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Les Knödels

Les knödels débarquent
sur la blogosphère
Die Knödel erobern
die Blogosphäre

       l-anim-knoedel.gif 

A l'est du Rhin:
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Cueillir les Étoiles  Laure
Desperate Hausfrau Schatz
Les Joues Roses La Grenouille
Marmite d'un p'tit point Clairechen
Tambouille & Délices Sonia
Tambouille et Gourmandise  Frédée
Tambouille & Pistouille Ellie
Tomaten Quiche Marion
Viaggiodinozze Jeanne
Wie Gott in Deutschland Véronique

A l'ouest du Rhin:
A Moveable Feast  Ulla
Bolli's Kitchen  Katia
Lisson: journal
d'une vigneronne
Iris
Weingut - Lisson:
ein Winzertagebuch
Iris


 

soll Ihnen die Gelegenheit geben, rund ums Jahr an den aktuellen Arbeiten auf unserem kleinen Gut in Südfrankreich teilzunehmen. Unsere Webseite stellt uns zwar bereits in drei Sprachen vor, aber wie viele Webseiten, ist sie eher statisch aufgebaut. Ein Blog  (es gibt ihn schon in Französisch: hier) erlaubt hingegen, viel spontaner, aktueller und auch weitläufiger über das, was wir tun, was uns bewegt und wofür wir uns sonst noch interessieren, zu schreiben.
Begleiten Sie mich also auf dem Weg durchs Winzerjahr. Hinterlassen Sie Ihre Kommentare oder stellen Ihre Fragen, damit aus diesem Blog ein lebendiges Kommunikationsmittel wird.

Ihre Iris Rutz-Rudel

Lundi 20 août 2007


Hier also die versprochene Fortsetzung meiner Begegnungen mit Weinen auf der Rückreise von Deutschland nach Südfrankreich.

Die Reise begann vielversprechend auf der Fahrt mit dem Intercity von Düsseldorf nach Köln. Da das ganze noch vor 7 Uhr morgens stattfand, genoss ich  meinen ersten Café im DB Speisewagen (eine angenehme Einrichtung, die es in französischen Hochgeschwindigkeitszügen wie den TGVs leider schon lange nicht mehr gibt).

Sonnenaufgang-im-IC.jpg
Ich teilte meine Aufmerksamkeit zwischen dem romantischen Sonnenaufgang hinterm Fenster und der vielversprechenden Weinkarte, deren Inhalt ich leider wegen der Kürze der Fahrt nicht mehr auf die Probe stellen konnte, deren Stil und Gehalt mich als Winzerin aber durchaus erfreuten.  Auf Nachfrage bei der freundlichen Kellnerin durfte ich sogar ein Exemplar einstecken.


DB-Weinkarte.jpg

Namen wie Künstler, Heger, Bassermann-Jordan und Jakob Kühn, angeboten in 0,25l Flaschen zu angenehmen Preisen lassen in weiß und rot schon Lust zum Probieren aufkommen und das Zitat von Hugh Johnson auf der letzten Seite:

„Wine drinkers are attractive and smart, sexy and healthy.“  schmeichelt dem Weinliebhaber.

vue-du-train-Cologne.jpg

Die Rheinsilhouette von Köln erfreut immer wieder das Auge und ein kurzer Aufenthalt im Kölner Hauptbahnhof, bei dem man noch den letzten Weinkrimi von Sebastian Henn für die Reise erwerben kann, versüßt den Übergang in den Thalys – diesmal zweiter Klasse, also ohne einen neuen Blick auf die Weine des Monsieur Sapin, die ich Ihnen ja bei einer früheren Reise schon ausführlich vorgestellt habe.



