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Les Knödels

Les knödels débarquent
sur la blogosphère
Die Knödel erobern
die Blogosphäre

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A l'est du Rhin:
Bretzel & Café Crème  Flo
Cueillir les Étoiles  Laure
Desperate Hausfrau Schatz
Les Joues Roses La Grenouille
Marmite d'un p'tit point Clairechen
Tambouille & Délices Sonia
Tambouille et Gourmandise  Frédée
Tambouille & Pistouille Ellie
Tomaten Quiche Marion
Viaggiodinozze Jeanne
Wie Gott in Deutschland Véronique

A l'ouest du Rhin:
A Moveable Feast  Ulla
Bolli's Kitchen  Katia
Lisson: journal
d'une vigneronne
Iris
Weingut - Lisson:
ein Winzertagebuch
Iris


 

soll Ihnen die Gelegenheit geben, rund ums Jahr an den aktuellen Arbeiten auf unserem kleinen Gut in Südfrankreich teilzunehmen. Unsere Webseite stellt uns zwar bereits in drei Sprachen vor, aber wie viele Webseiten, ist sie eher statisch aufgebaut. Ein Blog  (es gibt ihn schon in Französisch: hier) erlaubt hingegen, viel spontaner, aktueller und auch weitläufiger über das, was wir tun, was uns bewegt und wofür wir uns sonst noch interessieren, zu schreiben.
Begleiten Sie mich also auf dem Weg durchs Winzerjahr. Hinterlassen Sie Ihre Kommentare oder stellen Ihre Fragen, damit aus diesem Blog ein lebendiges Kommunikationsmittel wird.

Ihre Iris Rutz-Rudel

Samedi 6 octobre 2007
"Was tut der Winzer eigentlich nach der Weinernte?" fragt und erklärt Bernard Fiedler in seinem letzten Blogartikel.

Nun, das kommt drauf an, zu welcher Kathegorie er zählt.  Bernard gibt da einige Hinweise auf  die Möglichkeiten der "additiven Oenologie", die man sich mal langsam auf der Zunge zergehen lassen sollte (oder vielleicht bessser doch nicht?).

Einen kleinen Vorgeschmack darauf hatte ich hier auch schon einmal unter dem Titel "Was ist daran noch natürlich?" gegeben.

Jetzt habe ich eine schöne bildliche Illustration auf einer meiner Lieblingsblogseiten gefunden.

Bertrand Celce, bekannt durch seine so hervorragend illustrierten Winzerbesuche in ganz Europa (Sie erinnern sich vielleicht  an den Moonshine-Wodka...), hat es diesmal in ein Fachgeschäft für Winzerbedarf verschlagen - irgendwo in Frankreich - aber sicher auch in allen anderen  weinproduzierenden Ländern so zu finden.

Damit das Verständnis nicht an der Sprache (er veröffentlich in Englisch) scheitert, habe ich mir seine Erlaubnis eingeholt, den Artikel zu übersetzen - für  Nicht-Anglophoniker folgt hier also der Text seines Artikels in deutscher Übersetzung.

