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3 octobre 2009 6 03 /10 /octobre /2009 17:58
Pünktlich zum heutigen 3. Oktober fand ich in meinem Briefkasten Post von Kirstin Unruh und Sonja Graminski - aufmerksamen Lesern schon als Inhaberinnen der agence à la carte und Mitarbeiterin der weinsinnig weiblichen Seiten von vinifera bekannt.

Darin:

Das Rezept der Deutschen Einheit

Zutaten:

2 mittelgroße Länder                1 Packung Mut für neue Wege
1  Prise Geduld                           Etwas Zusammengehörigkeitsgefühl
1 Schuss Zuversicht              1 Dosis Verständnis
1 langer Atem                       Garnitur in schwarz-rot-gold nach Belieben


Zubereitung:

Die zwei Länder in eine große Schüssel geben und gut durchmischen. Die Prise Geduld und Zuversicht hinzugeben und mit dem Rührbeseb auf höchster Stufe unterrühren, Den langen Atem nach und nach dazugeben - Vorsicht, nicht  alles auf einmal, sonst klumpt es!

Separat eine Packung Mut für neue Wege mit dem Zusammengehörigkeitsgefühl und der großen Dosis Verständnis verquirlen. Die Masse mit viel Gefühl unter die Ländermischung heben.

Das Ganze mindestens 20 Jahre gehen lassen und zwischendurch immer wieder abschmecken. Mit viel Liebe auf großen Tellern anrichten und auf Wunsch schwarz-rot-gold garnieren.



Dabei lag noch ein Rezeptbüchlein mit 20 Rezepten aus Ost und West und der Tip, Verwandte, Freunde oder Kollegen einzuladen und den 3. Oktober 2009 kulinarisch zu genießen.

Nun, zum Freunde einladen war's zu spät, aber irgendwann werden sicher mal Soljanka oder Winzersupp ausprobiert - spätestens, wenn's wieder den guten Riesling von Harald gibt.



Heute bleibt's bei Bratkartoffeln mit Würstchen und scharfer Sauce - dazu ein paar Probeschlucke vom neuen Wein - tiefdunkelrot, fast halb durch die Gärung durch, also noch reichlich süß, aber schon mit den typischen Aromen des Mosts auf dem Weg zum Wein... à suivre.

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Published by Iris Rutz-Rudel - dans Strandgut
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29 septembre 2009 2 29 /09 /septembre /2009 11:46
Wieder einmal ein eher originelles Thema von Thomas, dem Winzerblogger, für diese 27. Weinrallye: Wein von der Tankstelle - für ihn scheinbar einfach, für mich, aufgrund meiner geografischen Lage im Hinterland und der französischen Rechtsprechung in punkto Alkoholgesetzgebung aber wieder mal ein ziemliches Problem.


Das beginnt damit, dass ich inzwischen gut 25 km mit dem Auto fahren muss, um überhaupt eineBezinzapfsäule zu erreichen . Nach und nach haben in unserem Tal, im Hinterland des Hérault (Südfrankreich, Languedoc) alle kleinen Tankstellen geschlossen, die es vor 30 Jahren noch in jedem noch so kleinen Dorf, oft zusammen mit einer kleinen Reparaturwerkstatt, gab.


Über Jahre haben wir lieber ein paar Cent pro Liter mehr gezahlt, um uns diesen Service in der Nähe zu erhalten und auf das Volltanken beim Supermarktbesuch in einem der großen Einkaufszentren verzichtet, die inzwischen das Monopol auf Zapfsäulen haben. Genutzt hat es unserem letzten kleinen Tankwart/Garagisten im Nachbarort Mons la Trivalle wenig - eines Tages lagen auch in seiner Einfahrt dicke Autoreifen quer und signalisierten, dass die Zapfsäulen jetzt trocken bleiben würden.

Er war nur Pächter der Anlage, die auf europäische Sicherheits- und Umweltnormen hochgerüstet werden müsste und konnte sich diese Investition nicht leisten - und auch sein Vermieter war offensichtlich nicht daran interessiert. Für uns hier im dünn besiedelten Land ein großer Verlust - einen "Shop" hatte er zwar nie, die drei verstaubten Flaschen von der örtlichen Kooperative, die da hinter der Kasse vom grellen Sonnenlicht ausgebleicht wurden, waren wohl eher symbolisch gemeint - ich kann mir nicht vorstellen, dass viele davon zum Kauf angeregt hätten... aber wenigstens bekam man an 6 Tagen in der Woche zwischen 7 und 19 Uhr Benzin, Diesel und Fioul, also Heizöl, ohne gleich mehrere Liter auf der An- und Abfahrt zu vergeuden...


Die Öffnungszeiten zeigen schon, dass die Tankstellen hier nicht den gleichen Stellenwert als Einkaufsquelle haben, wie offensichtlich in Deutschland (und vielleicht auch in französischen Großstädten - da kenne ich mich nicht aus.) Zu diesen Zeiten kann man auch im örtlichen Lebensmittelladen oder beim Metzger einkaufen - selbst am Sonntag Morgen sind die geöffnet und bieten eine Auswahl von Flaschen und örtlichen BIB (bag-in box) Weinen an.


Wein bei unserem Metzger

Reich sortierte Läden an Tankstellen kenne ich nur von der Autobahn
, auf größeren Rastplätzen findet man dann auch die getrennt zugänglichen Pavillons, in denen regionale Spezialitäten - und auch häufig Wein der jeweiligen Region, angeboten werden.


