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18 avril 2010 7 18 /04 /avril /2010 23:14

weinrallye-200.jpg Der Strom der Beiträge zum Thema Pinot Noir Spätburgunder dieser Weinrallye # 32 läßt auch am Nachmittag und Abend nicht nach.


Inzwischen weiter eingetroffen:


Gleich zwei Beiträge hier und hier von Tomas Lippert vom Winzerblog


Auch Christoph Raffelt von Originalverkorkt schenkt zweimal ein italienisch und deutsch.


Und noch eine zweifache Teilnahme, diesmal von Martin Zwick auf Berlinkitchen und auf dem Forum Weinlakai


Stefan Schwytz, der Bacantus liebt Pinot.


Der edekaner verkostet einen deutschen "Beamtenwein"


Harald Steffens vom Weingut Steffens-Kess steigt ins Archiv.


Bernd Eck vom  Bioweindepot verkostet und trinkt à la française

 

Clemens Gerke verkostet einen Burgunder aus Rully (bitte auf der Seite  scrollen)


SportundWein
schwärmt noch vom PinotDay und  Dirk Würtz


Dominick Vombach von ecowine blog trinkt Schweizer Spätburgunder

 

Noch ist der Tag nicht zu Ende - und Nachzügler werden immer noch aerne aufgenommen - zumal ich selbst dem französischen Sprichwort vom Schuster, der die schlechtesten Schuhe hat, entspreche, denn vor lauter Streckenberichten bin ich nch nicht zum Verkosten und Schreiben gekommen:-).

 

 


 








 

 

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Published by Iris Rutz-Rudel - dans Weinrallye
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18 avril 2010 7 18 /04 /avril /2010 16:05

weinrallye-200.jpg Die Weinrallye # 32 Pinot Noir - Spätburgunder hat seit heute Morgen schon Fahrt aufgenommen.

 

 

Pinot 2008

 

Mit dabei bisher:


als Erster kurz nach Mitternacht: Alexanderder Ultes


immer noch Frühaufsteher: Robert von lamiacucina.


der Gastbeitrag von Peter Züllig


Peter alias Pivu von six to nine


Wolf Hosbach von der Hausmannskost


Der Schnutentunker


Der erste Teil, ein zweiter ist angekündigt, von Peter vom Kaulweinblog


Dirk Würtz vom Würtz Wein Blog


Thomas Lippert vom Winzerblog


Mathias Metze vom socialwine blog


Noch ist das Dutzend nicht voll, aber es sind ja auch noch 8 Stunden Zeit, um vor Mitternacht über die Zielgerade zu kommen.


Wer ein Facebookkonto besitzt, kann natürlich auch dort die laufenden Eingänge wie schon im Vorfeld erwähnt auf unserer Eventseite für diese Weinrallye # 32: Pinot Noir - Spätburgunder verfolgen.

 

Twitter what's happening Domaine Lisson

 

Auch auf Twitter wird fleißig veröffentlich, wie ein screenshot meines Profils von heute  zeigt.

 


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18 avril 2010 7 18 /04 /avril /2010 09:47

weinrallye-200.jpg Die Weinrallye # 32 zum Thema Pinot Noir - Spärburgunder ist heute Nacht pünktlich gestartet. Die ersten Beiträge stammen vom Ultes, der in Würtemberg fündig wurde und von Robert, von lamiacuccina, der uns einen Landsmann mit berühmtem Namen vorstellt.


Mit besonderer Freude empfing ich aber auch eben den ersten Gastbeitrag eines Nicht-Bloggers, der aber Weinliebhabern und Weinforumlesern dennoch schon lange kein Fremder mehr ist: Peter Züllig, ebenfalls wie Robert aus der Schweiz (und zeitweise fast ein "Nachbar" hier im Languedoc), erzählt uns von seiner Liebe zum schweizer Pinot - hier sein Beitrag:

 

"Als ein mit Bordeaux alt gewordener Weinliebhaber hat mich Burgund mit seinem Pinot lange Jahre „kalt“ gelassen. Bis…. ja bis ich dem Pinot zu Leibe gerückt bin. In der Bündner-Herrschaft, einem wunderschönen Weingebiet in der Schweiz, wo hauptsächlich Pinot wächst, bin ich seit mehr als zehn Jahren zum Lesehelfer herangereift.

DSCN4195-copie-1.jpg

 

Der Oktober (Lesezeit in der Bündner Herrschaft) ist seither zu meinem „heiligen“ Monat geworden. Da gibt es nur eines: strammstehen bis der Ruf des Winzers erschallt: „Heute geht’s in den Wingert!“ Meist verteilen sich die Erntetage auf drei Wochen. Also bin ich drei Wochen für andere Dinge nicht zu haben.
Der Winzer, „Prachtstück“ eines „urchigen“ Schweizers, über den der Wein- und Gourmetkritiker Wolfgang Fassbender schreibt „Gian-Battista von Tscharner ist jenes Original, mit dem die Schweiz weltweit werben müsste. Ein knorriger Winzer, gross, schwer und zupackend.“
Durch den Winzer und seine Reben bin ich zum Pinot Noir gekommen, bin ich vom Bordelais ins Burgund gerutscht, also nicht direkt, sondern über die Schweiz.
In der Schweiz – vor allem in der deutschsprachigen Schweiz – werden Pinots gemacht, die sich nicht verstecken müssen. Sie halten mitunter vielen Pinots aus aller Welt  stand, sogar  „echten“ Burgundern. Der „Gantenbein“ tummelt sich gar in der internationalen Weinszene und macht da vorn sich Reden. Doch es gibt noch andere, durchaus ebenbürtige Winzerinnen und Winzer in der Schweiz, die durchaus ebenbürtigen Spätburgunder machen. Ein paar Namen: Thomas Mattmann, Irene Grünenfelder, Georg Fromm, Christian Hermann, Markus Stäger oder eben Gian-Battista von Tscharner.

