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25 février 2009 3 25 /02 /février /2009 17:57
Seit ein paar Tagen macht uns das Wetter endlich wieder richtig Freude, kaum Wind, strahlend blauer Himmel, wärmende Sonne und schon wird der Rebschnitt zum wahren Vergnügen!

Bei meinem französischen Winzerkollegen  Marc Dalbavie habe ich eine schöne Beschreibung dieser Stimmung gefunden, die ich meinen Lesern nicht vorenthalten möchte:

"C'est un travail non pas stimulant... mais communiant...! On ne participe à aucune excitation... mais, chaque geste et sa répétition nous plonge dans une méditation où l'air frais qui nous caresse, nous place dans un bien-être indescriptible. L'idéal serait d'emprisonner ces sensations dans les fruits que l'on vendange. Comment faire?"

"Diese Arbeit ist nicht so sehr stimulierend als vielmehr ... eine Kommunion...! Es ist nichts Aufregendes daran... aber jede Gheste  und ihre Wiederholung läßt uns in eine Meditation eintauchen, bei der die frische Luft uns streichelt, uns ins einen Zustand unbeschreiblichen Wohlbefindens versetzt. Es wäre ideal, wenn man dies Gefühl in die Frucht einschließen könnte, die man ernten wird. Aber wie?"

Am ersten schönen Tag nach den doch sehr langen und stürmisch verregneten Wintertagen, hatte mich diese Atmosphäre so erfrischt und beglückt, dass noch genug Energie übrig war, um mir den Rücken auf einem Spaziergang rund um den gesamten Weinberg zu entspannen. Das späte Nachmittagslicht ließ den Schiefer auf meinen Weg leuchten, jeder Stein ein kleines Universum. Ich habe daraus eine kleine Diashow zusammengestellt, die man sieht, wenn man auf das Bild unten klickt.



Bei dieser Gelegenheit konnte ich auch noch einmal die Schäden begutachten, die die Windböen von über 130 kmh beim letzten Sturm verursacht haben. Auch wenn die Weinstöcke selber um diese Jahreszeit auch Strumböen gut abkönnen, weil die nackten Triebe dem Wind keine Angriffsfläche  bieten. Das ist im Frühjahr und Sommer, wenn die jungen Triebe belaubt und noch recht zerbrechlich sind, wesentlich gefährlicher.

Gelitten haben allerdings unsere individuellen Stützpfähle aus Kastanienholz, die wir vor fast 20 Jahren für die Rebsorten gesetzt haben, die einen Ankerpunkt für ihre biegsamen Triebe benötigen.  Also vor allem Pinot, Merlot und petit Verdot. Über den Mourvèdre habe ich ja schon berichtet, dass er die glückliche Eigenschaft von "selbsttragenden" Trieben hat, die es erlauben, nach einiger Zeit ganz auf Stützpfähle zu verzichten.  Diese  ehemals 2,5m langen Stützpfähle, die nach der langen Zeit im Boden auch teilweise in der Erde verrottet sind,  da wir sie nur leicht im Feuer geschwärzt und nicht mit irgendwelchen chemischen Substanzen impregniert haben, haben dem Sturm nicht stand gehalten und an einigen Stellen sieht es nun so aus,  als hätte ein Riese im Weinberg Mikado gespielt...




Also noch ein wenig mehr Arbeit auf dem Programm...




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Published by Iris Rutz-Rudel - dans Arbeit im Weinberg
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commentaires

Chris 27/02/2009 21:45

Wahnsinn, was die Natur heutzutage alles anrichten kann. Man glaubt es nicht bevor man es nicht selbst erlebt hat. Ich finde das schon sehr krass. Und wenn ich mir das zweite Foto so ansehe, dann haben die wirklich sehr viel Angerichtet. Und das kostet nicht nur eine Menge Zeit und Arbeit sondern auch eine ganze Menge Geld. Das muss man ja auch erst mal wieder irgendwo her holen, denn man hat ja nicht immer so viele Reserven. Ich finde das echt krass. Aber es ist besser, als wie, wenn es die ganze Ernte erwischt hätte.

Iris Rutz-Rudel 28/02/2009 13:40



Nun, Chris, ich glaube, "die Natur" war immer schon so und in anderen Gegenden Frankreichs (an der Altantikküste) ha sie auch dismal wieder viel mehr Schaden angerichtet, dort liegen ja ganze
Wälder zerstört am Boden und das schon zum zweiten Mal innerhalb von 10 Jahren. Da sins wir noch ganz gut weggekommen.

Aber natürlich kostet das, wie Du schon sagst, noch einmal zusätzlich viel Zeit und Mühe, die Schäden aufzuräumen - und die "Reserven" sind auch bei uns angesichts der Krise nicht gerade fett -
und wohl auch keine staatliche Hilfe, wie's gerade im großen Stil Mode ist,  am Horizont:-)...

Aber auf die Ernte hat das ja zum Glück noch keinen Einfluss, denn die Reben waren ja noch im "Winterschlaf". Da wird jetzt erst mal der Rebschnitt beendet, ehe die laueren Frühlingstemperaturen
wieder alles schnell sprießen lassen - und dann ist es ja immer noch eine lange, arvbeitsreiche und manchmal auch bange Zeit bis zur Ernte...



Emily 27/02/2009 09:56

Sehr schöne Worte, die der Kollege aus Frankreich da gefunden hat, das kann ich mir gerade richtig gut vorstellen. Aber der Riese, der im Wald Mikado gespielt hat, ist auch wirklich gut gezeichnet. Ich finde es sehr schön und ansprechend beschrieben und hoffe, ihr habt weiterhin so tolles Wetter.

Iris Rutz-Rudel 05/03/2009 13:56


Danke Emily - das hoffen wir auch!


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