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Les Knödels

Les knödels débarquent
sur la blogosphère
Die Knödel erobern
die Blogosphäre

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Tambouille & Pistouille Ellie
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A l'ouest du Rhin:
A Moveable Feast  Ulla
Bolli's Kitchen  Katia
Lisson: journal
d'une vigneronne
Iris
Weingut - Lisson:
ein Winzertagebuch
Iris


 

soll Ihnen die Gelegenheit geben, rund ums Jahr an den aktuellen Arbeiten auf unserem kleinen Gut in Südfrankreich teilzunehmen. Unsere Webseite stellt uns zwar bereits in drei Sprachen vor, aber wie viele Webseiten, ist sie eher statisch aufgebaut. Ein Blog  (es gibt ihn schon in Französisch: hier) erlaubt hingegen, viel spontaner, aktueller und auch weitläufiger über das, was wir tun, was uns bewegt und wofür wir uns sonst noch interessieren, zu schreiben.
Begleiten Sie mich also auf dem Weg durchs Winzerjahr. Hinterlassen Sie Ihre Kommentare oder stellen Ihre Fragen, damit aus diesem Blog ein lebendiges Kommunikationsmittel wird.

Ihre Iris Rutz-Rudel

Lundi 7 avril 2008



Die kleine Knospe aus dem letzten Artikel hat sich in 4 Tagen weiterentwickelt


par Iris Rutz-Rudel publié dans : Arbeit im Weinberg commentaires (1)   
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Mercredi 2 avril 2008
Nach der stürmischen Tagen Ende März  kündet sich der April nun wieder saisongerechter an und es macht wieder mehr Spaß, im Weinberg zu arbeiten. Nach der Mandelblüte Ende Februar, den Pfirsischen im März, sind es nun Quitten und Reineclauden, die ihre Blütenpracht entfalten.


Alles sprießt mit Macht, der Weinberg wird zum Gemüsegarten, denn neben dem wilden Lauch, der schon lange dort wächst, den vielen Salatrosetten, zeigen sich auch seit einiger Zeit die zarten Köpfe des wilden Spargels auf den Oliventerrassen.

 


Auch die Reben erwachen aus ihrer Winterruhe, immer noch fließen die Tränen, aber da die Sonne lacht, entfalten die ersten, frühen Rebsorten nach und nach ihre Knospen, wie der Cot (auch Malbec genannt) auf dem Bild von heute Nachmittag.


Die Bienen und Hummeln freuen sich über die ersten Blüten, der Winzer freut sich ebenfalls, auch wenn er sieht, dass auch in diesem Jahr wieder der Wettlauf mit den Jahreszeiten ihm eine gute Kondition abverlangen wird.

Nach dem Ende des Winterschnitts muss die Drahverspannung für die im Cordon de Royat geführten Rebsorten kontrolliert und zum Teil wieder nachgespannt werden, neben den wilden Salaten, die seinen Speiseplan bereichern, wachsen auch alle anderen Gräser und Kräuter mit Macht, bald wird es also Zeit, wieder mit dem Mähen zu beginnen, damit die ersten Triebe nicht im Gras ersticken.... die Elektrozäune müssen freigemäht werden, damit die Wildschweine gar nicht erst auf die Idee kommen, in die Parzellen einzudringen, bei Windstille müssen noch an gut gesicherten Stellen die alten Rebreiser vom Winterschnitt verbrannt werden, Holzpflöcke sind zu ersetzen - und die Liste läßt sich beliebig verlängern.

Gleichzeitig reift ja die Ernte des vorigen Jahres im Keller, wenn die Temperatur auch dort ein wenig ansteigt, kann die malolaktische Gärung in den Barriques ihre Arbeit wieder aufnehmen, regelmäßige Chromatographien für jedes Fass erlauben es, der Entwicklung zu folgen. (Artikel über die Kellerarbeit kann man in der entsprechenden Rubrik links unter diesem Stichwort nachlesen. Die Analysemethoden  werde ich gerne in einem der folgenden Artikel näher erklären.)

Auch die Entwicklung der flüchtigen Säure in den Weinen wird regelmäßig überwacht, die kalten Tage in der vorigen Woche gaben uns Gelegenheit, einen Labortag einzulegen und kleine Proben aller Weine nach der Destilliermethode
daraufhin zu überprüfen.