"Irgendwo in Frankreich ...
Es ist Erntezeit und damit auch wieder die Hochsaison für die Biotech-Labore und die Chemiekonzerne, die hinter der ständig wachsenden Zahl von Produkten stehen, die inzwischen den Winzern, sowohl in der alten als auch der neuen Welt zur Verfügung stehen......Während ein Großteil dieser Geschäfte diskret über Post oder Internet abgewickelt werden, gibt es auch ein paar reale Läden, in denen Önologen und Winzer einkaufen können und auch in letzter Minute noch Hefen, Enzyme oder z.B. Taninpulver erwerben können. Willkommen in der realen (aber versteckten) Welt des modernen Weins.
Sie haben vielleicht bemerkt, dass die Weingüter und Winzer die auf Wineterroirs vorgestellt werden, oft diejenigen sind, die keine biotechnischen Produkte benutzen und in dieser Hinsicht eher in die „natürliche“ oder „echte“ Weine Kategorie fallen, was bedeutet, dass ihre Weine ohne irgendeins der zahlreichen chemischen Produkte entstehen, die die Speziallabore seit 10 oder 20 Jahren auf den Markt geworfen haben.  Trotzdem sollte man natürlich offen bleiben und alle Arten von Wein probieren und genießen, auch die, die mit modernen Weinzusätzen produziert wurden, aber es wäre doch nur fair, wenn die Verbraucher ein wenig mehr darüber erführen, was dieser Wein alles mitbekommen hat. Aber können Sie sich wirklich vorstellen, dass diese „modernen Weingüter“ in ihren wunderschönen Verkostungsräumen über all die magischen chemischen Zusätze kommunizieren würden, mit denen sie ihren Wein vollgestopft haben?  Das wäre in der Tat nicht sehr romantisch und noch verbindet man ja eine mystische Reinheit mit der Aura des Weins, es gibt starke Hemmungen auf allen Seiten, inklusive der Weinmedien und Weinschreiber, das Thema zu stark zu vertiefen.
Nicht dass ich hier den Spielverderber machen wollte, aber hier folgt zur Abwechslung einmal ein kurzer Blick in einen Laden für Zusatzstoffe, was eine sehr gesunde Erfahrung sein kann und uns hilft, mehr über unsere Weine nachzudenken und die richtigen Fragen zu stellen.

Bild: Die Hefe-Gondel

Der Laden, der in diesem Artikel vorgestellt wird, verkauft traditionelles Gerät für Weingüter, wie Pumpen, Handschuhe, Thermometer, Plastikbehälter und Traubenrechen, um nur ein paar davon zu nennen, aber die Gondeln und Regale mit den Weinzusätzen sind wohl am interessantesten, weil diese Abteilung in den letzten Jahren größenmäßig geradezu explodiert ist. Sie finden hier viele verschiedene Sorten von industriell hergestellten Hefen, von denen jede dem zukünftigen Wein ein spezielles Aroma vermittelt, Sie finden Taninpulver, das man dem Wein wie Mehl bei rühren kann oder die Enzyme, Nährstoffe, das Gummi Arabikum, das die Weine abrunden soll und noch jede Menge chemischer Wundermittel....Tafeln oben an den Regalen helfen dem Winzer, seine Wahl zu treffen, indem sie die Eigenheiten der verschiedenen Hefen angeben, die nach Weinsorten wie "Sauvignon", "andere Weissweine" "Universalhefen", "Rosés", "Primeur-Weine", "leichte Rotweine" and "schwere [starke] Rotweine" unterteilt sind.

Bild: Hefe-Packungen mit ins Auge fallenden Fruchtabbildungen, um die Aromen zu illustrieren

Durch einen solchen Laden zu laufen, sollte für jeden Weinliebhaber, der mehr über den Wein lernen möchte,  einmal im Leben zur Pflicht gehören. Kritiker und Sommeliers sollten auch ihre Stimme erheben und eine Lobby für mehr Transparenz über die Verwendung von Zusatzstoffen durch Weinbetriebe bilden.  Denn es handelt sich hier um eine verborgene Seite der kommerziellen Weinbetriebe, die großzügig davon Gebrauch machen, gerne im Schatten halten würden. Das hier benutzte Adjektiv (kommerziell) ist nicht perfekt und könnte leicht missverständlich sein, wenn es so verstanden würde, als ob Naturwein-Winzer  (oder Echtwein-Winzer, nennen Sie es wie Sie wollen) ihre Weine nicht verkaufen müssten, aber das Wort „kommerziell“ illustriert doch sehr gut die Philosophie hinter dem systematischen Gebraucht von Zusatzstoffen: ein vorhersagbares, risikofreies, formatiertes Produkt zu machen, dass man zum genau richtigen Zeitpunkt auf dem Markt platziert und das in großen Mengen.  Während auf der Seite der Weinbereitung oft intensiv Gebrauch von diesen Techniken gemacht wird, motiviert von einer Kultur der Effizienz und des Profits, wird der Verbraucher auf der Kommunikationsseite mit einer  anderen  Geschichte unterhalten, in der „Übermittlung“, „Tradition“, „Erbe“ und „Terroir“ in den Vordergrund gestellt werden....