32---pinot-sparburgunder 0185

Durch meiner eigenen Hände Arbeit bin ich also vom Bordeaux weggerückt und zum Pinot Noir gekommen. Inzwischen habe ich mich sogar ins Burgund gewagt, zur Kultstätte des Pinots. Da habe ich mich wieder in einen Wein verliebt, von einem Winzer, der dem Schweizer von Tscharner in nichts nachsteht, weder in seiner Originalität, noch in seinem Können als Weinmacher: Jean-Marc Morey in Chassagne.

32---pinot-sparburgunder 0053

 

Was mich seither endgültig von der Kraft, der Qualität und dem Genusspotential des Pinot Noir überzeugt, das ist die Sensibilität die ich darin immer und immer wieder finde. Andere nennen es Terroir, ich begnüge mich mit Einmaligkeit. Kein Cuvée à la Bordeaux kann die Feinheiten, die Besonderheiten, die Unverwechselbarkeit eines bestimmten Bodens, eines bestimmten Klimas, eines bestimmten Jahrgangs so gut vermitteln wie der Pinot. Da wird Wein subjektiv, einmalig, persönlich. Der gut gemachte Spätburgunder verträgt kein „Wie immer“, keinen Routinen-Ablauf, keine ausgeklügelte Kellertechnik, meine ich, sondern braucht Sorgfalt und Liebe zur Traube, zur Rebe, zum Wein. Das habe ich bei diesen beiden Winzern kennen gelernt und das finde ich immer wieder, in vielen Weingegenden, die Spätburgunder an- und ausbauen.

 

Mittagstisch-im-Lochert.jpg

 

Das Gefühl, die Stimmung, die ich an schönen Herbsttagen im Rebberg erlebe – nach getaner Arbeit unter freiem Himmel den Hunger mit einem einheimischen, rustikalem Essen stillen und jenen Wein zu trinken, den wir ein oder zwei Jahre früher in diesem Weinberg gelesen haben – das wiederholt sich immer dann, wenn ich einen Blauburgunder aus dem Keller hole.

 

Heute zum Beispiel den „Marienfeld“ von Gian-Batistta von Tscharner aus dem Spitzenjahr 2005: Viel Frucht, leicht rauchig, würzig, kraftvoll, herrlich saftig, so, wie nur dieser Wein sein kann, weil nur er aus genau diesem Rebberg kommt und von diesem Winzer ausgebaut worden ist

.
Herzlich
Peter



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Published by Iris Rutz-Rudel - dans Weinrallye
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16 avril 2010 5 16 /04 /avril /2010 10:17

Als  Einstimmung auf die Weinrallye # 32 am Sonntag hier eine kleine Fotostrecke, die einen Teil der Stufen zeigt, die unser Pinot Noir vom Weinberg bis ins Glas nimmt:


clos du cure

 

hier wächst er, im Clos du Curé

 

Echelles-Pinots-neige

so sieht es dort im Winter manchmal  aus

 

Pinot-m-rz-09

ein Rebstock des Pinot nach dem Winterschnitt

 

Pinot-piquets

 

im Frühling, die Dauerbegrünung frisch gemäht

 

fleur-Pinot-1-juin-09

Blüte Pinot Noir

 

pinot-juin07

junge grüne Trauben

 

beau Pinot

kurz vor der Ernte Ende August

 

Pinot mur

überreif Mitte September

 

pinot 2008 décuvage

der erste Saft, frisch aus dem Gärtank beim Abstich

 

Pinot 2008

Fassprobe beim Ausbau

 

Farbproben 2007 Pinot

endlich im Glas

 

Pinot-embrase

 

ein Feuerwerk der Aromen:-).

 


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12 avril 2010 1 12 /04 /avril /2010 09:57

Langsam den Wein aussuchen, vielleicht ( à la Svetlana oder Robert ) etwas kochen oder gar ein Menü dazu planen, und für neue Teilnehmer mal auf die Facebook-Event-Seite schauen, wer sich schon dazu angemeldet hat (21 Teilnehmer zugesagt, 31 "vielleicht" - 46 haben keine Zeit oder keine Lust - andere warten noch mit ihrer Antwort -Freunde dazu einladen...


 

facebook event weinrallye Spätburgunder


Wie im Aufruf angekündigt, diesmal ist Beschaffungsstress keine zugelassene Ausrede - nicht mal für mich:-)!

 

Wie schon gesagt, es muss ja wirklich nicht gleich dieser Wein sein:-).

