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Weinrallye


Mardi 29 septembre 2009
Wieder einmal ein eher originelles Thema von Thomas, dem Winzerblogger, für diese 27. Weinrallye: Wein von der Tankstelle - für ihn scheinbar einfach, für mich, aufgrund meiner geografischen Lage im Hinterland und der französischen Rechtsprechung in punkto Alkoholgesetzgebung aber wieder mal ein ziemliches Problem.


Das beginnt damit, dass ich inzwischen gut 25 km mit dem Auto fahren muss, um überhaupt eineBezinzapfsäule zu erreichen . Nach und nach haben in unserem Tal, im Hinterland des Hérault (Südfrankreich, Languedoc) alle kleinen Tankstellen geschlossen, die es vor 30 Jahren noch in jedem noch so kleinen Dorf, oft zusammen mit einer kleinen Reparaturwerkstatt, gab.


Über Jahre haben wir lieber ein paar Cent pro Liter mehr gezahlt, um uns diesen Service in der Nähe zu erhalten und auf das Volltanken beim Supermarktbesuch in einem der großen Einkaufszentren verzichtet, die inzwischen das Monopol auf Zapfsäulen haben. Genutzt hat es unserem letzten kleinen Tankwart/Garagisten im Nachbarort Mons la Trivalle wenig - eines Tages lagen auch in seiner Einfahrt dicke Autoreifen quer und signalisierten, dass die Zapfsäulen jetzt trocken bleiben würden.

Er war nur Pächter der Anlage, die auf europäische Sicherheits- und Umweltnormen hochgerüstet werden müsste und konnte sich diese Investition nicht leisten - und auch sein Vermieter war offensichtlich nicht daran interessiert. Für uns hier im dünn besiedelten Land ein großer Verlust - einen "Shop" hatte er zwar nie, die drei verstaubten Flaschen von der örtlichen Kooperative, die da hinter der Kasse vom grellen Sonnenlicht ausgebleicht wurden, waren wohl eher symbolisch gemeint - ich kann mir nicht vorstellen, dass viele davon zum Kauf angeregt hätten... aber wenigstens bekam man an 6 Tagen in der Woche zwischen 7 und 19 Uhr Benzin, Diesel und Fioul, also Heizöl, ohne gleich mehrere Liter auf der An- und Abfahrt zu vergeuden...


Die Öffnungszeiten zeigen schon, dass die Tankstellen hier nicht den gleichen Stellenwert als Einkaufsquelle haben, wie offensichtlich in Deutschland (und vielleicht auch in französischen Großstädten - da kenne ich mich nicht aus.) Zu diesen Zeiten kann man auch im örtlichen Lebensmittelladen oder beim Metzger einkaufen - selbst am Sonntag Morgen sind die geöffnet und bieten eine Auswahl von Flaschen und örtlichen BIB (bag-in box) Weinen an.


Wein bei unserem Metzger

Reich sortierte Läden an Tankstellen kenne ich nur von der Autobahn
, auf größeren Rastplätzen findet man dann auch die getrennt zugänglichen Pavillons, in denen regionale Spezialitäten - und auch häufig Wein der jeweiligen Region, angeboten werden.


Nun kaufe ich persönlich meinen Wein ja bekanntlich lieber direkt beim Winzer (auf Reisen beim Fachhändler:-), und bei überraschendem Besuch oder einer Einladung hilft mir natürlich der Gang in den eigenen Keller immer aus der Verlegenheit...von daher gehöre ich wohl nicht zur typischen Zielgruppe von Tankstellenshops, selbst wenn es sie in meiner Umgebung gäbe.

Aber es gibt sie hier eben auch nicht. Inzwischen muss ich notgedrungen die Zapfsäule einer Handelskette wie Intermarché oder Super-U nahe der nächsten Kleinstadt in Anspruch nehmen. Das bringt mich aber nicht dazu, in den dazugehörigen Märkten die Weinregale zu durchforsten, die um diese Jahreszeit mit ihren FAVs (foire au vin), den alljährlichen und auch  in den Foren, Blogs und allen Weinzeitschriften ausgiebig kommentierten Sonderangeboten (vom großen Bordeaux zum "Schnäppchenpreis" bis zum Billigwein unter 2 €) die Weinfans in Atem halten.

