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18 janvier 2009 7 18 /01 /janvier /2009 14:32
Auch wenn meine Steigerungsreihe nicht ganz orthodox ist, so hat er sich in diesem Jänner des neuen Jahres  schon die Stellung als Superlativ verdient, der Robert aus Linz , Weinbloggern besser als vinissimus bekannt.



Er hat uns zu Jahresbeginn gleich mit zwei hervorragend begleiteten und rund abgeschlossenen Aktionen bereichert:

Zum einen die 19. Weinrallye, zu der er das Thema "gespritete" Weine gestellt hatte und die er nicht nur im Verlauf zeitnah und aktuell begleitete, sondern deren prompte und amüsante  Zusammenfassung er heute schon hier  ins Netz gestellt hat.

Und zum anderen die Umsetzung seiner schönen Idee, einen gemeinsamen Jahreskalender mit Bildbeiträgen von Winzern und Wein- und Genussbloggern zusammen zu stellen.

Die Idee wurde von ihm im Dezember aus der Taufe gehoben - und seit 10 Tagen steht das Ergebnis dieses Weinbloggerkalender 2009 schon im Netzt. Alle Einzelheiten über Bestell- oder Download-Möglichkeiten kann man auf seinem Blog dort nachlesen.



Besonders stolz sind wir in Lisson auf das Ergebnis, nicht, weil, wie im Hinweis auf die Quellen der Bilder auf der letzten Seite angegeben, eine ganze Reihe meiner Fotos aus Weinberg und Keller von Robert ausgewählt wurden, sondern vor allem, weil auf den Bildern von Wolf, von Hausmannkost unsere weinliebende Katze Arnie und das schöne grüne Flaschenabtropfregal von Klaus so gut zur Geltung kommen:-).

Ich wünsche dem Kalender (der übrigens von Februar 2009 bis Januar/Jänner 2010 reicht) eine weite Verbreitung! Je mehr ihn bestellen, desto mehr sinken die Druckkosten. Lars hat sich auch schon bereit erklärt, bei Sammelbestellung den Versand innerhalb Deutschlands zu übernehmen.



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Published by Iris Rutz-Rudel - dans Weinrallye
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17 janvier 2009 6 17 /01 /janvier /2009 14:36
In der Serie "Barriques - mal anders - also was man so alles aus einem Barriquefass machen kann, wenn es für den Ausbau unseres Weins in Lisson keine Verwendung mehr findet, hier wieder eine neue Anwendung.

Gestern hat Klaus ein Fass aufgemacht! Ergebnis: zwei neue kleine Beistelltische, die uns nicht nur im Sommer gute Dienste leisten werden.



Besonders faszinierend finde ich dabei immer den Einblick ins Innere der Fässer: man kann deutlich an der Tiefe der eingedrungenen Farbe erkennen, wieviel Flüssigkeit das Holz im Laufe des Ausbaus einsaugen kann. Die Dauben sind ca. 2,6 cm dick. Ich finde die Farben, die das Eichenholz angenommen hat, besonders schön. Mal sehen, wie sich der Aspekt nach einigen Wochen Sonneneinwirkung verändert.

Man sieht, dass auch unsere Katzen an dem Ergebnis durchaus interessiert sind. Der "amputierte" Fasskörper wartet noch auf weitere Verwendung. Ich bin sicher, Klaus hat schon eine Idee:-)!

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Published by Iris Rutz-Rudel - dans Strandgut
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16 janvier 2009 5 16 /01 /janvier /2009 17:33
Kaum hat das neue Jahr begonnen - und kaum bin ich von meiner kurzen Reise nach Deutschland zurück, über die ich noch berichten werde - steht schon wieder eine neue Weinrallye an - die 19. ihres Zeichens wurde ausgerufen von Robert vom österreichischen Blog vinissimus und soll gespritete Weine zum Inhalt haben.

Allgemeine Regeln zur Weinrallye findet man wie immer hier beim Winzerblog. Roberts Vorschlagsliste reicht von Sherry über Portwein, Madeira und Marsala  bis zum Banyuls - der mir am nächsten gelegene Vin Doux Naturel, wie gespritete Weine in Frankreich heißen, fehlt aber in seiner Aufstellung: Der Liquörwein, der aus der Rebsorte Muscat à petit Grain, einer besonders aromatischen und alten Rebsorte, deren Name schon alles über ihre Charakteristika sagt, gekeltert wird, mit einem Mindestzuckergehalt des Mostes von über 250g und einer Höchstertragsmenge von 28 hl/ha - und dessen Gärung durch den Zusatz von 5 bis 10% Alkohol mit 96° gestppt, also, wie es im Französischen heißt "stumm gemacht" (muté) wird, sodaß eine größere Menge Restzucker im fertigen Liquörwein erhalten bleibt.

reifer Muscat à petit grain

Die Appellation AOC Muscat de Saint Jean de Minervois existiert bereits seit 1949.  Die Liquörweine aus Beaumes de Venise und Frontignan waren lange Zeit bekannter, es handelt sich bei ihnen auch um größere Anbaugebiete, die leider in den letzten Jahren durch massenhaft in Supermärkten vertriebene Billigangebote den Ruf dieser Weine arg heruntergewirtschaftet haben.

