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Unser Blog soll Ihnen die Gelegenheit geben, rund ums Jahr an den aktuellen Arbeiten auf unserem kleinen Gut in Südfrankreich teilzunehmen. Unsere Webseite stellt uns zwar bereits in drei Sprachen vor, aber wie viele Webseiten, ist sie eher statisch aufgebaut. Ein Blog  (es gibt ihn schon in Französisch: hier) erlaubt hingegen, viel spontaner, aktueller und auch weitläufiger über das, was wir tun, was uns bewegt und wofür wir uns sonst noch interessieren, zu schreiben.

Begleiten Sie mich also auf dem Weg durchs Winzerjahr. Hinterlassen Sie Ihre Kommentare oder stellen Ihre Fragen, damit aus diesem Blog ein lebendiges Kommunikationsmittel wird.

Ihre Iris Rutz-Rudel



Jeudi 27 septembre 2007
Vielleicht ist es eine gute Idee, nach und nach die Entstehung der Namen der verschiedenen Lagen, die das Mosaik unseres Weinbergs bilden, zu erzählen. Die Parzellen des Clos du Curé, ganz oben auf unserem Weinberg, gehörten zu Beginn des vorigen Jahrhunderts tatsächlich einem Curé, also einem Pfarrer, dem von Saint Etienne d'Albagnan, einem kleinen Dorf hinter Olargues im Tal des Jaur.

Er baute dort seinen Messwein an, oder genauer gesagt: er lies ihn anbauen, von Joséphine, seiner Haushälterin. Sie war ein Mädchen aus den Bergen, die sich um den Haushalt der Pfarrei kümmerte, einige Ziegen hütete, um Milch und Käse zu haben und zusätzlich noch den beschwerlichen Weg auf den Hügel von Lisson nahm, um dort die Rebstöcke zu bearbeiten.


War das vielleicht Joséphine mit ihren Ziegen?

Sie schlug den kleinen Pfad ein, der hinter dem Mazet (kleine Steinhütte) abbiegt und von Kalksteinterrasse zu Kalksteinterrasse ansteigt, wo es so gut nach Thymian und wildem Lavendel riecht. Sie überquerte den Wall aus Trockensteinen, der von den Anstrengungen beim Roden zeugt und von Buchsbaum gesäumt ist und kam schließlich ganz oben an. Von dort schweift der Blick über Olargues mit seinem mittelalterlichen Turm und auf der anderen Seite des Tales das Felsrelief der Femme Couchée, an dessen Flanke die romanische Kirche der Prieuré de Saint Julien d’Olargues liegt. Dort oben hört man beide Kirchtürme läuten - immer mit etwas Abstand, zuerst die Glocken von Olargues und 5 Minuten später die von Saint Julien.

Bewohnerin von Olargues auf einem Foto von 1890, die ihren Wasserkrug auf einer cabillade - einer gepolsterten Kopfbedeckung - trägt - mit der " Haltung einer Königin"

Nach dem Tod des Curés erbt zunächst sein Bruder Marius seinen Besitz, der anschließend auf dessen Sohn Antoine Tarbouriech übergeht, der nicht nur die Weinberge, sondern auch das Haus und die Haushälterin erbt. Die Parzellen oben auf dem Berg werden aufgegeben, als Joséphine nach einem Beinbruch den Pfand nicht mehr erklimmen kann. Das Land verwildert und nach und nach wird alles wieder von Grüneichen zurückerobert. Vor 20 Jahren waren wir sehr erfreut, als Antoine sich einverstanden erklärte, uns diese Terrassen zu verkaufen. "Da, wo ich hingehe, kann ich sie nicht in den Taschen mitnehmen" sagte er uns.

Im Dorf galt er als Original. Unauffällig und schüchtern bewegte er sich durch das Dorf, wenn er mit seinem Krug zur öffentlichen Quelle der Trois Fontaines ging, um sein tägliches Wasser zu holen - er fand es dort so viel besser und natürlicher als das aus der Wasserleitung im Haus. « Ras Muraille » - der die Mauern entlangschleicht - nannten sie ihn im Dorf - immer mit einem alten Strohhut auf dem Kopf, sah man ihn manchmal auch in seiner alten, graublauen Wellblechkastenente.
Er bearbeite bis zu seinem Tod noch die kleine Parzelle Wein am Ufer des Jaur, hackte jedes Jahr rund um seine alten Rebstöcke die Erde auf, um ein paar Schaufeln Mist einzuarbeiten, bedeckte die Ringe im Frühjahr wieder mit Erde, arbeitete alleine bei der Weinernte. Und jedes Jahr fanden wir einen handgeschriebenen Zettel in unserem Briefkasten im Dorf, wenn er Hilfe für die letzte Anstrengung an der Hebelstange der alten Korbpresse brauchte, um den Pressvorgang zuende zu führen. Um uns zu danken brachte er mir im Frühling ein Bund duftender Hyazynthen aus seinem Garten, mit Bast umwickelt, oder eine ganze Wagenladung Blumenkohl, von dem ich einmal gesagt hatte, dass ich ihn besonders liebe.

