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Ihre Iris Rutz-Rudel

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Dieses Wochenende war voller schöner Überraschungen. Nicht nur schien die Sonne endlich wieder ungetrübt vom blauen Himmel und nahm so die Sorge um ein zu feuchtes oder zu kaltes Klima für unsere eifrig wachsenden Reben von uns, die bisher noch ungespritzt gen Himmel streben, wie ein Kontrollgang durch die Rebterrassen am Berg zeigte
Mourvèdre Mai 2012
Aus dem Internet kam dann auch die Neuigkeit, dass mein bescheidener Artikel, den ich vor ein paar Monaten zu den Born Digital Wine Awards eingereicht hatte, in der Kategorie
Für außerordentliche Arbeiten (Texte und Videos), die von Weingütern geschaffen wurden, um für ihre Marke zu werben und das wichtigste Publikum zu erreichen.
von einer internationalen Jury in die
Endausscheidung der letzten 5 Bewerber gewählt wurde. Für einen Beitrag, der nicht in englischer Sprache geschrieben wurde, schon ein kleiner Erfolg - sind doch nur 2 Beiträge in Französisch aus
300 so weit vorgedrungen:-).
Hier also die Liste der 5 Beiträge von Weingütern aus aller Welt, die für die Endausscheiung in die
"Shortlist" der Jury, angeführt von Michel Bettane, kamen.
Aufmerksame Weinblogleser werden übrigens die Besucher, die mir als Aufhänger für diesen
Juni-Spaziergang durch unseren Weinberg dienten, wiedererkennen:-).
Esther und Stefan Schwytz zu Besuch in Lisson
Und die zweite schöne Überraschung war ein kleines Video,Geschenk eines Freundes, Bernard Vieillescaze, dank dessen Schnitt-und Montagekunst man die Winzerin beim Winterschnitt im Frühjahr begeleiten kann...und dessen selbst
komponierte und interpretierte musikalische Untermalung mich fast durch den Weinberg tanzen läßt...
Naturwein und
Konsorten...so hieß etwas salop und dadurch auch offen das Thema dieser 50. Weinrallye, das ich für den Monat April betreuen durfte.
zugelassen war also alles, was ausgehend von chemiefreien Trauben aus ökologisch bearbeiteten Weinbergen dann auch
im Keller möglichst ohne die möglichen (und üblichen ...) hunderte von zugelassenen Zusatzstoffe auskommt .
Und entsprechend weiträumig waren auch die Beiträge, die am Rallyetag auf den deutschsprachigen Blogs und auf den Facebookseiten der Weinrallyegruppe veröffentlicht und unter #Weinrallye in Twitter verlinkt wurden.
Danke also erst einmal an alle Weinblogger, die mitgemacht und in den sozialen Netzwerken auch darüber berichtet haben!
Voll mit dabei war Winzerblogger und Weinrallyevater Thomas Lippert - und das gleich auf seinen beiden
Blogs und mit insgesamt drei Beiträgen:
Auf dem Winzerblog, in bekannter Manier der 10 Gründe... mit seinen Überlegungen zu
10 Gründe, Naturwein zu machen
und auf seinem Blog 25cl mit weiteren Gedanken zum Thema Naturwein
.
„Mich persönlich interessiert natürlich der kellertechnische Ansatz am Naturwein ganz besonders. Es stellt sich mir die Frage, kann man durch den richtigen Einsatz von Hirn und Technik komplett auf Behandlungsmittel verzichten? Es ist ja nichts neues das wir z.B. durch den Faktor Zeit auf Stabilsierungsmassnahmen für Eiweiß und Weinstein verzichten können. Also wäre doch der Aufbau einer Produktionskette die vorsieht ohne alles auszukommen einmal spannend.“
….“In so fern sollte man sich darauf besinnen und viel mehr die geschmacklichen Stärken eines Naturweines auszuspielen als
auf den alleinigen Begriff Natur zu bauen der zunächst nichts aussagt.“
und dann noch einmal ganz praktisch zu Naturwein aus der Region Rhône und Loire.