Auch diesmal blieb genug Zeit für einen erholsamen Zwischenhalt in der Big Ben Bar des Train Bleu im Gare de Lyon in Paris. Das gleichnamige Sandwich aus dem unerreichten Brot von Poilâne,  schon too big für den kleinen Appetit,  konnte ich mit einem Glas Gaillac "Château Adélaïde" blanc begleiten aufmerksam beobachtet vom Kater des Hauses.

chat-train-bleu-2007.jpgein alter Bekannter im Train Bleu

 

Dann ging es weiter mit der Reise drittem Teil: Paris Béziers im TGV. Hier gibt es keinen Platzservice in der ersten Klasse, alle Passagiere teilen sich den eher abtörnenden Barwagen mit wenigen Hockern und vielen Stehplätzen.

Aber selbst hier konnte ich noch eine interessante Entdeckung machen. Seit einiger Zeit wird dort nämlich neben den klassischen kleinen Flaschen Beaujolais von Duboeuf und dem üblichen Bordeaux auch Wein im Glas angeboten.  Das „verre prêt à boire“  hebt sich angenehm von der sonst hier herrschenden Plastikkultur ab. Nach einem besonderen Verfahren wird Wein in kleine Gläser abgefüllt und mit einer Abdeckung versehen, die ihn einige Monate vor Verfall schützt.

 

In drei Farben dekliniert findet man so einen  AOC Bergerac rouge, einen Vin de Pays du Comte Toulosan Gamay rosé und einen VdP Côtes de Gascogne Colombard Chardonnay blanc , die das (möglichst selbst mitgebrachte – hier gibt’s kein Poilâne) Sandwich auch am Platz vorteilhaft begleiten.

Marketingstudien haben ergeben, dass diese Form der Präsentation den Weinabsatz erhöht hat, ohne auf Kosten des  Verkaufs der klassischen kleinen Fläschchen zu gehen.  Offensichtlich spricht sie Kunden an, denen auch 0,25l auf der Reise schon zu viel sind, die so, mit 10cl aber nicht auf ihr gewohntes Glas  zum Essen verzichten müssen.

 

Ich finde, dass sich diese Art der Verpackung wohltuend von den auch schon angebotenen Weinen in Dosen abhebt und bei weitem vorzuziehen ist. Und bei der nächsten Reise mache ich auch den geschmacklichen Selbsttest, versprochen!

 

 

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Dimanche 19 août 2007
Wie in jedem August kurz vor der Weinernte stand auch dieses Jahr wieder eine Kurzreise nach Deutschland, genauer nach Düsseldorf an. Auch wenn der Zeitpunkt  für den Winzer nicht der beste ist (die diesmal sehr schnell fortschreitende Reife regt eher dazu an, den Weinberg besonders aufmerksam zu überwachen, um den bestmöglichen Erntezeitpunkt sofort zu erkennen und eventuelle Schäden in letzter Minute so gut wie möglich abzuhalten) - ein 80. Geburtstag ist aber Anlaß genug, wieder eine Ausnahme zu machen.

Gratulation-zum-80.-Geburtstag.jpg
Gratulation zum 80. Geburtstag !

weinrallye-200.jpg
Die bevorstehende 2. Ausgabe der Weinralley im Hinterkopf, zu der mir noch ein weißer "must-taste Wein" unter 10€ fehlte, freute ich mich schon auf neue Entdeckungen in Düsseldorf - denn mein Keller ist in dieser Kategorie leider nur mit hochpreisigeren Elsaß, Loire- und Jura-Weinen bestückt.


Gleich am ersten Abend , bei einem guten, fast mediteranen Essen glaubte ich fündig geworden zu sein:

repas.jpg

Ein frischer, fruchtiger, feinnerviger Weißer, der hervorragend zum Loup de mer  mit Anchovis-Knoblauchsauce, herzhaftem Salat und den mit Pilzen gefüllten Crêpes paßte, half, die Strapazen der Reise und den Klimaschock (aus dem Hochsommer rein in den nassen Herbst) zu überwinden.

