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Unser Blog soll Ihnen die Gelegenheit geben, rund ums Jahr an den aktuellen Arbeiten auf unserem kleinen Gut in Südfrankreich teilzunehmen. Unsere Webseite stellt uns zwar bereits in drei Sprachen vor, aber wie viele Webseiten, ist sie eher statisch aufgebaut. Ein Blog  (es gibt ihn schon in Französisch: hier) erlaubt hingegen, viel spontaner, aktueller und auch weitläufiger über das, was wir tun, was uns bewegt und wofür wir uns sonst noch interessieren, zu schreiben.

Begleiten Sie mich also auf dem Weg durchs Winzerjahr. Hinterlassen Sie Ihre Kommentare oder stellen Ihre Fragen, damit aus diesem Blog ein lebendiges Kommunikationsmittel wird.

Ihre Iris Rutz-Rudel



Samedi 1 mars 2008


Traenen der Reben - pleurs de vigne

Zum ersten Mal in diesem Jahr flossen sie gestern  reichlich, die Tränen  der Reben,  der aufsteigende Saft, der ab einer  Durchschnittstemperatur von 8°C im Frühjahr aufsteigt und so beim Winterschnitt aus den Schnittstellen austritt.

Für mich ein Zeichen, mich mit dem Rebschnitt jetzt zu sputen, denn auch wenn es sich um einen normalen Vorgang handelt, bei dem die Rebe die Schnittstellen mit den im Saft zahlreich enthaltenen Inhaltsstoffen  schützt und schließlich mit einem Harzpfropfen verschließt, ist es doch ein Zeichen des Aufbruchs. Bald werden die Knospen der  frühreifen Sorten  schwellen und dann ist es bis zum neuen Ausbruch nicht mehr weit.

Die ersten Bilder junger Triebe habe ich heute morgen bei einem Kollegen aus dem Roussillon gesehen, der sie - sehr frühzeitig in diesem Jahr, für den Muscat à petit grain, also die kleine Muskattraube,   festgehalten hat. Natürlich nicht ohne auf die Gefahr von Spätfrösten hinzuweisen, die in diesem Stadium großen Schaden anrichten und nicht nur die Ernte dieses Jahres in Gefahr bringen können, sondern auch Auswirkungen auf das folgende Jahr haben könnten, da  nach einem extremen Frostbefall manchmal noch einmal neu geschnitten werden muss.

Die Sorge ist ernst zu nehmen, auch wenn sie sich in die lange Jereminade der Winzer einreiht, die, abhängig von der Natur, wohl erst beruhigt schlafen, wenn die Ernte im Fass vergoren ist.

Elegie der Wengerter

Jammernd dappet’se durch d’Wengert,
heulend, ('s schmerzt scho in de Ohre)
von morgends früh bis Obends dämmert
„de ganze Bettl isch verfrore".

Zeigt sich dann doch en Hoffnungsschimmer
kommt die Kalte Sophie, Mitte Mai
hört m'r wieder e Gewimmer
„jetzt isch’s ganz bestimmt vorbei".

Sieht m’r trotzdem Rebeblüte
so isch’s zu spät, wie könnt’s aus sei
blühn sie zeitig, s’isch zum Wüte
regert’s ganz gewiss druff nei.

Wenn d’Rebe doch noch Traube trage
hen’s d’Wengerter no lang net leicht
m’r hört se jetzt scho wieder klage
mol isch’s zu trocke, mol zu feicht.

Oktober, Lese, volle Kübel
bald gibt’s wieder neie Wie.
D’Qualität isch gar net übel
bloß: mehner könnt’s jo scho no sei.

Die Wengerter sen voller Klage
un des fascht über’s ganze Johr.
Sie hen e schwere Bürd‘ zu trage
un kriege früh scho graue Hoor.

gefunden hier  auf der Infoseite der  schönen Weinlyrikseite des Staatsweingutes Weinsbergs.


Natürlich  haben diese Tränen auch schon  immer die Neugier, nicht nur der Winzer, erregt.  Elmar M. Lorey hat in seiner Weinapotheke  und auf seiner Webseite  die lange Geschichte  dieser Beschäftigungen aufgeführt.  Von Plinius  über Hildegard von Bingen bis ins 19. Jahrhundert wurden so Rebtränen als Heilmittel gegen ungefähr alles,  von Augen- und Ohrbeschwerden über Brechreiz,  Sommersprossen, Warzen und selbst Vielsauferei  empfohlen.  Seit Kurzem ist sogar der Begriff  Rebtränen von einem  geschäftstüchtigen  Winzer als Markenname  für  kosmetische Produkte geschütz worden.