Die Ergebnisse waren sehr zufriedenstellend, auch die bisher noch nicht mit den bei uns üblichen minimalen Schwefeldosen geschützten Weine weisen sehr beruhigend niedrige Werte auf.

Und dann wartet ja noch der Wein aus dem Jahrgang 2006 auf die Abfüllung. Überprüfung und Verkostung ergaben, dass er jetzt reif für den Umzug in die Flaschen ist.

Zum Glück lagern die benötigten leeren Flaschen schon im Keller, denn auch in Frankreich gibt es jetzt ein Problem mit dem Nachschub, von dem deutsche Winzerkollegen ja bereits im Herbst berichtet haben.

Die neuen Korken mit unserem Logo und dem Jahrgangsstempel 2006 müssen noch rechtzeitig bestellt werden, dann kann auch diese, immer sehr befriedigende Arbeit in Angriff genommen werden.

Vielleicht sollten wir in diesem Jahr, das uns ja noch das Layout für den neuen Warnhinweis beschehrt hat, auch über einen Hinweis auf all das, was nicht in unserem Wein ist nachdenken. Da die Liste, folgten wir den Analyseergebnissen der Inhaltsstoffe der üblichen Weine


Zum Vergrößern in das Bild klicken


Vergleichende Liste der PAN Ergebnisse, die ja ausgiebig auch in der deutschen Presse und in der Blogwelt
diskutiert wurden, in der zweiten und dritten Spalte Ergebnisse älterer Studien aus Frankreich, die zwischen 2000 und 2003 durchgeführt wurden und 2298 Weine betrafen. IFV ist das Institut Francais de la Vigne et du Vin die Tabelle wurde zusammengestellt, um zu argumentieren, das Problem der Pestizidrückstände sei ja schon lange bekannt, und im übrigen seien die in der PAN Studie gemessenen Werte ja auch schon viel niedriger, als die "alten"....

Jeden Franzosen erinnert das natürlich an die sehr späte Reaktion der Französischen Behörden zur Gefahr der radioaktiven Cesiumwolken nach dem Reaktorunfall in Tschernobil, wo der Kommentar der Wissenschaftler, die als offizielle Sprecher auftraten, auch ungefähr so klang: "Eine Gefahr besteht nicht, es gibt bei uns keine Radioaktivität  und im übrigen ist sie schon dabei zu sinken..."

Die letzten beiden Spalten enthalten die dem OIV (Office Internatinal du Vin) vorgeschlagenen Grenzwerte für Rückstände im Wein, die es ja offiziell noch nicht gibt. Und die in Frankreich gültigen Grenzwerte für Trauben für die Weinbereitung.

Da unser Weinberg all das noch nie gesehen hat, wäre es wohl einfacher, sich ein Beispiel an Randall Graham von 
Bonny Doon zu nehmen, der als Transparenzbeitra nun alles aufs Rückenetikett schreiben will, was in seiner cleanen Weinbereitung an Zusatzstoffen in den Wein hineinkommt., während amerikanische Behörden noch eher darüber nachdenken, Angaben über den Nährwert, also Zucker und Kalorien, verpflichtend zu machen.

Unsere Message on the bottle ist mit der Angabe des enthaltenen totalen Schwefels (zwischen 12 und 23 mg/L im letzten Jahr) eigentlich schon komplett. Mehr wird außer rei fen, gesundenTrauben nicht zugesetzt - und wie schon gesagt, im Weinberg kommen nur minimale Kupferkalksprühungen (einmal im letzten Jahr)  und ebenfalls Schwefel zum Einsatz - vielleicht noch eine Kräuterspritzung. Den Rest besorgen Nützlinge, eine beschützte Umwelt, ausgeglichenes Rebklima, nicht überdüngte Böden und eine gute Pflege - und natürlich das Wetter:-)








par Iris Rutz-Rudel publié dans : weingut-lisson commentaires (0)   
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Dimanche 30 mars 2008

Eine Hommage auf Alexander Grothendieck, der in diesem Jahr irgendwo in Südfrankreich seinen 80. Geburtstag vielleicht nicht einmal feiert, findet sich in der letzten Ausgabe der Zeit - online auch hier.


