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21 août 2011 7 21 /08 /août /2011 14:59

weinrallye-200.jpgEs soll ein Sommerthema sein, das da für die August-Weinrallye von Werk2 ausgerufen wurde, unter dem wohl nur im deutschsprachigen Raum möglichen Titel: Wasser in den Wein, alles Schorle oder was....

 

Nun hat schon mein Kollege von der Mosel, Harald Steffens so ungefähr alles historisch Wissenswerte in seinem Rallyebeitrag dazu gesagt.

 

Viel mehr kann ich dazu kaum beitragen - auch hier in Frankreich ist es natürlich nicht erlaubt, den Wein mit Wasser künstlich zu vermehren (mouiller)...bei Tisch gehört es höchsten in vielen ländlichen Familien zur Geschmackserziehung der Kinder dazu, ihnen das bei Tisch immer präsente  Wasser mit ein paar Tropfen Rotwein zu kolorieren...mit zunehmendem Alter ein paar Tropfen mehr... das nannte man dann in meiner französischen Schwiegerfamilie "den Wein taufen" (baptiser le vin).


Und natürlich wurde auch von den Erwachsenen im Hochsommer mittags der Wein auch schon mal mit Wasser verlängert...vor allem gegen Ende des Essens, wo (entschuldige, Harald;-) der letzte Weinrest im Glas gegen den Durst mit Wasser aufgefüllt wurde... aber eigentlich war und ist es eher üblich, einfach ein zweites Glas für den durststillenden Schluck Wasser mit einzudecken, das, frisch aus der Leitung in seiner Karaffe auf keinem Tisch fehlen darf. 

 

Und so ist es auch zu erklären, dass es mir nicht einfiele, in den Wein, der nach dem hier Goethe zugeschriebenen  Motto: das Leben ist zu kurz, um schlechten Wein zu trinken, sorgsam ausgesucht wird, dann Wasser oder gar noch Schlimmeres zu füllen. Das überlassen wir mit Schaudern den neureichen Russen oder Chinesen (die Nationalitäten lassen sich beliebig ergänzen oder austauschen;-), von denen immer wieder berichtet wird, dass sie selbst in Spitzenrestaurants angeblich hemmungslos Colagetränke in ihren Château Petrus gießen....

 

Das Kranenwasser muss schon sehr schlecht sein, damit ich es im Restaurant oder bei Freunden mit Wein desinfiziere (der dann leider eh meist der Wasserqualität entspricht, wie ich in langen Jahren herausgefunden habe).

 

eis und wasser

 


 

Deshalb: auch und gerade an den Hundstagen, wie sie hier im Moment Einzug gehalten haben, genieße ich unser hauseigenes Quellwasser pur.  und abends den reinen Wein .... sowieso .

 


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Published by Iris Rutz-Rudel - dans Weinrallye
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26 juillet 2011 2 26 /07 /juillet /2011 16:46

Es gibt ja nicht nur hippe Designunternehmen, wie hier auf einem ziemlich witzigen Video der jungen französischen Weinbloggerin Nina Izzo vorgestellt, die sich Gedanken über die Wiederverwendung des kostbaren französischen Eichenholzes machen, aus denen unsere Barriques gemacht sind. Auch hier wurde ja schon häufig darüber geschrieben.  

 

Natürlich ist die einfache Lösung der Blumenkübel oder die Hundehütte, wie zu den Zeiten, als wir in Lisson noch Hunde hatten...

 

Bruno-Barrique.jpg

 

 

oder die kleinen Tische aus den Kopfplatten, die uns bei Besuch vor dem Haus und im Keller so gute Dienste leisten und die meine Leser ja schon  von Klaus macht ein Fass auf kennen;-)!

 

http://img.over-blog.com/354x283/0/13/35/04/collagen/collage-fass-aufmachen.jpg

 

Wie damals schon gesagt, blieb jetzt noch eine Verwendung für die Dauben zu finden - auch da gibt es (siehe oben) zahlreiche originelle Ideen, wie man daraus Sessel, Regale oder auch Flaschenständer machen kann - und kamen sie gerade richtig, um unsere draußen in zwei Sommern und Wintern verrotteten Gartenstühle dauerhaft zu reparieren. Eine detailliertere Fotostrecke dazu sieht man hier im making of. 

