Dimanche 11 mai 7 11 /05 /Mai 22:22
Obwohl die Zusammenfassung dieser rosigen Weinrallye, mit für mich vielen interessanten Informationen über deutschsprachige Vertreter der Gattung heute schon mit Bravour von Niko in seinen Weinwelten veröffentlicht wurde, wollte ich heute mein Versprechen halten und hatte so einen guten Vorwandt, um unseren verstaubt-grauen Alltag an diesem Pfingstsonntag etwas Farbe beizumischen.
 
Auch wenn für drinnen Weiß geplant ist, so zeigt sich die Natur ringsum in einer opulenten Farbpalette. Dazu tragen nicht zuletzt die üppig erblühenden Rosen bei. Alles eher genügsame Sorten, die vor dem Haus und auf der Mauer unterm Weinberg seit einigen Tagen nicht nur das Auge erfreuen, sondern auch die Luft mit ihrem von zart-betörend bis überwältigend parfürmierten Duft erfüllen.





Und so war es klar, wo die beiden Flaschen Roséweins aus dem Languedoc für das obligatorische Foto in Szene zu setzen waren. Für jede von ihnen gab es vor der Haustür das passende Dekor.

Erster Kandidat war der voll gestylt auftretende ETHNIK rosé 2006, Vin de Pays du Mont Baudille von der Winzervereinigung in Montpeyroux, Languedoc.



Ausgestattet mit Etikett, Rückenetikett, kleiner extra-Vignette, passender gelackter Kapsel und modischem Schraubverschluß in dunklem Pink war er in dem Laden, in dem ich ihn erstanden hatte, ein echter Eycatcher, zumal es auch eine Rotwein und eine Weißweinversion in der Reihe gibt.

Die heute 160 Haupt- und Nebenerwerbswinzer dieser dynamischen Kooperative, die 600 Ha Weinberge im Hinterland des Hérault, an den letzten Cevennenausläufern bearbeiten, erzeugen durchschnittlich 32 000 Hektoliter
Wein, davon 20 000 als AOC Côteaux du Languedoc.

Der Roséwein der ETHNIK-Serie besteht zu 50% aus Syrah und 50% aus Grenache, zwei klassischen

Rebsorten der Appellation. Die Weinbereitung erfolgt laut Internetseite nach einer Mazeration bei Niedrigtemperatur (also einer kurzen Standzeit auf der Maische) und weiter unter ständiger Temperaturkontrolle nach dem Abpressen auf einem pneumatischen Kelter. Die Farbe  erinnert an Erdbeersaft, 13% Alkohol und eine kräftige 
Säurestruktur, würden es wohl vielen Weintrinkern schwer machen, den Wein in einer Verkostung mit verbundenen Augen von einem Rotwein zu unterscheiden. Jedenfalls solange man gewohnt ist, süffige Weine technologischer  Machart (und vermutlich unter  Verwendung selektionierter Aromahefen vergoren) zu trinken. 

Das Ganze kommt zwar schick daher, ist aber wohl allenfalls als Essensbegleiter zu empfehlen, da ich mir vorstellen kann, dass man davon auf der Terrasse in der Sonne sitzend schnell einen dicken Kopf bekommt. Bei Tisch (zum Test standen mir heute Abend ein Rest Entenpaté mit grünem Pfeffer und anschließend eine kräftige Hühnersuppe mit Reis zur Verfügung) schlägt er sich aufgrund seiner Säurestruktur und einer leicht prickelnden Frische auf der Zunge schon besser - eher herb als süß, was ich persönlich als angenehm empfinde. Für 4 € durchaus vertretbar, wenn man sowas mag.

Der zweite Repräsentant der Gattung gibt sich in der Ausstattung ebenfalls modisch, wenn auch eher in hellem Pink und mit einem klassischeren Design. Die Cuvée Antique der Domaine La Tour Penedesses 2006 Coteaux du Languedoc vom Winzer Alexandre Fouquet aus Gabian (zwischen Faugères und Pezenas) weist ebenfalls stolze 13% Alkohol auf.



Die Webseite der Domaine war leider (nur heute? ) nicht erreichbar. Der als dynamisch geschilderte Winzer hat sich im Jahr 2000 hier auf 40 Ha installiert und vinifiziert eine Vielzahl von Rebsorten und Weinen. Es soll sich hier um eine Cuvée aus Cinsault 70%, Grenache 5%, Syrah 10% und Mourvèdre 5% handeln., deren von Hand geerntete Trauben von steinigen und trockenen Böden stammen, die zu 70% aus vulkanischem Gestein bestehen.

Auch hier erfolgt die Weinbereitung nach einer Mazeration auf den Traubenhäuten unter Trockeneis (CO2) bei 8 bis 10°C, an die sich eine Gärungszeit von bis zu 2 Monaten bei kontrollierten 16°C anschließt.

In der Farbe ist er seinem Verkostungspartner sehr ähnlich - irgendwo zwischen lachsfarben und Erdbeersaft, sodass es schwer fällt, die Weine, hat man sie einmal im Glas vor sich, mit dem Auge zu unterscheiden.


Auch im Geschmack ist der Unterschied nicht so groß, wie es die unterschiedliche Traubenzusammenstellung vielleicht vermuten ließe. Vielleicht etwas weicher im Mund (kein Wunder, bei dem hohen Anteil an Cinsault, einer fruchtigen, aber tanninarmen Rebsorte der Gegend und auch in der Provence die Grundlage aller Roséweine), trotz deutlicher Säurestruktur, etwas weniger frischer Biss. Auch hier würde ich unbedingt empfehlen, ihn zum Essen zu trinken, wo er aber bei mediterraner Küche durchaus an seinem Platz wäre. Ich habe für die Flasche 7,50 € bezahlt.

Insgesamt wohl beides trinkbare Weine - wenn auch nicht wirklich nach meinem Geschmack - aber ich bin halt kein Roséfan und trinke auf der Terrasse im Sommer eher Wasser oder Café - in einem Land, in dem man 5 bis 6 Monate des Jahres täglich dort verbringen könnte, hat man wohl auch nicht unbedingt das gleiche Bedürfnis, diese Tatsache mit einem besonderen und dazu noch alkoholischen Getränk zu begehen:-).

So, morgen geht's zurück zu Grau und Weiß, damit ich bald wieder ins mich erwartende, munter weiter sprießende Grün eintauchen kann.









Par Iris Rutz-Rudel - Publié dans : Weinrallye - Voir les 1 commentaires
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