Preislich hätte der Wein sicher in die Ralley gepaßt, als ich dann aber erfuhr, dass dieser absolut trinkbare Tropfen direkt vom in Deutschland so beliebten Discounter Aldi stammt, kamen mir doch Bedenken, ihn für die Teilnahme an der Ralley auszuwählen. Gerade als Winzer steht man diesen Preisdrückerstrukturen ja nicht gerade voller Begeisterung gegenüber. Um der Wahrheit willen muß ich aber zugeben, dass der Wein, ein grüner Veltliner aus Österreich, dazu offensichtlich noch aus kontrolliertem Anbaugebiet, durchaus seinen Platz bei Tisch verdient hatte und sich auch als besser verträglich erwies, als der offene Veltliner, den ich ein paar Tage später in einem Altstadtbistro für 3,40€ das Glas serviert bekam und mit einem dicken Kopf am nächsten Morgen teuer bezahlte.

gruener-Veltliner.jpg

Rheinhessen-Portugieser-Weissherbst.jpg





Obwohl auch im Café des Altenheims Haus Bavier in Erkrath,  Wein durchaus zum Angebot gehört, habe ich es vorgezogen, mich an Kaffee und Kuchen und die beliebten belegten Brötchen zu halten. Immerhin kam hier der Wein aus deutschen Landen: ein Portugieser Weissherbst aus Rheinhessen.







Ein Blick im Vorbeischlendern auf die Rotweinkarte einer gut eingeführten Bierkneipe mit Restaurant bewies einmal mehr, dass die Einbußen der französischen Exporte nicht von ungefähr kommen: auch hier scheint weiter besser - aber auf jeden Fall billiger zu sein.

Weinkarte-Postwirtschaft-Erkrath.jpgWeinkarte Postwirtschaft Erkrath, Frankenheim, Sommer 2007

Mein Aufenthalt in Düsseldorf, der Stadt mit der längsten Theke der Welt, ging schnell wieder seinem Ende entgegen. Die Zeit war zu kurz, um noch weiter auf die Suche nach dem "must-taste Wein" zu gehen. Um dem Touristenblick, mit dem ich meine  Heimatstadt inzwischen betrachte, genüge zu tun, noch ein paar Schnappschüsse.

Was ich von weitem für die Ansammlung eines Volksfestes hielt, erwies sich als ganz normaler Feierabendandrang vor dem Uerigen, einem der noch verbliebenen Brauereihäuser mit Ausschank in der Altstadt.

Uerige-in-Duesseldorf.jpg

Neben den traditionellen Holztischen, die von Zeit zu Zeit  abgeschmirgelt werden können, entdeckte ich hier auch diese praktischen Konstruktionen für den Non-Stop-Straßenausschank:

Altbier-vor-dem-Uerigen.jpg

Ein Spaziergang nur wenig abseits von diesem Getümmel zeigte eine andere Seite der Altstadt - und selbst ich hätte nicht gedacht, hier mitten in der Großstadt am Schwanenspiegel dieses idyllische Camp der beiden Karpfenangler zu entdecken (natürlich mit Anglerkarte und Sondergenehmigung!):

Angler-am-Schwanenspiegel.jpg
Der zweite Teil meines Reiseberichts rund um die Weine, denen man dabei en passant begegnet, folgt - versprochen Und dann geht es wieder hinauf in den Weinberg, wo die Trauben während meiner Abwesenheit weiter sichtbar an Reife zugelegt haben.


par Iris Rutz-Rudel publié dans : Essen und Trinken commentaires (0)   
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Mercredi 18 juillet 2007

letourdefrance.jpg  Nach dem fulminanten Start der Weinrallye in Deutschland, war ich so richtig in Schwung, um mich jetzt endlich doch noch für die Durchfahrt der Tour de France zu interessieren, die am Freitag den 20. Juli auf ihrer 12. Etappe auch einige Minuten durch Olargues kommen wird.


