, das uns Harald Steffens da gestellt hat... Der Wein in der Literatur hat natürlich ein paar Jahrhunderte Vorsprung, wie ein Blick auf dieses französische Spezialwerk, das ich in meiner Bibliothek gefunden habe, unschwer schon im Untertitel zeigt:

 

Der Wein und die Tinte - die französische Literatur und der Wein vom 13. bis ins 20. Jahrhundert. Da kam so einiges zusammen... Aber diese Geschichte ist ja noch lange nicht abgeschlossen, wie mir ein Blick in die Spezialabteilung Wein der größten unabhängigen Buchhandlungen Frankreichs, Librairie Mollat, in Bordeaux im vorigen Monat zeigte:


(auf die Bilder klicken, um mehr zu sehen)

Die Qual der Wahl - wie bei einem gut sortierten Weinhändler:-)!  Zumal bei mir hier gleich mehrere Leidenschaften betroffen sind: Bücher, Wein und die besondere Atmosphäre einer gut sortierten Buchhandlung..., wie ich sie auch bei meinen Besuchen In Düsseldorf immer wieder gerne aufsuche.

Und so findet sich in meinen Beständen so einiges, was ich zum Thema Wein und Literatur hätte heranziehen können - abgesehen von der crime und wein Sektion, die ich ja vor zwei Jahren schon zweimal vorgestellt habe und die, wie ich heute morgen sah, auch bei Bernhard Fiedler und Vinissimus gut vertreten ist.

Mein Lieblingsband über Weinpoesie ist die Sammlung des persischen Dichters und Mathematikers Omar Khayyam, Le Vin de Nishapour, den ich in einer sehr schönen und neu übersetzten Ausgabe vor ein paar Jahren in Paris fand und dessen Verse :

Quand je serais mort vouez ma tombe à l'oubli,
Que le récit de ma vie serve de lesson à tous!
Mélangez la poussière de mon corps avec du vin,
Faites de mon argile des bouchons pour en sceller les fûts.

für mich seit jenem Februartag 2001 eine ganz persönliche Bedeutung haben...


 

Literatur, d.h., Texte, die mich inspirieren oder zum Nachdenken anregen, müssen nicht immer der Fiktion angehören, zwei Bücher auf meiner aktuellen Leseliste sind beim gemütlichen Schmökern im Schatten unseres wilden Weins gerade eine solche Anregung, an meine eigenen Begegnungen mit Weinen und Winzern (und zahlreichen Winzerinnen) zurück zu denken...



Aber darüber werde ich sicher in den nächsten Wochen noch ausführlicher berichten.

Das Nachdenken über die jüngere Kunst: den Film, diese Mischform zwischen Literatur und bildlicher Darstellung, wenn es dem Autor gelingt, über eine gefällige Story, wie in den bekannten Beispielen im Stile von Sideways hinaus zu kommen, das bewegte Bild in den Dienst der Kunst zu nehmen, wie in einigen der Beispiele, die die Kommentartoren zu meiner Winzerinnenweinrallye schon aufgezeigt haben, hat mich dann an einen meiner Lieblingsfilme erinnert, eigentlich auch eine Literaturverfilumng, nach einer Novelle von Karen Blixen: Babettes Fest, vor ein paar Jahren wieder im Manesse Verlag aufgelegt.



und natürlich bin ich bei you tube fündig geworden, wo das sagenhafte Festmal, das uns so schön die möglichen  Genussformen von Essen und Wein vor Augen führt: Babette, die schaffende Künstlerin, ehemals begnadete und bewunderte Chefin des Café Anglais in Paris, deren kenntnisreicher Genuss sich in den Augen spiegelt, wenn sie den Wein in der Küche verkostet, General Löwenhielm, der Mann von Welt der den außergewöhnlichen Genuss erkennt und selbst in einer dafür nicht empfänglichen Umgebung nicht kommentarlos vorbeigehen lassen kann - und die Dorfbewohner, die vorher aus christlicher Pietät allen lustvollen Kommentaren abgeschworen haben, bei denen sich aber das Wunder der Begegnung mit dem echten Genuss vollzieht. Un Moment de grâce!

Ich kann die beiden Ausschnitte von Babettes Feast nur empfehlen: Teil 1 und Teil 2, leider nur in Englisch.

Leider gab es in meinem Keller keinen Amontillado, auch der edle Veuve Cliquot von 1860 war nicht vorrätig, der dritte Wein, im Film vermutlich ein alter Burgunder, wird im Buch gar nicht erwähnt, also wird hier  heute auch keine festliche Verkostung nachgestellt - meine Kochkünste wären wohl auch nicht auf der Höhe der begnadeten Babette, die am Ende den Wunsch aller schaffenden Künstler ausspricht, diesen Schrei aus der Tiefe des Herzens:

"Erlaubt mir, über mich hinaus zu wachsen!"

vielleicht braucht es dazu von Zeit zu Zeit doch mal etwas mehr als Fast Food, Cola-Schoppen und einen flotten Video-Clip:-)... aber das ist keineswegs abfällig oder böse gemeint...







Repost 0
Published by Iris Rutz-Rudel - dans Weinrallye
commenter cet article
28 mai 2009 4 28 /05 /mai /2009 16:44
Hier also die Zusammenfassung der Beiträge zur 23. Weinrallye: Winzerinnenweine - Frauen ans Steuer. Gefragt waren "Weine, die auch wirklich von Frauen gemacht und nicht nur gemanaged werden – also keine Schauspielerinnen, Marketing-Damen,  etc, sondern Frauen, die einen Betrieb nicht nur leiten, sondern auch in Weinberg und Keller stehen."

18 Weinblogger sind dem Aufruf gefolgt und haben ihren Keller oder das nächste Fachgeschäft, manche auch ihre Reiseerinnerungen durchforstet, um fündig zu werden. Dabei kamen immerhin gut 21 Weingüter zusammen, bei denen eine Frau alleine oder maßgeblich am Zustandekommen des Weins beteiligt ist. Oft gab es auch Links zu älteren Beiträgen oder Hinweise auf weitere Winzerinnen, die zur Rallye nicht hinzugezogen wurden, aber durchaus empfehlenswert sind.

Auch die Streuung der Nationalitäten war durchaus bemerkenswert: 6 Winzerinnen aus Frankreich (darunter eine Amerikanerin), 5 aus Deutschen Landen, 3 je aus Österreich und Italien, 2 aus Südafrika, eine aus der Schweiz und eine aus Spanien - Winzerinnenherz, was willst Du mehr, sagte ich mir beim Lesen all dieser interessanten Beiträge und beim Anblick so mancher schon professionneller Fotos, die die Beiträge illustrierten.


