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Unser Blog soll Ihnen die Gelegenheit geben, rund ums Jahr an den aktuellen Arbeiten auf unserem kleinen Gut in Südfrankreich teilzunehmen. Unsere Webseite stellt uns zwar bereits in drei Sprachen vor, aber wie viele Webseiten, ist sie eher statisch aufgebaut. Ein Blog  (es gibt ihn schon in Französisch: hier) erlaubt hingegen, viel spontaner, aktueller und auch weitläufiger über das, was wir tun, was uns bewegt und wofür wir uns sonst noch interessieren, zu schreiben.

Begleiten Sie mich also auf dem Weg durchs Winzerjahr. Hinterlassen Sie Ihre Kommentare oder stellen Ihre Fragen, damit aus diesem Blog ein lebendiges Kommunikationsmittel wird.

Ihre Iris Rutz-Rudel



Lundi 18 février 2008
Auch wenn der Frühling uns schon  mit den ersten Blüten erfreut, ist der Winter noch nicht zu Ende und Winterzeit ist die Zeit des Schweineschlachtens.

Und so findet traditionell am letzten Wochenende im Februar in Saint Pons de Thomière  die Fête du Cochon statt.

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Denn bekanntlich: dans le cochon, tout est bon  -  am Schwein ist alles gut !

Zwei Tage lang lebt Saint Pons, eine kleine Kreisstadt im Herzen des Parc Régional du Haut Languedoc im Zeichen der Säue, mit allem, was an regionalen Produkten rund ums Schwein dazu gehört.
Die Schweine werden oberhalb von Saint Pons in der Gegend um Lacaune auf einer bukolischen Hochebene in ca 800 m Höhe aufgezogen und dort auch in kleinen Unternehmen verarbeitet. Und so findet man überall die Spezialitäten der Gegend: Luftgetrockneten Schinken, Saucisses und Rosettes (Hartwürste), Boudin (Blutwurst) und Bougnettes (ein überdimensionaler Fleischklops mit Brot und Ei)...

Auf dem Markt während des Schweinefests wird auch gezeigt, wie das alles nach traditionellen Methoden gemacht wird. Natürlich gibt's dazu auch große Gemeinschaftsessen und auch die traditionelle Musik auf Flöten und Dudelsack darf nicht fehlen.

Die ganze Stadt macht mit und stellt Szenen der fatigue du cochon (des Schlachtens und Verarbeitens) in traditionellen Kostümen nach.

undefinedMotiv eines T-Shirts, das man bei den Verteidigern der Bougnette erwerben kann.

Sehr aktiv ist dabei die ein Verein, der sich "Bonhetaires dal Soumal" nennt, eine Bruderschaft, die sich den Erhalt der kulinarischen Tradition unter besonderer Hervorhebung der Bougnette zum Ziel gesetzt hat.

Aber es gibt ja nicht nur die Schweinezucht nördlich von Saint Pons, sondern auch den Wein südlich davon, im Minervois. Und auch hier wird die Tradition gepflegt, indem eine Gruppe von traditionsverbundenen Bonhetaires jedes Jahr in den Weinberg "Lou Camp del Cers" zieht und dort die Trauben für ca. 3000 Flaschen Wein erntet, die zu Gunsten des Vereins verkauft werden.

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Das gibt dann den seltenen Tropfen namens Le Groin de Folie - ein Wortspiel mit grain de folie (grain = Beere - folie = Verrücktheit - französischer Ausdruck für leicht verrückt). Ein groin ist die Schweineschnauze (die, mit der sie so gut Trüffel aufspüren und vollreife Trauben erkennen können:-)).