Die Vorzeichen sind nicht zu übersehen: seit einigen Tagen tauchen in den Schaufenstern der einheimischen Bäcker, Metzger und Lebensmittelhändler diverse Dekorationen auf, die mit Radfahrern oder ihren Accessoires zu tun haben. Da werden Luftballons aufgeblasen, alte Stahlrosse aus dem Keller geholt und wie in einem Freilichtmuseum am Balkongitter festgezurrt ausgestellt. Es werden Broschüren verteilt,  die man nicht auf die öffentlichen Straßen werfen soll, aus denen man entnehmen kann, dass die Fahrer am Freitag Nachmittag von 15 Uhr 13 bis 15 Uhr 14 im Sprint um Olargues herumfahren werden und dass ein umfangreicher Entsorgungsdienst für den an der Strecke zu erwartenden Müll organisiert wurde.

Der örtliche Sportplatz ist frisch getrimmt für den Start der Übertragungshubschrauber des französischen Fernsehens reserviert, die einzige Straße durch das Tal, auf der der Tross (hier Caravane genannt) schon 2 Stunden vor dem Feld erwartet wird,  wird den ganzen Nachmittag für den Durchgangsverkehr gesperrt sein.

Zu ihrer Sicherheit wird den Zuschauern empfohlen, sich mit Mützen oder Hüten vor der Sonne zu schützen, Sonnenschutz zu verwenden, viel Wasser zu trinken und nur leicht zu speisen – und sich bitte nur am Rand der Straße aufzuhalten.  Es ist für alles gesorgt, jetzt müssen sie nur noch kommen, die bunten Blitze.

Meine frisch erwachte Neugier lässt mich die Webseite der ARD entdecken, in der zu meiner Freude und Überraschung nicht nur harte Sportfans bedient werden, sondern auch eher kulinarisch-kulturell angehauchten, unsportlichen  Menschen  wie mir zu interessanten Informationen um die Strecke herum verholfen wird.

Fernrohr.jpg

Gerade war ich so weit, schon mal in unseren Schränken nachzusehen, mit welchen Hilfsmitteln  sich das Ereignis auch aus der luftigen Höhe des Weinbergs von Lisson verfolgen ließe.

Sehhilfen.jpg

Kenner unserer Weinbergsgeographie, die sich die anschließende Verkostung schon einmal mit einem Aufstieg bis auf die obersten Terrassen des Clos du Curé verdient haben, erinnern sich an  den großen Steinhaufen, den höchsten Punkt unseres Berges, von dem aus man einen atemberaubenden Blick über das Tal des Jaur und die parallel dazu verlaufende Landstraße zwischen Mons la Trivalle und Olargues hat – das Ganze gegenüber überragt von der beeindruckenden Silhouette der „Femme Couchée“. 

Herbst-Blick-auf-Olargues.jpg

Welch einmaliger Standort, um aus luftiger Höhe den wackeren Tretern zuzuwinken, ehe sie in der Ferne in der Kurve der „Tour des Ponts“ (so heißt die Umgehungsstraße von Olargues) hinter dem Hügel mit dem berühmten Turm, dem „Tour d’Olargues“,  verschwinden.  Ob man von dort die einzelnen Kämpfer erkennen kann, ist nicht so sicher. Immerhin habe ich in der letzten Woche gelernt, dass offensichtlich die Eltern eines der jungen deutschen Talente in ihrer Jugend auch Peanuts-Fans waren, so wie ich.... das verbindet!

Und dann heute Mittag: patatrass – wie man hier sagt: die neue Dopingenthüllung und der Übertragungsstopp von ARD und ZDFkeine Bilder aus Olargues für Deutschland – wie schade!

