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Strandgut


Mardi 10 novembre 2009
Das war doch eine schöne Idee von Thomas vom Winzerblog, die daheimgebliebenen unter den Weinbloggern, die nicht an der zweiten Ausgabe der Europäischen Weinbloggerkonferenz in Lissabon teilnehmen konnten, mit einer echten, handgeschriebenen Postkarte zu beglücken.

Vinissimus hat seine schon vor ein paar Tagen bekommen, vermutlich liegt Österreich postalisch näher an Portugal als Frankreich - meine lag erst heute im Briefkasten am Weg nach Lisson:



#Pauli - Post aus Lissabon

wer wie ich erst einen kleinen Fussmarsch zum Briefkasten absolvieren muss, freut sich besonders, wenn der Weg nicht umsonst war!

Also danke, Thomas, und danke auch den Weinbloggerfreunden, die gleich mit unterschrieben haben - einige konnte ich entziffern, wie Amy Lillard von La Grammière, die ich hier schon einmal vorgestellt habe, oder Oscar Quevedo, engagierter (und ach so charmanter) junger Winzer aus dem Duoro, mit dem ich anläßlich unseres 1. Winzerbloggertreffens als OFF während der VINEXPO im Juni Bekanntschaft machte. Unbekannterweise aber auch an Pilar, winemaker aus Madrid und Andy aus New York, dessen Emailadresse ich leider nicht entziffern kann.

Ich glaube, ich werde diese schöne Idee von Thomas aufgreifen und in diesem Jahr zum Jahresende auch mal wieder "richtige" Post verschicken - eine passende Postkarte, von Klaus home-brew entworfen, haben wir auch schon.

Wer gerne eine hätte und noch nicht in unserem Kunden- und Freundes-Adressverzeichnis steht, kann sich hier im Kommentar anmelden - oder einfach eine Email mit seiner kompletten Postanschrift schicken - wie immer an

lisson at wanadoo.fr

ja, und wer mir eine ganz große Freude machen will und die Mühe nicht scheut, schickt vielleicht sogar eine Postkarte an Iris in Lisson F 34 390 Olargues - das kommt an, garantiert! Aber dann den Absender nicht vergessen.

Par Iris Rutz-Rudel - Voir les 0 commentaires
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Samedi 3 octobre 2009
Pünktlich zum heutigen 3. Oktober fand ich in meinem Briefkasten Post von Kirstin Unruh und Sonja Graminski - aufmerksamen Lesern schon als Inhaberinnen der agence à la carte und Mitarbeiterin der weinsinnig weiblichen Seiten von vinifera bekannt.

Darin:

Das Rezept der Deutschen Einheit

Zutaten:

2 mittelgroße Länder                1 Packung Mut für neue Wege
1  Prise Geduld                           Etwas Zusammengehörigkeitsgefühl
1 Schuss Zuversicht              1 Dosis Verständnis
1 langer Atem                       Garnitur in schwarz-rot-gold nach Belieben


Zubereitung:

Die zwei Länder in eine große Schüssel geben und gut durchmischen. Die Prise Geduld und Zuversicht hinzugeben und mit dem Rührbeseb auf höchster Stufe unterrühren, Den langen Atem nach und nach dazugeben - Vorsicht, nicht  alles auf einmal, sonst klumpt es!

Separat eine Packung Mut für neue Wege mit dem Zusammengehörigkeitsgefühl und der großen Dosis Verständnis verquirlen. Die Masse mit viel Gefühl unter die Ländermischung heben.

Das Ganze mindestens 20 Jahre gehen lassen und zwischendurch immer wieder abschmecken. Mit viel Liebe auf großen Tellern anrichten und auf Wunsch schwarz-rot-gold garnieren.



Dabei lag noch ein Rezeptbüchlein mit 20 Rezepten aus Ost und West und der Tip, Verwandte, Freunde oder Kollegen einzuladen und den 3. Oktober 2009 kulinarisch zu genießen.

Nun, zum Freunde einladen war's zu spät, aber irgendwann werden sicher mal Soljanka oder Winzersupp ausprobiert - spätestens, wenn's wieder den guten Riesling von Harald gibt.



Heute bleibt's bei Bratkartoffeln mit Würstchen und scharfer Sauce - dazu ein paar Probeschlucke vom neuen Wein - tiefdunkelrot, fast halb durch die Gärung durch, also noch reichlich süß, aber schon mit den typischen Aromen des Mosts auf dem Weg zum Wein... à suivre.