 

Und so fand ich, all diese wackeren Rallyefahrer, verdienten es, hier auch mal im Bild vorgestellt zu werden.  

Robert Sprenger von Lamiacuccina, dem angesichts häuslicher Umstände (wie geht es Frau L.?) besonderer Dank für die fristgerechte Teilnahme gilt, stellt uns den Merlot Cuvée Balin von Anna Barbara von der Crone aus dem Tessin vor, garniert  und illustriert mit einer schönen Geschichte rund um  Brot, Käse und Wein.

Stefan Lehmeier vom Bioweinblog berichtet über Ilse Maier aus Österreich, die die biologische Bewirtschaftung des Geyerhof betreibt und verkostet ihren Grüner Veltliner Reserve 2006 Geyerhof.

 

Thomas Knüver von GoToRio schwelgt in Erinnerungen an einen Aufenthalt in Südafrika (wie es sich für eine Reiseseite gehört) und macht uns mit Debbie Burden bekannt, die  bei Simonsig im Herzen des Weingebietes nahe Kapstadt arbeitet.


Wolf Hosbach von der Hausmannskost läßt seine Wahl mangels anderer Beschaffungsmöglichkeiten auf einen Wein vom Weingut Plozner im Friaul fallen, das von Mutter und Tochter geführt wird - Plozner Pinot Grigio  2007 Friuli Grave DOC Italien/Friaul, leider findet er den Wein fett und nichtssagend...

Auch Nathalie von Cucina Casalinga wurde mit dem von ihr gewählten Wein von Lisabetta Foradori (sie hat die Weinberge 1985 von ihrem Großvater übernommen) aus dem Mezzolombardo, im Trentino nicht ganz glücklich. Der verkostete Wein besteht zu 100% aus der regionalen Traube Teroldego., erweist sich aber als ohne besondere Note oder Komplexität.

 

Thomas Lippert, der Winzerblogger,  blieb im Lande, musste feststellen, dass selbst die Staatlichen Weingüter die solche Dinge gerne mit Zwangsquoten regeln, nichts weibliches zu bietenhaben. Er wählte schließlich 3 Weine von Judith Schröder vom Weingut und Obsthof Schroeder, badische Bergstraße, Jahrgang 2008 und aus der Lage Lützelsachsener Stephansberg. Einen Weissburgunder trocken, einen Spätburgunder trocken sowie einen Spätburgunder Weißherbst. Fand dabei u.a.  (typisch weiblich:-)?) zu wenige Ecken und zuviele geschmeidige Kurven und eine an südafrikanischen Chenin erinnernde kräftige Guavanote.

 

Helga Birnstil vom Notebook München nahm uns mit auf einen Ausflug nach Südtirol, um mit uns einen Cardelino von Elena Walch zu verkosten.

 

Mit gewohnter Bravour beteiligte sich Svetlana Kittke von myexperience4you mit zwei Weinen von französischen Winzerinnen, wieder mit den entsprechenden Essensbegleitern meisterlich in Szene gesetzt. Colette Faller und ihre Töchter aus dem Elsass waren mit  der Cuvée Sainte Cathérine von 1996 vertreten und Brigitte Rullier-Loussert aus Fronsac,  Bordeaux, mit dem Château Dalem, 2005.

 

Auch Weinfachberater Alexander Ultes, der die nächste, die  24. Weinrallye ausrichten wird, blieb in der Nähe, mit einer  2007er Scheurebe Spätlese vom Weingut Weegmüller, Neustadt Weinstraße, das von Stefanie Weegmüller-Scherr und ihrer Schwester Gaby Weegmüller geleitet wird.

 

Mit Bernd Eck vom Bioweindepot ging es wieder nach Frankreich, zu Hélène Dupas, die das ökologische Weingut Château Coursou im Bordeaux leitet, mit dem Chateau le Gorre Bordeaux Superieur AOC 2006.

Christoph Raffelt, der Mann hinter Originalverkorkt zeigte sich sehr bewandert im Thema und wählte vor der Qual der Wahl "Weine von Frauen die definitiv ihr Handwerk verstehen und Weine von schöner bis ausserordentlicher Qualität erzeugen, dabei aber nicht wirklich bekannt sind, es hoffentlich aber noch werden."

Irene Söngen, die mit ihrem Mann 8 ha Weinberge bei Hattenheim und Hallgarten bearbeitet, Jacky Mayo, Nondumiso Pikashe unnd Nomvuyo Xaliphi -  von Ses'fikile, zu Deutsch Wir sind angekommen - in Swartland, Südafrika - mit ihrem Rainsong Chardonnay 2007 und einen Champagne Francoise Bedel, Dis Vin Secret Brut, Vinaturel.

Ihm verdanken wir auch einen Link, der Frauen und Wein ganz klassisch interpretiert: der Jungwinzerinnenkalender, der der Weinwelt immer schon gefehlt hat...

 

Lars Breidenbach von Schreiberswein blieb für diese Weinrallye im Dorf  bei Regina Stork, die 4,5 Hektar Reben am Batzenberg und im Biengener Maltesergarten für das Weinhaus Stork bearbeitet. Sein Fazit zum 2008er Schallstadter Gutedel trocken - keine Frauenpower im Glas aber auf dem Gut!

Thomas Günther von weinverkostungen.de schwang sich auf's Tandem nach Navarra in Spanien, wo die Önologin Alicia Eyaralar  für die Compania Vitivinicola Tandem die Serie Ars in Vitro vinifiziert.

 

Ein echter Powerbeitrag kommt aus Österreich, von Vinissimus Robert Freudenthaler. In seinem schönen Beitrag findet man die Namen vieler Winzerinnen, deren Weine seinen Keller bewölkern und interessante Links. Verkostet wird ein Wein von  der promovierten Mikrobiologin Silvia Prieler vom Weingut Prieler, Leithaberg Weiß(burgunder) 2006, aus dem Neusiedlersee-Hügelland. Besonders gefiel mir seine Erfahrung:  "so kann ich doch für mich festhalten, daß es sich mit Winzerinnen oftmals leichter, weil nicht immer tierisch ernst, über den Wein fachsimplen läßt." :-).

 

Mathias Metze stellte den Weinrallyeabend ganz ins Zeichen der Frauen - und vergaß auch seine eigene nicht dabei. Und so gab es bei VivaVino gleich zwei Beiträge: eine vorbereitende Ankündigung für eine stilgerechte Verkostung an Risotto auf der Terrasse und die Notizen am Tag danach. Im Glas ein Wein von Ilse Maier vom Weingut Geyerhof im österreichischen Kremstal.

