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18 septembre 2007 2 18 /09 /septembre /2007 17:58

Die letzten Erntetage in Lisson schon am 15. und 16. September: das gab es noch nie! Normalerweise müssen wir auf die Vollreife der letzten Rebsorte, des Mourvèdre, mindestens bis Ende des Monats warten, manchmal ernten wir ihn auch erst im Oktober. Aber in diesem Jahr, in dem alles früh ausgeschlagen hatte, haben das schöne, sonnige Wetter der letzten Wochen und ein Modellsommer - ohne viel Niederschläge aber mit genügend frischen Nächten, die dieser Rebsorte, von der man in ihrer Heimat Bandol sagt, sie "muss das Meer sehen", den Hitzestress ersparten, uns eine hervorragende Reife beschert, mit perfekt gesunden Trauben (und das nach nur einer Spritzung mit Kupfelkalk und Bio-Schwefel im Juli!).


pepin-mur-et-pas-mur.jpg

Die Kerne waren schön reif und knackig, wie der rechts auf dem Foto - und der Traubensaft voller Zucker mit genau dem Säureanteil, den es braucht, um eine ausgewogene Maische zu erhalten. 

pesage-Pinot.jpg

Und so zogen die Rebscheren ein letztes Mal aus, um ihren Marsch durch den Weinberg zu absolvieren.


enmarche.jpg

Natürlich marschierten sie nicht von alleine, sondern geschickt geführt von den Händen unserer Helferfreunde  - jeder von ihnen inzwischen schon vertraut mit den Besonderheiten und Schwierigkeiten des Geländes: man braucht einen sicheren Schritt in der Arena des  Cirque des Cèdres, um auf dem Schieferabhang nicht wegzurutschen und man muss seinen Eimer gut am Fuss der Rebstöcke  verkeilen, wenn man die Trauben nicht noch einmal bergab aufsammeln will.

Anja.jpg

Anja und Heiner gehören schon zu den alten Füchsen bei dieser Aufgabe und helfen uns erneut treu in dem Gelände, das Ausdauer und Behändigkeit erfordert.


Heiner.jpg

Neben dem sicheren Tritt braucht man aber auch kräftige Arme, um die Trauben mit vollem Eimer oder Kiste bis zum Rampi-Car, unserem Raupenfahrzeug - zu bringen, das wie immer meisterlich von Klaus durch das zerklüftete  Gelände manövriert wird, bis hinunter zum Haus. 


Anja-2.jpg




Winzer und Helfer sind glücklich, festzustellen, dass die beträchtlichen Anstrengungen, die wir in die Errichtung der neuen zusätzlichen Elektro-Zäune und ihre Pflege investiert haben, bereits ihre ersten Früchte tragen. Wir ernten schöne, unversehrte Trauben - die beiden anderen Sorten des Geländes, petit Verdot und Merlot, gären bereits in mit den Cabernets zusammen im Tank für die Cuvée der "Echelles de Lisson" und beim Mourvèdre wurden lediglich einige Randstöcke von Vögeln kahlgefressen und von einer grünen Eidechse, die vor unseren Augen schnell das Weite sucht.  Ein paar Löcher in den Beeren zeigen, dass auch die Bienen sich in den letzten Tagen gerne am Zucker der Trauben gütlich tun.

Am nächsten Tag  mache ich schon früh am Morgen alleine  im Weinfeld hinter dem Haus, das ebenfalls mit Mourvèdre bepflanzt ist, weiter. Das Wetter ist herrlich, es wird noch einmal ein heißer, sonniger Tag, aber der Wetterbericht warnt uns vor am Montag aufziehenden Gewitterfronten mit viel Regen und vielleicht auch Hagelschlag.

Zwei Überraschungshelfer gesellen sich am frühen Nachmittag zu uns: Jane und Dave (der von den guten Fotos von der Feuersbrunst , von der ich berichtet habe). Es ist die erste Weinernte ihres Lebens, also eine echte Weinbergtaufe


dernier-jour.jpg

Sie erledigen die neue Aufgabe mit viel Einsatz und Sorgfalt - gut geschütz im Schatten ihrer Sonnenhüte.


Jane-grappe-de-Mourvedre.jpg



Am Ende des Tages türmen sich die vollen Kisten im Keller. Zum ersten Mal seit langer Zeit können wir den schönen 10 hl Edelstahltank füllen. Nach einer letzten Anstrengung mit dem Holzstampfer und für mich noch einer Wadenübung mit der kleinen Trittleiter als "Stepper", auf die ich mit jeder Ladung, die bis zur Öffnung des Tanks hochgestemmt werden muss, steige, damit ich auf gleicher Höhe mit Klaus ausgestreckten Armen bin, ist es endlich geschafft: die Ernte ist eingefahren!




Der Kreis der Rebscheren schließt sich. Das Unwetter kann kommen: wir werden ruhig schlafen!




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Published by Iris Rutz-Rudel - dans Arbeit im Weinberg
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Bernhard 18/09/2007 21:34

Na dann schlaft euch einmal richtig aus. Ihr habt es euch bestimmt verdient.Wir haben noch drei Tage zu lesen. Und nach ein paar sonnigen Tagen regnet es im Moment wieder.Herzliche GrüßeBernhard

Iris Rutz-Rudel 19/09/2007 09:29

Alles Gute zum  Ernteende, Bernhard. Ich schaue jetzt zwar etwas seltener auf den Wetterbericht, dafür aber auch auf Eure Ecke der Europakarte - und das sieht ja für die nächsten Tage gut aus. Also viel Glück und einen sonningen Endspurt!

Unser Blog soll Ihnen die Gelegenheit geben, rund ums Jahr an den aktuellen Arbeiten auf unserem kleinen Gut in Südfrankreich teilzunehmen. Unsere Webseite stellt uns zwar bereits in drei Sprachen vor, aber wie viele Webseiten, ist sie eher statisch aufgebaut. Ein Blog  (es gibt ihn schon in Französisch: hier) erlaubt hingegen, viel spontaner, aktueller und auch weitläufiger über das, was wir tun, was uns bewegt und wofür wir uns sonst noch interessieren, zu schreiben.

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