Winzer und Blogger Bernhard Fiedler aus Österreich teilte uns knapp mit, dass er bei der 30. Weimnrallye, die vor zwei jahren schon einmal das Thema angesrochen hatte, schon alles gesagt hat:
"In meinem damaligen Beitrag kann man nachlesen, warum ich von dem Begriff und den allermeisten dahinterstehenen Weinen nicht all zu viel halte. Und weil sich daran seit Februar 2010 nichts wesentliches geändert hat, gibt es diesmal auch keinen Rallyebeitrag von mir" .
Christoph Raffelt vom Blog Originalverkorkt lieferte uns zu seinem Artikel über die Weine von Angelino Maule und Patrick Lescaret auch noch gleich gleich einen langen Podcast, in dem
er gemeinsam mit zwei Bloggerkollegen unter dem schönen Titel: Vinologisches Völlegefühl die Weine besprach. Er diskutiert dort
u.a. mit Torsten Goffin, der auf seinem Blog AllerAnfang sowie auf seinem Blog Glasklare Gefühle noch weitere Informationen über die Weine und die Aktion gibt.
Zu dem, was Joachim Kaiser vom Blog Vinositas in seinem Artikel "alles bio" schreibt, könnte ich aufgrund meiner Erfahrung und auch meiner Fachlektüre einiges sagen, was seinem Thesen ("Neuere Wirkstoffe weren ganz hervorragend abgebaut", etc...) widerspricht, aber das ist ja nicht der Zweck einer Zusammenfassung. Also soll sich jeder selber eine Meinung bilden.
Auf dem Blog Winelog von Hawsko, der soweit ich das verstanden habe, von Dimitri Taits geschrieben wird, finden wir eine Selbstarstellung von Château Fontroque von Alain Moueix...leider wird dort auf die Weinbereitung, die ja meist den Unterschied von biologisch oder biodynamisch angebauten Trauben und ihrer oft noch recht konventionellen Weinbereitung und der Weinbereitung von Naturwein ausmacht, kaum eingegangen, dafür gibt es aber schöne Bilder.
Julia Richter, Mitarbeiterin bei T-Vino, stellt sich auf ihrem Blog Germanabendbrot die Frage:
"Wer aber dem Boden ohne Zuhilfenahme von Pestiziden oder sonstigen Keulen Trauben abtrotzt, dabei immer von der Willkür des Wetters abhängt und dann vielleicht auch noch bei der Ernte den unbequemen Weg der Handlese geht, kann sich doch vielleicht gar nicht mehr erlauben, auch noch beim Ausbau des Weines alleine auf Handwerk, Erfahrung und gute Geister zu vertrauen."
und verkostet zwei Weine, bei denen es auch nicht leicht war, auch auf Nachfrage genauere Auskünfte über ihre Machart im Keller zu bekommen.
Stefan Schwytz vom Blog Baccantus, der auch schon bei der ersten Naturweinrallye dabei war, geht trotzdem das Thema noch einmal detailliert an: unter dem Titel: Naturwein, was ist das jetzt schon wieder?
Susanne Werth-Rosarius, als die Susa die Weinfachfrau vom Gemeinschaftsblog "Hundertachtzig°" und auch im Weinforum sehr aktiv, fühlt sich gleich in ihre wilde öko-Jugend zurückversetzt und erzählt uns in ihrer bewährten Art eine entsprechend lange und oft lustige Geschichte, bevor sie einen deutschen Winzerwein aus dem Rheingau aus naturnahem Anbau mit vermutlich auch entsprechender Kellerarbeit verkostet und vorstellt.
Michaela Loidl - von Bio-Wein-Online begeistert sich für den Wein von Franz Strohmeier, seinen Weißburgunder aus der Linie “Trauben, Liebe und Zeit”, der sagt: “Es geht nicht um das Hinzufügen, sondern um das Weglassen.” Diesen Winzer und seine Mitstreiter aus Österreich hatte ich auch schon in einem meiner einführenden Artikel zur Weinrallye vorgestellt.