Last but not least hat auch Harald Steffens noch Zeit für eine Teilnahme gefunden. In seinen Bildergeschichten läßt er uns an der Verkostung von drei Weinen von Lotte Pfeffer-Müller, einer Winzerin,  die mit Ihrem Mann Hans Müller das elterliche Weingut Brüder Dr. Becker in Ludwigshöhe an der Rheinfront, leitet, teilnehmen. 2007er Silvaner Gutswein trocken, 2008er Riesling Classic Gutswein  und  ein 2007er Riesling Kabinett brachten ihn zu der Schlußfolgerung: besser geht es nicht: Erstklassiges Winzerhandwerk perfekt umgesetzt!

Bernhard Fiedler ließ sich für diese Rallye entschuldigen, wird aber sicher beim nächsten Mal wieder mit uns starten.

Mein eigener Beitrag war einer amerikanischen Winzerbloggerin aus dem Côte du Rhône gewidmet: Amy Lillard und ihrem Wein  La Gramière 2007 vom gleichnamigen Gut.

 


 

Und weils so schön zum Thema passt,  schließe ich mit ihrem Bild  die Zusammenfassung über Frauen am Steuer von Weingütern ab. Danke allen Teilnehmern und rendez-vous für die 24. Weinrallye im Juni beim Ultes.

 



Repost 0
Published by Iris Rutz-Rudel - dans Weinrallye
commenter cet article
19 mai 2009 2 19 /05 /mai /2009 10:33
Zunächst schon einmal herzlichen Dank für die vielen schönen Artikel zur Weinrallye # 23 über Winzerinnen-Weine! Da sind ja etliche Damen zusammen gekommen - unter durchaus internationaler Beteiligung. Um noch etwas Zeit für eventuelle Nachzügler zu lassen, werde ich die Zusammenfassung erst nach der von Thomas versprochenen der 22. Weinrallye hier veröffentlichen.

Aber einen kleinen Nachtrag habe ich heute morgen bei einem Winzerbloggerkollegen aus der Champagne gefunden -



Elf Winzerinnen aus ganz Italien haben sich auf ihre Vespas (Vespen?) geschwungen, um ihre Weine am 8. Juni in Paris zu präsentieren. Mit TGV oder Thalys von Deutschland aus ein Katzensprung:-) - während die Damen wohl eine zum Teil recht lange Fahrt vor sich haben.



Die komplette Liste der sportlichen Damen, auf der auch der eine oder andere Name aus der gestrigen Weinrallye vertreten ist, findet man im Originalbeitrag von Francis Boulard - den ich hier auch schon anläßlich der Schaumweinrallye (Weinrallye # 6) vorgestellt habe.

Repost 0
Published by Iris Rutz-Rudel - dans Weinrallye
commenter cet article
18 mai 2009 1 18 /05 /mai /2009 20:16
Frauen ans Steuer hieß meine Erinnerung zur heutigen Weinrallye gestern. Nun, die Winzerin, von der heute die Rede sein soll, sitz nicht nur am Steuer ihres geländegängigen R4s, sondern auch schon mal auf dem Trecker, mit dem ihre biologisch geführten Weinberge gepflegt werden.



Die Rede ist von Amy Lillard von der Domaine La Gramière im Côtes du Rhône Gebiet, Frankreich.

Sie erfüllt aber nicht nur im Weinberg alle Kriterien, die ich für die Weinrallye gewünscht habe, sondern arbeitet auch tatkräftig im Keller an der Seite ihres Mannes Mat mit, wenn es gilt, die Trauben in Wein zu verwandeln.



Wie sie als Amerikanerin nach Frankreich und zum Wein kam, kann man hier auf der Seite ihrer alten Uni nachlesen. Alles, was man sonst noch über Amy, die Winzerin wissen möchte - und manches, was man nie zu fragen gewagr hätte, erfährt man seit fast 4 Jahren auf ihrem wunscherschönen Blog. Er steht übrigens schon lange auf meiner Linkliste in der Spalte links:-).

Da kann man seit 2005 die Abenteuer dieser Newcomer in Land und Beruf verfolgen, durch alle Jahreszeiten, mit den Höhen und Tiefen, die die tägliche Arbeit und das Leben im Rythmus der Wettervorhersagen mit sich bringen. 

Zu den Tiefen gehörte sicher der Bescheid, dass die Weine von La Gramière vor zwei Jahren nicht das Agrément der örtlichen Kontrollstelle erhielten. Ihnen wurde also das Recht aberkannt, den vorgestellten Wein als AOC Côtes du Rône auszuzeichnen und auf den Markt zu bringen. Das passiert leider immer öfter, vor allem für Weine, die im Keller nicht den oinzwischen "traditionellen" Methoden unterzogen werden, sprich künstliche Hefen, Nachsäuern, stark Schwefeln und dann noch Schönen und Filtern, das alles möglichst unter Einsatz der von Önologen und Fachhändlern zahlreich angebotenen Zusatzstoffe, die den Wein "sicher" machen sollen und für die Einheitsqualität von Aromen und Mundgefühl so vieler Standartweine verantwortlich sind. 

Zum Glück gab es Trost vom deutschen Importeur, wie Amy damals berichtete:

"I called our German importer Martin Kössler to break the news to him and he said: "Great! That's terrific news, I don't care at all! The whole appellation system is falling apart in France, and some of the most interesting wines are being refused." Well, that made me feel a bit better. Kermit (Lynch) on the other hand was a bit more reticent. Côtes du Rhône sells well in the US, Kermit wanted to talk to his national sales manager Bruce Neyers about it, thinking it may be a harder sell now."

Aber die Etiketten mussten eben doch neu gestaltet werden und so gibt es einen deutlichen Wechsel bei den Flaschen von La Gramière:
 


Alles Interessante steht eh auf dem Rückenetikett und der Erfolg des Flascheninhalts führte dann auch sehr schnell dazu, dass man die grüne La Gramière bald auf dem Titelbild eines deutschen Bioweinführers sehen konnte, wo er stolz zwischen den von Frank Krämer empfohlenen Bioweinen posiert.



Amy, die Winzerin kann also zufrieden sein, auch ihre langjährige Zusammenarbeit mit Kermit Lynch, einem der bedeutendsten Importeure Französischer Weine in die USA und die readktionelle Tätiogkeit an der Seite von Michel Bettane und Thierry Dessause, für die Zusammenstellung ihres in Frankreich als Bibel betrachteten Weinführer der Revue des Vins de France hilft, die Weine immer weiter und internationaler bekannt zu machen und selber im Kontakt mit anderen Winzern dazu zu lernen.