 

DRC2002.jpg

 

Ich freu mich auf Eure Beiträ!ge Und bis zum Sonntag bleibt ja auch noch genug Zeit, um die Information weiterzutragen, sagen, tweeten oder sogar per Brief zu versenden, damit dieWeinrallye in diesen ersten Frühlingstagen ein voller Erfolg für unsere Weinblogosphäre wird.


Wer sie noch nicht kennt, kann auf der Facebookseite auch die Links zu den Zusammenfassungen aller bisherigen 31 Weinrallyes aus 3 Jahren finden - da wünscht man sich schon fast einen grauen Winterabend zurück, so viel gibt es da zu entdecken - dafür meinen ganz herzlichen Dank an alle bisherigen Teilnehmer und natürlich an Thomas Lippert, der als Rallyevater das ganze auf den Weg gebracht und so meisterlich auf der Piste gehalten hat. Bei ihm natürlich auch wie immer die Spielregeln nachzulesen auf dem Winzerblog.

 


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5 avril 2010 1 05 /04 /avril /2010 10:35

weinrallye-200.jpgMein 3. Startschuss zur Weinrallye, deren Regeln man wie immer hier bei Thomas im Winzerblog findet.

 

Startschuss für die Beiträge auf Euren Blogs oder per Email an mich ist Sonntag, der 18. April 2010 ab Mitternacht.

 

Nach den Etiketten und den Winzerinnen, die meine ersten Rallyethemen waren, diesmal ein Thema, dass sich wieder mehr auf den Inhalt konzentriert, als auf die Verpackung oder den Hersteller - und um auch den letzten Stress von den zukünftigen Rallyeteiilnehmern zu nehmen und das oft aufgetretene Problem der Beschaffung als Hinderungsgrund für eine rechtzeitige Teilnahme auszuschließen, diesmal ein Thema, zu dem jeder etwas finden wird:

 

Pinot Noir - Spätburgunder

 

Vertreten in der ganzen Welt, auf allen Kontinenten, wird hier jeder Wein auf Basis dieser altehrwürdigen Rebsorte zugelassen.

 

Es muss ja  nicht unbedingt dieser sein, den verkoste ich auch nicht alle Tage:-).

 

 romanee-conti-2002.jpg

 

Aber ich bin sicher, alle Wein- und Foodblogger werden schon die passende Flasche in ihrem Keller (oder beim Weinhändler ihres Vertrauens) finden.

 

Und da uns die Rebsorte in Lisson auch nicht ganz unbekannt ist, gibt es bis dahin sicher auch noch den einen oder anderen Tip. In Lisson ist der "Spätburgunder" übrigens unsere frühreifste Sorte, mit der wir jedes Jahr die Ernte Ende August - Anfang September beginnen.

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20 février 2010 6 20 /02 /février /2010 17:25
weinrallye-200.jpgMathias Metze vom Blog socialwein hatte dieses interessante Thema für die 30.Weinrallye ausgerufen und die Frage: was ist eigentlich Naturwein? wurde so zum Thema der zahlreichen Teilnehmer, die pünktlich am Mittwoch ihre Kopie ablieferten.

Auch hier zeigte mein letzter Beitrag, dass ich mich schon etwas länger mit dem Thema beschäftige, schließlich ist vin naturel nicht nur unser Credo in Lisson, sondern in Fankreich eine ganze Bewegung, die zahlreiche Winzer, aber auch Weinhändler (auch und gerade online) und Weinbars umfasst und entsprechend in den Medien, auf Blogs und Foren heftig diskutiert wird.

Interessant fand ich übrigens, dass auch in Frankreich der Begriff "Vin Naturel" zunächst vor 100 Jahren beim Kampf der Weinbauern gegen die Verfälschung von Wein (Fraude) durch Aufzuckerung ein Thema war:

1wn17 vin naturel1907


Die Zahl der Veranstaltungen, auf denen Winzer der Naturweinbewegung ihre Weine vorstellen, nimmt von Jahr zu Jahr zu:

la remise photos index vinicircus2008 salon angevin soufre-det
salon vin nat vin-naturel-affiche Chassez-le-naturel

Manche vereinen Winzer aus ganz Frankreich, andere haben regionale Schwerpunkte - Loirewinzer, Winzer aus dem Languedoc-Roussillon, dem Elsass oder dem Beaujolais.

Viele sind inzwischen Mitglied in der Association des Vins Naturels (AVN), deren Manifest ich übersetzt habe. Zahlreich sind darunter natürlich auch Winzer, die schon einem der zertifizierten Bio- oder Biodynamik-Labels angehören (ECOCERT, DEMETER), aber der Verein nimmt eben durch sein System der Paten auch Winzer auf, die bewußt auf ein solches Label verzichten, oft, weil ihnen die bisher fehlende Kontrolle der Kellerarbeit und inzwischen die relativ kompromissbehafteten Entwürfe für ein Bio-Label im Keller zu lasch sind.

logo-bio


So schlägt die AVN ihren Mitgliedern eine Begrenzung des Schwefelzusatzes bei der Weinbereitung von maximal 30 mg/l für Rot- und Schaumweine vor, maxi 40 mg/l für Weißweine und 80 mg/l für halbtrockene und Süßweine. Es bleibt den Mitgliedern natürlich unbenommen, geringere Dosen zu verwenden oder ganz oder für Teile ihrer Weine auf zusätzliche Schwefelung zu verzichten, wie es einige ja bereits praktizieren.