 

http://img.over-blog.com/300x212/0/13/35/04/NomJuillet-2011-du-dossier/chaises-le-resultat.jpg

 

Blieben schließlich nur noch die Endstücke der Dauben, die für die Sitzplanken abgesägt wurden - immer noch zu schade, um sie einfach zu verfeuern. Und so gabs noch ein paar bunte Buchstaben, Stil "Kindergarten", die jetzt das Gitter vor den Gasflschen zieren und hervorragend zu den darunter hängenden "Nasen" passen - aber was das ist, wird erst später verraten - versprochen

 

Resteverwertung 2

 

So konnten wir beweisen, dass beim Barrique, wie beim Schwein alles wiederverwendbar und gut ist, wie eine französische Volksweisheit sagt: Dans la barrique,comme dans le cochon, tout est bon! 

 

....sogar der  Wein, aber davon sollten sie sich besser bei einem Besuch in Lisson selber überzeugen...

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10 juin 2011 5 10 /06 /juin /2011 13:40

 

 

weinrallye brotbutterweine1

 

Weinreich ruft auch in diesem Jahr wieder zu einer Weinrallye auf. Brot und Butter Weine - verbunden mit dem € Symbol, wie man auf dem extra für die Rallye geschaffenen Logo unschwer erkennen kann, geht es hier um Geld, für den Winzer, der mit einem in der Produktion kostengünstigen Wein, den er möglichst schnell und in großen Mengen verkauft, seine Kasse füllt und vielleicht die Produktion anspruchsvollerer Weine damit finanzieren kann - und für den Konsumenten, der durch den Kauf solcher Weine seinen täglichen Bedarf zu kleinem Preis deckt - und sich die teureren Flaschen so für besondere Anlässe auf"spart".

 

Damit ist eigentlich schon klar, warum es solche Weine in Lisson nicht gibt: als Winzer in extrem schwierig zu bearbeitenden Lagen, die alle gleich viel Aufwand und Arbeitsstunden erfordern, wo nicht mit dem Einsatz von Maschinen die Kosten rationalisiert werden können, mit der Entscheidung, durch entsprechende Maßnahmen im Weinberg - von der Wahl des Pflanzmaterials über den strengen Rebschnitt bis hin auf den Verzicht auf künstliche Düngung und umfangreiche Spritzungen gegen alle Arten von Schädlingen - nur geringe Ertragsmengen zu erreichen - und der konsequenten Fortführung dieser Strategie im Keller: keine Zusatzstoffe, die unvollkommenes Lesegut "retten" könnten, langer Barriqueausbau mit entsprechendem Schwund an Volumen bei den Abzügen, natürliche Klärung und Verzicht auf Filtration, die zu einem höheren Aufkommen von bei der Abfüllung im Fass zurückbleibenden Bodensätzen (und damit wieder ein paar Flaschen weniger) führen - produziere ich  zwar im Endergebnis den Wein, von dem wir leben und uns manchmal auch noch etwas Butter aufs Brot kaufen können, aber der Definition, die Weinreich vorschwebt, entsprechen die natürlich nicht:-).

 

Und als Weintrinker habe ich das gleiche Problem: ich trinke nicht täglich Wein, und wenn, dann finde ich, dass der alte Spruch "Das Leben ist zu kurz, um schlechten Wein zu trinken", den ich lieber in "um langweiligen Wein zu trinken" umwandele, bei mir zum Auswahlkriterium für meine Einkaufsentscheidungen gehört.

 

Deshalb begenen mir Brot und Butter Weine eigentlich nur immer bei anderen, wo ich sie mit sehr viel Maß zu mir nehme und mich dann lieber auf die Geselligkeit und den Käse zum Brot konzentriere - und eigentlich nie den Wunsch verspüre, mir den Namen des Weins, der da neben dem Wasserglas gegen den Durst auf dem Tisch steht, dauerhaft zu merken:-).

 

Abend-auf-der-Terrasse---Wein-und-Knabberei

 

Das können dann durchaus angenehme Abende auf der Terrasse werden, wie ich sie hier bei einer ähnlich gelagerten Weinrallye über Wein und Knabberei bereits beschrieben habe - nur ist eben der Wein an diesen Erinnerung nur sehr zweitrangig beteiligt:-).

 


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Published by Iris Rutz-Rudel - dans Weinrallye
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20 mai 2011 5 20 /05 /mai /2011 16:46

Das Frühjahr bringt immer wieder zahlreiche Besucher nach Lisson. Besonders gefreut haben wir uns über den Besuch von  Laurent Crouzet, vom Restaurant La Table de Roueire zwischen  Béziers und  Narbonne, der an seinem freien Tag mit der ganzen Familie kam, um unsere Weine an ihrem Ursprungsort kennen zu lernen.

