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Unser Blog soll Ihnen die Gelegenheit geben, rund ums Jahr an den aktuellen Arbeiten auf unserem kleinen Gut in Südfrankreich teilzunehmen. Unsere Webseite stellt uns zwar bereits in drei Sprachen vor, aber wie viele Webseiten, ist sie eher statisch aufgebaut. Ein Blog  (es gibt ihn schon in Französisch: hier) erlaubt hingegen, viel spontaner, aktueller und auch weitläufiger über das, was wir tun, was uns bewegt und wofür wir uns sonst noch interessieren, zu schreiben.

Begleiten Sie mich also auf dem Weg durchs Winzerjahr. Hinterlassen Sie Ihre Kommentare oder stellen Ihre Fragen, damit aus diesem Blog ein lebendiges Kommunikationsmittel wird.

Ihre Iris Rutz-Rudel



Mercredi 7 février 2007
Ein kleiner Nachtrag zum meinem Artikel über Mangas, Crime and Wine von letzter Woche bietet sich an.

Inzwischen hat mir ein treuer Leser meiner französischen Blogseite den Hinweis gegeben, dass auch in Frankreich der Weinkrimi bereits eine fest installierte Größe ist.

Ein Autorenduo,  Noel Balen und Jean-Pierre Alaux, veröffentlicht seit einigen Jahren bei den Editions Fayard in der Reihe

Le Sang de la Vigne - Das Blut des Weinbergs

Krimis, die bisher in fast allen bedeutenden Weingebieten Frankreichs gespielt haben.

Goldhochzeit in Yquem - ed. Fayard

Ihr Held ist der Verfasser eines berühmten Weinführers namens Benjamin Cooker, dem Namen nach wohl nicht ohne Absicht seinem amerikanischen Kollegen Robert Parker verwandt, vielleicht gekreuzt mit Michel Rolland und Hercule Poirot, der die spannenden Fälle zusammen mit seinem Assistenten löst.


In Flagranti auf der Romanée-Conti, ed. Fayard


Leider habe ich selber noch keinen der Bände gelesen. In einem Interview mit einem der Autoren erfuhr ich, dass die Titel bereits in zahlreiche Sprache, darunter Englisch, Spanisch  und Japanisch, übersetzt sein sollen und auch schon Verhandlungen für eine baldige Verfilmung laufen.

Sollte sich ein deutscher Verlag dafür interessieren, würde ich mich gerne als Übersetzer zur Verfügung stellen - es wäre eine gute Methode, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden!


Dimanche 4 février 2007
Gerade erhalte ich wieder den monatlichen Newsletter, den Jean-Pierre Mascaron von Collection Privée tire bouchon (privatsammlung von Korkenziehern) regelmäßig verschickt.

Obwohl ich selber nicht zu den Sammlern gehöre (jedenfalls nicht zu den Korkenziehersammlern...), fasziniert mich seine ausführlich gestaltete und illustrierte Webseite seit dem ersten Besuch.



Sie ist übersichtlich und gut gegliedert, jeder Navigationspunkt bietet neue Aus- und Einblicke in das Thema, viele grundsätzliche Informationen sind nicht nur in Französisch, sondern auch in Englisch erhältlich - und der Newsletter ist eben immer wieder eine wahre Fundgrube und ein Augenschmauß.

Schauen sie doch einfach mal hinein.

Und für Hinweise auf vergleichbare Seiten aus dem deutschen Sprachbereich bin ich natürlich dankbar!

Viel Spaß!


Samedi 3 février 2007
Während draußen nach einer kurzen, willkommenen Kältewelle der Winterschnitt weitergeht, wobei die Minustemperaturen der letzten Woche den Reben endlich zur dringend notwendigen Winterruhe verholfen haben (im Dezember „weinte“ das Rebholz noch während des Schnitts), nutze ich das ruhige Wochenende, um mich wieder ein wenig im Internet umzusehen.

Der Artikel eines Winzerkollegen aus Frankreich, der erfreut vom Rekordabsatz eines seiner Weine in Japan berichtet, nach dem die Flasche in einem Manga erwähnt wurde,  hat mich nach weiteren Informationen zu diesem Thema suchen lassen.

Wenn ich von der Begeisterung und Treue meiner japanischen Kunden auf die Sensibilität und die Entwicklungsfähigkeit des japanischen Marktes schließen kann, so scheint mir auch diese Form der Publikumsinformation durchaus geeignet, um einen ersten Anstoß für neue Verbraucherschichten zu geben.

Ich bin selber mit dieser Publikationsform nicht sehr vertraut – selbst die hier in Frankreich sehr verbreitete Kultur der „bande déssinée“ (des Comics) hat mich nie voll in ihren Bann ziehen können – ich mag immer noch eher Bücher mit viel Text, um meine Fantasie anzuregen.

Immerhin ist es mir auf diese Weise aufgefallen, dass in Deutschland inzwischen im Rahmen der Diversifizierung der Krimi-Literatur und ihrer regionalen Varianten der Weinkrimi sich wachsender Beliebtheit erfreut. Selbst der Tourismus hat das Thema Crime and Wine für sich entdeckt.



Auch ich habe mir, angeregt vom Angebot in der Kölner Bahnhofsbuchhandlung beim Umsteigen auf Deutschlandreise, schon den einen oder anderen Vertreter dieser Kategorie „reingezogen“ und natürlich vor allem die „fachlichen“ Grundlagen der Handlung genossen.



In unserem täglichen Winzerleben gibt es etwas weniger Leichen, auch wenn ich mir durchaus bewusst bin, dass mit zunehmender Konkurrenz und immer neuen technischen Möglichkeiten, sich den marktgerechten Tropfen mit möglichst geringen Betriebskosten zurechtzumischen, der kriminellen Energie unlauterer Kollegen überall auf der Welt kaum Grenzen gesetzt sind.



Aber natürlich kenne ich in meinem persönlichen Bekanntenkreis niemanden, für den das gilt – und ansonsten spricht man darüber  auch nicht, wie schon der Winzerblogger in einem seiner letzten Beiträge feststellte.

In Frankreich findet man übrigens kaum „Polars“ also romans policiers, die das Thema behandeln. Vielleicht wird es jetzt beliebter, nachdem auch hier die Verfilmung von Peter Mayles „Ein gutes Jahr“  durch Ridley Scott angelaufen ist, die neben dem üblichen provenzalischen Lokalkolorit auch das Thema des „Garagenweins“ noch einmal vulgarisieren könnte.




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