Overblog Suivre ce blog
Administration Créer mon blog
27 juin 2008 5 27 /06 /juin /2008 14:29
Noch interessiert sie sich wohl mehr für Chips und Kekse als für den edlen Saft im Glas, aber das Potential zur zukünftigen Weinkönigin - hier bekränzt mit den Ranken unseres wilden Weins - ist nicht zu verkennen.


Was sie sonst noch im Süden treibt, sieht man hier .  Mehr zu der polyglotten Dame und ihrer Wiege kann man auch hier nachlesen.

Jedenfalls haben wir bei diesem im wahrsten Sinne des Wortes deutsch-fanzösischen Winzer- und Bloggertreffen in Lisson einen schönen Sommerabend verbracht, nicht zuletzt auch wegen der erfrischenden Natürlichkeit von Emiline und Laurine, zu denen man Peter Kaul und Sandrine Kaul-Robin nur beglückwünschen kann. Ein hervorragender Mischsatz deutsch-französischer Begegnung -

vive le jumelage!



Repost 0
Published by Iris Rutz-Rudel - dans Winzerfreunde
commenter cet article
15 juin 2008 7 15 /06 /juin /2008 16:01

Der Text des in Frankreich so berühmten und populären Chansons hat in diesem Jahr wieder neben der Süße der Früchte einen etwas bitteren Beigeschmack für die Bauern in unserem Tal angenommen. Vielleicht hatten Liebende Ende Mai/Anfang Juni Sonne im Herzen, am Himmel war sie dagegen seltener zu sehen und das jährliche Kirschenfest in Mons la Trivalle soff regelrecht ab, so, wie schon  eine Woche vorher das Rosenfest in Vieussan. Und die Kirschen, die in vielen Jahren den Bauern mehr Einnahmen brachten, als die PfennigCentbeträge, die man ihnen für ihre Trauben in der Winzergenossenschaft zahlt - haben soviel Wasser oft nicht standhalten können - wieder einmal eine arg dezimierte Ernte und ein harter Schlag für die heimische Ökonomie. 




Die  Burlat eine saftvolle und tiefschwarze Kirsche köstlich frisch vom Baum aber auch ideal für Clafoutis und Konfitüre, wurde Mitte Mai gerade erst an den kleinen improvisierten Verkaufsständen entlang der Straße zwischen Saint Pons und Bédarieux angeboten, als das Regenwetter begann. Auch wenn die Reben in Lisson diese feuchte Periode gut überstanden haben, so waren doch die schwarzen Kirschen zu empfindlich, auch wiederholte Gewitterregen zu überstehen und verfaulten, noch ehe sie geerntet werden konnten, auf den Bäumen.

Blieb noch die Hoffnung, eine gute Ernte der später reifen Weißkirschen einzubringen, die man in den 80ger Jahren zahlreich gepflanzt hatte, weil damals große Mengen im Export verlangt wurden. Sie waren es vor allem, die den Einsatz von bunten Banden von Saisonkräften benötigten, die ab Anfang Juni für einige Wochen die Dörfer aus ihrem Winterschlaf weckten.




Die vollen Kirschkisten (die gleichen, die wir für unsere Traubenernte benutzen) wurden abends von den kleinen Produzenten zu Sammelstellen gebracht, wo sie von Transportern der Sica du Caroux, einer Kooperative für die Vermarktung von Früchten und Gemüse aus der Gegend, eingesammelt wurden, um noch in der Nacht nach Deutschland transportiert zu werden, wo sie von enem Großabnehmer in Säurebädern entfärbt und anschließend wieder künstlich rot eingefärbt wurden, um als cerises confites, kandierte Kirschen, wie man sie als Backzutat verwendet, vielleicht sogar wieder zurücktransportiert zu werden...


Hauptfeind zu dieser Zeit war die Kirschfliege, die ihre Larven  in die Kirschen legt und so für den Wurm in den spätreifen Weißkirschen verantwortlich ist, den wir alle nicht so sehr schätzen, so wir ihn denn sehen, bevor wir eine Frucht verspeisen.  Jahrelang wurde so vor allem bis zu 14 Tage vor der Ernte (in der Schweiz mußte man 3 Wochen Abstand halten) mit recht virulenten Insektenvernichtungsmitteln gespritzt. Warnungen vor der Schädlichkeit der Produkte wurden dann gerne mit dem Hinweis auf die spätere rabiate Verarbeitung der Früchte in Deutschland abgetan - allenfalls versicherte man, dass man den Baum für die Familie eben nicht spritze... und lange Zeit wurden wir als verrückt ausgelacht, wenn wir unsere damals mühsam aus der Schweiz importieren gelben Plastikfliegenfallen in die Bäume hingen, die heute überall zu haben sind. Was zählte, war das  sichere Einkommen, das half, den Niedergang der Esskastanien und des Weinbaus auszugleichen, die schon lange in der Krise waren. 