All das, und auch die  Dosierung der bisher gefundenen 32 Inhaltsstoffe des Saftes findet man ausführlich dargestellt hier




Vendredi 8 février 2008
Nach einem  ausgedehnten, teils interessanten, teils befremdenden aber auch amüsanten längeren Ausflug in die Welt der deutschen Weinblogger, sei's als Beobachter ihrer Querelen, sei's als rasender Weinrallyereporter, ist jetzt wieder Ruhe in Lisson eingekehrt und die Winzerin widmet sich ihren eigentlichen Aufgaben.

Zum Glück ist das schöne Wetter auch zurück - also Rendez-vous avec le Soleil beim Winterschnitt im Weinberg. 

Rebschnitt 1

Über den Ablauf dieser zeitaufwändigen Arbeit, bei der man eine der wichtigsten Grundlagen für  die Qualität des kommenden Jahrgangs legt, habe ich ja schon Anfang Januar berichtet.  Da gibt es auch Links auf frühere Artikel zu diesem Thema und Quellen bei anderen Winzerbloggern.

Seit gestern gibt es aber zum erstem Mal auch Fotos  davon. Alle vorausgehenden Versuche, mit Rechts zu schneiden und mit Links  gleichzeitig die Raiser und  die Kamera zu halten und dabei etwas anderes als ein Stück  Ärmel oder eine Schuhspitze  aufs Bild zu bannen, schlugen in den vergangenen Jahren kläglich fehl.

Diesmal unterbracht Klaus freundlicherweise  kurz seine Holzfällerarbeiten  im benachbarten Grüneichenwäldchen , um mich auf frischer Tat im Bild festzuhalten.

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Ich arbeite, wie schon berichtet, mit einer elektrischen Rebschere der Firma Electrocoup (und bekomme für diese Schleichwerbung keinerlei Rabatte oder Sonderklicks:-)). Sie wird  mit Akupacks betrieben wird, die man wie einen kleiner Rucksack auf den Rücken schnallt und für ungefähr 8 Stunden Autonimie garantieren, ehe man sie wieder aufladen muss. Vorne hängt, wie beim Sherif im wilden Westen  ein Lederhalfter am Gürtel, in das man die Schere stecken kann, wenn man mal ein paar Schritte läuft, um  den Rücken zu strecken.

Winterschnitt taille

Meine Haltung auf den Fotos ist natürlich besonders schlecht fürs Kreuz und geradezu unprofessionell - auch bei geringen Steigungen sollte man sich immer unterhalb des Rebstockes positionieren und so gegen den Hang geneigt arbeiten, um den Rücken zu schonen.  Aber was tut man nicht alles für eine Fotosession...

Wie schon im Januarartikel erklärt, forme ich hier nach dem Gobelet- oder Becherschnitt. Man sieht auch am nicht gestutzten Rebstock hinter mir, dass es sich beim Mourvèdre um eine Rebsorte mit sehr wenig biegsamen, aufrecht wachsenden Ruten handelt, weshalb man hier auch auf jede Form von Stütze oder Anbinden verzichten kann. Man muss bei solchen Rebsorten nicht fürchten, dass die Ruten mit den Blättern später am Boden liegen und so die weiteren Arbeiten behindern, wie z.B. das regelmäßige Sensen unserer Dauerbegrünung, den Durchgang für eventuell notwendige Spritzungen oder auch, ganz am Ende, die Ernte.

Die im Idealfall auf 5 bis 6 fruchttragende Ruten beschränkten Weinpflanzen sind durch diese aufrechte Haltung auch immer ideal durchlüftet, so dass keine Staunässe entsteht und eventuelle Feuchtigkeit nach Regen schnell wieder abtrocknet. Das spart Spritzmittel und ermöglicht in trockenen Jahren, wie z.B. 2007, mit nur einer Kupferkalkspritzung im Juli die Pflanzen ausreichend zu schützen - in nördlicheren oder westlicheren Breiten ( Champagne oder Bordeaux) konnten die Kollegen im letzten Jahr in ihren regengebeutelten Weinfeldern mit starkem Befall von falschem Mehltau nur davon träumen.

Mourvedre

Hier ein schön offen geformter Stock, an dem man deutlich sieht, dass das Innere für die spätere Sonneneinstrahlung und damit für eine maximale Fotosynthese gut geöffnet ist.