Dann erzählte er manchmal aus seiner Zeit als Zwangsarbeiter in Deutschland, wo er aufgrund seiner Herkunft aus einer Weingegend als Arbeiter für eine große Weinhandelsgesellschaft in Bremen in deren Lagerkellern eingesetzt worden war. Ein paar Worte Deutsch waren ihm geblieben, wie vielen alten Männern aus der Gegend hier, von denen einige es schlechter getroffen hatten als Antoine....

Er wird in unserer Erinnerung weiterleben, er und seine Geschichten von Mademoiselle Clavel, der « armen Joséphine », die das kommende Wetter aus den Wolken vorhersagen konnte.

Der Clos du Curé, von uns gerodet und mit Pinot Noir bepflanzt, trägt wieder Wein und der erste Jahrgang 1996 trug den Namen Antoine Tarbouriech, der vor einigen Jahren verstorben ist und natürlich wurde der Jahrgang 1998 Joséphine Clavel gewidmet.




Die Fotos stammen aus dem Buch: Vivre en Pays d'Olargues de 1870 à 1940, herausgegeben von Robert Guiraud und veröffentlicht von der Société Archéologique et Historique des Hauts Cantons de l'Hérault, 1986.


par Iris Rutz-Rudel publié dans : weingut-lisson
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Samedi 22 septembre 2007


Die Weinernte ist beendet
- unsere Rücken und Muskeln haben sich langsam erholt. Nur Klaus trainiert noch seinen Bizeps beim täglichen Stampfen des Tresterhuts. So nennt man die Mischung aus Rappen, Häuten und Kernen, die von der Kraft der Gärgase nach oben zu einem Stopfen oder "Hut" verdichtet werden und die es regelmäßig wieder in Kontakt zum flüssigen Teil der Maische zu bringen gilt.

Die bereits kühlen Nächte erlauben weiter ganz traditionell mit unserem "No Watt" System zu arbeiten, da die niedrigeren Nachttemperaturen ein Überhitzen der Maische in den Edelstahltanks auf natürliche Weise verhindern.

Die letzten Blüten sprenkeln den Wegrand mit ihren Farben - blau, gelb, zart lila, heben sie sich vor dem varientenreichen Brauntönen des bereits gefallenen Laubs und vom Schieferboden ab.


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Diejenigen, die schon ihren Zyklus beendet haben, fallen weniger ins Auge. Aber wenn man sie von nahem betrachtet, enthüllen sie eine andere Art von Schönheit in den geometrischen, verschlungenen Mustern der vielfältigen Formen ihrer Samen, die ihr Fortleben und neue Blütenpracht im nächsten Frühjahr garantieren. Wilde Karotten, Cyste de Montpellier, Ginster und zahlreiche kleine lila Blütenträger, deren Namen mir nicht bekannt sind ...

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Die nächste Ernte, die ansteht: Kastanien und Maronen, wird gut werden. In diesem Jahr habe ich ihre Entwicklung von den ersten diskreten Blüten mit ihrem alles betäubenden speziellen Duft über die winzigen Fruchtembrionen bis hin zu den Stachelkapseln, die sich langsam öffnen, um ihre Früchte bald fallen zu lassen, verfolgt.

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Feigen, saftig frisch oder bereits halb am Baum getrocknet, voller Aroma, die letzten Brombeeren, natürlich Weintrauben, Sorben, die birnenförmigen Früchte des Speierlings , die sich in diesem Jahr rar machen, Oliven, die man jetzt einlegen kann, die bei uns aber erst im Dezember reif für die Gewinnung von Olivenöl geerntet werden, Chilischoten, die in Ketten trocknen und Granatäpfel, die aufgeplatz ein willkommener Leckerbissen für unsere Vögel sind - die Natur zeigt sich noch einmal von ihrer großzügigen Seite in diesem Herbst.