Bild: Ein-Kilo-Beutel mit Taninpulver

Die Biotech-Firmen, die diese Produkte herstellen, sind dem Weintrinker nicht unbedingt alle bekannt, und während ich einige schon in meinem Artikel über Zusatzstoffe vom November 2006 , wie Laffort Oenologie erwähnt habe, sind mir andere neu, wie Littorale Oenologie  (Link zur deutschsprachigen Seite) (das kürzlich von der holländischen Gruppe DSM übernommen wurde), Martin Vialatte Oenologie, Lamothe Abiet Pinosa und Anchor Biotechnologies. Die französische Biotech-Firma Lamothe Abiet Pinosa hat sogar einen verkaufsträchtigen Namen für seine Taninpulver-Produkte gefunden (siehe Bild oben)...:-)
Kleine Erläuterung: dieser Beutel Gallo Tanin B besteht aus Kastanienbaumgerbstoffen, denen man nachsagt, dass sie die Klärung von Weiss- und Roséweinen verbessert.
Dem Kleingedruckten nach soll man eine Dosis von 5 bis 15 Gramm pro Hektoliter mit heißem Wasser vermischen (40°C), bevor man die Mischung während des Umpumpens in den Wein gießt. Die Gebrauchsanweisung empfiehlt auch, den Injektionsdosierer der gleichen Firma dabei zu benutzen.... Ich war von den niedrigen Preisen dieser Produkte überrascht, das 1 Kilo Gerbstoff Paket kostet nur ungefähr 7,50 Euro inkl. Steuern, die Hefepakete um 20 Euro. Es ist also nicht erstaunlich, dass Winzer in Versuchung kommen, diese Mittel zu verwenden... "

Na dann Prost und wohl bekomm's!



par Iris Rutz-Rudel publié dans : gelesen oder gehört commentaires (1)   
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Samedi 6 octobre 2007
Für die Freunde von naturbelassenen Weinen aus Frankreich ist jetzt ein neuer Wein- und Winzerführer erschienen "Vins, vignobles et vignerons" (Wein, Weinberge und Winzer),  der quer durch Frankreich 950 Winzer vorstellt, die es sich zum Prinzip gemacht haben, Umwelt und Böden im Weinberg, aber auch die natürliche Qualität der Trauben im Keller, bei Weinbereitung und Ausbau, zu respektieren.

Viele darunter haben ein offizielles Biolabel oder auch die Biodynamie gewählt,  die anderen folgen den Prinzipien aus freien Stücken.



Man kann den Weinführer direkt beim Verlag Ellébore bestellen (25 Euro).

guide-Ellebore-verso.jpg
Hier der Versuch einer Übersetzung des Klappentextes:

