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31 décembre 2010 5 31 /12 /décembre /2010 15:00

Nachem die Trauben dieses Jahrgangs und der nicht gerade leichten Ernte2010  endlich heil im Keller gelandet und dort versorgt und überwacht waren, stand der jährlichen Winterreise nach Deutschland nichts mehr im Wege.

 

Und wenn mein letzter Besuch in Düsseldorf im Juni/Juli voll unter dem Zeichen von Sonne und Hitze und ausgelassener Weltmeisterschaftsstimmung bei meinen Landsleuten stand, eine ungewöhnliche Periode, die vollan den bevorstehenden Klimawandel glauben ließ und bei dem ich Abkühlung eher im Museum als in der freien Natur suchte und fand stand, so fand ich schon kurz nach meiner Ankunft Ende November eine ganz andere Ambianz vor: 

 

Winter - hiver Düsseldorf 2010 p

 

Schnee, früher als sonst auch hier, verwandelte die Stadtlandschaft während meines ganzen Aufenthalts (und noch Wochen darüber hinaus...)...

 

Medienhafen p

 

ich nutzte meine wenige freie Zeit für windgepeitschte, aber noch sonnenbeschienene Winterspaziergänge im Medienhafen, der mich durch seine Mischung aus neuer und alter Architektur immer wieder fasziniert...l

 

Weihnachtsmarkt - marché de Noel p

 

auch die allgegenwärtigen Weihnachtsmärkte in den Straßen, voll in holländischer Hand auf Seiten der Besucherströme, wenn mich meine Ohren nicht getäuscht haben, ließen sich nicht vermeiden . Neben dem vielen austauschbaren Folklorekitsch made in China gab es hier und da aber auch ein paar originelle Ideen und lokale Produkte zu entdecken...

 

Concert de Noel - Weihnachtskonzert - Essen p

und ein großartiges Weihnachtskonzert in der Philharmonie in Essen - zwei Violinkonzerte von J.S. Bach und nach der Pause (und vor dem Sturm auf große Buffet) die Neunte Sinfonie von Beethoven - großes Orchester der Philharmonie unter dem jungen, feurigen Chef aus Litauen, Ainars Rubikis, mit den 4 Solisten und dem weltweit bekannten Chor des Musikvereins Düsseldorf - ich war für Bach gekommen, der mir sehr lieb und vertraut ist - Beethoven, den ich  für seine späten Streichquartette liebe, war eher eine blasiert erwartete Zugabe... und dann war es ausgerechnet diese zweite Partie des Konzerts, die mich mitriss... der bunte Wahnsinn des letzten Satzes, gespielt und gesungen mit solcher Begeisterung, dass es mir fast wie ein French CanCan in die Beine ging... eine echte Ode an die Freude an diesem Abend -seid umschlungen, Millionen... und dann nach der standing Ovation des begeisterten Publikums noch die ganz persönliche Freude, unter den 100 Choristen aus meiner Heimatstadt eine ehemalige Klassenkameradin zu entdecken, und beim Lauf durch die Kulissen des Festsaales einzufangen die ich seit 45 Jahren nicht mehr gesehen hatte... j


Essen unter Freunden - repas chaleureux entre amis p

 

dazu die warmherzigen und köstlichen Essen unter Freunden, mit meinen Gastgebern, das Wiedersehen mit alten Besuchern, Abende bei Freunden meiner Freunde, gemeinsam im Restaurant ....  

 

weine Düsseldorf p

 

und dabei natürlich auch unzählige Weine aus allen Ländern und in allen Farben, das Vergnügen, Deutsche Weine, nicht nur Riesling und Weiße, sondern auch ausgezeichnete Rote,  zu entdecken, aber auch eine breite Palette von Weinen aus anderen Ländern, wie man sie iim immer noch sehr weinchauvinistischen Frankreich so leicht und in so großer Vielfalt nur selten findet...

 

und natürlich das Wichtigste: die Zeit, die ich mit meiner Mutter verbringenkonnte... auch wenn ihr langsames Entgleiten in die Demenz oft noch schmerzhaft für mich ist...die Freude, uns zu sehen überwiegt und auch dieses neue Verhältnis, das sich daraus entwickelt, gehört zu den Digen, die das Leben uns lehrt...und läßt viele der Probleme,die uns sonst den Kopf bevölkern, recht nebensächlich erscheinen...

