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Unser Blog soll Ihnen die Gelegenheit geben, rund ums Jahr an den aktuellen Arbeiten auf unserem kleinen Gut in Südfrankreich teilzunehmen. Unsere Webseite stellt uns zwar bereits in drei Sprachen vor, aber wie viele Webseiten, ist sie eher statisch aufgebaut. Ein Blog  (es gibt ihn schon in Französisch: hier) erlaubt hingegen, viel spontaner, aktueller und auch weitläufiger über das, was wir tun, was uns bewegt und wofür wir uns sonst noch interessieren, zu schreiben.

Begleiten Sie mich also auf dem Weg durchs Winzerjahr. Hinterlassen Sie Ihre Kommentare oder stellen Ihre Fragen, damit aus diesem Blog ein lebendiges Kommunikationsmittel wird.

Ihre Iris Rutz-Rudel



Dimanche 24 février 2008

Normalerweise steht sowas ja zuerst im Winzerblog, aber da ich es gerade gelesen habe, hier die neueste  PR-Masche, um  als CO2  sparendes, grünes Unternehmen zu gelten:

250 Winzer aus dem Languedoc haben sich angeblich schon eingeschrieben, um demnächst ihre  möglichst grünen Weine (wie grün, wurde nicht näher ausgeführt)  per  Canal de Midi  und Canal de Garonne nach Bordeaux und von da aus per  altem Dreimaster nach Dublin zu verschiffen.  60.000 Flaschen sollen so auf die einwöchige Reise gehen. Die CO2 Ersparnis pro Flasche soll  (wohl verglichen mit dem Verbrauch bei  Flugtransport) 138,92 g/Flasche betragen.

Nach dem Artikel im Guardian wirbt Tesco, eine große englische Handelskette, in der viel Wein umgesetzt wird, ebenfalls mit dem Transport ihrer Weincontainer per Schiff auf einem Kanal von Liverpool nach Manchester (40 km) als besonders umweltfreundlich.

Ob die Weincontainer aus Australien, Californien, Chile und Argentinien, deren Inhalt in Manchester für Tesco abgefüllt wird, vorher die Ozeane auch in Segelschiffen überquert haben, steht nicht in dem Artikel.

par Iris Rutz-Rudel publié dans : Strandgut
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Dimanche 24 février 2008

oder: how to become a flying-winemaker...



Ein Buch, das hilft, die Sprachbarrieren zu überwinden, die uns viel zu oft noch daran hindern, unsere Leidenschaft für den Wein und seine Entstehung über die Grenzen und Ozeane hinaus nicht nur  zu teilen, sondern uns auch darüber auszutauschen. 




Winemakers’ Essential Phrasebook, 344 pages
Mitchell Beazley, Octopus Publishing Group Ltd 2004.

Ein Buch in 6 Sprachen: Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Spanisch und Portugisisch   – ein Leifaden durch Weinberg, Weinbereitung und sensorische Analyse von Wein in ganzen Sätzen, nicht nur in Wortgleichungen, wie in klassischen Wörterbüchern, das es dem Benutzer ermöglicht, im größten Teil der Weinwelt zu kommunizieren.

Der erste Teil enthält nützliche Sätze für ein allgemeines Gespräch über önologische Theman. Der Weinbau wird in Themenblöcken wie Wetter, Pflanzung, Erziehungssysteme im Weinberg, Rebschnitt, Schädlinge, Bodenarten und vieles mehr gegliedert, bis hin zur Beurteilung der Traubenreife und zur Ernte.

Der umfangreichste Teil ist der Weinbereitung gewidmet, die in allen Spielarten,  vom Einbringen der Trauben über Auslese, Kelterarten, Malen und Entrappen, Maischestandzeiten, Zusatzstoffe, Behandlungen und Korrekturen des Weins über Ausbau, Holz bis hin zu Fragen der Abfüllung behandelt wird. Der Winzer findet hier fast alles, was ihm je im Keller begegnen kann - ich finde Dinge, die mir nie begegnet sind - der Laie bekommt einen Eindruck von der Komplexität und den Wahlmöglichkeiten während dieser Vorgänge.

Die Rotweinbereitung wird ebenso behandelt, wie die der Weiß- und Roséweine oder der Schaumweine, Porto und Xeres ebenso wie Süßweine, edelfaule oder andere, Barriqueausbau, Klärung, Laboranalysen und vieles mehr... bis hin zur Flaschenabfüllung findet sich immer der passende Satz, um die richtige Frage in jeder der Sprachen zu stellen oder das, was man macht, zu erklären.


26 Seiten mit Wortschatz und Sätzen zur sensorischen Beschreibung werden den Leser von Degustationsnotizen in anderen Sprachen glücklich machen und so manchen vielleicht ermutigen, sich selbst einmal dazu aufzuschwingen und auch an internationalen Diskussionen teilzunehmen. 

