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14 mai 2009 4 14 /05 /mai /2009 13:38
Der so gern besungene schöne Monat Mai zeigte sich in Frankreich in der letzten Woche eher von einer grauen Seite. Schade für die Feriengäste, die von den vielen Feiertagen dieses Monats profitieren wollten, um ein wenig Sonne zu tanken, aber vor allem für die Landwirte - und  zu denen gehröen ja auch die Winzer.

L
 Die Femme couchée, die normalerweise unseren Horizont in Lisson verschönt, versteckt sich in Wolken und Nebel.

Auf die stolz fotografierten ersten jungen Knospen folgten schnell bei den Kollegen die Fotos der Spritzgeräte, die Rezepte für alternative Spritzungen, alamiert von starken Regenfällen und den ersten  Vorwarnungen der Landwirtschaftskammern  über Krankheitsrisiken  (Mehltau und falscher Mehltau auf den Reben.

Glücklich waren die, die wie Samuel Megan von der Domaine Aloha, den ich zum ersten Mal anläßlich unseres  VINEXPO OFF events  im kommenden Monat persönlich treffen werde. Er hatte den richtigen Tag für die erste Spritzung mit Schwefelpuder erwischt. Schwieriger war es für die Kollegen in der Champagne, die ihre ersten Kontaktspritzmittel von Starkregen am nächsten Tag schon wieder abgewaschen sahen.  Zum ersten Mal wurde das auch ein Problem, über das sich die Kollegen aus dem sonst so priviligierten, weil oft eher zu trockenen  Roussillon, den Kopf zerbrechen mussten. Ob bei den Weinbauern aus der Winzergenossenschaft, wie die angeregte  Diskussion cbei  Jean-Paul Cournil vom vigneron blog zeigt, oder auch der Beitrag von Hérvé Bizeul, der in diesem Jahr besonders zufrieden ist, sich nicht mit einer Bio-Zertifizierung eingeschränkt zu haben und so auf besonders schwierigen Parzellen auf die vom integrierten Landbau zugelassen  Pestizide, die in die Zellen der Weinpflanzen eindringen und dort auch bei Regen aktiv gegen Angreifer bleiben, benutzen zu können, die sogenannten systemischen  (?) Mittel. 


Auch in Lisson hängen wir gebannt an der Wettervorhersage. Wenn die Reben Anfang April noch weit weniger frühreif waren und der Winter zu Ostern fast wieder kam , ein Winter, der für unseren Süden auch eher kalt  und vor allem lang war, so hatten die Reben Ende April doch den Rückstand fast wieder aufgeholt - und wegen der guten Wasserreserven in den Böden, wuchs ihnen langsam unsere  natürliche Dauerbegrünung über den Kopf.




An erster Stelle der to do Liste steht also jetzt bei uns das Sensen dieser grünen und blühenden Artenvielfalt. Also schnallt sich Klaus wieder die tragbare Motorsense um, sobald das Wetter es eben zuläßt.

Für die gegen den drohenden Mehltau  (Oidium)  dringend notwendige Puderung mit Schwefelpulver ist es im Moment nicht warm genug, da die Temperatur nach dem Ausbringen auf mindestans 23°C ansteigen sollte, damit er wirksam wird.

Wenn das sich bis zum Monatsende nicht ändert, werden wir vermutlich mit einem flüssigen Schwefelpräparat (wie Hélio-Soufre) arbeiten müssen, das dank zugestezten Pinienöls gut haftet und das man auch in Kombination mit einer schwach dosierten Kupferkalkbrühe gegen den falschen Mehltau (Mildiou) spritzen kann . Da gibt's dann wieder die blaue Hose:-).

Aber im Moment hynotisiert uns eben noch die Wetterseite von Meteo France , die immer noch für heute mögliche Gewitter vorhersagt - ehe dann morgen oder übermorgen endlich der von uns so geliebte Nodwestwind - die Tramontane  - kommen soll, die das Blattwerk trocknen könnte und uns schon so oft in unseren Hanglagen vor den drohenden Pilzkrankheiten gerettet hat. ..

Die Katastrophenmeldungen der Blogs und Zeitungen von gestern und heute, die Weinberge bedeckt mit Hagelkörnern, weiß, wie im Winter zeigen, der Boden bedeckt mit zerhackten Weintrieben, vom Medoc bis zum Beaujolais, beunruhigen uns alle. Wir fühlen mit unseren Kollegen, die jetzt schon einen großen Teil der Ernte 2009 verloren haben  und noch dabei sind, die langfristigen Schäden durch die Verletzung des Rebholzes zu evaluieren.

Da hilft nur Daumen drücken, dass die noch angekündigten Gewitterstürme an uns vorbeiziehen und uns nicht auch noch der Hagel trifft!