Amy, die Bloggerin hat durch ihre Teilnahme an der ersten Internationalen Weinbloggerkonferenz in Spanien im letzten Herbst als Amerikanerin die Französischen Weinblogger würdig vertreten, so wie Thomas vom Winzerblog die deutsche Weinbloggerszene. Es gibt davon sogar ein Interview mit ihr  in vinus TV:


zum Anschauen auf diesen Link klicken.

Und eine besonders schöne Anerkennung erhielt ihr Blog vor kurzem durch Alice Feiring, die Königin der Bloggenden Weinjournalisten, die einen anderen Stil als die Parker gepunkteten Wettbewerbsweine propagiert, natürliche Weine, die den Charakter ihrer Rebsorte und ihres Terroirs nicht protzig überschminken. Der Blog von La Gramière findet seinen Platz unter den 5 wichtigsten Weinblogs im Weinteil des Wall Street Journal unter der Beschreibung:

"The Perils of Amy! An American transplant, Amy Lillard makes wine in the Rhone and tells all. A real life wine adventure as she and her husband find their way to making wine naturally and what that means to them."

Und so habe ich heute mit viel Vergnügen die Flasche La Gramière 2007 aufgemacht, die mir ein Besucher  aus Marseille vor einer Woche als Geschenk mitbrachte.



Grenache, ergänz durch Syrah und Mourvèdre, 14,5° Alkohol für diesen Vin de Table, der seine Herkunft nicht mehr auf dem Etikett nennen darf. Tiefes, dunkles Rot im Glas, mit öligen Tränen, die lange am Glas herunter gleiten. Ein diskreter Duft von dunklen Beeren steigt aus dem Glas, im Mund voll und elegant zugleich, ebenfalls intensive Beerennoten mit zarter, pfeffriger Würze, noch sehr jung, aber schon ein großer Genuss - sicher ein idealer Begleiter zu vielen Gerichten (ich habe ihn einfach so, vor dem Computer probiert - ein Fehler, den ich immer bedauere, wenn ich Svetlanas Weinrallyebeiträge lese). Vielleicht konnte er die Kommission bei der Zulassung nicht überzeugen, weil er einfach zu gut ist:-)? Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass er in der Appellation Côte Rotie durchaus anerkannt worden wäre:-)...



Aber wie man so richtig sagt: Die Wahrheit ist im Glas - la vérité est dans le verre! und da ist der Gramière 2007 ein wunderschön überzeugender Wein - danke Amy, für diese hervorragende Arbeit!

Ich freue mich schon, diese Winzerkollegin auf dem ersten Winzerbloggertreffen und unserer gemeinsamen öffentlichen Weinverkostung beim VINEXPO OFF Les Vignerons Blogueurs im nächsten Monat in Bordeaux persönlich kennen zu lernen.










Repost 0
Published by Iris Rutz-Rudel - dans Weinrallye
commenter cet article
17 mai 2009 7 17 /05 /mai /2009 10:25
 
Es ist wieder so weit: morgen, am Montag läuft die 23. Weinrallye durchs Ziel.

Wie vor vier Wochen hier angekündigt, werden Winzerinnen-Weine gesucht,

"zentriert auf Weine, die auch wirklich von Frauen gemacht und nicht nur gemanaged werden – also keine Schauspielerinnen, Marketing-Damen,  etc, sondern Frauen, die einen Betrieb nicht nur leiten, sondern auch in Weinberg und Keller stehen.

Ausnahme dürfen Kellermeisterinnen in Großbetrieben und Kooperativen sein, falls es solche gibt."

...
einen Mann als Beifahrer, auf dem Traktor oder beim Fässer schleppen, sollten wir natürlich auch akzeptieren:-).

Wie immer (und hoffentlich noch länger), findet man alles Wissenswerte zur Teilnahme an der Weinrallye beim Winzerblogger Thomas Lippert.


In meiner Ankündigung hatte ich ja schon ein paar Pisten für französische Winzerinnen gegeben - dem Aufruf, bei der Suche nach weiteren Vertreterinnen des weiblichen Geschlechts an Rebschere und Gärtank zu nennen, wurde hier  in den Kommentaren ausführlich gefolgt.

Auch wenn die Damen nicht unbedingt alle solcher Folklore frönen, haben mich die Links doch sehr an meine ersten Weinbereitungen (lange bevor Lissons eigener Weinberg gepflanzt wurde), erinnert.

Das ersetzt Fitness-Training und Wellnessbehandlung zugleich - die dazu gehörigen Fotos bleiben aber besser in Privatbesitz, sonst gibt's wieder exotische Google-Treffer:-).

Also noch bis heute Nacht 24 Uhr Zeit, zu verkosten und die Dame seines Herzen zu küren - dann ist  den ganzen Montag Abgabetermin - über den Einlauf wird hier dann  gerne zeitnah berichtet.

Wem zu Wein und Weib auch noch der passende Gesang einfällt: einfach ein Podcast draus machen (oder wie das auch heißt:-)!

Eure Beiträge könnt ihr hier im Kommentar eintragen oder die Links per Email an mich schicken:

lisson Klammeraffe wanadoo Punkt fr
 



Repost 0
Published by Iris Rutz-Rudel - dans Weinrallye
commenter cet article
19 avril 2009 7 19 /04 /avril /2009 13:22
Die 23. Weinrallye wird also ihren Startschuss wieder aus dem benachbarten Frankreich erhalten. Los geht sie vielleicht schon heute - alle wichtigen Informationen zur Teilnahme findet man hier - beim Winzerblogger Thomas Lippert -  durch die Zielgrade sollten die Beiträge am Montag, den 18. Mai gehen.  Teilnehmen können wie immer alle Blogger/innen, wer selbst keinen Blog betreibt, kann aber auch seinen Beitrag per Email an mich senden (lisson at wanadoo punkt fr), ich füge ihn dann gerne in die anschließende Zusammenfassung ein.

Also noch 4 Wochen Zeit, in Ihrem Keller oder beim Weinhändler Ihres Vertrauen nach Winzerinnen-Weinen zu suchen: natürlich international ausgelegt und nach Möglichkeit zentriert auf Weine, die auch wirklich von Frauen gemacht und nicht nur gemanaged werden – also keine Schauspielerinnen, Marketing-Damen,  etc, sondern Frauen, die einen Betrieb nicht nur leiten, sondern auch in Weinberg und Keller stehen.