 

 

Ein etwas überraschender Besuch,denn unsere Weine sind bisher von den Restaurants der Gegend eher ignoriert worden, ihre Küche ist eher auf Touristen ausgerichtet mit wenigen Standartgerichten - und einer Auswahl von Weinen, die zwar aus der Gegend stammen, aber meist auch in den umliegenden Supermärkten in der unteren Preisklasse anzutreffen sind. Diese Weine zum reduzierten Tarif für Wiederverkäufer, erlauben es , auch bei vierfachem Verkaufspreis noch sehr rentabel für das Restaurant zu sein und ihre Auswahl erfordert kein besonders geschultes Personal, das den Kunden über die Farbe (weiß, rot oder rosé ?) hinaus beraten könnte,. Auch der Restaurantskunde kann so sicher sein, dass er in seinen gewohnten Konsumgewohnheiten nicht verstört wird - the same procedure as every day at home - auch hier ist Geiz inzwischen durchaus geil.... 

Die größte Überraschung für mich war also beim Blick auf die  Webseite  von Laurent Crouzet seine schöne Speisekarte, mit den  Menus, die schon durch die Wahl der Gerichte zeigt, dass man hier wirklich regionale Spezialitäten aus hervorragenden Zutaten mit origineller Zubereitungsart finden kann:-)!

 


 

table de roueire

 

Ich fühle mich also durchaus geehrt, dass dieser junge Küchenchef, den ich als einen besonders engagierten Menschen kennen gelernt habe, der ohne auf modischen Firlefanz abzufahren, wirklich auf der Suche nach dem authentischen Geschmack der Dinge ist, unsere Jahrgänge 1999 und 2001 der Weine von Lisson seiner schon sehr schönen Weinkarte regionaler Weine hinzugefügt hat - auf der sie sich in sehr guter Gesellschaft finden:-)!

 

 

Seine Lisson 1999  - Sammlerstücke schon fast, da im Keller nicht mehr verfügbar, hat er übrigens bei Philippe Catusse im Chameau Ivre in Béziers gefunden, einer Weinbar/, dessen Besuch man nicht versäumen sollte, wenn man die Gegend im Urlaub als Weinliebhaber  besucht.

 

Also meine Empfehlung für Ihren nächsten Urlaub im Süden Franreichs:  La Table de Roueire, eine Adresse, die auch wie in diesem Sommer unbedingt besuchen werden! 

 


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Published by Iris Rutz-Rudel - dans Essen und Trinken
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20 mai 2011 5 20 /05 /mai /2011 15:56

Unsere Weine haben vor kurzem die weite Reise nach Paris angetreten - ein Video , das die "Lieblingsweine dieser Verkostung und ihre "Liebhaber" aus der französischen Weinbloggerwelt vorstellt, wurde freundlicherweise vom Mitorganisator der Verkostung der "Weine bloggender Winzer" (eine Web 2.0 Idee, die Dirk Würtz oder Thomas Lippert gefallen hätte;-), online gestellt. Unser Dank geht also an  Antonin Iommi-Amunategui, in Frankreichs Web-Szene besser bekannt auch als Vindicateur .

 

 

  hedoniste video

Es waren also hauptsächlich Pariser Weinfreaks, oft eben auch selber Weinblogger, die zu diesem besonderen Verkostungsabend in die Weibar/ Restaurant L'Hédoniste gekommen waren. Vielesehr jung, wie Pauline Boet vom Blog  EyesWineOpen, aber auch weniger junge, wie der im Weinweb durch seine täglichen Artikel sehr bekannte d Jacques Berthomeau , der das Ereignis auch ausgiebig auf seinem Blog Espace de Liberté - angekündigt hatte - zu viele, um alle hier zu nennen:-).

 

 

Jeder konnte also seinen "Lieblingswein" für das Videov vorstellen - zahlreich waren die Liebhaber der Naturweine, wie die des Clos Romain, die seit einigen Jahren gerade in Pariser Weinbars sehr en vogue und natürlich gerade für junge Weineinsteiger ideal sind, durch ihren primärfruchtigen, süffigen Charakter, der den Charme frischen Traubensaftes hat, ohne durch strengere Tannine oder zu viel Alkohol beim Schlucken zu irritieren. Aber auch erfahrenere Weinliebhaber kamen auf ihre Kosten, für die ein Wein auch schon mal Ecken und Kanten und ein ausgeprägteres "Mundgefühl" haben darf - manche Tropfen brauchen eben mehr Zeit, als die jung abgefüllten und zu konsumierenden Naturweine, Zeit und Geduld für ihre Weinbereitung, die Reifung im Keller, wie für den Moment, in dem man sie genießen will. 