Auf den kargen, steinigen Kalksteinböden des Hochplateaus (200 bis 300 m) rund um Minerve, westlich von Saint Chinian im Hérault haben aber inzwischen nicht nur die Weinbauern der Cooperative, sondern auch einige ambitionierte Einzelwinzer die Produktion des Liquörweins wieder aufgenommen und so dem Muscat aus dieser Appellation zu einem ständig wachsenden Ruf bei Kennern verholfen.

Idealer Begleiter zu Blauschimmelkäse oder Fois Gras - aber auch als Apéritif genossen, findet dieser goldgelbe, nach Aprikosen, Zitrone, Honig und den Kräutern der Garrigue duftende Wein auch bei mir von Zei tzu Zeit seinen Platz bei Tisch - neben den schon hier vorgestellten edelsüßen Chenins oder einem vollmundigen Sauternes.

Leider habe ich gestern aus Deutschland zwar keinen Wein, aber einen deftigen Schnupfen mitgebracht, der mich heute hindert, eine der Flaschen aus meinem Keller zu öffnen - das wird dann bei Gelegenheit nachgeholt!



Vermutlich wird es der Douce Providence des Clos de Gravillas sein - der "süße Bruder" des Weins, den ich bei der 8. Weinrallye vorgestellt habe.

Edelsüße Weine, also Vins naturellement doux, die im Gegensatz zun den Vins doux naturels ohne Zusatz von Alkohol hergestellt werden, eben aus überreifen Trauben, die deutschen Auslesen oder oft sogar Trockenbeerenauslesen entsprechen, also spät geerntet werden, dürfen in Frankreich ja nur im Elsass als "vendange tardive" bezeichnet werden - eine Form von innerfranzösischem Protektionismus, der zu Fantasiebezeichnungen auf den Flaschen wie dernière cueillette (letzte Ernte) oder cueillette d'automne  (Herbsternte) oder ähnlich poetischen Namen führt. Wenn sie gut gemacht sind, müssen sie nicht einmal die für Süßweine erlaubten extrem hohen Schwefelmengen (bis zu 400mg/l) zum Abstoppen der Gärung und Konservierung enthalten...

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Published by Iris Rutz-Rudel - dans Weinrallye
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26 décembre 2008 5 26 /12 /décembre /2008 12:59
Und pünktlich zum zweiten Weihnachtsfeiertag geschah doch noch das Wunder: Schnee in Lisson - in Südfrankreich, wo mangels zweiten Feiertags schon wieder der Alltag eingekehrt ist. Dazu gehört natürlich die passende Musik:

dazu ganz frisch die kleine Diashow rechts oben .


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Published by Iris Rutz-Rudel - dans Strandgut
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25 décembre 2008 4 25 /12 /décembre /2008 16:47

Heiligabend, 17 Uhr: Ankunft in Dausse und Blick über das Jaur-Tal und die Hügel Richtung Lisson im letztenAbendlicht:

Fritz und Almuth begrüßen uns nach ihrer Tagesarbeit (die stacheligen Kastanienhüllen in ihrer Maronenplantagemüssen zusammengeharkt und verbrannt werden) mit einem rustikalen Aperitiv. Hier sind wir bei Biertrinkern zu Besuch, also kein bling-bling oder chi-chi auf der langen Tafel.


Die Hauskatze beäugt die fremden Besucher, die ihr die Bank streitig machen wollen - solange im Haus die gerösteten Kastanien von ihren letzten feinen Hüllen getrennt werden, nimmt sie ihre Arbeit als effiziente Jägerin von interessierten Nagern sehr ernst.


Im großen Kamin am Ende des Raums lodert ein kräftiges Feuer - natürlich auch aus Kastanienstämmen - die vonZeit zu Zeit ihre knackenden Funken versprühen.. bei gefühlten Minusgraden nach Sonnenuntergang einewillkommene Wärmequelle, nicht nur für's Auge.


Kein Weihnachtsschmuck hier, kein glitzernder Baum, aber die frisch geschnittene letzte Rose aus dem Garten... es ist ein Ros entsprungen...


Es gibt Entenbraten - à la bonne franquette bedient sich jeder selbst - zumal die Meinungen über das fachgerechte Zerlegen unter den Anwesenden auseinander gehen...


Und da die Gastgeberin aus dem Schwäbischen kommt, dürfen dazu natürlich die hausgemachten Semmelnknödel nicht fehlen.

Und um das Trio komplett zu machen, gesellt sich der Apfelrotkohl dazu - man ahnt, dass hier heute keine Franzosen bei Tisch sitzen werden - kein foie gras, keine Jakobsmuscheln, kein Lachs, keine Champagnerkelche für das 5 gängige Menue einer echten Réveillon de Noel, die erst nach der Christmette beginnen könnte und mit der obligatorischen  Buttercrême schweren Bûche spät in der Nacht enden würde...