 


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28 décembre 2010 2 28 /12 /décembre /2010 00:13


Das Thema der heutigen 40. Weinrallye wurde von Wolf Hosbach, dem Blogger von Hausmannskost  ausgerufen:

Autochthone Rebsorten.

 

 


Und da uns Thomas, vom Winzerblog schon einmal im April 2009 eine ähnliche Aufgabe gestellt hatte, ist es mir ein leichtes, zu diesem etwa schwierigen Zeitpunkt des Jahres, da schon etwas ausgefüllt von all den Feiertagen und zusätzlich noch erschwerten Lebensbedingungen durch selbst hier spürbare starke Kälte und Frost, ein besonderes lokales Produkt, das genau zu Wolfs Aufgabenstellung paßt, hervorzuholen:  nämlich den Wein - und da auch nur auf einen ganz speziellen, der aber voll den von Thomas geforderten Kriterien entspricht.

 


Und dafür muss ich noch nicht einmal sehr weit gehen, gerade ein paar Kilometer östlich, bis zur Brücke von Tarrassac, von da dem Orb folgend nach Süden, bis zum schönen Dorf Roquebrun zu einem  Freund und Winzerkollegen.


pont_de_tarrassac.jpg

           val_e-du-jaur.jpg  roquebrun.jpg

Roquebrun ist einer der Hauptorte der Appellation Saint Chinian und kann sich sogar seit 2004 rühmen, im Rahmen dieser AOC das Recht auf eine Appellation Roquebrun village zu führen. Und hier war das erste Weingut, das lange vor der Einführung des Appellationssystems seinen Wein auf Flaschen abfüllte und nicht einfach lose als Großgebinde an einen regionalen Händler oder als Traubenlieferant an die Winzergenossenschaft ablieferte, die  Domaine Navarre, deren Tradition  heute mit viel Engagemant und Kenntnis des so besonderen Terroirs aus braunem Schiefer, dem das Dorf seinen Namen verdankt, von Thierry Navarre weitergeführt wird.


Roquebrun.jpg


Und es ist er, der auf der Suche nach alten, an Klimat und Boden angepasten Rebsorten, sich an diese letzte Reihe fast vergessener Rebstöcke erinnerte, die noch seit der Zeit seiner Vorväter ihr Leben fristeten:

Der Ribeyrenc, den man auch Aspiran nennt, oder auch Spiran, Espiran (schon  1686 von Magnol) erwähnt, Espirant noir, Epiran, Piran. Im Aude heißt er : Riveyrenc, Riveyrène, Riverain (ein Name, den man auch für den Rosé im Var findet), Verdaï, Verdal noir, Peyral, Peyrar. Ferrandel (in einer alten Rebsammlung in Saumur). Rutherglen (in Australien).

all das lernen wir auf der Seite der ehrwürdigen ENSAM

Thierry-2.jpg

Wenn Sie alles über die abenteuerliche Geschichte der Rettung und Wiedereinführung dieser fast vergessenen Rebsorte erfahren wollen, die natürlich aufgrund der sehr strengen französischen Pflanzbestimmungen (was nicht aus der Liste der "erlaubten" Rebsorten für eine  Anbaugegend steht, ist automatisch "verboten"), und des Französischen ein wenig mächtig sind, können sie die Geschichte direkt aus dem Mund des Retters, Thierry Navarre - und mit dem so schönen lokalen Akzent des Midi, hier sehen und hören. 




Die Beschreibung auf der Seite der ENSAM erklärt auch, warum die Rebsorte nach der großen Reblausattacke zwischen 1880 und 1890 nicht mehr angepflanzt wurde: es ist immer die gleiche Geschichte, wie die z.B. der Carmenère in Bordeaux oder anderer aufgegebener alter Sorten: nun mittlere Fruchtbarkeit und durchschnittlich geringe Ertragsmengen, anfällig für Krankheiten, wie Grauschimmel, echter und falscher Mehltau und zu harten Winterfrost (wie ihn die Gegend z.B. 1956 noch einmal kannte). Also alles Eigenschaften, die mit den auf Massenproduktion getrimmten Anbaumethoden des 20. Jahrhunderts nur schlecht in Einklang zu bringen waren. Da brauchte es schon einen, der gegen den Strom schwimmt und einen entsprechenden Dickkopf hat, wie Thierry, um die letzten erhaltenen Rebhölzer zu retten, sie auch ohne offizielle Genehmigung schon mal zum Pfropfen in eine Rebschule zu bringen und dann in passender Lage zu pflanzen, ohne vorher genau zu wissen, welches Resultat das wohl geben würde.