Peer F. Holm verkostet gleich doppelt in zwei artikeln auf Wein-Wissen.de: einen 2010 Fontanasanta Nosiola, Foradori – im Verlauf einer Woche verkostet
Und einen Wein aus Österreich, von Gottfried Lamprecht,
"Zeit. Ruhe. Seele … Was für ein Wein. Auf der einen Seite könnte man ihn einfach nur so wegsüppeln, aber andererseits kann man auch mit dem Wein anfangen ins Gespräch zu kommen. Der hat was zu erzählen."
Weiter geht's in die Schweiz, aus der sich
Robert Sprenger, vom Kochblog Lamiacuchina wieder der Weinrallye anschließt, natürlich mit einem schweizer Wein.
Zwei Höger wiis Teufen, 2010 Peter & Karin Stucki
„Aber lassen wir das. Leben und Leben lassen. Wer sich an die Regeln der Biologisch-dynamischen Landwirtschaft hält, der macht in meinen Augen zwar Umwege. Wer seinen Boden und die Natur als Arbeitgeber, Kapital und Lebensgrundlage betrachtet, macht aber auch nichts Falsches. Halten wir uns an den Wein. »
Und bleiben wir in der Schweiz, mit Peter Züllig, der auf seiner Facebookseite: Wein im Gepäck seine Rallyebeiträge veröffentlicht...wie immer sehr lesenswert lernen wir hier gleich mehrere schweizer Naturweine kennen.
Katia Bollwerk vom deutsch-französischen Kochblog Bollis Kitchen beteiligt sich mit einem Beitrag über Ze Bulle Zéro Pointé von Château Tour Grise, Françoise et Philippe Gourdon
Niko Medenbach auf dem Blog Drunken Monday stellt den 2007er Dr. Bürklin-Wolf Ruppertsberger Hoheburg P.C. Riesling - Fass 23 vor
« Weinbereitung wie “früher” . Doch wie schmeckt “früher”?
Alexander Zülch, Caviste bei Vins Vivants spannt den Bogen vom Roussillon, 2007er Tam Tam von Edouard Laffitte über einen 2010er Little Creek Pinot Noir Australien und einen 2002er Weißwein aus Burgunderrebsorten:
„Viele können gar nicht glauben, dass es in Deutschland diese Art Wein nicht gibt. „Ihr seid doch Vorreiter, bei allem was ökologisch und nachhaltig ist“ wird er oft gefragt. Zum Definitionsstreit hat er seine, sehr französische Philosophie:
„Ich finde es etwas müßig, sich darüber zu streiten, denn mir kommt es auf den Geschmack an. Ich tendiere dazu Wein als Kulturprodukt zu sehen! Denn ohne Mensch kein Wein, aber was ist der Mensch??? Naturprodukt?, Kulturprodukt? Letztendlich vielleicht beides! Ich benutze lieber den Begriff „lebendiger Wein“, auf französisch Vins Vivants!“
und Küchenjunge Christian Lersch vom Blog Wein-Reich erfreut den Gaumen nicht nur mit einem Spätburgunder trocken 2010 Mayschoßer Mönchberg vom ökologischen Weingut Bäcker von der Ahr, sondern auch mit kulinarischen Genüssen, schön ins Bild gesetzt.
Der Blogger vom Marien-Eck Köln und dem Blog Kochkurs-Köln erzählt von seiner Entdeckung eines Beaujolais Cru Morgon 2008 von G. Descombes
« Nach diesem Erlebnis musste ich noch weitere Weine probieren. Mir schienen sie alle etwas mehr Tiefe zu haben, oder anders ausgedrückt, etwas komplexere Aromen hervorzubringen. Manchmal nicht so ausgewogen und ausbalanciert wie die konventionellen Pendants aber immer mit interessanten Noten zum nachschmecken.“
Fritz Zickuhr, vom Blog Edekaner findet seinen Wein, der schon im Namen passt Sacra Natura 2006 D.O Terra Alta Tarragona
und Torsten Hammer vom Priorat Hammer-Blog hat auch eine steigende Tendenz zu natürlichen Weinen entdeckt
« Viele, mehr und mehr Erzeuger gehen auch hier inzwischen den Weg einer Zertifizierung, nur die Querköpfe unter den Winzern verzichten auf die damit verbundene Bürokratie – was aber alle eint, das ist die Philosophie. Das Tun und nicht nur das Darüberreden. »
Bernd Eck, von Fabio-Wein.de verkostet eine Scheurebe 2009 vom Weingut Wittmann.