Nun kaufe ich persönlich meinen Wein ja bekanntlich lieber direkt beim Winzer (auf Reisen beim Fachhändler:-), und bei überraschendem Besuch oder einer Einladung hilft mir natürlich der Gang in den eigenen Keller immer aus der Verlegenheit...von daher gehöre ich wohl nicht zur typischen Zielgruppe von Tankstellenshops, selbst wenn es sie in meiner Umgebung gäbe.

Aber es gibt sie hier eben auch nicht. Inzwischen muss ich notgedrungen die Zapfsäule einer Handelskette wie Intermarché oder Super-U nahe der nächsten Kleinstadt in Anspruch nehmen. Das bringt mich aber nicht dazu, in den dazugehörigen Märkten die Weinregale zu durchforsten, die um diese Jahreszeit mit ihren FAVs (foire au vin), den alljährlichen und auch  in den Foren, Blogs und allen Weinzeitschriften ausgiebig kommentierten Sonderangeboten (vom großen Bordeaux zum "Schnäppchenpreis" bis zum Billigwein unter 2 €) die Weinfans in Atem halten.

Diese Geiz ist geil Mentalität widerspricht nun mal meiner Grundeinstellung. Da "geize" ich lieber mit den gefahrenen Kilometern - Einkäufe von Frischwaren werden im Dorf gemacht - alle 6 Wochen gibt es dann die "Vorratstour" für lagerfähige Grundnahrungsmittel (bis auf Wein:-)...), da werden dann auch die Kanister für den Treibstoff für unsere landwirtschaftlichen Geräte (Kettenfahrzeug, Kettensäge, Motorsense und das Elektroagregat) gefüllt - der Autotank ist nur so alle  3 Monate dran, denn inzwischen haben wir im Schnitt nur 250 km pro Monat auf dem Tacho - unser kleiner Beitrag zum Energiesparen und zur Verringerung des CO2 Ausstoßes.


Also kein aktuell verkosteter Wein, der hier heute vorgestellt werden könnte. Aber noch ein kleiner Exkurs über die Auswirkungen der französischen Anti-Alkohol-Politik: Die Gesetzesvorlage der Regierung, die ein generelles Verbot des Verkaufs von alkoholischen Getränken in Tankstellenshops vorsah, ist zwar im März so radikal nicht angenommen worden, da war die Lobby - vor allem der regionalen Weinverbände, die diesen Verkauf vor allem entlang der Autobahnen als eine Vitrine für Touristen ansehen, dann doch zu stark - dafür wurde aber der Verkauf von alkoholischen Getränken zwischen 18 und 8 Uhr in den "stations service", wie sie hier heißen, verboten und mit einer angedrohten Strafe von 7.500 €, bei wiederholtem Verstoß bis zu einem Jahr Gefängnis, belegt.

Ob solche Strafen schon verhängt wurden, konnte ich im Netz nicht erforschen - eine Umfrage einer Auto-Zeitschrift unter 50 Verkaufsstellen soll eher eine negative Haltung der Tankstellenpächter zu Tage gebracht haben, die sich so einer ihrer bedeutendsten Einnahmequellen beraubt fühlen, auch wenn ein Zeitungsbericht aus dem Loiregebiet eher glauben lässt, dass es auch folgsamere Verkaufsstellen gibt.





Eine weitere Maßnahme, die dem Gelegenheitskauf eines tiefgekühlten Sixpacks oder einer kühlen Flasche Rosé für das Autobahnpicknick einen Riegel vorschieben soll, ist das generelle Verbot, auch zu anderen Öffnungszeiten alkoholische Getränke gekühlt zum Verkauf anzubieten. Die bekommt man also an der Tanke nur noch lauwarm - ob's hilft?

Immerhin habe ich zu diesem "Nichtbeitrag" im Sinne der von Thomas ausgebenenen Regel:

"Ich bitte euch also eine Tankstelle eurer Wahl aufzusuchen, dort irgend einen Wein zu erstehen, ihn zu verkosten. einzige Bedingung ist also, der Wein muß aus einer Tankstelle kommen, ansonsten gibt es keine weiteren Regeln."

noch ein Foto gefunden, aufgenommen auf einer Autobahnraststätte im Aude im Juni- eingeordnet in die Rubrik: Wein, den ich nicht gekauft habe - vielleicht gibt's ja mal eine Weinrallye: Wein und Sport!














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Published by Iris Rutz-Rudel - dans Weinrallye
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28 août 2009 5 28 /08 /août /2009 18:42
Eine Diashow, die mehr sagt, als alle Worte:



auf das Bild klicken!

zu spät für: Côt, Pinot et Merlot - noch nicht reif genug: Cabernets, Mourvèdre, petit Verdot...


kein Kommentar!

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Published by Iris Rutz-Rudel - dans Arbeit im Weinberg
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28 août 2009 5 28 /08 /août /2009 15:08
Mit diesem Suchbegriff bei Google scheint tatsächlich gestern jemand auf der Suche nach - ich interpretiere frei - Düsseldorf Altstadt auf diesem Blog gelandet zu sein.

Damit er nicht umsonst gekommen ist, hier der Link, der in meinem Blog hilfreich sein könnte: Der Artikel hieß: Weinbegegnungen und berichtete von einer sommerlichen Reise vor 2 Jahren (zum 80. Geburtstag meiner Mutter:-) - in meine Heimatstadt und einem Spaziergang durch die Altstadt, bei der auch der traditionelle Bierausschank vor dem Uerigen gezeigt wurde.