Diese Geiz ist geil Mentalität widerspricht nun mal meiner Grundeinstellung. Da "geize" ich lieber mit den gefahrenen Kilometern - Einkäufe von Frischwaren werden im Dorf gemacht - alle 6 Wochen gibt es dann die "Vorratstour" für lagerfähige Grundnahrungsmittel (bis auf Wein:-)...), da werden dann auch die Kanister für den Treibstoff für unsere landwirtschaftlichen Geräte (Kettenfahrzeug, Kettensäge, Motorsense und das Elektroagregat) gefüllt - der Autotank ist nur so alle  3 Monate dran, denn inzwischen haben wir im Schnitt nur 250 km pro Monat auf dem Tacho - unser kleiner Beitrag zum Energiesparen und zur Verringerung des CO2 Ausstoßes.


Also kein aktuell verkosteter Wein, der hier heute vorgestellt werden könnte. Aber noch ein kleiner Exkurs über die Auswirkungen der französischen Anti-Alkohol-Politik: Die Gesetzesvorlage der Regierung, die ein generelles Verbot des Verkaufs von alkoholischen Getränken in Tankstellenshops vorsah, ist zwar im März so radikal nicht angenommen worden, da war die Lobby - vor allem der regionalen Weinverbände, die diesen Verkauf vor allem entlang der Autobahnen als eine Vitrine für Touristen ansehen, dann doch zu stark - dafür wurde aber der Verkauf von alkoholischen Getränken zwischen 18 und 8 Uhr in den "stations service", wie sie hier heißen, verboten und mit einer angedrohten Strafe von 7.500 €, bei wiederholtem Verstoß bis zu einem Jahr Gefängnis, belegt.

Ob solche Strafen schon verhängt wurden, konnte ich im Netz nicht erforschen - eine Umfrage einer Auto-Zeitschrift unter 50 Verkaufsstellen soll eher eine negative Haltung der Tankstellenpächter zu Tage gebracht haben, die sich so einer ihrer bedeutendsten Einnahmequellen beraubt fühlen, auch wenn ein Zeitungsbericht aus dem Loiregebiet eher glauben lässt, dass es auch folgsamere Verkaufsstellen gibt.





Eine weitere Maßnahme, die dem Gelegenheitskauf eines tiefgekühlten Sixpacks oder einer kühlen Flasche Rosé für das Autobahnpicknick einen Riegel vorschieben soll, ist das generelle Verbot, auch zu anderen Öffnungszeiten alkoholische Getränke gekühlt zum Verkauf anzubieten. Die bekommt man also an der Tanke nur noch lauwarm - ob's hilft?

Immerhin habe ich zu diesem "Nichtbeitrag" im Sinne der von Thomas ausgebenenen Regel:

"Ich bitte euch also eine Tankstelle eurer Wahl aufzusuchen, dort irgend einen Wein zu erstehen, ihn zu verkosten. einzige Bedingung ist also, der Wein muß aus einer Tankstelle kommen, ansonsten gibt es keine weiteren Regeln."

noch ein Foto gefunden, aufgenommen auf einer Autobahnraststätte im Aude im Juni- eingeordnet in die Rubrik: Wein, den ich nicht gekauft habe - vielleicht gibt's ja mal eine Weinrallye: Wein und Sport!














Par Iris Rutz-Rudel - Voir les 2 commentaires
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Lundi 24 août 2009
Tipps vom Weinhändler ist das Thema der heutigen Weinrallye, gestellt von GoToRio. Die genaue Aufgabenstellung war: "Bitte gehen Sie zum Weinhändler Ihres Vertrauens, legen ihm einen 10-Euro-Schein auf den Tisch und bitten um das nach seiner Meinung Beste, was er zu bieten hat, egal ob rot, weiß, rosé, prickelnd oder still."

