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19 septembre 2010 7 19 /09 /septembre /2010 16:38

Seine Versprechen sollte man halten, hier also das weniger schöne, zweite Kapitel der Weinernte 2010 in Lisson.  

 

Ich hätte dieses Kapitel auch schon am letzten Samstag schreiben können, nach dem Kontrollgang durch den gesamten Weinberg, der mir Aufschluss über den Reifegrad der einzelnen Parzellen und ihrer Rebsorten geben sollte. Aber das, was ich da bei meinem Rundgang wieder einmal zu Geicht bekam, hat mich doch für ein paar Tage eher entmutigt - auch wenn es nicht die erste traumatisierende Erfahrung mit dem Problem war, brauchte ich einige Zeit, um die traurigen Bilder und ihre Konsequenzen publik zu machen. 

 

Es gibt eben schlechte Neuigkeiten, die man erst verdauen muss - über die Konsequenzen nachdenken - Bilanz ziehen - und es fällt schwer, all die hochfliegenden Hoffnungen zu Grabe zu tragen, die die schönen und gesunden Trauben gewckt hatten, die wir trotz des eher schwierigen Starts im Frühjahr haben wachsen sehen - sich einzugestehen, dass wieder einmal ein ganzes Jahr harter Arbeit, viel Zeit, auch Geld, in wenigen Nächten in den Sand gesetzt wurden - und das eben leider nicht zum ersten Mal... 

 

 

Schäden am Gelände

 

trous holes löcher

 

An vielen Stellen wieder tiefe Löcher - auch wenn man das auf dem Foto nicht so richtig erkennen kann, sind die natürlich auch noch mit Vorliebe an Stellen, wo das Gelände besonders steil ind steinig ist - also schwer wieder auszugleichen - eben nur mit der Hacke - und zusätzlich gefährlich für alle weiteren  - ja nur zu Fuss möglichen Arbeiten in der Parzelle. Das Beispiel stammt aus dem besonders steilen Hang auf der linken Seite der Arena unseres Clos des Cèdres.  

 

passage

 

Eingerissene Mauern, mit schweren, ausgegrabenen Steinen versperrte Passagen in den Terassen der  Échelles, unsere schmalen Fußpassagen, so schon steil und unbequem, auf denen wir die Kisten mit den Trauben bis zum nächsten Weg tragen müssen, bis zu dem wir mit unserem kleinen Raupenfahrzeug, dem Rampicar, kommen können, der einzigen mechanischen Hilfe beim Transport im Weinberg. 

 

après sanglier

 

und, natürlich noch viel schlimmer als das: wieder ganze Parzellen mit Stöcken, an denen keine Trauben mehr hängen, nur noch leere Strünke, da wo vor kurzem noch gesunde, halbreife Trauben hingen - wie immer angefangen mit den früher reifen Sorten:  Pinot, Merlot, Côt, diesmal aber auch die beiden Sorten Cabernet...

 

vide 2

 

Wildschweine, Dachse - und vermutlich auch wieder die Rehe, deren deutliche Fressspuren wir im letzten Jahr zum ersten Mal innerhalb der Elektrozäune gesichtet haben - alle haben sich schon wieder reichlich bedient - die einen (Rehe) sauberer als die anderen (Schweine) - aber alle mit erschreckender Gründlichkeit, so dass uns gerade genug Beeren auf den Trauben blieben, um den diesjährigen Verlust nicht nur quantitativ, sondern auch qualitatif zu ermessen.. (siehe voriger Artikel)

 

vide 3

 

