Overblog Suivre ce blog
Administration Créer mon blog
8 février 2008 5 08 /02 /février /2008 20:00
Nach einem  ausgedehnten, teils interessanten, teils befremdenden aber auch amüsanten längeren Ausflug in die Welt der deutschen Weinblogger, sei's als Beobachter ihrer Querelen, sei's als rasender Weinrallyereporter, ist jetzt wieder Ruhe in Lisson eingekehrt und die Winzerin widmet sich ihren eigentlichen Aufgaben.

Zum Glück ist das schöne Wetter auch zurück - also Rendez-vous avec le Soleil beim Winterschnitt im Weinberg. 

Rebschnitt 1

Über den Ablauf dieser zeitaufwändigen Arbeit, bei der man eine der wichtigsten Grundlagen für  die Qualität des kommenden Jahrgangs legt, habe ich ja schon Anfang Januar berichtet.  Da gibt es auch Links auf frühere Artikel zu diesem Thema und Quellen bei anderen Winzerbloggern.

Seit gestern gibt es aber zum erstem Mal auch Fotos  davon. Alle vorausgehenden Versuche, mit Rechts zu schneiden und mit Links  gleichzeitig die Raiser und  die Kamera zu halten und dabei etwas anderes als ein Stück  Ärmel oder eine Schuhspitze  aufs Bild zu bannen, schlugen in den vergangenen Jahren kläglich fehl.

Diesmal unterbracht Klaus freundlicherweise  kurz seine Holzfällerarbeiten  im benachbarten Grüneichenwäldchen , um mich auf frischer Tat im Bild festzuhalten.

undefined

Ich arbeite, wie schon berichtet, mit einer elektrischen Rebschere der Firma Electrocoup (und bekomme für diese Schleichwerbung keinerlei Rabatte oder Sonderklicks:-)). Sie wird  mit Akupacks betrieben wird, die man wie einen kleiner Rucksack auf den Rücken schnallt und für ungefähr 8 Stunden Autonimie garantieren, ehe man sie wieder aufladen muss. Vorne hängt, wie beim Sherif im wilden Westen  ein Lederhalfter am Gürtel, in das man die Schere stecken kann, wenn man mal ein paar Schritte läuft, um  den Rücken zu strecken.

Winterschnitt taille

Meine Haltung auf den Fotos ist natürlich besonders schlecht fürs Kreuz und geradezu unprofessionell - auch bei geringen Steigungen sollte man sich immer unterhalb des Rebstockes positionieren und so gegen den Hang geneigt arbeiten, um den Rücken zu schonen.  Aber was tut man nicht alles für eine Fotosession...

Wie schon im Januarartikel erklärt, forme ich hier nach dem Gobelet- oder Becherschnitt. Man sieht auch am nicht gestutzten Rebstock hinter mir, dass es sich beim Mourvèdre um eine Rebsorte mit sehr wenig biegsamen, aufrecht wachsenden Ruten handelt, weshalb man hier auch auf jede Form von Stütze oder Anbinden verzichten kann. Man muss bei solchen Rebsorten nicht fürchten, dass die Ruten mit den Blättern später am Boden liegen und so die weiteren Arbeiten behindern, wie z.B. das regelmäßige Sensen unserer Dauerbegrünung, den Durchgang für eventuell notwendige Spritzungen oder auch, ganz am Ende, die Ernte.

Die im Idealfall auf 5 bis 6 fruchttragende Ruten beschränkten Weinpflanzen sind durch diese aufrechte Haltung auch immer ideal durchlüftet, so dass keine Staunässe entsteht und eventuelle Feuchtigkeit nach Regen schnell wieder abtrocknet. Das spart Spritzmittel und ermöglicht in trockenen Jahren, wie z.B. 2007, mit nur einer Kupferkalkspritzung im Juli die Pflanzen ausreichend zu schützen - in nördlicheren oder westlicheren Breiten ( Champagne oder Bordeaux) konnten die Kollegen im letzten Jahr in ihren regengebeutelten Weinfeldern mit starkem Befall von falschem Mehltau nur davon träumen.

Mourvedre

Hier ein schön offen geformter Stock, an dem man deutlich sieht, dass das Innere für die spätere Sonneneinstrahlung und damit für eine maximale Fotosynthese gut geöffnet ist.

Der kurze Anschnitt ist auf dem letzten Foto dieser Serie gut zu erkennen. Ich schneide  so, dass über dem schlafenden Auge an der Basis des Pfropfens ein freies Auge für den zweiten Fruchtreiser bleibt.

courson Pfropfen
Damit sind von meiner Seite die Weichen für die angestrebte Ertragsmenge gestellt - den Rest bestimmt das Klima des Jahrgangs. Nach unserer Erfahrung sollte man beim Mourvèdre eine Etragsmenge von 20 bis 25 hl pro Hektar nicht übersteigen, wenn man konzentrierte Weine mit hoher Lagerfähigkeit für den Barriqueausbau anstrebt, wie sie auch von den besseren Traditionsgütern in Bandol gemacht werden.