Weine für unter 10 € kaufe ich eher selten und wenn, dann eher beim Winzer, aber ich hoffe, das ich deshalb nicht von der Rallyestrecke fliege:-).

Natürlich sehe ich die meisten Weinhändler in meiner Rolle als Winzerin – da geht’s dann oft leider eher um die Händlerpreise (die um 40 – 50% unter den ab Gut üblichen Endverbraucherpreisen zu liegen haben) – die habe ich nicht, was die Zahl der Händler, die meine Weine ins Sortiment nehmen, natürlich  auf ein paar Verrückte einschränkt, die dann ihre Kunden davon überzeugen müssen, meine unbekannten Weine ohne Parkerpunkte oder Erwähnung in den meisten angesagten Weinführern  auch bei niedrig kalkulierter Handelsspanne für deutlich über 30 € die Flasche zu erwerben.  Das verlangt Kenntnis (des Winzers und seiner Weine und des Geschmacks des Kunden) und Überzeugungskraft. Und das Vertrauen, dass der dann beim Trinken zu Hause glückliche Kunde nicht einfach bei Folgekäufen direkt beim Winzer vorstellig wird, der ja in meinem Fall über's Internet sehr leicht zu finden ist. So habe ich natürlich viel Verständnis für die Händler, die nicht zu meinen Kunden werden (vor allem, wenn sie das nach einer der auch üblichen Emailanfragen entscheiden, in denen sowieso nur nach dem Tarif gefragt wird).  Und viele haben auch Verständnis für meine Lage, wenn ich erkläre, dass ich bei meiner geringen Produktionsmenge von einigen Hundert Flaschen bei einem deutlich reduzierten Händlertarif meine Produktionskosten nicht mehr decken könnte und inzwischen auch meine Endverbraucherpreise nicht einfach drastisch erhöhen kann, da ich über einen klinen, aber treuen Stamm von Direktkunden verfüge...   Immerhin nimmt der eine oder andere dann ein paar Kisten für seinen eigenen Konsum mit – das freut mich dann wieder:-).

Wenn ich als Kundin zum Weinhändler komme, habe ich meist das Problem, dass ich auf Reisen mit beschränkten Gepäckkapazitäten bin, dann wird’s echt spannend, wenn ich frage: welche Flasche (oder welche 3 Flaschen maxi) würden Sie mir aus ihrem Sortiment empfehlen – Wenn der Mann (manchmal ja auch die Frau, aber das findet man seltener, warum eigentlich?) dann gut ist, versucht er erst mal, meine Vorlieben heraus zu finden.

Tut er das nicht und will mir gleich den leichten Sommerwein für weibliche Kunden andrehen, möglichst noch, indem er den günstigen Preis in den Vordergrund rückt, weiss ich schon, dass ich hier nicht fündig werde. Aber zum Glück ist mir das bisher nur sehr selten passiert - vermutlich meide ich instinktiv die Läden, in denen die Schnäppchen schon nahe am Eingang angehäuft sind - meist zeigt ein Blick in die Auslage ja auch schon ein wenig, worauf sich der Laden konzentriert.

Hervorragende Erfahrungen habe ich auf diese Art z.B. bei Marion Oberbossel in der Enotheka in Düsseldorf-Zoo gemacht (muss aber zugeben, dass die mich auch gut kannte, da sie auch schon Lisson Wein im Sortiment hatte).

Sie hatte mir damals unter anderem den Rosso N°13 vom Weingut Vignano in der Toscana empfohlen - einen Pinot, der noch aus den Tagen des Pioniers auf diesem Weingut, Fritz Croissant, stammte (der inzwischen vom Biowinzer zum Weinhändler an der Weinstraße umgesattelt hat).

Dieser biologisch an- und lange im Barrique ausgebaute Pinot Noir aus dem Jahrgang 1996



der mich bei der Verkostung 12 Jahre später in Lisson  sofort an Seelenverwandtschaft mit dem Winzer denken ließ, ist vermutlich im Handel nicht mehr erhältlich, ob die neuen Besitzer ähnliche Weine produzieren weiß ich leider nicht. Frankophile können meine Verkostungsnotizen auf dem Beitrag zur französischen Ausgabe der Weinrallye nachlesen.

