Overblog Suivre ce blog
Administration Créer mon blog
10 février 2010 3 10 /02 /février /2010 16:51
Damit sich meine Leser bei der überall in Europa herrschenden eisigen Kälte etwas aufwärmen können, nehme ich sie heute  mit einige Wochen zurück, wir folgen einem anderen, steinigen Pfad, der sich  ca. 10 km von Lisson entfernt von Saint Etienne d'Albagnan über das kleine Nest Cailho le haut (das obere) hinaufwindet zum alten Anwesen von Dausse, einigen von ihnen schon bekannt aus früheren Ausflügen, aus heißen Episoden und wärmenden Abenden

Schon bei unserer Ankunft zeigen uns die leichten Rauchwolken, die hier in die Luft steigen, dass der Secadou - das steinerne Kastanientrockenhäuschen - in Betrieb ist.
DSCF3942

Ein letzter Vorrat von Kirschkisten - die selben, wie die, in denen auch unsere Trauben jeden Herbst gerntet werden  -  mit Maronen, Esskastanien, die  in den letzten Wochen gesammelt und ausgelesen wurden, stehen auf dem Steg zur oberen Etage des Secadou bereit, um demnächst drinnen getrocknet zu werden.


DSCF3946

Ziel der Aktion: die Maronen ganz sanft zu trocknen - manchmal über Wochen, damit man sie anschließend, wenn auch die Aussenhäute abgepellt worden sind, die Kerne sehr lange lagern kann - entweder als Ganze, für Suppen und Ragouts, oder zu Kastanienmehl vermahlen, aus der sich köstliche Brote, Pfannkuchen, Crèpes und Kuchen backen lassen.

In der Luft hängt der charakteristische Geruch von brennendem Kastanienholz - denn natürlich ist das auch eine Ideale Verwendung für die Tonnen von totem Holz, die bei der Renovierung und Pflege von mehreren Hektar Kastanienwälder, die an den Hängen und auf den Terrassen rings um das Anwesen wachsen und überall, nach Größe und Brennwert geordnet die Wege säumen, bis sie zum haus geschafft werden.

Das Feuer muss im unteren Teil des Secadou klein gehalten werden, damit die Kastanien oberhalb der wie ein Holzrost gestalteten Decke nicht in Brand geraten, sondern im warmen Rauch langsam ihr überflüssiges Wasser verlieren und so sanft trocknen.  Wenn der Rauch die aus Metallgittern zusammengeschweißten Kästen durchzogen hat, entschwindet er durch das Dach in eleganten Schwaden in die klare Bergluft.


DSCF4023
das Feuer im Secadou muss ständig überwacht und gefüttert werden

Eine Geduldsarbeit, die einen langen Atem (und gesunde Lungen bei all dem Rauch) verlangt, der Rauch setzt sich in jede Pore - oft wird diese traditionelle Technik nicht mehr angewandt, aber sie paßt gut zu dem Riesen Fritz, ursprünglich aus Bayern und nach langen Umwegen seiner Berufstätigkeit in Nordafrika seit gut 15 Jahren hier ansässig. Gemeinsam mit Almuth, seiner Frau ist er Kastanienbauer und unermüdlicher Kultivator und Restaurator dieses Stück Lands - abseits aller ausgetretenen Pfade, hoch am Hang gelegen - mit wunderbarem Blick über das Tal und die bewaldeten Hügel Richtung Süden, zum Mittelmeer, aber oft auch fast in den Wolken oder gerade über der Schneegrenze, wenn bei uns in Lisson noch die Sonne scheint. Hier braucht man kräftige Arme und Beine - und einen eisernen Willen, um die vorgenommene Arbeit zu bewältigen.

DSCF4011



die Maronen in den Gitterkästen, die es ermöglichen, sie regelmäßig während des Trockenprozesses zu wenden.


DSCF4022


dabei kann man auch den Fortschritt der Trocknung gut überwachen.


DSCF4017


die Früchte verlieren ihre sanften Rundungen beim Trocknen, ohne jedoch verbrannt zu werden.

Am nächsten, frischen Morgen beohnt mich der Sonnenaufgang über den Berglinien gegenüber dafütr so früh aufgestanden zu sein, damit ich beim Sammeln der letzten Kastanien noch helfen kann.


DSCF4009


Ich folge Fritz mit Eimern, Kisten und Schubkarre auf die kleinen Terrassen, die von phantastischen Felsformationen gesäumt werden.


DSCF4037


und während einer wohl verdienten Pause lausche ich den Geschichten, die Fritz so gut und gerne über die Geschichte von Dausse, seine ehemaligen Bewohner und die Freuden und Leiden dieses einfachen , oft harten Lebens in einer märchenhaften, ja fast magischen Umgebung zu erzählen weiss.