Als Nicht-Bier-Trinker habe ich eine Flasche Riesling vom Weingut Kaul eingeschmuggelt, die mit ihrer fruchtigen , klaren Säure den Kampf mit dem Rotkohl erfolgreich besteht.


Gegen 20 Uhr ist das Essen beendet, noch ein mitgebrachter Schokoladenkuchen - die vielen Flaschen täuschen, es sind meine Weihnachtspräsente für die anwesenden Freunde, die ungeöffnet mitgenommen werden - das Bierfässchen auf der Terrasse ist leer - wie hier üblich wird es von den Anwesenden signiert und wird dann seinen Platz in der Kellersammlung finden.


Aufbruch unterm bestirnten Himmel, der hier oben von keiner  Beleuchtung gestört wird. Über die 6 km kurvenreiche Piste hinunter zum nächsten Dorf fährt der  Konvoie, die einen zum traditionellen Dorflotto (eine Art Bingo, das den ländlichen Franzosen die Zeit bis zur Christmette verkürzt) - wir wieder heim nach Lisson, wo wir den Abend bei einem Clos des Cèdres ausklingen lassen - zurück in unserer stillen Nacht....



Frohe Festtage für alle - ob in Glanz oder Einfachheit - und mögen alle Ihre Wünsche für ein gutes neues Jahr in Erfüllung gehen!


version
en Francais ici.
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Published by Iris Rutz-Rudel - dans Essen und Trinken
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17 décembre 2008 3 17 /12 /décembre /2008 18:10
Das ich die weinseelig weiblichen Seiten der Mannschaft von Vinifera schätze und als Winzerin von der Nordhalbkugel inzwischen von meinem Jahreslauf in Bildern berichte, habe ich hier schon erwähnt.



Nun ist die erste Serie online - und ich freue mich, dass die Layouterin aus der Vielzahl meiner Bilder zum Anfang ein paar sehr ausdrucksfähige auf die Seite gebracht hat.

Auch für mich sind diese Bilder schöne Erinnerungen, meist an das vergangene Jahr, die mich dazu angeregt haben, die entsprechenden Artikel in diesem Blog noch einmal Revue passieren zu lassen.


Der Blick von oben auf den Mourvèdre hinterm Haus aus diesem Sommer, als wir stolz waren, dass langsam "alles sauber" wurde, dank der unermütlichen Arbeit von Klaus mit der Motorsense.



Die unsichere Wetterlage, die uns bis kurz vor der Ernte bangen ließ.



Das Défilé der verschiedenen Gäste - wie hier ein Weinfreund aus dem Elsass, den man mit mir bei der Verkostung in der Endlosschleife beobachten konnte.



Bufo Bufo, der gemeinsam mit anderen Mitgliedern der hiesigen Fauna zu unserer Solidargemeinschaft Weinberg gehört.


Oder diese reizende junge Dame, Emiline Kaul, die anläßlich eines improvisierten Winzerbloggertreffens diesen Sommer bei uns zu Gast war.


und last, but not least, diese Erinnerung an eine Flaschenabfüllung in unserem Keller, wie wir sie gerade wieder für den Jahrgang 2007 praktiziert haben: von Hand statt von Band - ich werde mir erlauben, den Spruch zu übernehmen!


Und in Kürze wird sich auch entscheiden, wie die in diesem Sommer gestellte Frage nach der Gestaltung des Etiketts , das mit dem neuen Warnhinweis befrachtet wird, beantwortet wurde:-)...

Nur ein kleiner Ausschnitt aus all den Geschichten, die man hier lesen konnte - mein herzlicher Dank an all die, die mich mit ihren Kommentaren, ihren Emails und Besuchen ermutigen, mir weiter die Zeit dafür zu nehmen!





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Published by Iris Rutz-Rudel - dans Strandgut
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16 décembre 2008 2 16 /12 /décembre /2008 16:58
  Nun ist es wieder so weit - keine Weinzeitschrift, ohne den Sonderteil mit den perlenden, sprudelnden oder schäumenden Getränken, ob sie nun, Sekt, Schaumwein, Cava oder Champagner heißen. Und da wir ja als Blogger gerne zeigen, dass wir den Printmedien an Aktualität nicht nachstehen, hat der Veranstalter der letzten Weinrallye im Jahr, Niko Rechenberg, uns - the same procedure as every year, Mylady - dieses originelle Thema wieder hervorgeholt.

Aber damit es nicht eine Neuauflage der 6. Weinrallye vom letzten Dezember wird, bei der uns Lars Breidenbach noch die Freiheit ließ, vom Dosen-Prosecco bis hin zum Champagner quer durch die Welt zu prosten, wurden diesmal die Grenzen enger gesetzt - sehr eng sogar,  dass willige Teilnehmer aus dem nicht-deutschen Ausland entweder nur schwer oder auch gar nicht zum Zuge kommen können.

