Dimanche 3 décembre 2006
Auch in diesem Jahr war die Weinernte in Lisson wieder eine recht polyglotte Veranstaltung. Da es sich um eine Ernte in auseinander liegenden Etappen handelt, bei der die verschiedenen Rebsorten jeweils bei optimaler Reife eingebracht werden, lohnt sich keine feste Erntemannschaft, die sich über 4 bis 5 Wochen für nur 4 bis 5 Erntetage bereithält, sondern wir bringen die Trauben mit der Hilfe unserer Freunde und Nachbarn ein.

Der erste Erntetag ist immer dem Pinot Noir gewidmet. Der Spätburgunder, wie er ja in Deutschland heißt, ist hier im Languedoc eine ganz frühreife Rebsorte, die weit vor allen anderen roten Sorten reift und es auf beträchtliche Öchslegrade bringt – vor allem, wenn, wie in Lisson, nur hochqualitative Klone ausgesucht wurden und auf den eher kargen Böden bei erhöhter Pflanzdichte im Winter so kurz zurück geschnitten werden, dass die Ertragsmenge in den meisten Jahren auch ohne „Grünernte“ in sehr bescheidenem Rahmen bleibt.

Leider war hier der größte Schaden durch unsere eifrigsten Abnehmer, die Wildschweine, zu verzeichnen. Das frustrierte die freiwilligen Helfer fast noch mehr als uns, die wir den Anblick abgefressener Trauben inzwischen schon fast gewohnt sind und gelernt haben, dass es auch nichts mehr nutzt, bei diesem Anblick in Tränen auszubrechen.... Von Zeit zu Zeit wird zwar einer der Schuldigen von den hiesigen Jägern erlegt, angesichts der großen Menge dieser Kreuzungen zwischen Wild- und Hausschwein, die vor Jahren ausgesetzt wurden, um die bescheidenen Bestände zur Freude der immer zahlreicheren Jäger (in Frankreich gilt die Jagd seit der Revolution als „Bürgerrecht“) zu erhöhen, ist das aber ein Tropfen auf den berühmten heißen Stein.

Das Exemplar auf dem Bild wurde im übrigen innerhalb des Elektrozauns, den wir um den Berg gezogen haben, erwischt.
Nach Pinot ist meist Merlot an der Reihe, dicht gefolgt von der Terrasse mit Côt (auch als Malbec bekannt).
Dann folgen meist zwei bis drei Wochen Pause, in denen regelmäßige Gänge durch den Weinberg und Verkostung der Trauben helfen, den idealen Reifezeitpunkt für die beiden Cabernetsorten, Franc und Sauvignon, zu bestimmen. Hier benutze ich zwar auch die Oechslewaage, die in Frankreich Mustimètre heißt, verlasse mich aber fast noch mehr auf den Geschmack der Trauben und die Farbe und Konsistenz der Kerne, die leicht braun sein sollten und zwischen den Zähnen knacken sollten, um später dem Weine keine unreifen Tannine zu vermitteln.
Unsere letzte Rebsorte, die oft erst im Oktober geerntet wird, ist der Mourvèdre, sein Reifezyklus gleicht dem des einheimischen Carignan, er ist der längste. Zum Glück sind die Trauben nicht so empfindlich wie andere Sorten. Auch ein paar Regenstürme, wie sie hier im September immer zu erwarten sind, können den relativ dicken Traubenhäuten wenig anhaben. Und auch hier zeigt sich immer wieder der Vorteil eines rigorosen Schnitts und natürlicher Düngung, die zu viel üppige Vegetation, die dann schlecht trocknen würde, vermeiden helfen – und auch die Hanglage im Wind verhindert Staunässe und hilft, gesundes Traubengut auch ohne häufiges Spritzen zu erhalten.
Auch in diesem Jahr wurde die Reihenfolge wieder eingehalten – beinahe hätte ich da noch unseren Petit Verdot, diese fast vergessene Bordeauxsorte vergessen, der normalerweise den Mischsatz der Echelles de Lisson komplettiert. Da er seinem Namen „petit“ Ehre macht und wirklich nur winzige Beeren an laschen Trauben liefert, die gerade mal 2 oder drei Kisten füllen, habe ich ihn in diesem Jahr zwei Tage vor dem Mourvèdre ganz alleine geerntet – im Clos des Cèdres, der Arena, in der man sich immer weit weg vom Rest der Zivilisation fühlt, so still kann es hier sein.
An den anderen Erntetagen klang es fröhlich Deutsch – Englisch – Französisch durcheinander.


Vielen Dank noch einmal an Dean, Nathanael, Adelaide, Blanche, Fabrice, Heiner und Anja, die unsere „Stammmannschaft“ von Lisson jeweils rechtzeitig und effizient ergänzt haben. 3 Sprachen, 4 Nationalitäten, Künstler, Handwerker und Lehrer, Frührentner und Lebenskünstler – eine bunte Mischung, wie jedes Jahr – und ein Hoch auf die Freundschaft, die all unsere Helfer jedes Jahr wieder zusammenführt!
Thank you! Merci und Danke!