Ich konnte den Wein noch nicht probieren - ob er, mir seinen Grenachetrauben edler ist, als ich das vom Metzgersekt vermutete, wird also erst irgendwann  in der Zukunft hier mitgeteilt werden können.





par Iris Rutz-Rudel publié dans : Essen und Trinken
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Vendredi 25 janvier 2008

undefinedIn den letzten beiden Wochen war es recht ruhig auf dem Blog. Die Winzerin war unterwegs - nicht mit der Rebschere im Weinberg, wo ja die eigentliche Saisonarbeit des Rebschnitts bis Ende März ansteht, sondern mit der Bahn auf den Schnellstrecken zwischen Frankreich und Deutschland. Es war wieder die Zeit für einen Besuch in Düsseldorf gekommen, wo meine Mutter sehnsüchtig auf diese wenigen Tage im Jahr wartet.

Aufbruch diesmal weit vor Morgengrauen, günstige Bahnpreise sind eben auch hier oft an ungünstige Reisezeiten gebunden. Der TGV nach Paris fuhr kurz nach 5 Uhr morgens in Béziers ab und bis dahin ist es erst noch eine gute Stude mit dem Auto über finstere Landstraßen. Immerhin konnte ich kurz vor dem Bahnhof mein 4. gekreuztes Auto zählen!  Die ersten Sonnenstrahlen zeigten sich dann schüchtern irgendwann auf der Schnellstrecke quer durch Burgund zwischen Valence und Paris. Vom Weinangebot in der Bar des TGV gibt es nichts Neues zu berichten, ebensowenig wie von  von dem im Thalys am Nachmittag.  (Nicht, dass ich etwa am frühen Morgen schon Lust auf etwas anderes als einen heißen Kaffee gehabt hätte, aber man muss sich als Erzeuger ja schließlich über den Markt auf dem Laufenden halten...).
undefinedIn Paris  angekommen, galt es, wie üblich den Bahnhof zu wechseln - inzwischen gönne ich mir ein Taxi - die Zeiten, in denen ich mein Gepäck mutig durch Metro-Schächte und über Treppen und endlose Gänge hinter mir her zerrte, sind vorbei. Grauer Himmel und Regen über der Stadt. Die Vélibs, die überall am Straßenrand schnell und günstig zu mietenden Fahrräder von Paris - eine hervorragende ökologische Idee für Großstädte, blieben bei diesem Wetter in ihren Ständern. Inzwischen freute ich mich schon auf ein gemütliches und möglichst reichhaltiges Frühstück vor der Weiterfahrt.

undefinedIch wählte voller Gottvertrauen das bekannte Restaurant - Bistro Terminus Nord, direkt gegenüber dem gleichnahmigen Bahnhof aus.  Na ja, wie konnte ich auch vergessen, dass das in Frankreich wohl ein frommer Wunsch bleiben muss. Wie üblich gab die kompletteste Frühstücksformel neben dem Café nur eine Scheibe Baguette, das übliche Croissant und Butter und ein Töpfchen Marmelade her - meine Bitte um ein Stück Käse verhallte vergebens beim irritierten
Garçon - für ihn war es erst 11 Uhr, man hatte die Küche also noch nicht mit solchen Sonderwünschen zu belästigen - dass ich inzwischen schon seit 8 Stunden auf den Beinen war, konnte er ja nicht ahnen. So nahm ich mit dem vorlieb, was man mir gab und beschloss, mich in Düsseldorf in den nächsten Tagen redlich für diese Enttäuschung zu entschädigen.

 


In meiner Heimatstadt angekommen, erinnerten mich vereinzelte Narren vor dem Bahnhof und vor allem die Dekorationen der Schaufenster daran, dass es ja auf den Höhepunkt des Karnevals zugeht. Selbst der Rosenmontagszug, vor dem ich früher immer geflohen war, ist in diesm Jahr mit seiner kurzen "Saison" ja nicht mehr weit.

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Immerhin mochte ich immer die farbenfrohen Kostüme, und vor dem auf dem rechten Foto, mit dem Namen Weinfass habe ich tatsächlich einen Moment gezögert. Ein kleines Detail am unteren Rand des Fasses, das so gar nicht eder Konstruktion eines echten Barriques entspricht, hat mich dann aber doch davon abgebracht:-).