Ausnahme dürfen Kellermeisterinnen in Großbetrieben und Kooperativen sein, falls es solche gibt. Hinweise auf diese Ausnahmeerscheinungen wären unten in den Kommentaren sehr willkommen und für alle Teilnehmer (mich inklusive) sehr hilfreich.

In ganz Frankreich und auch in meiner näheren Umgebung des Languedoc fallen mir da viele  Winzer-Kolleginnen ein -  sehr bekannte aber auch unbekanntere, über die ich schon häufiger geschrieben habe, wie:

Marjorie Gallet, Domaine Roc des Anges,  Roussillon
Marlène Soria, Peyre Rose,  Languedoc
Anne Marie Lavaysse, Petit domaine de Gimios,  Minervois
Françoise le Calvez, Domaine coupe-rose,  Minervois
Danielle Khalkhal-Pamies,  Hérault
Dominique Azais, Domaine Azais,  Hérault
Catherine Roque, Domaine de Clovallon,  Hérault
Cécile Weissenbach, Domaine de Babio,  Languedoc
Florence Guy, Château Coujan,  St Chinian
Hildegard Horat, La grange des 4 sous,  St Chinian
Line Cauquil, Domaine Deslines,  St Chinian
Marion Pla, Mas Marion Pla, Hérault
Irène Prioton, Domaine du clos du marbrier,  Minervois
Mireille Daret, Cru Barréjats , Sauterne


Eine  Informationsquelle für weitere Anregungen kann man aber seit Anfang dieses Jahres auch hier finden: Rolf Klein und Armin Faber (Fotos) stellen 40 schon bekannter Winzerinnen  aus  Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Italien, Spanien und Portugal in ihrem beim Schweizer At-Verlag erschienenen Buch Weinfrauen vor. 

Aber auch in Übersee, ob nun in Südafrika, Australien oder Californien, gibt es sie, die Frauen, die Wein machen.

Und auch wenn ich persönlich absolut nicht glaube, dass Frauen anderen Wein machen als Männer, so finde ich doch, dass es interessant ist, jenseits von  modischer PR und Marketing Strategien über "weibliche Weine",  einmal die Frauen in den Mittelpunkt zu rücken, die es gewagt und geschafft haben, in die Männerdomäne der Weinmachens einzudringen - und das nicht nur als modisches Aushängeschild
im Kostüm der Weinprinzessin oder als Marketing-Fachfrau (da gibt es viele, man sehe sich nur die Zahlen in den entsprechenden Studienbereichen an), sondern da, wo der Wein entsteht: in Weinberg und Keller.

Also viel Spaß beim Suchen und Verkosten. Rendez-Vous hier in einem Monat!

Beiträge
bei mir in der Kommentarfunktion melden oder den Link per Email an:

lisson Klammeraffe wanadoo Punkt fr
  
Repost 0
Published by Iris Rutz-Rudel - dans Weinrallye
commenter cet article
14 avril 2009 2 14 /04 /avril /2009 00:21

Das Thema der heutigen 22. Weinrallye wurde von Thomas, dem Winzerblogger ausgerufen:

Regionale Spezialitäten.


Er hat den Begriff extra weit gefasst:   


* Es ist alles erlaubt, Bier, Wasser, Schnaps, Tee, Kaffee oder Limo, völlig egal was, Hauptsache es ist flüssig, trinkbar und wurde in eurer Region produziert. Selbst Milch ist dieses Mal erlaubt, wenn ihr sie denn als eine Regionale Spezialität bezeichnen würdet.

    * Ich bitte euch tatsächlich so weit als möglich dem Produkt den Vorzug zu geben, welches seine Urproduktion in der jeweiligen Region hat. Ein regionales Destillat aus regionalen Früchten ist einem Produkt welches in der Region “nur” zusammengesetzt wurde vorzuziehen, aber auch das wollen wir nicht zu eng sehen.
    * Sollten sich die Teilnehmer aus Weinregionen für Wein entscheiden wollen, bitte ich bei der Auswahl zusätzlich auf regionale Typizität zu achten, d.h. aus dem Markgräflerland z.B. erwarte ich einen Gutedel und nicht Cabernet Sauvignon!
    * Selbstgemachtes möchte ich auschliessen, als Zugabe ist es aber gerne willkommen.

 

Nun würde ich ja gerne einmal Alles aufzählen, was es hier in und um Olargues herum so an regionalen Spezialitäten gibt, einiges findet man ja auch schon auf meinen Blogseiten, wenn ich von den jährlich stattfindenden Märkten und Festen berichte: Kirschen, Oliven, Maronen, von Slow Food geadelte Rübchen, Schaafs- und Ziegenkäse, Schweinskram und alle aus diesen traditionellen Grundpfleilern der örtlichen Ökonomie gefertigten Produkte, aber dazu brauchte ich vermutlich mehrere Tage - und so viel Zeit habe ich im  mit Macht austreibenden Frühjahr leider nicht... also beschränke ich mich auf ein anderes regionales Produkt, nämlich den Wein - und da auch nur auf einen ganz speziellen, der aber voll den von Thomas geforderten Kriterien entspricht.


Und dafür muss ich noch nicht einmal sehr weit gehen, gerade ein paar Kilometer östlich, bis zur Brücke von Tarrassac, von da dem Orb folgend nach Süden, bis zum schönen Dorf Roquebrun zu einem  Freund und Winzerkollegen.

pont_de_tarrassac.jpg

           val_e-du-jaur.jpg  roquebrun.jpg

Roquebrun ist einer der Hauptorte der Appellation Saint Chinian und kann sich sogar seit 2004 rühmen, im Rahmen dieser AOC das Recht auf eine Appellation Roquebrun village zu führen. Und hier war das erste Weingut, das lange vor der Einführung des Appellationssystems seinen Wein auf Flaschen abfüllte und nicht einfach lose als Großgebinde an einen regionalen Händler oder als Traubenlieferant an die Winzergenossenschaft ablieferte, die  Domaine Navarre, deren Tradition  heute mit viel Engagemant und Kenntnis des so besonderen Terroirs aus braunem Schiefer, dem das Dorf seinen Namen verdankt, von Thierry Navarre weitergeführt wird.