DSCF4042


Wenn Sie eines Tages auch in die Geschichte und die Geheimnisse dieser fast verschwundenen Kultur eingeführt werden wollen, alles über die traditionelle Kultur und Verwertung der Kastanien erfahren wollen, sich Kopf und Geist vom frischen Wind durchwehen lassen möchten, während sie die atemberaubende Aussicht genießen und anschließend die köstlichen Crèpes aus Kastanienmehl mit Kastanienmarmelade, die Almuth für Besucher zubereitet, kosten wollen, verabreden sie einen Termin für den Besuch bei den Schwanns unter 0033(0)4 67 97 82 30 - es lohnt sich!

 

 

 

 

 

Repost 0
Published by Iris Rutz-Rudel - dans Strandgut
commenter cet article
4 février 2010 4 04 /02 /février /2010 14:10
Saubere Energie, das beschäftigt uns in Lisson ja schon lange. Immerhin wollten wir nie an das offizielle französische Stromnetz angeschlossen werden, das seit Jahrzehnten die zu 75% in Atomkraftwerken produzierte Energie so billig in alle Haushalte liefert.

Deshalb gab es schon zu Beginn dieses Blogs auch einen Artikel über Low Watt in Lisson, der unsere verschiedenen Versuche vorstellte, uns mit der wenigen Energie zu versorgen, die wir im täglichen Leben brauchen.


energie.jpg

Sonne und Wind waren dabei die bevorzugte Wahl - Wasser gibt es leider nur in unregelmäßigen Abständen - und dann oft so ungestühm, dass wir von einer Installation, die diese dritte Energiequelle nutz, abgesehen haben.

Die meiste Energie wird bei uns sowieso darauf verwandt, deren Verschwendung einzudämmen. Beleuchtung mit LED-Lampen, kein Kühlschrank (ja, das geht sogar im Süden Frankreichs!), statt dessen Fleisch und Milchprodukte frisch (und nicht unbedingt täglich) aus den kleinen lokalen Läden, Laptops, die direkt auf 12 /18 Volt laufen können.

Nur natürliche Temperaturkontrolle bei der Weinbereitung, keine energieaufwändigen Kühl- oder Heizmechanismen (unsere Spontanhefen aus Weinberg und Keller sind da gut trainiert), ein kühles Natursteingewölbe und kalte Winter sorgen für die notwendige Klärung der Weine während des Barriqueausbaus - dank der Nievauunterschiede im Haus benötigen wir keine Pumpen und können bis zur Abfüllung mit Schwerkraft arbeiten, wenn gepumpt werden muss, dann - wie hier illustriert - von Hand.

Und so blieb selbst das kleine Windrad, das wir vor Jahren hier gebraucht kauften, lange Zeit an seinem experimentellen Platz auf der alten Mauer vorm Haus.


Vorgestern an einem trockenen, windstillen Tag war es dann aber so weit: Klaus, der lange an der Entwicklung einer sicheren Befestigung für den Mast an einem unserer Kamine auf dem Dach gearbeitet und geschweisst hatte, konnte nun sein Werk mit dem Anbringen des Windrads krönen.

Windrad 10 Windrad 4

Da trohnt sie nun und wartet .... auf den Wind, aber der kommt sicher bald wieder!

Während wir darauf warten, hier die kleine Fotoreportage, die ich von diesem aufregenden Ereignis gemacht habe:

Windrad 13

auf das Bild klicken.



Repost 0
Published by Iris Rutz-Rudel - dans Strandgut
commenter cet article
4 janvier 2010 1 04 /01 /janvier /2010 07:12
Lange Pause im Winzertagebuch - der Dezember brachte Kellerarbeit, der Winterschnitt wollte wieder in Angriff genommen werden - und dann stand wieder die Winterreise nach Deutschland an,  diesmal über Weihnachten und Sylvester - also Tage voll Nostalgie, kulinarischer Wiederentdeckungen - von Grünkohl mit Mettwurst über Sauerbraten und Königsberger Klopse - Kartoffelsalat mit Würstchen am Heiligen Abend im Altenheim meiner Mutter - ganz wie früher zu Hause - Christsterne bis das wir abwinken - Weihnachtbaum schmücken -  Dinner for One - Sylvesterböller und dann kam da noch der Schnee...

ein kleines Kaleidoskop dieser erfüllten Tage hier:

Sylveste 2009 1




 
Repost 0
Published by Iris Rutz-Rudel - dans Strandgut
commenter cet article
10 novembre 2009 2 10 /11 /novembre /2009 17:26
Das war doch eine schöne Idee von Thomas vom Winzerblog, die daheimgebliebenen unter den Weinbloggern, die nicht an der zweiten Ausgabe der Europäischen Weinbloggerkonferenz in Lissabon teilnehmen konnten, mit einer echten, handgeschriebenen Postkarte zu beglücken.