Ein wichtiger Bestandteil des lokalen Brauchtums ist jede Saison die Wahl des Prinzenpaars. Prinz Karneval und seine Venetia, wie ihr Düsseldorfer Titel ist, die ab dem 11.11. um 11Uhr11 allen Sitzungen und sonstigen Ereignissen vorstehen, waren in diesem Jahr einen besonderen Blick wert. 


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Prinz Josef der 1. und Venetia Barbara die 1. stehen also der Saison 2007/2008 vor - oben im üblichen, traditionellen Ornat - unten in einer eher poppigen Version.

undefinedBilder von folgender Seite

Ich fand die Wahl besonders gut, denn das Prinzenpaar symbolisiert diesmal die geglückte Union zweier Dinge, die mir wichtig sind: Brot und Wein sind hier eine ideale Verbindung eingegangen!

Josef 1., Josef Hinkel im täglichen Leben, ist der Besitzer einer Düsseldorfer Traditionsbäckerei, die schon seit über 100 Jahren in Familienbesitz ist und ihre Läden in der Düsseldorfer Altstadt hat. Seine Auslagen inspieren mich immer zu Fotos, ob es nun vor Weihnachten die Auswahl an Weihnachtsgebäck und Spezialitäten ist, oder die breite Palette der Brote und Brötchen, die ich in Frankreich schon von Zeit zu Zeit vermisse.

Auch in diesem Jahr hatte ich die Bilder schon geschossen, ehe ich Kenntnis von seiner neuen Funktion hatte. Zu den zahlreichen Brotsorten auf dem Bild in der Mitte, hat sich eine speziell für den Anlaß kreierte gesellt: ein Brot, das die traditionelle Narrenkappe der Jecken symbolisiert (Bild links). Und natürlich darf in meiner Sammlung das typische Düsseldorfer Röggelchen nicht fehlen, das kross gebackene, doppelte, kleine Roggenbrötchen auf dem linken Bild, dass traditionell erst nach dem Backen getrennt wird und die Unterlage für den berühmten"halven Hahn" auf den Speisekarten der Altstadtkeipen bildet, mit dem Fremde so gerne verwirrt werden (das Brötchen wurde  ursprünglich mit Harzer Käse und Zwiebeln serviert - dazu natürlich ein Altbier - heute hat der neutralere Gauda den Handkäs ersetzt).


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 Die Venetia, Barbara Oxenfort, ist nicht nur sehr fotogen, sondern vor allem bekannt als Mitbesitzerin des Düsseldorfer Restaurants und Weinhauses Tante Anna, ebenfalls mit einer langen Tradition in der Altstadt gelegen. Man kann hier traditionelle und internationale Küche genießen, aber vor allem von der exemplarischen Weinkarte des Hauses profitieren, die mit ihren über 400 Referenzen zeigt, dass hier noch ein echter Weinkeller gepflegt wird. 

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Bilder im Original auf www.tanteanna.de

Die Weinkarte kann man sich hier zu Gemüte führen. Sie weist nicht nur eine hervorragende Auswahl von deutschen Weinen bekannter Winzer aller Anbaugebiete auf, sondern auch eine Liste französischer Weine, u.a. einer grandiosen Auswahl der Grand Crus aus Bordeaux, die zum Teil in 20 Jahrgängen noch im Keller verfügbar sind und dem Liebhaber den Mund wässrig machen. Dazu teilweise zu Preisen, die man sicher auf den Karten französischer Nobelrestaurants mit der Lupe suchen müsste.

Leider war diesmal mein Aufenthalt zu kurz, um meiner Neugier nachzugeben. Sonst hätte ich gerne an einem Dinner rund um die Kombination von Essen und Wein teilgenommen, begleitet von "köstlichen Liedern über den Wein vertont und interpretiert von Heike Beckmann (Komposition und Klavier) und Barbara Oxenfort (Gesang)", denn Barbara ist auch ausgebildete Sängerin. Und auch das Jazz Dinner in Begleitung eines Vokal Jazz Quartetts hätte mich durchaus gereizt, da die Dame auch hierin ausgewiesen ist.