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Published by Iris Rutz-Rudel - dans Arbeit im Weinberg
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17 avril 2009 5 17 /04 /avril /2009 20:15
Nein, keine Besucher aus dem Prominentenverzeichnis im Weinberg, um diesen Titel zu rechtfertigen, aber eine noch unbeantwortete Frage, die sich mir aufdrängte, als ich die drei Reihen der Tafeltrauben hinter dem Haus sah, die ich mir immer für das Ende des Rebschnittes lasse. Wer ist wer? Irgendwo habe ich das auch schon eimal aufgeschrieben - blos wo? Und bevor sich die Trauben zeigen und ihre Farbe verraten, kann ich, um ehrlich zu sein, diese Reben nicht auseinander halten.

Aber gerade an den noch ungeschnittenen Rebreisern sind natürlich die Knospen schon am weitesten fortgeschritte - wesentlich weiter als an den schon zurückgeschnittenen Reben für den neuen Wein,  die mit ihrem kurzen Schnitt mit oft nur einem freien Auge oft gerade erst die Knospen etwas schwellen lassen und nur beim Chenin die ersten Blättchen entfalten.


Und während man an dieser Knospe eines Côt (Malbec) deutlich den Unterschied zum vergangenen Jahr sieht  der Jahrgang 2008 war Mitte April viel weiter fortgeschritten . Da wir heuer einen viel längeren und auch in der Durchschnittstemperatur kühleren Winter hatten als 2007/2008, hat der Austrieb beim Wein gut 10 bis 14 Tage Verspätung.

Und so sind es eben die Esstrauben: Muscats d'Hambourg, Chasselats, Muscats d'Alexandrie und Muscat à petit grain und die anderen, die ich eben erst später wieder werde benennen können, die ihre ersten, lichtdurchfluteten Blättchen entfalten, jeder auf seine ganz spezielle Art - seinen eigenen Farbnuancen.




Hier also ein Mosaik aus den letzten Tagen. Côt in der Mitte, rechts oben Mourvèdre, kein Frühstarter, und unten links der absolute Frühstarter und Sprinter: eine alte Rebe, die unter der Gartenmauer als wilde Liane wächst und sich unbeschnitten jedes Jahr weiter an einem Feigenbaum hochrankt - nie gespritz - immer bei bester Gesundheit und mit unzähligen Trauben im Herbst, die wir den Vögeln überlassen - bei ihr sieht man sogar schon die ersten kleinen Traubenstände...

Und während  dessen arbeiten Bienen und Hummeln aller Art, begleitet von leichtflügeligen Schmetterlingen, die mir immer aus dem Bild fliegen, an den Blüten der Obstbäume und des Flieders, der seinen Duft ums Haus herum verströmt.



Und unsere Freunde, die Marienkäfer  (garantiert einheimischer Herkunft) , die unseren Wein noch nicht mit Fehltönen bedrohen, sind auch wieder zur Stelle, um sich der ersten Blattläuse anzunehmen.  



Uns morgen werde ich mich wohl zum letzten Mal mit der elektrischen Rebschehre bewaffnen, um auch in den Tafeltrauben aufzuräumen...




... ehe es dann wohl kontinuierlich weiter geht mit dem Entfernen der Geiztriebe, dem Säubern der Rebstöcke, dem Hochheben der ersten Drähte, den ersten Durchgängen mit der Sense, um das sprießende Gras knapp zu halten, usw. usw. ... bis zur Ernte gibt es kaum Leerlauf für den Winzer... mal sehen, was das Jahr uns bringt!

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14 mars 2009 6 14 /03 /mars /2009 19:17
so heißt eine alte Winzerweisheit. Und auch in diesem Jahr findet wohl zumindest der große Endspurt beim Rebschnitt wieder im März statt.



Ob oben im Clos du Curé, beim Pinot Noir


oder hinterm Haus im Mourvèdre

Es geht zügig voran, seit sich der Winter wohl endgültig verabschiedet hat und die laue Frühlingsluft die Arbeit mit der Rebschere wieder zum Vergnügen macht.

Eile ist aber auch angesagt, denn selbst wenn die Reben, im Gegensatz zum vorigen Jahr, noch nicht weinen, so ist die Natur bei Flora und Fauna doch schon wieder für einen Neustart bereit.



Da muss ich mir jetzt wohl ein Beispiel an den fleißigen Bienchen nehmen, die seit ein paar Tagen von der ersten Obstblüte profitieren und etwas hurtiger von Rebstock zu Rebstock eilen...


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25 février 2009 3 25 /02 /février /2009 17:57
Seit ein paar Tagen macht uns das Wetter endlich wieder richtig Freude, kaum Wind, strahlend blauer Himmel, wärmende Sonne und schon wird der Rebschnitt zum wahren Vergnügen!

Bei meinem französischen Winzerkollegen  Marc Dalbavie habe ich eine schöne Beschreibung dieser Stimmung gefunden, die ich meinen Lesern nicht vorenthalten möchte:

"C'est un travail non pas stimulant... mais communiant...! On ne participe à aucune excitation... mais, chaque geste et sa répétition nous plonge dans une méditation où l'air frais qui nous caresse, nous place dans un bien-être indescriptible. L'idéal serait d'emprisonner ces sensations dans les fruits que l'on vendange. Comment faire?"

