Vendredi 11 mai 2007 5 11 /05 /Mai /2007 16:11

Korken-2005-bouchons.jpg

Lange angekündigt,  durch den Schlechtwettereinbruch Ende April verhindert, war es jetzt am letzten Wochenende endlich so weit: Meteo France kündigte uns die Rückkehr des lange erwarteten Nordwindes an: La Tramontane, unsere lokale Ausgabe des Mistral und wie immer Garant für ein Hochdruckgebiet mit klarer Luft dank frischem Wind, wie ich es für die Arbeit mit dem Wein und vor allem für die delikate Periode des Abfüllens bevorzuge.

tramontane-Nordwind.jpg


Am Himmel nur ein paar weiße Wolken, die schnell über uns hinweg ziehen, keine einzige Fruchtfliege weit und breit und ein frischer Hauch für den Keller, der es sogar erlaubt, mit offener Tür  und Tageslicht zu arbeiten, ohne ein Ansteigen der Innentemperatur befürchten zu müssen.

embouteilleuse-Abfuellmaschine.jpg


Nah am Eingang steht unsere kleine italienische Abfüllanlage aus Edelstahl, mit ihren 4 Abfüllstutzen. Links davon stehen die Kisten mit den neuen leeren Flaschen, rechts die Handkorkmaschine aus der Schweiz, alles in Allem wider ein internationales Unternehmen, bei dem jetzt der Saft aus den französischen Trauben von deutscher Hand auf Flaschen gezogen wird.

 

KLaus-pompe-pumt.jpg

Von Zeit zu Zeit pumpt Klaus mit der Luftpumpe wieder etwas Druck ins Barrique, der dann den Wein durch die „canne de soutirage“, den „Abzugsstab“  in das Reservoir der kleinen Abfüllanlage laufen lässt. 

canne-de-soutirage-Abfuellstab.jpg

Wir haben uns im Laufe der Jahre gut aufeinander und aus den Rhythmus, den die vier Stutzen erlauben, eingestellt und so ist ein Barrique in einer dreiviertel  Stunde in der Flasche (knapp 300 Flaschen, je nachdem ob es sich um ein Bordeaux- oder ein Burgunderfass handelt).

 

bouchonneuse-Korkmaschine.jpg



Klaus füllt und pumpt, ich setzte die Korken ein und räume wieder in Kisten, die ich dann so stapele, dass die Flaschen erst noch aufrecht stehen, um ein Entweichen eventuellen Überdrucks zu erlauben.

degazage-Luft-ablassen.jpg

Nach 2 Tagen werden die Flaschen dann im Flaschenkeller liegend in die Regale eingeräumt. Da unsere Flaschen leicht konisch sind, werden die Reihen immer abwechselnd geschichtet, das ist etwas mühsam, sorgt aber für die richtige Stabilität.

 

 

repos-Ruheposition-copie-1.jpg

Die liegende Lagerung vor dem Aufsetzen der Steuerkapsel ermöglicht es, eventuelle undichte Korken sofort zu identifizieren, bevor die Kapsel alles verdeckt und die Flaschen in den Karton für die Auslieferung kommen. Und wie schon oft erzählt, erfordert erst der Einsatz der Kapselmaschine den Gebrauch von Strom, also den Einsatz unseres Elektroagregats, um die 220 Volt für die kleine Maschine zur Verfügung zu stellen.

Bei den meisten Kollegen sieht das natürlich anders aus. Viele kleine bis mittlere Betriebe greifen auf den ambulanten Dienst von voll ausgerüsteten Abfülllastwagen zurück, in die der Wein auf der einen Seite hineingepumpt wird, und die am Fließband drinnen vom Filtern über das Abfüllen, Korken, Kapseln und wieder Einpacken alles halb- bis vollautomatisch erledigen, bis hinten die Kartons  versandfertig auf die Paletten gestapelt werden.
Ich habe noch auf der Weinbauschule gelernt, dass sich die Anschaffung einer  eigenen Abfüllanlage erst ab 100.000 Flaschen jährlicher Produktion rentiert, eine Produktion, die ein Weingut in einer französischen Appellation, dass sich an die vorgeschriebenen Höchstmengen für eine Qualitätsproduktion hält, wohl so ab 15 bis 20 ha Anbaufläche erreichen wird.  Ich werde wohl in meinem ganzen Winzerleben bei weitem nicht an diese Zahl heranreichen....

Jetzt müssen nur noch die Etiketten auf den neuesten Stand gebracht werden: Jahrgang und Alkoholgehalt der einzelnen Weine werden ja jedes Jahr geändert,  dazu kommt in diesem Jahr zum ersten Mal der Hinweis, dass die Weine Schwefel enthalten, oder auf gut international: „contains sulphites“, um Allergiker zu warnen. Seit Ende 2005 ist dieser Hinweis in Europa Pflicht für alle Weine, die mehr als 10mg/l totalen Schwefel enthalten

Da unsere Weine des Jahrgangs 2005 diesmal mit einem Gehalt von 12 bis 23 mg/l über diesem Wert liegen, werden wir den Satz aufs Etikett nehmen. Schade, dass man nicht vorschreibt, dass dann auch die tatsächlichen Analysewerte aufgeführt werden, denn da gibt es himmelweite Unterschiede. Erlaubt sind für Bio-Rotweine  - auch solche mit Demeterzertifikat - 70mg/l, für Likörweine sogar bis zu 200mg/l – für alle übrigen schreibt Europa 160mg/l bzw. 400mg/l  als Höchstmengen vor. 


Schade, dass die Regelung wieder nicht im Sinne einer besseren Transparenz gefasst wurde.

rincage-spuelen.jpg

Unsere Kellerarbeit endet, wie so oft, mit dem großen Spülen, ehe die Fässer für die nächste Ernte eingelagert werden.


Par Iris Rutz-Rudel - Publié dans : Kellerarbeit - Voir les 0 commentaires
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