Unser Blog soll Ihnen die Gelegenheit geben, rund ums Jahr an den aktuellen Arbeiten auf unserem kleinen Gut in
Südfrankreich teilzunehmen. Unsere Webseite stellt uns zwar bereits in drei Sprachen vor, aber wie viele Webseiten, ist sie eher
statisch aufgebaut. Ein Blog (es gibt ihn schon in Französisch: hier) erlaubt hingegen, viel spontaner, aktueller und
auch weitläufiger über das, was wir tun, was uns bewegt und wofür wir uns sonst noch interessieren, zu schreiben.
Begleiten Sie mich also auf dem Weg durchs Winzerjahr. Hinterlassen Sie Ihre Kommentare oder stellen Ihre Fragen, damit aus diesem Blog ein lebendiges
Kommunikationsmittel wird.
Während draußen nach einer kurzen, willkommenen Kältewelle der Winterschnitt weitergeht, wobei die Minustemperaturen der letzten Woche den Reben endlich zur dringend notwendigen Winterruhe verholfen haben (im Dezember „weinte“ das Rebholz noch während des Schnitts), nutze ich das ruhige Wochenende, um mich wieder ein wenig im Internet umzusehen.
Der Artikel eines Winzerkollegen aus Frankreich, der erfreut vom Rekordabsatz eines seiner Weine in Japan berichtet, nach dem die Flasche in einem Manga erwähnt wurde, hat mich nach weiteren Informationen zu diesem Thema suchen lassen.
Wenn ich von der Begeisterung und Treue meiner japanischen Kunden auf die Sensibilität und die Entwicklungsfähigkeit des japanischen Marktes schließen kann, so scheint mir auch diese Form der Publikumsinformation durchaus geeignet, um einen ersten Anstoß für neue Verbraucherschichten zu geben.
Ich bin selber mit dieser Publikationsform nicht sehr vertraut – selbst die hier in Frankreich sehr verbreitete Kultur der „bande déssinée“ (des Comics) hat mich nie voll in ihren Bann ziehen können – ich mag immer noch eher Bücher mit viel Text, um meine Fantasie anzuregen.
Immerhin ist es mir auf diese Weise aufgefallen, dass in Deutschland inzwischen im Rahmen der Diversifizierung der Krimi-Literatur und ihrer regionalen Varianten der Weinkrimi sich wachsender Beliebtheit erfreut. Selbst der Tourismus hat das Thema Crime and Wine für sich entdeckt.
Auch ich habe mir, angeregt vom Angebot in der Kölner Bahnhofsbuchhandlung beim Umsteigen auf Deutschlandreise, schon den einen oder anderen Vertreter dieser Kategorie „reingezogen“ und natürlich vor allem die „fachlichen“ Grundlagen der Handlung genossen.
In unserem täglichen Winzerleben gibt es etwas weniger Leichen, auch wenn ich mir durchaus bewusst bin, dass mit zunehmender Konkurrenz und immer neuen technischen Möglichkeiten, sich den marktgerechten Tropfen mit möglichst geringen Betriebskosten zurechtzumischen, der kriminellen Energie unlauterer Kollegen überall auf der Welt kaum Grenzen gesetzt sind.
Aber natürlich kenne ich in meinem persönlichen Bekanntenkreis niemanden, für den das gilt – und ansonsten spricht man darüber auch nicht, wie schon der Winzerblogger in einem seiner letzten Beiträge feststellte.
In Frankreich findet man übrigens kaum „Polars“ also romans policiers, die das Thema behandeln. Vielleicht wird es jetzt beliebter, nachdem auch hier die Verfilmung von Peter Mayles „Ein gutes Jahr“ durch Ridley Scott angelaufen ist, die neben dem üblichen provenzalischen Lokalkolorit auch das Thema des „Garagenweins“ noch einmal vulgarisieren könnte.
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