Mathias Metze auf seinem Blog Socialwine s teigt in der Schweiz fast wörtlich "in den Himmel", um die Domaine de Beudon im Wallis zu besuchen.
Bei J. Potthast vom Blog 13grad weckt das Thema den Weinfreund und Antifaschisten in in ihm, was uns zu interessanter historischer Lektüre verhilft:
„Der Naturwein hingegen bleibt für mich ein problematischer Begriff, zu sehr ist Wein ein kulturelles Produkt. Da schlage ich mich lieber mit den diversen Bio-Etiketten herum, das ist parlamentarische Demokratie: Konkurrierende Meinungen und produktive Verwirrung über das, was richtig ist.“
Thomas Günther - verliebt sich in die Venus de Pinchinat auf dem Etikett von Allain de Welle - deren römische Freikörperkultur aber dann den Blogger von Weinbverkostungen.de im Glas aber doch nicht so richtig überzeugt...
« Der Fachhandel in meiner Stadt hatte nichts wirklich Reizvolles zu bieten. Und so ging ich in einen Bioladen. Beratung gibt es dort nicht. Folglich verkaufen die auch eher die
preisgünstigen Weine bis 6 Euro. Bei den hochwertigeren Weinen waren die Jahrgänge häufig nicht mehr aktuell. Und wenn Flaschen zwei Jahre oder mehr im Neonlicht stehen, dann lasse ich die auch
dort. Bei aller Liebe zum Naturwein. Sollte man den Begriff Naturwein auch auf die Lagerung ausdehnen?“
Sebastian Holey vom Blog Weinbau und Önologie wählt das burgenländische Weingut “Meinklang”, der Familie Michlits.
„Meiner Meinung nach sollte Naturwein nicht nur irgendein biologisches Getränk sein, vielmehr die Kooperation zwischen Mensch und Pflanze, wodurch ein kompletter Kreislauf entsteht und der Wein als eines der Ergebnisse – wie am Beispiel Meinklang.“
Und Christian G.E. Schiller vom Blog Schiller-Wine vervollständigt die polyglotte Weinreise mit einem langen Beitrag in englischer Sprache über 3 wine bars, die auf natural wines spezialisiert sind, mit vielen interessanten Links: Terroir in San Francisco, Terroirs in London and La Cremerie in Paris.
und last but not least gibt's die schöne Geschichte von Willi und Elli und auch überzeugendere Beispiele von Naturwein bei Mathias vom Blog ChezMatze und er zitiert auch einen Cavisten " Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass zéro-zéro-Weine auch total sauber nach konventionellem Verständnis schmecken können. Die Essig-vins naturels sind zwar genauso gut für die Umwelt. Aber die kann ich als Sommelier keinem Kunden vorsetzen.”
Ach so, ja, ich habe natürlich auch noch einen eigenen Rallyebeitrag geschrieben, etwas außer Atem, von all der
aktuell begleitenden Berichterstattung am Rallyetag auf Facebook und in scoop.it:
Weinrallye, wo man jeden Monat alle von mir zum jeweiligen Thema gefundenen Beiträge finden kann.
Natürlich gibt es alle Basisinformationen wie immer bei Thomas Lippert auf dem Winzerblog.
Thomas hat die Organisation der Weinrallye inzwischen auf eine eigene Mixxt-Seite ausgeladen, dort kann man Themenvorschläge machen und sich für zukünftige Rallyes eintragen.
Die nächsten Weinrallyes stehen auch schon fest: Im Monat Mai, für die Weinrallye #51, möchte Siegfried Perini von uns etwas zur Rebsorte Domina hören. Im Juni geht es bei Torsten Goffin in der Ausgabe #52 um den Klimawandel und für Juli hat Peter Züllig als Thema Weinrallye # 53: Schweizerwein vorgeschlagen.