Unsere Einstellung und Praxis zu diesem Thema Schwefelzusatz habe ich ja auch bereits ausführlich in einem früheren Artikel dargestellt.

Natürlich umfassen die Empfehlungen auch Handlese und den Verzicht auf künstliche Hefen, Umkehrosmose, Zuckerzusatz, Thermo-Vinifikation, Flash-Pasteurisierung und die anderen Techniken, die in den Entwürfen der europäischen Bioverbände wohl als Kompromis auch in die Statuten des Biolabels aufgenommen werden sollen.

Hier liegt wohl auch die Verbindung der "Terroiristen" zu den "Naturalisten" - denn gerade in der Diskussion um den Begriff des Terroirweines spielen diese Techniken eine große Rolle. Sie sind für AOC-Weine durchaus erlaubt, ob sie aber wirklich geeignet sind, den Einfluss des "Terroirs", das ja die Typizität einer Lage mit all ihren Einflussfaktoren (die auch vom Winzer im Weinberg mit bestimmt werden), im Keller dann zum Ausdruck kommen lassen, wird doch stark angezweifelt.

Und so gehören für mich Winzer wie Pierre Frick aus dem Elsass, Christophe Beau von der Domaine Beauthorey, Didier Barral aus Faugères oder Isabelle und Bruno Perraud aus dem Beaujolais zu meinen bevorzugten Produzenten - aber auch viele andere, die man auf den Veranstaltungen der Winzer der Vins Naturels findet.

Und auch wenn ich den Einwurf von Berhard Fiedler : "Wie in der Musik ist nämlich auch beim Wein manch eine Interpretation von klassischen Werken mit Originalinstrumenten schlicht und einfach miserabel. Und manche gefühlvolle Darbietung mit modernster Technik grandios und authentisch."

durchaus für ein gutes Bonmot halte, für das sich sicher auch Beispiele in der Praxis finden lassen, so schließe ich mich doch eher dieser Auffassung vom Mythopia Blog an:

"Welch ein Genuss, wenn ein Wein eine Geschichte erzählt, die sich nur durch den Wein und nicht durch Worte wiedergeben lässt. Wenn ein Wein endlich eine derart undurchdringliche Komplexität erreicht, dass selbst Experten nicht mehr das öde Klassifizieren von Himbeernoten, Reglise, Vanille, Honig über die Lippen bekommen. Wenn ein Wein wie ein Adagio cantabile sich in der Zeit entfaltet und erst im Nachklang ganz zu sich selbst gelangt."

"Wein aus Trauben und frischer Luft" - das erinnert mich an einen ersten Agronomen Frankreichs, Olivier des Serres : l'air, le soleil et le plant , das hatte er irgendwo in seinem berühmten Werk
Le theatre d'agriculture et mesnage des champs geschrieben. Die Idee ist also wirklich nicht so neu.

Und so reicht für mich also ein Bio-Label für meine Definition von Naturwein wirklich nicht aus - da muss ich schon mehr über die Kellerpraxis des Winzers wissen - und würde auch vor der Lektüre eines Rückenetiketts nicht zurückschrecken, das mir darüber Auskunft gibt.


Vielleicht ist es auch kein Zufall, wenn bei den Verkostungen für diese Weinrallye die Beschreibungen der Weine, die "nur" aufgrund eines solchen Labels gekauft wurden, oft doch ein wenig enttäuschend ausfielen - kein schlechter Wein, aber auch kein besonderer bleibender Eindruck
- während für mich die Beschreibung seiner Erfahrungen mit dem Clos des Martyrs aus dem Wallis bei Mathias Metze all das wiederspiegelt, was ich von der Begegnung mit einem Naturwein erwarte und von dem ich hoffe, dass es möglichst viele Weinliebhaber beim langsamen, genüsslichen Trinken eines Lissons-Weins erleben.

Und natürlich heißt das nicht, wie so oft polemisch bemerkt wird, dass der Winzer in diesem Prozess keine Rolle spielt - im Gegenteil, so wie man den Begriff Terroir nich auf eine geologische Bodenstruktur begrenzen kann, so ist auch Arbeit mit den Trauben und dem Wein im Keller durchaus ein vom Menschen gesteuerter Prozess, hinter dem auch immer ein Konzept steht - aber wer kann denn behaupten, dass der Mensch nicht zur Natur gehört?

en-musique

Vielleicht ist es aber auch deshalb so interessant, die Begegnung mit diesem Menschen zu suchen, um seine "Natur" zu verstehen und vielleicht ein wenig auch davon im Glas zu Hause wieder zu finden...





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Published by Iris Rutz-Rudel - dans Weinrallye
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12 février 2010 5 12 /02 /février /2010 17:34
weinrallye-200.jpgAls kleiner Vorgeschmack auf die nächste Weinrallye #30: Naturwein hier die schnelle Übersetzung der wohl ernsthaftesten Vereinigung von Winzern in Frankreich, ANV, die sich solche Weine auf hre Fahne geschrieben haben:

"AVN - was ist das ?