Auch in Lisson stellte sich die Frage, woher nehmen, wenn nicht stehlen - und auf Nikos nett gemeinte Frage "Hat jemand der Iris einen Sekt geschickt?" konnte ich nur mit "Nein, warum auch!" antworten. Schon bei einem ähnlichen Thema der französischen Weinrallye "Vendredis du Vin # 15" , bei der uns diersen Sommer ein anderer Niko - Nicolas Ritoux aus Kanada - aufgefordert hatte, über all die Weine zu schreiben, die sich nicht Champagner nennen dürfen, konnte ich für mein Exposé über deutschen Sekt nur auf Erinnerungen und schöne Bilder zurückgreifen. Immerhin habe ich da einiges über dieses Getränk, das mir aus früheren Tagen nur auf gleichnahmigen Empfängen bei Vernissagen oder Jubiläen - meist mit Oragengensaft gemischt - bekannt war, erfahren...

Ja, bis mir dann heute Morgen die Idee kam, doch noch mal in meinen Keller zu tauchen - und da standen sie, die teilweise noch ungeöffneten Kisten der letzten Zugänge - alle selbst bestellt, auf Märkten erstanden und natürlich auch selbst bezahlt:


Und wie immer, wenn man etwas sucht, wurde ich natürlich erst in der untersten fündig:


Zwei Flaschen, deren Korken deutlich auf höheren Druck im Inneren hinweisen - und deren Existenz in der Bestellung ich glatt vergessen hatte - man wird halt alt...


Des Rätsels Lösung? Bei meiner letzten Bestellung bei Harald vom Weingut Steffens-Keß an der Mosel, fehlten mir 2 Flaschen, um den 12-Karton voll zu machen - und da habe ich wohl, ohne es mir besonders zu merken, auf die beiden Winzersekte geklickt, die sein Shop im Sortiment anbietet.


Harald, der bei seinem heutigen Beitrag zur Weinrallye   auf dem Bildergeschichten-Blog diskret auf die Verkostung seines eigenen Winzersekts aus Riesling oder weißem Burgunder verzichtete, könnte uns wohl am besten etwas zur Weinbereitung und zum Ausbau dieses Winzersekts aus klassischer Flaschengärung sagen.

Bei Wikipädia habe ich gelernt, dass die im Gegensatz zum Winzersekt aus Flaschengärung ohne "klassisch" oder "traditionell" als Bezeichnung steht, der meist nach dem Transvasierverfahren hergestellt wird, ich zitiere:

"Der Vorteil dieser Methode besteht darin, dass die Cuvee durch die Entleerung homogenisiert wird, mögliche Geschmacksunterschiede - bedingt durch unregelmäßigen Gärverlauf in den Gärflaschen - werden nivelliert. Dass das Transvasierverfahren bezeichnungsrechtlich „Flaschengärung“ heißen darf, wird dabei gerne stillschweigend als Verkaufsargument genutzt, da die entscheidenden verfahrenstechnischen Unterschiede den meisten Verbrauchern nicht bekannt sind. Eine 1988 im Auftrag des Stabilisierungsfonds für Wein vorgenommene Umfrage unter 1.000 Personen ergab, dass der Begriff „Flaschengärung“ zwar von der Mehrzahl der Befragten mit „in der Flasche vergoren“ in Verbindung gebracht wurde, aber nur 14 Prozent der Befragten ordneten die Bezeichnung dem Transvasierverfahren zu und unterschieden ihn von der „traditionellen Flaschengärung".

Es handelt sich also bei der klassischen oder traditionellen Flaschengärung um die gleiche Methode, wie in der Champagne, man darf sie aber eben aus den ja bekannten protektionistischen Gründen nicht als Méthode Champenoise aufs Etikett setzen.

Ein Grund mehr, auf das Plopp des Korkens gespannt zu sein.

Und hier die Erläuterung von Harald Steffens, warum sein Sekt nicht im eigenen Keller verarbeitet wird im Originalton des Winzers:

"Tja, was soll ich dir erzählen. Unser Sekt wird nicht bei uns im Keller produziert. Da fehlt mir die Zeit, die Gerätschaften und da das Hochwasser ab und zu zu Gast ist, hätte ich sicherlich Probleme mit Moselmatsch hinter den Zacken des Kronkorkens. Also, wir nehmen ausschließlich gesunde, reife Trauben in gehobener Qualität, in der Regel Spätlesegrundweine, für das Grundcuvee. Hergestellt wird der Sekt mit dem klassischen Champagnerverfahren, welches in Deutschland als klassische Flaschengärung gekennzeichnet ist.

Nochmals das Procedere der Sektherstellung:
- Abfüllung des Grundcuveés mit Zucker und Hefen in die Flaschen (Kronkork). Der Zuckerzusatz ist so berechnet, das nach der Vergärung mind 3 bar Überdruck in der Flasche sind. Bei uns über 5 bar.
- Vergärung im warmen (15 Grad) Gärkeller.
- Lagerung und Reifung ca. 18 Monate, mal mehr mal weniger
- Abrütteln der Hefe auf dem Rüttelpult per Hand, Spitzlagerung in der Gitterbox
- Vereisen des Hefedepot in einem Eisbad, degorgieren und auffüllen mit der Versanddosage (Restsüßeeinstellung und Schwefelung). Naturkork drauf und fertig.
- Kriegsflottensteuer bezahlen und dem Genuss steht nichts mehr im Weg

Leider habe ich keine Bilder von der Produktion. Sollten eigentlich vor zwei Wochen gemacht werden aber ich vergaß die Kamera..."