Bild: © Erika Ifang aus Die Zeit

Winfried Scharlau, emeritierter Professor für Mathematik an der Universität Münster und Biograph von Alexander Grothendieck widmet ihm unter der Überschrift "In höheren Dimensionen" einen Artikel, der den Lebenslauf dieses 1928 in Berlin geborenen Mannes, der als einer der bedeutendsten Mathematiker des 20. Jahrhunderts gilt, nachvollzieht, bis zum Jahre 1991, in dem er sich vollkommen aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat.

Auch die Zeitreisen des Deutschlandfunks Kultur widmen ihm einen ausführlichen
Artikel Geometrie und Revolte von Agnes Handwerk und bei  Heise erinnert man ebenfalls an das Phantom der Mathematik.

In den Jahren vor seinem vollständigen Rückzug aus der Öffentlichkeit, vor allem  nach 1968, war Grothendieck auch eine führende Figur der Bewegung "Vivre et Survivre", in der sich viele Gründer der internationalen Umweltschutzbewegung,  die  damals erst in den Kinderschuhen steckte, zusammenfanden.

Er lebte in dieser Zeit im Hinterland von Montpellier, am Rande des Larzac, führte ein offenes Haus, engagierte sich für u.a. als Illegale in Frankreich unerwünschte budhistische Mönche, schahrte aufgrund seiner wohl sehr charismatischen Persönlichkeit junge Menschen um sich, zu denen zeitweise auch Claude Rudel gehört. Lisson, heute als Weingut bekannt, ist indirekt auch ein wenig das Ergebnis seines Wirkens in jener Zeit.

Ein "verlorenes" Darlehen von 10.000 FF - eine enorme Summe zu jener Zeit, wenn man nicht zu den Menschen mit einem klassischen Bonitätsprofil bei den Banken gehörte, half den Brüdern Rudel, Weinbauernsöhnen aus einem kleinen Dorf bei Lodève, sich gemeinsam ihr erstes Stück Land zu kaufen.


die Brüder Rudel Ende der 60ger Jahre - Claude ganz rechts neben seinem Vater


Die Lektüre dessen, was Winfried Scharlau über den Artikel in der Zeit hinaus auf seiner Webseite zusammengetragen hat, macht mir diese Anfangszeit wieder lebendig. Die Liste der Mutants, der Menschen, die in Grothendiecks gleichnamiger Meditation ein neues Zeitalter vorwegnehmen, von Hahnemann über Darwin, Râmakrishna, Kropotkine, Steiner, Ghandi, Neill, Tailhard de Chardin, Krishnamurti, klingt vertraut für mich - eine ganze Generation von "Hippies", wie man sie damals hier in der Gegend nannte, wurden von ihren Schriften oder dem, was sie über sie hörten, beeinflußt. Andere kamen hinzu - aber vor allem galt es, seinen eigenen Weg  zu finden.

Lisson hieß dann der Besitz, den Claude Rudel 1976 alleine erwarb - immer noch mit dem Ziel, ein Stück Land wieder urbar zu machen und im Respekt der Umwelt einen Ort zu schaffen, an dem Leben und Arbeit im Einklang stehen können - und so hörte ich Anfang der 80ger Jahre zum ersten Mal den Namen Grothendieck, ohne die Person jemals persönlich kennen zu lernen.
Lisson 1975 - 15 Jahre vor der Kreation des Weinbergs hinterm Haus

Ich wünsche Alexander Grothendieck, dass er einen solchen Ort gefunden hat und danke Winfried Scharlau, dass er an ihn erinnert.

Auch wenn uns die Welt der
Mathematik, für die er so bedeutend ist, eher fern erscheint, der Respekt von Natur und Umwelt gehört zu unserem Leben und unserer täglichen Arbeit...

par Iris Rutz-Rudel publié dans : Strandgut commentaires (2)   
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Dimanche 16 mars 2008
Während  auf der diesjährigen Prowein in Düsseldorf jetzt gerade das Treffen der Weinblogger um  12:00 Uhr im Meininger Weinsalon in der Halle 6, Stand G 70  stattfindet, um das ich alle Teilnehmer beneide, kann ich nur weiter meinen Erinnerungen an vergangene Besuche  nachhängen.