Mourvèdre gehört seit einigen Jahren auch zu den Verbesserungs-Rebsorten (cépages améliorateurs) der meisten hiesigen AOCs, wie Saint Chinian, Faugères und generell die Weine der Coteaux du Languedoc. Die Rebsorten Mourvèdre, Syrah, Grenache und Lledoner Pelut  müssen  mindestens 40% (seit 2005 50%) der Anbaufläche eines AOC Winzers ausmachen und neben den traditionellen Rebsorten Carignan und Cinsault auch zu entsprechenden Mindestanteilen (Mourvèdre mindestens 5%) in die Mischsätze (Assemblages) aufgenommen werden. Reine Rebsortenweine, wie wir sie in Lisson oft aus 100% Pinot Noir oder 100% Mourvèdre erarbeiten, sind vom AOC ausgeschlossen und müssen als Vin de Pays oder, wie in Lisson, als Vin de (très bonne) Table gekennzeichnet werden.

Und weils gerade so schön passt, hier als Anhang noch ein paar Zahlen.

Während bei den AOCs die Ertragsmengen je Appellation auf 45 bis 55 hl/Ha beschränkt werden müssen, sind für VdP und VdT oft 80 bis 90 hl/Ha erlaubt. Je nach Verkaufskurs an der Weinbörse kann sich ein Weinbauer also ausrechnen, ob er besser auf Menge oder Qualität setzt - ein einfaches Rechenexempel Quelle ONIVIN (Office National Interprofessionnel...des Vins) für die letzten statistisch ausgewertet vorliegenden Kampagnen:

AOC: Coteaux du Languedoc incl. St.Chinian /Faugères: 
1997/98  77,1 €/Hl  2005/06 79,8 €/Hl

VdP Languedoc/Roussillon 
2005/06 49,99 €/Hl 

VdT Languedoc/Roussillon 
2005/06 37,43 €/Hl

Bei abgerundeten Zahlen (ich bin rechenfaul) ergäbe das für einen durchschnittlichen Weinbauern, der seine Entscheidungen nicht vom Mythos Wein, sondern von seinem Bedarf an Monatseinkommen für die Familie abhängig macht für als AOC deklarierten Wein ein potentielles Einkommen von 4000 €/Ha, für einen, wegen seiner höheren Ertragsmenge nur als VdP zugelassenen Wein ein mögliches Einkommen von 4500 €/Ha. Faites votre calcul!



Für Neugierige zum Selbststudium hier noch ein paar Zahlen aus der gleichen Quelle zu einer anderen Region, die dieser Tage stark in der Diskussion auftauchte:

AOC:
Bordeaux: 1997/98 von 157,3 €/Hl auf 2004/2005 96 € /Hl

Saint Emilion et Grands Crus: 1997/98 von 398,8 €/Hl auf 2004/05 307,0 €/Hl

Medoc: 1997/98 von 322,7 €/Hl auf 2004/05 166,4 €/Hl

VdP Aquitaine: 2005/06 52,16 €/Hl
VdT Aquitaine: 2005/06 32,49 €/Hl

Alle Angaben ohne Gewähr, à consommer avec modération!





Repost 0
Published by Iris Rutz-Rudel - dans Arbeit im Weinberg
commenter cet article
8 février 2008 5 08 /02 /février /2008 12:00
undefinedSo, auch der  letzte Rallyeteilnehmer ist angekommen, Susanne vom  undefined SanoViaBlog hat heute  mit einem Tag Verspätung ihren Beitrag eingereicht, sich aber mit einem originellen Etikett  freigekauft, das man am besten in seinem Kühlschrank bewundert oder auf der winterlichen Terrasse. Obwohl, im Norden sind 12°C vielleicht schon Frühling.


Die Teilnehmer waren zum Teil schon im Januar gestartet, für lamiacucina kein Wunder,undefined handelte es sich bei seinem wunderschönen Etikett doch um einen Eiswein!  

undefinedAuch Martin Barz von berlinkitchen  startete am letzten Januartag mit einem Madiran und  Erigone aus der griechischen Mythologie.Da er früh gestartet ist, findet man den Artikel jetzt, indem man den Namen des Weins Erigone in die Suchmaske seiner Seite eingibt:-).