Roquebrun.jpg


Und es ist er, der auf der Suche nach alten, an Klimat und Boden angepasten Rebsorten, sich an diese letzte Reihe fast vergessener Rebstöcke erinnerte, die noch seit der Zeit seiner Vorväter ihr Leben fristeten:

Der Ribeyrenc, den man auch Aspiran nennt, oder auch Spiran, Espiran (schon  1686 von Magnol) erwähnt, Espirant noir, Epiran, Piran. Im Aude heißt er : Riveyrenc, Riveyrène, Riverain (ein Name, den man auch für den Rosé im Var findet), Verdaï, Verdal noir, Peyral, Peyrar. Ferrandel (in einer alten Rebsammlung in Saumur). Rutherglen (in Australien).

all das lernen wir auf der Seite der ehrwürdigen ENSAM

Thierry-2.jpg

Wenn Sie alles über die abenteuerliche Geschichte der Rettung und Wiedereinführung dieser fast vergessenen Rebsorte erfahren wollen, die natürlich aufgrund der sehr strengen französischen Pflanzbestimmungen (was nicht aus der Liste der "erlaubten" Rebsorten für eine  Anbaugegend steht, ist automatisch "verboten"), und des Französischen ein wenig mächtig sind, können sie die Geschichte direkt aus dem Mund des Retters, Thierry Navarre - und mit dem so schönen lokalen Akzent des Midi, hier sehen und hören. 




Die Beschreibung auf der Seite der ENSAM erklärt auch, warum die Rebsorte nach der großen Reblausattacke zwischen 1880 und 1890 nicht mehr angepflanzt wurde: es ist immer die gleiche Geschichte, wie die z.B. der Carmenère in Bordeaux oder anderer aufgegebener alter Sorten: nun mittlere Fruchtbarkeit und durchschnittlich geringe Ertragsmengen, anfällig für Krankheiten, wie Grauschimmel, echter und falscher Mehltau und zu harten Winterfrost (wie ihn die Gegend z.B. 1956 noch einmal kannte). Also alles Eigenschaften, die mit den auf Massenproduktion getrimmten Anbaumethoden des 20. Jahrhunderts nur schlecht in Einklang zu bringen waren. Da brauchte es schon einen, der gegen den Strom schwimmt und einen entsprechenden Dickkopf hat, wie Thierry, um die letzten erhaltenen Rebhölzer zu retten, sie auch ohne offizielle Genehmigung schon mal zum Pfropfen in eine Rebschule zu bringen und dann in passender Lage zu pflanzen, ohne vorher genau zu wissen, welches Resultat das wohl geben würde.



Das Ergebnis ist noch etwas, was eher Liebhaber und Kenner, die danach suchen, erfreut. Die ersten Ernten tragen langsam ihre Frucht - einige wenige Flaschen, die man noch nicht einmal auf der Webseite und in der Preisliste der Weine des Gutes findet. Immerhin gibt es hier und da im Internet die ersten Degustationsnotizen. Und sogar einen Beitrag in englische Sprache eines holländischen Blogs, der an der "go native" Ausgabe des 37. Wine Blogging Wednesday "go native - indigenous vareties" teilgenommen hat.

Aber jetzt zum Wein:



"Leicht, von wenig intensiver Farbedichte, zarte Aromen im Duft, sehr helles Rubinrot, Johannisbeernoten, angenehme Frucht, sehr fein im Geschmack." chrakteristische Beschreibungen, die immer wieder kehren und bei denen es nicht wundert, dass die Verkoster finden, dass der Wein das macht, was man, in Anlehnung an Frankreichs berühmte Rebsorte "pinoter" nennt.

Ein Wein, den man also in den kommenden Jahren im Auge behalten sollte, um zu sehen, welches Potential die älter und kräftiger werdenden Rebstöcke entwickeln werden. Auch für den Winzer eine neue Herausforderung, denn dieser Ribeyrenc unterscheidet sich doch erheblich von all den eher durch ihre prononzierten Tannine oder ihren überschäumenden Fruchtcharakter bekannten Klassiker der Appellation, wie Carignan,  Syrah,  Grenache und seit einigen Jahren auch Mourvèdre.

Die Zusammenfassung der schon oben erwähnten amerikanischen Ausgabe der Weinrallye mit vielen lesenswerten Links zu originellen und/oder originalen Rebsorten findet man übrigens hier:

wine blogging wednesday # 37: go native - indigenous varieties bei  Dr.Vino September 2007.





Repost 0
Published by Iris Rutz-Rudel - dans Weinrallye
commenter cet article
9 mars 2009 1 09 /03 /mars /2009 12:52
Die Zeit, sie rast im Sauseschritt - und schon wieder ist es Zeit für einen Beitrag zur deutschen Weinrallye. Diesmal hat Lars von Schreiberswein das Thema ausgerufen: Die Königin der Reben: Riesling aus deutschen Spitzenlagen.

Zur Auswahl stand alles: "Berühmte Lagen, erste Lagen, große Lagen oder besondere Lagen, aus denen Weine erzeugt werden, die weltweit Botschafter der deutschen Weinkultur sind. Von Baden bis Sachsen. Von Kabinett bis Eiswein. Von trocken bis edelsüß. Pflicht ist dabei die Angabe einer Einzellage auf dem Etikett."

Nun bin ich nur in Frankreich, das ist ja noch nicht weltweit und von deutscher Weinkultur verstehe ich dank meiner Bloggerkollegen zwar nach und nach ein wenig mehr, würde mich aber noch lange nicht zum Spezialisten oder gar Juroren aufspielen.  Wie mit vielen ausländischen Weinen geht es auch mit denen aus Deutschland (und da sowieso nur Riesling, andere Sorten sind hier so gut wie unbekannt) so, dass nur ein paar Winzernamen (Dönnhoff, Prüm, Loosen, Egon Müller, Thanisch und Löwenstein) bekannt und überhaupt erhältlich sind.

In den Weinforen drehen sich die Diskussionen hauptsächlich um Weine dieser Güter und um die vollkommene Undurchdringlickeit der deutschen Prädikatsbezeichnungen, die merkwürdigen Definitionen von "trocken" und "halbtrocken", die Unmöglichkeit, vom Alkoholgrad auf das ursprüngliche Mostgewicht zu schließen und die Verwirrung durch die unaussprechlichen Lagennamen und deren Vielfalt.


Dafür habe ich volles Verständnis - auch wenn so mancher Ausländer wohl inzwischen das französische AOC und Vin de Pays Wirrwarr und die tausende Lagen aus Burgund auch nicht viel transparenter finden wird:-).

Aber kehren wir zurück zur Weinrallye und zum Riesling, der in Frankreich ja bisher durch protektionistische Verbote in den anderen Regionen ausschließlich dem Elsass als zugelassene Rebsorte vorbehalten war. Das hat sich übrigens erst vor ein paar Tagen geändert!