"Diese Arbeit ist nicht so sehr stimulierend als vielmehr ... eine Kommunion...! Es ist nichts Aufregendes daran... aber jede Gheste  und ihre Wiederholung läßt uns in eine Meditation eintauchen, bei der die frische Luft uns streichelt, uns ins einen Zustand unbeschreiblichen Wohlbefindens versetzt. Es wäre ideal, wenn man dies Gefühl in die Frucht einschließen könnte, die man ernten wird. Aber wie?"

Am ersten schönen Tag nach den doch sehr langen und stürmisch verregneten Wintertagen, hatte mich diese Atmosphäre so erfrischt und beglückt, dass noch genug Energie übrig war, um mir den Rücken auf einem Spaziergang rund um den gesamten Weinberg zu entspannen. Das späte Nachmittagslicht ließ den Schiefer auf meinen Weg leuchten, jeder Stein ein kleines Universum. Ich habe daraus eine kleine Diashow zusammengestellt, die man sieht, wenn man auf das Bild unten klickt.



Bei dieser Gelegenheit konnte ich auch noch einmal die Schäden begutachten, die die Windböen von über 130 kmh beim letzten Sturm verursacht haben. Auch wenn die Weinstöcke selber um diese Jahreszeit auch Strumböen gut abkönnen, weil die nackten Triebe dem Wind keine Angriffsfläche  bieten. Das ist im Frühjahr und Sommer, wenn die jungen Triebe belaubt und noch recht zerbrechlich sind, wesentlich gefährlicher.

Gelitten haben allerdings unsere individuellen Stützpfähle aus Kastanienholz, die wir vor fast 20 Jahren für die Rebsorten gesetzt haben, die einen Ankerpunkt für ihre biegsamen Triebe benötigen.  Also vor allem Pinot, Merlot und petit Verdot. Über den Mourvèdre habe ich ja schon berichtet, dass er die glückliche Eigenschaft von "selbsttragenden" Trieben hat, die es erlauben, nach einiger Zeit ganz auf Stützpfähle zu verzichten.  Diese  ehemals 2,5m langen Stützpfähle, die nach der langen Zeit im Boden auch teilweise in der Erde verrottet sind,  da wir sie nur leicht im Feuer geschwärzt und nicht mit irgendwelchen chemischen Substanzen impregniert haben, haben dem Sturm nicht stand gehalten und an einigen Stellen sieht es nun so aus,  als hätte ein Riese im Weinberg Mikado gespielt...




Also noch ein wenig mehr Arbeit auf dem Programm...




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4 octobre 2008 6 04 /10 /octobre /2008 18:06
Es ist wieder einmal geschafft: wie haben die letzten Trauben dieses Jahrgangs, vor 4 Tagen geerntet die in den letzten Wochen endlich von einem traumhaften Herbstwetter mit zwar kühlen Nächsten, aber sonnigen, trockenen Tagen profitierten.

Wie üblich handelte es sich um unsere Rebsorte  Mourvèdre, eine spätreife Sorte, die eine lange, trockene Nachsaison mit viel Sonnenschein benötigt, um ihre volle Reife zu erlangen.

Und nach drei Nächten, in denen wir nun wieder ruhiger schlafen konnten als in den Wochen davor, finde ich auch wieder die Ruhe und Muße, über die Ernte 2008 zu berichten.

Selbst wenn sich im Weinberg wie in der Natur kein Jahrgang gleicht, so war 2008 doch ein merkwürdiges Jahr.  Man konnte das ganze Jahr über die Klagen der französischen Winzer lesen (mit Ausnahme derjenigen des Roussillon - das diesmal durch sein extrem trockenes Klima eine Sondrstellung hatte)   die Wechselhaftigkeit und die Kapriolen des Wetters stellten alle auf eine harte Probe.

Und selbst wenn bei uns im Hinterland des Hérault der Beginn der Saison weniger nass und durchtränkt war, als in Bordeaux oder der Champagne, auch wenn wir nicht unter Frost zu leiden hatten, wie im Westen Frankreichs, so war das Klima im Frühling doch feuchter und kühler als normal, was die Blüte teilweise behinderte und bei vielen Rebsorten zu starkem Verrieseln führte.  Daraus resultierten weniger kompakte Trauben, da sich nicht alle Beeren ausbilden konnten - Nachteil: eine geringere Erntemenge - Vorteil: eine bessere Durchlüftung der Trauben, also bei scglechten Witterungsbedingungen geringeres Fäulnisrisiko.

