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Unser Blog soll Ihnen die Gelegenheit geben, rund ums Jahr an den aktuellen Arbeiten auf unserem kleinen Gut in Südfrankreich teilzunehmen. Unsere Webseite stellt uns zwar bereits in drei Sprachen vor, aber wie viele Webseiten, ist sie eher statisch aufgebaut. Ein Blog  (es gibt ihn schon in Französisch: hier) erlaubt hingegen, viel spontaner, aktueller und auch weitläufiger über das, was wir tun, was uns bewegt und wofür wir uns sonst noch interessieren, zu schreiben.

Begleiten Sie mich also auf dem Weg durchs Winzerjahr. Hinterlassen Sie Ihre Kommentare oder stellen Ihre Fragen, damit aus diesem Blog ein lebendiges Kommunikationsmittel wird.

Ihre Iris Rutz-Rudel



Dimanche 30 mars 2008

Eine Hommage auf Alexander Grothendieck, der in diesem Jahr irgendwo in Südfrankreich seinen 80. Geburtstag vielleicht nicht einmal feiert, findet sich in der letzten Ausgabe der Zeit - online auch hier.


Bild: © Erika Ifang aus Die Zeit

Winfried Scharlau, emeritierter Professor für Mathematik an der Universität Münster und Biograph von Alexander Grothendieck widmet ihm unter der Überschrift "In höheren Dimensionen" einen Artikel, der den Lebenslauf dieses 1928 in Berlin geborenen Mannes, der als einer der bedeutendsten Mathematiker des 20. Jahrhunderts gilt, nachvollzieht, bis zum Jahre 1991, in dem er sich vollkommen aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat.

Auch die Zeitreisen des Deutschlandfunks Kultur widmen ihm einen ausführlichen
Artikel Geometrie und Revolte von Agnes Handwerk und bei  Heise erinnert man ebenfalls an das Phantom der Mathematik.

In den Jahren vor seinem vollständigen Rückzug aus der Öffentlichkeit, vor allem  nach 1968, war Grothendieck auch eine führende Figur der Bewegung "Vivre et Survivre", in der sich viele Gründer der internationalen Umweltschutzbewegung,  die  damals erst in den Kinderschuhen steckte, zusammenfanden.

Er lebte in dieser Zeit im Hinterland von Montpellier, am Rande des Larzac, führte ein offenes Haus, engagierte sich für u.a. als Illegale in Frankreich unerwünschte budhistische Mönche, schahrte aufgrund seiner wohl sehr charismatischen Persönlichkeit junge Menschen um sich, zu denen zeitweise auch Claude Rudel gehört. Lisson, heute als Weingut bekannt, ist indirekt auch ein wenig das Ergebnis seines Wirkens in jener Zeit.

Ein "verlorenes" Darlehen von 10.000 FF - eine enorme Summe zu jener Zeit, wenn man nicht zu den Menschen mit einem klassischen Bonitätsprofil bei den Banken gehörte, half den Brüdern Rudel, Weinbauernsöhnen aus einem kleinen Dorf bei Lodève, sich gemeinsam ihr erstes Stück Land zu kaufen.


die Brüder Rudel Ende der 60ger Jahre - Claude ganz rechts neben seinem Vater


Die Lektüre dessen, was Winfried Scharlau über den Artikel in der Zeit hinaus auf seiner Webseite zusammengetragen hat, macht mir diese Anfangszeit wieder lebendig. Die Liste der Mutants, der Menschen, die in Grothendiecks gleichnamiger Meditation ein neues Zeitalter vorwegnehmen, von Hahnemann über Darwin, Râmakrishna, Kropotkine, Steiner, Ghandi, Neill, Tailhard de Chardin, Krishnamurti, klingt vertraut für mich - eine ganze Generation von "Hippies", wie man sie damals hier in der Gegend nannte, wurden von ihren Schriften oder dem, was sie über sie hörten, beeinflußt. Andere kamen hinzu - aber vor allem galt es, seinen eigenen Weg  zu finden.