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Es fehlen bisher nur die Pilze in dieser Aufzählung, für sie war es bisher noch zu trocken, aber wer weiß, vielleicht wird schon der nächste Regen sie wieder so zahlreich wie letztes Jahr aus dem Boden locken... der Herbst hat ja gerade erst begonnen.

par Iris Rutz-Rudel publié dans : Allgemeines
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Mardi 18 septembre 2007

Die letzten Erntetage in Lisson schon am 15. und 16. September: das gab es noch nie! Normalerweise müssen wir auf die Vollreife der letzten Rebsorte, des Mourvèdre, mindestens bis Ende des Monats warten, manchmal ernten wir ihn auch erst im Oktober. Aber in diesem Jahr, in dem alles früh ausgeschlagen hatte, haben das schöne, sonnige Wetter der letzten Wochen und ein Modellsommer - ohne viel Niederschläge aber mit genügend frischen Nächten, die dieser Rebsorte, von der man in ihrer Heimat Bandol sagt, sie "muss das Meer sehen", den Hitzestress ersparten, uns eine hervorragende Reife beschert, mit perfekt gesunden Trauben (und das nach nur einer Spritzung mit Kupfelkalk und Bio-Schwefel im Juli!).


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Die Kerne waren schön reif und knackig, wie der rechts auf dem Foto - und der Traubensaft voller Zucker mit genau dem Säureanteil, den es braucht, um eine ausgewogene Maische zu erhalten. 

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Und so zogen die Rebscheren ein letztes Mal aus, um ihren Marsch durch den Weinberg zu absolvieren.


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Natürlich marschierten sie nicht von alleine, sondern geschickt geführt von den Händen unserer Helferfreunde  - jeder von ihnen inzwischen schon vertraut mit den Besonderheiten und Schwierigkeiten des Geländes: man braucht einen sicheren Schritt in der Arena des  Cirque des Cèdres, um auf dem Schieferabhang nicht wegzurutschen und man muss seinen Eimer gut am Fuss der Rebstöcke  verkeilen, wenn man die Trauben nicht noch einmal bergab aufsammeln will.

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Anja und Heiner gehören schon zu den alten Füchsen bei dieser Aufgabe und helfen uns erneut treu in dem Gelände, das Ausdauer und Behändigkeit erfordert.


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Neben dem sicheren Tritt braucht man aber auch kräftige Arme, um die Trauben mit vollem Eimer oder Kiste bis zum Rampi-Car, unserem Raupenfahrzeug - zu bringen, das wie immer meisterlich von Klaus durch das zerklüftete  Gelände manövriert wird, bis hinunter zum Haus. 


Anja-2.jpg




Winzer und Helfer sind glücklich, festzustellen, dass die beträchtlichen Anstrengungen, die wir in die Errichtung der neuen zusätzlichen Elektro-Zäune und ihre Pflege investiert haben, bereits ihre ersten Früchte tragen. Wir ernten schöne, unversehrte Trauben - die beiden anderen Sorten des Geländes, petit Verdot und Merlot, gären bereits in mit den Cabernets zusammen im Tank für die Cuvée der "Echelles de Lisson" und beim Mourvèdre wurden lediglich einige Randstöcke von Vögeln kahlgefressen und von einer grünen Eidechse, die vor unseren Augen schnell das Weite sucht.  Ein paar Löcher in den Beeren zeigen, dass auch die Bienen sich in den letzten Tagen gerne am Zucker der Trauben gütlich tun.

Am nächsten Tag  mache ich schon früh am Morgen alleine  im Weinfeld hinter dem Haus, das ebenfalls mit Mourvèdre bepflanzt ist, weiter. Das Wetter ist herrlich, es wird noch einmal ein heißer, sonniger Tag, aber der Wetterbericht warnt uns vor am Montag aufziehenden Gewitterfronten mit viel Regen und vielleicht auch Hagelschlag.

Zwei Überraschungshelfer gesellen sich am frühen Nachmittag zu uns: Jane und Dave (der von den guten Fotos von der Feuersbrunst , von der ich berichtet habe). Es ist die erste Weinernte ihres Lebens, also eine echte Weinbergtaufe


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Sie erledigen die neue Aufgabe mit viel Einsatz und Sorgfalt - gut geschütz im Schatten ihrer Sonnenhüte.


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Am Ende des Tages türmen sich die vollen Kisten im Keller. Zum ersten Mal seit langer Zeit können wir den schönen 10 hl Edelstahltank füllen. Nach einer letzten Anstrengung mit dem Holzstampfer und für mich noch einer Wadenübung mit der kleinen Trittleiter als "Stepper", auf die ich mit jeder Ladung, die bis zur Öffnung des Tanks hochgestemmt werden muss, steige, damit ich auf gleicher Höhe mit Klaus ausgestreckten Armen bin, ist es endlich geschafft: die Ernte ist eingefahren!