Das Ergebnis ist noch etwas, was eher Liebhaber und Kenner, die danach suchen, erfreut. Die ersten Ernten tragen langsam ihre Frucht - einige wenige Flaschen, die man noch nicht einmal auf der Webseite und in der Preisliste der Weine des Gutes findet. Immerhin gibt es hier und da im Internet die ersten Degustationsnotizen. Und sogar einen Beitrag in englische Sprache eines holländischen Blogs, der an der "go native" Ausgabe des 37. Wine Blogging Wednesday "go native - indigenous vareties" teilgenommen hat.

Aber jetzt zum Wein:



"Leicht, von wenig intensiver Farbedichte, zarte Aromen im Duft, sehr helles Rubinrot, Johannisbeernoten, angenehme Frucht, sehr fein im Geschmack." chrakteristische Beschreibungen, die immer wieder kehren und bei denen es nicht wundert, dass die Verkoster finden, dass der Wein das macht, was man, in Anlehnung an Frankreichs berühmte Rebsorte "pinoter" nennt.

Ein Wein, den man also in den kommenden Jahren im Auge behalten sollte, um zu sehen, welches Potential die älter und kräftiger werdenden Rebstöcke entwickeln werden. Auch für den Winzer eine neue Herausforderung, denn dieser Ribeyrenc unterscheidet sich doch erheblich von all den eher durch ihre prononzierten Tannine oder ihren überschäumenden Fruchtcharakter bekannten Klassiker der Appellation, wie Carignan,  Syrah,  Grenache und seit einigen Jahren auch Mourvèdre.

Die Zusammenfassung der schon oben erwähnten amerikanischen Ausgabe der Weinrallye mit vielen lesenswerten Links zu originellen und/oder originalen Rebsorten findet man übrigens hier:

wine blogging wednesday # 37: go native - indigenous varieties bei  Dr.Vino September 2007.





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Published by Iris Rutz-Rudel - dans Weinrallye
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27 décembre 2010 1 27 /12 /décembre /2010 08:00

Die Gärung in unseren Tanks ist nun schon lange abgeschlossen. Der Saft, den uns die Trauben in den zwei Ernteperioden dieses Herbstes lieferten, haben sich allmählich in den zukünftigen Jahrgang 2010 verwandelt. 

 

Wir haben in Lisson eingentlich noch nie das Problem gehabt, die Temperaturen "automatisch" regeln zu müssen, was ja meist heißt, dass die Maische heruntergekühlt wird, um die Gärung zu verlangsamen und einen zu schnellen Ablauf und das gefürchtete "Überschäumen" der Tanks zu vermeiden und die empfindlicheren Fruchtaromen nicht zu zerstören. Dafür liegen unsere Ernteperioden schon zu spät im Herbst und die frischen Nächte hier in den Vorbergen der Cevennen regeln das ganz natürlich für uns.

 

Eher könnten wir die Befürchtung haben, dass unsere Spontanhefen aus Weinberg und Kellerumgebung es manchmal schon ein wenig zu kühl finden, um den Zucker zügig zu vergären und deshalb geneigt sein, die Temperatur eher anzuheben. Auch dafür bietet die Industrie natürlich schon längst die entsprechenden energieaufwändigen Apparaturen an - wie die Klimaanlagen in Haushalt oder Autos sorgen diese Systeme, die entweder in den Tank eingehängt werden, oder schon außen in die Wand des Tanks eingebaut sind, für die vom Winzer als notwendig erachtete Temperaturführung. 

 

tenir chaud

 

Nun, unsere Erfahrung hat gezeigt, dass wir auch da nicht auf unserer "No-Watt" -Prinzip, das unseren Altag so weit wie möglich bestimmt, verzichten müssen. Ein paar überzählige Decken oder eine gerade zur Verfügung stehende Pappe, ein guter Gurt - und schon kann man für jeden Tank die Isolierung improvisieren, die ihm hilft, seinen Inhalt vor dem nächtlichenTemperaturabfall zu schützen. Man muss sich nur zu helfen wissen. 