Der kurze Anschnitt ist auf dem letzten Foto dieser Serie gut zu erkennen. Ich schneide  so, dass über dem schlafenden Auge an der Basis des Pfropfens ein freies Auge für den zweiten Fruchtreiser bleibt.

courson Pfropfen
Damit sind von meiner Seite die Weichen für die angestrebte Ertragsmenge gestellt - den Rest bestimmt das Klima des Jahrgangs. Nach unserer Erfahrung sollte man beim Mourvèdre eine Etragsmenge von 20 bis 25 hl pro Hektar nicht übersteigen, wenn man konzentrierte Weine mit hoher Lagerfähigkeit für den Barriqueausbau anstrebt, wie sie auch von den besseren Traditionsgütern in Bandol gemacht werden.

Mourvèdre gehört seit einigen Jahren auch zu den Verbesserungs-Rebsorten (cépages améliorateurs) der meisten hiesigen AOCs, wie Saint Chinian, Faugères und generell die Weine der Coteaux du Languedoc. Die Rebsorten Mourvèdre, Syrah, Grenache und Lledoner Pelut  müssen  mindestens 40% (seit 2005 50%) der Anbaufläche eines AOC Winzers ausmachen und neben den traditionellen Rebsorten Carignan und Cinsault auch zu entsprechenden Mindestanteilen (Mourvèdre mindestens 5%) in die Mischsätze (Assemblages) aufgenommen werden. Reine Rebsortenweine, wie wir sie in Lisson oft aus 100% Pinot Noir oder 100% Mourvèdre erarbeiten, sind vom AOC ausgeschlossen und müssen als Vin de Pays oder, wie in Lisson, als Vin de (très bonne) Table gekennzeichnet werden.

Und weils gerade so schön passt, hier als Anhang noch ein paar Zahlen.

Während bei den AOCs die Ertragsmengen je Appellation auf 45 bis 55 hl/Ha beschränkt werden müssen, sind für VdP und VdT oft 80 bis 90 hl/Ha erlaubt. Je nach Verkaufskurs an der Weinbörse kann sich ein Weinbauer also ausrechnen, ob er besser auf Menge oder Qualität setzt - ein einfaches Rechenexempel Quelle ONIVIN (Office National Interprofessionnel...des Vins) für die letzten statistisch ausgewertet vorliegenden Kampagnen:

AOC: Coteaux du Languedoc incl. St.Chinian /Faugères: 
1997/98  77,1 €/Hl  2005/06 79,8 €/Hl

VdP Languedoc/Roussillon 
2005/06 49,99 €/Hl 

VdT Languedoc/Roussillon 
2005/06 37,43 €/Hl

Bei abgerundeten Zahlen (ich bin rechenfaul) ergäbe das für einen durchschnittlichen Weinbauern, der seine Entscheidungen nicht vom Mythos Wein, sondern von seinem Bedarf an Monatseinkommen für die Familie abhängig macht für als AOC deklarierten Wein ein potentielles Einkommen von 4000 €/Ha, für einen, wegen seiner höheren Ertragsmenge nur als VdP zugelassenen Wein ein mögliches Einkommen von 4500 €/Ha. Faites votre calcul!



Für Neugierige zum Selbststudium hier noch ein paar Zahlen aus der gleichen Quelle zu einer anderen Region, die dieser Tage stark in der Diskussion auftauchte:

AOC:
Bordeaux: 1997/98 von 157,3 €/Hl auf 2004/2005 96 € /Hl

Saint Emilion et Grands Crus: 1997/98 von 398,8 €/Hl auf 2004/05 307,0 €/Hl

Medoc
: 1997/98 von 322,7 €/Hl auf 2004/05 166,4 €/Hl


VdP Aquitaine: 2005/06 52,16 €/Hl
VdT Aquitaine:
2005/06 32,49 €/Hl

Alle Angaben ohne Gewähr, à consommer avec modération!






Samedi 12 janvier 2008

Nach den letzten Artikeln könnte der Eindruck entstanden sein, dass  die Winzerin nur noch auf virtuellen Weinrallye-Reisen unterwegs ist. Eine ganz reale Reise steht zwar unmittelbar bevor - es geht nächste Woche wieder für ein paar Tage nach Düsseldorf - trotzdem ist zu Hause jetzt natürlich die Zeit des Winterschnitts  angebrochen. Eine der arbeitsintensivsten Tätigkeiten im Weinberg, die bis Ende März abgeschlossen sein sollte.

Der Vorteil eines Blogarchivs ist es, dass  man bei solchen immer wieder zu einer bestimmten Saison anstehenden Arbeiten auf eben diese Archive verweisen kann. Alles, was es so im allgemeinen dazu zu sagen gibt, habe ich also hier im November 2006 unter der Überschrift Winterschnitt im Weinberg schon gesagt.