Guide Ellébore

- Sehr ausführliche Datenblätter, auf denen die Güter beschrieben werden
- ein Kommentar über jedes Gut und seine technischen Charakteristika: Rebsorten, Anbaumethoden, Weinbereitung.
- eine Liste der Weine und der Bezugsmöglichkeiten beim Winzer oder bei Fachhändlern.
- eine Auswahl von Winzern, die biologische oder biodynamische Anbaumethoden einsetzen.
- das beste Preis/Leistungsverhältnis in jedem Anbaugebiet.
- eine Auswahl ausländischer Winzer.
Die Globalisierung hat auch den Weinbau erreicht, wie viele andere Gebiete. In der Praxis haben wir es mit einer Weinbau mit zwei Geschwindigkeiten zu tun: der eine ist die Domaine der großen Investorengruppen, die sich in Australien, Chile, in Argentinien niederlassen – wo die Kosten geringer sind und effiziente technische Methoden es erlauben, Weine von ständig gleichbleibender Qualität aber ohne Persönlichkeit zu produzieren – und die andere, die von Winzern in der Nachbarschaft praktiziert wird, die sich um ihr Terroir kümmern, eine sorgfältige Weinbereitung betreiben, die Qualitätsweine mit einer echten Persönlichkeit hervorbringt. Zwischen diesen beiden Polen gibt es keinen Mittelweg!
Wir haben die letzteren ausgewählt: sie stellen nur einen ganz geringen Prozentsatz dar, sind fast ausschließlich dem biologischen oder biodynamischen Anbau verpflichtet und schließen sich in professionellen Vereinigungen zusammen, um ihre Konzepte zu verteidigen. Sie gehen Risiken ein, indem sie untypische Weine oder solche ohne Schwefelzusatz machen. Sie verhelfen uns zu einem Anteil am Glück. Wenn Sie sie treffen, reden sie von der Authentizität ihrer Weine in der Sprache des Herzens. Vom bescheidensten Landwein, der Sie mit seiner Ehrlichkeit beglückt, bis zu den Grands Crus, die unvergessliche Erinnerungen bleiben, hoffen wir, dass Sie durch uns die Terroirs entdecken, die Appellationen und wir Sie anregen, diese Weine zu probieren. Eine begeisternde Entdeckungsreise, die man jedes Jahr wieder neu  beginnen kann.

Natürlich findet man auch einen Eintrag über Lisson (S.22, direkt hinter Didier Baral).

Zu meiner Verwunderung fand ich unser Gut im Inhaltsverzeichnis als Vin de Pays (Landwein) unter der Rubrik Languedoc: Faugères aufgeführt, was zeigt, dass selbst ein solcher Führer noch Schwierigkeiten hat, ein Gut, das für sich nur die Bezeichnung "Vin de (très bonne) Table" beansprucht, weil es außerhalb der offiziell klassifizierten Lagen (nördlich von Saint Chinian) liegt und mit seinen für die Gegend ungewöhnlichen Rebsorten und Steilhanglagen auch nicht in die Standartnormen der Anbauschemata der Appellationen paßt, richtig einzuordnen.

Es sind eben "Vins sauvages" - wilde Weine...


par Iris Rutz-Rudel publié dans : gelesen oder gehört commentaires (0)   
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Jeudi 27 septembre 2007
Vielleicht ist es eine gute Idee, nach und nach die Entstehung der Namen der verschiedenen Lagen, die das Mosaik unseres Weinbergs bilden, zu erzählen. Die Parzellen des Clos du Curé, ganz oben auf unserem Weinberg, gehörten zu Beginn des vorigen Jahrhunderts tatsächlich einem Curé, also einem Pfarrer, dem von Saint Etienne d'Albagnan, einem kleinen Dorf hinter Olargues im Tal des Jaur.

Er baute dort seinen Messwein an, oder genauer gesagt: er lies ihn anbauen, von Joséphine, seiner Haushälterin. Sie war ein Mädchen aus den Bergen, die sich um den Haushalt der Pfarrei kümmerte, einige Ziegen hütete, um Milch und Käse zu haben und zusätzlich noch den beschwerlichen Weg auf den Hügel von Lisson nahm, um dort die Rebstöcke zu bearbeiten.


War das vielleicht Joséphine mit ihren Ziegen?

Sie schlug den kleinen Pfad ein, der hinter dem Mazet (kleine Steinhütte) abbiegt und von Kalksteinterrasse zu Kalksteinterrasse ansteigt, wo es so gut nach Thymian und wildem Lavendel riecht. Sie überquerte den Wall aus Trockensteinen, der von den Anstrengungen beim Roden zeugt und von Buchsbaum gesäumt ist und kam schließlich ganz oben an. Von dort schweift der Blick über Olargues mit seinem mittelalterlichen Turm und auf der anderen Seite des Tales das Felsrelief der Femme Couchée, an dessen Flanke die romanische Kirche der Prieuré de Saint Julien d’Olargues liegt. Dort oben hört man beide Kirchtürme läuten - immer mit etwas Abstand, zuerst die Glocken von Olargues und 5 Minuten später die von Saint Julien.