Dazu gehören die interessanten Gespräche mit interessierten Fachbesuchern, denen man die Besonderheiten einer Appellation oder eines Weins erklärt genauso, wie die  Dreiecksübersetzungen bei den Verhandlungen mit Interessenten aus Russland, vor einigen Jahren, die ihre eigenen Dolmetscher dabei hatten, denen man dann aus dem Französischen ins Englische oder Deutsche die erwünschten Auskünfte übersetzte, die dann ins Russische übertragen werden mussten und wieder zurück. Dabei kam man sich manchmal vor, wie bei einem Tennismatch in slow motion, wenn alle Köpfe während des komplizierten Hin- und Hers geduldig von rechts nach links und von links nach rechts folgten....  Aber ein guter Abschluss ist die Mühe ja allemal wert.

Und um Kontakte, die lohnende Abschlüsse versprechen, geht es ja auf einer Fachmesse, für die die meisten Aussteller weite Wege auf sich genommen haben, einige Tausend Euro und viel Mühe bei der Vorbereitung durch Mailings an alte und potentielle Neukunden investiert haben, Broschüren und Tarife aufsetzten, die übersetzt und gedruckt wurden, Hostessen, Dolmetscher und sonstige Helfer eingestellt haben. 

Zweieihalb Tage Messe müssen diesen Aufwand in ihrem Ergebnis rechtfertigen. Der  dritte Tag  ist wegen der am Nachmittag schon wieder beginnenden Abbauarbeiten und der immer wieder auf geheimnisvollen Wegen einfallenden Horden von plündernden Schnäppchenjägern, die, bewaffnet mit riesigen Taschen und selbst Einkaufswägen,  in der Lage sind, den Flascheninhalt eines Standes auszuräumen, wenn man ihnen nur eine Minute den Rücken kehrt, meist kein vollwertiger Messetag mehr.

Aber auch an den übrigen Tagen kommt es zu delikaten Situationen, wenn, vor allem am Sonntag,  sich zahllose  Nicht-Fachbesucher durch die Alleen drängen, die eine der gegehrten Einladungen von ihrem Weinhändler oder einem befreundeten Restaurantbesitzer ergattert haben und nun alleine oder in Zweier- und Dreiergruppen von Stand zu Stand ziehen und sich die größte kostenlose Weinprobe des Jahres von Herzen schmecken lassen  und auch den zahlreich angebotenen Häppchen munter zusprechen. Oft erkennt man sie an den mit Einzelflaschen gefüllten Taschen, die sie eingesammelt haben - ein Facheinkäufer weiß, dass er jederzeit Proben nachgeliefert bekommen kann und wird sich damit an einem anstrengenden Messetag nicht belasten.

Im Laufe des Nachmittags macht sich bei diesen Weinliebhabern auch der steigende Alkoholpegel bemerkbar, da sie oft zu den vehementen Spuckgegner gehören.... Für neuere Aussteller von kleinen Betrieben, die zudem nicht deutsch sprechen, sind sie oft nicht sofort zu erkennen, selbst die obligatorische Frage nach der Visitenkarte ist im Zeitalter der heimischen Drucker ja kein Ausschlusskriterium mehr. An fachmännischen Gesten bei der Verkostung mangelt es nicht, auch Kommentare fließen reichlich und der Neuling fühlt sich ob des gezeigten Interesses geschmeichelt. Leider kommt dabei am Ende aber höchstens die Frage nach der Lieferung eines Sechserkartons zum Händlerpreis an die heimische Adresse in Neukirchen-Fluyn oder das Versprechen heraus, beim nächsten Frankreichurlaub mal auf dem Gut zu einer weiteren kostenlosen Verkostung vorbeizukommen.... Die Auftragsbücher füllt eine so verbrachte 1/4 oder gar 1/2 Stunde leider nicht.

Die Balance zwischen immer gebotener Höflichkeit und pragmatischem Geschäftsinterese zu finden, ist nicht immer einfach - da sind professionnele Vertreter größerer Hersteller und Verbände meist besser aufs Abwimmeln trainiert, als ein Winzer, der spontan jeden Weinliebhaber, der sich für seine Produkte interessiert, als potentiellen Freund zu empfangen gewohnt ist.

Nach einigen Jahren Messeerfahrung erkennt man seine Pappenheimer schnell, hat auch gelernt, die Reaktionen der Kollegen in ihren Nuancen zu deuten - und dadurch immer größere Schwierigkeiten, selber in einer der wenigen Pausen den Weg durch die Hallen anzutreten und sich in die Reihe der Verkoster ohne Bestellformular im Hintergrund einzureihen und den Kollegen ihre kostbare Zeit zu stehlen.