Ich hoffe, ich habe niemanden vergessen, aber Ihr wart so zahlreich,
ausführlich und interessant zu lesen, dass ich mitten in meinen Reisevorbereitung für einen längeren Deutschlandaufenthalt kaum nachgekommen bin:-)!
Die Rallyebetreuerin kommt als letzte durchs Ziel... es waren so viele tolle Beiträge zu entdecken, zu lesen und zu
verlinken, dass ich auch jetzt noch ganz außer Atem bin und alle um Entschuldigung bitte, wenn ich nicht mehr die Kraft und Ruhe habe, die ich persönlich brauche, um mich auf einen neu zu
entdecken Wein angemessen einzulassen . Und so bleiben die vielen Flaschen Vin Naturel, die mir in den letzten Jahren meine Kunden zum Geschenk machten (nach dem Motto:
kennst Du den schon, den musst Du unbedingt entdecken...) oder die ich auf Messen mit Kollegen getauscht habe, noch einmal ungeöffnet in meinem Weinkeller - sicher werde ich sie bei anderer
Gelegenheit hier einmal vorstellen.

nur ein Beispiel aus dem
Elsass
Ein kurzer Beitrag zur Einstimmung auf den kommenden Freitag, an dem ich die Freude habe, die 50. Weinrallye zum Thema : Naturwein und Konsorten zu betreuen.
Nachdem ich ja schon auf die Organisation und Verbreitung von Winzern, die sich in Frankreich den Vins Naturels verschrieben haben, schon bei der 30. Weinrallye vor gut zwei Jahren hingewiesen habe und auch das Interview eines französischen Weinbloggers mit Alice Feiring, der "Naturweinpäbstin" aus New York in einer deutschen Übersetzung zugänglich gemacht habe, möchte ich von meiner
Begegnung/Entdeckung österreicher Winzerkollegen berichten, die ich während der letzten Messe für Biowein, Millésime Bio, in Montpellier im Januar 2012 auf
Hinweis von Axel Biesler machen konnte, ihm noch herzlichen Dank für den Hinweis sagen...
hier also in deutscher Sprache der Auszug aus meinem Bericht über meine Reise zur diesjährigen Millésime Bio:
"Los geht's in Richtung einer Reihe von Tischen der Österreich-Winzer, die als Gruppe aus der Steiermark hierher gekommen sind - einer Region, die zum Teil schon an Slowenien grenzt und wo Weinberge zwischen 300 und 600 Metern Höhenlage schon zu den "cold-climat" Anbauflächen gehören.
5 von ihnen sind unter dem Slogan Schmecke das Leben - zusammen
geschlossen, alle für ihren biologischen oder gar biodynamischen nbau im Weinberg zertifiziert, alle mit dem erklärten Ziel, lebendige Weine zu machen, die ihre Herkunft (ihr Terroir) nicht
verleugnen.
Bei den Naturweinliebhabern aus dem Norden Europas und in den Vereinigten Staaten, wie eben auch bei Alice Feiring, die dort im
vergangenen Jahr vor Ort zu Besuch war, sind sie gut bekannt, Alice hat davon auf ihrem
Blog berichtet. Für uns war es, wie schon gesagt, eine Diskussion mit Axel Biesler, darüber, dass viele Bioweine auf der Messe mich und meine Winzerkollegin ein wenig
"kalt" gelassen hatten, da der Respekt der Umwelt im Weinberg zwar für uns zu den Selbstverstämlichkeiten für guten, seiner Herkunft verpflichteten Wein zählt...wir waren auch am 2. Tag der Messe
noch auf der Suche nach dem Unterschied im Glas zu vielen konventionellen, ebenfalls fehlerfreien Weinen...