Wenn man wie wir seit vielen Jahren in südlichen Gefilden einer körperlich oft sehr anstrengen Arbeit nachgeht (unser Sport findet ja bekanntlich im Weinberg statt, ob mit Rückenspritze, Motorsense oder Hacke, Rebschere  oder  Traubenkisten), ja, der weiß, was es heißt, Höchstleistung bei  sommerlichsten Temperaturen erbringen zu sollen. Hier lernt man, wie in allen südlichen Ländern, das dann möglichst in den frühen Morgenstunden zu erledigen – wer dabei in den heißesten Mittagsstunden gesehen wird, gilt automatisch als verrückt – oder gedopt.

Und da wir, dank der einen Stunde Zeitverschiebung zum Sonnenstand, den wir auf diesem Längengrad immer haben und der zusätzlich verordneten Sommerzeit wissen, dass die Sonne ihren Höchststand, ihr High-Noon, Midi, erst um 14 Uhr erreicht hat, käme wohl niemand auf die Idee, sich in dieser und den folgenden Stunden auf die Piste zu begeben.

Aber vielleicht müssen die armen Kerle gerade deshalb um diese Zeit in der Sonne schwitzen: weil da in südlich-ländlichen Gefilden die anderen ihre Siesta halten, also Zeit haben, den Fernseher anzuschalten und mit kühlem Kopf dem heißen Rennen zuzusehen! Sollte man mal untersuchen.

Jetzt bleibt mir noch eine Frage zu stellen, die ich – da wie schon gesagt, absolut unsportlich – nicht selber zu beantworten weiß: gilt Rotwein, der doch sonst so gesundheitsfördernd und, das wusste schon meine Großmutter, vor allem  blutbildend ist, inzwischen auch als Dopingmittel? – oder ist dieses Symbol des French Paradox beim abendlichen Boxenstopp ein erlaubtes „remontant“, ein Mittel, das einem, (natürlich mit modération also mit Maßen) wieder auf den Sattel hilft? Vielleicht kann das nach der Tour mal jemand untersuchen.

Dann ist in Olargues auch wieder Ruhe eingekehrt  und die Landstraßen sind wieder das Paradies für ältere Radfahrer  in hautengen Trikots und mit futuristischen Kopfbedeckungen, die in den kühlen Morgenstunden den Col (Pass) hinter Roquebrun erklimmen, um sich auf der langen Abfahrt ins Orbtal wie Eddy Merckx oder Jacques Anquetil zu fühlen (das waren doch hoffentlich Radfahrer?....)

Eine Diskussion über Parallelen zwischen Sport/Doping und Wein verschieben wir auf kühlere Jahreszeiten!




par Iris Rutz-Rudel publié dans : Weinrallye commentaires (0)   
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Mardi 10 juillet 2007
weinrallye-200.jpg

Ich starte mit leichter Verspätung, denn wie der Winzerblogger und Initiator dieser ersten Weinrallye schon mitteilte, waren die ersten Beiträge zur soeben aus der Taufe gehobenen Weinrallye, der deutschen Version des Wine blogging Wednesday oder der französischen Vendredis du Vin, schon kurz nach Mitternacht auf der Piste.

Nun, für mich wäre es beinahe ein Fehlstart geworden. Inselweine sind in Frankreich eher selten. ( Inzwischen weiß ich dank Mario Scheuermann, dass es mehrere Inselweine in der Girondemündung gibt - die Weinrallye bildet). Die Weine der Domaine Courtade von der Insel Porquerolle findet man leichter auf der Prowein in Düsseldorf als bei einem hiesigen Cavistes (französische Weinhändler). Weine von Inseln in Binnenseen sind mir nicht geläufig und dann bleibt eigentlich nur noch Korsika, la Corse, l’Ile de la Beauté, die Insel der Schönheit, mit ihrem recht gespaltenen Verhältnis zum französischen Festland.
Von genau dieser Insel glaubte ich noch eine Flasche köstlichen Muskatweins im Keller zu haben, den ich heute pünktlich zur Weinralley und für die zum Essen eingeladenen Besucher öffnen wollte. Das wären zwei Fliegen mit einer Klappe gewesen, ein frischer Beitrag und ein geteiltes Trinkvergnügen.

