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1 mars 2008 6 01 /03 /mars /2008 11:34


Traenen der Reben - pleurs de vigne

Zum ersten Mal in diesem Jahr flossen sie gestern  reichlich, die Tränen  der Reben,  der aufsteigende Saft, der ab einer  Durchschnittstemperatur von 8°C im Frühjahr aufsteigt und so beim Winterschnitt aus den Schnittstellen austritt.

Für mich ein Zeichen, mich mit dem Rebschnitt jetzt zu sputen, denn auch wenn es sich um einen normalen Vorgang handelt, bei dem die Rebe die Schnittstellen mit den im Saft zahlreich enthaltenen Inhaltsstoffen  schützt und schließlich mit einem Harzpfropfen verschließt, ist es doch ein Zeichen des Aufbruchs. Bald werden die Knospen der  frühreifen Sorten  schwellen und dann ist es bis zum neuen Ausbruch nicht mehr weit.

Die ersten Bilder junger Triebe habe ich heute morgen bei einem Kollegen aus dem Roussillon gesehen, der sie - sehr frühzeitig in diesem Jahr, für den Muscat à petit grain, also die kleine Muskattraube,   festgehalten hat. Natürlich nicht ohne auf die Gefahr von Spätfrösten hinzuweisen, die in diesem Stadium großen Schaden anrichten und nicht nur die Ernte dieses Jahres in Gefahr bringen können, sondern auch Auswirkungen auf das folgende Jahr haben könnten, da  nach einem extremen Frostbefall manchmal noch einmal neu geschnitten werden muss.

Die Sorge ist ernst zu nehmen, auch wenn sie sich in die lange Jereminade der Winzer einreiht, die, abhängig von der Natur, wohl erst beruhigt schlafen, wenn die Ernte im Fass vergoren ist.

Elegie der Wengerter

Jammernd dappet’se durch d’Wengert,
heulend, ('s schmerzt scho in de Ohre)
von morgends früh bis Obends dämmert
„de ganze Bettl isch verfrore".

Zeigt sich dann doch en Hoffnungsschimmer
kommt die Kalte Sophie, Mitte Mai
hört m'r wieder e Gewimmer
„jetzt isch’s ganz bestimmt vorbei".

Sieht m’r trotzdem Rebeblüte
so isch’s zu spät, wie könnt’s aus sei
blühn sie zeitig, s’isch zum Wüte
regert’s ganz gewiss druff nei.

Wenn d’Rebe doch noch Traube trage
hen’s d’Wengerter no lang net leicht
m’r hört se jetzt scho wieder klage
mol isch’s zu trocke, mol zu feicht.

Oktober, Lese, volle Kübel
bald gibt’s wieder neie Wie.
D’Qualität isch gar net übel
bloß: mehner könnt’s jo scho no sei.

Die Wengerter sen voller Klage
un des fascht über’s ganze Johr.
Sie hen e schwere Bürd‘ zu trage
un kriege früh scho graue Hoor.

gefunden hier  auf der Infoseite der  schönen Weinlyrikseite des Staatsweingutes Weinsbergs.


Natürlich  haben diese Tränen auch schon  immer die Neugier, nicht nur der Winzer, erregt.  Elmar M. Lorey hat in seiner Weinapotheke  und auf seiner Webseite  die lange Geschichte  dieser Beschäftigungen aufgeführt.  Von Plinius  über Hildegard von Bingen bis ins 19. Jahrhundert wurden so Rebtränen als Heilmittel gegen ungefähr alles,  von Augen- und Ohrbeschwerden über Brechreiz,  Sommersprossen, Warzen und selbst Vielsauferei  empfohlen.  Seit Kurzem ist sogar der Begriff  Rebtränen von einem  geschäftstüchtigen  Winzer als Markenname  für  kosmetische Produkte geschütz worden.

All das, und auch die  Dosierung der bisher gefundenen 32 Inhaltsstoffe des Saftes findet man ausführlich dargestellt hier



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Published by Iris Rutz-Rudel - dans Arbeit im Weinberg
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Andreas Kaul 01/03/2008 13:55

Ein interessanter Saft diese Rebtränen. Wir haben Sie auch mal im Bild eingefangen. S. LinkViele Grüße aus RheinhessenAndreas

Iris Rutz-Rudel 01/03/2008 14:53

Auch ein sehr schönes Bild, das ich nicht gesehen hatte. Läuft der Saft denn bei Euch auch schon?

Unser Blog soll Ihnen die Gelegenheit geben, rund ums Jahr an den aktuellen Arbeiten auf unserem kleinen Gut in Südfrankreich teilzunehmen. Unsere Webseite stellt uns zwar bereits in drei Sprachen vor, aber wie viele Webseiten, ist sie eher statisch aufgebaut. Ein Blog  (es gibt ihn schon in Französisch: hier) erlaubt hingegen, viel spontaner, aktueller und auch weitläufiger über das, was wir tun, was uns bewegt und wofür wir uns sonst noch interessieren, zu schreiben.

Begleiten Sie mich also auf dem Weg durchs Winzerjahr. Hinterlassen Sie Ihre Kommentare oder stellen Ihre Fragen, damit aus diesem Blog ein lebendiges Kommunikationsmittel wird.

Ihre Iris Rutz-Rudel


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