Vinissimus hat seine schon vor ein paar Tagen bekommen, vermutlich liegt Österreich postalisch näher an Portugal als Frankreich - meine lag erst heute im Briefkasten am Weg nach Lisson:



#Pauli - Post aus Lissabon

wer wie ich erst einen kleinen Fussmarsch zum Briefkasten absolvieren muss, freut sich besonders, wenn der Weg nicht umsonst war!

Also danke, Thomas, und danke auch den Weinbloggerfreunden, die gleich mit unterschrieben haben - einige konnte ich entziffern, wie Amy Lillard von La Grammière, die ich hier schon einmal vorgestellt habe, oder Oscar Quevedo, engagierter (und ach so charmanter) junger Winzer aus dem Duoro, mit dem ich anläßlich unseres 1. Winzerbloggertreffens als OFF während der VINEXPO im Juni Bekanntschaft machte. Unbekannterweise aber auch an Pilar, winemaker aus Madrid und Andy aus New York, dessen Emailadresse ich leider nicht entziffern kann.

Ich glaube, ich werde diese schöne Idee von Thomas aufgreifen und in diesem Jahr zum Jahresende auch mal wieder "richtige" Post verschicken - eine passende Postkarte, von Klaus home-brew entworfen, haben wir auch schon.

Wer gerne eine hätte und noch nicht in unserem Kunden- und Freundes-Adressverzeichnis steht, kann sich hier im Kommentar anmelden - oder einfach eine Email mit seiner kompletten Postanschrift schicken - wie immer an

lisson at wanadoo.fr

ja, und wer mir eine ganz große Freude machen will und die Mühe nicht scheut, schickt vielleicht sogar eine Postkarte an Iris in Lisson F 34 390 Olargues - das kommt an, garantiert! Aber dann den Absender nicht vergessen.

Repost 0
Published by Iris Rutz-Rudel - dans Strandgut
commenter cet article
3 octobre 2009 6 03 /10 /octobre /2009 17:58
Pünktlich zum heutigen 3. Oktober fand ich in meinem Briefkasten Post von Kirstin Unruh und Sonja Graminski - aufmerksamen Lesern schon als Inhaberinnen der agence à la carte und Mitarbeiterin der weinsinnig weiblichen Seiten von vinifera bekannt.

Darin:

Das Rezept der Deutschen Einheit

Zutaten:

2 mittelgroße Länder                1 Packung Mut für neue Wege
1  Prise Geduld                           Etwas Zusammengehörigkeitsgefühl
1 Schuss Zuversicht              1 Dosis Verständnis
1 langer Atem                       Garnitur in schwarz-rot-gold nach Belieben


Zubereitung:

Die zwei Länder in eine große Schüssel geben und gut durchmischen. Die Prise Geduld und Zuversicht hinzugeben und mit dem Rührbeseb auf höchster Stufe unterrühren, Den langen Atem nach und nach dazugeben - Vorsicht, nicht  alles auf einmal, sonst klumpt es!

Separat eine Packung Mut für neue Wege mit dem Zusammengehörigkeitsgefühl und der großen Dosis Verständnis verquirlen. Die Masse mit viel Gefühl unter die Ländermischung heben.

Das Ganze mindestens 20 Jahre gehen lassen und zwischendurch immer wieder abschmecken. Mit viel Liebe auf großen Tellern anrichten und auf Wunsch schwarz-rot-gold garnieren.



Dabei lag noch ein Rezeptbüchlein mit 20 Rezepten aus Ost und West und der Tip, Verwandte, Freunde oder Kollegen einzuladen und den 3. Oktober 2009 kulinarisch zu genießen.

Nun, zum Freunde einladen war's zu spät, aber irgendwann werden sicher mal Soljanka oder Winzersupp ausprobiert - spätestens, wenn's wieder den guten Riesling von Harald gibt.



Heute bleibt's bei Bratkartoffeln mit Würstchen und scharfer Sauce - dazu ein paar Probeschlucke vom neuen Wein - tiefdunkelrot, fast halb durch die Gärung durch, also noch reichlich süß, aber schon mit den typischen Aromen des Mosts auf dem Weg zum Wein... à suivre.

Repost 0
Published by Iris Rutz-Rudel - dans Strandgut
commenter cet article
28 août 2009 5 28 /08 /août /2009 15:08
Mit diesem Suchbegriff bei Google scheint tatsächlich gestern jemand auf der Suche nach - ich interpretiere frei - Düsseldorf Altstadt auf diesem Blog gelandet zu sein.