Leider gab es die erhoffte Flasche nicht mehr – sie muss einem früheren Anlass zu geteilter Freude zum Opfer gefallen sein – und so wollte ich schon fast enttäuscht aufgeben, wäre mir nicht im letzten Moment und ganz hinten unten im Kellerregal diese etwas verdächtige, staubbedeckte Flasche in die Hände gefallen.

Vin-corse-alt.jpg

Von der Form her fast etwas zu dekorativ, um bei mir gleich Vertrauen zu erwecken, muss es sich um ein Geschenk handeln. Eher die Sorte, die man zwar noch lange gerne als Wasserkaraffe verwendet, über deren Inhalt man aber meist schnell hinweggeht. Aber keine Vorurteile, vielleicht ist dieser Rosé „Viva Corsica“ Mis en bouteille à la propriété, Vin de Corse, Appellation de Corse contrôlée /AOC) von 1999 ja doch etwas mehr Aufmerksamkeit wert.

Immerhin verrät mir das Rückenetikett, dass es sich um einen Wein der Cave Saint Antoine, also einer Winzergenossenschaft, handelt, die sich bei Ghisonaccia befindet. Und diese Kellerei, die 400 ha Weinberge umfasst, hat immerhin auch eine Internetseite, die es sogar in deutscher Fassung gibt, was bei französischen Winzern nicht unbedingt gang und gäbe ist, da sie meist davon überzeugt sind, „die Deutschen“ verstünden eh alle genug Englisch, um auf diese Marketinganstrengung verzichten zu können.

Der Korken war wohl nicht für eine so lange Verschlusszeit gedacht – eher kurz und klein und aus einer Art Pressspänen zusammengeklebt, verschließt er zwar noch dicht, fühlt sich dann aber doch verdächtig krümelig an.


Glas-ros---Corse.jpg

Immerhin ist die Farbe für einen Rosé sogar recht kräftig, der optische Aspekt noch klar. Leichte Fruchtaromen steigen noch aus dem Glas in die Nase und im Geschmack verteidigt sich dieser Wein mit seinen 12,5° noch recht gut. Natürlich fehlt es ihm nach so langer Lagerung (immerhin fast 8 Jahre) an fruchtiger Frische, aber zu einem Barbecue kann man ihn durchaus noch trinken.

Die Rebsorte heißt übrigens  Sciaccarellu und ist eine korsische Spezialität, die aufgrund ihrer geringen Farbintensität gerne für Roséweine verwendet wird.


Vin-Corse-Flasche-Glas.jpg

Und die Flasche mit dem korsischen Kopf im Relief, die laut Webseite tatsächlich als Karaffe vorgesehen ist, wird sicher bei den Gästen heute Abend einen Liebhaber finden, bei dem sie noch lange für Wasser oder losen Wein ihren Dienst tun wird.

125px-Flag-of-Corsica.svg.png





Im Verlauf des weiteren Abends wird es übrigens noch ein  paar andere „Inselweine“ geben, die aber vielleicht keine Gnade vor dem Herrn des Reglements gefunden hätten. Ich habe einen Rolle und eine Cuvée Terrasses von Château Coujan vorgesehen, die ja bekanntlich aus den Überresten einer alten Koralleninsel (Ile de Corail)  aus dem Helvetischen Meer des Jura  wachsen...


par Iris Rutz-Rudel publié dans : Weinrallye commentaires (0)   
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Jeudi 14 juin 2007


Überall in Frankreichs Weinbergen, sind die Winzer emsig zugange, um mit dem diesjährigen atemberaubenden Forschritt der Vegetation Schritt zu halten und um mit all den Problemen fertig zu werden, die das kapriziöse Wetter dieses Jahr mit sich bringt.