 

Es folgten leider zu Beginn der 90ger Jahre einige Jahre mit Spätfrösten zur Blütezeit, die dieser Euphorie ein Ende setzten. Die Erntemengen reichten in solchen Jahren für den Export nicht mehr aus und der Großkunde deckte sich anderweitig und dann auch noch preiswerter ein - der sicher geglaubte Markt ging verloren. Wenn schon am Baum aussortiert werden musste, um das richtige Kaliber zusammenzupflücken, wurde auch der Arbeitslohn immer wichtiger - vom Stundenlohn (in Frankreich gilt auch in der Landwirtschaft für Saisonarbeiter schon lange der Mindestlohn, der von 4,82 € brutto im Jahr 1988 inzwischen auf 8,63 € gestiegen ist), stieg man um auf eine Bezahlung pro geerntees Kilo, bei schlechten Bäumen und immer weniger gepflegten Obstgärten keine große Verdienstmöglichkeit mehr für die Pflücker, die dann lieber in Plantagen mit Niedrigstammerziehung abwanderten, statt sich auf Leitern bei alten hohen Bäumen abzuquälen.  ... Nach und nach also immer weniger Animation zur Kirschenzeit in den Bistros am Abend - die Ernte findet jetzt unter Einsatz der Familienmitglieder und Nachbarn statt - wobei die Jugend nicht mehr zahlreich vertreten ist.

Die majestätischen großen Bäume, die zur Blütezeit die Chaussee mit ihren weißen Schmuck in einer durchgehenden Allee schmückten, wurden nach und nach immer seltener, - mangelnde Pflege, Schädlingsbefall und schließlich die anhaltende große Trockenheit mit ihrem Höhepunkt im Sommer 2003 ließen sie absterben - sie wurden abgeholzt, bevor noch die neue, prämierte Rodungswelle für Weinflächen seit zwei Jahren einen weiteren Teil der Kulturlandschaft ergriffen hat.

In diesem Jahr vom Frost verschont, wurden die Kirschen doch noch Opfer der Gewitterregen, die sie erst anschwellen und dann platzen ließen.

Ein trauriger Anblick, all diese nicht abgeernteten Bäume mit den Früchten, die verrotten, die sterbenden Riesen und die ausgerissenen Weinfelder häufen sich - die letzte Strophe des alten Liedes nimmt noch eine neue Bedeutung an. 

J’aimerai toujours le temps des cerises
C’est de ce temps-là que je garde au cœur
Une plaie ouverte …
Et Dame Fortune, en m’étant offerte
Ne pourra jamais fermer ma douleur
J’aimerai toujours le temps des cerises
Et le souvenir que je garde au cœur.



Epilogue:



Aber zum Abschluss und Trost noch ein Bild vom letzten Clafoutis dieser Saison, dem traditionellen Nachtisch in der Kirschenzeit.


Das Rezept ähnelt dem eines dickflüssigen Pfannkuchenteigs - Eier, Zucker, eine Prise Salz, Mehl und Milch nacheinander vermengen, eine Zeit ruhen lassen, während der man eine Form ausbuttert und die Kirschen einfüllt (es gibt die Schule: immer mit Stein - und die: lieber ohne - ich gehöre inzwischen zur Letzteren - wobei ich allen praktischen Küchenhelfern die alte Methode mit meinen kräftigen Daumennägeln zum Entsteinen vorziehe - auch wenn bei den vollreifen schwarzen Kirschen die Finger sehr gut die Farbe annehmen - das bin ich als Winzerin ja von der Maische gewohnt...)

 

Beim obigen Modell kam als kleiner Trick zuletzt noch ein Schuss Champagner, der noch in der Flasche war, in den Teig - das läßt ihn höher aufgehen - geht natürlich auch mit einem Schuß Sprudel - aber jeder hat so seine Ressourcen...

 



PS:
Beim Verkosten all dieser unterschiedlichen Kirschsorten, die ich in den letzten Wochen von aufgegebenen Kirschbäumen in verwilderten Wiesen zusammengeklaubt habe, musste ich übrigens darüber nachdenken, wie wenig aussagekräftig die Bezeichnung "Aroma von Kirschen" in Weinbeschreibungen ist.

Jeder hat da sicher seine eigene Referenz, wenn er noch das Glück hat, vollreife Kirschen direkt vom Baum vor dem Haus oder in der Nachbarschaft pflücken zu können. Wer nur noch mit den künstlichen Aromastoffen der Milchprodukte aus dem Supermarkt aufgewachsen ist, muss da eine ganz andere Vorstellung haben und wird sich so wohl auch leicht von mit Aromahefen vinifizierten Massenweinen einfangen lassen... aber das ist noch eine andere Diskussion.


Repost 0
Published by Iris Rutz-Rudel - dans Essen und Trinken
commenter cet article
12 juin 2008 4 12 /06 /juin /2008 18:28

Unsere tapferen Rebstöcke sind fleißig gewachsen in den letzten Wochen - vor allem der Mourvèdre hat schon Triebe, die mir weit über den Kopf wachsen - was allerdings bei meine 160 cm Körpergröße auch nicht schwer fällt. Der Regen, der Ende Mai /Anfang Juni ausgiebig fiel, hat ihnen sehr gut getan, außer in den  kurzen Schrecksekunden an einem Gewitterabend, als man das charakteristische Trommeln einiger Hagelkörner draußen hörte und alle den Atem anhielten, konnte ich sie dieses Jahr  geradezu vor Vergnügen jubeln hören.