Besonders schön war dann aber auch meine Erfahrung mit einem Cavistenb (dem französischen Pendant des deutschen Weinfachhändlers) in Paris. Hier handelt es sich um die "Cave du Panthéon", rue Saint Jacques im 5. Pariser Bezirk.

Hier kannte man mich nicht, ich konnte also wirklich unbefangen meine "Question test pour un caviste" - meine Testfrage an einen Weinhändler - nach der einen Flasche, die er mir empfehlen könne, stellen.

Als guter Profi versucht er also zunächst, meinen Geschmack zu sondieren. Auf die Frage nach dem Preisniveau kann ich nur antworten: unwichtig - für eine einzelne Flasche werde ich daraus kein Problem machen (gut, ich gebe zu, über 100 € hätte ich vielleicht gebremst, aber eine einzelne gute Flasche als Reisemitbringsel sollte mir doch so viel Wert sein, wie der Preis einer einzigen Nacht in einem Pariser Hotel.).

Ich versuche also, meine Erwartungen an den Wein zu definieren - was mir in der negativen Version immer leichter fällt:

Also nicht unbedingt ein sogenannter leicht trinkbarer Wein, kein Wein, der einfach nur Primärfrucht verströmt, auch nicht vom Holz erschlagen, kein technologischer stromlinienförmiger Wein, nicht "süffig" und eben kein sogenannter "weiblicher" Wein.

Ich bevorzuge Weine, die eine deutliche Struktur aufweisen, Weine, die man nicht einfach schluckt, sondern die man kauen kann, sie können ruhig ein wenig wild und ungezähmt sein - sollten die Tannine noch etwas kantig sein (ich trinke solche Weine aus Neugier leider oft zu jung), so stört mich das nicht zu sehr. Dabei habe ich keine spezielle Vorliebe für eine Rebsorte oder ein Herkunftsgebiet. Ach so, ja, es sollte diesmal ein Rotwein sein.

Der Cavist hört mir aufmerksam zu - und kommt wieder mit einer Flasche der Domaine Barral aus der Appellation Faugères.

Wer weiss, dass dieses in Frankreich sehr bekannte Bio-Weingut nur ca. 20 km südlich von Lisson liegt, ich den Winzer kenne und schätze und wir natürlich auch schon Wein getauscht haben, kann sich vorstellen, dass ich keinen Barral aus Paris mitgebracht habe - das hätte ja bedeutet,  Eulen nach Athen zu tragen. Aber als Beratung und mit den wenigen Auskünften, die ich ihm gegeben hatte, war das geschmacklich ein Volltreffer. 


Für die Flasche, die er mir anschließend als Ersatz empfahl (ein schöner, kräftiger Wein eines kleinen Winzers Côte Rôtie "Cordeloux" 2003 von  Marie und Pierre Benetière, habe ich ihm dann blind vertraut und es auch später beim Öffnen der Flasche zu Hause nicht bereut.




Auch hier handelt es sich um ein sehr kleines Weingut, 3 ha bei Condrieu - die ohne Chimie bearbeitet werden, die Weine mit den Rappen vergoren, Schwefel nur in kleinen Dosen zugesetzt - also auch hier spiegelt sich eine ähnliche Philisophie wie unsere in den Weinen wieder. Bezahlt habe ich vor 4 Jahren irgendetwas um die 35 € - da Côte Rotie Weine auch in Frankreich nicht zu den Billigweinen gehören, schien mir das Preis/Leistungsverhältnis mehr als angemessen.


Für mich zwei Beispiele von positiven Erfahrungen mit Weinhändlern, wie ich sie mir wünsche, als Winzer und als Kunde!