Damit er nicht umsonst gekommen ist, hier der Link, der in meinem Blog hilfreich sein könnte: Der Artikel hieß: Weinbegegnungen und berichtete von einer sommerlichen Reise vor 2 Jahren (zum 80. Geburtstag meiner Mutter:-) - in meine Heimatstadt und einem Spaziergang durch die Altstadt, bei der auch der traditionelle Bierausschank vor dem Uerigen gezeigt wurde.

Vielleicht passt dazu auch noch der Bericht über den Düsseldorfer Karneval, mit der Verbindung von Brot und Wein, den es hier zu lesen gab.

Und um zu zeigen, wie schön die Rheinfront der Altstadt bei Nacht von der Oberkasseler Brücke aus gesehen ist, hier ein Schnappschuss, den ich nehmen konnte, als ich vor 14 Tagen nach Mitternacht angesichts der Ankündigung, dass die nächste Bahn über den Rhein erst in 42 Minuten kommen würde, beschloss, meinen Heimatfluss zu Fuss zu überqueren...







Repost 0
Published by Iris Rutz-Rudel - dans Strandgut
commenter cet article
9 juin 2009 2 09 /06 /juin /2009 16:35
Zwei Neuigkeiten von der Gesetzesfront, die in Frankreich in den letzten Tagen Klarheit nach mehr oder weniger langen Protestaktionen brachten, die auch in diesem Blog schon erwähnt wurden.

Zunächst die Rücknahme auf höchster Europaebene, der Verordnung, die die Fabrikation von Roséweinen als Mischsatz aus rotem und weißem Wein erlaubt hätte (darüber hatte ich hier berichtet).

Es triumphieren die Produzenten von traditionellen Roséweinen aus der Appellation Provence, die wenn man die Vorlage genauer studiert hätte, eigentlich nicht davon betroffen gewesen wären, da sie weiter ihre eigenen Qualitätsregeln hätten aufrecht erhalten können - und die vielleicht gut beraten gewesen wären, angesichts der drohenden Konkurrenz als Mischastz produzierter Billigweine, die ihnen plötzlich Angst machte, verstärkt auf die Besonderheit ihrer Roséfabrikation hinzuweisen und vielleicht auch striktere Regeln für die Weinbereitung nach dem viel zitierten "Ausbluten" - saigné von Rotweinmaischen aufzustellen. Eine Einschränkung des Gebrauchs von zugesetzten Aromahefen, künstlicher Säure, Enzymen oder all den anderen Mittelchen und Zusatzstoffen, die munter dazu beitragen, dass viele dieser Weine wirklich nur tiefstgekühlt mit Eis und sonnenbenebelt auf südlichen Terrassen genießbar sind, wäre der Qualität und dem Ruf dieser Weine sicherlich zuträglich gewesen. Die wenigen Ausnahmen, die man auf dem Markt findet, bestätigen nur die Regel.

Aber viel wichtiger für die französische Wein- und Winzerwelt ist die Entscheidung des französischen Senats, die von der Nationalversammlung vor einigen Wochen zugelassene und von den Prohibitionisten seitdem vehement bekämpfte Zulassung von Alkohol und damit auch Wein-Werbung und über schlichte Herkunftsbezeichnungen hinausgehende Kommunikation über unsere Weine im Internet jetzt doch zuzulassen.

Die drohende Zensur und Verbannung von Weinseiten im Netz, die durch das Loi Evin von 1991 entstanden war, ist somit vorerst vom Tisch. Weise Selbstbeschränkung der Produzenten und Vertreiber in Punkto Jugendschutz natürlich weiter vorausgesetzt.

Also auch Grund zur Freude für alle französischen Wein- und Winzerblogger - und als Fundstück zum Feiern möchte ich meinen Lesern nicht dieses schöne Bild vorenthalten, das ich heute Morgen auf dem Blog von Jacques Berthomeau, einem streitbaren Blogger für die Belange des französischen Weins als Kultur und Genussgut und die Kommunikationsfreiheit:



Es handelt sich um das Etikett eines Rotweins, mit dem Namen "Esprit du vent 2008 - Geist des Windes", der von der Winzergenossenschaft von Embre et Castelmaure in den Corbières, in Südfrankreich abgefüllt wurde.

Die fröhlichen älteren Damen haben vermutlich alle ihr Leben lang bei Wind und Wetter mit im Weinberg gestanden und empfehlen hier stolz den Wein, der aus ihrer Mitarbeit entstanden ist, als éternel antidépresseur - ewiges Antidepressionsmittel - Hausmittel, nur in Krisenzeiten zu verwenden...