Auch bei den deutschen Winzerkollegen sind natürlich entsprechende, gut dokumentierte Artikel zu finden. So kann ich hier auch wieder auf den Winzerblog verweisen, der hier darüber berichtet und, wie immer,  viele interessante Links zusammengetragen hat.

Der Rebschnitt beginnt mit dem Vorschnitt, das heißt dem Kürzen der inzwischen von ihren Blättern befreiten Triebe des letzten Jahres. Dabei werden diese Triebe erst einmal sommarisch auf ca. 15 cm gekürzt, das macht den Rebstock übersichtlicher für die anschließende Feinarbeit beim eigentlichen Schnitt.

Diese Vorarbeit geht am schnellsten mit der kleinen Rebschere von statten, die nur mit einer Hand geführt wird und so die zweite für das Ziehen und Gruppieren der Reiser freiläßt.

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Man sieht deutlich, dass mir dieses robuste Modell schon seit vielen Jahren gute Dienste leistet.

Bei Drahverspannung erlaubt der Vorschnitt, erst einmal all den Wildwuchs aus den Drähten zu ziehen und auch in unseren Feldern mit den Einzelstöcken und den Gobelets gehört diese Vorarbeit und das anschließende, mühsame Aufsammeln des Rebholzes zu den notwendigen Vorbereitungen, um vor allen weiteren Arbeiten zunächst gründlich im Weinberg aufzuräumen.

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Viele Jahre hindurch habe ich dann anschließend mit der klassischen zweihändigen Rebschere gearbeitet, die für mich immer noch das flexibelste und eleganteste Werkzeug ist. Nur meine wiederholten und immer schlimmer werdenden Handgelenkschmerzen haben mich dazu bringen können, sie durch eine akubetriebene elektrische Rebschere zu ersetzen.

Ähnlich wie an den Komfort im Auto (Servolenkung und ABS) gewöhnt man sich aber auch hier an die neue Technik und inzwischen bin ich stolz, dass das Model meiner Wahl auch in Tests besonders gut abgeschnitten hat. Ich kann die Öffnung der Klingen durch einfachen Knopfdruck größer stellen und so auch dickeres Holz mühelos schneiden. Eine weitere Besonderheit meines Electrocoup-Models besteht  darin, dass es eine Art Verzögerungsstufe beim Abdrücken hat, die es erlaubt, den Schnittansatz fast so gut wie mit der mechanischen Rebschere zu präzisieren und nicht gleich alles im Hauruckverfahren abzurasieren (wie Thomas so schön maliziös berichtet: manchmal inklusive der Finger).

Leider gibt es zu dieser Arbeit immer noch keine Livebilder der Winzerin. Aber auf dieser Seite des Herstellers kann man das Model studieren und sogar hier ein Flash-Video sehen, das die Schere in Aktion zeigt. Ich muss aber zugeben, dass ich nicht halb so schnell bin, die der Herr in dem Film!

Sollte mich Klaus nach meiner Rückkehr aus Deutschland einmal mit dem Fotoaparat in den Weinberg begleiten, liefere ich die Bilder meiner Performanz aber gerne später nach.

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Hier nun zum Abschluss das Bild eines Weinstockes (Mourvèdre für den Clos des Cèdres) nach vollendetem Winterschnitt: 3 Äste mit je einem Pfropfen, an dem ich ein freies Auge gelassen habe. Im Idealfall ergibt das 6 neue Rebtriebe für das neue Jahr, an denen maximal 6 Trauben wachsen sollten.

Was darüber hinausgeht, wird im Frühjahr beim Austrieb als "Geiztrieb" behandelt und abgestreift oder, falls das Jahr wirklich zu wuchskräftig großzügig ist, später als Grünernte ausgedünnt.




Mardi 18 septembre 2007

Die letzten Erntetage in Lisson schon am 15. und 16. September: das gab es noch nie! Normalerweise müssen wir auf die Vollreife der letzten Rebsorte, des Mourvèdre, mindestens bis Ende des Monats warten, manchmal ernten wir ihn auch erst im Oktober. Aber in diesem Jahr, in dem alles früh ausgeschlagen hatte, haben das schöne, sonnige Wetter der letzten Wochen und ein Modellsommer - ohne viel Niederschläge aber mit genügend frischen Nächten, die dieser Rebsorte, von der man in ihrer Heimat Bandol sagt, sie "muss das Meer sehen", den Hitzestress ersparten, uns eine hervorragende Reife beschert, mit perfekt gesunden Trauben (und das nach nur einer Spritzung mit Kupfelkalk und Bio-Schwefel im Juli!).


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Die Kerne waren schön reif und knackig, wie der rechts auf dem Foto - und der Traubensaft voller Zucker mit genau dem Säureanteil, den es braucht, um eine ausgewogene Maische zu erhalten. 