In allen Weinbauregionen Frankreichs war allerdings in diesem Jahr der falsche Mehltau (Perenospona) allgegenwärtig, der durch Regen und anschließend andauernde Durchfeuchtung der Blattzonen gefördert wird. Wir konnten auch bei uns auftretende Herde durch eine Kupferkalkspritzung   im Juli stoppen. Die Pilzkrankheit vernichtete allerding doch   einige Traubengescheine, die im unteren Bereich der Hanglagen  nicht vom sonst in unserem Weinberg üblichen Mikroklima profitierten,  also weniger schnell abtrocknen konnten. Die gute Exponierung in Bezug auf Wind und Sonne am Hang erlaubt es uns normalerweise, das Risiko einzugehen, nur sehr selten zu Kontaktspritzmitteln zu greifen (die immer nur aus Kupferkalk und Schwefel bestehen - da aber auch Kupfer im Boden nur schlecht abgebaut werden kann, versuchen wir, jährlich nicht mehr als maximal 2 kg Kupfer pro Hektar zum Einsatz zu  bringen).  Resultat dieses Problems: da unsere Reben durch den rigorös kurzen Rebschnitt eh nur wenige Trauben tragen, sorgte der zusätzliche Ausfall dazu, dass ein Ausdünnen der Trauben durch die sogenannte "Grünernte", die wir manchmal im Sommer durchführen, nicht notwendig war.

Im Endeffekt erholte sich aber das Weinlaub sehr gut von dem ersten Befall und die Reben entwickelten weiter ein gesundes Wachstum mit viel Grün bis zur Ernte, das wieder eine gute Reife ermöglichte. Regen, der auf unseren kargen Hängen im Sommer sonst eigentlich von Zeit zu Zeit sehr willkommen ist, wenn er nicht zu heftig und weiträumig verteilt fällt, gab es auch weiter im Sommer, zum Glück aber immer gefolgt von kräftigem Nord-Westwind. Da unsere Böden durch ihre natürliche Dauerbegrünung gut vor Erosion geschützt sind, hatten wir keine Schäden - nur etwas mehr Arbeit als sonst, um die Weinstöcke mehrmals durch sorgfältigen Einsatz der Motorsense vor einer zu starken Konkurrenz unserer zahlreichen Kräutern zu schützen, die zwar auch den Reichtum der Lagen ausmachen, bei Gängen durch die Rebzeilen ihren würzigen Duft verbreiten, aber eben auch nicht überhand nehmen sollten.

Wir hatten Glück mit dem Hagel, der im Gebiet von Faugères (30 km Luftlinie) 300 ha kurz vor der Ernte vernichtete. Die Pinottrauben, die wie alle anderen Sorten zunächst einen Entwicklungsrückstand von 10 bis 14 Tagen im Vergleich zum Vorjahr aufwiesen, holten diesen im Laufe des Sommers auf und waren fast zur gleichen Zeit wie sonst erntebereit (Anfang September).

Auch die anderen Rebsorten (die zwei Cabernetsorten, Côt, Merlot und petit Verdot) lagen nach dem schönen Wetter ab 5. September mit ihren Erntedaten in der dritten und der vierten Septemberwoche durchaus im Durchschnitt vergangener Jahre.  Leider hatten hier einige traubenhungrige Dachse den Weg unter dem Elekrozaun hindurch gefunden und richteten doch erheblichen Schaden an. Zum Glück erwiesen sich die Zäune aber als wildschweinfest, so dass diese großen Schädlinge diesmal ihren Frust nur auf den Wegen und in den umliegenden Terrassen austoben konnten - was sie auch ausgiebig taten...

Die einzige Rebsorte, auf die wir in diesem Jahr länger warteten (und aufgrund des guten Wetters auch ruhig warten konnten, siehe oben), war der Mourvèdre. Und so war er es, der am meisten von Sonnnenschein und angenehm kühleren Nächten der letzten drei Wochen profitierte. Die Trauben, die nun im Tank eingemaischt sind, waren von exemplarischer Gesundheit und der Saft, der nach unserer Mostwaage potentielle 15° Alkohol aufwies, wird bald von seinen natürlichen Hefen gesteuert in Gärung treten....

Insgesamt war es ruhig im Weinberg während dieser großräumig verteilten Erntetage 2008. Wir hatten uns dafür entschieden, in ganz kleiner Besetzung zu ernten - zu zweit - da in diesem Jahr zu keinem Zeitpunkt eine besondere Eile aufgrund von Schlechtwetterprognosen geboten war, die sonst oft der Grund sind, die "Hilfstruppen" zu rufen.

Das hat den Vorteil, dass ich die Arbeit der Traubenauslese, die sonst oft erst vor dem Einmaischen im Keller abläuft, diesmal direkt im Weinberg vornehmen konnte, ohne ernst neuen oder unerfahreneren Erntehelfern erklären zu müssen, woran man eine "gute" von einer "schlechten" Traube unterscheidet.  (Normalerweise gebe ich die Devise aus: was man nicht ins "Kröpfchen" tun wollte, sollte man auch nicht ins "Töpfchen" werfen).  Oft haben unsere Helfer angesichts der sowieso meist schon so geringen Erntemengen Skrupel, nicht ganz einwandfreie Trauben einfach zu Boden zu werfen und lange Reihen für einen Eimer oder eine Kiste abzulaufen.