Par Iris Rutz-Rudel - Voir les 1 commentaires
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Jeudi 23 juillet 2009
Eine schier unerschöpfliche Geschichte - das Thema der 25. Weinrallye, das uns Harald Steffens da gestellt hat... Der Wein in der Literatur hat natürlich ein paar Jahrhunderte Vorsprung, wie ein Blick auf dieses französische Spezialwerk, das ich in meiner Bibliothek gefunden habe, unschwer schon im Untertitel zeigt:

 

Der Wein und die Tinte - die französische Literatur und der Wein vom 13. bis ins 20. Jahrhundert. Da kam so einiges zusammen... Aber diese Geschichte ist ja noch lange nicht abgeschlossen, wie mir ein Blick in die Spezialabteilung Wein der größten unabhängigen Buchhandlungen Frankreichs, Librairie Mollat, in Bordeaux im vorigen Monat zeigte:


(auf die Bilder klicken, um mehr zu sehen)

Die Qual der Wahl - wie bei einem gut sortierten Weinhändler:-)!  Zumal bei mir hier gleich mehrere Leidenschaften betroffen sind: Bücher, Wein und die besondere Atmosphäre einer gut sortierten Buchhandlung..., wie ich sie auch bei meinen Besuchen In Düsseldorf immer wieder gerne aufsuche.

Und so findet sich in meinen Beständen so einiges, was ich zum Thema Wein und Literatur hätte heranziehen können - abgesehen von der crime und wein Sektion, die ich ja vor zwei Jahren schon zweimal vorgestellt habe und die, wie ich heute morgen sah, auch bei Bernhard Fiedler und Vinissimus gut vertreten ist.

Mein Lieblingsband über Weinpoesie ist die Sammlung des persischen Dichters und Mathematikers Omar Khayyam, Le Vin de Nishapour, den ich in einer sehr schönen und neu übersetzten Ausgabe vor ein paar Jahren in Paris fand und dessen Verse :

Quand je serais mort vouez ma tombe à l'oubli,
Que le récit de ma vie serve de lesson à tous!
Mélangez la poussière de mon corps avec du vin,
Faites de mon argile des bouchons pour en sceller les fûts.

für mich seit jenem Februartag 2001 eine ganz persönliche Bedeutung haben...


 

Literatur, d.h., Texte, die mich inspirieren oder zum Nachdenken anregen, müssen nicht immer der Fiktion angehören, zwei Bücher auf meiner aktuellen Leseliste sind beim gemütlichen Schmökern im Schatten unseres wilden Weins gerade eine solche Anregung, an meine eigenen Begegnungen mit Weinen und Winzern (und zahlreichen Winzerinnen) zurück zu denken...



Aber darüber werde ich sicher in den nächsten Wochen noch ausführlicher berichten.

Das Nachdenken über die jüngere Kunst: den Film, diese Mischform zwischen Literatur und bildlicher Darstellung, wenn es dem Autor gelingt, über eine gefällige Story, wie in den bekannten Beispielen im Stile von Sideways hinaus zu kommen, das bewegte Bild in den Dienst der Kunst zu nehmen, wie in einigen der Beispiele, die die Kommentartoren zu meiner Winzerinnenweinrallye schon aufgezeigt haben, hat mich dann an einen meiner Lieblingsfilme erinnert, eigentlich auch eine Literaturverfilumng, nach einer Novelle von Karen Blixen: Babettes Fest, vor ein paar Jahren wieder im Manesse Verlag aufgelegt.



und natürlich bin ich bei you tube fündig geworden, wo das sagenhafte Festmal, das uns so schön die möglichen  Genussformen von Essen und Wein vor Augen führt: Babette, die schaffende Künstlerin, ehemals begnadete und bewunderte Chefin des Café Anglais in Paris, deren kenntnisreicher Genuss sich in den Augen spiegelt, wenn sie den Wein in der Küche verkostet, General Löwenhielm, der Mann von Welt der den außergewöhnlichen Genuss erkennt und selbst in einer dafür nicht empfänglichen Umgebung nicht kommentarlos vorbeigehen lassen kann - und die Dorfbewohner, die vorher aus christlicher Pietät allen lustvollen Kommentaren abgeschworen haben, bei denen sich aber das Wunder der Begegnung mit dem echten Genuss vollzieht. Un Moment de grâce!