Lisson hieß dann der Besitz, den Claude Rudel 1976 alleine erwarb - immer noch mit dem Ziel, ein Stück Land wieder urbar zu machen und im Respekt der Umwelt einen Ort zu schaffen, an dem Leben und Arbeit im Einklang stehen können - und so hörte ich Anfang der 80ger Jahre zum ersten Mal den Namen Grothendieck, ohne die Person jemals persönlich kennen zu lernen.
Lisson 1975 - 15 Jahre vor der Kreation des Weinbergs hinterm Haus

Ich wünsche Alexander Grothendieck, dass er einen solchen Ort gefunden hat und danke Winfried Scharlau, dass er an ihn erinnert.

Auch wenn uns die Welt der
Mathematik, für die er so bedeutend ist, eher fern erscheint, der Respekt von Natur und Umwelt gehört zu unserem Leben und unserer täglichen Arbeit...

par Iris Rutz-Rudel publié dans : Strandgut
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Mardi 11 mars 2008
Vor zwei Jahren fand ich auf der Jagd nach altren Weingläsern (neben ausgefallenen Kochbüchern und Büchern über Wein meine dritte Sammelleidenschaft) dieses schöne alte Fleißkärtchen bei Monique Ferrat, der freundlichen Dame, die den Laden mit den regionalen Spezialitäten und die Brocante in Olargues betreut.


bon point (Fleißkärtchen) Pasteur - Vorderseite

Ich weiß nicht, aus welcher Zeit des vorigen Jahrhunderts es genau stammt - ich würde auf die dreißiger Jahre tippen. Die Rückseite zeigt Louis Pasteur, wie Wikipädia richtig sagt, einer der bekanntesten Wissenschaftler Frankreichs, dem nicht nur das berühmten Institut Pasteur in Paris seinen Namen verdankt, sondern der auch wirklich in Frankreich wie ein Nationalheld verehrt wird.

Besonders geschätzt wird er natürlich auch in Winzerkreisen, schließlich entdeckte er als erster die Geheimnisse der Milchsäuregärung und damit der Fermentation, sondern er gewann auch neue Erkenntnisse über die Weinsäure. Der ihm zugesprochene Satz: Der Wein ist das gesundeste und sauberste aller Getränke (der auf dem Bild oben zitiert wird), zierte jahrelang Schilder am Straßenrand von Béziers ob das heute noch so ist, möchte ich angesichts des zweiten Teils dieses Artikels fast bezweifeln...


bon point Pasteur - Rückseite

Die Rückseite enthält unter der Überschrift: Nährwert des Wein  eine vergleichende Auflistung: 1 Liter Wein mit 10° Alkohol entspricht dem Nährwert von 900 gr Milch, 370 gr Brot, 585 gr Fleisch oder 5 Eiern.

Daraus schloß das unterzeichnende Nationale Propagandakommité, also so eine Art Marketingsgesellschaft des Weinbauverbandes aus Paris folgerichtig:

Der Wein ist gesund, trinken Sie Wein.

Nun, wie schon hier ausgeführt, war in noch nicht so lange vergangenen Zeiten in Frankreich der Liter Wein vom Familientisch nicht wegzudenken, was eben auch den relativ hohen Prokopfverbrauch jener Zeiten erklärt - ein alltägliches Produkt.

Wenn ich mir die heutigen Preise für die angegebenen Mengen ansehe: zwischen 0,80 und 1,60 € für die Milch  (je nach Qualität), zischen 1 und 3 € für die Eier, zwischen 5 et 15 € für Fleisch (nach oben hier allerdings offen...) und - wie bei meinem Dorfbäcker, um 2,50 € für die gleiche Menge Brot - stelle ich fest, dass all das inzwischen wesentlich teurer ist, als ein Liter Tafel- oder Landwein mit 10° Alc., sei er aus dem Midi oder aus  Bordeaux (wobei ich natürlich nicht von den Primeurweinen spreche:-)).