 

Ich habe mich sehr gefreut, dass meine Kollegin Isabelle Perraud aus dem Beaujolais, die als einzige Winzerbloggerin die Reise zur Verkostung nach Paris gemacht hatte, zu denen zählte, die einen Lisson Wein, unseren Clos du Curé 2008 (eine Assemblage aus Pinot und Cabernets) besonders schätze, eine Assemblage, die wir zum ersten Mal gewagt haben und die noch weit von der Flaschenreife entfernt ist: 

 

Isabelle

 

Aber sie kannte ja auch   bereits unsere Weine  - und das schon von unserem ersten Treffen der  Winzerblogger  in Bordeaux, vor fast zwei Jahren, wie auch von einem Tag, den wir gemeinsam auf der MillésimesBio  diesen Winter in Montpellier verbracht haben. 

 

Der andere Weinprofi, der unseren  Mourvèdre für seine Analyse auf dem Video gewählt hat, ist ebenfalls ein "altgedienter" Weinblogger. Jahrelang Sommelier in berühmten Pariser Restaurants, hat sich Emmanuel Delmas, vom  blog Sommelier, inzwischen entschieden, selbständig zu arbeiten und ist federführend an der Erarbeitunge eines der ersten französischen Programms über Wein im Fernsehen mitzuarbeiten - bisher noch durch die strengen französischen Anti-Wein-Werbungsgesetze gezwungen, die Ausstrahlung wohlmöglich ins benachbarte Belgien zu verlegen. Sein fachkundiger und differenzierter Kommentar zu meinem Wein hat mich sehr gefreut und berührt.

 

 

emmanuel

Natürlich war es auch angenehm, nach diesem Abend in Paris zahlreiche Kartons auf die Reise zu schicken,  die auch denen, die unseren Wein noch nicht bei unserem bisher einzigen  Fachhändler in der Hauptstadt entdeckt haben, die Möglichkeit gibt, sich in aller Ruhe eine eigene Meinung zu bilden.  

 

Also noch einmal herzlichen Dank an Eva und Antonin, zwei im Social Networking sehr engagierten jungen Weinfreunden, die diesen Abend aus eigener Initiative (und mit auf ihre Kosten bei uns bestellten Weinen - man höre und staune)  organisiert haben. Und natürlich auch dem Besitzer des l'Hédoniste,  der seine Räumlichkeiten an seinem "freien Tag" für unsere Weine zur Verfügung gestellt hat..

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22 mars 2011 2 22 /03 /mars /2011 18:36

 

 

 

Schon wieder das Datum einer Weinrallye knapp verpasst, dabei schien mir diese 43. Weinrallye. weinrallye-200.jpgausgerufen vom Blog Weinkaiser zum Thema Riesling Spätlese gute Chancen zu bieten, etwas passendes in meinem Keller zu finden. Aber dann stellteich fest, dass ich über meine Lieblingsrieslinge von meinen beiden Lieblingswinzern schon bei anderen Weinrallyes ausführlich berichtet habe.

 

Sobei der Weinrallye # 3 Riesling aus Bio-Anbau  über den Riesling meines Winzerkollegen Bruno Schueller aus Husseren-les-trois-Châteaux aus dem Elsass und seinen AOC Grand Cru Pfersigberg aus dem Jahrgang 2005.

 

Schueller-Riesling-Grand-Cru-Pfersigberg-2005.jpg

 

Natürlich ist das keine "Spätlese", sondern "einfach" ein sehr guter Wein aus reifen Rieslingtrauben einer hervorragenden Lage. Spätlese gibt es ja imElsass als "Vendange Tardive" ein geschützer Begriff, der in anderen Appellationen Frankreichs nicht benutzt werden darf und für überreif geerntete Trauben mit so hohem Alkoholgehalt steht, dass auf jeden Fall eine größere Restsüße als sonst auch bei den hierzulande üblichen, trocken ausgebauten Weinen übrig bleibt.

Also bei diesem Wein eine späte Lese, die sicher den Kriterien einer deutschen Prädikats-Spätlese entsprechen würde, die aber nichts mit den in Frankreich darunter verstandenen Süßweinen zu tun hat.

 

Und auch in der Weinrallye # 21: deutscher Riesling von nobler Herkunft ging es nicht um Allerweltsweine, sondern - eben wie im Elsass, eher um die besonders gute Lage, die die Qualität der Trauben begünstigt. Und da wurde ich ja auch mit einem deutschen Riesling von der Mosel, von meinem Lieblingsweingut Steffens-Kess fündig, auf dessen Winzer-Blog Kollege Harald Steffens  bei dieser Weinrallye sehr schön seine Definition von Spätlese beschreibt:

 

"Eine Spitzentraube für eine Riesling Spätlese. Dann braucht man keine Mostwaage oder andere Analysen, sehen, riechen und schmecken reicht aus. Nun noch schonend in kleinen Erntekisten zur Weinpresse bringen und dann darf der Kellermeister ran. Dessen Aufgabe beschränkt sie darauf, die 100% Geschmack, die in der Traube sind, nach Möglichkeit verlustfrei in die Weinflasche zu bekommen."