Ich kann die beiden Ausschnitte von Babettes Feast nur empfehlen: Teil 1 und Teil 2, leider nur in Englisch.

Leider gab es in meinem Keller keinen Amontillado, auch der edle Veuve Cliquot von 1860 war nicht vorrätig, der dritte Wein, im Film vermutlich ein alter Burgunder, wird im Buch gar nicht erwähnt, also wird hier  heute auch keine festliche Verkostung nachgestellt - meine Kochkünste wären wohl auch nicht auf der Höhe der begnadeten Babette, die am Ende den Wunsch aller schaffenden Künstler ausspricht, diesen Schrei aus der Tiefe des Herzens:

"Erlaubt mir, über mich hinaus zu wachsen!"

vielleicht braucht es dazu von Zeit zu Zeit doch mal etwas mehr als Fast Food, Cola-Schoppen und einen flotten Video-Clip:-)... aber das ist keineswegs abfällig oder böse gemeint...







Par Iris Rutz-Rudel - Voir les 4 commentaires
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Jeudi 28 mai 2009
Hier also die Zusammenfassung der Beiträge zur 23. Weinrallye: Winzerinnenweine - Frauen ans Steuer. Gefragt waren "Weine, die auch wirklich von Frauen gemacht und nicht nur gemanaged werden – also keine Schauspielerinnen, Marketing-Damen,  etc, sondern Frauen, die einen Betrieb nicht nur leiten, sondern auch in Weinberg und Keller stehen."

18 Weinblogger sind dem Aufruf gefolgt und haben ihren Keller oder das nächste Fachgeschäft, manche auch ihre Reiseerinnerungen durchforstet, um fündig zu werden. Dabei kamen immerhin gut 21 Weingüter zusammen, bei denen eine Frau alleine oder maßgeblich am Zustandekommen des Weins beteiligt ist. Oft gab es auch Links zu älteren Beiträgen oder Hinweise auf weitere Winzerinnen, die zur Rallye nicht hinzugezogen wurden, aber durchaus empfehlenswert sind.

Auch die Streuung der Nationalitäten war durchaus bemerkenswert: 6 Winzerinnen aus Frankreich (darunter eine Amerikanerin), 5 aus Deutschen Landen, 3 je aus Österreich und Italien, 2 aus Südafrika, eine aus der Schweiz und eine aus Spanien - Winzerinnenherz, was willst Du mehr, sagte ich mir beim Lesen all dieser interessanten Beiträge und beim Anblick so mancher schon professionneller Fotos, die die Beiträge illustrierten.


 

Und so fand ich, all diese wackeren Rallyefahrer, verdienten es, hier auch mal im Bild vorgestellt zu werden.  

Robert Sprenger von Lamiacuccina, dem angesichts häuslicher Umstände (wie geht es Frau L.?) besonderer Dank für die fristgerechte Teilnahme gilt, stellt uns den Merlot Cuvée Balin von Anna Barbara von der Crone aus dem Tessin vor, garniert  und illustriert mit einer schönen Geschichte rund um  Brot, Käse und Wein.

Stefan Lehmeier vom Bioweinblog berichtet über Ilse Maier aus Österreich, die die biologische Bewirtschaftung des Geyerhof betreibt und verkostet ihren Grüner Veltliner Reserve 2006 Geyerhof.

 

Thomas Knüver von GoToRio schwelgt in Erinnerungen an einen Aufenthalt in Südafrika (wie es sich für eine Reiseseite gehört) und macht uns mit Debbie Burden bekannt, die  bei Simonsig im Herzen des Weingebietes nahe Kapstadt arbeitet.


Wolf Hosbach von der Hausmannskost läßt seine Wahl mangels anderer Beschaffungsmöglichkeiten auf einen Wein vom Weingut Plozner im Friaul fallen, das von Mutter und Tochter geführt wird - Plozner Pinot Grigio  2007 Friuli Grave DOC Italien/Friaul, leider findet er den Wein fett und nichtssagend...