Dann kündigte Bernhard Fiedler an, dass die Weinrallye aus Zeitgründen leider ohne ihn stattfinden musste, zumal er auch seinen Opus One 1990 nicht opfern wollte, um einen Freund nicht zu vergrätzen, aber vielleicht liefert er uns doch irgendwann einmal die versprochene Abhandlung über die Entwicklung der österreichischen Etiketten in den letzten Jahrzehnten oder mehr zu seiner Initiative Art Meets Red.

undefinedVinissimus
fragt sich ob es eine Korrelation zwischen der Gestaltung und dem eigentlichen Produkt gibt - verweist auf Versuche aus Österreich und bedauert in der modernen Designlandschaft das Fehlen von Humor und Augenzwinkern. Die findet man reichlich auf seinem Beispiel, dem Climbing Shiraz 2005 von Cumulus Wines, Orange, Australien.

Bei den Bildergeschichten von Harald vom Weingut Steffens-Keß treffe ich auf einen guten Bekannten, Marc Valette vom Weingut Canet-Valette, 20 km südlich von Lisson und seinen Wein Ivresses 2006, AOC Saint Chinian. Auch wenn Harald Marcs Konterfei etwas merkwürdig vorkommt, kann ich zur Erklärung nur undefined sagen, dass Marc wohl eher mit Freunden am Tresen (zinc) diskutiert, als im Smoking herumzulaufen - und ivresses können eben alle Arten von Räuschen sein.

undefined Sabrina und Simon von CulinariaCuriosum begeistern sich für die Etiketten von Bonny Doon und stellen uns mit Cardinal Zin 2003, Le Cigare Volant 2002 aus Californien und einem Portugiesen von der Quinta do Passadouro 2005 gleich 3 internationale Flaschen und ihre besonderen Etiketten vor.

undefinedBei Lars von schreiberswein begegnet uns einer der wenigen deutschen Weine dieser Rallye, wen wunderts, dass er zwar aus dem Rheingau, dort aber aus Anthony's Garage Winery stammt und auf den schönen Namen Pearls and Roses hört. "Here comes the sun" singt unser Verkoster, damit ist wohl alles gesagt.
undefinedChristoph Raffelt macht seinem Gewerbe der visuellen Kommunikation als Augenmensch alle Ehre, indem er sich zwischen Trasch und Anspruch schließlich doch für graphisch ausgestaltete Etiketten entscheidet, und jede Menge möglicher Kandidaten Revue passieren läßt, um sich schließlich für den Geol 2005 von Tomas Cusiné aus Spanien zu entscheiden, den er auch mit ins Bett nimmt...

undefinedChristian von Wein Podcast, vermutlich einer der jüngsten Teilnehmer, von der Fachhochschule in Geisenheim ist der einzige Teilnehmer, der das Etikettentrinken im klassischen Sinn gewählt hat. Dank eines Seminars über Super Premium Weine im Rahmen seiner Ausbildung berichtet er von der Verkostung von 4 dieser Weine, darunter ein Penfold Grange 1999 und ein Antonori Salaia aus dem gleichen Jahrgang aus der Toscana. Außergewöhnlich fand er sie alle, aber Weltklasse?

undefinedNiko von den gleichnamigen Weinwelten liefert uns the most sexiest pin up wine mit Sugar Babe, ebenfalls von Anthony Hammond aus dem Rheingau und legt zum Ausgleich noch einen Fabelhaft 2005 von Niepoort aus dem Douro in Portugal dazu, der gleich bei mehreren Teilnehmern als schon klassisches Musterbeispiel eines originellen Etiketts genannt wurde.  Mit Lars teilt er offensichtlich die typisch männliche Vorliebe für Pink:-).

undefinedWolf von Hausmannskost fand Eiche, innen und außen bei seinem Weinhändler bei diesem herbstlich gewandeten Etikett des Dogajolo IGT 2003 aus Italien, der auch Thomas, wie man später sehen wird, ins Auge stach.


undefinedPeter Kaul vom Kaulweinblog findet auch Eichenholzflair, obwohl was anderes draufsteht bei einem Unoaked Chardonnay 2005 Montana East Coast aus Neuseeland und nimmt uns bei dieser Gelegenheit mit auf eine Reise nach Malborough...



undefinedAlexander und Juja Risma von verkostet.de schreiben auch über den äußeren Schein. Zu den Etiketten und ihren Weinen gibt es gleich die Anekdote der Entdeckung dieser geglückten Verbindung einer verschrobenen Winzerfamilie aus dem Wallis mit einer jungen Kunststudentin. Heraus kam eine ganze Serie von guten und originell verpackten Weinen der Familie Caldelari aus Salgesch im Oberwallis, Schweiz.


undefinedCharles Buganowski hat uns einen interessanten Wein gecastet, dessen Etikett sich nicht auf den ersten Blick erschließt. Deep Blue von Tesch ist eine Spätlese trocken von 2006, bei deren Beschreibung man auch seine Allgemeinbildung um die lateinische Bezeichnung von Cassis bereichern kann - auch hier kommt zum Schluss noch Pink ins Spiel, und sei's auch nur mit der zum Wein empfohenen Hörprobe (leider nur mit i-tunes).

