Unser Blog soll Ihnen die Gelegenheit geben, rund ums Jahr an den aktuellen Arbeiten auf unserem kleinen Gut in
Südfrankreich teilzunehmen. Unsere Webseite stellt uns zwar bereits in drei Sprachen vor, aber wie viele Webseiten, ist sie eher
statisch aufgebaut. Ein Blog (es gibt ihn schon in Französisch: hier) erlaubt hingegen, viel spontaner, aktueller und
auch weitläufiger über das, was wir tun, was uns bewegt und wofür wir uns sonst noch interessieren, zu schreiben.
Begleiten Sie mich also auf dem Weg durchs Winzerjahr. Hinterlassen Sie Ihre Kommentare oder stellen Ihre Fragen, damit aus diesem Blog ein lebendiges
Kommunikationsmittel wird.
Die letzte Woche war wieder mit einer entscheidenden Etappe bei der Weinbereitung gefüllt: die Maische in den Edelstahltanks war duchgegoren, die natürlichen Hefen
hatten ihre Arbeit getan und allen Zucker, trotz schon kühlerer Kellertemperaturen, in Alkohol umgewandelt, die Weine eine kräftige Farbe im Kontakt mit der Maische angenommen und dem
Abstich stand nach sorgfältiger Verkostung nun nichts mehr im Wege.
Für die kleineren Mengen des Pinot und der Assemblage aus Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot und Petit Verdot haben wir uns diesmal von
einem Freund eine kleinere Presse ausgeliehen und uns die große Presse, die treue Leser schon aus den vergangenen Jahren kennen (siehe hier), für den großen Tank mit dem Mourvèdre aufgespart.
Nachdem der Saft oder Vorlauf durch die Schläuche mittels Schwerkraft hinunter in den Keller in die Barriques abgelaufen war, hatte ich wieder das große Vergnügen,
die Tanks von Hand zu leeren und die aromatisch duftenden Traubenreste, den Trester, in das Holzrund der Presse zu füllen.
Das ist jedes Jahr wieder ein sinnliches Vergnügen für Augen, Nase und Hände, auf das ich nicht verzichten möchte. Hier begreift man den Wein im
wahrsten Sinne des Wortes.
Man sieht, dass noch viele ganze Trauben im Trester enthalten sind, die erst im sanften Pressgang ihren Saft, der so in der Beerenhaut vergoren wurde, entlassen werden.
Auch hier wird die Arbeit wieder durch das rhytmische Klick-Klack des Mechanismus der Presse begleitet und vom Plätschern des
abfliessenden Weins. Kellermusik!
Übrig bleibt der Tresterkuchen, Mischung aus Trauben, Kernen und Rappen, die sich gleichzeitig auf der Presse nützlich erwiesen haben,
da sie für ein besseres Ablaufen des Saftes sorgten und auch schon Hefen und Trübstoffe ausfiltern halfen.
Erst nach Abschluss des Pressvorgangs kann der Winzer die jeweiligen Erntemengen in Hl wirklich kennen. Jede Traube hat eine andere Saftausbeute und jeder Jahrgang liefert, je nach
Klima, unterschiedliche Saftmengen. In diesem Jahr der hoch konzentrierten Beeren war die Saftausbeute beim Pinot besonders gering, dafür wird der Jahrgang aber auch wieder
gehaltvoller als z.B. der Jahrgang 2005 ausfallen.
Aber es ist noch ein langer Weg - und im nächsten "Kapitel" werden wir erst mal die neuen Heimstatt des jungen Weins im Keller kennenlernen.
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