Also diesmal keine zusätzliche Auslese " sur table" wie ich ihn im letzten Jahr beim Pinot durchführen musste.

Beim  Ablauf unserer Handlese in den kleinen 12 kg fassenden Kisten ist der Transport hinunter zum Haus mit dem Rampi-Car (unserer kleinen, handgesteuerten Kettenraupe) immer eine kleine Reise. Der Blick auf die Landschaft und über die Täler ist eine willkommene Erholung, wenn man beim Traubenschneiden mal den Rücken dehnen muss und entschädigt für einige Schmerzen (die Erde  liegt tief  - la terre est basse - wie die Bauern hier sagen - und unsere in ca 35 cm vom Boden geformten Rebstöcke liegen scheinbar noch tiefer...). Für die entsprechenden Bilder kann ich jetzt schon auf die Archive aus drei Jahren Blog von Lisson verweisen. In über 180 Artikeln erzählen sie von unserer Arbeit, unseren Problemen und Freuden und erlauben es, auch die Ernten seit 2005 zurück zu verfolgen.

Die Artikel über die Weinernten der Jahrgänge   2005 und 2007 findet man in der Kategorie : im Weinberg in der linken Spalte dieses Blogs. 

Eine kleine Diaschau mit Bildern der Weinernte 2008 finden sie   hier.


sie können auf das Bild klicken, um es größer zu sehen

Aber doch noch ein Bild zum Abschluss - ich habe es an dem Nachmittag aufgenommen, an dem ich alleine den petit Verdot im Clos des Cèdres geerntet hatte - und versprochen, ich werde auch die Geschichte von dem ganz speziellen Erholungsspaziergang, der mich auf diesen fantastischen Aussichtspunt führte, nachliefern!




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23 août 2008 6 23 /08 /août /2008 16:36
Auch wenn ich immer schon das berühmte Blau von 'Yves Klein bewundert habe

© Yves Klein, ADAGP, Paris

das nach ihren eigenen Aussagen auch die Drei inspiriert hat, die seit einigen Jahren als  Blue Men Group auf Tournée gehen und das Publikum mit verrückten Instrumenten in ihren Bann ziehen, die mich stark an unsere Rückenmaschine für die Weinbergsprizungen erinnern:


so muss ich doch sagen, dass ich nie wirklich glücklich bin, wenn es sich nicht mehr vermeiden lässt, diese Farbe auch in unserem Weinberg auszubringen. Das heisst dann nämlich, dass die Pilzkrankheiten wie Mildiou (falscher Mehltau) und Oidium (Mehltau) die Pflanzen zu stark gefährden, um weiter unserem Prinzip des Nicht-Spritzens zu folgen, mit dem wir schon weit über die Praxis offiziell kontrollierter Bio-Betriebe hinausgehen - von anderen Schulen den klassischeren Weinbaus, wie integrierter oder naturnaher, oder der noch am weitesten verbreiteten konventionellen Chemiemethode gar nicht erst zu reden.



Und so musste dann am 16 Juli mein blue man  Klaus doch noch einmal ausrücken, um die blaue Mischung aus  Kupferkalk und Schwefel auszubringen. Obwohl diese Mittel weniger agressiv sind, als die systemischen Spritzmittel, die seit Beginn der Wachstumssaison hier alle 11 bis 15 Tage von den anderen Weinbauern ausgebracht werden, schütz er sich dabei auch lieber mit einem Helm Marke Eigenbau mit Filter, eingebauter Lüftung (und MPs-Player) gegen den Sprühnebel.


Eigenbauschutzhelm

Aufbruch mit Spritzmaterial

Die blaue Farbe färbt dabei auch nach und nach Hemdrücken und Hose - Schuld daran bin ich, da ich mit meinen 1 Meter 60 leider zu klein bin, um alle paar Minuten den Tank der Rückenmaschine im fliegenden Wechsel mit einem Eimer neu zu füllen, ohne ausgiebig zu kleckern.

Auch die Tonne auf dem Rampi-Car, in der wir das Wasser für die jedesmal frisch angerührte Mischung ins Gelände transportieren, ist blau... Da aber auch mit diesem wendigen Gerät längst nicht alle Terrassen zugänglich sind, steht am Ende immer der Transport zu Fuss mit dem 10 L Eimer, um den Tank nachzufüllen, ohne dass der Sprayer noch zusätzlich laufen oder die Maschine jedesmal absetzen, ausschalten, anwerfen und mit Füllgewicht wieder auf den Rücken wuchten muss.


blaue Hose

Die Kupfermenge, die wir in diesem Jahr insgesamt in unserem Weinberg ausgebracht haben, beträgt ungefähr 2 kg/ha - damit bleiben wir schon weit unter den im 3 jährigen Mittel erlaubten 6 kg/ha, die inzwischen europaweit in den meisten Pflichtenheften des Bioanbaus angestrebt werden. Da Kupfer ein Element ist, dass sich im Boden anreichert und schwer abbaubar ist, ziehen wir es vor, dieses Risiko einzugehen - und bezahlen diese Risikobereitschaft natürlich auch in manchen Jahren durch Mengenverlust bei den Trauben, wenn der falsche Mehltau, der Blätter und Trauben  angreift, besonders stark präsent ist.