undefinedMathias Metze von Viva-Vino holt uns (hoffentlich) Biowein aus dem Keller. Er untersucht drei verschiedene Stile, um zu überprüfen, ob man eine Konkordanz zwischen Wein und Etikett finden kann. Einen Riesling Kabinett feinherb 2006 von Heyl zu Herrnheim, einen Jasci 2006 Montepulciano D'Abruzzo und eine Syrah der Bodega Ruiz Villoneva 2002 aus der Mancha, Spanien. Nachdem die Konkordanz zu seiner Zufriedenheit festgestellt werden konnte, widmet er sich in lockererer Umgebung einem guten Bio-Essen.

undefinedSo gestärkt wechselt er den Hut und liefert uns in seinem San Lorenzo Blog einen Nicht-Beitrag, mit dem er gerne eine ausführlichere Diskussion zum Sinn und Unsinn von Etiketten anzetteln möchte.



undefinedEin newcomer, der aus Yakarta teilnimmt, Rainer Adam, der als  themanfrommoselriver blogt, sc
hreibt nicht nur  über Moselwein, sondern besitzt auch Weinberge in Victoria Australien, wo man sich bald auf die neue Ernte vorbereitet. Von ihm erfährt man nicht nur interessantes über den Grund von vorübergehenden Versorgungsschwierigkeiten im indonesischen Weinhandel, sonden lernt auch - aus seiner Kellerreserve - den Rees Miller Estate 2004 Cotton's Pinch Merlot kennen aus der Upper Goulburn Wine Region. Brush up your English!
undefined
Thomas Günther von weinverkostungen widmet sich als einziger ganz den critter-labels, den tierischen Weinetiketten und wirft die Frage auf, warum so viele Haustiere auf Weinetiketten? Ich glaube, Svetlana hat in ihrem Kommentar die Lösung schon gefunden!


undefinedThomas vom Winzerblog hat im Selbsttest Jacques Weindepot durcheilt, um endlich einmal Weine nur nach Ausstattung zu erwerben. Ihn überkam dabei die Erkenntnis, wie wunderbar das Leben eines Etikettentrinkers doch sein muss, der sich über keine der üblichen Fragen, die den Weinliebhaber sonst umtreiben, mehr Sorgen machen muss. Er stellt uns 4 Weine in Aussicht, die er, wenn er als rasender Reporter wieder weniger unter Zeitdruck steht, auch zu verkosten verspricht. Zunächst den Chardonnay 2006 fut de chêne von der Domaine Bosquet aus Frankreich, zu der ich ihm schon den Tip geben kann, dass bosquet auf deutsch kleines Wäldchen heißt (und vielleicht im Süden aus Eichen besteht), der Fassausbau hat da aber sicher auch Pate gestanden. Wir hören den Fachmann, wenn er über Nassleimetiketten im Gegensatz zu Selbstklebetechnik dissertiert, bevor ihn der Frank Potts 2005 Bleasdale Longhorne Creek aus Australien fragen läßt, ob es verkaufsfördernd sein könnte, wenn der Winzer sein Foto auf's Etikett setzt, bevor er sich zu seinem Favoriten, dem schon oben bei Wolf  erwähnten Dagojolo, diesmal 2006 aus Italien bekennt. Seinen 4. Einkauf, ein badischer Weißburgunder von 2002 sollte man selbst entdecken.

undefinedIn meinem eigenen Beitrag habe ich einen Carignan  Rendez-vous avec le soleil 2002 vom Clos du Gravillas in Saint Jean de Minervois, Vin de Pays aus dem Languedoc vorgestellt, den ich ausschließlich wegen des Etiketts erstanden hatte. Heute war er noch wesentlich besser, da langsam auf Zimmertemperatur, als während der Verkostung am Computer, die ich Mittwoch Abend auf den letzten Drücker durchgezogen habe:-) Und natürlich ging mir heute den ganzen Nachmittag im Weinberg das Chanson von Trenet nicht mehr aus dem Kopf.

undefinedSvetlana von myexperience4you hat wie schon beim letzten Mal wieder eine Art kulinarisches Gesamtkunstwerk abgeliefert, in dem nach den Vorworten zum Entrée ein Mionetto Novello 2007 aus Venetien in Italien als Apetitöffner gereicht wird, bevor der Gracher Himmelreich Riesling Kabinett aus der Kollektion vom Weingut  Heribert Kerpen,  MoselSaar-Ruver sich bei Hauptgang und Nachspeise als recht unterschiedlicher Begleiter erweist. Der Beitrag klingt aus zum brazil-jazz von Helena Noguerra und wir fühlen uns nach der Conclusio voll befriedigt.