Aber ich vermute, dass diese Art von Fleißkärtchen in der Pädagogik heutzutage genau so politisch unkorrekt wären, wie eine mit zu positiven Bildern arbeitende Weinwerbung in Frankreich. Gott in Frankreich dürfte vielleicht noch ein Gläschen trinken (wenn er sich dabei nicht werbewirksam fotografieren läßt), Wasser in Wein zu verwandeln würde nicht nur von konkurrenzneidischen Winzern, sondern vor allem von der sehr aktiven Anti-Alkohol-Lobby angeprangert - und für Maria und ihre Schwestern sähe die Sache ganz böse aus.  
Gemäß eines ministeriellen Erlasses vom 2. Oktober 2006, müssen ab dem 3. Oktober 2007 alle Flaschen, die alkoholische Getränke enthalten, mit diesem Logo geschmückt werden:

undefined

oder den folgenden Aufdruck zeigen:
"la consommation de boissons alcoolisées pendant la grossesse, même en faible quantité, peut avoir des conséquences graves sur la santé de l'enfant" - Der Konsum von alkoholhaltigen Getränken während der Schwangewrschaft, selbst in geringen Mengen, kann schwere Konsequenzen für die Gesundheit des Kindes nach sich ziehen -.

Das möchte ich zwar als Aussage gar nicht bestreiten, da es sich aber um einen sehr langen Satz handelt, wäre es nicht einfach, ihn elegant auch noch auf's Etikett zu zwängen, das ja seit dem vergangenen Jahr auch schon den obligatorischen Warnhinweis "enthält Schwefel" aufnehmen musste. 

Also experimentiere ich jetzt auf der Suche nach dem geeignetsten Ort für das neue Logo  auf unseren Etiketten. Manchmal frage ich mich dabei, ob es in Ländern, die nicht der gleichzeitigen Anti-Alkohol-Kampagne wie Frankreich ausgesetzt sind, nicht irrtümlich als Verbot des Getränks für adipöse Personen, deren Body Mass Index  (BMI = Gewicht geteilt durch die Körpergröße zum Quadrat) höher als 30 ist und die zusätzlich noch Pferdeschwanzträger sind, mißinterpretiert werden könnte. .. an Ihre Taschenrechner  - oder dem Link folgen, da wird das für Sie online berechnet!


Hier also als Scoop die ersten Entwürfe für unseren Jahrgang 2006:

nouvelles   étiquettes
Wie Sie feststellen, haben wir uns noch nicht entschlossen, ob die abgebildete Person nun links- oder rechtsdrehend repräsentiert werden sollte. Dabei weiss man inzwischen, dass solche Entscheidungen nicht nur für den gesundheitlichen Wert von Joghurt, sondern auch für das Einkaufsverhalten von Kunden in Supermärkten von hoher Bedeutung sind - von den politischen Konsequenzen der Orientierung will ich hier gar nicht erst sprechen...

Da Umfragen aber allgemein sehr beliebt sind, möchte ich meinen Lesern und /oder Freunden unserer Weine aber auch eine Wahlmöglichkeit einräumen:


nach links (...)  oder nach rechts (...)


- kreuzen Sie Ihre Wahl an
- oder hinterlassen Sie einen Kommentar

Natürlich sollten schwangere Frauen über die Auswirkungen ihrer Ernährungsgewohnheiten auf das werdende Kind informiert werden. Das
fetale Alkoholsyndrom (FASD) kann bei starkem Missbrauch  laut Untersuchungen zu Wachstumsstörungen, körperliche Deformierungen sowie geistige und seelische Behinderungen führen. Der Intelligenzquotient der betroffenen Kinder liegt im Schnitt bei 75 (Normwert: 100). Noch gravierender sind jedoch die emotionalen Auffälligkeiten und Verhaltensstörungen, wie z. B. Hyperaktivität, Ablenkbarkeit und Auffälligkeit in der Schule

Je nach Ernährungsgewohnheiten unserer lieben Mütter (oder - für Männer, ihrer Ehefrauen), die während ihrer Schangerschaft noch nicht von einem solchen wirkungsvollen Logo geschützt und gewarnt wurden, sollten wir  ab sofort einmal in uns gehen und evaluieren, welche Schäden dieses ungeschütze Leben uns und unseren Sprößlingen zugefügt hat....

Vielleicht waren Struwelpeter, Zappelphillip und Konsorten immer schon nur die unschuldigen Opfer ihrer Eierlikör oder Pikkolöchen trinkenden Rabenmütter!