Seine Bemerkung: "wenn Ihr echte Freaks bei der Kellerarbeit sucht" hatte mich eher auf eine Begegnung im Stil der Neo-Winzer aus der hypen Naturweinbewegung vorbereitet, von denen wir etliche auf der Off-Veranstaltung La Remise der Millésime Bio 2011 getroffen hatten - aber bei den Winzern aus Österrich war der Unterschied nicht im Haartracht und Kleidung zu erkennen;-):
Franz Strohmeier und Andreas Tscheppe
Trauben, Liebe und Zeit - so steht es auf den Etiketten von Franz Strohmeiner,
(dessen Internetauftritt leider Anfang des Jahres einem Crash zum Opfer gefallen ist und sich noch im Neuaufbau befindet) aber der Name rückt geich
die Prinzipien auch bei der Weinbereitung ins rechte Licht: ein Prozess ohne Zusatzstoffe und künstliche Hilfsmittel. Weine, die mindestens 18 Monate im Barrique ausgebaut werden, um dann
ungeschönt und ungefiltert auf die Flasche zu kommen.
Liebe wird auch schon den Pflanzen im Weinberg zuteil, deren Vitalität im Mittelpunkt steht, und Zeit lässt man auch dem
Wein im Keller, damit er seine Lebenskraft frei ausdrücken kann, kein Zusatz bremst ihn hier aus, mit Geduld und Sorgfalt entstehen hier wirklich lebendige Weine....
Wie dieser fast gelbe Weißwein, aus Chardonnaytrauben, der Trauben-Liebe-Zeit gelb - oder sein Bruder, der Orange aus Sauvignon blanc (85%), Muscateller und Chardonnay - alle beide 36 Monate im Barrique ausgebaut, der Orange dabei 6 Monate auf den Traubenhäuten - ungefiltert eentfalten sie im Geschmack eine Tiefe und einen Reichtum an sich folgenden und ergänzenden Aromen, die mir signalisieren, dass ich hier bei den Weinen angekommen bin, für die ich mich auf die Reise gemacht hatte - auch bei der verkostung eine Reise im Mund und damit im Kopf, die nicht immer zum gleichen Ort führt. So wie ja auch unser Geist nicht immer gleich gestimmt ist, wenn wir einem Wein begegnen, ist ja auch ein lebender Wein, den man nicht schon im Keller kastriert hat, nicht immer geich "gestimmt". Ich finde hier den Wein für die Geduld, wie ich ihn auch in meinem Keller zu kraieren versuche und ich hätte gerne ein paar Flaschen davon in meinem Keller liegen, um ihren Weg von Zeit zu Zeit zu kreuzen und zu sehen, wo wir stehen, der Wein und ich, wenn wir uns erneut begegnen...und ich bin sicher, dass das nie langweilig sein wird...
Am nächtsen Tag durfte ich auch noch den TLZ schwarz 2007 probieren, wie alle Rotweine des Hauses aus der landestypischen Rebsorte Blauer Wildbacher vergoren - 48 Monate Barriqueausbau, natürlich ebenfalls ungefiltert - im Geschmack wie ein Madeira, bei dem man, wie wir in Frankreich so schön sagen" à boire et à manger" im Mund hat, er versetzt mich sofort in einen gemütlichen Sessel am Kaminfeuer, eine Decke auf den Knien und ein gutes Buch im rm...am Gaumen noch von nicht enden wollendem Nachhall, lange nachdem ich ihn geschluckt statt wie sonst auf Messen ausgespuckt hatte... Ich würde mich freuen, wie versprochen demnächst art einen Tausch mit einem unserer Lissonweine von ähnlicher Machart zu verwirklichen...ein Merlot von 2000 oder einen Clos du Curé, wie den 2009, der demnächst in den Handel kommt....
Kompletter Wechsel nur einen Meter weiter bei Tischnachbar Andreas Tscheppe, dessen Weinberge 40 km von denen Strohmeiers entfernt liegen, auch hier Chardonnay, Sauvignon Blanc und Gelbmuskateller in wunderschönen Flaschen:
wie bei Franz auch hier nur Weine am Stand, die noch nicht auf Flaschen gefüllt sind, also "brut de cuve" als Fassproben mitgebracht...
nach den wilden Weinen des Nachbarn verkostet, scheinen sie hier zunächst weniger beeindruckend, "flüssiger", diskreter, voller Frische... aber auch hier muss man sich auf die Weine erst richtig einlassen, sich Zeit nehmen, dem Nachklang am Gaumen nachpüren - und dann ist man plötzlich mitten drin in einer Blumenwiese, mit all dem Genuss eines Sommertags, der schmeichelnden kleinen Brise...zurück in der Jugend...für mich schon ziemlich weit...;-)...