undefinedIch bin neu hier stellt sich Markus Pflugbeil von weintagebuch ("beta") von pflugblatt.de vor. Und dann holt er aus einer längst vergessenen Kiste im Keller den Tentacão der Casa Ermelinda Freitas, Pamela DOC aus Portugal vor. Das Etikett spielt wohl mit dem Namen der Rebsorte Tinto C
ão und Tentacão = Versuchung , die auf dem Etikett sehr schön umgesetzt ist. Eine amüsant geschriebne online-verkostung zwischen Scanner und Computer.

undefined 3 vor 12  kam dann noch der Beitrag von Theo von gumina.de - Notizen für Genießer. Bloggen auf den letzten Drücker stand auch bei ihm an - unterstützt von Kellermeister Thomas  berichtet er vom gemeinsamen brainstorming und er erlaubt uns sogar einen Blick auf  sein eigenes kreatives Etikett.

Gerne hätte ich hier jetzt auch noch ein wenig Statistik betrieben und die 8. Weinrallye auch mit Zahlen ausgewertet, (24 Beiträge, 3 neue Teilnehmer, 23 Weine direkt verkostet, 31 Etiketten plus viele Hinweise auf weitere, 3 x Niepoort genannt, also Spitzenreiter, 2 x Dagojolo - 4 Deutsche, 3 Franzosen, der Rest aus aller, oft der neuen, Welt).

Aber zum Abschluß dieser Zusammenfassung fürchte ich, dass meine verbleibende Energie nicht mehr reicht, um nach journalistisch einwandfreien und unwiderlegbaren Kriterien vorzugehen (und anders wäre im Moment ja schlecht:-). Auch für den Vergleich mit den Ergebnissen der französischen Blogger der Vendredis du Vin werde ich wohl erst wieder Kraft schöpfen müssen...

Auf jeden Fall möchte ich allen Teilnehmern der 8. Weinrallye, ob alten Hasen oder Neulingen, herzlich danken: es war ein großes Vergnügen, sich durch all diese Beiträge hindurch zu arbeiten und ich habe viele anregende Gedanken und Fragestellungen darin gefunden. Und auch für's Auge gab es viel zu sehn.

Ich gebe jetzt den Staffelstab weiter an Harald Steffens vom Weingut Steffens-Kess, der hier das  Thema für die Weinrallye # 9 verraten wird und begebe mich wieder in meinen Weinberg.






Repost 0
Published by Iris Rutz-Rudel - dans Weinrallye
commenter cet article
7 février 2008 4 07 /02 /février /2008 01:15
undefinedJetzt müssten auch die letzten Teilnehmer der Weinrallye # 8 ihre Etiketten über die Ziellinie gebracht haben. Hier also die letzten drei, deren Lektüre mir noch einmal so viel Freude gemacht hat, dass ich sie doch noch gleich für die Frühstücksleser verlinke: notre dame de Berlin (Vorsicht, macht viel Apetit!) hier, unser genussblogwebmaster hier und ein weiterer Erstteilnehmer mit gelungenem Einstieg hier .

Und als Betthupferl zum Entspannen ein Etikett des allerersten Weins von den Terrassen hinter Lisson:

undefined
Wie man (gerade noch) erkennt, handelt es sich um die Flasche N° 5 (von 9) des Lisson passe tout grains 1994.

Die Geschichte dazu folgt ein anderes Mal.

Repost 0
Published by Iris Rutz-Rudel - dans Weinrallye
commenter cet article
6 février 2008 3 06 /02 /février /2008 21:32
undefinedSo, ehe ich mich gleich  vom anstrengenden Fahneschwenken und der Direkübertragung meines Selbstversuchs  erst mal erhole,  noch schnell die  neuesten Ankömmlinge:  hier   und hier  .  

Die angemahnten Winzer haben damit  gerade noch die Kurve bekommen. Der Beitrag aus Berlin liegt, wie inzwischen mittgeteilt, in den letzten Zügen....

Ich genieße jetzt erst mal meinen Wein zum verspäteten Abendessen  und verspreche das letzte update für  morgen Früh - wenn der Mond dann vermutlich  auf die Sonne wartet:-)
Repost 0
Published by Iris Rutz-Rudel - dans Weinrallye
commenter cet article
6 février 2008 3 06 /02 /février /2008 19:29
undefinedNachdem ich den ganzen Tag nun schon damit beschäftigt war, immer wenn ich in die Nähe des Computers kam, die neuesten  Beiträge der  anderen Teilnehmer für die 8. Weinrallye, deren Thema ich mir nur selber zuzuschreiben habe,  zu  sichten und  sie hier  anzukündigen, ist es jetzt höchste Zeit, meinen eigenen Beitrag  in die Tasten zu schlagen.