Der Kreis der Rebscheren schließt sich. Das Unwetter kann kommen: wir werden ruhig schlafen!





Samedi 15 septembre 2007
Ein Erntetag im Weinberg, wie letzten Sonntag in den kleinen Terassen hinterm Haus, beginnt auch immer mit einem Blick zurück auf die weite Berglandschaft, die man von den "Echelles" aus überblickt, je höher man steigt. Die Wolken , die da in der Ferne aufstiegen, wollten aber nicht zum strahlenden Himmel passen: es handelte sich eindeutig um Rauch und nicht um Morgennebel - ein Feuer!

Zu wissen, dass hinter den Rauchschwaden auch noch Freunde von uns, Fritz und Almuth Schwann aus Dausse, dem Kastanienberghof mitten im Wald, wohnen, läßt mich noch ängstlicher den Fortgang der Ereignisse beobachten.



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Aus ihrer Perspektive muß das Ganze noch viel bedrohlicher sein, wie dieses Foto von Dave Widgery zeigt, der mir die Bilder, die folgen, freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Auch wenn sie wissen, dass noch ein schroffes Tal zwischen ihnen und dem brennenden Hang liegt und dass ihr gut gesäuberter Kastanienwald rings ums Haus die unmittelbare Gefahr verringert, so ist doch ein solcher nächtlicher Ausbruch (die ersten Flammen wurden nachts um 2 entdeckt) immer beängstigend. Das Gelände ist unzugänglich, die Feuerwehr der Umgebung ist vor Ort, kann aber auf den steilen, unwegsamen Hängen nicht direkt eingreifen.


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Aber ehe hier griechische Zustände ausbrechen können, kündigt sich effiziente Hilfe aus der Luft an: das starke Motorenbrummen kommt von der fliegenden Feuereinsatztruppe, die schon manchen verzweifelten Kampf gewonnen hat. 4 Canadair und 2 Tracker donnern über das Tal und kreisen in immer artistischeren Kurven die Hauptbrandherde ein. Es wäre eine spannende Flugschau, wenn der Anlass der Vorstellung nicht so ein ernster wäre.


Canadair


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Tracker

Weisse Wolken bedeuten Wasser, das vermutlich zwischen den Abwürfen am 40 km weiter gelegenen Lac de Salagou aufgenommen wurde. Zwei Stunden dauern die Einsätze - geleitet von Hubschraubern der Einsatzleitung, die das Gelände überblicken.

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Nicht immer ist die Sicht so klar, die Rauchentwicklung ist beträchtlich und die Flammen greifen nach den schnell brennenden Ginster- und Heideflächen der Kuppen auch auf den angrenzenden Wald über, der ihnen mehr Nahrung verschafft.

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Die größeren Tracker haben ein Spezialmittel an Bord, dass die Flammentwicklung verzögert und an seiner roten Farbe erkenntlich ist.

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Das atemberaubende Balett, bei dem die Piloten ihre Erfahrung zeigen und auch immer wieder in dieser zerklüfteten Landschaft ihr Leben aufs Spiel setzen, nimmt schließlich ein Ende. Die Sicht wird wieder klarer, Dausse kann aufatmen - und ich auch. Den Rest der Arbeit übernimmt die mobile Spezialeinsatztruppe der Armee aus dem Var, deren Feuerkämpfer mit einem Militärhubschrauber vom Olarguer Sportplatz aus in die Höhe geflogen werden - bestaunt von einer Horde Schüler, die sich die Nasen am Zaun plattdrücken.

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Bei unserem Besuch in Dausse, einige Tage später, ist wieder Ruhe eingekehrt. In Sichtweite verbrannte Erde und einsam daraus hervorragende Felsen. Spekulationen über die Brandursache sind sich alle einig über einen kriminellen Ursprung. Ob es wieder eine Fede rivalisierender Jagdgruppen war, die sich ihr Teritorium streitig machen und die Wildschweine neiden oder die Tat eines Feuerteufels, dem das daraus resultierende Spektakel Befriedigung verschafft - beide Varianten sind möglich. Hier braucht man für solchen Wahnsinn keine Mafia oder Imobilienspekulanten.

Die aufgehende Sonne am Morgen nach unserem Besuch, der uns eine kleine Erholungspause vor dem Angriff der letzten Erntetage verschaffte, entflammt den Himmel über einer wieder friedlich daliegenden Landschaft. Der Herbstregen, der für Anfang nächster Woche angekündigt ist, wird uns allen sehr willkommen sein.