Und dass er das schafft, der Harald, Steffens hat ihm bei dieser 43.Weinrallye ja auch ein weiterer Kollege und Winzer-Blogger, Bernhard Fiedler aus Österreich bestätigt,der seinen Burger Hahnenschrittchen Spätlese 2009 probierte und für sehr gut befand.


Ich habe 2009 die  Reiler Goldlay Auslese 2007 probiert, also leider keine seiner Spätlesen - und auch vor wenigen Tagen die Version 2009 dieses wunderschönen Weins.

 

http://idata.over-blog.com/0/13/35/04/geologie/bouteille-Steffens.jpg

 

Damit falle ich also auch  aus dem Rahmen dieser Weinrallye, obwohl ich zugeben muss, dass mir die Klassifizierung nach dem deutschen System eh nicht besonders aussagefähig erscheint. Schließlich ist eine Einstufung nach Oechslegraden doch eine etwas dünne Unterscheidung, vor allem in Jahren, in denen die Trauben natürlich reifen und bei Winzern, die durch das Vermeiden von Überproduktion (in Frankreich nennt man das, die Reben "pissen lassen") eh jedes Jahr nach ausgewogen reifem Traubengut streben, das es erlaubt, auch im Keller ohne schönende (und manchmal auch entstellende) Hilfsmittel auszukommen...

Also nicht nur ein verspäteter, sondern eigentlich ein "Nicht-Beitrag" zu dieser Weinrallye, die mir aber erlaubt hat, mir über die unterschiedliche Fokussierung des französischen und deutschen Prädikatssystems etwas klarer zu werden... und gleichzeitig darüber, dass die Arbeitsweise wirklich guter Winzer, die vor allem die Qualität der Arbeit im Weinberg und die ganzheitliche Qualität der Trauben bei der Ernte in den Mittelpunkt stellen, die man eben eher "schmeckt" als "misst", da auch sie  ein komplexes Gebilde ist und mehr als nur ein bestimmter Zuckergehalt....


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Published by Iris Rutz-Rudel - dans Weinrallye
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22 février 2011 2 22 /02 /février /2011 10:55

"Ein besonderer Spaß, wie ich finde nicht nur für Winzeraspiranten, ist der « Virtuelle Rebschnitt », den Professor Blaich von der Universität Hohenheim ins Internet gestellt hat.

 

  virtueller Rebschnitt

Mit diesem kleinen Programm kann man mehrere Jahre Wachstum eines Rebstocks simulieren und ihn selber in Form bringen

 

Für mich ein „Computerspiel“, das mir weit sympathischer ist, als alle Egoshooter .

Und wenn ich wirklich mal entnervt bin und Dampf ablassen muss, ist es immer noch besser, ich mache meinem Rebstock am Bildschirm den Garaus, statt in der freien Natur meines Weinbergs, wo er länger brauchte, um sich von einer solchen Attacke zu erholen."

 

Das Original des Artikels, aus dem dieser Auschnitt stammt, findet man auf diesem Blog unter dem Datum des 23. November 2006 hier. Die Erlaubnis zur Wiederverwendung der Blogautorin, sowie die Erlaubnis von Professor Blaich für die Veröffentlichung einer französischen Version seiner Simulation auf der Downloadseite von www.olargues.info liegen vor.

 

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22 février 2011 2 22 /02 /février /2011 10:22

 

Der Winter, bis Ende März, wo hoffentlich dann der Frühling endlich da sein wird, ist bei uns Winzern dem Rebschnitt gewidmet. Und auch wenn jeder Rebstock anders ist und seine individuelle Behandlung fordert, ist der Ablauf doch immer wieder gleich.
Deshalb erlaube ich mir, einen älteren Artikel, der das gut zusammenfasst, aus meinen eigenen Archiven zu holen, selbst die Einleitung ist auch in diesem Jahr noch / wieder aktuel - der geneigte Leser dieses Winzertagebuchs möge mir also die ökonomische Copy-Paste-Methode verzeihen - den Originalartikel findet man hier, die Zustimmung der Autorin wurde eingeholt.
Nur das mit dem Wetter und dem Sonnenschein stimmt leider in diesem Jahr nicht so ganz: immer noch eher feucht-kalt mit vielen Schauern und Wind, die die Arbeit noch nicht zum Vergnügen machen...
Zitat Anfang:
"Nach einem  ausgedehnten, teils interessanten, teils befremdenden aber auch amüsanten längeren Ausflug in die Welt der deutschen Weinblogger, sei's als Beobachter ihrer Querelen, sei's als rasender Weinrallyereporter, ist jetzt wieder Ruhe in Lisson eingekehrt und die Winzerin widmet sich ihren eigentlichen Aufgaben.