« Was macht ihr mit dieser Flasche in der Hand? Wie, ihr trinkt noch Wein? Welche Schande! Schlechte Franzosen, Bürger zweiter Klasse! Wißt ihr es denn nicht ? Heutzutage stößt man doch mit Pillen an: Antidepressiva, Beruhigungsmittel... das ist jetzt die Mode! Es lebe das chemische Glück! Willkommen bei den neuen Moralisten, im engstirnigen, ängstlichen Land der Prohibitionisten, wo man am Flachbildschirm die Einheitsmeinung aufsaugt, wo man sich langweilt, aber mit 0 Risiko, wo man Angst vor allem hat, vor dem Leben,  dem Fleisch und der Lust. Es lebe die Abstinenz!

Also, nichts für ungut, die Herren Zensoren! Auf Ihre Gesundheit! Vermutlich hat die großzügige Natur an Sie gedacht, als sie uns 2008 diesen subversiven Saft geschenkt hat, diese "Droge ", fröhlich und frech, dieses antike Heilmittel der vorübergehenden Dummheit der Menschen, das ewige Antidepressivum..." 

In diesem Zusammenhang: kein Kommentar hinzuzufügen



 

Repost 0
Published by Iris Rutz-Rudel - dans Strandgut
commenter cet article
4 juin 2009 4 04 /06 /juin /2009 17:57
Laut Internetrecherche, publizierte Greepeace schon 2005 alamierende Resultate über die Pestizidbelastung von Tafeltrauben aus deutschen Supermärkten. Eine Meldung aus dem vergangenen Jahr greift das Thema mit aktuellen Analysen über Tafeltrauben aus der Türkei noch einmal auf.

Bekannt sind auch die Veröffentlichungen über Pestizidrückstände in vielen, aus konventionellem Anbau stammenden Weinen - ich hatte hier letztes Jahr im Artikel message on a bottle ausführlich darüber berichtet.

Eine Recherche bei Google mit den Stichworten Greenpeace Tafeltrauben Prozess heute ergab aber keinerlei Ergebnis. Also hat offensichtlich im deutschsprachigen Raum nach der Veröffentlichung der Meldungen niemand einen Prozess gegen den Verein angestrengt, der die Untersuchungen in Auftrag gegeben und veröffentlicht hat. Soweit ich mich erinnere, haben die betroffenen Supermärkte, in denen die beanstandeten Trauben eingekauft worden waren, anschließend strengere Kontrollen und Besserung im Interesse des Verbrauchers gelobt.

Anders in Frankreich, wo eine vergleichbare Studie über Tafeltrauben von dem Verein MDRGF (Mouvement pour le droit et le respect des générations futures) Bewegung für das Recht und den Respekt der kommenden Generationen - veröffentlicht wurde.

Diesem Verein droht heute ein Prozess, den der Dachverband der Produzenten von Tafeltrauben in Frankreich anstrengt und bei dem wegen Verleumdung eine Schadensersatzsumme von 500 000 € eingeklagt werden soll. Der Verein soll also so mit Hilfe der Justiz mundtot gemacht  und ruiniert werden.

Zum Glück regt sich eine unterstützende Bewegung , die auch eine Webseite ins Leben gerufen hat und mit einem ausführlichen Dossier über die fadenscheinigen Argumente der Prozessgegner berichtet und zur Solidarität mit dem MDRGD aufruft.



Mit einem Zitat von Voltaire "Das Recht, zu sagen und zu drucken, was wir denken, ist das Recht eines jeden freien Menschen, das man ihm nicht nehmen kann, ohne die schlimmste Tyrannei auszuüben"  Niemals werden wir dem Druck weichen!, ruft das Unterstützungskomitee zur Solidarität auf.

Andere Länder, andere Sitten - ich hoffe, dass meine französischen Winzerkollegen und ihre Fachverbände nie auf die Idee kommen werden, es ihren Kollegen von den Tafeltrauben gleich zu tun...

und natürlich, dass die französische Justiz sich nicht zum Komplizen einer solchen Aktion machen wird.


Repost 0
Published by Iris Rutz-Rudel - dans Strandgut
commenter cet article
29 avril 2009 3 29 /04 /avril /2009 12:19


Rosé - was mische ich mich da eigentlich ein? Schon seit Jahren wurde in Lisson kein Rosé mehr abgefüllt  (ja, es hat mal einen im Jahr 2000 gegeben - einen Rosé nach der Abstichmethode  (saigné) auf der Basis von Oeillade-Trauben, in der immer noch von vielen Kunden vermissten Serie der  Moulenty Weine,  der Wein ging weg wie warme Semmeln:-) - und natürlich der Rosé de Merlot der gleichen Jahrgangs, der sich nach 4 Jahren Ausbau im Barrique unter dem "voile" genannten Hefeschleier in unseren  Bel Hazard  verwandelt hat - einen sherry-artigen, trockenen Aperitifwein, den gibt's noch in einigen wenigen Exemplaren ...).