Insgesamt ist sind die Reben in ihrer Entwicklungen nicht besonders frühreif, bei dem eher kühlen Frühling dieses Jahres auch kein Wunder - im Vergleich zum letzten Jahr kann ich eher eine Verspätung von 8 bis 10 Tagen konstatieren. Die Blüte ist in Gang, bei einigen Sorten beginnt sie auch gerade erst. Aber allen geht es gut, sie stehen aufrecht, alleine oder in der Drahterziehung, ohne jedes Krankheitszeichen und mit einem schönen Fruchtaustrieb.


Heute, nach einem letzten Gewitter am gestrigen Abend, das aber eher im Kreis um uns herumwanderte und nur wenig Regen auf uns fallen ließ, freuen sich die Reben über die wieder einsetzende Tramontane, unsere Variante des Mistral, die ihnen ein gesundes Klima, ohne Feuchtigkeit und schwühle Hitze, die Pilzkrankheiten Vorschub leisten könnten, beschert. Davon können meine Winzerkollegen in anderen Klimazonen Frankreichs und weniger gesegneten ventilierten Hanglagen, wie in Bordeaux oder in der Champagne, leider wieder nur träumen.


Ich wünsche Ihnen allen endlich ein Wetter, das der Saison entspricht und stabil bleibt, das es ihnen erlaubt, die Schäden zu begrenzen, die durch das katastrophale Wetter schon entstanden sind:  in Form von Hagel und Dauerregen auf durchtränkten, schweren Böden mit den daraus folgenden Gefahren von echtem und falschem Mehltau und kaum Möglichkeit, entsprechend rechtzeitig dagegen anzukämpfen. Ob sie nun klassisch, integriert-umweltschonend, bio oder dynamisch arbeiten, jeder ist doch mit Herzblut bei der Arbeit und verdient langsam etwas mehr himmlichen Beistand.


Solidarität besonderer Art kann ich momentan täglich im Weinberg beobachten: 

 



ob das nun die Triebe sind, die sich zusammenschließen, um mehr Unterstützung zu finden


manchmal in engen, fast intimen Umarmungen


um sich gegen die Kraft des Windes zu verteidigen



oder ob es die blühenden Büsche zwischen den Terrassen sind, die nicht nur mich mit Anblick und Duft erfreuen, wenn ich im Gelände arbeite, sondern die auch als Unterschlupf und Nahrungsquelle für so viele nützliche  Insekten dienen, die sich hier bedienen.  



ob das nun die wilden Rosen an den Wegrändern sind


die duftenden Ginstersträucher an den Mauerrändern



oder meine Lieblinge, die betörend duftenden Blüten des Geissblatts, von denen ich sicher schon einmal erzählt habe, wie sehr es mich überrascht und berührt hat, ihr Aroma in den jungen Mourvèdreweinen wieder zu finden, während des erstens Ausbaujahrs im Barrique....

Zwischen den Rebreihen wächst eine wahre Blumenwiese, unsere natürliche Dauerbegrünung, die wir nach und nach absensen.


Es tut fast in der Seele weh, so viel Schönheit zu zerstören - ich rette bei jedem Rundgang kleine Wildblumensträuße, als Erinnerung. 




Aber ich weiß ja, dass die Reben es uns danken werden, wenn sie rechtzeitig von diesem Teppich befreit werden, der immer das Risiko birgt, bei feuchter Wärme ein pilzförderndes Mikroklima zu erzeugen - also dürfen sie hier nicht überhand nehmen. Wir werden sie auf jeden Fall im nächsten Jahr alle wieder sehen, es überleben immer noch genug Samen, dazu gibt es ja auch noch die Mehrjährigen und Pflanzen, die von den Wurzeln aus wieder wachsen  werden, die sie manchmal bis in 2 m 50 Tiefe aussenden, wie die   echium vulgare, die man ganz links im Strauß erkennt.

Und mit etwas Glück entdecken wir auch manchmal andere Nützlinge, die in diesm Biotope zusammenleben.




kleine, die man auch in jedem blühenden Garten beobachten kann, die tagsüber ausschwärmen, um Nektar und Pollen zu sammeln und dabei die Blüten zu bestäuben.


und andere, die ein geheimeres nächtliches Leben führen, wie diese Kröte, bufo bufo, die als Vertilger von Insekten und kleinen Nacktschnecken besonders wertvoll ist. 



oder ihr natürlicher Feind, die Natter (Zornnatter?), die sich um kleine Nager, Eidechsen und Käfer, Weinbergsschnecken und manchmal auch kleine Vögel kümmert -




und manchmal auch für Herrn Bufo interessiert, der sein Bestes gibt, um den Angreifer mutig in die Flucht zu schlagen. 




Aber diesmal haben wir sie getrennt getroffen und die Natter erlaubte mir sogar, ein Portraitfoto von ihr zu schießen, ohne jedes Problem, bevor sie sich in eleganten Windungen wieder in gedeckteres Gebiet davonschlängelte.

Wie sie sehen, bin ich niemals alleine im Weinberg - und all diese pflanzlichen und tierischen Mitbewohner tragen auf ihre Weise dazu bei, das ökologische Gleichgewicht unserer Umwelt zu erhalten und so die besten Voraussetzungen für ein gesundes Wachstum und Leben unserer Reben und damit einen ausgewogenen Wein zu schaffen.

Auch wenn mir klar ist, dass wir für die anderen eher zu den Eindringlingen zählen, glaube ich doch, sie hätten schlimmere Invasoren ihres Territoriums bekommen können...


