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27 novembre 2005 7 27 /11 /novembre /2005 00:05
Geographisch gesehen, hat Olargues eine besondere Lage im Hérault. Diese kleine Kreisstadt ist 60 km von der Mittelmeerküste und dem Golf de Lyon entfernt, von den Schlemmlandebenen  des Küstengebiets mit ihren alles bedeckenden Weinfeldern getrennt durch ein Relief von mit Garrigue überwachsenen Hügeln, in die Weingebiete wie Saint Chinian und Faugères eingebettet sind. Das Tal des kleinen Flusses Jaur, der Olargues umspült, liegt auf 150 m Höhe vor den letzten Südausläufern der Cevennen, die hier noch einmal zu felsigen Bergen von 1000m Höhe aufragen, mitten im Parc Régional du Haut Languedoc.

Diese bedeutenden Reliefunterschiede sind auch eine Erklärung für unser besonderes Klima.

Roquebrun und Saint Chinian, nur 20 km Luftlinie weiter südlich gelegen, profitieren noch voll vom Mittelmeerklima, von dem unsere bereits bergigere Zone schon teilweise ausgeschlossen ist. 20 km weiter westlich, in Saint Pons, ist schon ein deutlicher ozeanischer Einfluss vom Atlantik her zu spüren (hier liegt auch die Wasserscheide) und von Norden wird der Einfluss geradezu kontinental.

Diese Einflüsse des Reliefs zeigen sich vor allem in der Höhe der jährlichen Niederschlagsmengen,  die zunehmen, je weiter man sich vom Meer entfernt (von 600 mm auf mehr als 1400 mm auf den Höhenzügen).  Das liegt nicht unbedingt an mehr Regentagen, aber die Regen sind im Hinterland wesentlich stärker.

In der jährlichen Verteilung der Niederschläge erkennt man deutlich, dass sehr trockene Sommer oft von Herbstperioden mit extremen Regenperioden abgelöst werden. Nur Schnee ist unterhalb von 600 m eher ein seltenes Phänomen. Gut für uns, denn unsere Weinberge liegen nur zwischen 200 und 300 m Höhe.

Meist scheint doch die Sonne – und die  Tage, an denen sie sich bedeckt hält, haben hier viel schneller einen negativen Einfluss auf unsere Psyche – wir sind es einfach nicht gewohnt, auf ihr helles Licht zu verzichten.

Das Mittelmeerklima ist durch seine milden Jahreszeiten gekennzeichnet. Eine Ausnahme macht nur der Sommer, der mit seiner oft Wochen dauernden Hitze und Trockenheit dann manchmal die in Deutschland geflohene Feuchtigkeit vermissen lässt....

Durch die Bergausläufer der Cevennen – Caroux, Somail und Espinouse – ist das Tal von Jaur und Orb relativ geschützt vor den starken Nordwinden, die weiter östlich als Mistral durch das Rhonetal fegen.

Hier ist es die Tramontane, die am intensivsten bläst, manchmal 3, 6 oder 9 Tage hintereinander. Dieser trockene Nord-West-Wind ist vor allem im Winter und im Frühjahr aktiv – kann sich aber durchaus auch zu anderen Jahreszeiten bemerkbar machen. In 2005 war das vor allem im August der Fall – gut für den Weinberg, weil bei diesem Wind Pilzkrankheiten keine Chancen auf den Blättern der Rebstöcke haben,  aber bei anhaltender Trockenheit auch ein zusätzlich erschwerender Faktor, der zu Wachstumsstörungen der Trauben führen kann, wenn vorher die Wasserreserven im Boden nicht groß genug waren.


Dazu ist es natürlich noch ein idealer Faktor, um die Waldbrandgefahr in den dann trockenen, unzugänglichen Grüneichenwäldern und Garriguelandschaften (Strauchheide) zu erhöhen.

Der Marin (Süd-Ost-Wind) und der seltenere Grec (Ostwind), sind oft sehr stürmische Winde, die mit starken Störungen im Mittelmeerraum zusammenhängen. Sie werden meist von starken Wolken und ebensolchen Regenfällen begleitet, wie es sie in diesem Herbst bereits 3 mal gegeben hat.

Im Laufe der nächsten Zeit werde ich wohl auch einmal über das spezielle Mikroklima von Lisson berichten – aber um Sie für die Geduld zu entschädigen, mit der Sie bis hierher gelesen haben, folgt hier der Link zu dem kleinen Film, den Klaus gestern gedreht hat, mit Wathosen bekleidet und einem großen Regenschirm ausgerüstet, um die Kamera zu schützen, während ich nur schnell ein paar kleine Digitalfotos machte.

Wir haben unser „Lisson in the rain“ mit einer kleinen Musik hinterlegt, denn trotz der Beklemmung, die diese meteorologischen Exzesse  immer auslösen – wenn alles tost und braust und dazu noch die Blitze zucken,  wir doch zufrieden sind, dass es – nach Abschluss der Weinernte! - geregnet hat um die Wasserreserven von Boden und Quellen endlich wieder aufzufüllen.


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Published by Iris Rutz-Rudel - dans Allgemeines
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