Zum Glück ist das schöne Wetter auch zurück - also Rendez-vous avec le Soleil beim Winterschnitt im Weinberg. 


Rebschnitt 1

Über den Ablauf dieser zeitaufwändigen Arbeit, bei der man eine der wichtigsten Grundlagen für  die Qualität des kommenden Jahrgangs legt, habe ich ja schon Anfang Januar berichtet.  Da gibt es auch Links auf frühere Artikel zu diesem Thema und Quellen bei anderen Winzerbloggern.

Seit gestern gibt es aber zum erstem Mal auch Fotos  davon. Alle vorausgehenden Versuche, mit Rechts zu schneiden und mit Links  gleichzeitig die Raiser und  die Kamera zu halten und dabei etwas anderes als ein Stück  Ärmel oder eine Schuhspitze  aufs Bild zu bannen, schlugen in den vergangenen Jahren kläglich fehl.

Diesmal unterbracht Klaus freundlicherweise  kurz seine Holzfällerarbeiten  im benachbarten Grüneichenwäldchen , um mich auf frischer Tat im Bild festzuhalten.


undefined

Ich arbeite, wie schon berichtet, mit einer elektrischen Rebschere der Firma Electrocoup (und bekomme für diese Schleichwerbung keinerlei Rabatte oder Sonderklicks:-)). Sie wird  mit Akupacks betrieben wird, die man wie einen kleiner Rucksack auf den Rücken schnallt und für ungefähr 8 Stunden Autonimie garantieren, ehe man sie wieder aufladen muss. Vorne hängt, wie beim Sherif im wilden Westen  ein Lederhalfter am Gürtel, in das man die Schere stecken kann, wenn man mal ein paar Schritte läuft, um  den Rücken zu strecken.

Winterschnitt taille

Meine Haltung auf den Fotos ist natürlich besonders schlecht fürs Kreuz und geradezu unprofessionell - auch bei geringen Steigungen sollte man sich immer unterhalb des Rebstockes positionieren und so gegen den Hang geneigt arbeiten, um den Rücken zu schonen.  Aber was tut man nicht alles für eine Fotosession...

Wie schon im Januarartikel erklärt, forme ich hier nach dem Gobelet- oder Becherschnitt. Man sieht auch am nicht gestutzten Rebstock hinter mir, dass es sich beim Mourvèdre um eine Rebsorte mit sehr wenig biegsamen, aufrecht wachsenden Ruten handelt, weshalb man hier auch auf jede Form von Stütze oder Anbinden verzichten kann. Man muss bei solchen Rebsorten nicht fürchten, dass die Ruten mit den Blättern später am Boden liegen und so die weiteren Arbeiten behindern, wie z.B. das regelmäßige Sensen unserer Dauerbegrünung, den Durchgang für eventuell notwendige Spritzungen oder auch, ganz am Ende, die Ernte.

Die im Idealfall auf 5 bis 6 fruchttragende Ruten beschränkten Weinpflanzen sind durch diese aufrechte Haltung auch immer ideal durchlüftet, so dass keine Staunässe entsteht und eventuelle Feuchtigkeit nach Regen schnell wieder abtrocknet. Das spart Spritzmittel und ermöglicht in trockenen Jahren, wie z.B. 2007, mit nur einer Kupferkalkspritzung im Juli die Pflanzen ausreichend zu schützen - in nördlicheren oder westlicheren Breiten ( Champagne oder Bordeaux) konnten die Kollegen im letzten Jahr in ihren regengebeutelten Weinfeldern mit starkem Befall von falschem Mehltau nur davon träumen.


Mourvedre

Hier ein schön offen geformter Stock, an dem man deutlich sieht, dass das Innere für die spätere Sonneneinstrahlung und damit für eine maximale Fotosynthese gut geöffnet ist.