Und wir haben nicht genügend weiße Reben verteilt im Weinberg, als dass die gelegentliche Mischung der Trauben (Viognier, Roussanne, Chardonnay, Chenin und zwei Rebstöcke  petite Arvine) mit unseren Rotweincuvées sich auf die Farbe des Endprodukts auswirken könnte...

Bei uns in Lisson kommt eher selten Rosé auf den Tisch,  das hängt mit meinen Vorlieben für gehaltvollere Weine zusammen - und auch ganz praktisch mit der Tatsache, dass wir keinen Kühlschrank besitzen und so selten den Rosé auf eine Temperatur herunterkühlen können, bei der man seine doch häufig auftfallende Mittelmäßigkeit vergisst. .

Das hat mich aber nicht daran gehindert, die  sehr polemisch geführte Debatte über die anstehende Reform der europäischen Regelung für den Verschnitt von Rot und Weiß zu Rosé bei rosé Tafelweinen zu verfolgen, die hier die Presse in den letzten Wochen erhitzte und die inzwischen auch auf die deutsche Weinbloggerwelt übergeschwappt ist

Wieder einmal habe ich auf einer meiner Lieblingswebseiten einen interessanten Artikel zu der Rosé-Diskussion gefunden, der Nummer 16 von  Fureurs des Vivres - ein ganzer Monat ist dem Lamm gewidmet - dass ich auch eher rot als rosé bevorzuge...


geschrieben von  Mike Tommasi - den aufmerksame Leser dieses Blogs schon von seinem Gastbeitrag zur 17. Weinrallye über die neuen EU-Beitrittsländer kennen - Wahl-Provençale und engagiertes Sloow-Food-Mitglied,  hat er einen Beitrag unter dem schönen Titel  Agneau rosé ou vin de coupage - les moutons protestent, (rosa Lamm und Verschnittwein - die Schafe protestieren) geschrieben, den ich für nicht so frankphone Leser in meiner Übersetzung hier abdrucke.


Rosé als Verschnitt von weiß und rot

 

 Seit einigen Wochen gibt es große Aufregung, wegen des Vorschlags einer europäischen Regelung, die in einer völlig entstellten Weise in der traditionellen Presse verbreitet wurde, um danach von Bloggern aufgenommen zu werden, die wie die Schafe den Leithammeln gefolgt sind.

 

Alles ging von einer Pressemitteilung aus communiqué de presse , die inzwischen auf den neuesten Stand gebracht wurde, nachdem das Original zum Aufstand geführt hatte. Alle Welt protestierte gegen eine Reform, die noch gar nicht spruchreif ist und die nur Tafelweine betrifft  (ohne geografische oder Herkunftsbezeichnung), die es ermöglichen sollte, in Europa Rosé-Tafelweine durch Verschnitt von weißen und roten Tafelweinen herzustellen. Diese Praxis ist gegenwärtig durch die Regelung  1493-1999 Artikel 42 Paragraf 6, dessen typische Brüsseler Sprache ich wiedergebe : « Der Verschnitt eines Weins, der als weißer Tafelwein zugelassen wäre oder weißen Tafelweins mit einem Wein, der als roter Tafelwein zugelassenwerden könnte oder mit einen roten Tafelwein kann keinen Tafelwein produzieren. » Aber das OIV (Organisation Internationale de la Vigne et du Vin) erlaubt den Verschnitt, die Winzer außerhalb Europas unterliegen also nicht dieser Beschränkung und produzieren Rosé, indem sie weiß und rot mischen. Ziel der Reform war es also, die europäischen Produzenten in eine gleiche Wettbewerbsposition wie ihre Kollegen von außerhalb der Gemeinschaft zu bringen., was durchaus vernünftig erscheint.

 

Und wie steht es für die Appellationsweine, für unsere AOCs ? Die europäische Regelung hat nie den Verschnitt von Appellationsweinen untersagt, für die AOC Weine ändert sich also nichts! Es sind die Appellationen selbst, die auf ihrer Ebene das Verbot ausgesprochen haben, außer natürlich in der Champagne, wo große Roséweine erarbeitet werden, indem man Chardonnay und Pinot Noir verschneidet ; Champagne Tarlant Rosé Prestige Millésime 1998, « Rosé d'assemblage de vin blanc et vin rouge », oder auch Rosé Zéro,.

