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27 août 2009 4 27 /08 /août /2009 08:24
Kein Artikel über das Leben in Lisson und die Entwicklung im Weinberg seit einem Monat - Gründe gibt es viel. Da war zum einen, wie jedes Jahr, die Arbeit im Weinbergsauber halten, sauber halten ... während wir die Reife der Trauben beobachteten, die die Farbe wechselten

 

jedes Jahr das Wunder des Farbwechsels der Beeren, natürlich besonders deutlich bei unseren roten Traubensorten und das allmähliche Verholzen der Rebreiser, die auch von grün zu allen Schattierungen von beige bis braun wechseln, je fester sie werden.

Besondere Aufmerksamkeit verlangt auch die Instandhaltung der Elektrozäune rings um unsere Rebflächen, die ja die Trauben vor den Übergriffen der gierigen Wildschweine, Dachse und anderer Fressfeinde unserer Früchte schützen sollen...



leider wird das auch in diesem Jahr, wie schon so oft, nicht vollständig von Erfolg gekrönt sein - wie die Aufnahme von den Grablöchern innerhalb des Zauns zeigen und die leeren Rappen der Côt und Pinot-Trauben - auf gut einem halben Hektar sind die Trauben so schon verschwunden - Tage vor der Eröffnung der offiziellen Jagdsaison, bei der die Jäger dann auch gleich zwei der unzähligen Wildsäue neben unserem Gelände schießen konnten - aber eben nur zwei von so vielen, die inzwischen furchtlos bis auf 10 Meter ans Haus kommen - unter der Terrasse vorm Haus die Mauern aus dickken Feldsteinen, die unser "Abwasser" kanalisieren durch die Gegend schleudern, auf der Suche nach einer kleinen Fleischbeilage aus Schnecken und Würmern, auf die sie dann wieder ein paar Trauben zum Nachtisch drauflegen.

Unsere frühreifen Traubensorten sind jedes Jahr die ersten Opfer - der Wald rings um die Parzellen bietet tagsüber gute Deckung und die Größe der hinterlassenen Losungen zeigt, dass oft die Frischlinge eindringen, die Bachen folgen dann zwangsläufig...


für mich immer wieder ein Schock und mit ein Grund, warum mir dann die Geschichten aus dem Weinberg nicht so locker aus den Tasten fließen...

Aber es gab auch angenehmere Gründe, nicht am Komputer zu sitzen - so die alljährliche kurze Sommereise zu meiner Mutter nach Deutschland, deren 82. Geburtstag es zu feiern galt.



wie bei jeder Reise über die Umsteigebahnhöfe von Paris mit einem Halt im Train Bleu - den strahlenden Augen meiner Mutter, die bei meinem wenigen Besuchen aufblüht, wie der wunderschöne Strauß von frischen Gartenblumen, die eine Freundin aus der Eifel zur Feier mitbrachte - einem großartigen Sonnenuntergang, den ich - eigentlich imn der falschen Buslinie verirrt, beim unfreiwilligen Übergang über den Rhein bei Niederkassel zu sehen bekam - und bei meinen ersten Couchsurf Erfahrungen in meiner alten Heimatstadt - nicht nur praktisch, sondern auch eine menschliche Bereicherung, die einen eigenen Artikel wert wäre... Vielleicht zu wenig guter Wein für meinen Geschmack, aber es ist ja eine Bierstadt und meine einzige Erfahrung mit einem Weinhändler fand nicht in der Enotheka statt...

Zurück aus Deutschland, wo der Regenschirm aus dem Koffer mir gute Dienste leistete, waren die Dauertemperaturen von gut 35/36°C ein richtiger Schock - der die Eingewöhnung, die ich nach so konzentrieten Ausflügen in die Zivilisation brauche, nicht gerade erleichterte.

Und wie alle Landwirte überall auf der Welt hing ich weiter am Wetterbericht und beobachtete argwöhnisch jede Entwicklung am Himmel - auch wenn das zu diesem Zeitpunkt im Jahr nicht mehr viel nutzt, die Weichen für die Ernte sind durch die lange Vorarbeit im Weinberg gestellt - jetzt kann man nur hoffen, dass sich der Himmel grädig erweist, wenn man die Gewitterwolken aufziehen sieht...



