Dimanche 23 décembre 2007
Langsam geht auch dieses Jahr seinem Ende entgegen. Schnee und Eis haben sich schon wieder verabschiedet.

So, wie wir uns darüber freuen können, dass seit gestern die Sonne wieder täglich später unter geht, die für uns auf der Talsohle dunkelste Zeit des Jahres also langsam wieder vorbei ist, so zeigen sich auch unter Frost und Eis schon die kleinen Rosenknospen, die uns schon aufs Frühjahr und seine neuen Blütenträume hoffen lassen.
Im Weinberg sollte es durchaus ruhiger zugehen: hier steht noch der gesamte Winterschnitt bevor und es ist ein gutes Gefühl, zu wissen, dass die alten Triebe verholzen und der Saft sich auf die Stöcke und Wurzeln konzentriert, ehe ein neuer Zyklus anbricht.
Ein paar Tage Ruhe zum Jahreswechsel werden wir genießen, denn zu guter Letzt hat uns doch noch die Erkältungswelle, die im Tal grassiert, erreicht und unsere Ernegien etwas lahm gelegt. Da ist es gut, dass wir eh keine Feiertagspläne hatten - Geschenkerummel schenken wir uns schon lange - Festtagsvöllerei muss auch nicht sein - also einfach ein paar friedlich, besinnliche Tage als Pespektive, bevor es mit neuen Kräften wieder ins Gelände geht.
Und so steht für den ersten (und in Frankreich einzigen) Feiertag zwar Wildschwein auf dem Programm - ein, wie der diesem Blog geneigte Leser inzwischen weiß, Dauerthema in Lisson. Aber eben nicht in seiner unverdaulichen Form als Eindringling im Weinberg oder schwer verdaulich mit Klößen, sondern sehr informativ auf dem Bildschirm:
In der Reihe Arte-Wunderwelten wird am Dienstag, dem 25. Dezember um 12 Uhr 35 der sehr sehenswerte Beitrag
Japan - Brennpunkt Wildschwein
von Motohito Nishibashi wiederholt, der uns 46 Minuten lang die Erkenntnisse von Professor Eguchi aus Tokio vorstellt:
"Wildschweine haben es Professor Eguchi aus Tokio ganz besonders angetan. Entgegen aller Vorurteile und Abneigungen in der Bevölkerung fand er heraus, dass sich hinter deren schwerfälligen Erscheinung ungeheure Kraftpakete mit großer Lernfähigkeit verbergen. Für Bauern bleiben die gefräßigen und wehrhaften Tiere stets Feinde ihrer Landwirtschaft. Professor Eguchi hat es sich zur Aufgabe gemacht, eben diesen Ruf in Frage zu stellen und das ungeliebte Borstenvieh und seinen Bestand zu schützen.
Im Bezirk Shizuako liegt ein Freizeitpark, der sich die außergewöhnlichen Fähigkeiten der Tiere zu Nutzen gemacht hat. Seine Attraktion: dressierte Wildschweine. Der Besucher kann die Tiere bei zahlreichen, ausgefallenen Renn- oder Schwimmvorführungen erleben. Für Professor Eguchi ist der Park jedoch in erster Linie ein hervorragendes Versuchslabor, in dem er die Tiere und ihr Verhalten beobachten kann. Zusammen mit seinen Studenten führt er Experimente durch, um herauszufinden, wie man Bauern helfen kann, deren Felder von Wildschweinen heimgesucht werden. Er nimmt die Sorgen der Bauern ernst und bemüht sich, mehr über Wildschweine zu erfahren, um sie in der Folge auch besser schützen zu können."
Die duchgeführten Experimente ergänzen unsere eigenen Beobachtungen zum Verhalten dieser Tiere in freier Wildbahn und geben durchaus interessante Hinweise darauf, wie man z.B. einen Elektrozaun so konstruiert, dass er wirklich als Hindernis wahrgenommen wird. Wir haben ja schon mehrmals über unsere Schutzmaßnahmen berichtet und Klaus hat auch in Fachkreisen schon erregte Diskussion mit seinen Fragen nach technischer Information ("wieviel Ohm hat ein Wildschwein?") ausgelöst (siehe hier). Durchaus auch lesenswert für den technischen Laien, da unser Thema auch bei Elektronikern zu einen wahren Sturm von kuriosesten Ideen geführt hat.
Dass auch im japanischen Beitrag "Hausmittel", wie Löwenexkremente, zur Sprache kommen, hat uns amüsiert - beliebt sind auch "Humanurin" und "Menschenhaare" - aber die Studien über das konkrete Sprungverhalten der Wildschweine oder den Einsatz von Schafherden zur wildschweinabschreckenden Landschafts- und Brachenpflege sind durchaus weniger exotisch und auch (oder gerade) in Europa leichter umzusetzen. Zumal hier auch die gleich mitgedachte Weiterverwertung von Hammel- und Lammfleisch auf ein empfangsbereiteres kulinarisches Umfeld stößt, als in Japan...
Vielleicht gehören dann irgendwann solche Bilder wirklich nur noch ins Reich der Fantasie....

In diesem Sinne: Frohe Feiertage!



Aber jetzt zu meinem
Auserwählten: einem Champagner von Francis Boulard, Ihnhaber, mit seiner Frau Jeanne, des Guts Champagne Raymond Boulard aus Cauroy les
Hermonville.
























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