Für den  Übersetzer stellt dieses Buch die Worte in ihren fachlichen Zusammenhang. Man findet auch amüsante Unterschiede. im Teil über die Kellerarbeit (ich habe während unserer Arbeit mit der Presse einmal das entsprechende Kapitel geöffnet) bemerkt man, dass im Französischen hier zwischen Chef und Hilfskraft geduzt wird, während die Deutschen Beispiele brav in Siezform daherkommen. Der Autor des französischen Textes, Bruno Prats, ehemals Château Cos d'Estournel,  scheint mir da realitätsnaher zu sein, wenn ich an die Atmosphäre denke, die in dieser betriebsamen Zeit in den Kellern herrscht.

Die deutsche Bearbeitung stammt von Ernst Loosen, vom Weingut Dr. Loosen an der Mosel, der viel Erfahrungen mit Praktikanten aus aller Welt hat und hofft, dass das Buch "jedem Benutzer einen tieferen Einblick in die internationale Weinwelt erlaubt" und auch die Bedeutung des Weins in den verschiedenen Kulturen der Welt besser zu erfassen hilft.


Das Buch ist so natürlich vor allem eine ideale Vorbereitung und Begleitung für jeden angehenden Winzer, der als Praktikant in anderen europäischen Ländern oder auch in Übersee einmal über den Glasrand hinaussehen will.

Vielleicht könnte auch der eine oder andere Journalist hier lernen, welche Fragen er beim eigenen Besuch und der Recherche in den Weingütern der Welt stellen könnte, wenn nicht mehr ausschließlich nach dem copie/paste Verfahren aus schon bekannten Sammlungen und Presseverlautbarungen abschreiben möchte.


Für den Weinliebhaber, der sich auch dafür interessiert, wie sein Lieblingsgetränkt gemacht wird, bietet das Buch auch die Möglichkeit, beim Blättern und Schmökern durch die verschiedenen Stadien der Entstehung zu reisen, einmal auf andere Art, als in den üblichen Weinführern. Bei der nächsten Kellerbesichtigung im Urlaub kann er dann vielleicht auch einmal das fragen, wie denn eigentlich über den Verschnitt der Sorten entschieden wird oder nach welcher Methode der Süßwein gemacht wurde. 

Und an dem Tag, an dem Sie den schönen Satz "Haben sie ein Gerät für die Mikro-Oxidation? Wir sollten es benutzen." oder "Holzschips sollen in ein Musselintuch gegeben und in den Tank gehängt werden" in einer der 6 Sprachen erkennen, wissen Sie, dass die Globalisierung auch hier angekommen ist.

Nehmen Sie also in Ihrem Lieblingssssel Platz, mit einem Glas Ihres Lieblingsweins und wenn er Aromen von feuchtem Pelz oder Heu, Quitte, Lakritze oder zerriebenen Blättern hat, können Sie das im Handumdrehen in die anderen Sprachen übertragen und ihre Mitmenschen damit verblüffen, dass Sie jetzt auch die Notizen ihres liebsten Weingurus im Original verstehen. Und auf dem Rückenetikett ihres Mitbringsels von der letzten großen Reise entziffern Sie ohne Wimpernzucken, dass Sie nach baunilha, manzana, lampone, quince oder chamuscado riechen wird.  




Jeudi 21 février 2008
Heute Nacht sollte man sie wieder sehen, die Mondfinsternis mit ihrem geheimnisvollen roten Mond.

Leider war die Vorhersage der Wolkenbilder nicht vielversprechend, nach 3 Tagen mildem Dauerregen, war zwar Besserung angesagt, der Himmel aber für heute Nacht noch nicht klar...


Und doch weckte mich meine innere Uhr kurz nach 4 Uhr morgens und ließ mich, noch im Halbschlaf, vor die Tür treten. Und da war er,  am Himmel genau gegenüber, klein, aber deutlich, die Mondfinsterniss hatte begonnen, der Schatten war schon deutlich am Rand zu sehen und auch die rötliche Farbe  stimmte!


Schnell zurück, um meine kleine Kamera zu holen - das Licht des Bildschirms blendet mich - wie war das noch mal, mit den nächtlichen Himmelsaufnahmen - der Mond ist weit weg, also auf die Einstellung mit dem kleinen Berg? - ich brauche sicher eine längere Verschlusszeit - wo war das denn wieder - im Menu rauf und runter, rechts und links tasten, zu dumm, geblendet seh ich das Rädchen ja gar nicht - aha, 3 Sekunden - nein, das ist nur die Verzögerung - also zurück, manuel, das könnte es sein - und jetzt noch eine stabile Auflage suchen, sonst ist wieder alles verwackelt. Da geht's nicht, denn dann hab ich bestimmt den Balken der Pergola im Blickfeld - da auch nicht, da steht der alte Kirschbaum - bleibt nur noch das Dach des Autos weiter links - verflixt, langsam wirds mir auch kalt - so ein dünnes T-shirt ist vielleicht doch nicht die richtige Bekleidung, die Katzen sind auch ganz aufgeregt, ob sie noch etwas Hühnerhaut erwarten, oder spüren sie die Veränderung im Licht - apropo Licht, jetzt bin ich in Position, aber wo ist jetzt der Mond???

