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24 mars 2012 6 24 /03 /mars /2012 11:30

Ein kurzer Beitrag zur Einstimmung auf den kommenden Freitag, an dem ich die Freude habe, die 50. Weinrallye zum Thema : Naturwein und Konsorten zu betreuen.

 

Nachdem ich ja schon auf die Organisation und Verbreitung von Winzern, die sich in Frankreich den Vins Naturels verschrieben haben, schon bei der 30. Weinrallye vor gut zwei Jahren hingewiesen habe und auch das Interview eines französischen Weinbloggers mit Alice Feiring, der "Naturweinpäbstin" aus New York in einer deutschen Übersetzung zugänglich gemacht habe, möchte ich von meiner Begegnung/Entdeckung österreicher Winzerkollegen berichten, die ich während der letzten Messe für Biowein, Millésime Bio, in Montpellier im Januar 2012 auf Hinweis von Axel Biesler machen konnte, ihm noch herzlichen Dank für den Hinweis sagen...

 

hier also in deutscher Sprache der Auszug aus meinem Bericht über meine Reise zur  diesjährigen Millésime Bio:

 

 

"Los geht's in Richtung einer Reihe von Tischen der Österreich-Winzer, die als Gruppe aus der Steiermark hierher gekommen sind - einer Region, die zum Teil schon an Slowenien grenzt und wo Weinberge zwischen 300 und 600 Metern Höhenlage schon zu den "cold-climat" Anbauflächen gehören. 

 

5 von ihnen sind unter dem Slogan Schmecke das Leben - zusammen geschlossen, alle für ihren biologischen oder gar biodynamischen nbau im Weinberg zertifiziert, alle mit dem erklärten Ziel, lebendige Weine zu machen, die ihre Herkunft (ihr Terroir) nicht verleugnen.

Bei den Naturweinliebhabern aus dem Norden Europas und in den Vereinigten Staaten, wie eben auch bei  Alice Feiring, die dort im vergangenen Jahr vor Ort zu Besuch war, sind sie gut bekannt, Alice hat davon auf ihrem Blog berichtet. Für uns war es, wie schon gesagt, eine Diskussion mit Axel Biesler, darüber, dass viele Bioweine auf der Messe mich und meine Winzerkollegin  ein wenig "kalt" gelassen hatten, da der Respekt der Umwelt im Weinberg zwar für uns zu den Selbstverstämlichkeiten für guten, seiner Herkunft verpflichteten Wein zählt...wir waren auch am 2. Tag der Messe noch auf der Suche nach dem Unterschied im Glas zu vielen konventionellen, ebenfalls fehlerfreien Weinen...

 

Seine Bemerkung: "wenn Ihr echte Freaks bei der Kellerarbeit sucht" hatte mich eher auf eine Begegnung im Stil der Neo-Winzer aus der hypen Naturweinbewegung vorbereitet, von denen wir etliche auf der Off-Veranstaltung La Remise der Millésime Bio 2011 getroffen hatten - aber bei den Winzern aus Österrich war der Unterschied nicht im Haartracht und Kleidung zu erkennen;-): 

 

Franz Strohmeier Andreas Tscheppe

Franz Strohmeier und Andreas Tscheppe

 

Trauben, Liebe und Zeit - so steht es auf den Etiketten von  Franz Strohmeiner, (dessen Internetauftritt leider Anfang des Jahres einem Crash zum Opfer gefallen ist und sich  noch im Neuaufbau befindet) aber der Name rückt geich die Prinzipien auch bei der Weinbereitung ins rechte Licht: ein Prozess ohne Zusatzstoffe und künstliche Hilfsmittel. Weine, die mindestens 18 Monate im Barrique ausgebaut werden, um dann ungeschönt und ungefiltert auf die Flasche zu kommen.

Liebe wird auch schon den Pflanzen im Weinberg zuteil, deren Vitalität im Mittelpunkt steht, und Zeit lässt man auch dem Wein im Keller, damit er seine Lebenskraft frei ausdrücken kann, kein Zusatz bremst ihn hier aus, mit Geduld und Sorgfalt entstehen hier wirklich lebendige Weine....

TLZ gelb

 

Wie dieser fast gelbe Weißwein, aus Chardonnaytrauben, der  Trauben-Liebe-Zeit gelb - oder sein Bruder, der Orange aus  Sauvignon blanc (85%), Muscateller und Chardonnay - alle beide 36 Monate im Barrique ausgebaut, der Orange dabei 6 Monate auf den Traubenhäuten - ungefiltert eentfalten sie im Geschmack eine Tiefe und einen Reichtum an sich folgenden und ergänzenden Aromen, die mir signalisieren, dass ich hier bei den Weinen angekommen bin, für die ich mich auf die Reise gemacht hatte - auch bei der verkostung eine Reise im Mund und damit im Kopf, die nicht immer zum gleichen Ort führt. So wie ja auch unser Geist nicht immer gleich gestimmt ist, wenn wir einem Wein begegnen, ist ja auch ein lebender Wein, den man nicht schon im Keller kastriert hat, nicht immer geich "gestimmt". Ich finde hier den Wein für die Geduld, wie ich ihn auch in meinem Keller zu kraieren versuche und ich hätte gerne ein paar Flaschen davon in meinem Keller liegen, um ihren Weg von Zeit zu Zeit zu kreuzen und zu sehen, wo wir stehen, der Wein und ich, wenn wir uns erneut begegnen...und ich bin sicher, dass das nie langweilig sein wird...