Vielleicht passt dazu auch noch der Bericht über den Düsseldorfer Karneval, mit der Verbindung von Brot und Wein, den es hier zu lesen gab.

Und um zu zeigen, wie schön die Rheinfront der Altstadt bei Nacht von der Oberkasseler Brücke aus gesehen ist, hier ein Schnappschuss, den ich nehmen konnte, als ich vor 14 Tagen nach Mitternacht angesichts der Ankündigung, dass die nächste Bahn über den Rhein erst in 42 Minuten kommen würde, beschloss, meinen Heimatfluss zu Fuss zu überqueren...







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Published by Iris Rutz-Rudel - dans Strandgut
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27 août 2009 4 27 /08 /août /2009 08:24
Kein Artikel über das Leben in Lisson und die Entwicklung im Weinberg seit einem Monat - Gründe gibt es viel. Da war zum einen, wie jedes Jahr, die Arbeit im Weinbergsauber halten, sauber halten ... während wir die Reife der Trauben beobachteten, die die Farbe wechselten

 

jedes Jahr das Wunder des Farbwechsels der Beeren, natürlich besonders deutlich bei unseren roten Traubensorten und das allmähliche Verholzen der Rebreiser, die auch von grün zu allen Schattierungen von beige bis braun wechseln, je fester sie werden.

Besondere Aufmerksamkeit verlangt auch die Instandhaltung der Elektrozäune rings um unsere Rebflächen, die ja die Trauben vor den Übergriffen der gierigen Wildschweine, Dachse und anderer Fressfeinde unserer Früchte schützen sollen...



leider wird das auch in diesem Jahr, wie schon so oft, nicht vollständig von Erfolg gekrönt sein - wie die Aufnahme von den Grablöchern innerhalb des Zauns zeigen und die leeren Rappen der Côt und Pinot-Trauben - auf gut einem halben Hektar sind die Trauben so schon verschwunden - Tage vor der Eröffnung der offiziellen Jagdsaison, bei der die Jäger dann auch gleich zwei der unzähligen Wildsäue neben unserem Gelände schießen konnten - aber eben nur zwei von so vielen, die inzwischen furchtlos bis auf 10 Meter ans Haus kommen - unter der Terrasse vorm Haus die Mauern aus dickken Feldsteinen, die unser "Abwasser" kanalisieren durch die Gegend schleudern, auf der Suche nach einer kleinen Fleischbeilage aus Schnecken und Würmern, auf die sie dann wieder ein paar Trauben zum Nachtisch drauflegen.

Unsere frühreifen Traubensorten sind jedes Jahr die ersten Opfer - der Wald rings um die Parzellen bietet tagsüber gute Deckung und die Größe der hinterlassenen Losungen zeigt, dass oft die Frischlinge eindringen, die Bachen folgen dann zwangsläufig...


für mich immer wieder ein Schock und mit ein Grund, warum mir dann die Geschichten aus dem Weinberg nicht so locker aus den Tasten fließen...

Aber es gab auch angenehmere Gründe, nicht am Komputer zu sitzen - so die alljährliche kurze Sommereise zu meiner Mutter nach Deutschland, deren 82. Geburtstag es zu feiern galt.



wie bei jeder Reise über die Umsteigebahnhöfe von Paris mit einem Halt im Train Bleu - den strahlenden Augen meiner Mutter, die bei meinem wenigen Besuchen aufblüht, wie der wunderschöne Strauß von frischen Gartenblumen, die eine Freundin aus der Eifel zur Feier mitbrachte - einem großartigen Sonnenuntergang, den ich - eigentlich imn der falschen Buslinie verirrt, beim unfreiwilligen Übergang über den Rhein bei Niederkassel zu sehen bekam - und bei meinen ersten Couchsurf Erfahrungen in meiner alten Heimatstadt - nicht nur praktisch, sondern auch eine menschliche Bereicherung, die einen eigenen Artikel wert wäre... Vielleicht zu wenig guter Wein für meinen Geschmack, aber es ist ja eine Bierstadt und meine einzige Erfahrung mit einem Weinhändler fand nicht in der Enotheka statt...

Zurück aus Deutschland, wo der Regenschirm aus dem Koffer mir gute Dienste leistete, waren die Dauertemperaturen von gut 35/36°C ein richtiger Schock - der die Eingewöhnung, die ich nach so konzentrieten Ausflügen in die Zivilisation brauche, nicht gerade erleichterte.

Und wie alle Landwirte überall auf der Welt hing ich weiter am Wetterbericht und beobachtete argwöhnisch jede Entwicklung am Himmel - auch wenn das zu diesem Zeitpunkt im Jahr nicht mehr viel nutzt, die Weichen für die Ernte sind durch die lange Vorarbeit im Weinberg gestellt - jetzt kann man nur hoffen, dass sich der Himmel grädig erweist, wenn man die Gewitterwolken aufziehen sieht...



