Unser Blog soll Ihnen die Gelegenheit geben, rund ums Jahr an den aktuellen Arbeiten auf unserem kleinen Gut in
Südfrankreich teilzunehmen. Unsere Webseite stellt uns zwar bereits in drei Sprachen vor, aber wie viele Webseiten, ist sie eher
statisch aufgebaut. Ein Blog (es gibt ihn schon in Französisch: hier) erlaubt hingegen, viel spontaner, aktueller und
auch weitläufiger über das, was wir tun, was uns bewegt und wofür wir uns sonst noch interessieren, zu schreiben.
Begleiten Sie mich also auf dem Weg durchs Winzerjahr. Hinterlassen Sie Ihre Kommentare oder stellen Ihre Fragen, damit aus diesem Blog ein lebendiges
Kommunikationsmittel wird.
Für die Freunde von naturbelassenen Weinen aus Frankreich ist jetzt ein neuer Wein- und Winzerführer erschienen "Vins, vignobles et
vignerons" (Wein, Weinberge und Winzer), der quer durch Frankreich 950 Winzer vorstellt, die es sich zum Prinzip gemacht haben, Umwelt und Böden im Weinberg, aber
auch die natürliche Qualität der Trauben im Keller, bei Weinbereitung und Ausbau, zu respektieren.
Viele darunter haben ein offizielles Biolabel oder auch die Biodynamie gewählt, die anderen folgen den Prinzipien aus freien Stücken.
Man kann den Weinführer direkt beim Verlag Ellébore bestellen (25 Euro).
Hier der Versuch einer Übersetzung des Klappentextes:
Guide Ellébore
- Sehr ausführliche Datenblätter, auf denen die Güter beschrieben werden
- ein Kommentar über jedes Gut und seine technischen Charakteristika: Rebsorten, Anbaumethoden, Weinbereitung.
- eine Liste der Weine und der Bezugsmöglichkeiten beim Winzer oder bei Fachhändlern.
- eine Auswahl von Winzern, die biologische oder biodynamische Anbaumethoden einsetzen.
- das beste Preis/Leistungsverhältnis in jedem Anbaugebiet.
- eine Auswahl ausländischer Winzer.
Die Globalisierung hat auch den Weinbau erreicht, wie viele andere Gebiete. In der Praxis haben wir es mit einer Weinbau mit zwei Geschwindigkeiten zu tun: der eine ist die Domaine der großen
Investorengruppen, die sich in Australien, Chile, in Argentinien niederlassen – wo die Kosten geringer sind und effiziente technische Methoden es erlauben, Weine von ständig gleichbleibender
Qualität aber ohne Persönlichkeit zu produzieren – und die andere, die von Winzern in der Nachbarschaft praktiziert wird, die sich um ihr Terroir kümmern, eine sorgfältige Weinbereitung betreiben,
die Qualitätsweine mit einer echten Persönlichkeit hervorbringt. Zwischen diesen beiden Polen gibt es keinen Mittelweg!
Wir haben die letzteren ausgewählt: sie stellen nur einen ganz geringen Prozentsatz dar, sind fast ausschließlich dem biologischen oder biodynamischen Anbau verpflichtet und schließen sich in
professionellen Vereinigungen zusammen, um ihre Konzepte zu verteidigen. Sie gehen Risiken ein, indem sie untypische Weine oder solche ohne Schwefelzusatz machen. Sie verhelfen uns zu einem Anteil
am Glück. Wenn Sie sie treffen, reden sie von der Authentizität ihrer Weine in der Sprache des Herzens. Vom bescheidensten Landwein, der Sie mit seiner Ehrlichkeit beglückt, bis zu den Grands Crus,
die unvergessliche Erinnerungen bleiben, hoffen wir, dass Sie durch uns die Terroirs entdecken, die Appellationen und wir Sie anregen, diese Weine zu probieren. Eine begeisternde Entdeckungsreise,
die man jedes Jahr wieder neu beginnen kann.
Natürlich findet man auch einen Eintrag über Lisson (S.22, direkt hinter Didier Baral).
Zu meiner Verwunderung fand ich unser Gut im Inhaltsverzeichnis als Vin de Pays (Landwein) unter der Rubrik Languedoc: Faugères aufgeführt, was zeigt, dass selbst ein solcher
Führer noch Schwierigkeiten hat, ein Gut, das für sich nur die Bezeichnung "Vin de (très bonne) Table" beansprucht, weil es außerhalb der offiziell klassifizierten Lagen (nördlich
von Saint Chinian) liegt und mit seinen für die Gegend ungewöhnlichen Rebsorten und Steilhanglagen auch nicht in die Standartnormen der Anbauschemata der Appellationen paßt, richtig
einzuordnen.
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