Auch über das jährlich stattfindende Niederkasseler Tonnenrennen wollte ich noch berichten, an dem auch das Prinzenpaar teilnimmt. Meine Recherchen ergaben allerdings, dass es sich ursprünglich dabei nicht um Weinfässer handelte, die auf Schubkarren um die Wette durch die Straßen gekarrt werden, es waren nicht einmal Bierfässer, wie ich erst vermutete, sondern wie ich aus diesem Artikel lernte : "Am Anfang stand eine ruchbare Tonne" - es waren leere Jauchefässer, die die ersten Spaßvögel durch die Gassen von Niederkassel auf der linken Rheinseite karrten...

Bleibt mir also nur noch, ein schallendes  Düsseldorf Helau! - den Schlachtruf der Düsseldorfer Jecken - auszubringen auf die glückliche Wahl einer Verbindung von Brot und Wein - die Spiele können weitergehen.




par Iris Rutz-Rudel publié dans : Essen und Trinken
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Jeudi 15 novembre 2007


 

Une fois n'est pas coutume - also keine Angst, dieser Blog wird sich nicht in einen Kochblock  verwandeln - da gibt es viele geeignetere Autoren - zumal das Kochen in Lisson schon vor Jahren von Klaus übernommen wurde - die Winzerin wird nur für Hilfsarbeiten, wie Kartoffeln schälen und würfeln, Gemüse putzen  und die gelegentliche Produktion von Kartoffelpurée beschäftigt - dafür darf ich den Wein zum Essen auswählen.


Aber zum jüngsten Start der Knöedel in die Blogosphäre passt doch unbedingt dieses Riesenexemplar, das uns gestern zum Abendessen bei deutschen Freunden im Tal serviert wurde. Aufmerksame Leser kennen sie übrigens schon von unseren Weinernten, Heiner und Anja sind inzwischen Spezialisten für den Clos des Cèdres. Auch in unserer Linkliste sind sie mit ihren Ferienwohnungen vertreten, die sich aufgrund ihrer Lage hervorragend als Ausgangspunkt für Ausflüge in die umliegenden Weingebiete, wie Faugères, Saint Chinian, die Coteaux du Languedoc  und an die Mittelmeerküste eignen.

Auch in La Licorne stand diesmal der Mann am Herd. Bei unserer Ankunft wurde gerade der Teig für die "Sättigungsbeilage" gemischt: eine Schüssel trockenes, zerkleinertes altes Baguette eingeweicht in lauwarmer Milch, zehn getrennte Eier, das Eisweiß (wofür hat man Handlanger) von Anja zu steifem Schnee montiert, etwas Mehl sowie Salz, Pfeffer und eine Prise Muskat als Gewürze: all das zu einem lockeren Teig vermengt, am besten mit kühlen Händen. Das Ganze anschließend kurz ruhen lassen, dann auf ein gebuttertes Küchentuch gelegt, das oben gut zugeknotet wird und anschließend in einem passenden Topf mit simmernden Salzwasser zweimal ca. eine halbe Stunde ziehen lassen. Dabei zur Hälfte der Zeit das Bündel umdrehen, damit der Kloß bis in den Kern gart - fertig ist der größte Serviettenknödel, den ich bisher gesehen habe.

Die Butter auf der Innenseite des Tuches ist das"truc", das kleine Geheimnis, das ein Ankleben des Teigs an der Hülle verhindert.


Serviettenkn--del-im-Topf.jpg     Serviettenknoedel-beim-auswickeln.jpg  

Dazu ein traumhaft zarter Schweinebraten - schön saftig und natürlich der unabdingbare Saucenlieferant:

 Schweinebraten.jpg

Und als Gemüsebeilage hausgemachter geschmorter Rotkohl mit pikantem Nelkenaroma.

Serviettenkn--del-bei-Tisch.jpg    Serviettenkn--del--Rotkohl-und-Schweinebraten-mit-Sauce.jpg

Fertig war der ebenso nahr- wie schmackhafte Hauptgang. Wobei der in Scheiben geschnittene Serviettenknödel durch seine lockere Leichtigkeit überraschte: ein idealer Saucenbegleiter.