 

Und auch die Überwachung der ersten Hefeaktivitäten kann ganz einfach von statten gehen: wenn die ersten CO2 Blasen sich ihren Weg durch die Maische bahnen, hilft ein altes Stethoskop, ihrem beruhigenden Geräusch zu lauschen: 

 

c'est grave docteur

 

blub, blub, blubblubblub...

 

respirez soufflez  

 

einatmen... ausatmen...

 

c'est bon

 

und so zeigt auch jede Probe die Veränderung an

 

und die Überprüfung mit dem Mustimeter zeigt dann, wie nach und nach nur noch wenige Grade Traubenzucker zu verwandeln sind - der neue Wein zeichnet sich ab, jedes Jahr das gleiche kleine Wunder - für den Mourvèdre vor allem das Auftauchen der floralen Geißblatt- und Rosen-Noten, die dann im Laufe der Ausbaus von eher würzbetonten überlagert werden...und wenn im Spätherbst noch eine leichte Trübung die Aktivität unserer Hefen belegt...

 

jus Mourvèdre 2010

 

so werden die Proben dann immer klarer

 

vin Mourvèdre 14.10.2010

 

und so konnte ich nach Einbringen der letzten Trauben und dem Abstich des Tanks in die winterlich kühle Ruhe des Barriquekellers Ende November, dann doch noch  in Ruhe meinen Winterbesuch in Düsseldorf antreten...

 


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21 novembre 2010 7 21 /11 /novembre /2010 07:47

weinrallye-200.jpgVaut mieux tard que jamais, sagt der Franzose, also wage ich es, meinen Beitrag zur 39.  Weinrallye "Wein und Humor", ausgerufen von Carsten Henn  vom Vinum Blog schon für den 19. dieses Monats, heute doch noch zu veröffentlichen.

Und da in Deutschland ja bekanntlich die Pünktlichkeit die Höflichkeit der Könige ist, hier noch meine Entschuldigung für den Gastgeber von Vinum: am Rallyetag befand ich mich hoch über den Wolken auf dem Weg nach Deutschland  - und "jetlag oblige" - komme so erst nach Einlauf aller Teilnehmer und bereits im Stechschritt erfolgter Veröffentlichung der Rallyezusammenfassung zu diesem kleinen Nachklapp aus französischer Sicht. Milles excuses, möge man mir verzeihen!

 

"Nachrichten aus der Welt des Weins, die schon an Realsatyre grenzen", hätten mich ja auch gereizt, aber die lasse ich mir jetzt für lange Winterabende - heute geht's kurz und bündig, nach dem Motto, ein Bild sagt oft mehr als tausend Worte.

 

Und das haben sich auch in diesem Jahr einige meiner französischen Kollegen aus dem Beaujolais gedacht. Sie haben das modische Beaujolais Bashing, mit den üblichen Generalisierungen über Standartgeschmack und Aromahefen, die ihnen jedes Jahr wieder aus der Presse entgegenschallen, satt und nehmen die Sache jetzt mit (druchaus verkaufsföderndem) Humor:

 

bachelardsbanana

 

von Lilian Bauchet, bloggender Winzer von Château Bacherlards hat wohl das durchschlagendste Beispiel geliefert, wie man der ewigen Pauschalkritik begegnet und auch sein Kollege Cyril Alonso dreht den Spieß einfach um, und liefert uns in diesem Jahr eines der beliebten Klischees auf seinen Etiketten:

 

Beaujolais Nouveau

Aber die Krone des Humors in diesem Jahr gebührt meiner Meinung nach einem "outsider" aus dem Languedoc, dem unermüdlichen Neuwinzer und Videoblogger Ryan O'Connell, dessen englischsprachiger Blog OVineyards jedem zu empfehlen ist, der von bierernsten Selbstbeweihräucherungen vieler  Weinseiten die Nase voll hat.

Ob er von den gerade modernen Camps und Koferenzen berichtet (vinocamp, ewbc, oder parisweb) und uns den Troll in seinem Kopf mit kommentieren läßt, oder sich selbst in Szene setzt, bei einer der mutigsten Verkostungen, die wohl jeh vor der Kamra durchgeführt wurden, der Mann hat wirklich Humor!

 

Le gout du Terroir - or tasting dirt in the Languedoc

 

 

und wer eine weibliche Version unkonventioneller Live-Verkostungen bevorzugt, kann ja mal bei Aurélia Filion vom erfrischenden kanadischen Video-Blog: Bu sur le Web reinschauen:-)!