 


par Iris Rutz-Rudel publié dans : Strandgut
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Dimanche 2 mars 2008

frage ich mich, wenn ich, mal so spaßeshalber die ersten 20  dieser offensichtlich auch bei deutschen Weinbloggern sehr beliebten Seite anklicke:

shameless self-promotion



par Iris Rutz-Rudel publié dans : Strandgut
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Dimanche 24 février 2008

Normalerweise steht sowas ja zuerst im Winzerblog, aber da ich es gerade gelesen habe, hier die neueste  PR-Masche, um  als CO2  sparendes, grünes Unternehmen zu gelten:

250 Winzer aus dem Languedoc haben sich angeblich schon eingeschrieben, um demnächst ihre  möglichst grünen Weine (wie grün, wurde nicht näher ausgeführt)  per  Canal de Midi  und Canal de Garonne nach Bordeaux und von da aus per  altem Dreimaster nach Dublin zu verschiffen.  60.000 Flaschen sollen so auf die einwöchige Reise gehen. Die CO2 Ersparnis pro Flasche soll  (wohl verglichen mit dem Verbrauch bei  Flugtransport) 138,92 g/Flasche betragen.

Nach dem Artikel im Guardian wirbt Tesco, eine große englische Handelskette, in der viel Wein umgesetzt wird, ebenfalls mit dem Transport ihrer Weincontainer per Schiff auf einem Kanal von Liverpool nach Manchester (40 km) als besonders umweltfreundlich.

Ob die Weincontainer aus Australien, Californien, Chile und Argentinien, deren Inhalt in Manchester für Tesco abgefüllt wird, vorher die Ozeane auch in Segelschiffen überquert haben, steht nicht in dem Artikel.

par Iris Rutz-Rudel publié dans : Strandgut
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Jeudi 21 février 2008
Heute Nacht sollte man sie wieder sehen, die Mondfinsternis mit ihrem geheimnisvollen roten Mond.

Leider war die Vorhersage der Wolkenbilder nicht vielversprechend, nach 3 Tagen mildem Dauerregen, war zwar Besserung angesagt, der Himmel aber für heute Nacht noch nicht klar...


Und doch weckte mich meine innere Uhr kurz nach 4 Uhr morgens und ließ mich, noch im Halbschlaf, vor die Tür treten. Und da war er,  am Himmel genau gegenüber, klein, aber deutlich, die Mondfinsterniss hatte begonnen, der Schatten war schon deutlich am Rand zu sehen und auch die rötliche Farbe  stimmte!


Schnell zurück, um meine kleine Kamera zu holen - das Licht des Bildschirms blendet mich - wie war das noch mal, mit den nächtlichen Himmelsaufnahmen - der Mond ist weit weg, also auf die Einstellung mit dem kleinen Berg? - ich brauche sicher eine längere Verschlusszeit - wo war das denn wieder - im Menu rauf und runter, rechts und links tasten, zu dumm, geblendet seh ich das Rädchen ja gar nicht - aha, 3 Sekunden - nein, das ist nur die Verzögerung - also zurück, manuel, das könnte es sein - und jetzt noch eine stabile Auflage suchen, sonst ist wieder alles verwackelt. Da geht's nicht, denn dann hab ich bestimmt den Balken der Pergola im Blickfeld - da auch nicht, da steht der alte Kirschbaum - bleibt nur noch das Dach des Autos weiter links - verflixt, langsam wirds mir auch kalt - so ein dünnes T-shirt ist vielleicht doch nicht die richtige Bekleidung, die Katzen sind auch ganz aufgeregt, ob sie noch etwas Hühnerhaut erwarten, oder spüren sie die Veränderung im Licht - apropo Licht, jetzt bin ich in Position, aber wo ist jetzt der Mond???

Zu lange  herumgestellt - jetzt ist er weg - hinter einer soliden Wolkenbank - auch kein Stern mehr zu sehen und genug Wind, um das schnell zu ändern, gibt's auch nicht  - na, ja, aber er war da der rote Mond - für ein paar Sekunden habe ich ihn gesehen, so wie im vorigen März durch das Teleskop (aber da  war meine Kamera in Reparatur...).


Das Bild im Kopf steige ich wieder ins Bett und schlafe bald ein und träume weiter....


sieh ma, der Mondsieh mal, der Mond!

-  zum Trost  ein Bild von Klaus - schön wie ein Gedicht ....
par Iris Rutz-Rudel publié dans : Strandgut
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