 

Da diese Reform also auf der Ebene der Appelationsweine gar nichts ändert, ist also in der Tat dieser ganze Lärm völlig überflüssig. Die Vertreter der Produzenten der Provence behaupten lautstark, dass der Verschnitt nur schlechte Weine ergeben könne, warum also ein solcher Aufstand wegen einiger Tafelweine, die nicht in der gleichen Kategorie  antreten, der der AOCs, wie es  Jacques Berthomeau so richtig in seinem blog sagt? Ist es die Furcht, das diese Produzenten von Tafelweinen « es genauso gut aber billiger machen» ? Das wäre auch nicht schwierig! Denn all das soll ja nur den Konsumenten von der Realität ablenken: bis auf einige Ausnahmen haben die Weine der Provence nie das Image des Qualitätsniveaus der Rhôneweine erreicht oder selbst das der Weine des Languedoc. Die Produktion ist weitestgehend (75%) auf Rosé von mittelmäßiger Qualität konzentriert, oft mit  Weinsäure angereichert, um einem Ausgangsmaterial ohne Rückgrat, den Kola-Weinen, die unter der Sommerhitze und mit den Zikaden drum herum angenehm sein können, die aber aus ihrem Strand-Kontext gelöst meist enttäuschen. Der Markt wird überschwemmt mit AOC gestempelten Gesöffen, wie zum Beispiel  L’Esquinade AOC Côtes de Provence für weniger als  3€ die Flasche im Supermarkt oder ein Coteaux d’Aix für 2,15€ bei Ooshop.com. Es dürfte nicht schwierig sein, einen besseren Tafelwein durch Verschnitt herzustellen!

 

Die Enttäuschung kann auch durch bekanntere Provence Weine erweckt werden, vor allem durch solche, die den skandalösen und offiziell zugelassenen, wirklich täuschenden  Label Classé verwenden, eine Angabe, die in keiner Beziehung zur Qualität des Weines steht und für die keine Kontrolle vorgesehen ist, die  ad vitam aeternam einem geschlossenen Kreis von Gütern vorbehalten ist. Also noch eine andere exemplarische Barriere für einen Verbesserung des Images der Provence Weine.

 

Also warum haben die Produzenten der vins de Provence so viel Lärm gemacht, bis hin zur Veröffentlichung auf ihrer Webseite, dieser täuschenden pétition anti-coupage ? Diese Petition beginnt in ihrem Vorwort mit einer Wiederholung der verfälschten Version der Reform: « La commission Européenne est en passe de lever l’interdiction de coupage des vins rouge et blanc pour faire un vin de couleur rose”, (Die europäische Kommission ist dabei, das Verbot für den Verschnitt von roten und weißen Weinen für die Produktion von rosé Weinen aufzuheben), ohne zu erwähnen, dass die Reform die  Appellationen der Provence überhaupt nicht betrifft, und sie schlagen dem unterzeichnenden Konsumenten vor « Ich engagiere mich, den Rosé zu verteidigen, dessen Qualität das Resultat bei der Weinbereitung ist und wehre mich dagegen, dass Rosé ein Verschnitt von Weinen sein kann. ». Es wird also der Eindruck erweckt, dass ein Verschnitt  kein Qualitätswein sein kann und dass der Provence-Wein in Gefahr ist. Aber wie viele Verbraucher wussten vor dieser Farce, dass Rosé nicht aus der Vermischung von zwei Weinfarben entsteht und wie viele wissen jetzt, dass der Rosé Champagner mehrheitlich durch Verschnitt hergestellt wird 

Schlimmer noch, die Organisation, die die drei provenzalischen Appelationen verteidigen will, will in die Regelung eine Anerkennung der Aufschriften auf den Etiketten  « rosé traditionnel » und « rosé par coupage » aufnehmen lassen, auf EU-Ebene eine fakultative Bezeichnung, die aber auf nationaler Ebene obligatorisch werden kann, wenn das entsprechende Land es wünscht (aber eben nicht in allen Ländern!). Wenn man weiß, dass die Konkurrenz aus anderen Ländern  (inklusiver der EU) dem nicht unterläge, könnte sich diese Waffe sehr gut gegen die Weine der Provence kehren, wie es Jacques Berthomeau zu bedenken gibt.