Der erste Erntetag ist immer dem Pinot Noir gewidmet. Der Spätburgunder, wie er ja in Deutschland heißt, ist hier im Languedoc eine ganz frühreife Rebsorte, die weit vor allen anderen roten Sorten reift und es auf beträchtliche Öchslegrade bringt – vor allem, wenn, wie in Lisson, nur hochqualitative Klone ausgesucht wurden und auf den eher kargen Böden bei erhöhter Pflanzdichte im Winter so kurz zurück geschnitten werden, dass die Ertragsmenge in den meisten Jahren auch ohne „Grünernte“ in sehr bescheidenem Rahmen bleibt.

Leider war hier der größte Schaden durch unsere eifrigsten Abnehmer, die Wildschweine, zu verzeichnen. Das frustrierte die freiwilligen Helfer fast noch mehr als uns, die wir den Anblick abgefressener Trauben inzwischen schon fast gewohnt sind und gelernt haben, dass es auch nichts mehr nutzt, bei diesem Anblick in Tränen auszubrechen.... Von Zeit zu Zeit wird zwar einer der Schuldigen von den hiesigen Jägern erlegt, angesichts der großen Menge dieser Kreuzungen zwischen Wild- und Hausschwein, die vor Jahren ausgesetzt wurden, um die bescheidenen Bestände zur Freude der immer zahlreicheren Jäger (in Frankreich gilt die Jagd seit der Revolution als „Bürgerrecht“) zu erhöhen, ist das aber ein Tropfen auf den berühmten heißen Stein.

Das Exemplar auf dem Bild wurde im übrigen innerhalb des Elektrozauns, den wir um den Berg gezogen haben, erwischt.
Nach Pinot ist meist Merlot an der Reihe, dicht gefolgt von der Terrasse mit Côt (auch als Malbec bekannt).
Dann folgen meist zwei bis drei Wochen Pause, in denen regelmäßige Gänge durch den Weinberg und Verkostung der Trauben helfen, den idealen Reifezeitpunkt für die beiden Cabernetsorten, Franc und Sauvignon, zu bestimmen. Hier benutze ich zwar auch die Oechslewaage, die in Frankreich Mustimètre heißt, verlasse mich aber fast noch mehr auf den Geschmack der Trauben und die Farbe und Konsistenz der Kerne, die leicht braun sein sollten und zwischen den Zähnen knacken sollten, um später dem Weine keine unreifen Tannine zu vermitteln.
Unsere letzte Rebsorte, die oft erst im Oktober geerntet wird, ist der Mourvèdre, sein Reifezyklus gleicht dem des einheimischen Carignan, er ist der längste. Zum Glück sind die Trauben nicht so empfindlich wie andere Sorten. Auch ein paar Regenstürme, wie sie hier im September immer zu erwarten sind, können den relativ dicken Traubenhäuten wenig anhaben. Und auch hier zeigt sich immer wieder der Vorteil eines rigorosen Schnitts und natürlicher Düngung, die zu viel üppige Vegetation, die dann schlecht trocknen würde, vermeiden helfen – und auch die Hanglage im Wind verhindert Staunässe und hilft, gesundes Traubengut auch ohne häufiges Spritzen zu erhalten.
Auch in diesem Jahr wurde die Reihenfolge wieder eingehalten – beinahe hätte ich da noch unseren Petit Verdot, diese fast vergessene Bordeauxsorte vergessen, der normalerweise den Mischsatz der Echelles de Lisson komplettiert. Da er seinem Namen „petit“ Ehre macht und wirklich nur winzige Beeren an laschen Trauben liefert, die gerade mal 2 oder drei Kisten füllen, habe ich ihn in diesem Jahr zwei Tage vor dem Mourvèdre ganz alleine geerntet – im Clos des Cèdres, der Arena, in der man sich immer weit weg vom Rest der Zivilisation fühlt, so still kann es hier sein.
An den anderen Erntetagen klang es fröhlich Deutsch – Englisch – Französisch durcheinander.


Vielen Dank noch einmal an Dean, Nathanael, Adelaide, Blanche, Fabrice, Heiner und Anja, die unsere „Stammmannschaft“ von Lisson jeweils rechtzeitig und effizient ergänzt haben. 3 Sprachen, 4 Nationalitäten, Künstler, Handwerker und Lehrer, Frührentner und Lebenskünstler – eine bunte Mischung, wie jedes Jahr – und ein Hoch auf die Freundschaft, die all unsere Helfer jedes Jahr wieder zusammenführt!
Thank you! Merci und Danke!







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