Auch für mich liegen die  Verkostungen der  klassischen Etiketten aus der Kathegorie mindestens einmal im Leben,  weit zurück und ich habe auch schon ausführlich darüber berichtet. Einen anderen Teil meines Pulvers habe ich dann vor 14 Tagen für die französische Weinrallye, die Vendredis du Vin # 10   verschossen, für die ich diesmal auch verantwortlich zeichnete. 

Wer jetzt sagt, dass ich es mir mit dieser doppelten Themensetzung aber sehr einfach gemacht habe, dem werde ich natürlich entgegnen, dass das Ziel eine komperative Studie sozio-kultureller Einflüsse beim Weinkauf nach hedonistischen Kriterien in einer durch ihr partielles Freizeitverhalten definierten und Web 0.2 orientierten multikulturellen Verbrauchergruppe war.  Ätsch!


Nachdem dort nur Weine aus meinem privaten Weinkeller vorgestellt wurden, zu denen ich eine besondere Beziehung habe, weil ich die Winzer  (oft sogar die Trauben) kenne und  alle eins gemeinsam haben: sie sind nicht mehr oder waren nie im Handel,  habe ich mir für heute eine Flasche aufgehoben, die ich wirklich nur  aufgrund ihrer Ausstattung,  wie man das nennt,  erstanden habe. 


undefined
Objektbeschreibung:

Ein Rotwein in einer schönen, schweren Burgunderflasche  hell-milchkaffeefarbener Kapsel  und einem diskreten, leicht verformten, crèmefarbenen Halb- oder Viertelmond auf büttenartigem Papier auf der Vorderseite.

undefined
Lesen kann man darauf  in handschrift-ähnlicher Kalligraphie : rendez-vous du soleil. Erst auf dem Rückenetikett erfährt man, dass es sich einen Vin de Pays Côtes de Brian 2002 von Nicole und John Bojanowski, Winzer aus St-Jean de Minervois, 34 360 France handelt. 13,5% Alkohol. 

Saint Jean du Minervois liegt in der Kalklandschaft des Minervois im Hérault, Languedoc, also auch nur ca. 30 km südwestlich von Lisson. Alles, was man über die Winzer und das Weingut "Clos du Gravillas" wissen möchte, findet man auf ihrer zweisprachigen (fr - en) Webseite.

Der Mond taucht auf mehreren ihrer Weine als Etikett auf, u.a. auch auf einem Douce Providence genannten Muscat de Saint-Jean, für den das Dorf eigentlich berühmt ist.

Kultureller Background:

Rendez-vous du Soleil erinnert jeden Franzosen sofort an den Refrain des  berühmten Chansons von Charles Trenet:

Le soleil a rendez-vous avec la lune, mais la lune n'est pas là et la soleil l'attend..

Da sowohl Nicole Bojanowski als auch Charles Trenet aus Narbonne stammen, ist sie wohl auch mit dieser Melodie im Ohr aufgewachsen.

Wer es hören möchte - mit Text in Französisch und englischer Simultanübersetzung - kann das hier .

Nach dem Rückenetikett stammt der Wein von alten Carignanreben (bis zu 91 Jahre alt), die zu den ersten Weinbergen des kleinen Guts gehörten. Durchschnittliche Ertragsmenge: 20 hl/ha. Nach der Webseite wird bei den aktuellen Jahrgängen ein geringer Prozentsatz Cabernet Sauvignon beigemischt, wie im Priorat.

Der Selbstversuch:

onlineverkostung


Und nachdem ich jetzt lange genug geschrieben habe, um dem Wein etwas Zeit zu lassen, sich von der mit 10°C doch für Rotwein recht eisigen Temperatur unseres Kellers zu erholen, kommt der spannende Moment, in dem ich den Korken ploppen lasse (ich hasse Schraubverschlüsse!) und mir ein Glas einschenke:

In der Farbe dichtes dunkles, fast schwarzes Rot mit stark ausgeprägten Schlieren am Glasrand. Im Geruch, auch bei so wenig Lüftung und immer noch gefühlen 15°C (also für Rotwein noch arg kalt) intensiver Duft von dunkelroten kompottierten Früchten, einer leicht vegetale, für jungen Carignan typische Noten und einer mentholischen Frische.

Im Mund dann deutlich wärmer durch den Alkohol, aber immer noch mit einer erstaunlichen Frische, Pflaume, Eukalyptus, keine sperrigen Tannine und ein nachhaltiger, fast sanfter Abgang, der eine ganz leichte Süße hinterläßt, ohne dabei den Rachen zu verkleben. Dann wieder Rückkehr dieses anhaltenden Frischegefühls.

