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18 juillet 2007 3 18 /07 /juillet /2007 17:57

letourdefrance.jpg  Nach dem fulminanten Start der Weinrallye in Deutschland, war ich so richtig in Schwung, um mich jetzt endlich doch noch für die Durchfahrt der Tour de France zu interessieren, die am Freitag den 20. Juli auf ihrer 12. Etappe auch einige Minuten durch Olargues kommen wird.


Die Vorzeichen sind nicht zu übersehen: seit einigen Tagen tauchen in den Schaufenstern der einheimischen Bäcker, Metzger und Lebensmittelhändler diverse Dekorationen auf, die mit Radfahrern oder ihren Accessoires zu tun haben. Da werden Luftballons aufgeblasen, alte Stahlrosse aus dem Keller geholt und wie in einem Freilichtmuseum am Balkongitter festgezurrt ausgestellt. Es werden Broschüren verteilt,  die man nicht auf die öffentlichen Straßen werfen soll, aus denen man entnehmen kann, dass die Fahrer am Freitag Nachmittag von 15 Uhr 13 bis 15 Uhr 14 im Sprint um Olargues herumfahren werden und dass ein umfangreicher Entsorgungsdienst für den an der Strecke zu erwartenden Müll organisiert wurde.

Der örtliche Sportplatz ist frisch getrimmt für den Start der Übertragungshubschrauber des französischen Fernsehens reserviert, die einzige Straße durch das Tal, auf der der Tross (hier Caravane genannt) schon 2 Stunden vor dem Feld erwartet wird,  wird den ganzen Nachmittag für den Durchgangsverkehr gesperrt sein.

Zu ihrer Sicherheit wird den Zuschauern empfohlen, sich mit Mützen oder Hüten vor der Sonne zu schützen, Sonnenschutz zu verwenden, viel Wasser zu trinken und nur leicht zu speisen – und sich bitte nur am Rand der Straße aufzuhalten.  Es ist für alles gesorgt, jetzt müssen sie nur noch kommen, die bunten Blitze.

Meine frisch erwachte Neugier lässt mich die Webseite der ARD entdecken, in der zu meiner Freude und Überraschung nicht nur harte Sportfans bedient werden, sondern auch eher kulinarisch-kulturell angehauchten, unsportlichen  Menschen  wie mir zu interessanten Informationen um die Strecke herum verholfen wird.

Fernrohr.jpg

Gerade war ich so weit, schon mal in unseren Schränken nachzusehen, mit welchen Hilfsmitteln  sich das Ereignis auch aus der luftigen Höhe des Weinbergs von Lisson verfolgen ließe.

Sehhilfen.jpg

Kenner unserer Weinbergsgeographie, die sich die anschließende Verkostung schon einmal mit einem Aufstieg bis auf die obersten Terrassen des Clos du Curé verdient haben, erinnern sich an  den großen Steinhaufen, den höchsten Punkt unseres Berges, von dem aus man einen atemberaubenden Blick über das Tal des Jaur und die parallel dazu verlaufende Landstraße zwischen Mons la Trivalle und Olargues hat – das Ganze gegenüber überragt von der beeindruckenden Silhouette der „Femme Couchée“. 

Herbst-Blick-auf-Olargues.jpg

Welch einmaliger Standort, um aus luftiger Höhe den wackeren Tretern zuzuwinken, ehe sie in der Ferne in der Kurve der „Tour des Ponts“ (so heißt die Umgehungsstraße von Olargues) hinter dem Hügel mit dem berühmten Turm, dem „Tour d’Olargues“,  verschwinden.  Ob man von dort die einzelnen Kämpfer erkennen kann, ist nicht so sicher. Immerhin habe ich in der letzten Woche gelernt, dass offensichtlich die Eltern eines der jungen deutschen Talente in ihrer Jugend auch Peanuts-Fans waren, so wie ich.... das verbindet!

Und dann heute Mittag: patatrass – wie man hier sagt: die neue Dopingenthüllung und der Übertragungsstopp von ARD und ZDFkeine Bilder aus Olargues für Deutschland – wie schade!

Wenn man wie wir seit vielen Jahren in südlichen Gefilden einer körperlich oft sehr anstrengen Arbeit nachgeht (unser Sport findet ja bekanntlich im Weinberg statt, ob mit Rückenspritze, Motorsense oder Hacke, Rebschere  oder  Traubenkisten), ja, der weiß, was es heißt, Höchstleistung bei  sommerlichsten Temperaturen erbringen zu sollen. Hier lernt man, wie in allen südlichen Ländern, das dann möglichst in den frühen Morgenstunden zu erledigen – wer dabei in den heißesten Mittagsstunden gesehen wird, gilt automatisch als verrückt – oder gedopt.

Und da wir, dank der einen Stunde Zeitverschiebung zum Sonnenstand, den wir auf diesem Längengrad immer haben und der zusätzlich verordneten Sommerzeit wissen, dass die Sonne ihren Höchststand, ihr High-Noon, Midi, erst um 14 Uhr erreicht hat, käme wohl niemand auf die Idee, sich in dieser und den folgenden Stunden auf die Piste zu begeben.

Aber vielleicht müssen die armen Kerle gerade deshalb um diese Zeit in der Sonne schwitzen: weil da in südlich-ländlichen Gefilden die anderen ihre Siesta halten, also Zeit haben, den Fernseher anzuschalten und mit kühlem Kopf dem heißen Rennen zuzusehen! Sollte man mal untersuchen.

Jetzt bleibt mir noch eine Frage zu stellen, die ich – da wie schon gesagt, absolut unsportlich – nicht selber zu beantworten weiß: gilt Rotwein, der doch sonst so gesundheitsfördernd und, das wusste schon meine Großmutter, vor allem  blutbildend ist, inzwischen auch als Dopingmittel? – oder ist dieses Symbol des French Paradox beim abendlichen Boxenstopp ein erlaubtes „remontant“, ein Mittel, das einem, (natürlich mit modération also mit Maßen) wieder auf den Sattel hilft? Vielleicht kann das nach der Tour mal jemand untersuchen.

Dann ist in Olargues auch wieder Ruhe eingekehrt  und die Landstraßen sind wieder das Paradies für ältere Radfahrer  in hautengen Trikots und mit futuristischen Kopfbedeckungen, die in den kühlen Morgenstunden den Col (Pass) hinter Roquebrun erklimmen, um sich auf der langen Abfahrt ins Orbtal wie Eddy Merckx oder Jacques Anquetil zu fühlen (das waren doch hoffentlich Radfahrer?....)

Eine Diskussion über Parallelen zwischen Sport/Doping und Wein verschieben wir auf kühlere Jahreszeiten!




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Published by Iris Rutz-Rudel - dans Weinrallye
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