Manchmal ist es nur ein gewaltiges Wolkenschloss, das sich dann wieder auflöst, manchmal ein erfrischender Sommerregen, der den Pflanzen hilft, ihren einsetzenden Trocckenstress, der auch die Reife stoppen könnte, auszugleichen. Manchmal - in den letzten Wochen eher oft - ziehen aber auch finstere Gewitterfronten aus, die sich mit Blitz und Donner entladen - da starrt man hinaus, ganz Auge und Ohr, um zu sehen, ob da nicht doch plötzlich Hagel mit herunter kommt - die schlimmste Katastrophe so kurz vor der Ernte.

Nun bisher ging das an uns vorbei - andere Kollegen hatten weniger Glück. 

Aber es gibt zum Glück auch die kleinen Freuden des Sommers





Die vollreifen, vollmundigen Tomaten aus meinem Garten, die bio Töpferwaren von Francoise Fichet vom Atelier Terramice, eine Töpferin aus dem Ariège in den Pyrenéen, die ich jedes Jahr auf dem Bio-Markt in Olargues wieder sehe, der pünktlich am 15. August stattfindet - meist einen Tag nach meiner Rückkehr aus Deutschland. Das ist dann auch die Gelegenheit, unseren Vorrat an Blanquette de Limoux, Méthode Ancestrale von der  Domaine Beirieu aufzufüllen, die so hervorragend zu meinem Apfelkuchen sehr fein passt:-). 

und dann sind da natürlich auch die Begegnungen mit Freunden und lieben Kunden, die während ihres Sommerurlaubs vorbeikommen - immer eine gute Gelegenheit, einen der bunten Tomatensalate gemeinsam zu verspeisen, angereichert mit frischen Ziegenkäse aus unserer Nachbarschaft, mit frischen Basilikumblättern aus meinem Kräuterhochbeet - mit einem Schluck Olivenöl - extra vièrge (einem Geschenk von Astrid Berndts, Slow Food Mitglied aus Gap und Webmeisterin der schönen Seite meiner Winzerkollegen  Dupéré-Barrera)   und einigen Tropfen vinaigre balsamico (dem echten, der mehr als 25 Jahre gelagert ist und den ich vor ein paar Jahren vom  salone del gusto in Turin mitgebracht habe) -



das Ganze diesmal begleitet mit einer sehr originellen Flasche Rosé  (Demeter) von der Domaine Beauthorey, die mir Christophe Beau anläßlich seines Besuchs Anfang August nach Lisson mitbrachte, bei dem wir natürlich unsere Weine austauschten...



Aber das absolute Spitzenvergnügen war dann der Champagne Les Rachais vom Winzerfreund Francis Boulard, diesmal in den Gläsern serviert, die er mir extra zum Off der bloggenden Winzer in Bordeaux mitgebracht hat, feinste Perlen und umwerfende , delikate aber intensive Aromen  -  wie schon hier - sublime!!!!











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Published by Iris Rutz-Rudel - dans weingut-lisson
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24 août 2009 1 24 /08 /août /2009 19:15
Tipps vom Weinhändler ist das Thema der heutigen Weinrallye, gestellt von GoToRio. Die genaue Aufgabenstellung war: "Bitte gehen Sie zum Weinhändler Ihres Vertrauens, legen ihm einen 10-Euro-Schein auf den Tisch und bitten um das nach seiner Meinung Beste, was er zu bieten hat, egal ob rot, weiß, rosé, prickelnd oder still."

Weine für unter 10 € kaufe ich eher selten und wenn, dann eher beim Winzer, aber ich hoffe, das ich deshalb nicht von der Rallyestrecke fliege:-).

Natürlich sehe ich die meisten Weinhändler in meiner Rolle als Winzerin – da geht’s dann oft leider eher um die Händlerpreise (die um 40 – 50% unter den ab Gut üblichen Endverbraucherpreisen zu liegen haben) – die habe ich nicht, was die Zahl der Händler, die meine Weine ins Sortiment nehmen, natürlich  auf ein paar Verrückte einschränkt, die dann ihre Kunden davon überzeugen müssen, meine unbekannten Weine ohne Parkerpunkte oder Erwähnung in den meisten angesagten Weinführern  auch bei niedrig kalkulierter Handelsspanne für deutlich über 30 € die Flasche zu erwerben.  Das verlangt Kenntnis (des Winzers und seiner Weine und des Geschmacks des Kunden) und Überzeugungskraft. Und das Vertrauen, dass der dann beim Trinken zu Hause glückliche Kunde nicht einfach bei Folgekäufen direkt beim Winzer vorstellig wird, der ja in meinem Fall über's Internet sehr leicht zu finden ist. So habe ich natürlich viel Verständnis für die Händler, die nicht zu meinen Kunden werden (vor allem, wenn sie das nach einer der auch üblichen Emailanfragen entscheiden, in denen sowieso nur nach dem Tarif gefragt wird).  Und viele haben auch Verständnis für meine Lage, wenn ich erkläre, dass ich bei meiner geringen Produktionsmenge von einigen Hundert Flaschen bei einem deutlich reduzierten Händlertarif meine Produktionskosten nicht mehr decken könnte und inzwischen auch meine Endverbraucherpreise nicht einfach drastisch erhöhen kann, da ich über einen klinen, aber treuen Stamm von Direktkunden verfüge...   Immerhin nimmt der eine oder andere dann ein paar Kisten für seinen eigenen Konsum mit – das freut mich dann wieder:-).