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par Iris Rutz-Rudel publié dans : Strandgut
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Jeudi 6 septembre 2007
weinrallye-200.jpg Es ist wieder so weit, die Weinrallye geht weiter und diesmal wurde das Thema von Mathias Metze vom Blog Viva Vino gestellt: Riesling aus Bio-Anbau.

Ein passender Wein zu diesem Thema fiel mir sofort ein. Da der Winzer aber trotz seiner Praxis bio-dynamischer Methoden im Weinberg und selten schonender Weinbereitung nicht zu dem Kreis der durch staatliche Kontrollen zertifizierten Weinbauern gehört, habe ich mich natürlich erst einmal bei Mathias erkundigt, ob er meiner persönlichen Kenntnis auf diesem Gebiet genug vertraut, um auch einen solchen "Praktiker" ohne AB Stempel vertraut.

Seine erfreuliche Antwort war: "Anders als in meinem Laden, wo eine Art Kontrolle sein muss, denke ich, dass bei der Rallye die Vertrauenswürdigkeit eines Winzers ausreicht.
Also Iris, wenn du ihn kennst und weisst wie er arbeitet - ich freue mich auf einen Elsässer Riesling!"

Eine undogmatische Antwort, die es mir heute erlaubt, einen meiner liebsten elsässer Winzer mit einem seiner Riesling Weine vorzustellen.

Es handelt sich um Bruno Schueller aus Husseren les Trois Châteaux, dem "fils" der Weine, die noch unter dem Domainenamen Gérard Schueller & fils vermarktet werden.

Ich lernte Bruno vor einigen Jahren kennen, auf Anraten von Michel Legris, dem weit über Strasburg hinaus bekannten Weinhändler der Caves Le Vinophile , der eher Wert auf authentische Weine statt auf prestigefördernde Modeweine legt und dessen ausgezeichnete Streitschrift:

Dionysos crucifié
Essai sur le goût du vin à l'heure de sa production industrielle
1999.

leider bisher nur in französischer Sprache vorliegt.


Drei faszinierede Stunden in seinem Keller, umgeben von Fudern und Fässern, aus denen wir probieren konnten und die uns restlos von seinen natürlichen Anasatz, nicht nur im Weinberg, sondern auch in der Weinbereitung überzeugten, folgten und waren die Grundlage einer andauernder Winzerfreundschaft, die Bruno noch durch Gegenbesuche auf dem Hügel von Lisson im nächsten Jahr besiegelte.


Seine enge Freundschaft mit Didier Barral aus Faugères ist für mich nur ein weiterer Beweis für die "Schule" zu der er gehört.

Aber jetzt endlich zum Riesling. Es handelt sich um einen AOC Grand Cru Pfersigberg aus dem Jahr 2005.

Schueller-Riesling-Grand-Cru-Pfersigberg-2005.jpg


Die Lage Pfersigberg gehört zu den Grand Cru Lagen im Elsass. Bei dieser Riesling, der ab Gut für 14 € erhältlich ist, handelt es sich nicht um den in manchen Jahrgängen auch abgefüllten Pfersigberg H, was bedeutet: ungefiltert und ungeschwefelt, sondern um einen der "normalen" Weine Brunos, also vermutlich mit den von ihm praktzierten minimalen Schwefelmengen (oft nicht mehr als 12 mg) - was auch bei ausgiebigerem Genuß vor dem schweren Kopf am nächsten Tag bewahrt.

Natürlich bedeutet das Öffnen einer solchen Flasche zwei Jahre nach der Ernte einen "Kindermord" - die Rieslinge aus dieser Lage sind ohne weiteres 20 Jahre lagerfähig. Aber wie so oft, konnte ich meine Neugier nicht in Schach halten und kam so nach einer etwas längeren Lüftung des Glases in den Genuß eines Rieslings mit subtilen Noten weißer Früchte und einer sehr schönen Intensität im Geschmack, dessen natürliche Säurestruktur zusammen mit den 13° Alkohol auch diesem Jahrgang wieder die oben erwähnte Langlebigkeit garantieren wird.

Die Grundlage für die ungewöhnlichen und weltweit exportierten Weine der Schueller wird natürlich im Weinberg gelegt. Nicht zuletzt die für das Elsaß durch einen drastischen Winterschnitt niedrig gehaltenen Ertragsmengen ermöglichen die Konzentration der Aromen, denen eine traditionelle (im besten Sinne des Wortes) Weinbereitung im natürlich kühlen Keller ohne Zusatz von Reinzuchthefen oder andere Zusätze noch weiter zur Entfaltung verhilft.

par Iris Rutz-Rudel publié dans : Weinrallye
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