Der kurze Anschnitt ist auf dem letzten Foto dieser Serie gut zu erkennen. Ich schneide  so, dass über dem schlafenden Auge an der Basis des Pfropfens ein freies Auge für den zweiten Fruchtreiser bleibt.


courson Pfropfen

Damit sind von meiner Seite die Weichen für die angestrebte Ertragsmenge gestellt - den Rest bestimmt das Klima des Jahrgangs. Nach unserer Erfahrung sollte man beim Mourvèdre eine Etragsmenge von 20 bis 25 hl pro Hektar nicht übersteigen, wenn man konzentrierte Weine mit hoher Lagerfähigkeit für den Barriqueausbau anstrebt, wie sie auch von den besseren Traditionsgütern in Bandol gemacht werden.

Mourvèdre gehört seit einigen Jahren auch zu den Verbesserungs-Rebsorten (cépages améliorateurs) der meisten hiesigen AOCs, wie Saint Chinian, Faugères und generell die Weine der Coteaux du Languedoc. Die Rebsorten Mourvèdre, Syrah, Grenache und Lledoner Pelut  müssen  mindestens 40% (seit 2005 50%) der Anbaufläche eines AOC Winzers ausmachen und neben den traditionellen Rebsorten Carignan und Cinsault auch zu entsprechenden Mindestanteilen (Mourvèdre mindestens 5%) in die Mischsätze (Assemblages) aufgenommen werden. Reine Rebsortenweine, wie wir sie in Lisson oft aus 100% Pinot Noir oder 100% Mourvèdre erarbeiten, sind vom AOC ausgeschlossen und müssen als Vin de Pays oder, wie in Lisson, als Vin de (très bonne) Table gekennzeichnet werden. "  
Ende des Zitats!

Im ursprünglichen Artikel folgten am Ende noch ein paar Zahlen zu den Verdienstmöglichkeiten französischer Winzer,  bei unterschiedlichen Ertragsmengen als AOC oder Vin de Pays, die ich hier weglasse, weil mir meine Arbeit keine Zeit ließ, die Angaben zu aktualisieren und das durch entsprechende Recherchen mit Quellenangaben zu untermauern - aber rosig sieht es immer noch nicht aus... soviel steht fest.


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Published by Iris Rutz-Rudel - dans Arbeit im Weinberg
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29 janvier 2011 6 29 /01 /janvier /2011 17:40

weinrallye-200.jpg

 

 

Bernhard Fiedler hatte die Idee, diese Kategogie "zwischen den Jahren" zum Thema der 41. Weinrallye : Sandwichweine zu nennen.

 

Neben der dominierenden Masse der Jungweinliebhaber gibt es aber auch eine kleine Gruppe von Weinfreunden, die gereifte Weine hochhält. Jahre- und jahrzehntealte Spitzengewächse werden zu schier unglaublichen Preisen gehandelt.

....

Wie schmecken solche “Sandwich-Weine” zwischen unbändigem Jugendcharme und der noblen Größe des Alters? Welche Sorten und/oder Weinstile präsentieren sich in dieser Entwicklungsphase besonders schön? Und welche weniger?

 

Nachdem besonders Dirk Würtz ja schon im vergangnen Jahr die Diskussion über den Jungweinwahn aufgenommen hatte, bietet sich hier also die Gelegenheit, einmal gemeinsam die Probe aufs Exempel zu machen.

 

Ein schönes Beispiel für beides, den Jungweinwahn der Verbraucher, der sich im Suchverhalten der Einkäufer wiederspiegelt und das Bemühen der Winzer, die Weine machen, die sich dieser Mode nicht unterwerfen wollen und versuchen, Überzeugungsarbeit zu leisten, indem sie bewußt  (und nicht, weil ihre älteren Weine keinen Absatz gefunden hätten) auch gereifte Weine anbieten, fand ich zu Beginn dieser Woche während  der Messe Millésime Bio 2011 in Montpellier,genauer gesagt auf einer Parallelveranstaltung einer Gruppe von 40 Winzern der Richtung Naturweine, die sich zum wiederholten mal unter dem Namen "La Remise" unweit von Montpellier in einem intimere Saal bei Castries traf.

 

Belasem und VéroBernard Bellahsen im Gespräch mit Jungwinzerin Véronique Attard (Mas Coris)

 

 

Bernard Bellahsen, von der Domaine Fontedicto in Caux, zwischen Pézenas und Faugère im Languedoc, ist einer der Pioniere der Biodynamie im Midi (35 Jahre Praxis), einer der ersten Winzer, die schon vor 20 Jahren wieder mit Kaltblütern seine Weinberge pflügte, so bekannt unter den Liebhabern von Bio-Weinen, bei denen auch im Keller die strengsten Kriterien beachtet werden, dass er keine Mühe hätte, seine Weine auch jung zu komerzialisieren.