Als Wein bot sich ein
Roter aus der benachbarten Appellation Faugères an, von Château Haut Fabregues, dessen dunkle Fruchtnoten und erstaunlich sanfte Tanine für einen noch jungen Wein aus Carignan, Grenache, Mourvèdre und Syrah, ihn zu einem durchaus angenehmen Begleiter für den Gang machten.

Und da 4 Personen trotz guten Appetits nur schwerlich mehr als die Hälfte des Riesenknödels schaffen konnten, weiss ich schon, was es heute Abend in beiden Haushalten zum Essen geben wird - natürlich Scheiben vom restlichen Serviettenknödel, kurz von beiden Seiten in der Pfanne gebraten - an einem kalten Frühwinterabend wie heute auch ein Genuss.

Das war's von der Unterwanderung der mediterranen Küche durch die Knödel - Fortsetzung sicher immer wieder bei den Foodbloggerinnen der Knödels.


par Iris Rutz-Rudel publié dans : Essen und Trinken
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Dimanche 4 novembre 2007
Der Herbst erfreut uns immer noch mit einem echten Altweibersommer und so konnte auch in diesem Jahr wieder das nun schon traditionelle Olarguer "Fest der Maronen und des neuen Weins" unter idealen Bedingungen stattfinden.

Affiche-Marron-2007.jpg
Für die zahlreichen Besucher aus dem Umland und auch von weit bis zur Küste  hinunter, war schon die Anfahrt durch das Orbtal ein reiner Augenschmaus. Herbstliche Weinfelder in leuchtenden Farben, wie hier bei Roquebrun strahlten mit dem blauen Himmel und der großzügigen Sonne um die Wette.

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Angekommen in Olargues konnte man den Hauptort des Geschehens leicht  finden, indem man seiner Nase folgte: auf dem Platz vor der Mairie (dem Bürgermeisteramt) hatten die fleißigen Mitglieder des Festkommitees schon Tage vorher große Reisighaufen aufgestapelt, die dann das Feuer, über dem eine in Eigenkonstruktion gebastelte große Trommel gedreht wird, mit kräftigen Flammen und der nötigen Glut nährten.
 
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Die so frisch gerösteten Maronen konnten zwei Tage lang in den klassischen Tüten aus Zeitungspapier gekostet werden, die vom Altenclub L'Oulo in den letzten Tagen gefaltet worden waren. Eine der bekanntesten Sorten der Edelkastanie trägt übrigens  den Namen unseres Dorfes: marron d'Olargues.


Für den Ohrenschmaus sorgte dieses Jahr eine Dudelsackband - was zeigt, dass die Integration der Zuwanderer aus anderen Ländern Europas schon voll bis in die Folklore der Dorffeste durchgeschlagen ist. Ganz so ungewöhnlich waren die Klänge sowieso nicht, denn bis auf die Schottenröcke sind die Einwohner unserer Haut Cantons an den Klang des Dudelsacks gewöhnt, gehören solche Instrumente aus Zigenhäuten doch zum klassischen Repertoire der traditionellen okzitanischen Musikgruppen.



fete-du-marron-Olargues-2007.jpg
Der Vin Nouveau war auch reichlich vertreten. Vor allem die Winzergenossenschaften (Roquebrun und Berlou) haben dieses, lange Jahre dem Beaujolais vorbehaltene Getränk  vor einigen Jahren als gute Marketingidee entdeckt, um einen Teil des Weinüberflusses zügig in den ersten Monaten nach der Ernte in den Umlauf zu bringen. Dabei sind die hiesigen neuen Weine meist von kräftigerer Farbe und intensiverem Geschmack, als ihr Vorbild aus dem Beaujolais - und kommen auch schon einen ganzen Monat vorher auf den Markt.