Repost 0
Published by Iris Rutz-Rudel - dans Arbeit im Weinberg
commenter cet article
10 juin 2008 2 10 /06 /juin /2008 21:35
 Die 12. Weinrallye kehrt zu ihrem Urvater zurück und Thomas hat uns gleich ein sehr originelles Thema gestellt: ein Wein, der den Einfluss von Kirche und Religion wiederspiegelt, in seiner Geschichte, seiner Verwendung und natürlich auch in seinem Namen.

Da er deutlich darauf hingewiesen hat, dass nur der Name nicht ausreicht, musste dieser Wein dann heute doch wieder den Weg zurück in meinen Keller antreten, trotz seines frommen Namens konnte ich über diesen 1998er Spätburgunder von der Winzergenossenschaft in Britzingen im Markgräflerland nichts weiter herausfinden, als dass er zu einer Reihe mit Heiligennamen und Künstleretiketten ausgestatteter Weine gehört - das würde wohl nicht reichen, um vor den Augen des gestrengen Rallyevaters Gnade zu finden.

Also zurück in den Keller, der weniger geistliche Etiketten aufweist, als ich ursprünglich vermutet hatte.

Jetzt bedauere ich, dass ich Thomas schon zugesichert habe, dass ich meinen Heimvorteil, mit 10 Jahrgängen des Clos du Curé im Keller, unserem Pinotwein aus Lisson, nicht ausnutzen werde. Dessen Geschichte, die durchaus beweist, dass er hier voll sein Teilnahmerecht hätte reklamieren können, kann man in meinem Beitrag vom letzten September "Clos du Curé - woher der Name stammt" aber schon ausführlich
hier nachlesen.

Auch die Kiste mit den Flaschen des 1987ger "après le déluge" (nach der Sinflut) wird noch etwas auf erneute Verkostung und die Veröffentlichung der dazu gehörigen Geschichte unserer Anfänge warten müssen - suspense...

Meine Suche nach französischen Messweinen habe ich etwas zu spät begonnen - und meine Beziehungen zur heutigen Curé sind nicht eng genug, um ihn um eine Kostprobe zu bitten. Immerhin fand ich dabei heraus, dass man einen solchen offenbar auch ohne besondere Berechtigung einfach per Internet bestellen kann - dazu noch biologisch angebaut - was der kirchlichen Bestimmung, dass es sich um einen unverfälschten Wein möglichst ohne Zusatzstoffe handeln soll, ja entgegen kommt.

Einen Überblick über historische und internationale Tendenzen bei Messweinen bietet übrigens die Etikettensammlung zu diesem Thema, die man hier besichtigen kann - bei den älteren Modellen findet man erstaunlich viele Süßweine mit recht hohen Alkoholgehalten - was sich aber wohl im Zuge der anti-Alkohol-Kampagnen sehr verändert hat. Das links abgebildete Etikett der katholischen Kirchengemeinde Zinzwil aus der Schweiz stammt auch aus dieser Sammlung und hätte mich sicher auch als "Etikettentrinker" durchaus zum Kauf anregen können.

Auch den ersten Salon der französischen Zisterzienserweine im letzten April in
Paris habe ich leider verpasst, an dem alleine 5 Güter aus dem Languedoc, die in ehemaligen Abteien untergebracht sind, teilnahmen. Zwei davon habe ich vor Jahren schon einmal besucht, die Abtei von Fonfroide bei Narbonne, in der auch wunderschöne Konzerte stattfinden, und die Abtei von Vallemagne, Richtung Pezenas, deren Kirche nach der französischen Revolution mit großen Fudern ausgestattet und in einen Weinkeller verwandelt wurde. Ein Anblick, der bei meinem Besuch noch durch das gleichzeitig stattfindenden Konzert indischer Musik, das bis in die frühen Morgenstunden dauerte, eine irgendwie unwirkliche Atmosphäre schuf...

Nun, all das war heute nicht verfügbar und so blieb als letzter Ausweg der Gang zu unserem kleinen Lebensmittelhändler im Dorf, um zu sehen, ob ich dort in extremis nicht doch noch fündig werden sollte.

Offensichtlich wird dort kein Messwein verkauft, auch Abteien und Klöster sind nicht vertreten, aber immerhin konnte ich doch noch einen Kandidaten finden, von dem ich hoffe, dass er die Kriterien gerade so eben erfüllt:


Immerhin handelt es sich bei dem Weingut Saint Martin des Champs, das circa 30 km südlich von Lisson Richtung Béziers, nicht weit von Château Coujan liegt, um eine ehemalige
Hermitage aus dem 7. Jahrhundert, die früher als Einkehrort für Pilger auf dem Weg nach Saint Jacques de Compostella diente (das gab's auch schon, bevor ein deutscher Komiker einen Dauerseller darüber geschrieben hat).

Dazu handelt es sich auch noch um die Cuvée de l'Hermitage, Jahrgang 2004, die ich da für 6,50 € erwerben konnte, also preislich kein großes Risiko. Die Weintanks aus Quadersteinen sollen von 1752 stammen und auch heute noch benutzt werden. Allerdings ist die Cuvée de l'Hermitage als Barriqueausbau gekennzeichnet - eine Assemblage aus Cabernet und Merlot, die 12 Monate getrennt ausgebaut wurden - deshalb firmiert dieser Wein auch "nur" als Vin de Pays d'Oc auf dem Etikett (diese beiden Rebsorten sind für die lokalen AOC Weine - hier wäre es Saint Chinian oder Coteaux du Languedoc) nicht zugelassen.