Zum Glück helfen uns andere Massnahmen, wie der strenge Schnitt unserer Reben, der zu dichter Vegetation vorbeugt, die gute Durchlüftung durch die Hanglage, Laubarbeiten, wenn nötig und ein Verzicht auf künstliche Düngung und kontrollierte Dauerbegrünung, das Risiko einzudämmen
.

In diesem Jahr waren die klimatischen Verhältnisse allerdings mit feucht-kühlem Frühjahr, spätem und instabilem Sommerwetter und häufigen Gewittern nicht sehr vorteilhaft und so kam es leider bei einigen Rebsorten zu starker Verrieselung bei der Blüte und wir verloren auch Traubenansätze durch eine frühe Mildiou-Attacke - es wird also 2008 nicht nötig sein, die Ertragsmenge durch eine Grünernte vorzeitig noch zu verringern!

Und jetzt noch eine echte Blue-Man Groupe Musik:


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Published by Iris Rutz-Rudel - dans Arbeit im Weinberg
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19 juillet 2008 6 19 /07 /juillet /2008 18:42
Wie bei den Winzer-Kollegen überall in Europa ist die jetzt angebrochene Ferienzeit auch in Lisson keine Erholungspause.

Auch wenn wir inzwischen schon seit einigen Wochen unter der durchgängigen Hitze zu leiden haben, während in nördlicheren Gefilden Frankreichs große Gewitterfronten die Bauern und Winzer noch in Angst und Schrecken versetzten, hat uns der feuchte Monate Mai neben den willkommenen Wasserreserven in den Böden und für unsere Quelle auch ein gerüttelt Maß an zusätzlicher Arbeit gebracht.

Da, wo in anderen Jahren mit ein wenig Glück ein Durchgang mit der Motorsense im richtigen Augenblick ausreichte, um unseren Reben die notwendige Luft inmitten ihrer Dauerbegrünung zu verschaffen, ist Klaus mit dem am Halfter getragenen Gerät mittlerweile schon beim zweiten Durchgang.   Parzellen, die Ende April pünktlich vor der Blüte  schon gesäubert waren, mussten im Juni/Juli noch einmal geschnitten werden, da sie aussahen, als habe man vorher nichts gemacht... Und während die Vegetation sich in der Sonne entfaltete und die Wärme mithalf, die ersten kleinen Mildiou-Spuren hier und da zu stoppen, schmolzen die Winzer bei jedem Arbeitsgang an den Hängen ein bischen mehr zusammen, mit Flüssigkeitsverlusten von 2 bis 3 Litern/Kilos, wie die Personenwage bei der abendlichen Kontrolle bewies.




Aber jetzt ist das Wichtigste erledigt


vorher et nachher



  Auch der Clos des Cèdres liegt wieder sauber unter der Sonne


im Vordergrund der Merlot, voll im Saft:


Natürlich gibt es noch einiges an Feinarbeit an den Stöcken sowie das Aufbinden an den Stützpfählen zu beenden, wie hier auf unserer höchsten Terrasse des Clos du Curé mit dem Pinot:


Der Senser wird zufrieden sein, bald auf seine Schutzkleidung, die ihn in eine Art Michelinmännchen verwandelt, verzichten zu können. Sie ist aber unbedingt notwendig, um Verletzungen durch Steinchen und Holzstücke zu vermeiden, die von der Motorsense regelmäßig mit hoher Durchschlagskraft aufgewirbelt werden:



und die Winzerin kann sich dann vielleicht irgendwann auch mal wieder ihrer dringend notwendigen Maniküre widmen:




Noch sind aber nicht alle Reben mit der vorbeugenden Mischung aus Kupferkalk und Schwefel gespritzt, eine weiterer mühsamer Arbeitsvorgang, von dem ich demnächst berichten werde.




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12 juin 2008 4 12 /06 /juin /2008 18:28

Unsere tapferen Rebstöcke sind fleißig gewachsen in den letzten Wochen - vor allem der Mourvèdre hat schon Triebe, die mir weit über den Kopf wachsen - was allerdings bei meine 160 cm Körpergröße auch nicht schwer fällt. Der Regen, der Ende Mai /Anfang Juni ausgiebig fiel, hat ihnen sehr gut getan, außer in den  kurzen Schrecksekunden an einem Gewitterabend, als man das charakteristische Trommeln einiger Hagelkörner draußen hörte und alle den Atem anhielten, konnte ich sie dieses Jahr  geradezu vor Vergnügen jubeln hören.