 

Viel Spaß beim Zuschauen !

 


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13 novembre 2010 6 13 /11 /novembre /2010 15:02

Um meinen Lesern die Wartezeit bis zum nächsten Bericht über das Ende der Weinernte und den Fortschritt des Moste im Keller zu vertreiben (alles sieht gut aus und schmeckt bisher auch so;-)) und bevor es wieder auf Reisen ins Web und nach Deutschland geht, hier einige Impressionen von meinem Gang zum Briefkasten heute Morgen - 150 m, auf denen man eine ganze kleine Welt entdecken kann, wenn man nur die Augen aufmacht:-)!  

 

DSCF8654

 

 

auf das Bild oder  hier klicken, um die Diashow zu sehen

 

und hier noch die passende musikalische Untermalung

 

 

 

 

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29 septembre 2010 3 29 /09 /septembre /2010 15:05

Wir warten auf den richtigen Erntezeitpunkt für unsere letzte Parzelle, die steile Arena des Clos des Cèdres, wo der später geschnittene Mourvèdre und der petit Verdot ja noch ein paar Reifetage brauchten.

 

Das Wetter hier im Süden ist ideal, um dieses Ziel bei voller Gesundheit der Trauben abzuwarten - Sonne, blauer Himmel und warme Temperaturen (23°C im Schatten während ich diese Zeilen schreibe;-)! - nicht neidig werden, Ihr Nordlichter) tagsüber, dazu ein ständiger, leichter Nord-West-Wind - mehr brauche es nicht, um den Reben noch ein paar Zuckergrade mehr zu verschaffen.

 

Leider sind wir aber ja nicht die einzigen, die diesen Reifefortschritt überwachen - auch unsere vierbeinigen Erntehelfer sind aufmerksam dabei und nehmen ihre täglichen nächtlichen Proben, bei denen sie allerdings weniger sorgfältig vorgehen, als ich.

 

Mourvèdre freshly crushed

 

Und so freuen wir uns natürlich besonders über die Trauben, die seit einigen Tagen sicher im Tank gären.

 

Wie man auf dem Bild sieht, maischen wir die Trauben, wie immer, mit den Strünken ein, also ohne sie vorher zu entrappen. Die von Hand geernteten ganzen Trauben werden nur leicht mit einem Holzstampfer eingedrückt, damit ein Teil des Saftes austritt und dann in den kleinen Edelstahltank geschüttet. Diese runden Tanks sind oben offen und verfügen über Deckel, die man mit Hilfe eines aufpumpbaren Gummischlauchs in die Öffnung einpassen kann.

 

Natürlich verzichten wir dabei auf alle in der klassischen Weinbereitung so zahlreich verwendeten Zusatzstoffe: also kein Zusatz von SO2, um die natürlichen Hefen abzutöten, keine im einschlägigen  Handel gekauften Reinzuchthefen - nur Trauben (in diesem Jahr wegen der guten Wetterbedingungen kein einziges Mal gespritzt), deren Gärung von den natürlich im Weinberg und in unserem Keller vorhandenen Hefen in Gang gebracht wird. Damit unterscheiden wir uns auch von zahlreichen bio- oder biodynamisch zertifizierten Winzern, für die die hier aufgeführten Zusatzstoffe ja bisher durchaus zulässig sind, auch wenn sicher nicht jeder Bio-Winzer gleich das ganze Arsenal verwendet.

 

Unser Ansatz ist da dem der französischen Naturwein-Bewegung näher, über die ich ja auch bereits ausführlicher berichtet habe.

 

Beim täglichen Eindrücken des Tresterhuts, der das woanders übliche Umpumpen des Saftes ersetzt, hilft die Konstruktion der Tanks natürlich: Deckel ab und dann kräftig mit dem Holzstampfer gedrückt, bis alles "dicke", das vom Gärdruck nach oben - eben als Hut - gehoben wird, wieder in den Saft hinuntergedrückt wurde - dabei ist, wie so oft, aller Anfang besonders schwer - für das erste Loch braucht man oft ganz schön viel Kraft - ist der Hut erst mal an einer Stelle durchstoßen, geht es immer leichter:-).

 

fresh juice and blue sky

 

Ich bin gespannt, wie lange der naturtrübe Saft, den ich nach dem Einmaischen gemessen habe, diesmal brauchen wird, um seine Zucker in die vom Messinstrument angezeigten 13,8 Volumen Prozent potentiellen Alkohol zu verwandeln.