 

Der Wein der Provence ist wirklich bedroht, aber nicht durch die europäische Regelung ! Es genügt, dazu die empfindlichen Reaktionen der Verantwortlichen der lokalen Rosés om Artikel des Var Matin zu lesen. Es ist kaum zu glauben, aber niemand hat sich die Zeit genommen, den Inhalt der Reform zu lesen, obwohl der im Internet verfügbar ist, alle haben ganz impulsiv auf die von der Presse verbreitete Polemik reagiert. Fügen wir noch die Haltung des Landwirtschaftsministers hinzu, der, nachdem er positiv reagiert hatte, indem er den Reformvorschlag am 27. Januar unterzeichnet hatte ( ja, es sind unsere Minister, die die Regelungen des Rates unterzeichnen, nicht diese anonymen « Kommissare », von denen in der Presse immer die Rede ist...), schnell seine Meinung änderte und « Brüssel » einer großer Ungerechtigkeit anklagte!

 

Abschließend möchte ich betonen, dass ich die Rosés von Bandol (Domaine de Terrebrune, Domaine de la Tour du Bon, Domaine Tempier, La Suffrène, Pibarnon), den Tavel der Domaine de la Mordorée, den perlenden Rosé  der  Dupéré-Barrera, und einige andere Rosés der Provence liebe, die nicht als Verschnitt hergestellt werden, aber auch  den Champagne Rosé de saignée von Boulard, oder den hervorragenden Champagne Aubry Premier Cru à Jouy-lès-Reims Brut Rosé, ein Verschnitt, den ich bei einem Weinhändler der Gegend entdeckt habe, Impression de Vin in Sanary, oder noch den  Champagne Brut Rosé von Franck Pascal (saignée ? coupage ? auf jeden Fall gut !). Und es gibt sicher noch andere, die mir noch nicht begegnet sind …

 

Mike

 

Repost 0
Published by Iris Rutz-Rudel - dans Strandgut
commenter cet article
12 avril 2009 7 12 /04 /avril /2009 15:56
Regen über dem Tal, Schnee auf den Bergen am Col de Fonfroide, der heute seinen Namen wohl zu recht trägt  und die liegende Frau in den Wolken - Osterstimmung wird heute und morgen in Lisson wohl nicht mehr aufkommen. Und auch wenn wir Weihnachten nicht gerade auf dem Balkon verbracht haben, sind wir dieses Ostern doch noch dankbar für jedes glühende Holzstück (tison), das wir morgens noch im Ofen finden



Immerhin haben wir es geschafft, wie vor Monaten vorgenommen, die verpassten Weihnachtsplätzchen zwei Tage vor Ostern nachzuholen, natürlich wenigstens teilweise (sprich:2) in dem Anlass entspechender Form. Der Duft von Zimt und Tonka passte jedenfalls sehr gut zum herrschenden Klima...


Fröhliche Ostern!

Und während draußen die Apfelblüten weiter tapfer dem Regen trotzen,


verbringe ich meinen Osternachmittag Radio hörend und internettend neben unserem bullernden Holzofen. Habe ich schon mal erwähnt, dass trozt mittelmeerischen Klimas die Heizsaison in Lisson nach meinen Erfahrungen der letzten 30 Jahre durchaus von Oktober bis Mai dauern kann?

Da finden die Riesenmikados, die uns Sturm Klaus hinterlassen hatte und die ich inzwischen aus dem Weinberg geschleppt habe, durchaus noch eine sinnvolle Verwendung!

Repost 0
Published by Iris Rutz-Rudel - dans Strandgut
commenter cet article

Unser Blog soll Ihnen die Gelegenheit geben, rund ums Jahr an den aktuellen Arbeiten auf unserem kleinen Gut in Südfrankreich teilzunehmen. Unsere Webseite stellt uns zwar bereits in drei Sprachen vor, aber wie viele Webseiten, ist sie eher statisch aufgebaut. Ein Blog  (es gibt ihn schon in Französisch: hier) erlaubt hingegen, viel spontaner, aktueller und auch weitläufiger über das, was wir tun, was uns bewegt und wofür wir uns sonst noch interessieren, zu schreiben.

Begleiten Sie mich also auf dem Weg durchs Winzerjahr. Hinterlassen Sie Ihre Kommentare oder stellen Ihre Fragen, damit aus diesem Blog ein lebendiges Kommunikationsmittel wird.

Ihre Iris Rutz-Rudel


Im Blog Suchen

Schiefer Clos des Cédres

 

 
Diashow

 

lissondiary - in English

 

weinforum

 

Verkostung Vinisud Off:

Hors Piste

  banniere picasa


Die WinzerBlogger

 

  les vignerons blogueurs


Ältere Artikel

Blogfamilien

 
Locations of visitors to this page




Rauchen frei in meinem Blog

PageRank Actuel

expatriate 

Genussblogs.net - Alle Genussblogs auf einen Blick

Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de

Add to Technorati Favorites

Site Meter

Rate this Blog at Blogged

Neuere Artikel

Texte Libre

google-site-verification: google81639dde71d33424.html