Der Verein wurde von einer Gruppe von Winzern gegründet, eher einer Bande von Freunden, die alle Weine nach strengen Prinzipien erarbeiten, nach den Kriterien des biologischen Anbaus, bio-dynamisch oder angenähert, und die fest entschlossen sind, diese Prinzipien auch bei der Kellerarbeit weiter zu verfolgen, indem sie die interventionistischen Methoden  der Önologie daraus verbannen, wie es ihnen ihr "geistiger Vater" Jules Chauvet so gut gezeigt hat.

Ohne jetzt unbedingt ein Verein der Weine ohne Schwefelzusatz zu sein, hat dieser Verein doch das Ziel, etwas mehr Klarheit über das  zu schaffen, was man so oft natürliche Weine oder natürliche Weinbereitung nennt, Begriffe, die zu oft nur als Modebegriffe benutzt werden und für alles herhalten müssen, während sie für uns einer recht präzisen Definition der Arbeit im Weinberg und im Keller entsprechen, aber vor allem auch einer globalen Ethik des Winzers.

Und darin liegt einer der Hauptunterschiede mit den Strukturen, die den biologischen Anbau reglementieren. Unser Verein nimmt einen Winzer nur auf, wenn er insgesamt unserer Philosophie folgt, im Weinberg, im Keller, in seinem Privatleben, in seinem Umgang mit Energiefragen, seinen Abfällen usw.... Wir wollen in der Tat keine Winzer, die ein paar Rebflächen in den Ebenen haben, gut bepflanzt, mit Bio-Zertifikat, gut vermarktet  - aber ihre engen, steilen  Hanglagen voll chemisch bearbeiten, mit zusätzlichen Nicht-Bio-Großabnehmern als Komplementärmarkt. Unsere Mitglieder haben aber auch ein Recht, nicht perfekt zu sein. Deshalb haben wir kein Pflichtenheft, sonder ein "Heft der Ideale", eine Art (Leit-)Faden der Ariadne. Und wenn ein Mitglied klar sagt, was er tut und warum, dann gibt es keinen Grund, warum er nicht zu uns zählen sollte, unter der Bedingung, dass er seine Imperfektionen begründet und versucht, sich in der Zukunft mit unserer Hilfe, wenn er will, weiter zu entwickeln. 


Die Statuten des Vereins sehen eine Patenschaft vor. Und da spielt der besondere Charakter unseres Vereins seine ganze Rolle: es geht nicht um Pflichtenhefte, um unzählige Formulare, die auszufüllen wären, endlosen Papierkram, sondern eine freundschaftliche Diskussion, mit einigen Flaschen des Kandidaten, mit den Erklärungen des Paten, damit der Vereinsvorstand seine Entscheidung treffen kann. Das bringt ein großes menschliches Element zurück ins Spiel, dass unsere Gesellschaft zu sehr vernachlässigt - es können sich dabei auch Irrtümer einschleichen, aber keine Profiteure. Denn unser neues Mitglied wird sich bei uns nicht wohl fühlen, wenn es nur wegen eines Labels gekommen ist (das im übrigen niemals existieren wird). 



Ein weiteres Ziel unseres Vereins ist es ebenfalls, Männer und Frauen aufzunehmen, die natürliche Weine vertreiben, Fachhändler, Restaurantbesitzer, Importeure, Weinkellner, aber auch private Weinliebhaber, die unsere Weine schätzen und die Bewegung unterstützen möchten (wir nennen sie die "Franc Buveurs"). Es handelt sich also ganz richtig um ein Netzwerk von "Freunden". Der Verein dient dazu, dem Konsumenten unsere Philosophie zu erklären, unsere Weine, unsere Unterschiede - sowohl durch die verschiedenen Ausstellungen,die uns versammeln, als auch durch unsere Internetseite, ein Editorial usw...

Ihnen allen zum Wohl

Christian Binner"

wen's interessiert: Vins Naturels sind ein großes Thema in Frankreich aber auch in anderen Ländern - hier - en vrac - noch eine kleine Linkliste zur Illustration:

http://www.blog-vinbionaturel.fr/2009/07/vins-sans-soufre-sulfites-so2/

http://www.morethanorganic.com/


http://www.vinsnaturels.fr/index.php


http://www.biodynamy.com/


http://www.laremise.info/

http://www.lesvinsnaturels.org/index.php

http://www.lesvinsnaturels.org/spip.php?rubrique17&debut_articles=10#pagination_articles


http://vinosnaturales.wordpress.com/


http://www.vinicircus.com/Exposants/Les-Vignerons.html

http://www.vigneron-champagne.com/index.php/2009/02/22/317-vinitaly-off-salon-vin-naturel-european-natural-wine-exhibition-villa-favorita

http://www.alicefeiring.com/feiringsquad/cat_looking_for_natural_wines.html

http://robertcamuto.net/?q=node/263


Viel Spaß, beim Lesen und rendez-vous am nächsten  Mittwoch bei der 30. Weinrallye!





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Published by Iris Rutz-Rudel - dans Weinrallye
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29 septembre 2009 2 29 /09 /septembre /2009 11:46
Wieder einmal ein eher originelles Thema von Thomas, dem Winzerblogger, für diese 27. Weinrallye: Wein von der Tankstelle - für ihn scheinbar einfach, für mich, aufgrund meiner geografischen Lage im Hinterland und der französischen Rechtsprechung in punkto Alkoholgesetzgebung aber wieder mal ein ziemliches Problem.