Vulkangestein in 400 und 460 m Höhe, Trauben von Tuff und Basalt und Gneiss und ebenfalls ein Ausbau ohne
Zusatzstoffe...in einigen Weinbergen Hanglagen mit bis zu 70% Steigung...mit vom Winzer selbst angelegten terrassen... auch hier Weine aus Sauvignon (die mit der Libelle) von seltener Reinheit -
und der Wein mit dem Hirschkäfer, dessen Barrique 3 Jahre im Boden eingegraben verbrachte, hat keinesfalls einen erdigen Geschmack:-).
Alle beide arbeiten wenn eben möglich ganz ohne Schwefelzusatz, alle beide machen Versuche mit Wein in Amphoren , es gibt
also noch vieles zu entdecken...und die Fotos, die ich aus dem Pressbokk von Andreas abfotografiert habe, machen Lust auf eine reale Reise vor Ort!
Leider blieb uns keine Zeit mehr, um auch die weiteren Stadnachbarn - alle gut belagert - zu besuchen - noch drei weitere
Güter, darunter eine Schwester und ein Bruder von Andreas Tscheppe... aber die Weine der beiden ersten haben uns schon auf eine so schöne Reise geschickt, dass wir beide Lust hätten, eines Tages
wirklich loszufahren, um alle in ihrem Element und auf ihren Böden zu besuchen...
nicht wahr,
Vero?!
Nach der
Weinrallye ist vor der Weinrallye - und da ich keine gegenteiligen Vorschläge auf unserer neuen Mixxt Organisationsseite
http://weinrallye.mixxt.de/
in den Forumsdiskussion gelesen habe, bleib ich jetzt erst mal beim letzten Freitag im Monat.
Die nächste Weinrallye startet also am Freitag, den 27. April 2012 auf den deutschsprachigen Weinblogs, verlinkt hier auf Facebook und in allen sozialen Netzen, die Euch einfallen. Der Twitter hashtag ist übrigens
einfach: #Weinrallye :-)
Ich hab mich als Gastgeberin zur Verfügung gestellt (das trägt man auf der Mixxt Community Seite unter
Veranstaltungen ein - von Juni bis Weihnachten sind noch Plätze frei, wer Gastgeber sein darf, erklärt Thomas Lippert, der
Weinrallyegründer und Chef im Wiki.
und das Aprilthema für die 50.Weinrallye wird sein:
Naturwein und Konsorten
also alles, was ausgehend von chemiefreien Trauben aus ökologisch bearbeiteten Weinbergen dann auch im Keller
möglichst ohne die möglichen (und üblichen ...) hunderte von zugelassenen Zusatzstoffe auskommt .
Wer will, kann auch schon mal in der
Kategorie "Kellerarbeit" nachlesen, da steht, wie wir unseren möglichst natur-nahen Wein machen:-).
Anregungen zum Thema findet ihr sicher auch auf dem Vinocamp nächste Woche,
sei's bei den Verkostungen über orange-wines, Exoten (in Georgien gibt's z.B. ne Naturweinbewegung:-), bei den Bio-dy Weinen oder - wer weiß - auch in den Fehlerweinproben....
International wird das Thema ja in den zwei Jahren seit der 30. Weinrallye mit Gastgeber Matthias
Metze ersten Naturweinrallye schon heiß diskutiert...
ständig ergänzte Links dazu findet ihr hier
Ich freu mich auf eine lebhafte Diskussion mit pro und contra - und hoffentlich vielen Beispielen, die ihr bis dahin zusammengetragen habt:-)!
Schöne Beispiele aus dem Nachbarland Österreich habe ich übrigens auch im Januar auf der Millésime Bio in
Montpellier gefunden, hier schon in Französisch vorgestellt - aber gerne auch im Laufe des
nächsten Monats noch mal in einer deutschen Version, wenn's Euch interessiert.
Verkostung Vinisud Off:
Die WinzerBlogger
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