Im Glas erweist sich der Wein als dunkelrot, fast schwarz. In der Nase ein voller Duft von Brombeeren, Mokka und Lakritz - im Geschmack sehr harmonisch ausgewogen zwischen Fruchtnoten, die sich um schwarze Johannisbeeren bereichern und einer angenehme Tanninstruktur, ohne jede störende Säure - durchaus lecker ohne Begleitung, aber sicher noch besser zu einem guten Essen.

Leider kann man nicht gleichzeitig am Komputer und am Herd sein (ich zumindest nicht - und nebenbei war ich heute tagsüber auch im Weinberg), also testete ich die Kombination: rechts das Glas mit dem Wein, links ein Nem frisch aus der Pfanne - na ja, nicht ganz überzeugend. Also wurde das Nem gegen ein Stück guten reifen Schweizer Käse ausgetauscht - und siehe da, das passte perfekt zusammen ( für perfekte kulinarische Beschreibungen in Weinrallyebeiträgen sollte man sich an die unübertroffene
Svetlana halten).

Alles in Allem also eine erfreuliche Entdeckung mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis und für mich so die Möglichkeit, einen kleinen Beitrag zu diesem göttlichen Thema zu leisten, bevor die
Komplet eingeläutet wird.

Die Zusammenfassung mit den Links zu allen Beiträgen dieser Weinrallye findet sich inzwischen
hier, bei dem, der das Alles ins Leben gerufen hat, unserem unverzichtbaren Thomas Winzerblogger Lippert.

Amen


Repost 0
Published by Iris Rutz-Rudel - dans Weinrallye
commenter cet article
6 juin 2008 5 06 /06 /juin /2008 19:40
    Nach recht langer Pause, haben die Knödel beschlossen, sich einmal wieder mit einem gemeinsamen Thema links und rechts des Rheins zu Wort zu melden. An einem 11. November aus der Taufe gehoben, hat dieser lose Verbund von Französinnen, die in Deutschland leben und (bis auf eine) auf Französisch bloggen und von 3 versprengten Deutschen Bloggerinnen, die in Frankreich lebend, zweisprachig oder gleich auf Englisch antreten. Immerhin hatte ich pflichtschuldigst schon einen XXL-Knoedel beigetragen, mit passendem Wein natürlich.

Nachdem weder Weihnachten noch der deutsche Karneval einen freien Platz in den vollen Kalendern der Damen boten, haben wir uns für den 6. Juni entschieden, außerhalb Deutschlands sicher bekannter als der D-Day, 1944 Tag des Beginns der Invasion in der Normandie. Welche Verbindung mit einer Bande von Food (und Drink) bloggenden Expats? Nun, in den Sendungen von Radio BBC London wurden persönliche Nachrichten wie: Les carottes sont cuites (die Möhren sind gar), Il faut cueillir les tomates (die Tomaten müssen gepflückt werden), les fraises sont dans leur jus (die Erdbeeren sind in ihrem Saft) als kodierte Botschaften verwendet.

Der Gedanke, Karotten/Möhrenrezepte zu veröffentlichen, wurde fast einhellig verworfen (dabei hätte ich Klaus Rezept für Möhrengemüse durcheinander wie bei Muttern beisteuern können...).

So sollten dann also heute Anekdoten rund um unsere bi-nationalen Esserfahrungen zum Besten gegeben werden.

Mir fallen da spontan zwei Situationen ein, die wohl als typisch für den culture-clash bei ersten Begegnungen sein könnten.

Die erste Situation spielt in Deutschland: zu Besuch mit einem französischen Begleiter werden wir spontan von deutschen Freunden eingeladen, doch noch zum Abendessen zu bleiben.

Gesagt, getan - der Tisch wird mit Tellern und Besteck gedeckt, in die Mitte kommt eine Platte mit Aufschnitt und ein Korb mit Brot. Ein typisches deutsches Abendessen. Jeder bedient sich, belegt sein Brot, ißt es, mit oder ohne Messer und Gabel, greift noch einmal zu - bis auf den Franzosen. Er wird zu einer zweiten Schnitte ermuntert, nach der er wieder das Messer und die Gabel ordentlich neben dem Teller platziert.

Die erneute freundliche Aufforderung, sich wie zu Hause zu fühlen und doch gerne nochmals zuzugreifen, bekomme ich einen leicht verzweifelten Blick zugeworfen und er flüstert: "mais j'attends la suite..." (ich warte auf das, was danach kommt...), Tja, mon pauvre, mein Lieber, Pech gehabt: das hier ist ein typisch deutsches Abendbrot - wie der Name schon sagt: am Abend gibt es oft eben nur Brot und was drauf, hat nichts mit assiette de charcuterie als kleiner, appetitöffnender Vorspeise vor dem Hauptgang, gefolgt vom Käse und Dessert zu tun. Und der Wein dabei: nun, Fehlanzeige, zur Wahl gab's dazu Kaffee oder Tee, da Bier abgelehnt wurde...