Er war bei meinem Eintreffen gerade wieder in ein Gespräch mit deutschen Weinhändlern verwickelt, die mit dem Hinweisauf die Vorlieben ihrer Kundschaft nicht sehr interessiert waren, die angebotene Vertikalverkostung seiner Weine zurück bis zum Jahrgang 2002 mitzumachen...

 

Fontedicto 2002

Bernards Argument, dass es zu seiner Philosophie gehört, Weine nicht nur langsam und sorgfältig zu vinifizieren, sondern ihnen auch die angemessene Zeit für eine erste Flaschenreifung zu gönnen, die den sonnengereiften Trauben aus Syrah und Grenache auch die Zeit läßt, ihre sekundären Aromen zu entwickeln, Tannine zu verschmelzen  und über den primären Fruchtcharakter hinaus zu kommen, zu mehr Komplexität, die eigentlich einen Winzerwein ausmachen sollte, kann wohl nur schwer das rein nachfrageorientierte Verhalten mancher Einkäufer für den schnellen Markt überwinden.

 

Nun, umso schöner war es, nach dem 2009, 2008 auch die von Bernhard angefragten Jahrgänge 2005 und 2006 probieren zu können - deutlich schon ausgewogener, als die durchaus beeindruckenden Jungspunde, jeder auf seine Weise, da bei diesem Winzer natürlich auch der authentische Ausdruck des Jahrgangs Vorrang vor einem homogenisierten Standardgeschmack hat.

 

Natürlich ging mein Herz dann beim 2002 erst recht auf - knapp 8 Jahre auf der Flasche sind  für einen gut gemachten Wein aus den im Languedoc aus den für den AOC empfohlenen Rebsorten kein Problem:-). Es kommt eben, wie immer,  auf die sorgfältige Arbeit des Winzers in Weinberg und Keller an.

 

outsiders

 

Ein weiteres Beispiel fand ich beim Empfang im Chez Boris der Outsiders Rocking the Languedoc, einer Gruppe von Winzern, deren Gemeinsamkeit hauptsächlich darin besteht, dass sie ursprünglich aus aller Herren Länder stammen, alle ursprünglich auch aus anderen Berufen, die sich in den letzten Jahren mit viel Engagement und Begeisterung und Liebe zu ihrer neuen Heimat, um ihre Weinberge und Keller kümmern. 

 

Propietors Reserve 2006

 

Der 2006er Proprietors Reserve von O'Vineyards, dem Gut der Eltern von Ryan O'Connell, aus dem Umland von Carcassonne, eine Assemblage aus Syrah und Cabernet Sauvignon, zeigte sich von einer sehr schönen Seite - die Syrah blendete nicht durch ihren im Süden oft aufdringlich parfümierten Fruchtcharakter, sondern zeigte eher die pfeffrigen Noten und die Tiefe eines Côte-Rotie. Der Cabernet  dieser nicht sehr verbreiteten Verbindung ( Eloi Dürrbach von Trevallon hatte sie vor 25 Jahren eingeführt und dadurch gleich das Recht auf seine AOC für den Wein verloren) gibt zum jetzigen Zeitpunkt der Entwicklung dem Wein eine solide Grundlage . Noch ein paar Jahre zu beobachten:-)!

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Published by Iris Rutz-Rudel - dans Weinrallye
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31 décembre 2010 5 31 /12 /décembre /2010 23:59

Wir wünschen allen Freunden von Lisson, unseres Weinbergs, unserer Weine, vergangenen und zukünftigen Besuchern, Liebhabern unserer Weine und solchen, die sie erst noch entdecken wollen:

 

alles Gute und Schöne für das Neue Jahr 2011!

 

ein gutes neues Jahr 2011

 

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Published by Iris Rutz-Rudel - dans Allgemeines
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Unser Blog soll Ihnen die Gelegenheit geben, rund ums Jahr an den aktuellen Arbeiten auf unserem kleinen Gut in Südfrankreich teilzunehmen. Unsere Webseite stellt uns zwar bereits in drei Sprachen vor, aber wie viele Webseiten, ist sie eher statisch aufgebaut. Ein Blog  (es gibt ihn schon in Französisch: hier) erlaubt hingegen, viel spontaner, aktueller und auch weitläufiger über das, was wir tun, was uns bewegt und wofür wir uns sonst noch interessieren, zu schreiben.

Begleiten Sie mich also auf dem Weg durchs Winzerjahr. Hinterlassen Sie Ihre Kommentare oder stellen Ihre Fragen, damit aus diesem Blog ein lebendiges Kommunikationsmittel wird.

Ihre Iris Rutz-Rudel


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