Auch Nathalie von Cucina Casalinga wurde mit dem von ihr gewählten Wein von Lisabetta Foradori (sie hat die Weinberge 1985 von ihrem Großvater übernommen) aus dem Mezzolombardo, im Trentino nicht ganz glücklich. Der verkostete Wein besteht zu 100% aus der regionalen Traube Teroldego., erweist sich aber als ohne besondere Note oder Komplexität.

 

Thomas Lippert, der Winzerblogger,  blieb im Lande, musste feststellen, dass selbst die Staatlichen Weingüter die solche Dinge gerne mit Zwangsquoten regeln, nichts weibliches zu bietenhaben. Er wählte schließlich 3 Weine von Judith Schröder vom Weingut und Obsthof Schroeder, badische Bergstraße, Jahrgang 2008 und aus der Lage Lützelsachsener Stephansberg. Einen Weissburgunder trocken, einen Spätburgunder trocken sowie einen Spätburgunder Weißherbst. Fand dabei u.a.  (typisch weiblich:-)?) zu wenige Ecken und zuviele geschmeidige Kurven und eine an südafrikanischen Chenin erinnernde kräftige Guavanote.

 

Helga Birnstil vom Notebook München nahm uns mit auf einen Ausflug nach Südtirol, um mit uns einen Cardelino von Elena Walch zu verkosten.

 

Mit gewohnter Bravour beteiligte sich Svetlana Kittke von myexperience4you mit zwei Weinen von französischen Winzerinnen, wieder mit den entsprechenden Essensbegleitern meisterlich in Szene gesetzt. Colette Faller und ihre Töchter aus dem Elsass waren mit  der Cuvée Sainte Cathérine von 1996 vertreten und Brigitte Rullier-Loussert aus Fronsac,  Bordeaux, mit dem Château Dalem, 2005.

 

Auch Weinfachberater Alexander Ultes, der die nächste, die  24. Weinrallye ausrichten wird, blieb in der Nähe, mit einer  2007er Scheurebe Spätlese vom Weingut Weegmüller, Neustadt Weinstraße, das von Stefanie Weegmüller-Scherr und ihrer Schwester Gaby Weegmüller geleitet wird.

 

Mit Bernd Eck vom Bioweindepot ging es wieder nach Frankreich, zu Hélène Dupas, die das ökologische Weingut Château Coursou im Bordeaux leitet, mit dem Chateau le Gorre Bordeaux Superieur AOC 2006.

Christoph Raffelt, der Mann hinter Originalverkorkt zeigte sich sehr bewandert im Thema und wählte vor der Qual der Wahl "Weine von Frauen die definitiv ihr Handwerk verstehen und Weine von schöner bis ausserordentlicher Qualität erzeugen, dabei aber nicht wirklich bekannt sind, es hoffentlich aber noch werden."

Irene Söngen, die mit ihrem Mann 8 ha Weinberge bei Hattenheim und Hallgarten bearbeitet, Jacky Mayo, Nondumiso Pikashe unnd Nomvuyo Xaliphi -  von Ses'fikile, zu Deutsch Wir sind angekommen - in Swartland, Südafrika - mit ihrem Rainsong Chardonnay 2007 und einen Champagne Francoise Bedel, Dis Vin Secret Brut, Vinaturel.

Ihm verdanken wir auch einen Link, der Frauen und Wein ganz klassisch interpretiert: der Jungwinzerinnenkalender, der der Weinwelt immer schon gefehlt hat...

 

Lars Breidenbach von Schreiberswein blieb für diese Weinrallye im Dorf  bei Regina Stork, die 4,5 Hektar Reben am Batzenberg und im Biengener Maltesergarten für das Weinhaus Stork bearbeitet. Sein Fazit zum 2008er Schallstadter Gutedel trocken - keine Frauenpower im Glas aber auf dem Gut!