Das beginnt damit, dass ich inzwischen gut 25 km mit dem Auto fahren muss, um überhaupt eineBezinzapfsäule zu erreichen . Nach und nach haben in unserem Tal, im Hinterland des Hérault (Südfrankreich, Languedoc) alle kleinen Tankstellen geschlossen, die es vor 30 Jahren noch in jedem noch so kleinen Dorf, oft zusammen mit einer kleinen Reparaturwerkstatt, gab.


Über Jahre haben wir lieber ein paar Cent pro Liter mehr gezahlt, um uns diesen Service in der Nähe zu erhalten und auf das Volltanken beim Supermarktbesuch in einem der großen Einkaufszentren verzichtet, die inzwischen das Monopol auf Zapfsäulen haben. Genutzt hat es unserem letzten kleinen Tankwart/Garagisten im Nachbarort Mons la Trivalle wenig - eines Tages lagen auch in seiner Einfahrt dicke Autoreifen quer und signalisierten, dass die Zapfsäulen jetzt trocken bleiben würden.

Er war nur Pächter der Anlage, die auf europäische Sicherheits- und Umweltnormen hochgerüstet werden müsste und konnte sich diese Investition nicht leisten - und auch sein Vermieter war offensichtlich nicht daran interessiert. Für uns hier im dünn besiedelten Land ein großer Verlust - einen "Shop" hatte er zwar nie, die drei verstaubten Flaschen von der örtlichen Kooperative, die da hinter der Kasse vom grellen Sonnenlicht ausgebleicht wurden, waren wohl eher symbolisch gemeint - ich kann mir nicht vorstellen, dass viele davon zum Kauf angeregt hätten... aber wenigstens bekam man an 6 Tagen in der Woche zwischen 7 und 19 Uhr Benzin, Diesel und Fioul, also Heizöl, ohne gleich mehrere Liter auf der An- und Abfahrt zu vergeuden...


Die Öffnungszeiten zeigen schon, dass die Tankstellen hier nicht den gleichen Stellenwert als Einkaufsquelle haben, wie offensichtlich in Deutschland (und vielleicht auch in französischen Großstädten - da kenne ich mich nicht aus.) Zu diesen Zeiten kann man auch im örtlichen Lebensmittelladen oder beim Metzger einkaufen - selbst am Sonntag Morgen sind die geöffnet und bieten eine Auswahl von Flaschen und örtlichen BIB (bag-in box) Weinen an.


Wein bei unserem Metzger

Reich sortierte Läden an Tankstellen kenne ich nur von der Autobahn
, auf größeren Rastplätzen findet man dann auch die getrennt zugänglichen Pavillons, in denen regionale Spezialitäten - und auch häufig Wein der jeweiligen Region, angeboten werden.


Nun kaufe ich persönlich meinen Wein ja bekanntlich lieber direkt beim Winzer (auf Reisen beim Fachhändler:-), und bei überraschendem Besuch oder einer Einladung hilft mir natürlich der Gang in den eigenen Keller immer aus der Verlegenheit...von daher gehöre ich wohl nicht zur typischen Zielgruppe von Tankstellenshops, selbst wenn es sie in meiner Umgebung gäbe.

Aber es gibt sie hier eben auch nicht. Inzwischen muss ich notgedrungen die Zapfsäule einer Handelskette wie Intermarché oder Super-U nahe der nächsten Kleinstadt in Anspruch nehmen. Das bringt mich aber nicht dazu, in den dazugehörigen Märkten die Weinregale zu durchforsten, die um diese Jahreszeit mit ihren FAVs (foire au vin), den alljährlichen und auch  in den Foren, Blogs und allen Weinzeitschriften ausgiebig kommentierten Sonderangeboten (vom großen Bordeaux zum "Schnäppchenpreis" bis zum Billigwein unter 2 €) die Weinfans in Atem halten.

Diese Geiz ist geil Mentalität widerspricht nun mal meiner Grundeinstellung. Da "geize" ich lieber mit den gefahrenen Kilometern - Einkäufe von Frischwaren werden im Dorf gemacht - alle 6 Wochen gibt es dann die "Vorratstour" für lagerfähige Grundnahrungsmittel (bis auf Wein:-)...), da werden dann auch die Kanister für den Treibstoff für unsere landwirtschaftlichen Geräte (Kettenfahrzeug, Kettensäge, Motorsense und das Elektroagregat) gefüllt - der Autotank ist nur so alle  3 Monate dran, denn inzwischen haben wir im Schnitt nur 250 km pro Monat auf dem Tacho - unser kleiner Beitrag zum Energiesparen und zur Verringerung des CO2 Ausstoßes.