Par Iris Rutz-Rudel - Voir les 1 commentaires
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Vendredi 28 août 2009
Mit diesem Suchbegriff bei Google scheint tatsächlich gestern jemand auf der Suche nach - ich interpretiere frei - Düsseldorf Altstadt auf diesem Blog gelandet zu sein.

Damit er nicht umsonst gekommen ist, hier der Link, der in meinem Blog hilfreich sein könnte: Der Artikel hieß: Weinbegegnungen und berichtete von einer sommerlichen Reise vor 2 Jahren (zum 80. Geburtstag meiner Mutter:-) - in meine Heimatstadt und einem Spaziergang durch die Altstadt, bei der auch der traditionelle Bierausschank vor dem Uerigen gezeigt wurde.

Vielleicht passt dazu auch noch der Bericht über den Düsseldorfer Karneval, mit der Verbindung von Brot und Wein, den es hier zu lesen gab.

Und um zu zeigen, wie schön die Rheinfront der Altstadt bei Nacht von der Oberkasseler Brücke aus gesehen ist, hier ein Schnappschuss, den ich nehmen konnte, als ich vor 14 Tagen nach Mitternacht angesichts der Ankündigung, dass die nächste Bahn über den Rhein erst in 42 Minuten kommen würde, beschloss, meinen Heimatfluss zu Fuss zu überqueren...







Par Iris Rutz-Rudel - Voir les 1 commentaires
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Mardi 9 juin 2009
Zwei Neuigkeiten von der Gesetzesfront, die in Frankreich in den letzten Tagen Klarheit nach mehr oder weniger langen Protestaktionen brachten, die auch in diesem Blog schon erwähnt wurden.

Zunächst die Rücknahme auf höchster Europaebene, der Verordnung, die die Fabrikation von Roséweinen als Mischsatz aus rotem und weißem Wein erlaubt hätte (darüber hatte ich hier berichtet).

Es triumphieren die Produzenten von traditionellen Roséweinen aus der Appellation Provence, die wenn man die Vorlage genauer studiert hätte, eigentlich nicht davon betroffen gewesen wären, da sie weiter ihre eigenen Qualitätsregeln hätten aufrecht erhalten können - und die vielleicht gut beraten gewesen wären, angesichts der drohenden Konkurrenz als Mischastz produzierter Billigweine, die ihnen plötzlich Angst machte, verstärkt auf die Besonderheit ihrer Roséfabrikation hinzuweisen und vielleicht auch striktere Regeln für die Weinbereitung nach dem viel zitierten "Ausbluten" - saigné von Rotweinmaischen aufzustellen. Eine Einschränkung des Gebrauchs von zugesetzten Aromahefen, künstlicher Säure, Enzymen oder all den anderen Mittelchen und Zusatzstoffen, die munter dazu beitragen, dass viele dieser Weine wirklich nur tiefstgekühlt mit Eis und sonnenbenebelt auf südlichen Terrassen genießbar sind, wäre der Qualität und dem Ruf dieser Weine sicherlich zuträglich gewesen. Die wenigen Ausnahmen, die man auf dem Markt findet, bestätigen nur die Regel.

Aber viel wichtiger für die französische Wein- und Winzerwelt ist die Entscheidung des französischen Senats, die von der Nationalversammlung vor einigen Wochen zugelassene und von den Prohibitionisten seitdem vehement bekämpfte Zulassung von Alkohol und damit auch Wein-Werbung und über schlichte Herkunftsbezeichnungen hinausgehende Kommunikation über unsere Weine im Internet jetzt doch zuzulassen.

Die drohende Zensur und Verbannung von Weinseiten im Netz, die durch das Loi Evin von 1991 entstanden war, ist somit vorerst vom Tisch. Weise Selbstbeschränkung der Produzenten und Vertreiber in Punkto Jugendschutz natürlich weiter vorausgesetzt.

Also auch Grund zur Freude für alle französischen Wein- und Winzerblogger - und als Fundstück zum Feiern möchte ich meinen Lesern nicht dieses schöne Bild vorenthalten, das ich heute Morgen auf dem Blog von Jacques Berthomeau, einem streitbaren Blogger für die Belange des französischen Weins als Kultur und Genussgut und die Kommunikationsfreiheit:



Es handelt sich um das Etikett eines Rotweins, mit dem Namen "Esprit du vent 2008 - Geist des Windes", der von der Winzergenossenschaft von Embre et Castelmaure in den Corbières, in Südfrankreich abgefüllt wurde.