Zweite Situation
, liegt noch weiter zurück: ein deutsches Pärchen auf seiner ersten Frankreichreise (ja, ja, ich gebe zu, ich war der weibliche Teil). Abends geht's in ein kleines Restaurant (in Südfrankreich, irgendwo zwischen Olargues und Bédarieux). Auf der Karte steht ein einfaches Menue - wir verstehen nicht alles, aber nichts klingt wirklich gefährlich, also bestellen wir mutig.

Schon nach kurzer Zeit kommen zwei Salatteller, aha, die Beilage. Jetzt warten wir nur noch auf den Teller mit dem Fleisch und den Kartoffeln, den Salatteller haben wir schon sorgfältig nach rechts gerückt. Trockenes Brot steht auch auf dem Tisch. Wir wagen es nicht, den Roséwein auf nüchternen Magen zu trinken, aber der Krug mit dem Kranenwasser ist uns auch nicht ganz geheuer - normalerweise waschen wir uns mit sowas nur die Hände.

Also warten wir, erst geduldig, dann langsam etwas unruhig - gab's einen Zwischenfall in der Küche, dass das Hauptgericht nicht kommt, zu dem wir wie gewohnt den Salat gerne essen würden? Scheinbar nicht, am Nebentisch wird es gerade serviert... aber halt, da war doch was: die haben alle zuerst ihren Salat gegessen, vielleicht sollten wir das auch so machen, vorher gibt's hier offensichtlich nichts anderes - tja, und siehe da, so geht's, sobald die letzte Tomate verschwunden ist, stellt man uns den Rest hin - jetzt haben wir verstanden, wie es die Franzosen schaffen "mehrgängige" Menues zu produzieren, die servieren einfach alles in Einzelschritten, statt auf einmal. Wir fühlen uns ein wenig gegängelt, aber mit der Zeit gewöhnt man sich auch daran - und die Restaurantbesitzer haben Glück, dass wir nicht zu den deutschen Gästen gehören, die ganz in Gedanken und alter Gewohnheit zu Beginn der Mahlzeit erst mal die für das halbe Lokal gedachte Wurstplatte abräumen...(soll auch schon mit Käseplatten passiert sein:-). Immerhin haben uns ein paar Stücke trockenes Brot zum Salat geholfen, uns an den Wein zu wagen - und nach dem zweiten Glas sprachen wir schon fast perfekt Französisch: "terminé?" " - "oui, merci"!

Moral: Andere Länder andere Sitten - und beides ist auch schon sehr lange her...




Repost 0
Published by Iris Rutz-Rudel - dans Essen und Trinken
commenter cet article
1 juin 2008 7 01 /06 /juin /2008 15:21
Während vielerorts in Frankreich und Deutschland die Winzer besorgt in den Himmel schauen, aus dem nicht enden wollender Regen und manchmal auch Schlimmeres auf sie niedergeht - die einen sich Sorgen um den Spritzplan machen, da bei andauernernder Feuchtigkeit Rebkrankheiten sehr wahrscheinlich sind -  die anderen wohl nur noch fassungslos vor dem Ausmass der Zerstörung stehen, wie im würtembergischen Korb - habe ich heute wieder einmal auf dieser Seite einen kleinen Trost gefunden, auf der Bert Celce von Wineterroirs in seiner einfühlsamen Art und mit dem Blick fürs Deditail die Psychologie einer jungen Rebe eingefangen hat...
Repost 0
Published by Iris Rutz-Rudel - dans Strandgut
commenter cet article
27 mai 2008 2 27 /05 /mai /2008 15:38
Seit drei Tagen fällt er, der Dauerregen, zwischendurch noch aufgefrischt von heftigen Gewittern, die uns heute Nacht wach hielten. Zum Glück war nur einmal kurz das Klirren von ein paar Hagelkörnern auf dem Geschirr vor der Tür zu hören...

Für einen Gang durch den Weinberg ist es zu feucht und zu früh - die Gewitterwarnung gilt noch bis heute Nacht, morgen dann vielleicht eine kleine Verschnaufpause, ehe uns wetter online noch eine lila Wolke verspricht...



Ein Blick vor die Tür zeigt eine tropisch grüne Regenwaldlandschaft - leider kann over-blog heute keine Bilder verarbeiten, aber ich habe schon etliche Male von solchen Perioden berichtet , die vor allem in Frühling und Herbst (aber eben auch mitten im Winter oder Sommer:-) ) auftreten können.


Schade, dass ich nicht etwas von unserem momentanen Überfluss an die Kollegen von der Mosel weiterschicken kann...








Repost 0
Published by Iris Rutz-Rudel - dans weingut-lisson
commenter cet article
11 mai 2008 7 11 /05 /mai /2008 22:22
Obwohl die Zusammenfassung dieser rosigen Weinrallye, mit für mich vielen interessanten Informationen über deutschsprachige Vertreter der Gattung heute schon mit Bravour von Niko in seinen Weinwelten veröffentlicht wurde, wollte ich heute mein Versprechen halten und hatte so einen guten Vorwandt, um unseren verstaubt-grauen Alltag an diesem Pfingstsonntag etwas Farbe beizumischen.
 
Auch wenn für drinnen Weiß geplant ist, so zeigt sich die Natur ringsum in einer opulenten Farbpalette. Dazu tragen nicht zuletzt die üppig erblühenden Rosen bei. Alles eher genügsame Sorten, die vor dem Haus und auf der Mauer unterm Weinberg seit einigen Tagen nicht nur das Auge erfreuen, sondern auch die Luft mit ihrem von zart-betörend bis überwältigend parfürmierten Duft erfüllen.