Manchmal ist es nur ein gewaltiges Wolkenschloss, das sich dann wieder auflöst, manchmal ein erfrischender Sommerregen, der den Pflanzen hilft, ihren einsetzenden Trocckenstress, der auch die Reife stoppen könnte, auszugleichen. Manchmal - in den letzten Wochen eher oft - ziehen aber auch finstere Gewitterfronten aus, die sich mit Blitz und Donner entladen - da starrt man hinaus, ganz Auge und Ohr, um zu sehen, ob da nicht doch plötzlich Hagel mit herunter kommt - die schlimmste Katastrophe so kurz vor der Ernte.

Nun bisher ging das an uns vorbei - andere Kollegen hatten weniger Glück. 

Aber es gibt zum Glück auch die kleinen Freuden des Sommers





Die vollreifen, vollmundigen Tomaten aus meinem Garten, die bio Töpferwaren von Francoise Fichet vom Atelier Terramice, eine Töpferin aus dem Ariège in den Pyrenéen, die ich jedes Jahr auf dem Bio-Markt in Olargues wieder sehe, der pünktlich am 15. August stattfindet - meist einen Tag nach meiner Rückkehr aus Deutschland. Das ist dann auch die Gelegenheit, unseren Vorrat an Blanquette de Limoux, Méthode Ancestrale von der  Domaine Beirieu aufzufüllen, die so hervorragend zu meinem Apfelkuchen sehr fein passt:-). 

und dann sind da natürlich auch die Begegnungen mit Freunden und lieben Kunden, die während ihres Sommerurlaubs vorbeikommen - immer eine gute Gelegenheit, einen der bunten Tomatensalate gemeinsam zu verspeisen, angereichert mit frischen Ziegenkäse aus unserer Nachbarschaft, mit frischen Basilikumblättern aus meinem Kräuterhochbeet - mit einem Schluck Olivenöl - extra vièrge (einem Geschenk von Astrid Berndts, Slow Food Mitglied aus Gap und Webmeisterin der schönen Seite meiner Winzerkollegen  Dupéré-Barrera)   und einigen Tropfen vinaigre balsamico (dem echten, der mehr als 25 Jahre gelagert ist und den ich vor ein paar Jahren vom  salone del gusto in Turin mitgebracht habe) -



das Ganze diesmal begleitet mit einer sehr originellen Flasche Rosé  (Demeter) von der Domaine Beauthorey, die mir Christophe Beau anläßlich seines Besuchs Anfang August nach Lisson mitbrachte, bei dem wir natürlich unsere Weine austauschten...



Aber das absolute Spitzenvergnügen war dann der Champagne Les Rachais vom Winzerfreund Francis Boulard, diesmal in den Gläsern serviert, die er mir extra zum Off der bloggenden Winzer in Bordeaux mitgebracht hat, feinste Perlen und umwerfende , delikate aber intensive Aromen  -  wie schon hier - sublime!!!!











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Published by Iris Rutz-Rudel - dans weingut-lisson
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commentaires

Lars 27/08/2009 10:37

Da warten wir doch gerne einen ganzen Monat, wenn so ein wunderbarer Bericht folgt. Mercy und viel Erfolg auf der Zielgeraden!

Iris Rutz-Rudel 29/08/2009 10:35


Danke Lars - verfolge übrigens mit sehr viel Amüsement Deine Vorstellung der Parteien zum Wein:-)!


Unser Blog soll Ihnen die Gelegenheit geben, rund ums Jahr an den aktuellen Arbeiten auf unserem kleinen Gut in Südfrankreich teilzunehmen. Unsere Webseite stellt uns zwar bereits in drei Sprachen vor, aber wie viele Webseiten, ist sie eher statisch aufgebaut. Ein Blog  (es gibt ihn schon in Französisch: hier) erlaubt hingegen, viel spontaner, aktueller und auch weitläufiger über das, was wir tun, was uns bewegt und wofür wir uns sonst noch interessieren, zu schreiben.

Begleiten Sie mich also auf dem Weg durchs Winzerjahr. Hinterlassen Sie Ihre Kommentare oder stellen Ihre Fragen, damit aus diesem Blog ein lebendiges Kommunikationsmittel wird.

Ihre Iris Rutz-Rudel


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