Aber auch andere Saisonprodukte aus dem Umland finden hier ihre Liebhaber. So gehört der Ail rose de Lautrec, ein Produkt mit einer eigenen AOC = Appellation d'Origin Contrôllée,  die leicht rosa Knoblauchknolle aus dem Nachbardépartement Tarn zur unverzichtbaren Vorratshaltung der hiesigen Küche. Trocken aufbewahrt hält er sich bis lange ins Frühjahr und parfümiert die mediterane Küche der Gegend.

Auch die schwarze Rübe, Navet noir de Pardailhan, so unverzichtbar in einem zünftigen Winterragout, ist ein ganz besonderes Gemüse. Sie wurde von Slow Food ins das Programm der zu schützenden Sentinelle-Produkte aufgenommen. Diese besondere Sorte wächst nur rund um das Dörfchen Pardailhan auf besonderen Böden, die beweisen, dass auch für Gemüse der Begriff des Terroir durchaus an seine Berechtigung hat.


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Neben den Maronen siind auch die Walnüsse aus neuer Ernte jetzt überall zu finden. Ein Jungbauer aus Olargues, Olivier Lefebvre, von  Les Jardins des 4 Saisons,  hat sie in sein Sortiment der Saisonprodukte aufgenommen und bietet sie nicht nur als ganze Nüsse, sondern auch transformiert zu Walnussöln, Walnusslikör und Nusskernen in Sirup an.

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Unter den zahlreichen Imkern der Gegend gehören Denis Cournol und Evi Montauban vom Rucher de Fiers-Loups zu unseren bevorzugten Produzenten. Ihr Kastanien- und Heidehonig ist ein Gedicht. Erarbeitet nach biodynamischen Methoden, kalt geschleudert, verströmt dieser cremige Honig die Aromen, die ich auch zur Blütezeit der Frühjahrs- , Sommer- und Winterheide, die auf unseren Schieferböden so gut wachsen, bei einem Spaziergang durch die Hügel so schätze. Die Sorte Miel du Maquis vereint in sich die Düfte aller aromatischen Pflanzen und Blüten der Strauchlandschaft an einem Sommertag.


Die beiden geben aber auch gerne Auskunft über die gesundheitsfördernde Verwendung von Pollen und Propolis aus der Produktion ihrer Bienvölker.

Neben diesen konsumierbaren Schätzen habe ich auf der begleitenden Ausstellung auch diemal wieder eine neue Künstlerin entdecken können, die in Saint Vincent d'Olargues ihre Zelte aufgeschlagen hat. Ihr Name ist Sophie Rèche, von Haus aus auch Restauratorin für Kirchenkunst und Vergoldungen. Der Name ihrer Werkstatt ist entsprechend "Les Atéliers des Mains d'Or" der goldenen Hände.  Neben der Mappe mit Restaurierungsarbeiten in Kirchen und Schlössern haben mich vor allem ihre Zeichnungen und Objekte, wie diese Kombination aus Stofmalerei und alten Holzstücken, beeindruckt.




les-mains-d-or.jpg

Es gibt viele Künstler, die sich hier im Laufe der Jahre angesiedelt haben, zwei von ihnen habe ich schon in der französischen Ausgabe meines Blogs vorgestellt: Els Knockaert, die Malerin aus Belgien und ihre farbenfrohen Bilder von Ernteszenen und Patricia Nénaire, die Fleurographin, deren Bilder aus Blumen und Pflanzenmaterial wohl einmalige kleine Kunstwerke darstellen. Ein Besuch in ihrem Atelier in Olargues ist schon durch den Anblick der "Zutaten"  ein Augenschmaus!


par Iris Rutz-Rudel publié dans : Essen und Trinken
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Lundi 20 août 2007


Hier also die versprochene Fortsetzung meiner Begegnungen mit Weinen auf der Rückreise von Deutschland nach Südfrankreich.

Die Reise begann vielversprechend auf der Fahrt mit dem Intercity von Düsseldorf nach Köln. Da das ganze noch vor 7 Uhr morgens stattfand, genoss ich  meinen ersten Café im DB Speisewagen (eine angenehme Einrichtung, die es in französischen Hochgeschwindigkeitszügen wie den TGVs leider schon lange nicht mehr gibt).