Dabei gehören die Begegnungen mit den Kollegen, der Winzergruppe von der Mosel, die mal sehen kommt, was die Franzosen so machen, sich auch als solche vorstellt und mit der man natürlich sofort in ein Fachgespräch über die Auswirkung der Klimaerwärmung oder die Vor- und Nachteile der Dauerbegrünung einsteigen kann, oft zu den emotionalen Highlights eines Messetages, oft enden solche Gespräche mit dem spontanen Austausch von Flaschen, die dann als Einzelstücke im Keller noch nach Jahren an diese spezielle Messe erinnern. Schließlich ist der Winzer einen großen Teil des Jahres über ein Einzelarbeiter in Weinberg und Keller und genießt den Austausch mit Gleichgesinnten.

In den letzten Jahren wurde mein Schnellrundgang durch die Messehallen in einer gepferten Mittagspause aber auch zu einer Entdeckungsreise in die kulturellen "Seitenprodukte" einer solchen Messe. Dazu gehörte dann z.B. dieses Triptichon von Nina Stölting, die zu ihrer Serie von Weinbildern sagte:

"Ich gebe zu, ich mag Wein. Sehr. Seine Facetten berühren mich, die geschmacklichen wie die übertragenden. Seine Vielfalt. Seine Fähigkeit, Zeit festzuhalten.
Faszinierend ist jeder Versuch, das Wesen eines Weines einzufangen, die Ebene der Sinne zu wechseln. Der geschmackliche oder olfaktorische Reiz wird zum optischen, könnte man sagen, aber das ist viel zu theoretisch. Im Grunde ist es pure Lust der Sinne, reine Sinnlichkeit. Konzentration auf die eigene Empfindung, ein sublimiertes Spiel mit Farben, Material und Oberflächen. Authentische Erfahrung, Besinnung. Das ist die Welt, in der ich lebe."



undefinedNina Stölting - Pinot Noir - aufgenommen auf der Prowein 2006


Auch die Serie der Gemälde, die einen essentiellen Bestandteil des Terroirs, nämlich den jeweils individuellen steinigen Untergrund zum Ausgangspunkt und Material einer ganzen Serie von großformatigen Bildern machte, fand so Eingang in meine Sammlung.
 


undefinedCoteaux Charitois


undefinedSteine Charitois


Wer von den  Messebesuchern unter den Weinbloggern entdeckt wohl das diejährige künstlerische Überraschungsei zwischen Bloggertreffen und großer Bordeauxverkostung in der Rheinterrasse?

Ich freue mich schon auf Eure Fundstücke!




par Iris Rutz-Rudel publié dans : Allgemeines commentaires (0)   
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Dimanche 16 mars 2008

Die Prowein 2008 in Düsseldorf, eine der größten internationalen Fachmessen für Wein- und Spirituosen, hat gerade erst ihre Tore für das Publikum geöffnet und schon ein Rückblick? Nein, so schnell geht das nicht, selbst bei den Weinbloggern im Internet gab es bisher nur Vorausschauendes und geplante Treffen, an denen ich zu meinem großen Bedauern nicht teilnehmen kann, weil es terminlich dieses Jahr nicht zu einer Reise nach Düsseldorf gelangt hat.

Unser Weingut ist zwar viel zu klein, um je den Aufwand und die Kosten für eine Teilnahme als Aussteller auf einer Messe dieser Größe rechtfertigen zu können, aber in meiner Eigenschaft als dreisprachige Fachfrau hatte ich viele Jahre hindurch Gelegenheit für französische Austeller unterschiedlichster Herkunft und Größe an dieser Messe in meiner Heimatstadt teilzunehmen.

So verstehe ich die nostalgischen Erzählungen französischer Winzer, die sich am Zentralstand A 140 in Halle 5 der Sopexa treffen und in einer ihrer wenigen Pausen von der Zeit sprechen, als sie mit zwei Dutzend Austellern in den Räumen einer Hotels auf der anderen Rheinseite den Grundstein zur heutigen Großveranstaltung gelegt haben. Nach dem Umzug auf das Messegelände kam dann der rasante Aufstieg - und aus einer Messehalle zu Beginn sind inzwischen 6 geworden, in denen dieses Jahr 3.058 Aussteller aus 43 Ländern um die Gunst des internationalen Fachpublikums bulen.