Wenn ich als Kundin zum Weinhändler komme, habe ich meist das Problem, dass ich auf Reisen mit beschränkten Gepäckkapazitäten bin, dann wird’s echt spannend, wenn ich frage: welche Flasche (oder welche 3 Flaschen maxi) würden Sie mir aus ihrem Sortiment empfehlen – Wenn der Mann (manchmal ja auch die Frau, aber das findet man seltener, warum eigentlich?) dann gut ist, versucht er erst mal, meine Vorlieben heraus zu finden.

Tut er das nicht und will mir gleich den leichten Sommerwein für weibliche Kunden andrehen, möglichst noch, indem er den günstigen Preis in den Vordergrund rückt, weiss ich schon, dass ich hier nicht fündig werde. Aber zum Glück ist mir das bisher nur sehr selten passiert - vermutlich meide ich instinktiv die Läden, in denen die Schnäppchen schon nahe am Eingang angehäuft sind - meist zeigt ein Blick in die Auslage ja auch schon ein wenig, worauf sich der Laden konzentriert.

Hervorragende Erfahrungen habe ich auf diese Art z.B. bei Marion Oberbossel in der Enotheka in Düsseldorf-Zoo gemacht (muss aber zugeben, dass die mich auch gut kannte, da sie auch schon Lisson Wein im Sortiment hatte).

Sie hatte mir damals unter anderem den Rosso N°13 vom Weingut Vignano in der Toscana empfohlen - einen Pinot, der noch aus den Tagen des Pioniers auf diesem Weingut, Fritz Croissant, stammte (der inzwischen vom Biowinzer zum Weinhändler an der Weinstraße umgesattelt hat).

Dieser biologisch an- und lange im Barrique ausgebaute Pinot Noir aus dem Jahrgang 1996



der mich bei der Verkostung 12 Jahre später in Lisson  sofort an Seelenverwandtschaft mit dem Winzer denken ließ, ist vermutlich im Handel nicht mehr erhältlich, ob die neuen Besitzer ähnliche Weine produzieren weiß ich leider nicht. Frankophile können meine Verkostungsnotizen auf dem Beitrag zur französischen Ausgabe der Weinrallye nachlesen.

Besonders schön war dann aber auch meine Erfahrung mit einem Cavistenb (dem französischen Pendant des deutschen Weinfachhändlers) in Paris. Hier handelt es sich um die "Cave du Panthéon", rue Saint Jacques im 5. Pariser Bezirk.

Hier kannte man mich nicht, ich konnte also wirklich unbefangen meine "Question test pour un caviste" - meine Testfrage an einen Weinhändler - nach der einen Flasche, die er mir empfehlen könne, stellen.

Als guter Profi versucht er also zunächst, meinen Geschmack zu sondieren. Auf die Frage nach dem Preisniveau kann ich nur antworten: unwichtig - für eine einzelne Flasche werde ich daraus kein Problem machen (gut, ich gebe zu, über 100 € hätte ich vielleicht gebremst, aber eine einzelne gute Flasche als Reisemitbringsel sollte mir doch so viel Wert sein, wie der Preis einer einzigen Nacht in einem Pariser Hotel.).

Ich versuche also, meine Erwartungen an den Wein zu definieren - was mir in der negativen Version immer leichter fällt:

Also nicht unbedingt ein sogenannter leicht trinkbarer Wein, kein Wein, der einfach nur Primärfrucht verströmt, auch nicht vom Holz erschlagen, kein technologischer stromlinienförmiger Wein, nicht "süffig" und eben kein sogenannter "weiblicher" Wein.

Ich bevorzuge Weine, die eine deutliche Struktur aufweisen, Weine, die man nicht einfach schluckt, sondern die man kauen kann, sie können ruhig ein wenig wild und ungezähmt sein - sollten die Tannine noch etwas kantig sein (ich trinke solche Weine aus Neugier leider oft zu jung), so stört mich das nicht zu sehr. Dabei habe ich keine spezielle Vorliebe für eine Rebsorte oder ein Herkunftsgebiet. Ach so, ja, es sollte diesmal ein Rotwein sein.

Der Cavist hört mir aufmerksam zu - und kommt wieder mit einer Flasche der Domaine Barral aus der Appellation Faugères.

Wer weiss, dass dieses in Frankreich sehr bekannte Bio-Weingut nur ca. 20 km südlich von Lisson liegt, ich den Winzer kenne und schätze und wir natürlich auch schon Wein getauscht haben, kann sich vorstellen, dass ich keinen Barral aus Paris mitgebracht habe - das hätte ja bedeutet,  Eulen nach Athen zu tragen. Aber als Beratung und mit den wenigen Auskünften, die ich ihm gegeben hatte, war das geschmacklich ein Volltreffer. 


Für die Flasche, die er mir anschließend als Ersatz empfahl (ein schöner, kräftiger Wein eines kleinen Winzers Côte Rôtie "Cordeloux" 2003 von  Marie und Pierre Benetière, habe ich ihm dann blind vertraut und es auch später beim Öffnen der Flasche zu Hause nicht bereut.




Auch hier handelt es sich um ein sehr kleines Weingut, 3 ha bei Condrieu - die ohne Chimie bearbeitet werden, die Weine mit den Rappen vergoren, Schwefel nur in kleinen Dosen zugesetzt - also auch hier spiegelt sich eine ähnliche Philisophie wie unsere in den Weinen wieder. Bezahlt habe ich vor 4 Jahren irgendetwas um die 35 € - da Côte Rotie Weine auch in Frankreich nicht zu den Billigweinen gehören, schien mir das Preis/Leistungsverhältnis mehr als angemessen.