Bewohnerin von Olargues auf einem Foto von 1890, die ihren Wasserkrug auf einer cabillade - einer gepolsterten Kopfbedeckung - trägt - mit der " Haltung einer Königin"

Nach dem Tod des Curés erbt zunächst sein Bruder Marius seinen Besitz, der anschließend auf dessen Sohn Antoine Tarbouriech übergeht, der nicht nur die Weinberge, sondern auch das Haus und die Haushälterin erbt. Die Parzellen oben auf dem Berg werden aufgegeben, als Joséphine nach einem Beinbruch den Pfand nicht mehr erklimmen kann. Das Land verwildert und nach und nach wird alles wieder von Grüneichen zurückerobert. Vor 20 Jahren waren wir sehr erfreut, als Antoine sich einverstanden erklärte, uns diese Terrassen zu verkaufen. "Da, wo ich hingehe, kann ich sie nicht in den Taschen mitnehmen" sagte er uns.

Im Dorf galt er als Original. Unauffällig und schüchtern bewegte er sich durch das Dorf, wenn er mit seinem Krug zur öffentlichen Quelle der Trois Fontaines ging, um sein tägliches Wasser zu holen - er fand es dort so viel besser und natürlicher als das aus der Wasserleitung im Haus. « Ras Muraille » - der die Mauern entlangschleicht - nannten sie ihn im Dorf - immer mit einem alten Strohhut auf dem Kopf, sah man ihn manchmal auch in seiner alten, graublauen Wellblechkastenente.
Er bearbeite bis zu seinem Tod noch die kleine Parzelle Wein am Ufer des Jaur, hackte jedes Jahr rund um seine alten Rebstöcke die Erde auf, um ein paar Schaufeln Mist einzuarbeiten, bedeckte die Ringe im Frühjahr wieder mit Erde, arbeitete alleine bei der Weinernte. Und jedes Jahr fanden wir einen handgeschriebenen Zettel in unserem Briefkasten im Dorf, wenn er Hilfe für die letzte Anstrengung an der Hebelstange der alten Korbpresse brauchte, um den Pressvorgang zuende zu führen. Um uns zu danken brachte er mir im Frühling ein Bund duftender Hyazynthen aus seinem Garten, mit Bast umwickelt, oder eine ganze Wagenladung Blumenkohl, von dem ich einmal gesagt hatte, dass ich ihn besonders liebe.

Dann erzählte er manchmal aus seiner Zeit als Zwangsarbeiter in Deutschland, wo er aufgrund seiner Herkunft aus einer Weingegend als Arbeiter für eine große Weinhandelsgesellschaft in Bremen in deren Lagerkellern eingesetzt worden war. Ein paar Worte Deutsch waren ihm geblieben, wie vielen alten Männern aus der Gegend hier, von denen einige es schlechter getroffen hatten als Antoine....

Er wird in unserer Erinnerung weiterleben, er und seine Geschichten von Mademoiselle Clavel, der « armen Joséphine », die das kommende Wetter aus den Wolken vorhersagen konnte.

Der Clos du Curé, von uns gerodet und mit Pinot Noir bepflanzt, trägt wieder Wein und der erste Jahrgang 1996 trug den Namen Antoine Tarbouriech, der vor einigen Jahren verstorben ist und natürlich wurde der Jahrgang 1998 Joséphine Clavel gewidmet.