Insgesamt ist sind die Reben in ihrer Entwicklungen nicht besonders frühreif, bei dem eher kühlen Frühling dieses Jahres auch kein Wunder - im Vergleich zum letzten Jahr kann ich eher eine Verspätung von 8 bis 10 Tagen konstatieren. Die Blüte ist in Gang, bei einigen Sorten beginnt sie auch gerade erst. Aber allen geht es gut, sie stehen aufrecht, alleine oder in der Drahterziehung, ohne jedes Krankheitszeichen und mit einem schönen Fruchtaustrieb.


Heute, nach einem letzten Gewitter am gestrigen Abend, das aber eher im Kreis um uns herumwanderte und nur wenig Regen auf uns fallen ließ, freuen sich die Reben über die wieder einsetzende Tramontane, unsere Variante des Mistral, die ihnen ein gesundes Klima, ohne Feuchtigkeit und schwühle Hitze, die Pilzkrankheiten Vorschub leisten könnten, beschert. Davon können meine Winzerkollegen in anderen Klimazonen Frankreichs und weniger gesegneten ventilierten Hanglagen, wie in Bordeaux oder in der Champagne, leider wieder nur träumen.


Ich wünsche Ihnen allen endlich ein Wetter, das der Saison entspricht und stabil bleibt, das es ihnen erlaubt, die Schäden zu begrenzen, die durch das katastrophale Wetter schon entstanden sind:  in Form von Hagel und Dauerregen auf durchtränkten, schweren Böden mit den daraus folgenden Gefahren von echtem und falschem Mehltau und kaum Möglichkeit, entsprechend rechtzeitig dagegen anzukämpfen. Ob sie nun klassisch, integriert-umweltschonend, bio oder dynamisch arbeiten, jeder ist doch mit Herzblut bei der Arbeit und verdient langsam etwas mehr himmlichen Beistand.


Solidarität besonderer Art kann ich momentan täglich im Weinberg beobachten: 

 



ob das nun die Triebe sind, die sich zusammenschließen, um mehr Unterstützung zu finden


manchmal in engen, fast intimen Umarmungen


um sich gegen die Kraft des Windes zu verteidigen



oder ob es die blühenden Büsche zwischen den Terrassen sind, die nicht nur mich mit Anblick und Duft erfreuen, wenn ich im Gelände arbeite, sondern die auch als Unterschlupf und Nahrungsquelle für so viele nützliche  Insekten dienen, die sich hier bedienen.  



ob das nun die wilden Rosen an den Wegrändern sind


die duftenden Ginstersträucher an den Mauerrändern



oder meine Lieblinge, die betörend duftenden Blüten des Geissblatts, von denen ich sicher schon einmal erzählt habe, wie sehr es mich überrascht und berührt hat, ihr Aroma in den jungen Mourvèdreweinen wieder zu finden, während des erstens Ausbaujahrs im Barrique....

Zwischen den Rebreihen wächst eine wahre Blumenwiese, unsere natürliche Dauerbegrünung, die wir nach und nach absensen.


Es tut fast in der Seele weh, so viel Schönheit zu zerstören - ich rette bei jedem Rundgang kleine Wildblumensträuße, als Erinnerung. 




Aber ich weiß ja, dass die Reben es uns danken werden, wenn sie rechtzeitig von diesem Teppich befreit werden, der immer das Risiko birgt, bei feuchter Wärme ein pilzförderndes Mikroklima zu erzeugen - also dürfen sie hier nicht überhand nehmen. Wir werden sie auf jeden Fall im nächsten Jahr alle wieder sehen, es überleben immer noch genug Samen, dazu gibt es ja auch noch die Mehrjährigen und Pflanzen, die von den Wurzeln aus wieder wachsen  werden, die sie manchmal bis in 2 m 50 Tiefe aussenden, wie die   echium vulgare, die man ganz links im Strauß erkennt.

Und mit etwas Glück entdecken wir auch manchmal andere Nützlinge, die in diesm Biotope zusammenleben.




kleine, die man auch in jedem blühenden Garten beobachten kann, die tagsüber ausschwärmen, um Nektar und Pollen zu sammeln und dabei die Blüten zu bestäuben.


und andere, die ein geheimeres nächtliches Leben führen, wie diese Kröte, bufo bufo, die als Vertilger von Insekten und kleinen Nacktschnecken besonders wertvoll ist. 



oder ihr natürlicher Feind, die Natter (Zornnatter?), die sich um kleine Nager, Eidechsen und Käfer, Weinbergsschnecken und manchmal auch kleine Vögel kümmert -




und manchmal auch für Herrn Bufo interessiert, der sein Bestes gibt, um den Angreifer mutig in die Flucht zu schlagen. 




Aber diesmal haben wir sie getrennt getroffen und die Natter erlaubte mir sogar, ein Portraitfoto von ihr zu schießen, ohne jedes Problem, bevor sie sich in eleganten Windungen wieder in gedeckteres Gebiet davonschlängelte.