Für mich zwei Beispiele von positiven Erfahrungen mit Weinhändlern, wie ich sie mir wünsche, als Winzer und als Kunde!

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Published by Iris Rutz-Rudel - dans Weinrallye
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23 juillet 2009 4 23 /07 /juillet /2009 17:17
Eine schier unerschöpfliche Geschichte - das Thema der 25. Weinrallye, das uns Harald Steffens da gestellt hat... Der Wein in der Literatur hat natürlich ein paar Jahrhunderte Vorsprung, wie ein Blick auf dieses französische Spezialwerk, das ich in meiner Bibliothek gefunden habe, unschwer schon im Untertitel zeigt:

 

Der Wein und die Tinte - die französische Literatur und der Wein vom 13. bis ins 20. Jahrhundert. Da kam so einiges zusammen... Aber diese Geschichte ist ja noch lange nicht abgeschlossen, wie mir ein Blick in die Spezialabteilung Wein der größten unabhängigen Buchhandlungen Frankreichs, Librairie Mollat, in Bordeaux im vorigen Monat zeigte:


(auf die Bilder klicken, um mehr zu sehen)

Die Qual der Wahl - wie bei einem gut sortierten Weinhändler:-)!  Zumal bei mir hier gleich mehrere Leidenschaften betroffen sind: Bücher, Wein und die besondere Atmosphäre einer gut sortierten Buchhandlung..., wie ich sie auch bei meinen Besuchen In Düsseldorf immer wieder gerne aufsuche.

Und so findet sich in meinen Beständen so einiges, was ich zum Thema Wein und Literatur hätte heranziehen können - abgesehen von der crime und wein Sektion, die ich ja vor zwei Jahren schon zweimal vorgestellt habe und die, wie ich heute morgen sah, auch bei Bernhard Fiedler und Vinissimus gut vertreten ist.

Mein Lieblingsband über Weinpoesie ist die Sammlung des persischen Dichters und Mathematikers Omar Khayyam, Le Vin de Nishapour, den ich in einer sehr schönen und neu übersetzten Ausgabe vor ein paar Jahren in Paris fand und dessen Verse :

Quand je serais mort vouez ma tombe à l'oubli,
Que le récit de ma vie serve de lesson à tous!
Mélangez la poussière de mon corps avec du vin,
Faites de mon argile des bouchons pour en sceller les fûts.

für mich seit jenem Februartag 2001 eine ganz persönliche Bedeutung haben...


 

Literatur, d.h., Texte, die mich inspirieren oder zum Nachdenken anregen, müssen nicht immer der Fiktion angehören, zwei Bücher auf meiner aktuellen Leseliste sind beim gemütlichen Schmökern im Schatten unseres wilden Weins gerade eine solche Anregung, an meine eigenen Begegnungen mit Weinen und Winzern (und zahlreichen Winzerinnen) zurück zu denken...



Aber darüber werde ich sicher in den nächsten Wochen noch ausführlicher berichten.

Das Nachdenken über die jüngere Kunst: den Film, diese Mischform zwischen Literatur und bildlicher Darstellung, wenn es dem Autor gelingt, über eine gefällige Story, wie in den bekannten Beispielen im Stile von Sideways hinaus zu kommen, das bewegte Bild in den Dienst der Kunst zu nehmen, wie in einigen der Beispiele, die die Kommentartoren zu meiner Winzerinnenweinrallye schon aufgezeigt haben, hat mich dann an einen meiner Lieblingsfilme erinnert, eigentlich auch eine Literaturverfilumng, nach einer Novelle von Karen Blixen: Babettes Fest, vor ein paar Jahren wieder im Manesse Verlag aufgelegt.



und natürlich bin ich bei you tube fündig geworden, wo das sagenhafte Festmal, das uns so schön die möglichen  Genussformen von Essen und Wein vor Augen führt: Babette, die schaffende Künstlerin, ehemals begnadete und bewunderte Chefin des Café Anglais in Paris, deren kenntnisreicher Genuss sich in den Augen spiegelt, wenn sie den Wein in der Küche verkostet, General Löwenhielm, der Mann von Welt der den außergewöhnlichen Genuss erkennt und selbst in einer dafür nicht empfänglichen Umgebung nicht kommentarlos vorbeigehen lassen kann - und die Dorfbewohner, die vorher aus christlicher Pietät allen lustvollen Kommentaren abgeschworen haben, bei denen sich aber das Wunder der Begegnung mit dem echten Genuss vollzieht. Un Moment de grâce!

Ich kann die beiden Ausschnitte von Babettes Feast nur empfehlen: Teil 1 und Teil 2, leider nur in Englisch.

Leider gab es in meinem Keller keinen Amontillado, auch der edle Veuve Cliquot von 1860 war nicht vorrätig, der dritte Wein, im Film vermutlich ein alter Burgunder, wird im Buch gar nicht erwähnt, also wird hier  heute auch keine festliche Verkostung nachgestellt - meine Kochkünste wären wohl auch nicht auf der Höhe der begnadeten Babette, die am Ende den Wunsch aller schaffenden Künstler ausspricht, diesen Schrei aus der Tiefe des Herzens:

"Erlaubt mir, über mich hinaus zu wachsen!"

vielleicht braucht es dazu von Zeit zu Zeit doch mal etwas mehr als Fast Food, Cola-Schoppen und einen flotten Video-Clip:-)... aber das ist keineswegs abfällig oder böse gemeint...