Sonnenaufgang-im-IC.jpg
Ich teilte meine Aufmerksamkeit zwischen dem romantischen Sonnenaufgang hinterm Fenster und der vielversprechenden Weinkarte, deren Inhalt ich leider wegen der Kürze der Fahrt nicht mehr auf die Probe stellen konnte, deren Stil und Gehalt mich als Winzerin aber durchaus erfreuten.  Auf Nachfrage bei der freundlichen Kellnerin durfte ich sogar ein Exemplar einstecken.


DB-Weinkarte.jpg

Namen wie Künstler, Heger, Bassermann-Jordan und Jakob Kühn, angeboten in 0,25l Flaschen zu angenehmen Preisen lassen in weiß und rot schon Lust zum Probieren aufkommen und das Zitat von Hugh Johnson auf der letzten Seite:

„Wine drinkers are attractive and smart, sexy and healthy.“  schmeichelt dem Weinliebhaber.

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Die Rheinsilhouette von Köln erfreut immer wieder das Auge und ein kurzer Aufenthalt im Kölner Hauptbahnhof, bei dem man noch den letzten Weinkrimi von Sebastian Henn für die Reise erwerben kann, versüßt den Übergang in den Thalys – diesmal zweiter Klasse, also ohne einen neuen Blick auf die Weine des Monsieur Sapin, die ich Ihnen ja bei einer früheren Reise schon ausführlich vorgestellt habe.



Auch diesmal blieb genug Zeit für einen erholsamen Zwischenhalt in der Big Ben Bar des Train Bleu im Gare de Lyon in Paris. Das gleichnamige Sandwich aus dem unerreichten Brot von Poilâne,  schon too big für den kleinen Appetit,  konnte ich mit einem Glas Gaillac "Château Adélaïde" blanc begleiten aufmerksam beobachtet vom Kater des Hauses.

chat-train-bleu-2007.jpgein alter Bekannter im Train Bleu

 

Dann ging es weiter mit der Reise drittem Teil: Paris Béziers im TGV. Hier gibt es keinen Platzservice in der ersten Klasse, alle Passagiere teilen sich den eher abtörnenden Barwagen mit wenigen Hockern und vielen Stehplätzen.

Aber selbst hier konnte ich noch eine interessante Entdeckung machen. Seit einiger Zeit wird dort nämlich neben den klassischen kleinen Flaschen Beaujolais von Duboeuf und dem üblichen Bordeaux auch Wein im Glas angeboten.  Das „verre prêt à boire“  hebt sich angenehm von der sonst hier herrschenden Plastikkultur ab. Nach einem besonderen Verfahren wird Wein in kleine Gläser abgefüllt und mit einer Abdeckung versehen, die ihn einige Monate vor Verfall schützt.

 

In drei Farben dekliniert findet man so einen  AOC Bergerac rouge, einen Vin de Pays du Comte Toulosan Gamay rosé und einen VdP Côtes de Gascogne Colombard Chardonnay blanc , die das (möglichst selbst mitgebrachte – hier gibt’s kein Poilâne) Sandwich auch am Platz vorteilhaft begleiten.

Marketingstudien haben ergeben, dass diese Form der Präsentation den Weinabsatz erhöht hat, ohne auf Kosten des  Verkaufs der klassischen kleinen Fläschchen zu gehen.  Offensichtlich spricht sie Kunden an, denen auch 0,25l auf der Reise schon zu viel sind, die so, mit 10cl aber nicht auf ihr gewohntes Glas  zum Essen verzichten müssen.

 

Ich finde, dass sich diese Art der Verpackung wohltuend von den auch schon angebotenen Weinen in Dosen abhebt und bei weitem vorzuziehen ist. Und bei der nächsten Reise mache ich auch den geschmacklichen Selbsttest, versprochen!

 

 

publié dans : Essen und Trinken

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