Auch in diesem Jahr wieder präsentiert sich allein Frankreich mit rund 400 Austellern, von den "big playern", wie sie in den Pressemeldungen genannt werden, bis bin zu kleineren Betrieben, die hier ihre Kunden suchen. Das sind übrigens nicht mehr als 2006, wo von 419 französischen Austellern die Rede war.


Ich liebe die Atmosphäre des letzten Aufbautags, an dem man sich kaum vorstellen kann, dassaus diesem Chaos aus Kartons, Kisten, Holt, Plastik und Kabeln aller Länge und Dicke über Nacht doch noch die wohlgeordneten Alleen mit den sauberen Teppichen und all die blinkenden, chromstrahlenden Stände mit ihrer individuellen Dekoration werden können, die die ersten Besucher dann am Eröffnungsmorgen empfangen.


Hut ab vor den Monteuren, die hier den Überblick behalten und unterstützt von zahlreichen Thermosflaschen mit Kaffee und sonstigen aufputschenden Getränken und beschallt von individuell mitgebrachter Musik aus diversen Kofferradios immer wieder dieses logistische Wunder vollbringen

undefined
South of France, Sud de France - Frankreichs Süden, der als neue Marketingstrategie unter dem neuen benannten Verbandsdach zum ersten Mal AOC und Landweinerzeuger gemeinsam vorstellt, wird sicher wieder viele Besucher anziehen. Hoffentlich als Logo erfolgreicher, als die zwischendurch lokal in Montpellier ausgerufene und inzwischen wohl schon wieder begrabene "Septimani", der sowohl bei den Fachvertretern als auch international trotz anfangs hoher Subventionen lokaler Politmatadoren wie George Frèche keine große Unterstützung und somit auch kein langes Leben vergönnt war.

Nachdem Biowein und alkoholreduzierte Weine zu den Trends der diesjährigen Weinmesse ausgerufen wurden, wird wohl auch der Stand der Winzerfamilie Pugibet, Domaine de la Colombette, aus der Gegend von Béziers, in Halle 5, Stand E 106, großen Zulauf erwarten können.

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                                    Francois Pugibet

Ich hatte Gelegenheit, ihre alkoholreduzierten Weine der Gamme Plume vor zwei Jahren zu probieren, die ich für die Weißweine durchaus gelungen fand. Das Konzept, voll ausgereifte Trauben zu ernten, die in den letzten Jahren  im Languedoc oft eher 14° potentiellen Alkohol aufweisen, als weniger und diesen dann mit Hilfe der berühmt-berüchtigten spinning cone column einen Teil des Alkohols zu entziehen, um die Weine auf durchschnittlich 9° Alkohol zu reduzieren, wird angesichts der aktuellen Diskussionen um Gesundheit, anti-Alkohollobby und Rückgang des Weinkonsums in Restaurants wohl doch immer weiter ins Bewußtsein der Konsumenten eindringen. Auf jeden Fall gehört Francois Pugibet zu den markanten Winzerpersönlichkeiten des Languedoc. Sein Sohn und Partner  Vincent, der in Bordeaux Weinbau studiert hat und sich in Australien den Wind um die Nase wehen ließ, erklärt übrigens auch in einem Video bei youtube ausführlich und mit dem für meine Ohren so vertrauten Akzent des Midi, wie er und sein Vater auf diese zunächst nicht nur offiziell verbotene, sondern auch von Kollegen und Weintrinkern verteufelte Idee kam.

Auf der Prowein bietet sich eine ideale Möglichkeit, sich selbst ein Urteil zu bilden. Die Idee zu diesem Hinweis kam mir übrigens, nachdem fast durchgängig in allen Beiträgen zur Weinrallye mit dem Thema "Alltagswein" niedrigere Alkoholwerte bei erhaltenem Fruchtcharakter zu den entscheidenden Auswahlkriterien gehörten. Sollte also jemand die Gelegenheit zur Verkostung wahrnehmen, würde ich mich über einen Kommentar mit seinen Eindrücken sehr freuen.





par Iris Rutz-Rudel publié dans : Allgemeines commentaires (0)   
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