Und so war es klar, wo die beiden Flaschen Roséweins aus dem Languedoc für das obligatorische Foto in Szene zu setzen waren. Für jede von ihnen gab es vor der Haustür das passende Dekor.

Erster Kandidat war der voll gestylt auftretende ETHNIK rosé 2006, Vin de Pays du Mont Baudille von der Winzervereinigung in Montpeyroux, Languedoc.



Ausgestattet mit Etikett, Rückenetikett, kleiner extra-Vignette, passender gelackter Kapsel und modischem Schraubverschluß in dunklem Pink war er in dem Laden, in dem ich ihn erstanden hatte, ein echter Eycatcher, zumal es auch eine Rotwein und eine Weißweinversion in der Reihe gibt.

Die heute 160 Haupt- und Nebenerwerbswinzer dieser dynamischen Kooperative, die 600 Ha Weinberge im Hinterland des Hérault, an den letzten Cevennenausläufern bearbeiten, erzeugen durchschnittlich 32 000 Hektoliter
Wein, davon 20 000 als AOC Côteaux du Languedoc.

Der Roséwein der ETHNIK-Serie besteht zu 50% aus Syrah und 50% aus Grenache, zwei klassischen

Rebsorten der Appellation. Die Weinbereitung erfolgt laut Internetseite nach einer Mazeration bei Niedrigtemperatur (also einer kurzen Standzeit auf der Maische) und weiter unter ständiger Temperaturkontrolle nach dem Abpressen auf einem pneumatischen Kelter. Die Farbe  erinnert an Erdbeersaft, 13% Alkohol und eine kräftige 
Säurestruktur, würden es wohl vielen Weintrinkern schwer machen, den Wein in einer Verkostung mit verbundenen Augen von einem Rotwein zu unterscheiden. Jedenfalls solange man gewohnt ist, süffige Weine technologischer  Machart (und vermutlich unter  Verwendung selektionierter Aromahefen vergoren) zu trinken. 

Das Ganze kommt zwar schick daher, ist aber wohl allenfalls als Essensbegleiter zu empfehlen, da ich mir vorstellen kann, dass man davon auf der Terrasse in der Sonne sitzend schnell einen dicken Kopf bekommt. Bei Tisch (zum Test standen mir heute Abend ein Rest Entenpaté mit grünem Pfeffer und anschließend eine kräftige Hühnersuppe mit Reis zur Verfügung) schlägt er sich aufgrund seiner Säurestruktur und einer leicht prickelnden Frische auf der Zunge schon besser - eher herb als süß, was ich persönlich als angenehm empfinde. Für 4 € durchaus vertretbar, wenn man sowas mag.

Der zweite Repräsentant der Gattung gibt sich in der Ausstattung ebenfalls modisch, wenn auch eher in hellem Pink und mit einem klassischeren Design. Die Cuvée Antique der Domaine La Tour Penedesses 2006 Coteaux du Languedoc vom Winzer Alexandre Fouquet aus Gabian (zwischen Faugères und Pezenas) weist ebenfalls stolze 13% Alkohol auf.



Die Webseite der Domaine war leider (nur heute? ) nicht erreichbar. Der als dynamisch geschilderte Winzer hat sich im Jahr 2000 hier auf 40 Ha installiert und vinifiziert eine Vielzahl von Rebsorten und Weinen. Es soll sich hier um eine Cuvée aus Cinsault 70%, Grenache 5%, Syrah 10% und Mourvèdre 5% handeln., deren von Hand geerntete Trauben von steinigen und trockenen Böden stammen, die zu 70% aus vulkanischem Gestein bestehen.

Auch hier erfolgt die Weinbereitung nach einer Mazeration auf den Traubenhäuten unter Trockeneis (CO2) bei 8 bis 10°C, an die sich eine Gärungszeit von bis zu 2 Monaten bei kontrollierten 16°C anschließt.

In der Farbe ist er seinem Verkostungspartner sehr ähnlich - irgendwo zwischen lachsfarben und Erdbeersaft, sodass es schwer fällt, die Weine, hat man sie einmal im Glas vor sich, mit dem Auge zu unterscheiden.


Auch im Geschmack ist der Unterschied nicht so groß, wie es die unterschiedliche Traubenzusammenstellung vielleicht vermuten ließe. Vielleicht etwas weicher im Mund (kein Wunder, bei dem hohen Anteil an Cinsault, einer fruchtigen, aber tanninarmen Rebsorte der Gegend und auch in der Provence die Grundlage aller Roséweine), trotz deutlicher Säurestruktur, etwas weniger frischer Biss. Auch hier würde ich unbedingt empfehlen, ihn zum Essen zu trinken, wo er aber bei mediterraner Küche durchaus an seinem Platz wäre. Ich habe für die Flasche 7,50 € bezahlt.

Insgesamt wohl beides trinkbare Weine - wenn auch nicht wirklich nach meinem Geschmack - aber ich bin halt kein Roséfan und trinke auf der Terrasse im Sommer eher Wasser oder Café - in einem Land, in dem man 5 bis 6 Monate des Jahres täglich dort verbringen könnte, hat man wohl auch nicht unbedingt das gleiche Bedürfnis, diese Tatsache mit einem besonderen und dazu noch alkoholischen Getränk zu begehen:-).