Fazit: die Neugier wurde belohnt - leider erinnere ich mich nicht mehr an den Preis (ehrlich gesagt achte ich hauptsächlich darauf, nicht zu billige Weine zu kaufen - ich weiß einfach, was es kostet, einen guten Wein zu produzieren:-)). Das Gut ist übgrigens inzwischen, nach Anfangsjahren bei Terra Vitis, im biologischen zertifizierten Anbau, also Label AB.

Hmmm, der dürfte gleich hervorragend zum Lebergeschnetzelten in süß-saurer Sauce passen!







Repost 0
Published by Iris Rutz-Rudel - dans Weinrallye
commenter cet article
6 février 2008 3 06 /02 /février /2008 18:49
undefined
Auch am Nachmittag gingen weitere Fahrer über die Ziellinie -  eine newcomer sogar mit Zeitverschiebung von ganz weit her

Andere hatten es nicht ganz so weit wie
häufig ihre Weine ,  hier  - hier  - hier  und dazwischen gab es sogar mal ein (zugegebernermassen sehr edles) deutsches Etikett hier . Ein  bei der Meldung als solcher deklarierter Nicht-Beitrag beschäftigt sich dennoch recht ausführlich mit dem Thema, sein Autor liefert uns auf seinem zweiten Blog dann aber doch noch seine Lieblingsetiketten. 

Alle Beiträge enthalten, neben den Etiketten und den Weinbschreibungen so viele interessante Informationen, ob es nun die Anekdote zur Entdeckung des Weins oder eine dokte Reflexion über Sinn und Unsinn von  Etiketten, die jeweiligen persönlichen Vorlieben oder Ausflüge in weniger bekannte Weingegenden sind  - alle sind spannend zu lesen und ich freue mich schon auf die Arbeit an der Zusammenfassung, bei der mir alle noch einmal so richtig in Ruhe vornehmen  kann (und muss - hoffentlich regnets, denn die Sonne lockt doch eher in den Weinberg).


Aber noch ist nicht aller Tage Abend - bis Mitternacht  kann die Ziellinie noch erreicht werden - fehlen da nicht noch mindestens zwei uns bekannte Winzer/innen :-))) und eine Dame aus Berlin?

Le cordonnier est le plus mal chaussé
sagt man hier - und die Veranstalter kommen  offensichtlich heute zuletzt!

Etikettenproduktion in Lisson

Oder schnippelt die Winzerin vielleicht noch an ihren Etiketten?


Repost 0
Published by Iris Rutz-Rudel - dans Weinrallye
commenter cet article
6 février 2008 3 06 /02 /février /2008 11:02
undefined
Ein Teilnehmer konnte sich nicht für die passenden Reifen entscheiden und blieb so lieber dem Start fern - aber ich hoffe, dass er uns bald nicht nur im Interview eine Ehrenrunde dreht!

Ein weiterer startete kurz vor Mitternacht hier .

Dann ging es heute kurz nach Mitternacht schon los in meiner Mailbox.  Die Beiträger gingen Schlag auf Schlag an den Start:  hier  -  hier  -  hier  -  hier  .


Heute Morgen folgten dann die Frühaufsteher  :   hier  und   hier .


Die Ausbeute der Etikettenjäger sieht bisher sehr international aus - mal sehen, was der Nachmittag und Abend noch bringen.  Vielleicht muss der eine oder andere ja auch erst noch den Kater vertreiben:-).
Repost 0
Published by Iris Rutz-Rudel - dans Weinrallye
commenter cet article
6 février 2008 3 06 /02 /février /2008 00:00

undefinedHeute ist es soweit, alles fürs Auge, die Weinliebhaber  aus dem deutschsprachigen Raum werden uns ihre schönsten Etiketten mit ihrem Urteil über das jeweilige Esthetik/Genuss/Verhältnis vorstellen.

Und gleich zu Beginn  kann ich auf zwei Blogger hinweisen, die einen  gelungenen Frühstart hingelegt haben, ohne deswegen gleich  disqualifiziert worden zu sein, im Gegenteil: sehr schöne Vorlagen hier  (Beitrag vom 31.1.08 wählen) und hier.

Repost 0
Published by Iris Rutz-Rudel - dans Weinrallye
commenter cet article
1 février 2008 5 01 /02 /février /2008 18:31


undefined   Es stand schon im November 2006 im Wall Street Journal , unsere Nasen sind im Visier der Marketingexperten. Während die Internauten noch von der Umsetzung des USB-Sticks für den direkten Download ihres Lieblingsweins träumten, sind die Duftentwickler einem Teil dieses Traums vielleicht schon auf der Spur. 