Ich habe also keine Ahnung, ob die Rieslinge in meinem Keller, die nicht als Grand Cru Lage des Elsass ausgezeichnet sind, wie meine geliebten Schueller Rieslinge vom Bildstöckle oder Pfersigberg, nun zu den berühmten, esrten, großen oder besonderen gehören. Alles, was ich weiß, ist dass sie mir hervorragend schmecken!

Ich liebe ihr Mundgefühl, dieses unnachahmliche Gleichgewicht von Fülle und Säure, dass einen klaren, frischen und mineralischen Eindruck im Mund hinterlässt, ohne die je nach Jahrgang und Herkunft eher fruchtigen oder blumigen Noten zu vernachlässigen. Ihre unnachahmliche Leichtigkeit des Seins...

Das ist meine  Madeleine de Proust, die Erinnerung an den deutschen Riesling, wie ich ihn in Erinnerung behalten hatte, seit ich Deutschland vor fast dreißig Jahren verlassen habe... eine Qualität, die ich in den meisten französischen Weißweinen und auch den Rieslingen aus dem Elsass meist vergeblich gesucht habel.

Groß war also meine Freude, als ich dank der Blogsphäre die Möglichkeit gefunden habe, solche Weine wieder zu finden - und dann auch noch von einem Bio-Winzer.

Jetzt ist es nicht mehr schwer zu erraten, dass ich heute von Harald Steffens vom Weingut  Steffens-Kess aus Reil an der Mosel spreche, der 10 ha Riesling in echten Steilhanglagen kultiviert - allein schon ein Blick auf seine   Videos , die er regelmäßig in seinen  Blog Bildergeschichten einstellt und auf denen wir sehen, in welcher halsbrecherischen Lage er pflügt oder vorschneidet oder Kompost ausbringt, sprechen Bände und machen selbst mich schwindeln!


Ich hatte also im vorigen Jahr zum ersten Mal ein dutzend Flaschen in seiner online-boutique bestellt, dazu noch mit der angenehmen Überraschung, dass das Porto selbst zu mir nach Südfrankreich nur 11 € kostete und die Weine 2 oder 3 Tage später bei mir eintrafen. Für den selben Preis hätte ich übrigens auch 21 Flaschen ordern können:-).

Aber das ist ja nicht das Wichtigste: wichtig ist das enorme Vergnügen, das mir seitdem jede geöffnete Flasche bereitet hat: angefangen mit dem Winzersekt, schon zur 18.Weinrallye hier vorgestellt,  vom einfachen Kabinett über die Spätlese bis hin zur Auslese, wie die, die ich heute hier vorstellen möchte: 



Die Reiler Goldlay Auslese 2007 - Goldlay, wie von Lars gefordert, eine Einzellage, vom Schieferboden.  Goldlay, eine Bezeichnung, die es auch an anderen Stellen an der Mosel gibt, heißt im örtlichen Dialekt Goldfelsen. "Den moselromanischen Ausdruck für Fels, - ley, lay oder auch lei geschrieben -, tragen viele Reiler Weinlagen, wie zum Beispiel Goldlay, Mullay und Falklay." Schieferhänge, die über Jahrhunderte von Generationen von Winzern mit der Hacke und der Kiepe bearbeitet wurden, die keine Probleme mit Nässestau haben und die Wärme des Sonnenlichts eben in ihren steinigen Komponenten speichern und an die Reben wieder abgeben können. Da liegt im übrigen meiner Meinung nach die wahre Noblesse eines Weins, nicht im Titel (sei's nun der in Deutschland so beliebte Dr., ein Reichsgraf oder ähnlich alter Zopf).

Golden ist auch der Schimmer des Weins im Glas. Die Sonne, die von den Reben am Hang gespeichert wurde, umgewandelt in vollreife Trauben, findet sich wieder transformiert in einen Wein mit klaren Aromen, fruchtig und blumig zugleich. Nein, kein Petrol in der Nase... aber im Geschmack genau dieser Eindruck eines gradlienigen Weins, mit einer schlanken Eleganz, weder zu üppig, noch zu leicht, ein perfektes Gleichgewicht zwischen Säure und Frucht, umspielt von Noten von Äpfeln und Pfirsischen, leicht salin mit Zitrusnoten. 



Für mich ist es das, was ich suche, dieses Gleichgewicht im Mund, das Lust macht, den Wein zu trinken und das Glas neu zu füllen. Die Weine der Steffens sind alle trocken ausgebaut, selbst die Auslese, auf den natürlichen Hefen. Sie passen hervorragend zu vielen Gerichten und Gelegenheiten, von der Vorspeise zum gut gereiften Hartkäse,  ihr Reichtum an Glyzerin vereint mit der salinen Note macht sie zu wahren Partnern der Speisen, gemeinsam bilden sie im Mund ein Ganzes, keiner erdrückt den anderen. i



Man ahnt es, es blieb nicht bei einer Kiste:-) - Hahnenschrittchen und Wendelstück gesellen sich zur Goldlay - garantiert ohne Cola... mein königlicher Tropfen für alle Tage, an denen ich Wein trinke und eine Abwechslung zu den vielen Roten in meinem Keller suche!




Repost 0
Published by Iris Rutz-Rudel - dans Weinrallye
commenter cet article
18 janvier 2009 7 18 /01 /janvier /2009 14:32
Auch wenn meine Steigerungsreihe nicht ganz orthodox ist, so hat er sich in diesem Jänner des neuen Jahres  schon die Stellung als Superlativ verdient, der Robert aus Linz , Weinbloggern besser als vinissimus bekannt.



Er hat uns zu Jahresbeginn gleich mit zwei hervorragend begleiteten und rund abgeschlossenen Aktionen bereichert:

Zum einen die 19. Weinrallye, zu der er das Thema "gespritete" Weine gestellt hatte und die er nicht nur im Verlauf zeitnah und aktuell begleitete, sondern deren prompte und amüsante  Zusammenfassung er heute schon hier  ins Netz gestellt hat.

Und zum anderen die Umsetzung seiner schönen Idee, einen gemeinsamen Jahreskalender mit Bildbeiträgen von Winzern und Wein- und Genussbloggern zusammen zu stellen.

Die Idee wurde von ihm im Dezember aus der Taufe gehoben - und seit 10 Tagen steht das Ergebnis dieses Weinbloggerkalender 2009 schon im Netzt. Alle Einzelheiten über Bestell- oder Download-Möglichkeiten kann man auf seinem Blog dort nachlesen.