Die einen litten schon unter Hagel, die anderen unter dem Wind, wieder andere müssen schon mit dem le falschen Mehltau, kämpfen, die glücklicheren noch nur auf den , Blättern, andere leider schon auf den winzigen Beeren.
Von der Champagne, über die Mitte Frankreichs (mit einem Abstecher in die Schweiz), über Bordeaux und bis hinunter in den Süden, können Sie diese Aktivitäten.verfolgen

Und in Lisson sind wir ebenfalls emsig auf dem Hügel zugange, wenn das Wetter es zuläßt. Wir hatten bisher Glück, keinen Hagel zu erleben . Die Schäden durch Sturm von vor 2 bis drei Wochen, die Rebreiser abbrachen, waren ärgerlich. Wenn man gerade nur 6 Triebe pro Stock übrig gelassen hat und der Wind davon zwei abknickt ... ; Die Triebspitzen, die vom Wind gegen die Drahtspannung in den kleinen Terrassen gerieben wurden, haben sich schon wieder erholt. Alles wächst bisher gesund und die kleinen Regengüsse, die seit Mai einmal die Woche fallen, haben alles ergrünen lassen. Dabei wächst aber auch das Unkraut auf den Flächen, die wir als erste mit der Motorsense getrimmt haben

Klaus-debroussaille.jpg
Klaus ist fast mit dem Sensen der Terrassen fertig, aber er wird wohl noch vor der Weinernte noch einmal in die Arena des Clos des Cèdres hinauf müssen... Ich bin weiter mit dem Ausdünnen und dem Entfernen der Geiztriebe beschäftigt, die Rebsorten sind unterschiedlich: bestimmte Klone des Pinot und der Merlot haben am meisten Seitentriebe.

Gestern habe ich meinen Fotoaparat mitgenommen, um Ihnen die unterschiedlichen Stadien bei der Bildung der kleinen Trauben der verschiedenen Rebsorten, die wir kultivieren, zu zeigen.

pinot-juin07.jpg                 pinot2-juin07.jpg
           












                                                                      Pinot Noir

Für den Pinot (Spätburgunger) haben wir bei der Pflanzung unterschiedliche Klone gewählt, die nach ihrer Fähigkeit, Qualitative Eigenschaften der Rebsorte zum Ausdruck zu bringen, ausgewählt worden waren. Sie sind in Bezug auf Frühreife und Wuchskraft und damit auch Ertragsmenge durchaus noch unterschiedlich.

Mourvedre-juin07.jpg   merlot-juin07.jpg
Mourvèdre                                                                                 Merlot

Ich zeige Ihnen die Rebsorten in der Reihenfolge meines Rundgangs.

Clos-des-C--dres-juin-07.jpg

Clos des Cèdres: im Vordergrund: Merlot, weiter unten: Mourvèdre


Abstieg durch den Clos du Curé der Pinots

Terrasse-Pinot-juin07.jpg

Clos du Curé: Pinot Noir

souche-pinot-juin07.jpg

Rebstock Pinot Noir


und die Cabernets der Échelles - Leitern anschließend, wo ich Klaus und seine Höllenmaschine getroffen habe.



Les Echelles de Lisson

Klaus-a-chaud.jpg

heiß unterm Helm!

Cabernets-Sauvignon-juin07.jpg        cabernet-Franc-juin07.jpg
Cabernet Sauvignon                                


















Cabernet Franc





Chenin-juin07.jpg


Chenin

Selbst Lola, schon größer als auf den Weinbergfotos des letzten Jahres, brauchte eine Pause im Schatten

la-pause.jpg

Lola-a-chaud.jpg    


   Iris-a-chaud.jpg

wir ließen unsere Zungen um die Wette heraushängen ...  





(Sie dürfen raten, wer Sieger wurde!)


par Iris Rutz-Rudel publié dans : Arbeit im Weinberg commentaires (0)   
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Kellerprobe


 

 

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