 


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27 septembre 2010 1 27 /09 /septembre /2010 17:01

 

findet man natürlich nicht nur hier, sondern auch bei Google

 

 

 

Viel Spas beim suchen!

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25 septembre 2010 6 25 /09 /septembre /2010 14:41

Heißt eine nette Initiative von Patrick Johner vom Weingut Johner auf seinem Blog - da mache ich doch gerne mit, denn Glück brauchen wohl alle Winzer in diesem Herbst.

 

Hier also mein Beitrag

 

Viel Glück im Herbst 2010

 

und das Glück teilen wir natürlich auch gerne mit allen anderen Mitmenschen und Weinliebhabern!

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24 septembre 2010 5 24 /09 /septembre /2010 17:06

Vor drei Tagen hat endlich die Weinernte 2010 in Lisson beginnen können - der Mourvèdre hinterm Haus war reif genug - und wie ja die Erfahrung zu genüge gezeigt hat, war jetzt beim Einbringen Eile geboten.

 

Mourvèdre 3. Tag

 

Und so wurden zwei Tage zügig die schönen Trauben geschnitten, von Hand natürlich, in den Eimer gelegt und dann am Feldrand über den Elektozaun hinweg sanft in Kisten gesammelt, mit denen sie dann zum Haus hinunter transportiert werden konnten.

 

Der Wettergott war uns gnädig - brennend heiß am ersten und angenehm bedeeckt am zweiten Tag - und dann kurz vor Schluss kam er doch noch, der angekündigte Regen....

 

Es fehlten nur ganz wenige Stöcke, oben rechts - nicht weit vom schützenden Wald entfernt -  nach unruhiger Nacht ging es mit leichter Sorge heute noch einmal hinauf, um zu sehen, ob es nicht doch noch unerwünschten Besuch gegeben hat...

 

Und siehe da: es gab ein paar Wühlstellen, aber die Trauben waren unversehrt - eine Stunde Arbeit im auffrischenden Wind - und sie standen zum Abtransport bereit, die drei letzten Kisten dieses ersten Ernteabschnittes:

 

drei

drei...

 

zwei

 

... zwei ...

 

eins

 

... eins ...

 

und  damit für heute.... Alles meins ... und nicht Schweins...:-)))

 


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21 septembre 2010 2 21 /09 /septembre /2010 18:54
Die 37. Weinrallye könnte für mich ein Heimspiel sein - Tout Blanc - Weißweine aus dem Süden Frankreich weinrallye-200.jpghat uns Stefan Schwytz vom Blog Baccantus aufgetragen, natürlich immer nach den Regeln, die man bei Thomas im Winzerblog nachlesen kann.