Also kein aktuell verkosteter Wein, der hier heute vorgestellt werden könnte. Aber noch ein kleiner Exkurs über die Auswirkungen der französischen Anti-Alkohol-Politik: Die Gesetzesvorlage der Regierung, die ein generelles Verbot des Verkaufs von alkoholischen Getränken in Tankstellenshops vorsah, ist zwar im März so radikal nicht angenommen worden, da war die Lobby - vor allem der regionalen Weinverbände, die diesen Verkauf vor allem entlang der Autobahnen als eine Vitrine für Touristen ansehen, dann doch zu stark - dafür wurde aber der Verkauf von alkoholischen Getränken zwischen 18 und 8 Uhr in den "stations service", wie sie hier heißen, verboten und mit einer angedrohten Strafe von 7.500 €, bei wiederholtem Verstoß bis zu einem Jahr Gefängnis, belegt.

Ob solche Strafen schon verhängt wurden, konnte ich im Netz nicht erforschen - eine Umfrage einer Auto-Zeitschrift unter 50 Verkaufsstellen soll eher eine negative Haltung der Tankstellenpächter zu Tage gebracht haben, die sich so einer ihrer bedeutendsten Einnahmequellen beraubt fühlen, auch wenn ein Zeitungsbericht aus dem Loiregebiet eher glauben lässt, dass es auch folgsamere Verkaufsstellen gibt.





Eine weitere Maßnahme, die dem Gelegenheitskauf eines tiefgekühlten Sixpacks oder einer kühlen Flasche Rosé für das Autobahnpicknick einen Riegel vorschieben soll, ist das generelle Verbot, auch zu anderen Öffnungszeiten alkoholische Getränke gekühlt zum Verkauf anzubieten. Die bekommt man also an der Tanke nur noch lauwarm - ob's hilft?

Immerhin habe ich zu diesem "Nichtbeitrag" im Sinne der von Thomas ausgebenenen Regel:

"Ich bitte euch also eine Tankstelle eurer Wahl aufzusuchen, dort irgend einen Wein zu erstehen, ihn zu verkosten. einzige Bedingung ist also, der Wein muß aus einer Tankstelle kommen, ansonsten gibt es keine weiteren Regeln."

noch ein Foto gefunden, aufgenommen auf einer Autobahnraststätte im Aude im Juni- eingeordnet in die Rubrik: Wein, den ich nicht gekauft habe - vielleicht gibt's ja mal eine Weinrallye: Wein und Sport!














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Published by Iris Rutz-Rudel - dans Weinrallye
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24 août 2009 1 24 /08 /août /2009 19:15
Tipps vom Weinhändler ist das Thema der heutigen Weinrallye, gestellt von GoToRio. Die genaue Aufgabenstellung war: "Bitte gehen Sie zum Weinhändler Ihres Vertrauens, legen ihm einen 10-Euro-Schein auf den Tisch und bitten um das nach seiner Meinung Beste, was er zu bieten hat, egal ob rot, weiß, rosé, prickelnd oder still."

Weine für unter 10 € kaufe ich eher selten und wenn, dann eher beim Winzer, aber ich hoffe, das ich deshalb nicht von der Rallyestrecke fliege:-).

Natürlich sehe ich die meisten Weinhändler in meiner Rolle als Winzerin – da geht’s dann oft leider eher um die Händlerpreise (die um 40 – 50% unter den ab Gut üblichen Endverbraucherpreisen zu liegen haben) – die habe ich nicht, was die Zahl der Händler, die meine Weine ins Sortiment nehmen, natürlich  auf ein paar Verrückte einschränkt, die dann ihre Kunden davon überzeugen müssen, meine unbekannten Weine ohne Parkerpunkte oder Erwähnung in den meisten angesagten Weinführern  auch bei niedrig kalkulierter Handelsspanne für deutlich über 30 € die Flasche zu erwerben.  Das verlangt Kenntnis (des Winzers und seiner Weine und des Geschmacks des Kunden) und Überzeugungskraft. Und das Vertrauen, dass der dann beim Trinken zu Hause glückliche Kunde nicht einfach bei Folgekäufen direkt beim Winzer vorstellig wird, der ja in meinem Fall über's Internet sehr leicht zu finden ist. So habe ich natürlich viel Verständnis für die Händler, die nicht zu meinen Kunden werden (vor allem, wenn sie das nach einer der auch üblichen Emailanfragen entscheiden, in denen sowieso nur nach dem Tarif gefragt wird).  Und viele haben auch Verständnis für meine Lage, wenn ich erkläre, dass ich bei meiner geringen Produktionsmenge von einigen Hundert Flaschen bei einem deutlich reduzierten Händlertarif meine Produktionskosten nicht mehr decken könnte und inzwischen auch meine Endverbraucherpreise nicht einfach drastisch erhöhen kann, da ich über einen klinen, aber treuen Stamm von Direktkunden verfüge...   Immerhin nimmt der eine oder andere dann ein paar Kisten für seinen eigenen Konsum mit – das freut mich dann wieder:-).

Wenn ich als Kundin zum Weinhändler komme, habe ich meist das Problem, dass ich auf Reisen mit beschränkten Gepäckkapazitäten bin, dann wird’s echt spannend, wenn ich frage: welche Flasche (oder welche 3 Flaschen maxi) würden Sie mir aus ihrem Sortiment empfehlen – Wenn der Mann (manchmal ja auch die Frau, aber das findet man seltener, warum eigentlich?) dann gut ist, versucht er erst mal, meine Vorlieben heraus zu finden.