Zu lange  herumgestellt - jetzt ist er weg - hinter einer soliden Wolkenbank - auch kein Stern mehr zu sehen und genug Wind, um das schnell zu ändern, gibt's auch nicht  - na, ja, aber er war da der rote Mond - für ein paar Sekunden habe ich ihn gesehen, so wie im vorigen März durch das Teleskop (aber da  war meine Kamera in Reparatur...).


Das Bild im Kopf steige ich wieder ins Bett und schlafe bald ein und träume weiter....


sieh ma, der Mondsieh mal, der Mond!

-  zum Trost  ein Bild von Klaus - schön wie ein Gedicht ....
par Iris Rutz-Rudel publié dans : Strandgut
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Lundi 18 février 2008
Auch wenn der Frühling uns schon  mit den ersten Blüten erfreut, ist der Winter noch nicht zu Ende und Winterzeit ist die Zeit des Schweineschlachtens.

Und so findet traditionell am letzten Wochenende im Februar in Saint Pons de Thomière  die Fête du Cochon statt.

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Denn bekanntlich: dans le cochon, tout est bon  -  am Schwein ist alles gut !

Zwei Tage lang lebt Saint Pons, eine kleine Kreisstadt im Herzen des Parc Régional du Haut Languedoc im Zeichen der Säue, mit allem, was an regionalen Produkten rund ums Schwein dazu gehört.
Die Schweine werden oberhalb von Saint Pons in der Gegend um Lacaune auf einer bukolischen Hochebene in ca 800 m Höhe aufgezogen und dort auch in kleinen Unternehmen verarbeitet. Und so findet man überall die Spezialitäten der Gegend: Luftgetrockneten Schinken, Saucisses und Rosettes (Hartwürste), Boudin (Blutwurst) und Bougnettes (ein überdimensionaler Fleischklops mit Brot und Ei)...

Auf dem Markt während des Schweinefests wird auch gezeigt, wie das alles nach traditionellen Methoden gemacht wird. Natürlich gibt's dazu auch große Gemeinschaftsessen und auch die traditionelle Musik auf Flöten und Dudelsack darf nicht fehlen.

Die ganze Stadt macht mit und stellt Szenen der fatigue du cochon (des Schlachtens und Verarbeitens) in traditionellen Kostümen nach.

undefinedMotiv eines T-Shirts, das man bei den Verteidigern der Bougnette erwerben kann.

Sehr aktiv ist dabei die ein Verein, der sich "Bonhetaires dal Soumal" nennt, eine Bruderschaft, die sich den Erhalt der kulinarischen Tradition unter besonderer Hervorhebung der Bougnette zum Ziel gesetzt hat.

Aber es gibt ja nicht nur die Schweinezucht nördlich von Saint Pons, sondern auch den Wein südlich davon, im Minervois. Und auch hier wird die Tradition gepflegt, indem eine Gruppe von traditionsverbundenen Bonhetaires jedes Jahr in den Weinberg "Lou Camp del Cers" zieht und dort die Trauben für ca. 3000 Flaschen Wein erntet, die zu Gunsten des Vereins verkauft werden.

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Das gibt dann den seltenen Tropfen namens Le Groin de Folie - ein Wortspiel mit grain de folie (grain = Beere - folie = Verrücktheit - französischer Ausdruck für leicht verrückt). Ein groin ist die Schweineschnauze (die, mit der sie so gut Trüffel aufspüren und vollreife Trauben erkennen können:-)).

Ich konnte den Wein noch nicht probieren - ob er, mir seinen Grenachetrauben edler ist, als ich das vom Metzgersekt vermutete, wird also erst irgendwann  in der Zukunft hier mitgeteilt werden können.





par Iris Rutz-Rudel publié dans : Essen und Trinken
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Dimanche 10 février 2008
 
Gibt es einen Unterschied zwischen typisch französischen und typisch deutschem Geschmack ?  Für den Wein, wage ich es nicht, da eine Aussage zu machen, mir fehlt eine Untersuchungsgrundlage und ich habe mir diese Frage auch schlicht noch nicht gestellt.

Als kleine Nachlese zur Weinrallye # 8, wo es ja ausdrücklich um die Lieblingsetiketten von Wein- und Foodbloggern ging, möchte ich aber doch die Ergebnisse der französischen und deutschen Teilnehmer zum Vergleich nebeneinander stellen. Und da sich über Geschmack ja nicht streiten läßt, werde ich mich diesbezüglich auch jedes Kommentars enthalten.

Hier also die Ausbeute beider Gruppen als kleine Diashow und als Fotoblock:

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undefinedals Diashow auch hier zu sehen

Und noch einmal herzlichen Dank teilnehmenden allen Bloggern, die mir in Kommentaren, privaten Emails oder sogar eigenen Beiträgen so viele Blumen geschickt haben. Das geht runter wie Butter!

Ich bin jetzt schon gespannt auf die Alltagsweine, die am nächsten Start sein werden und dann von Harald Steffens vom Weingut Steffens Kess am 8. März fachgerecht gelagert werden.


par Iris Rutz-Rudel publié dans : Weinrallye
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