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Published by Iris Rutz-Rudel - dans Weinrallye
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14 juillet 2009 2 14 /07 /juillet /2009 17:01
Juni und Juli brachten zwar deutlich höhere Temperaturen, aber nach Phasen mit viel Sonne, während der Rebblüte und den ersten Säuberungsarbeiten vor strahlender Kulisse



femme couchée im Juni

zogen doch auch immer einmal wieder dicke Wolken auf und Gewitter und Hagel versetzten uns in Angst und Schrecken - auch wenn der Hagel dann die Apfelplantagen der Nachbarn im Orbtal erwischten und nicht unsere Rebstöcke...



abendliche Gewitterfront Anfang Juli



bis hin zu solchen morgendlichen Anblicken

Da waren wir froh, vor ein paar Tagen eine Hochdruckzone herannahen zu sehen: blauer Himmel, frischer Wind von Nord-West: ideale Bedingungen, um unsere Barriques mit dem Wein der letzten Ernte ein erstes Mal abzuziehen.

Dabei zeigte die Verkostung, dass endlich die malolaktische Gärung, die von der Winterkälte unterbrochen worden war, nun ihr Ende gefunden hat. Keine Spuren von Prickeln mehr auf der Zunge, deutlich abgerundetere Säure, keine Trübstoffe mehr, die durch das Glas schweben.

Wie schon bei der alkoholischen Gärung kommen auch hier bei uns keine Zusatzstoffe zum Einsatz, um den Prozess zu beschleunigen. Gut Ding will Weile haben und bei einem ausgewogenen, reifenTraubengut und guter Hygiene im Keller kann man das Risiko einer späten "Malo", wie wir sie nennen, durchaus in Kauf nehmen.



links Pinot, rechts Mourvèdre 2008

Der Wein zeigte sich klar im Glas, von schöner, tiefdunkler Farbe, noch intensiver beim Mourvèdre, als beim Pinot, beide sind sehr offen in dieser Entwicklungsphase, wobei sich der zukünftige Clos des Cèdres 2008, also unser Mourvèdre, durch eine besondere, immer wieder überraschen Harmonie und Aromenfülle auszeichnet,  die selbst die Holznoten schon gut verdaut zu haben scheint, während der Pinot, feurig und holzbetonter, noch seinen dominanten Ton zu suchen scheint.



Beide funkeln im Sonnenlicht, während wir sie nach gründlicher Reinigung der Barricks von der am Boden zurückgebliebenen feinen Hefe und anderen Feststoffen, wieder in saubere Fässer füllen - die Weinhefe wird wie immer für einen kochbegeisterten Freund in Deutschland reserviert...



Weinhefe - lie de vin

Willkommen war dann gestern Abend die kleine Abwechslung, die - wie jedes Jahr am Vortag des 14. Juli, das Feuerwerk in Olargues, vor der beeindruckenden Kulisse von Teufelsbrücke und mittelalterlichem Turm auf dem Hügel bot. Sicher nicht so prächtig wie in Paris oder New York, dafür aber auch hier spontan beklatscht von den Dorfbewohnern und den eingetrofenen Touristen, die sich am Straßenrand aufreihen, um beim Erlöschen der Straßenlaternen auf die Lichtorgeln und Raketen zu warten, die unter strenger Überwachung der öertlichen Feuerwehr in den nachtschwarzen Himmel aufsteigen und die romantisch-mittelalterlichen Häuser unseres Dorfes beleuchten.

Natürlich war meine kleine Taschenkamera den fotographischen Ansprüchen dieser Lichterwelt nicht ganz gewachsen, trotzdem habe ich zwei Aufnahmen ausgewählt, weil sie mir beim Betrachten mehr als viele kluge Worte die Emotionen zu illustrieren scheinen, die die Verkostung der beiden 2008er Weine in mir ausgelöst hat.



Explosion und Feuer : Pinot Noir




elegante, breit gefächerte Harmonie: Mourvèdre


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Published by Iris Rutz-Rudel - dans Kellerarbeit
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20 juin 2009 6 20 /06 /juin /2009 20:48
Meine untertänigste Entschuldigung an Alexander Ultes, der uns heute alle an der Nahe versammelt sehen wollte, zumindest in unseren Blogbeiträgen zur 24. Weinrallye.

Zwischen der vielen Arbeit im Weinberg, wo die Blüte inzwischen für alle Rebsorten, außer unserem Spätling Mourvèdre gut abgeschlossen ist, Laub- und Mäharbeiten uns aber ganz schön in Trapp halten, und den Vorbereitungen für meinen Aufbruch nach Bordeaux morgen früh, ist mir die Nahe in so weite Ferne gerückt, dass ich nicht zur Verkostung eines entsprechenden Weines gekommen bin.

Das wird sicher nach meiner Rückkehr von der diesjährigen VINEXPO und vor allem unserem ersten Winzerbloggertreffen als OFF Veranstaltung im Château Luchey Halde in Mérignac am Montag (11 bis 19 Uhr, interessierte Gäste sind noch herzlich willkommen) nachgeholt.



Natürlich werde ich auch von unserem Tag berichten, an dem wir Besuchern Gelegenheit bieten wollen, die 21 vertretenen Winzerblogger aus Frankreich, Spanien, Italien und Portugal einmal persönlich kennen zu lernen und auch "in echt" ihre Weine zu verkosten, an deren Erstehen wir in ihren Blogposts im Jahreslauf so zeitnah teilnehmen können.