Tut er das nicht und will mir gleich den leichten Sommerwein für weibliche Kunden andrehen, möglichst noch, indem er den günstigen Preis in den Vordergrund rückt, weiss ich schon, dass ich hier nicht fündig werde. Aber zum Glück ist mir das bisher nur sehr selten passiert - vermutlich meide ich instinktiv die Läden, in denen die Schnäppchen schon nahe am Eingang angehäuft sind - meist zeigt ein Blick in die Auslage ja auch schon ein wenig, worauf sich der Laden konzentriert.

Hervorragende Erfahrungen habe ich auf diese Art z.B. bei Marion Oberbossel in der Enotheka in Düsseldorf-Zoo gemacht (muss aber zugeben, dass die mich auch gut kannte, da sie auch schon Lisson Wein im Sortiment hatte).

Sie hatte mir damals unter anderem den Rosso N°13 vom Weingut Vignano in der Toscana empfohlen - einen Pinot, der noch aus den Tagen des Pioniers auf diesem Weingut, Fritz Croissant, stammte (der inzwischen vom Biowinzer zum Weinhändler an der Weinstraße umgesattelt hat).

Dieser biologisch an- und lange im Barrique ausgebaute Pinot Noir aus dem Jahrgang 1996



der mich bei der Verkostung 12 Jahre später in Lisson  sofort an Seelenverwandtschaft mit dem Winzer denken ließ, ist vermutlich im Handel nicht mehr erhältlich, ob die neuen Besitzer ähnliche Weine produzieren weiß ich leider nicht. Frankophile können meine Verkostungsnotizen auf dem Beitrag zur französischen Ausgabe der Weinrallye nachlesen.

Besonders schön war dann aber auch meine Erfahrung mit einem Cavistenb (dem französischen Pendant des deutschen Weinfachhändlers) in Paris. Hier handelt es sich um die "Cave du Panthéon", rue Saint Jacques im 5. Pariser Bezirk.

Hier kannte man mich nicht, ich konnte also wirklich unbefangen meine "Question test pour un caviste" - meine Testfrage an einen Weinhändler - nach der einen Flasche, die er mir empfehlen könne, stellen.

Als guter Profi versucht er also zunächst, meinen Geschmack zu sondieren. Auf die Frage nach dem Preisniveau kann ich nur antworten: unwichtig - für eine einzelne Flasche werde ich daraus kein Problem machen (gut, ich gebe zu, über 100 € hätte ich vielleicht gebremst, aber eine einzelne gute Flasche als Reisemitbringsel sollte mir doch so viel Wert sein, wie der Preis einer einzigen Nacht in einem Pariser Hotel.).

Ich versuche also, meine Erwartungen an den Wein zu definieren - was mir in der negativen Version immer leichter fällt:

Also nicht unbedingt ein sogenannter leicht trinkbarer Wein, kein Wein, der einfach nur Primärfrucht verströmt, auch nicht vom Holz erschlagen, kein technologischer stromlinienförmiger Wein, nicht "süffig" und eben kein sogenannter "weiblicher" Wein.

Ich bevorzuge Weine, die eine deutliche Struktur aufweisen, Weine, die man nicht einfach schluckt, sondern die man kauen kann, sie können ruhig ein wenig wild und ungezähmt sein - sollten die Tannine noch etwas kantig sein (ich trinke solche Weine aus Neugier leider oft zu jung), so stört mich das nicht zu sehr. Dabei habe ich keine spezielle Vorliebe für eine Rebsorte oder ein Herkunftsgebiet. Ach so, ja, es sollte diesmal ein Rotwein sein.

Der Cavist hört mir aufmerksam zu - und kommt wieder mit einer Flasche der Domaine Barral aus der Appellation Faugères.

Wer weiss, dass dieses in Frankreich sehr bekannte Bio-Weingut nur ca. 20 km südlich von Lisson liegt, ich den Winzer kenne und schätze und wir natürlich auch schon Wein getauscht haben, kann sich vorstellen, dass ich keinen Barral aus Paris mitgebracht habe - das hätte ja bedeutet,  Eulen nach Athen zu tragen. Aber als Beratung und mit den wenigen Auskünften, die ich ihm gegeben hatte, war das geschmacklich ein Volltreffer. 


Für die Flasche, die er mir anschließend als Ersatz empfahl (ein schöner, kräftiger Wein eines kleinen Winzers Côte Rôtie "Cordeloux" 2003 von  Marie und Pierre Benetière, habe ich ihm dann blind vertraut und es auch später beim Öffnen der Flasche zu Hause nicht bereut.




Auch hier handelt es sich um ein sehr kleines Weingut, 3 ha bei Condrieu - die ohne Chimie bearbeitet werden, die Weine mit den Rappen vergoren, Schwefel nur in kleinen Dosen zugesetzt - also auch hier spiegelt sich eine ähnliche Philisophie wie unsere in den Weinen wieder. Bezahlt habe ich vor 4 Jahren irgendetwas um die 35 € - da Côte Rotie Weine auch in Frankreich nicht zu den Billigweinen gehören, schien mir das Preis/Leistungsverhältnis mehr als angemessen.


Für mich zwei Beispiele von positiven Erfahrungen mit Weinhändlern, wie ich sie mir wünsche, als Winzer und als Kunde!

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Published by Iris Rutz-Rudel - dans Weinrallye
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