Nun Weißweine gibt es auch hier, selbst wenn man in Deutschland wohl eher mit Midi oder Südfrankreich, von der Provence übers Rhônetal bis zum Languedoc-Roussillon die Vorstellung von Roten verbindet. Und wenn das vor 30 Jahren in meiner speziellen Gegend im Hérault, bis auf den Fischwein Picpoul de Pinet aus der gleichnamigen Rebsorte und die Süßweine aus Muscattrauben, die eine eigene Appellation haben, eher stark oxydierte, wirklich nur von Liebhabern dieser Noten zu trinkende Tropfen aus Maccabeau, Grenache Blanc oder Carignan Blanc waren , so hat sich auf diesem Gebiet wohl am meisten verändert - durch die Einführung neuer Rebsorten, wie Chardonnay als Vin de Pays oder die "Améliorateure", die Verbesserer, die für die zum großen Teil erst neu erschaffenen AOCs Blanc der Region verpflichtend angepflanzt werden mussten: Viognier, Roussanne, Marsanne sollten den Grenache unterstützen oder gar ganz ersetzen. Vorbild waren wohl hier, mangels  eigener Tradition,  die Weißen aus dem Rhônetal, die schon damals eine gute Reputation, auch als Lagerweine hatten.
Da diese Appellationen oft erst 2005 in Kraft traten, hatten aber bis dahin viele, gerade erneuerungswillige Winzer, ihre eigenen Versuche gemacht und Sorten eingeführt, von denen sie glaubten, dass sie auf ihrem Terroir und in unserem Klima besonders gut gedeihen (und für viele: endlich auch ohne Aufzuckerung voll ausreifen) würden.  So gibt es seit Jahrzehnten einen hervorragenden Sauvignon Blanc in Château Coujan, bei Murviel, Daumas Gassac ist ja schon an anderer Stelle bei dieser Weinrallye behandelt worden. Viele dieser Weine fanden auch als Vin de Pays oder gar Vin de Table ihre Liebhaber.
Es gab sogar einen Winzer, der Riesling anpflanzte, in Höhenlage und mit einer Vergangenheit, die es ihm durchaus ermöglicht hätte, zu beweisen, dass diese Rebsorte auch hier zu großem fähig ist. Leider kam er dabei aber mit dem Protektionismus der Els#sser in Konflikt. und musste nach ein paar Jahren das Rebfeld roden, da es strikt verboten ist, diese Rebsorte außerhalb des Elsass anzupflanzen.
Und da das Languedoc auch schon lange ein Einwanderungsland ist, gibt es natürlich auch viele Quereinsteiger oder aus anderen Weinbaugebieten hierher gezogene Winzer. Sonne, relativ günstige Preise für das Land, die Schönheit und Vielfalt unserer Landschaften, all das zog gerade Zuwanderer aus dem Norden an (und tut es noch).  Zahlreich sind die, die zunächst eine Ruine fanden, als Fluchtpunkt für die Ferien, oft war ein Weinberg dabei, den sie zunächst als Hobby pflegten - dann sprang der Virus über- sie wagten den endgültigen Sprung, um ganz dieser Passion zu leben, die sie inmitten der knorrigen Rebstöcke, auf den farbenfrohen Märkten und in der kühle der alten Weinkeller erwischt hatte....
Inzwischen gibt es auch die Investoren, die das Land durchstreifen und ganze Güter aufkaufen, aus Bordeaux, aus den USA, Kanada, oft schon bekannte Namen, die davon profitieren, dass in einer Gegend, die ökonomisch in einer profonden Krise steckt, die Preise im Vergleich zu den berühmten "historischen" Appellationen  nur Peanuts sind - und wo der Boden durch die Pioniere, die zu Dutzenden mit der ersten Welle kamen, schon bereitet ist - sie haben es bewiesen: man kann im Languedoc große Weine machen. 

Die Winzerin, die ich mir für diese Weinrallye ausgesucht habe, gehört zu den Zuwanderern der ersten Stunde.  Hildegard Horat, ursprünglich aus der deutschen Schweiz, kam schon vor mehr als 30 Jahren in diese alte Scheune in Assignan, im Norden von 
Saint Chinian. La Grange des quatres Sous die 4 Groschenscheune, so hieß damals schon diese Ruine mit ihrem von hohen Mauern umschlossenen Innenhof, Stein für Stein war sie von einem früheren Besitzer errichtet worden, der sicher mehr Steine sein eigen nennen konnte, als Sous - und offensichtlich ein zäher Typ war. Aber der Name existierte schon, bevor Brecht eine Oper schrieb, die in Französisch L'opéra des quartre Sous heißt:-).



In den ersten Jahren reisten Hildegard und ihr damaliger Mann noch zwischen der Schweiz, wo Hildegard als Restauratorin in Kirchen auf die Wiederherstellung von falschem Marmor spezialisiert war,  und ihrer Ruine hin und her. Am  Anfang machten sie aus den alten Cinsaultreben im Weinberg  neben dem Haus einen einfachen Roséwein, der wieder in die Schweiz exportiert wurde, um so den Aufbau der Ruine mit zu finanzieren. Hildegard machte - so wie ich später - eine Ausbildung an der Weinbauschule in Béziers mit - einer ihrer Klassenkameraden war Thierry Navarre aus Roquebrun - ein Ausbilder war Daniel Domergue, den einige vielleicht von seinem Clos des Centeilles kennen, bei La Livinière, wo er auch als einer der ersten den Carignan wieder zu Ehren brachte.


Die Bilder, die noch von unserem  großen Fest bei der Hochzeit mit Claude Rudel stammen, zeigen Hildegard  1989 - links auf dem Bild sieht man sogar noch meinen Vater...



Auf dem Tisch schon die ersten Rotweine der Grange, les Serottes, Assemblage aus Cabernet Franc und Syrah, einem insoliten Mischsatz in einem großen Eichenholzfass von 600 l ausgebaut - von einem Schweizer Küfer, der die Front noch mit Skulpturen für sie verzierte - Trauben aus Rebfeldern, die als Lyre erzogen wurden, was noch seltener ist. 