Besonders stolz sind wir in Lisson auf das Ergebnis, nicht, weil, wie im Hinweis auf die Quellen der Bilder auf der letzten Seite angegeben, eine ganze Reihe meiner Fotos aus Weinberg und Keller von Robert ausgewählt wurden, sondern vor allem, weil auf den Bildern von Wolf, von Hausmannkost unsere weinliebende Katze Arnie und das schöne grüne Flaschenabtropfregal von Klaus so gut zur Geltung kommen:-).

Ich wünsche dem Kalender (der übrigens von Februar 2009 bis Januar/Jänner 2010 reicht) eine weite Verbreitung! Je mehr ihn bestellen, desto mehr sinken die Druckkosten. Lars hat sich auch schon bereit erklärt, bei Sammelbestellung den Versand innerhalb Deutschlands zu übernehmen.



Repost 0
Published by Iris Rutz-Rudel - dans Weinrallye
commenter cet article
16 janvier 2009 5 16 /01 /janvier /2009 17:33
Kaum hat das neue Jahr begonnen - und kaum bin ich von meiner kurzen Reise nach Deutschland zurück, über die ich noch berichten werde - steht schon wieder eine neue Weinrallye an - die 19. ihres Zeichens wurde ausgerufen von Robert vom österreichischen Blog vinissimus und soll gespritete Weine zum Inhalt haben.

Allgemeine Regeln zur Weinrallye findet man wie immer hier beim Winzerblog. Roberts Vorschlagsliste reicht von Sherry über Portwein, Madeira und Marsala  bis zum Banyuls - der mir am nächsten gelegene Vin Doux Naturel, wie gespritete Weine in Frankreich heißen, fehlt aber in seiner Aufstellung: Der Liquörwein, der aus der Rebsorte Muscat à petit Grain, einer besonders aromatischen und alten Rebsorte, deren Name schon alles über ihre Charakteristika sagt, gekeltert wird, mit einem Mindestzuckergehalt des Mostes von über 250g und einer Höchstertragsmenge von 28 hl/ha - und dessen Gärung durch den Zusatz von 5 bis 10% Alkohol mit 96° gestppt, also, wie es im Französischen heißt "stumm gemacht" (muté) wird, sodaß eine größere Menge Restzucker im fertigen Liquörwein erhalten bleibt.

reifer Muscat à petit grain

Die Appellation AOC Muscat de Saint Jean de Minervois existiert bereits seit 1949.  Die Liquörweine aus Beaumes de Venise und Frontignan waren lange Zeit bekannter, es handelt sich bei ihnen auch um größere Anbaugebiete, die leider in den letzten Jahren durch massenhaft in Supermärkten vertriebene Billigangebote den Ruf dieser Weine arg heruntergewirtschaftet haben.

Auf den kargen, steinigen Kalksteinböden des Hochplateaus (200 bis 300 m) rund um Minerve, westlich von Saint Chinian im Hérault haben aber inzwischen nicht nur die Weinbauern der Cooperative, sondern auch einige ambitionierte Einzelwinzer die Produktion des Liquörweins wieder aufgenommen und so dem Muscat aus dieser Appellation zu einem ständig wachsenden Ruf bei Kennern verholfen.

Idealer Begleiter zu Blauschimmelkäse oder Fois Gras - aber auch als Apéritif genossen, findet dieser goldgelbe, nach Aprikosen, Zitrone, Honig und den Kräutern der Garrigue duftende Wein auch bei mir von Zei tzu Zeit seinen Platz bei Tisch - neben den schon hier vorgestellten edelsüßen Chenins oder einem vollmundigen Sauternes.

Leider habe ich gestern aus Deutschland zwar keinen Wein, aber einen deftigen Schnupfen mitgebracht, der mich heute hindert, eine der Flaschen aus meinem Keller zu öffnen - das wird dann bei Gelegenheit nachgeholt!



Vermutlich wird es der Douce Providence des Clos de Gravillas sein - der "süße Bruder" des Weins, den ich bei der 8. Weinrallye vorgestellt habe.

Edelsüße Weine, also Vins naturellement doux, die im Gegensatz zun den Vins doux naturels ohne Zusatz von Alkohol hergestellt werden, eben aus überreifen Trauben, die deutschen Auslesen oder oft sogar Trockenbeerenauslesen entsprechen, also spät geerntet werden, dürfen in Frankreich ja nur im Elsass als "vendange tardive" bezeichnet werden - eine Form von innerfranzösischem Protektionismus, der zu Fantasiebezeichnungen auf den Flaschen wie dernière cueillette (letzte Ernte) oder cueillette d'automne  (Herbsternte) oder ähnlich poetischen Namen führt. Wenn sie gut gemacht sind, müssen sie nicht einmal die für Süßweine erlaubten extrem hohen Schwefelmengen (bis zu 400mg/l) zum Abstoppen der Gärung und Konservierung enthalten...

Repost 0
Published by Iris Rutz-Rudel - dans Weinrallye
commenter cet article

Unser Blog soll Ihnen die Gelegenheit geben, rund ums Jahr an den aktuellen Arbeiten auf unserem kleinen Gut in Südfrankreich teilzunehmen. Unsere Webseite stellt uns zwar bereits in drei Sprachen vor, aber wie viele Webseiten, ist sie eher statisch aufgebaut. Ein Blog  (es gibt ihn schon in Französisch: hier) erlaubt hingegen, viel spontaner, aktueller und auch weitläufiger über das, was wir tun, was uns bewegt und wofür wir uns sonst noch interessieren, zu schreiben.

Begleiten Sie mich also auf dem Weg durchs Winzerjahr. Hinterlassen Sie Ihre Kommentare oder stellen Ihre Fragen, damit aus diesem Blog ein lebendiges Kommunikationsmittel wird.

Ihre Iris Rutz-Rudel


Im Blog Suchen

Schiefer Clos des Cédres

 

 
Diashow

 

lissondiary - in English

 

weinforum

 

Verkostung Vinisud Off:

Hors Piste

  banniere picasa


Die WinzerBlogger

 

  les vignerons blogueurs


Ältere Artikel

Blogfamilien

 
Locations of visitors to this page




Rauchen frei in meinem Blog

PageRank Actuel

expatriate 

Genussblogs.net - Alle Genussblogs auf einen Blick

Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de

Add to Technorati Favorites

Site Meter

Rate this Blog at Blogged

Neuere Artikel

Texte Libre

google-site-verification: google81639dde71d33424.html