Im Gegensatz zu vielen Champagnerhäusern stammen also hier die Trauben aus den eigenen Weinbergen, die wir ja von Haralds Bilderblog schon auf atemberaubenden Fahrten mit seiner Raupe erleben konnten.

Aber die Spannung bis zum Genuss bei der Verkostung muss noch etwas ausgehalten werden - für heute ist es zu spät, zu entscheiden, welcher Korken als erster springen wird - auch das Menue des heutigen Abends (Schweinebraten mit Kartoffelpurrée) scheint mir nicht der ideale Begleiter für eine Champagnerverkostung zu sein.

Also diesmal: Fortsetzung folgt - spätestens zum nächsten Festmahl!


Und während man darauf noch warten muss, kann man die blitzschnelle Zusammenfassung aller Beiträge dieser spritzigen 18. Weinrallye schon beim Gastgeber Niko nachlesen - da bekommt er doch von mir glatt ein extra-Fleißkärtchen!


für Niko!



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Published by Iris Rutz-Rudel - dans Weinrallye
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12 décembre 2008 5 12 /12 /décembre /2008 17:52
Kein Schnee auf unseren Bergen, wie  woanders in Frankreich, um uns auf das Weihnachtsfest vorzubereiten, das näherrückt. Aber immer noch ein eiskalter Wind, der mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 95 kmh durch das Tal fegt und mich nicht ermutigt, die Oliven zu pflücken oder den Vorschnitt im Weinberg zu beginnen, wo die Rebstöcke inzwischen auch ihre letzten Blätter verloren haben und jetzt in wohlverdienter Winterruhe auf das nächste Frühjahr warten.

Allerdings war dieses stabile Hochdruckgebiet ideal, um am letzten Wochenende den Jahrgang 2007 auf die Flaschen zu füllen - die drei Cuvées, die es aus diesem Jahrgang gibt, stehen jetzt aufrereiht inm Keller und warten darauf, in einigen Tagen im Flaschenkeller in die Regale gelegt zu werden.  Treue Blogleser haben diese Weine auf ihrem Weg verfolgen können, von ihrer Geburt im Weinberg bis zur Weinernte und über die Arbeit im Keller - ein langer,  friedlicher Weg, auf dem wir den Wein begleiten, pflegen natürlich auch überwachen, ihn aber möglichst zu Nichts zwingen...

Inzwischen macht sich der neue Jahrgang bereit, den Platz im Keller einzunehmen - es fehlt noch eine sanfte, kurze Pressung und der Abstieg mittels Schwerkraft in den Keller, für einen ersten Winter im ruhigen Bett der Barriques unter dem dicken Gewölbe.

Also gönnen wir uns auch eine kleine Pause im Innendienst, im Warmen neben unserem norwegischen Holzofen.



Dabei kam bei mir ein wenig Nostalgie auf. Die Blogaktion zum Kulinarischen Adventskalender weckte Erinnerungen  an die Kalender, die im Dezember uns Kindern mit ihren Schokoladenstückchen das Warten verkürzten - aber es sollte keines der auch hier in Frankreich inzwischen erhältlichen Industrieprodukte sein - also war Kreativität angesagt.



Und so profitierte ich kurzerhand von einem trüben Nachmittag, an dem unser Elektroagregat  für die Solarzellen einspringen musste, um meine Nähmaschine hervorzuholen und aus den Stoffresten, die beim Nähen eines neuen Vorhangs für den Windfang an der Tür übrig geblieben waren, eine Stoffbahn mit 24 kleinen Säckchen zu nähen, natürlich durchnummeriert, wie sich das gehört und anschließend gefüllt mit 24 kleinen Überraschungen für Klaus. Da es sich ja um tägliche Überraschungen handeln soll, wird hier natürlich nur so viel verraten, dass der Empfänger gerne angelt, Fruchtgummiliebhaber ist, oft nach Feuer sucht und Kerzenlicht schätzt - das gab mir schon einige Auswahl bei der Wahl der Kleinigkeiten...


Mein Türchen ist eher die Klappe des Briefkastens, 150 m vor dem Haus am Weg. Einige Überraschung sind natürlich nicht wirklich welche, weil es sich um Geschenke handelt, die ich mir selber per Internetbestellung gemacht habe. So das Buch von Alice Feiring, auf das ich bei der Lektüre ihres Blogs  In Vino Veritas aufmerksam geworden bin.


 

Ihr engagiertes Plädoyer für natürliche Weine konnte mir natürlich nur gefallen, wie man sich leicht vorstellen kann - nach beendeter Lektüre berichte ich gerne mehr davon.


Dann sind da natürlich auch die Pakete mit Wein, nicht nur die vom Weingut Steffens-Kess, die inzwischen schon zu unseren weißen Hausweinen geworden sind, sondern jetzt auch, dank des Tips von Lars Breidenbach anlässlich der letzten Weinrallye zu Weinen aus den neuen Beitrittsländern der EU, eine Auswahl von Spezialitäten aus Zypern, die über den Schweizer Weinhändler Berhard Furler von Paphos-Weine bis nach Olargues gelangten. Und so werde auch ich demnächst entdecken können, wie  Xynisteri, Maratheftiko ou Mavro nun tatsächlich schmecken.