Von den  8 ha, die das Gut heute umfasst, wurden 5 der Garrigue abgerungen - auf einem Kalksteinplateau hinter dem Dorf in 350 m Höhe - ich erinnere mich noch, wie hier riesige Maschinen die großen Steinbrocken zerschlugen - ein mondähnliches Feld... die großen Platten, die aus dieser Rodung stammen, konnten später wieder bei der Renovierung und dem Ausbau des Hauses verwendet werden, als Fensterstürze in den neu geschaffenen Öffnungen.

Aber zurück zu Hildegard, die das Gut seit über zehn Jahren alleine leitet und den Weinen in dieser Zeit ihren ganz persönlichen Stempel hat aufdrücken können - klar, wie zieseliert, voller Kraft für die Roten aus  Syrah, Cot, Cabernet, Mourvèdre, Cinsault und Grenache -  und von einer kaum sonst hier irgendwo erreichten Frische für die Weißen aus  Chardonnay,  Viognier und Marsanne.

Ihr neuer Lebenspartner,  Alioune Diop, hat sicher die Wahl des Namens der Cuvée inspiriert, die ich heute ganz besonders hervorheben möchte:  BU N'DAW , den man auch im Internet, wenn vielleicht auch nicht in Deutschland, findet. (ungefähr 10 €)




Von den einen als  "die Kleine", übersetzt, an anderer Stelle als "der kleine Irvin" handelt es sich hier um einen Weißwein, der auf dem Etikett als erster der Weine des Gutes afrikanische Akzente ins Design integrierte.
Frisch, wie alle Weißen der Grange, mit Noten weißer Früchte und von Zitrusfrüchten, vollmundig, je nach Jahrgang mehr Ähnlichkeit mit einem großen Chenin, als mit einem Weißen aus dem Süden, aber immer überraschend durch die kleine salzige Note im Abgang, die beim Verkoster die Frage nach der Rebsorte spätestens hier aufkommen läßt, ist dieser Wein einer meiner Lieblingsweißen geworden.  Noch ein Beweis? Nun, ich habe keine Flasche mehr im Keller gefunden, um auch den Inhalt uf einem Foto präsentieren zu können - das muss später nachgeholt werden...

Die Lösung des Rätsels: die Rebsorte kommt, wie ihre Winzerin, von weit her: es handelt sich um einen diskret mit petite Arvine angepflanten Weinberg, der Rebsorte aus dem schweizer Wallis, die für ihre hervorragende Säurestruktur bekannt ist, die es eben auch hier unter südlicher Sonne ermöglicht, diese Frische und Gradlienigkeit zu bewahren, die so typisch für Hildegards Weine ist, die die richtige Nase hatte, als sie diese Rebe auf ihre kargen Böden pflanzte, um aus beiden das Beste herauszuholen!
 

Ein Wein, mit afrikanischer Konsonnanz, einer Rebe aus dem Wallis und angepflanzt und vinifiziert von einer Schweizerin im Midi Frankreichs - ich hoffe, meine Wahl findet Gnade vor Stefans Augen, auch wenn es sich für die Gegend wohl eher um einen Außenseiter handelt.  

Und was meinen hauptsächlichen Weißweinkonsum angeht - muss ich noch verraten, dass ich - nostalgisch - voll auf Moselriesling stehe;-)?



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Published by Iris Rutz-Rudel - dans Weinrallye
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Unser Blog soll Ihnen die Gelegenheit geben, rund ums Jahr an den aktuellen Arbeiten auf unserem kleinen Gut in Südfrankreich teilzunehmen. Unsere Webseite stellt uns zwar bereits in drei Sprachen vor, aber wie viele Webseiten, ist sie eher statisch aufgebaut. Ein Blog  (es gibt ihn schon in Französisch: hier) erlaubt hingegen, viel spontaner, aktueller und auch weitläufiger über das, was wir tun, was uns bewegt und wofür wir uns sonst noch interessieren, zu schreiben.

Begleiten Sie mich also auf dem Weg durchs Winzerjahr. Hinterlassen Sie Ihre Kommentare oder stellen Ihre Fragen, damit aus diesem Blog ein lebendiges Kommunikationsmittel wird.

Ihre Iris Rutz-Rudel


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