Ich freu ich auf die Kollegen, von denen ich auch nur die wenigsten bereits getroffen habe, die mir aber bei der Lektüre ihrer Beiträge immer das Gefühl vermitteln, sie schon lange zu kennen. Natürlich gehört auch ein gemeinsames Abendessen nach Abschluss des OFF-Salons auf dem Programm, lassen wir uns überraschen:-)!

Bis dahin allen Rallyeteilnehmern noch gute Fahrt!

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Published by Iris Rutz-Rudel - dans weingut-lisson
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9 juin 2009 2 09 /06 /juin /2009 16:35
Zwei Neuigkeiten von der Gesetzesfront, die in Frankreich in den letzten Tagen Klarheit nach mehr oder weniger langen Protestaktionen brachten, die auch in diesem Blog schon erwähnt wurden.

Zunächst die Rücknahme auf höchster Europaebene, der Verordnung, die die Fabrikation von Roséweinen als Mischsatz aus rotem und weißem Wein erlaubt hätte (darüber hatte ich hier berichtet).

Es triumphieren die Produzenten von traditionellen Roséweinen aus der Appellation Provence, die wenn man die Vorlage genauer studiert hätte, eigentlich nicht davon betroffen gewesen wären, da sie weiter ihre eigenen Qualitätsregeln hätten aufrecht erhalten können - und die vielleicht gut beraten gewesen wären, angesichts der drohenden Konkurrenz als Mischastz produzierter Billigweine, die ihnen plötzlich Angst machte, verstärkt auf die Besonderheit ihrer Roséfabrikation hinzuweisen und vielleicht auch striktere Regeln für die Weinbereitung nach dem viel zitierten "Ausbluten" - saigné von Rotweinmaischen aufzustellen. Eine Einschränkung des Gebrauchs von zugesetzten Aromahefen, künstlicher Säure, Enzymen oder all den anderen Mittelchen und Zusatzstoffen, die munter dazu beitragen, dass viele dieser Weine wirklich nur tiefstgekühlt mit Eis und sonnenbenebelt auf südlichen Terrassen genießbar sind, wäre der Qualität und dem Ruf dieser Weine sicherlich zuträglich gewesen. Die wenigen Ausnahmen, die man auf dem Markt findet, bestätigen nur die Regel.

Aber viel wichtiger für die französische Wein- und Winzerwelt ist die Entscheidung des französischen Senats, die von der Nationalversammlung vor einigen Wochen zugelassene und von den Prohibitionisten seitdem vehement bekämpfte Zulassung von Alkohol und damit auch Wein-Werbung und über schlichte Herkunftsbezeichnungen hinausgehende Kommunikation über unsere Weine im Internet jetzt doch zuzulassen.

Die drohende Zensur und Verbannung von Weinseiten im Netz, die durch das Loi Evin von 1991 entstanden war, ist somit vorerst vom Tisch. Weise Selbstbeschränkung der Produzenten und Vertreiber in Punkto Jugendschutz natürlich weiter vorausgesetzt.

Also auch Grund zur Freude für alle französischen Wein- und Winzerblogger - und als Fundstück zum Feiern möchte ich meinen Lesern nicht dieses schöne Bild vorenthalten, das ich heute Morgen auf dem Blog von Jacques Berthomeau, einem streitbaren Blogger für die Belange des französischen Weins als Kultur und Genussgut und die Kommunikationsfreiheit:



Es handelt sich um das Etikett eines Rotweins, mit dem Namen "Esprit du vent 2008 - Geist des Windes", der von der Winzergenossenschaft von Embre et Castelmaure in den Corbières, in Südfrankreich abgefüllt wurde.

Die fröhlichen älteren Damen haben vermutlich alle ihr Leben lang bei Wind und Wetter mit im Weinberg gestanden und empfehlen hier stolz den Wein, der aus ihrer Mitarbeit entstanden ist, als éternel antidépresseur - ewiges Antidepressionsmittel - Hausmittel, nur in Krisenzeiten zu verwenden...

« Was macht ihr mit dieser Flasche in der Hand? Wie, ihr trinkt noch Wein? Welche Schande! Schlechte Franzosen, Bürger zweiter Klasse! Wißt ihr es denn nicht ? Heutzutage stößt man doch mit Pillen an: Antidepressiva, Beruhigungsmittel... das ist jetzt die Mode! Es lebe das chemische Glück! Willkommen bei den neuen Moralisten, im engstirnigen, ängstlichen Land der Prohibitionisten, wo man am Flachbildschirm die Einheitsmeinung aufsaugt, wo man sich langweilt, aber mit 0 Risiko, wo man Angst vor allem hat, vor dem Leben,  dem Fleisch und der Lust. Es lebe die Abstinenz!

Also, nichts für ungut, die Herren Zensoren! Auf Ihre Gesundheit! Vermutlich hat die großzügige Natur an Sie gedacht, als sie uns 2008 diesen subversiven Saft geschenkt hat, diese "Droge ", fröhlich und frech, dieses antike Heilmittel der vorübergehenden Dummheit der Menschen, das ewige Antidepressivum..." 

In diesem Zusammenhang: kein Kommentar hinzuzufügen



 

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Published by Iris Rutz-Rudel - dans Strandgut
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