 

Und dann sind da auch die echten Überraschungen - wie das kleine Päckchen einer alten Schulfreundin, die ich fast 40 Jahre nach dem Abitur letztes Jahr wiederentdeckt habe - hausgemachte Weihnachtsplätzchen  (mit ein wenig Meersalz im Heidesand,  wie sie schreibt) und ein Schokoladenweihnachtsmann, der immerhin gerade bei den Testschmeckern durchaus gut abgeschnitten hat.   Und dann kam heute noch dieser wunderschön gestaltete Umschlag, geschmückt mit schönsten Sondermarken und mit Silberstift adressiert -- drinnen eine originelle Weihnachtsgeschichte und ein Beutelchen wundervoll duftender exotischer Maharani-Gewürze - danke  Sonja Graminski, von der Kreativ-Agentur à la carte und als Weinjournalistin beim wunderbar weiblichen Online-Magazin  vinifera mitbeteiligt.

Aber meine schönste Überraschung verdanke ich Klaus - und sie hat sogar noch ihren Platz in unseren 16 m2 gefunden - ein geheimer Wunsch, den ich schon seit meiner Kindheit hatte, wurde jetzt erfüllt  !!!


et voilà:

und vielleicht hört man ja das demnächst in Lisson - around midnight...


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Published by Iris Rutz-Rudel - dans Strandgut
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4 décembre 2008 4 04 /12 /décembre /2008 12:40
Das passt doch prima zum Jahreswechsel! Wer ist noch mal auf diese tolle Idee gekommen? Na, ist ja auch egal - ich finde die prima.

Nein, so salopp sollte das nicht geschrieben werden, also ein wenig Recherche bitte:  es war der Herr Karl Lauterbach, immer adrett mit Fliege und um unsere Gesundheit bemüht, wie man hier und hier nachlesen kann.

500 € pro Person, plus 200 € Eigenzulage - frei zu verprassen  innerhalb von 8 Wochen- das könnte doch mal erlauben, über den 5 € Rand hinaus zu suchen.

Ich nehme an, die deutschen Winzer und Weinhändler schnüren schon die Geschenkkartons aus dem hochwertigen Preissektor.

Und auch Harz IV Empfänger können jetzt endlich mal den ewigen Aldi-Champagner  gegen ein schönes Winzerprodukt eintauschen - ohne Zuzahlung - ich hoffe, es gibt ein paar Einschränkungen für die Verwendung, wie: nicht in Fast-Food-Ketten oder beim Discounter eintauschbar - aber da vertraue ich der Bürokratie!

Wird bei den Jugendlichen kontrolliert, wofür sie ihren Gutschein  über 250 € ohne Zuzahlung  verwenden? Das wäre dann natürlich schlecht für die Weinbranche...

Und da fällt mir in all meiner Euphorie noch ein - darf man damit auch "fremdländische Produkte" einkaufen - also ein paar Flaschen Champagner, oder die hochpreisigen Cuvées von Domaine Lisson? (ich verspreche auch, dass meine Geschäftspost gerne in Deutscher Sprache abgewickelt werden kann, sogar ein Sparkassenkonto wird für die Überweisungen zur Verfügung gestellt, daran soll's nicht scheitern. Immerhin kann ich auch garantieren, dass kein einziges chinesisches Zusatzmittel in meinen Wein kommt - nicht mal die Hühner des Nachbarn durften ihr Eiklar beisteuern - Lisson Wein - Natur pur auch für Veganer und andere Zivilisationsallergiker!

Und um dieser hervorragenden Idee weiter auf den Weg zu helfen, hier noch ein Aufruf zur Interaktiven Teilnahme am Projekt:

Wer entwirft das beste Gutschein-Design für GenussKonsumenten?

Alle kreativen Beiträge werden gerne in den nächsten Tagen in diesem Blog veröffentlicht - und auch gerne per Leserabstimmung prämiert - dem Sieger winkt ein handsigniertes Foto der Winzerin und sein Konsumgutschein wird als erster gegen unsere Spitzencuvées eingetauscht!

Leitmedien sind ausdrücklich aufgerufen, an der Aktion teilzunehmen
und sie ausgiebig zu verlinken!  Schließlich gehen wir dem Fest der Eintracht und des Friedens entgegen!

Der hohe Stellenwert dieses Blogs im nationalen und internationalen Weinblogranking sollte dem Artikel schon die nötige Zugkraft vermitteln.

Immerhin haben noch gestern 56 fanatische Weinblogleser 76 Seiten auf Weingut-Lisson aufgerufen! Nach all dem Leit-Medienrummel eine Steigerung von mehreren Prozent!

Rivva, facebook, technorati und ähnliches sollten vom Donnerhall unserer Aktion "Wein auf den Festtagstisch und Alles umsonst - man gönnt sich ja sonst nichts!" wiederhallen.