Die fröhlichen älteren Damen haben vermutlich alle ihr Leben lang bei Wind und Wetter mit im Weinberg gestanden und empfehlen hier stolz den Wein, der aus ihrer Mitarbeit entstanden ist, als éternel antidépresseur - ewiges Antidepressionsmittel - Hausmittel, nur in Krisenzeiten zu verwenden...

« Was macht ihr mit dieser Flasche in der Hand? Wie, ihr trinkt noch Wein? Welche Schande! Schlechte Franzosen, Bürger zweiter Klasse! Wißt ihr es denn nicht ? Heutzutage stößt man doch mit Pillen an: Antidepressiva, Beruhigungsmittel... das ist jetzt die Mode! Es lebe das chemische Glück! Willkommen bei den neuen Moralisten, im engstirnigen, ängstlichen Land der Prohibitionisten, wo man am Flachbildschirm die Einheitsmeinung aufsaugt, wo man sich langweilt, aber mit 0 Risiko, wo man Angst vor allem hat, vor dem Leben,  dem Fleisch und der Lust. Es lebe die Abstinenz!

Also, nichts für ungut, die Herren Zensoren! Auf Ihre Gesundheit! Vermutlich hat die großzügige Natur an Sie gedacht, als sie uns 2008 diesen subversiven Saft geschenkt hat, diese "Droge ", fröhlich und frech, dieses antike Heilmittel der vorübergehenden Dummheit der Menschen, das ewige Antidepressivum..." 

In diesem Zusammenhang: kein Kommentar hinzuzufügen



 

Par Iris Rutz-Rudel - Voir les 0 commentaires
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Jeudi 4 juin 2009
Laut Internetrecherche, publizierte Greepeace schon 2005 alamierende Resultate über die Pestizidbelastung von Tafeltrauben aus deutschen Supermärkten. Eine Meldung aus dem vergangenen Jahr greift das Thema mit aktuellen Analysen über Tafeltrauben aus der Türkei noch einmal auf.

Bekannt sind auch die Veröffentlichungen über Pestizidrückstände in vielen, aus konventionellem Anbau stammenden Weinen - ich hatte hier letztes Jahr im Artikel message on a bottle ausführlich darüber berichtet.

Eine Recherche bei Google mit den Stichworten Greenpeace Tafeltrauben Prozess heute ergab aber keinerlei Ergebnis. Also hat offensichtlich im deutschsprachigen Raum nach der Veröffentlichung der Meldungen niemand einen Prozess gegen den Verein angestrengt, der die Untersuchungen in Auftrag gegeben und veröffentlicht hat. Soweit ich mich erinnere, haben die betroffenen Supermärkte, in denen die beanstandeten Trauben eingekauft worden waren, anschließend strengere Kontrollen und Besserung im Interesse des Verbrauchers gelobt.

Anders in Frankreich, wo eine vergleichbare Studie über Tafeltrauben von dem Verein MDRGF (Mouvement pour le droit et le respect des générations futures) Bewegung für das Recht und den Respekt der kommenden Generationen - veröffentlicht wurde.

Diesem Verein droht heute ein Prozess, den der Dachverband der Produzenten von Tafeltrauben in Frankreich anstrengt und bei dem wegen Verleumdung eine Schadensersatzsumme von 500 000 € eingeklagt werden soll. Der Verein soll also so mit Hilfe der Justiz mundtot gemacht  und ruiniert werden.

Zum Glück regt sich eine unterstützende Bewegung , die auch eine Webseite ins Leben gerufen hat und mit einem ausführlichen Dossier über die fadenscheinigen Argumente der Prozessgegner berichtet und zur Solidarität mit dem MDRGD aufruft.



Mit einem Zitat von Voltaire "Das Recht, zu sagen und zu drucken, was wir denken, ist das Recht eines jeden freien Menschen, das man ihm nicht nehmen kann, ohne die schlimmste Tyrannei auszuüben"  Niemals werden wir dem Druck weichen!, ruft das Unterstützungskomitee zur Solidarität auf.

Andere Länder, andere Sitten - ich hoffe, dass meine französischen Winzerkollegen und ihre Fachverbände nie auf die Idee kommen werden, es ihren Kollegen von den Tafeltrauben gleich zu tun...

und natürlich, dass die französische Justiz sich nicht zum Komplizen einer solchen Aktion machen wird.


Par Iris Rutz-Rudel - Voir les 0 commentaires
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