Die Fotos stammen aus dem Buch: Vivre en Pays d'Olargues de 1870 à 1940, herausgegeben von Robert Guiraud und veröffentlicht von der Société Archéologique et Historique des Hauts Cantons de l'Hérault, 1986.


par Iris Rutz-Rudel publié dans : weingut-lisson commentaires (1)   
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Samedi 22 septembre 2007


Die Weinernte ist beendet
- unsere Rücken und Muskeln haben sich langsam erholt. Nur Klaus trainiert noch seinen Bizeps beim täglichen Stampfen des Tresterhuts. So nennt man die Mischung aus Rappen, Häuten und Kernen, die von der Kraft der Gärgase nach oben zu einem Stopfen oder "Hut" verdichtet werden und die es regelmäßig wieder in Kontakt zum flüssigen Teil der Maische zu bringen gilt.

Die bereits kühlen Nächte erlauben weiter ganz traditionell mit unserem "No Watt" System zu arbeiten, da die niedrigeren Nachttemperaturen ein Überhitzen der Maische in den Edelstahltanks auf natürliche Weise verhindern.

Die letzten Blüten sprenkeln den Wegrand mit ihren Farben - blau, gelb, zart lila, heben sie sich vor dem varientenreichen Brauntönen des bereits gefallenen Laubs und vom Schieferboden ab.


Blumen.jpg

Diejenigen, die schon ihren Zyklus beendet haben, fallen weniger ins Auge. Aber wenn man sie von nahem betrachtet, enthüllen sie eine andere Art von Schönheit in den geometrischen, verschlungenen Mustern der vielfältigen Formen ihrer Samen, die ihr Fortleben und neue Blütenpracht im nächsten Frühjahr garantieren. Wilde Karotten, Cyste de Montpellier, Ginster und zahlreiche kleine lila Blütenträger, deren Namen mir nicht bekannt sind ...

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Die nächste Ernte, die ansteht: Kastanien und Maronen, wird gut werden. In diesem Jahr habe ich ihre Entwicklung von den ersten diskreten Blüten mit ihrem alles betäubenden speziellen Duft über die winzigen Fruchtembrionen bis hin zu den Stachelkapseln, die sich langsam öffnen, um ihre Früchte bald fallen zu lassen, verfolgt.

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Feigen, saftig frisch oder bereits halb am Baum getrocknet, voller Aroma, die letzten Brombeeren, natürlich Weintrauben, Sorben, die birnenförmigen Früchte des Speierlings , die sich in diesem Jahr rar machen, Oliven, die man jetzt einlegen kann, die bei uns aber erst im Dezember reif für die Gewinnung von Olivenöl geerntet werden, Chilischoten, die in Ketten trocknen und Granatäpfel, die aufgeplatz ein willkommener Leckerbissen für unsere Vögel sind - die Natur zeigt sich noch einmal von ihrer großzügigen Seite in diesem Herbst.


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fruits-d-automne-2.jpg

Es fehlen bisher nur die Pilze in dieser Aufzählung, für sie war es bisher noch zu trocken, aber wer weiß, vielleicht wird schon der nächste Regen sie wieder so zahlreich wie letztes Jahr aus dem Boden locken... der Herbst hat ja gerade erst begonnen.

par Iris Rutz-Rudel publié dans : Allgemeines commentaires (0)   
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Mardi 18 septembre 2007

Die letzten Erntetage in Lisson schon am 15. und 16. September: das gab es noch nie! Normalerweise müssen wir auf die Vollreife der letzten Rebsorte, des Mourvèdre, mindestens bis Ende des Monats warten, manchmal ernten wir ihn auch erst im Oktober. Aber in diesem Jahr, in dem alles früh ausgeschlagen hatte, haben das schöne, sonnige Wetter der letzten Wochen und ein Modellsommer - ohne viel Niederschläge aber mit genügend frischen Nächten, die dieser Rebsorte, von der man in ihrer Heimat Bandol sagt, sie "muss das Meer sehen", den Hitzestress ersparten, uns eine hervorragende Reife beschert, mit perfekt gesunden Trauben (und das nach nur einer Spritzung mit Kupfelkalk und Bio-Schwefel im Juli!).