Wie sie sehen, bin ich niemals alleine im Weinberg - und all diese pflanzlichen und tierischen Mitbewohner tragen auf ihre Weise dazu bei, das ökologische Gleichgewicht unserer Umwelt zu erhalten und so die besten Voraussetzungen für ein gesundes Wachstum und Leben unserer Reben und damit einen ausgewogenen Wein zu schaffen.

Auch wenn mir klar ist, dass wir für die anderen eher zu den Eindringlingen zählen, glaube ich doch, sie hätten schlimmere Invasoren ihres Territoriums bekommen können...


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28 avril 2008 1 28 /04 /avril /2008 16:26

Erinnern Sie sich noch an die kleine Knospe des Cot (oder Malbec) vom Anfang des Monats?

 

Knapp 4 Wochen später hat sich daraus ein schöner Trieb entwickelt, an dem sich nicht nur die Blätter entfalten, sondern auch die kleinen Traubenstände schon deutlich zu erkennen sind.

 

Hier als Diashow ein Zwischenbericht:

 

 

 

 

Die Sorte gehört zu denen, die sehr früh ausschlagen (ungefähr zur gleichen Zeit, wie unser Pinot Noir) und dann ca.14 Tage nach dem Pinot auch ihre Reife erreicht. Wir verwenden sie für unsere Cuvée Les Échelles de Lisson, in der sie mit den beiden Cabernetsorten, dem Merlot und dem petit Verdot assembliert wird.

Nach Möglichkeit werden alle Sorten gemeinsam vergoren - wobei der Côt so etwas wie den Starter (pied de cuve) für die anderen, später reifen Sorten abgibt, gefolgt vom Merlot, Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon und schließlich dem
petit Verdot, der als letzter reift.


 

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17 avril 2008 4 17 /04 /avril /2008 19:21
Nach dem Pumpen im Keller tut der Gang in den Weinberg bei strahlendem Sonnenschein wieder besonders gut. Während ich auf dem Weg nach oben schon viele Pausen mache, um die ersten überzähligen Knospen von den Stöcken zu streifen, die trotz eines rigorösen Winterschnitts sonst die Zahl der Triebe im Sommer durch unerwünschte Seitensprosse an den Stämmen und vor allem im Fußbereich der Reben zu stark erhöhen würden, ist Klaus schon wieder in voller Rüstung bereit, den von nun an andauerndern Kampf um die Eindämmung der Wuchskraft unserer natürlichen Dauerbegrünung aufzunehmen.

Eine Tätigkeit, bei der man sich gut gegen den Flug von kleinen Steinen und Holzstückchen schützen muss, bei der er also nicht gerade einem entspannten Spaziergänger ähnelt.


Polster an den Schienbeinen, feste Hosen und dicke Handschuhe, der Helm mit Visier über der Schutzbrille und die Ohrenschützer sind da Pflicht und machen deutlich, warum die Arbeit bei steigenden Temperaturen immer beschwerlicher werden wird...

Es ist auch nicht angeraten, in der Nähe zu arbeiten, denn die Geschosse, die die Motorsense aufwirbeln kann, fliegen leicht schon einmal 10 bis 15 Meter und können auch aus dieser Entfernung noch erheblich weh tun.

So legte ich schnell eine sichere Distanz zwischen uns und stieg in die auch vom Geräuschpegel her ruhigeren Höhen des Pinot auf.

Unterwegs blühen jetzt auch an den Wegen und in den Mauern die roten Spornblumen (Centhrantus ruber), die hierzulande poetisch Lila d'Espagne (spanischer Flieder) heißt. Sie werden uns bis in den Herbst begleiten und sind gern gesehene Gäste für Insekten und Schmetterlinge.



In den Terrassen der Echelles de Lisson schmücken noch vereinzelt alte Ranken die Drähte der Verspannung, les vrilles auf Französisch und bilden kleine Skulpturen, die an die Kraft erinnern, mit der sich die Triebe der Reben im Sommer hier festkrallen werden.




Eine alte Sichel, die irgendwann im Gelände vergessen wurde, erinnert an die Zeit vor der Erfindung der Motorsense:



Nach ein paar Stunden treiben mich Hunger und einsetzende Müdigkeit  hinunter zum Haus - die Motorsense ist nicht mehr zu hören - aber Klaus hat ganze Arbeit geleistet: die Weinstöcke hinterm Haus recken ihre Arme freudig dem Himmel entgegen.



Diese Methode ist zwar etwas mühsamer, als ein Durchgang mit der Giftspritze und in feuchten Jahren auch öfter zu wiederholen, aber zumindest findet man so keine Unkrautvernichtungsmittel als Rückstände in Boden, Pflanzen und Wein!

Sollten wir nach dem eher trockenen Winter einen feuchten Sommer bekommen, muss das Ganze natürlich noch ein- bis zweimal wiederholt werden .... das Jahr wird's zeigen.




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Published by Iris Rutz-Rudel - dans Arbeit im Weinberg
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