Partager l'article ! Weinrallye # 46: Brot und Butter-Weine - in Lisson? nein danke!: Weinreich ruft ...

Weinreich ruft auch in diesem Jahr wieder zu einer Weinrallye auf. Brot und Butter Weine - verbunden mit dem € Symbol, wie man auf dem extra für die Rallye geschaffenen Logo unschwer erkennen kann, geht es hier um Geld, für den Winzer, der mit einem in der Produktion kostengünstigen Wein, den er möglichst schnell und in großen Mengen verkauft, seine Kasse füllt und vielleicht die Produktion anspruchsvollerer Weine damit finanzieren kann - und für den Konsumenten, der durch den Kauf solcher Weine seinen täglichen Bedarf zu kleinem Preis deckt - und sich die teureren Flaschen so für besondere Anlässe auf"spart".
Damit ist eigentlich schon klar, warum es solche Weine in Lisson nicht gibt: als Winzer in extrem schwierig zu bearbeitenden Lagen, die alle gleich viel Aufwand und Arbeitsstunden erfordern, wo nicht mit dem Einsatz von Maschinen die Kosten rationalisiert werden können, mit der Entscheidung, durch entsprechende Maßnahmen im Weinberg - von der Wahl des Pflanzmaterials über den strengen Rebschnitt bis hin auf den Verzicht auf künstliche Düngung und umfangreiche Spritzungen gegen alle Arten von Schädlingen - nur geringe Ertragsmengen zu erreichen - und der konsequenten Fortführung dieser Strategie im Keller: keine Zusatzstoffe, die unvollkommenes Lesegut "retten" könnten, langer Barriqueausbau mit entsprechendem Schwund an Volumen bei den Abzügen, natürliche Klärung und Verzicht auf Filtration, die zu einem höheren Aufkommen von bei der Abfüllung im Fass zurückbleibenden Bodensätzen (und damit wieder ein paar Flaschen weniger) führen - produziere ich zwar im Endergebnis den Wein, von dem wir leben und uns manchmal auch noch etwas Butter aufs Brot kaufen können, aber der Definition, die Weinreich vorschwebt, entsprechen die natürlich nicht:-).
Und als Weintrinker habe ich das gleiche Problem: ich trinke nicht täglich Wein, und wenn, dann finde ich, dass der alte Spruch "Das Leben ist zu kurz, um schlechten Wein zu trinken", den ich lieber in "um langweiligen Wein zu trinken" umwandele, bei mir zum Auswahlkriterium für meine Einkaufsentscheidungen gehört.
Deshalb begenen mir Brot und Butter Weine eigentlich nur immer bei anderen, wo ich sie mit sehr viel Maß zu mir nehme und mich dann lieber auf die Geselligkeit und den Käse zum Brot konzentriere - und eigentlich nie den Wunsch verspüre, mir den Namen des Weins, der da neben dem Wasserglas gegen den Durst auf dem Tisch steht, dauerhaft zu merken:-).
Das können dann durchaus angenehme Abende auf der Terrasse werden, wie ich sie hier bei einer ähnlich gelagerten Weinrallye über Wein und Knabberei bereits beschrieben habe - nur ist eben der Wein an diesen Erinnerung nur sehr zweitrangig beteiligt:-).
Verkostung Vinisud Off:
Die WinzerBlogger
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