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Und so zogen die Rebscheren ein letztes Mal aus, um ihren Marsch durch den Weinberg zu absolvieren.


enmarche.jpg

Natürlich marschierten sie nicht von alleine, sondern geschickt geführt von den Händen unserer Helferfreunde  - jeder von ihnen inzwischen schon vertraut mit den Besonderheiten und Schwierigkeiten des Geländes: man braucht einen sicheren Schritt in der Arena des  Cirque des Cèdres, um auf dem Schieferabhang nicht wegzurutschen und man muss seinen Eimer gut am Fuss der Rebstöcke  verkeilen, wenn man die Trauben nicht noch einmal bergab aufsammeln will.

Anja.jpg

Anja und Heiner gehören schon zu den alten Füchsen bei dieser Aufgabe und helfen uns erneut treu in dem Gelände, das Ausdauer und Behändigkeit erfordert.


Heiner.jpg

Neben dem sicheren Tritt braucht man aber auch kräftige Arme, um die Trauben mit vollem Eimer oder Kiste bis zum Rampi-Car, unserem Raupenfahrzeug - zu bringen, das wie immer meisterlich von Klaus durch das zerklüftete  Gelände manövriert wird, bis hinunter zum Haus. 


Anja-2.jpg




Winzer und Helfer sind glücklich, festzustellen, dass die beträchtlichen Anstrengungen, die wir in die Errichtung der neuen zusätzlichen Elektro-Zäune und ihre Pflege investiert haben, bereits ihre ersten Früchte tragen. Wir ernten schöne, unversehrte Trauben - die beiden anderen Sorten des Geländes, petit Verdot und Merlot, gären bereits in mit den Cabernets zusammen im Tank für die Cuvée der "Echelles de Lisson" und beim Mourvèdre wurden lediglich einige Randstöcke von Vögeln kahlgefressen und von einer grünen Eidechse, die vor unseren Augen schnell das Weite sucht.  Ein paar Löcher in den Beeren zeigen, dass auch die Bienen sich in den letzten Tagen gerne am Zucker der Trauben gütlich tun.

Am nächsten Tag  mache ich schon früh am Morgen alleine  im Weinfeld hinter dem Haus, das ebenfalls mit Mourvèdre bepflanzt ist, weiter. Das Wetter ist herrlich, es wird noch einmal ein heißer, sonniger Tag, aber der Wetterbericht warnt uns vor am Montag aufziehenden Gewitterfronten mit viel Regen und vielleicht auch Hagelschlag.

Zwei Überraschungshelfer gesellen sich am frühen Nachmittag zu uns: Jane und Dave (der von den guten Fotos von der Feuersbrunst , von der ich berichtet habe). Es ist die erste Weinernte ihres Lebens, also eine echte Weinbergtaufe


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Sie erledigen die neue Aufgabe mit viel Einsatz und Sorgfalt - gut geschütz im Schatten ihrer Sonnenhüte.


Jane-grappe-de-Mourvedre.jpg



Am Ende des Tages türmen sich die vollen Kisten im Keller. Zum ersten Mal seit langer Zeit können wir den schönen 10 hl Edelstahltank füllen. Nach einer letzten Anstrengung mit dem Holzstampfer und für mich noch einer Wadenübung mit der kleinen Trittleiter als "Stepper", auf die ich mit jeder Ladung, die bis zur Öffnung des Tanks hochgestemmt werden muss, steige, damit ich auf gleicher Höhe mit Klaus ausgestreckten Armen bin, ist es endlich geschafft: die Ernte ist eingefahren!




Der Kreis der Rebscheren schließt sich. Das Unwetter kann kommen: wir werden ruhig schlafen!





Samedi 1 septembre 2007


Gestern war es so weit: die Manschaft der Freunde - Erntehelfer erklomm mit uns den Hügel von Lisson bis hoch  zum "Clos du Curé" (die obersten 5 Terrassen hinter dem Haus), um bei strahlendem Wetter den Pinot Noir zu ernten, unsere frühreifste Sorte.

Hier schon einmal ein paar Bilder von diesem ersten Tag. Sollte dass klare, sonnige Wetter mit leichtem, erfrischendem  Nord-West-Wind uns treu bleiben, werden wir bald die Echelles (die kleinen, leiterähnlichen Terrassen) mit den Cabernets ernten können - und am Ende, wie immer, den Mourvèdre, diese spätreife Sorte, die in diesem Jahr besonders davon profitiert zu haben scheint, dass der Sommer mild und nicht zu trocken war, so dass es keinen Trocken-Stress gab.

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