pepin-mur-et-pas-mur.jpg

Die Kerne waren schön reif und knackig, wie der rechts auf dem Foto - und der Traubensaft voller Zucker mit genau dem Säureanteil, den es braucht, um eine ausgewogene Maische zu erhalten. 

pesage-Pinot.jpg

Und so zogen die Rebscheren ein letztes Mal aus, um ihren Marsch durch den Weinberg zu absolvieren.


enmarche.jpg

Natürlich marschierten sie nicht von alleine, sondern geschickt geführt von den Händen unserer Helferfreunde  - jeder von ihnen inzwischen schon vertraut mit den Besonderheiten und Schwierigkeiten des Geländes: man braucht einen sicheren Schritt in der Arena des  Cirque des Cèdres, um auf dem Schieferabhang nicht wegzurutschen und man muss seinen Eimer gut am Fuss der Rebstöcke  verkeilen, wenn man die Trauben nicht noch einmal bergab aufsammeln will.

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Anja und Heiner gehören schon zu den alten Füchsen bei dieser Aufgabe und helfen uns erneut treu in dem Gelände, das Ausdauer und Behändigkeit erfordert.


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Neben dem sicheren Tritt braucht man aber auch kräftige Arme, um die Trauben mit vollem Eimer oder Kiste bis zum Rampi-Car, unserem Raupenfahrzeug - zu bringen, das wie immer meisterlich von Klaus durch das zerklüftete  Gelände manövriert wird, bis hinunter zum Haus. 


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Winzer und Helfer sind glücklich, festzustellen, dass die beträchtlichen Anstrengungen, die wir in die Errichtung der neuen zusätzlichen Elektro-Zäune und ihre Pflege investiert haben, bereits ihre ersten Früchte tragen. Wir ernten schöne, unversehrte Trauben - die beiden anderen Sorten des Geländes, petit Verdot und Merlot, gären bereits in mit den Cabernets zusammen im Tank für die Cuvée der "Echelles de Lisson" und beim Mourvèdre wurden lediglich einige Randstöcke von Vögeln kahlgefressen und von einer grünen Eidechse, die vor unseren Augen schnell das Weite sucht.  Ein paar Löcher in den Beeren zeigen, dass auch die Bienen sich in den letzten Tagen gerne am Zucker der Trauben gütlich tun.

Am nächsten Tag  mache ich schon früh am Morgen alleine  im Weinfeld hinter dem Haus, das ebenfalls mit Mourvèdre bepflanzt ist, weiter. Das Wetter ist herrlich, es wird noch einmal ein heißer, sonniger Tag, aber der Wetterbericht warnt uns vor am Montag aufziehenden Gewitterfronten mit viel Regen und vielleicht auch Hagelschlag.

Zwei Überraschungshelfer gesellen sich am frühen Nachmittag zu uns: Jane und Dave (der von den guten Fotos von der Feuersbrunst , von der ich berichtet habe). Es ist die erste Weinernte ihres Lebens, also eine echte Weinbergtaufe


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Sie erledigen die neue Aufgabe mit viel Einsatz und Sorgfalt - gut geschütz im Schatten ihrer Sonnenhüte.


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Am Ende des Tages türmen sich die vollen Kisten im Keller. Zum ersten Mal seit langer Zeit können wir den schönen 10 hl Edelstahltank füllen. Nach einer letzten Anstrengung mit dem Holzstampfer und für mich noch einer Wadenübung mit der kleinen Trittleiter als "Stepper", auf die ich mit jeder Ladung, die bis zur Öffnung des Tanks hochgestemmt werden muss, steige, damit ich auf gleicher Höhe mit Klaus ausgestreckten Armen bin, ist es endlich geschafft: die Ernte ist eingefahren!




Der Kreis der Rebscheren schließt sich. Das Unwetter kann kommen: wir werden ruhig schlafen!




par Iris Rutz-Rudel publié dans : Arbeit im Weinberg commentaires (1)   
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