Im Gegensatz zum Hagel - der in diesem Jahr in anderen Gegenden Europas reichlich aufgetretenen Plage der Bauern, der ganze Ernten in wenigen Minuten vernichten kann, kann man sich gegen die Fressfeinde nicht versichern.  Und so, wie schon die Entschädigung durch eine Versicherung bei unseren kleinsten Etragsmengen wohl immer zu Schwierigkeiten führen würde (da passt nichts in die Norm) - ist es bei Wildfrass noch schlimmer: zuständig für die Meldungen und die Entschädigung sind die örtlichen Jagdgesellschaften, die den Schaden erst vor Ort abschätzen müssen und dann die errechneten Fehlmengen auf Grundlage des Kilopreises der von den örtlichen Winzergenossenschaften an ihre Mitglieder gezahlt wird (im Schnitt in den letzte Jahren 27 Cent/kg) erstatten - also im günstigsten Fall für einen Hektar Schaden in unserem Weinberg 500 € - bei nur 1,5 ha gesamter Anbaufläche,  bleibt also - mit etwas Glück nur noch den Ertrag eines knappen halben Hektars,  ein Jahresergebnis, dass zum Überleben nicht reicht - (So wie die normale Bezahlung ihrer Ernten durch die Genossenschaften ja auch schon lange  nicht mehr zum Überleben der Weinbauern in der Gegend reicht... daher die vielen gegen Prämie gerodeten Flächen und die nachfolgende Verwilderung der Landschaft, die dann wieder zur noch besseren Lebensbedingungen für die Wildtiere führen). 

 

Die anderen Spuren die uns helfen, die Verursacher zu identifizieren, bereichern mal wieder meine Fotosammlung -  sie sind oft schon beim Betreten einer Parzelle am Gestank zu identifizieren, den diese Hinterlassenschaften verströmen - Aromen, die wohl niemand gerne in seinem Glas wiederfinden würde...  

 

defections

 

Wie immer findet man sie in allen erdenklichen Größen, große und kleine Vertreter der Schwarzkittel haben hier gemeinsam ihr Bankett genossen: 

 

merde pas vin

 

Aber genug der unappetitlichen und frustrierenden Illustrationen, der am Anfang eingefügte Link zeigt ja zu genüge, dass ich langsam zum Spezialisten der Weinbergs-Skatologie werden könnte. 

 

Und um mit einer versöhnlicheren und optimistischeren Note zu enden: das nächste Kapitel wird wieder von schönen Trauben auf schönen Bildern handeln - von unserem Mourvèdre hinterm Haus, der nun bald bei 13° potentiellem Alkohol, also genügend Zucker, angekommen ist und mit seinem Geschmackskomponenten, und seinen langsam schön knackigen Kernen uns noch die Hoffnung läßt, in der kommenden Woche doch noch ein oder zwei richtige Erntetage in Lisson einplanen zu können, so wie in früheren Jahren.

 


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Published by Iris Rutz-Rudel - dans weingut-lisson
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commentaires

Harald 20/09/2010 18:18



Das tut weh, so kurz vor der Ernte, die sicher geglaubt war!


Ich wünsche Dir, das Du die restlichen Trauben in bester Verfassung ohne weitere Mengeneinbußen in die Kelter bekommst.


Gruß von der Mosel


Harald


 



Wolf 20/09/2010 11:51



Mehr Watt? Oder Stacheldraht?



Wolf 20/09/2010 11:28



Was macht denn der Elektrozaun von Klaus?



Iris Rutz-Rudel 20/09/2010 11:49



funktioniert überall hervorragend, hab ich selbst schmerzhaft erfahren und wird auch täglich kontrolliert - hilft aber nicht gegen die Gier...



Unser Blog soll Ihnen die Gelegenheit geben, rund ums Jahr an den aktuellen Arbeiten auf unserem kleinen Gut in Südfrankreich teilzunehmen. Unsere Webseite stellt uns zwar bereits in drei Sprachen vor, aber wie viele Webseiten, ist sie eher statisch aufgebaut. Ein Blog  (es gibt ihn schon in Französisch: hier) erlaubt hingegen, viel spontaner, aktueller und auch weitläufiger über das, was wir tun, was uns bewegt und wofür wir uns sonst noch interessieren, zu schreiben.

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