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Unser Blog soll Ihnen die Gelegenheit geben, rund ums Jahr an den aktuellen Arbeiten auf unserem kleinen Gut in Südfrankreich teilzunehmen. Unsere Webseite stellt uns zwar bereits in drei Sprachen vor, aber wie viele Webseiten, ist sie eher statisch aufgebaut. Ein Blog  (es gibt ihn schon in Französisch: hier) erlaubt hingegen, viel spontaner, aktueller und auch weitläufiger über das, was wir tun, was uns bewegt und wofür wir uns sonst noch interessieren, zu schreiben.

Begleiten Sie mich also auf dem Weg durchs Winzerjahr. Hinterlassen Sie Ihre Kommentare oder stellen Ihre Fragen, damit aus diesem Blog ein lebendiges Kommunikationsmittel wird.

Ihre Iris Rutz-Rudel



Mardi 13 décembre 2005


„Sound of wine“  die Musik des Weins in der Gärung, das gibt es sogar schon auf CD, ein einfallsreicher Winzer aus Österreich hatte bereits diese Idee und hat vor einigen Jahren die Gärgeräusche seiner Barriqueweine zu einem Opus mit 15 Sätzen zusammengestellt – und Werner Elflein  war so  freundlich davon zu  berichten.

In Lisson war während der letzten Tage eine andere Musik des Weinmachens zu hören: nach dem Glucksen des Vorlaufs, also des erstens Weins, der aus den Tanks sprudelte und gleich durch den Schlauch mit Schwerkraft in den alten Gewölbekeller floss, um dort  die frisch gespülten Barriques zu füllen, war das anheimelnde Geräusch der alten vertikalen Spindelpresse zu hören.



Click-ClackClick-ClackClick–ClackClick-Clack  zu Beginn, um den schönen alten Mechanismus der Gewichte um die zentrale Spindel nach unten gleiten zu lassen

Click  -  Clack     Click – Clack    Click – Clack     



Click



Clack




Click

Gegen Ende, wenn es langsam schwieriger wird, den Mechanismus noch einmal mit dem eisernen Hebel zu einer weiteren Umdrehung zu bewegen, der die kleinen Keile „klicken“ lässt und so den Rhythmus erzeugt, der die Anstrengung begleitet.

Der Druck ist sanft, leicht zu regeln. So besteht kein Risiko, unangenehme Stoffe aus Rappen und Kernen  mit heraus zu pressen. Es entsteht einrichtiger Maischekuchen, bei dem die festen Bestandteile gleichzeitig dafür sorgen, dass der Saft schon leicht gefiltert wird, bevor er in den Eimer fließt, aus dem er dem Vorlauf nach unten in die Fässer folgt.



Der Tresterhut, der übrig bleibt, strömt noch einen angenehmen Weingeruch aus, es ist fast schade, ihn auf den Kompost für den Garten zu bringen.

Während ich noch diesen Geruch einatme, werde ich an die alte Praxis erinnert, bei der man früher das ganze noch einmal auseinander nahm, neu auf die Presse füllte und unter Zusatz von Wasser die „Piquette“ herauspresste, den früher oder später immer sauren (piqué) Wein, den man den Arbeitern auf den Gütern als Durst stillendes Getränk servierte.


par Iris Rutz-Rudel publié dans : Kellerarbeit
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