Thomas Günther von weinverkostungen.de schwang sich auf's Tandem nach Navarra in Spanien, wo die Önologin Alicia Eyaralar  für die Compania Vitivinicola Tandem die Serie Ars in Vitro vinifiziert.

 

Ein echter Powerbeitrag kommt aus Österreich, von Vinissimus Robert Freudenthaler. In seinem schönen Beitrag findet man die Namen vieler Winzerinnen, deren Weine seinen Keller bewölkern und interessante Links. Verkostet wird ein Wein von  der promovierten Mikrobiologin Silvia Prieler vom Weingut Prieler, Leithaberg Weiß(burgunder) 2006, aus dem Neusiedlersee-Hügelland. Besonders gefiel mir seine Erfahrung:  "so kann ich doch für mich festhalten, daß es sich mit Winzerinnen oftmals leichter, weil nicht immer tierisch ernst, über den Wein fachsimplen läßt." :-).

 

Mathias Metze stellte den Weinrallyeabend ganz ins Zeichen der Frauen - und vergaß auch seine eigene nicht dabei. Und so gab es bei VivaVino gleich zwei Beiträge: eine vorbereitende Ankündigung für eine stilgerechte Verkostung an Risotto auf der Terrasse und die Notizen am Tag danach. Im Glas ein Wein von Ilse Maier vom Weingut Geyerhof im österreichischen Kremstal.

Last but not least hat auch Harald Steffens noch Zeit für eine Teilnahme gefunden. In seinen Bildergeschichten läßt er uns an der Verkostung von drei Weinen von Lotte Pfeffer-Müller, einer Winzerin,  die mit Ihrem Mann Hans Müller das elterliche Weingut Brüder Dr. Becker in Ludwigshöhe an der Rheinfront, leitet, teilnehmen. 2007er Silvaner Gutswein trocken, 2008er Riesling Classic Gutswein  und  ein 2007er Riesling Kabinett brachten ihn zu der Schlußfolgerung: besser geht es nicht: Erstklassiges Winzerhandwerk perfekt umgesetzt!

Bernhard Fiedler ließ sich für diese Rallye entschuldigen, wird aber sicher beim nächsten Mal wieder mit uns starten.

Mein eigener Beitrag war einer amerikanischen Winzerbloggerin aus dem Côte du Rhône gewidmet: Amy Lillard und ihrem Wein  La Gramière 2007 vom gleichnamigen Gut.

 


 

Und weils so schön zum Thema passt,  schließe ich mit ihrem Bild  die Zusammenfassung über Frauen am Steuer von Weingütern ab. Danke allen Teilnehmern und rendez-vous für die 24. Weinrallye im Juni beim Ultes.

 



Par Iris Rutz-Rudel - Voir les 4 commentaires
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Mardi 19 mai 2009
Zunächst schon einmal herzlichen Dank für die vielen schönen Artikel zur Weinrallye # 23 über Winzerinnen-Weine! Da sind ja etliche Damen zusammen gekommen - unter durchaus internationaler Beteiligung. Um noch etwas Zeit für eventuelle Nachzügler zu lassen, werde ich die Zusammenfassung erst nach der von Thomas versprochenen der 22. Weinrallye hier veröffentlichen.

Aber einen kleinen Nachtrag habe ich heute morgen bei einem Winzerbloggerkollegen aus der Champagne gefunden -



Elf Winzerinnen aus ganz Italien haben sich auf ihre Vespas (Vespen?) geschwungen, um ihre Weine am 8. Juni in Paris zu präsentieren. Mit TGV oder Thalys von Deutschland aus ein Katzensprung:-) - während die Damen wohl eine zum Teil recht lange Fahrt vor sich haben.



Die komplette Liste der sportlichen Damen, auf der auch der eine oder andere Name aus der gestrigen Weinrallye vertreten ist, findet man im Originalbeitrag von Francis Boulard - den ich hier auch schon anläßlich der Schaumweinrallye (Weinrallye # 6) vorgestellt habe.

Par Iris Rutz-Rudel - Voir les 0 commentaires
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