So, morgen geht's zurück zu Grau und Weiß, damit ich bald wieder ins mich erwartende, munter weiter sprießende Grün eintauchen kann.









Repost 0
Published by Iris Rutz-Rudel - dans Weinrallye
commenter cet article
10 mai 2008 6 10 /05 /mai /2008 18:54
Niko hat für die 11. Weinrallye den Sommer ausgerufen (und konnte doch damals noch nicht wissen, dass das deutsche Pfingstwetter ihm da so recht gibt). Deutscher rosafarbener soll es sein - und ich bekam extra eine Ausnahmegenehmigung, auch hiesige zartrote vorzustellen...

Diesmal habe ich sogar rechtzeitig daran gedacht, mir zwei Flaschen dieses sonst von mir nicht so geschätzten Getränks ins Haus zu holen - zwei verschiedene Produzenten, zwei Preisklassen, beide aus dem Languedoc.

Dann kam Klaus auf die Idee, mal eben schnell unseren Wohnraum frisch zu streichen - eine gute Idee, die von Holzofen und zwei Rauchern verqualmten Wände hatten es nötig - nur mit dem eben mal schnell war das so eine Sache.

Die alten Steinwände mit ihrem Kalkputz, zeigten sich erst in strahlendem Weiss, die Arbeit schritt munter fort, dann, oh Graus, blätterte langsam überall alles wieder ab.

Also nichts mit gemütlich im frisch gestrichenen Heim ein Glas Rosé probieren und auf weiße Wände schauen, sondern seit zwei Tagen kratzen und bürsten, Staub bis zum Abwinken, abends zwei frühzeitig gealterte graue Gestalten, eine solide Staublunge und zur Nacht Zuflucht auf der Ladefläche im Transporter, der zum Glück Platz für das Bettzeug bietet.

Nun, Camping vor der eigenen Haustür ist ja auch ganz originell,  da könnte ich ja wenigstens ein paar schöne Fotos von den Flaschen draußen im Grünen machen - aber da auch alles Inventar  aus dem Raum kistenweise herausgetragen und im Atelier gestapelt wurde, weiß ich jetzt nicht einmal mehr, wo meine Kamera sicher untergebracht wurde.

Also: alles rosa wird auf später verschoben und hier nachgeliefert, wenn drinnen endlich wieder alles weiß ist und wir, nach einer gründlichen Endreinigung nicht mehr grau, auf das Ende dieses Intermezzos anstoßen können. Versprochen!
Repost 0
Published by Iris Rutz-Rudel - dans Weinrallye
commenter cet article
28 avril 2008 1 28 /04 /avril /2008 16:26

Erinnern Sie sich noch an die kleine Knospe des Cot (oder Malbec) vom Anfang des Monats?

 

Knapp 4 Wochen später hat sich daraus ein schöner Trieb entwickelt, an dem sich nicht nur die Blätter entfalten, sondern auch die kleinen Traubenstände schon deutlich zu erkennen sind.

 

Hier als Diashow ein Zwischenbericht:

 

 

 

 

Die Sorte gehört zu denen, die sehr früh ausschlagen (ungefähr zur gleichen Zeit, wie unser Pinot Noir) und dann ca.14 Tage nach dem Pinot auch ihre Reife erreicht. Wir verwenden sie für unsere Cuvée Les Échelles de Lisson, in der sie mit den beiden Cabernetsorten, dem Merlot und dem petit Verdot assembliert wird.

Nach Möglichkeit werden alle Sorten gemeinsam vergoren - wobei der Côt so etwas wie den Starter (pied de cuve) für die anderen, später reifen Sorten abgibt, gefolgt vom Merlot, Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon und schließlich dem
petit Verdot, der als letzter reift.


 

Repost 0
Published by Iris Rutz-Rudel - dans Arbeit im Weinberg
commenter cet article

Unser Blog soll Ihnen die Gelegenheit geben, rund ums Jahr an den aktuellen Arbeiten auf unserem kleinen Gut in Südfrankreich teilzunehmen. Unsere Webseite stellt uns zwar bereits in drei Sprachen vor, aber wie viele Webseiten, ist sie eher statisch aufgebaut. Ein Blog  (es gibt ihn schon in Französisch: hier) erlaubt hingegen, viel spontaner, aktueller und auch weitläufiger über das, was wir tun, was uns bewegt und wofür wir uns sonst noch interessieren, zu schreiben.

Begleiten Sie mich also auf dem Weg durchs Winzerjahr. Hinterlassen Sie Ihre Kommentare oder stellen Ihre Fragen, damit aus diesem Blog ein lebendiges Kommunikationsmittel wird.

Ihre Iris Rutz-Rudel


Im Blog Suchen

Schiefer Clos des Cédres

 

 
Diashow

 

lissondiary - in English

 

weinforum

 

Verkostung Vinisud Off:

Hors Piste

  banniere picasa


Die WinzerBlogger

 

  les vignerons blogueurs


Ältere Artikel

Blogfamilien

 
Locations of visitors to this page




Rauchen frei in meinem Blog

PageRank Actuel

expatriate 

Genussblogs.net - Alle Genussblogs auf einen Blick

Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de

Add to Technorati Favorites

Site Meter

Rate this Blog at Blogged

Neuere Artikel

Texte Libre

google-site-verification: google81639dde71d33424.html