Was Weintrinker schon lange wissen, dass nämlich die Nase eine ganz bedeutende Rolle bei dem spielt, was wir von einem Wein wahrnehmen - schließlich ist sie nach dem Auge als nächstes bei jeder Verkostung gefordert - könnte uns bald schon in Form von Duftproben in Werbeanzeigen von Zeitschriften und Winzerbrochüren ins Haus stehen. Die Parfümindustrie - naheliegend - beglückt uns schon seit einigen Jahren mit solchen Seiten, Kraft hat das inzwischen in den USA und Kanada auch für seine Milch- und Käseprodukte entdeckt - bis zum Wein also vielleicht nur noch ein kleiner Schritt.

Weit verbreitet ist die Technik bereits in der Raumaromatisierung, die Suche nach dem verführerischen Duft bleibt schon lange nicht mehr einem fiktiven Jean-Baptiste Grenouille vorbehalten, wie uns inzwischen  schon  diverse Fernsehreportagen gezeigt haben. 

"Düfte halten sich in der Erinnerung länger als jedes Wort, jedes Bild und jede Musik. Die Werbung aktiviert Lustreize im Gehirn. Hypothalamus, Symphatikus, limbisches System sind daran beteiligt. Die ankommenden Sinnesreize werden mit schon gespeicherten Erfahrungen verglichen. Beispielsweise mit einem Duft, den wir seit Kindheitstagen aus Mutters Küche in Erinnerung haben und der in uns Wohlbefinden und Kauflust hervorruft. Angeblich sollen die Verkaufszahlen durch die richtige Beduftung um bis zu 6 % steigen können." erfahren wir da.

Eine interessante Studie von Silke Bochart setzt sich mit zahlreichen Aspekten der neuen Wissenschaft von der Olfaktorik auseinander und läßt in Experteninterviews durchaus auch kritische Stimmen dazu zu Worte kommen.

Winzer sollten schon einmal die Duftprofile ihrer Weine analysieren und deren synthetische Klone in Auftrag geben - einmal rubbeln sagt dann mehr als 50 blumige Worte auf dem Rückenetikett...

Ps:
Die vom Zigarettenrauch befreite Atmosphäre, die uns hier in Frankreich seit Beginn des Rauchverbots am 1. Januar  in Kneipen und Restaurants empfängt und plötzlich ganz merkwürdige Düfte enthüllt (premier nez gestern hier in der Dorfkneipe: feuchter Kalkstein (die Wände sind aus Marmorgestein), kaltes Frittenfett vom Vortag, Weichspüler (die Abtrockentücher in der Küche, der Pullover des Wirts?), künstlisches Blütenaroma (das Pschitt-Pschitt gegen eventuelle Insekten) und kaltes Bier - es stimmt Nichtrauchen macht die Nase empfindlicher - aber wofür?

Ein weites Feld für Olfaktoriker!






Repost 0
Published by Iris Rutz-Rudel - dans Strandgut
commenter cet article
31 janvier 2008 4 31 /01 /janvier /2008 19:45
 Eines unserer Nachbardörfer, Roquebrun, petit Nice de l'Hérault, auch bekannt als  eine der Appelation  Villages  aus  dem Gebiet von Saint Chinian,  bereitet sich auf das Mimosenfest am 10. Februar vor.


Um Lisson herum  zeigen sich an geschützten  Stellen auch die ersten Frühlingsblüten.

undefined
Ein kleiner Sonnengruß aus dem sonst auch noch windgebeutelten Süden!


Repost 0
Published by Iris Rutz-Rudel - dans Strandgut
commenter cet article

Unser Blog soll Ihnen die Gelegenheit geben, rund ums Jahr an den aktuellen Arbeiten auf unserem kleinen Gut in Südfrankreich teilzunehmen. Unsere Webseite stellt uns zwar bereits in drei Sprachen vor, aber wie viele Webseiten, ist sie eher statisch aufgebaut. Ein Blog  (es gibt ihn schon in Französisch: hier) erlaubt hingegen, viel spontaner, aktueller und auch weitläufiger über das, was wir tun, was uns bewegt und wofür wir uns sonst noch interessieren, zu schreiben.

Begleiten Sie mich also auf dem Weg durchs Winzerjahr. Hinterlassen Sie Ihre Kommentare oder stellen Ihre Fragen, damit aus diesem Blog ein lebendiges Kommunikationsmittel wird.

Ihre Iris Rutz-Rudel


Im Blog Suchen

Schiefer Clos des Cédres

 

 
Diashow

 

lissondiary - in English

 

weinforum

 

Verkostung Vinisud Off:

Hors Piste

  banniere picasa


Die WinzerBlogger

 

  les vignerons blogueurs


Ältere Artikel

Blogfamilien

 
Locations of visitors to this page




Rauchen frei in meinem Blog

PageRank Actuel

expatriate 

Genussblogs.net - Alle Genussblogs auf einen Blick

Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de

Add to Technorati Favorites

Site Meter

Rate this Blog at Blogged

Neuere Artikel

Texte Libre

google-site-verification: google81639dde71d33424.html