Beeilt Euch, wenn wir schneller als Print sein wollen und ehe die Idee wieder vom Tisch ist!

Auch Communities aller Couleur sind natürlich zur massenhaften Teilnahme aufgerufen - nur gemeinsam können wir diese einmalige Chance für die Absatzförderung unseres Lieblingssaftes vor der Kritik der Anti-Alkohol Lobby und Frau Bätzing retten - weg mit Steuersenkungsplänen (wer investiert schon seine Steuerrückzahlung im nächsten Krisenjahr in Präsentkörbe) - nein zum Erlass der Autosteuer - es lebe der CO2 neutral produzierte Rebensaft!

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Published by Iris Rutz-Rudel - dans Strandgut
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18 novembre 2008 2 18 /11 /novembre /2008 14:14
Wie schon in der Einleitung zu meinem Rallyebeitrag von gestern erwähnt, habe ich auf einen Artikel über im Frühjahr verkostete edelsüße Weine aus Ungarn verzichtet, weil ich überzeugt war, dass dieser seit Jahrhunderten in Europa bekannte und berühmte Wein, seit 4 Jahrhunderten mit so einer strengen Regelmentierung belegt und der Liebling der Fürstenhäuser - eben immer schon ein internationales Getränk, ausführlich von den deutschen Kollegen, die sicher mehr Erfahrungen damit haben, als ich, behandelt würde.

Nun, vielleicht dachten alle ähnlich, jedenfalls tauchte Ungarn nur am Rande und in einer trockenen Version und der edelsüße Tokaji gar nicht auf unter den Rallyeweinen. Das möchte ich mit einem kleinen Nachtrag wieder gut machen.

Die Verkostung Anfang Mai fand im Rahmen einer sehr sympathischen Zusammenkunft von Weinliebhabern in der Vendée statt - 4 Tage perfekt organisiert  von Philippe Rapiteau, in Frankreich sehr bekannt durch seinen Blog La Pipette aux quatres vins. Seine ausführlichen Berichte von diesen fantastischen Rencontres Vendéens autour du Vin - RE-VE-VIN, die seit einigen Jahren in Saint-Jean-des-Monts, direkt am Strand stattfinden, sind lesenswert.

Der krönende Abschluss dieses Marathons war eine Verkostung von 16 Edelsüßen aus Zentraleuropa - und da alles eine Frage der Perspektive ist, gehörten dazu deutsche, schweizer, ungarische und österreicher Liquörweine.

Zur Weinrallye passen da ja nur die ungarischen, 4 Tojaji, vom einfachen 3 Puttonyos bis zum Aszú Eszencia.


Auch wenn ich persönlich an diesem Morgen zwei schweizer Weinen meinen Vorzug gab (Ambre 2001 von Christophe Abbé und Grains Nobles 2000 von Marie-Thérèse Chappaz) - so waren doch auch die ungarischen Süßweine

 - Tokaji Aszú - Château Dereszla - 3 puttonyos 1999

 - Tokaji Aszú - Disnoko - 4 puttonyos 1998


 - Tokaji Aszú - Weinbauern von  Bodrogkeresztur - Francovin - 5 puttonyos 1988


 - Tokaji Aszú - Château Dereszla - Eszencia 2000




Mentholische Noten, Zitrusfrüchte, Petrol und oxydative Noten, aber auch Caramel, Kräuter, Rumtrauben und Café, dazu eine Süße, die von der Säure gut im Gleichgesicht gehalten wurde - jeder dieser Weine durchlief eine ganze Palette dieser Aromen, mit mehr Betonung auf den oxydativen Noten beim Aszú 5 Puttonyos von 1988 hin zu Honignoten und blondem Tabak mit hervorragender Säurebalance beim 2000der Aszú Eszencia. Ein interessantes Erlebnis.

Im Internet findet man zahlreiche Quellen, die über das Klassifizierungssystem und die Weinbereitung für diese Spezialweine, sowie ihre bemerkenswerte, Jahrhunderte alte - und vor allem im vorigen Jahrhundert so wechselvolle Geschichte berichten.

Besonders interessant and ich dabei die Abschnitte über die Entwicklung der letzten 20 Jahre, die in der französischen Version  des Wikipädia-Artikels ausführlicher ist, als in der deutschen, deshalb trage ich sie hier leicht gerafft nach:

"Dieses zu den berühmtesten der Welt gehörende Weinbaugebiet wurde unter der kommunistischen Diktatur verstaatlicht und erlitt einen starken Qualitätsverlust. Die Weinbauern waren gezwungen, das sowjetische Plansoll zu erfüllen und lieferten so eher Masse als Qualität. Der Staat tauchte den Wein (25 Millionen Flaschen) gegen Gas, Elektrizität und Traktoren. Die gesamte Produktion stand unter der Kontrolle des "borkombinat de Tokay"  und die Ertragsmengen pro Stock mussten immer weiter hochgeschraubt werden.