 

Am nächtsen Tag durfte ich auch noch den  TLZ  schwarz 2007 probieren, wie alle Rotweine des Hauses aus der landestypischen Rebsorte  Blauer Wildbacher vergoren - 48 Monate Barriqueausbau, natürlich ebenfalls ungefiltert - im Geschmack wie ein Madeira, bei dem man, wie wir in Frankreich so schön sagen" à boire et à manger" im Mund hat, er versetzt mich sofort in einen gemütlichen Sessel am Kaminfeuer, eine Decke auf den Knien und ein gutes Buch im rm...am Gaumen noch von nicht enden wollendem Nachhall, lange nachdem ich ihn geschluckt statt wie sonst auf Messen ausgespuckt hatte... Ich würde mich freuen, wie versprochen demnächst art einen Tausch mit einem unserer Lissonweine von ähnlicher Machart zu verwirklichen...ein Merlot von 2000 oder einen Clos du Curé, wie den 2009, der demnächst in den Handel kommt.... 

 

Andreas

 

Kompletter Wechsel nur einen Meter weiter bei Tischnachbar Andreas Tscheppe, dessen Weinberge 40 km von denen Strohmeiers entfernt liegen, auch hier Chardonnay, Sauvignon Blanc und Gelbmuskateller in wunderschönen Flaschen:

 

etiketten Tcheppe

wie bei Franz auch hier nur Weine am Stand, die noch nicht auf Flaschen gefüllt sind, also "brut de cuve" als Fassproben mitgebracht...

nach den wilden Weinen des Nachbarn verkostet, scheinen sie hier zunächst weniger beeindruckend, "flüssiger", diskreter, voller Frische... aber auch hier muss man sich auf die Weine erst richtig einlassen, sich Zeit nehmen, dem Nachklang am Gaumen nachpüren - und dann ist man plötzlich mitten drin in einer Blumenwiese, mit all dem Genuss eines Sommertags, der schmeichelnden kleinen Brise...zurück in der Jugend...für mich schon ziemlich weit...;-)...


blanc Tscheppe

 

Vulkangestein in  400 und 460 m Höhe, Trauben von  Tuff und Basalt und Gneiss und ebenfalls ein Ausbau ohne Zusatzstoffe...in einigen Weinbergen Hanglagen mit bis zu 70% Steigung...mit vom Winzer selbst angelegten terrassen... auch hier Weine aus Sauvignon (die mit der Libelle) von seltener Reinheit - und der Wein mit dem  Hirschkäfer, dessen Barrique 3 Jahre im Boden eingegraben verbrachte, hat keinesfalls einen erdigen Geschmack:-).

Alle beide arbeiten wenn eben möglich ganz ohne Schwefelzusatz, alle beide machen Versuche mit Wein in Amphoren , es gibt also noch vieles zu entdecken...und die Fotos, die ich aus dem Pressbokk von Andreas abfotografiert habe, machen Lust auf eine reale Reise vor Ort!

weingarten Tscheppe

 

 

weingarten winter

 

Leider blieb uns keine Zeit mehr, um auch die weiteren Stadnachbarn - alle gut belagert - zu besuchen - noch drei weitere Güter, darunter eine Schwester und ein Bruder von Andreas Tscheppe... aber die Weine der beiden ersten haben uns schon auf eine so schöne Reise geschickt, dass wir beide Lust hätten, eines Tages wirklich loszufahren, um alle in ihrem Element und auf ihren Böden zu besuchen...


Véro und Franznicht wahr, Vero?!

 


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Published by Iris Rutz-Rudel - dans Weinrallye
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commentaires

MaxiKros 07/08/2012 12:26


Auf dieser Seite kann man Stunden verbringen und einfach nur lesen! Ich weiß jetzt nur eins - ich hab Lust auf einen Chardonnay bekommen. Viele Grüße

Torsten Hammer 27/04/2012 14:41


Hallo Iris,


hier mein Weinrallye-Beitrag: http://www.torsten-hammer-priorat-guide.com/blog/derpriorathammer/?p=3706


Zu deinem sehr interessanten Wein muss ich auch mal noch was schreiben...


Beste Grüße nach Südfrankreich von der Saale.


 


Torsten

Unser Blog soll Ihnen die Gelegenheit geben, rund ums Jahr an den aktuellen Arbeiten auf unserem kleinen Gut in Südfrankreich teilzunehmen. Unsere Webseite stellt uns zwar bereits in drei Sprachen vor, aber wie viele Webseiten, ist sie eher statisch aufgebaut. Ein Blog  (es gibt ihn schon in Französisch: hier) erlaubt hingegen, viel spontaner, aktueller und auch weitläufiger über das, was wir tun, was uns bewegt und wofür wir uns sonst noch interessieren, zu schreiben.

Begleiten Sie mich also auf dem Weg durchs Winzerjahr. Hinterlassen Sie Ihre Kommentare oder stellen Ihre Fragen, damit aus diesem Blog ein lebendiges Kommunikationsmittel wird.

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