Anfang der Neunziger Jahre wurden die Weinberge wieder privatisiert und man erlaubte ausländischen Investoren, sich einzukaufen. Ein Zusammenschluss,  "Tokay Renaissance", dem die meisten der neuen Investoren angehören, wurde 1995 gegründet um "dem Wein von Tokaji seinen Adel wieder zu geben". 28 Güter von 50, die es vor dem Krieg gab, wurden so privatisiert und den großen ausländischen Investoren übergeben.

Darunter Axa (15O ha, Domaine Disznoko), GMF (50 ha, Domaine Tokaj-Hetszolo), Gan, Coopérative agricole Cana, sowie Vega Sicilia (100 ha, Domaine Oremus) und Domaine Purification Mancebo.

Oft sind sie mit ungarischen Investoren  aus Kreisen von Politik, Mediziner und Pharmakreisen  verbunden.

Inzwischen wurde von der ungarischen Regierung dieser Übernahme untersagt. So sollen inzwischen 4000 bis 5500 ha von kleinen Besitzern zum Verkauf stehen, die auf einen guten Preis warten. Die Regierung könnte das Kaufverbot für ausländische Investoren wieder aufheben." Wenn das nicht sowieso zu den Regeln des Beitritts in die EU gehört - was sagst Du uns dazu, Svetlana?

Ähnliches konnte ja auch Dirk Würtz in den ersten Wochen seines Blogs aus Rumänien berichten, vielleicht bekommen wir von ihm eines Tages einen aktuellen Bericht über Möglichkeiten und Angebote  zum Auslandsinvestment in subventionierten Ostländern.

Zum Schluss noch zwei Ausschnitte aus einem sehr schönen Buch von Robert de Goulaine - Le Livre des Vins Rares ou Disparus, ed. Bartillat, 1995. (das Buch der seltenen oder verschwundenen Weine)



Im Kapitel über die Tokaji Weine mit dem schönen Titel: Le vin des rois, le roi des vins kann man die Geschichte dieses Weins verfolgen, durch die Jahrhunderte mit ihren wechselvollen Zeiten und vielen Anekdoten. Hier habe ich auch zum ersten Mal von der "Royal Essenzcia" gelesen, dieser sagenhaften Steigerung  des Aszú Essenzcia, die nur aus botrytisierten Trauben bestehend auf Rosten aufgeschichtet wurden, aus denen, ohne jeden künstlichen Pressvorgang der Saft in ein darunter liegendes Auffangbecken tropfte. 16 kg solcher Trauben ergaben oft kaum mehr als ein Glas und von dem man sagt, dass diese Essenz, die nie über 9 bis 10° Alkohol erreicht, erst nach 50 Jahren trinkreif ist und nicht nach 30, wie es ursprünglich von einer Aszú Essenzcia verlangt wurde. 

Ein halbes Jahrhundert, um sich zu einem königlichen Tropfen zu dekantieren, und der Autor berichtet von einer Flasche, die er 1988 bei Peter Morel in Manhatten erwerben konnte, die aus dem Jahr 1811, dem Jahr des Halleyschen Kometen - stammte. Die letzten Vorräte dieses mythischen Tropfens vermutet er in den Kellern des Vatikans...

Und die Übernahme eines großen Teils der Weinbereitung neuen Stils in der Region durch französische oder in Frankreich geschulte Önologen, die er so zitiert:

"Wir ziehen es vor, Weine nach französischer Art zu machen, unter Beigabe von Schwefelsäure, um die Gärung zu stoppen und so fruchtigere Noten zu erhalten..." läßt ihn den französischen Chauvinismus bedauern, den er für die raffinierteste Form intellektuellen Terrorismus hält. "Im Namen welcher Schule hätte man Mozart dazu zwingen wollen, wie Rameau zu komponieren oder Poussin wie Rembrandt zu malen?" fragt er.

Wie auch immer man diese Streitfrage beantwortet, klar ist, dass die Weinliebhaber, die in Weinforen über ihren Essenczia zu 6,50€ jubilieren, den sie im Supermarktregal gefunden haben wohl eher einen Restbestand aus Sovietzeiten im Glas haben.

Ob es noch Winzer gibt, die die alten Traditionen mit Lager- und Reifezeiten von 30, gar 50 Jahren respektieren?

Das Meiste, was heute als Essenczia verkauft wird, wird wohl schnellerer, moderner Machart sein - dem Kundengeschmack angepaßt und dem Bedarf nach Kapitalumschlag der Investoren. So wie es Balsamiko-Essig für Otto Normalvernbraucher gibt, dem nicht einmal auffällt, dass man ein so langwierig, langsam und aufwendig zu produzierendes Produkt wohl nicht in der Rubrik "unter 5 €" im Supermarkt findet - wird hier auch die Demokratisierung eines zugkräftigen, legendenumwogenen Produkts betrieben. Geschickter als die Massenproduktion zu Sowjetzeiten - dafür hat man ja die moderne Önologie und absatzfördernde Prestige-Namen. Sucht man nach der Royal Essenczia, so findet man die Produkte einer Firma, die Royal im Namen trägt - einen wirklichen Zusammenhang sehe ich da nicht...











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Published by Iris Rutz-Rudel - dans Weinrallye
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