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Les Knödels

Les knödels débarquent
sur la blogosphère
Die Knödel erobern
die Blogosphäre

       l-anim-knoedel.gif 

A l'est du Rhin:
Bretzel & Café Crème  Flo
Cueillir les Étoiles  Laure
Desperate Hausfrau Schatz
Les Joues Roses La Grenouille
Marmite d'un p'tit point Clairechen
Tambouille & Délices Sonia
Tambouille et Gourmandise  Frédée
Tambouille & Pistouille Ellie
Tomaten Quiche Marion
Viaggiodinozze Jeanne
Wie Gott in Deutschland Véronique

A l'ouest du Rhin:
A Moveable Feast  Ulla
Bolli's Kitchen  Katia
Lisson: journal
d'une vigneronne
Iris
Weingut - Lisson:
ein Winzertagebuch
Iris


 

soll Ihnen die Gelegenheit geben, rund ums Jahr an den aktuellen Arbeiten auf unserem kleinen Gut in Südfrankreich teilzunehmen. Unsere Webseite stellt uns zwar bereits in drei Sprachen vor, aber wie viele Webseiten, ist sie eher statisch aufgebaut. Ein Blog  (es gibt ihn schon in Französisch: hier) erlaubt hingegen, viel spontaner, aktueller und auch weitläufiger über das, was wir tun, was uns bewegt und wofür wir uns sonst noch interessieren, zu schreiben.
Begleiten Sie mich also auf dem Weg durchs Winzerjahr. Hinterlassen Sie Ihre Kommentare oder stellen Ihre Fragen, damit aus diesem Blog ein lebendiges Kommunikationsmittel wird.

Ihre Iris Rutz-Rudel

Jeudi 29 novembre 2007
blog1.JPG

  Heute konnte man auf RJB - Radio Jura Bernois und RFJ Radio Frequence Jura ein kleines Interview mit mir über meinen französischen Blog hören, das Fabrice Aebry vor ein paar Wochen per Telefon aufgezeichnet hatte. Wenn Sie neugierig auf meine Stimme sind, können Sie es noch   hier  hören  .

Die Sendereihe heißt Série Limitée… von Montag bis Freitag wird hier ausgewählte Musik gespielt und über Filme, Multimedia News, Blogs, Promis und Tricks und Tipps berichtet. Es hat mich gefreut, dass mich dieser schweizer Redakteur für die Reihe le blog de la semaine - der Blog der Woche ausgewählt hatte.

par Iris Rutz-Rudel publié dans : gelesen oder gehört commentaires (0)   
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Mercredi 28 novembre 2007


Während draußen die letzten Blätter im Weinberg vom kühlen Nordwind, der Tramontane davongeweht werden, wird es Zeit, die Olivenernte zu beginnen. Ein Teil wird auf Netzen eingesammelt, die wir unter den Bäumen ausbreiten, aber die meisten pflücke ich direkt vom Baum, indem ich sie von Hand von den Zweigen abstreife. Das nennt man die Olivenbäume "melken". Wenn wir genügend Oliven zusammenbekommen, können wir sie wieder in die kleine Olivenmühle nach Saint André de Sangonis bringen und von dort mit unserer kleinen Reserve Olivenöl zurückkommen. 


Lisson---oliviers-soleil-matin.jpg

Olivenbäume und damit die Produktion von Olivenöl lgehörten in unserer Gegend lange Zeit zur lokalen Ökonomie. Uns wurde erzählt, dass in Lisson früher bis zu 300l Olivenöl produziert wurden. Wenn man weiss, dass es ungefähr 6kg Oliven braucht, um 1l Olivenöl zu erhalten, dann kann man ausrechnen, dass hier ungefähr 2 Tonnen Oliven geerntet wurden. Damit kam sicher mehr Geld in die Kasse als mit dem Verkauf des losen Weins und die Oliven bildeten zusammen mit Maronen und Trauben  das dritte Standbein der früher üblichen Polykultur.

Olivier-Cot.JPG

Auch heute gibt es in Lisson noch zahlreiche Olivenbäume in unseren Terasse hinter dem Haus. Die Bäume sind zum Teil beim großen Frost von 1956, der in allen Kulturpflanzungen der Region enorme Schäden anrichtete, erfroren. Und da das Gut damals schon verwaist war, wurden die toten Büme auch nicht durch einen entsprechenden Rückschnitt sofort wieder aufgefrischt und neu geformt. Wir finden also noch zahlreiche bizarre tote Baumstämme inmitten von neuen Trieben, die vom Wurzelstock ausgingen und sich in ungezügeltem Wildwuchs zu  einer Hecke entwickelt haben. Jedes Jahr nehmen wir uns einige davon vor, schneiden das alte Holz heraus und wählen drei oder vier der neuen Bäume aus, um dem Ganzen Luft zu geben und die Kronen zu öffnen, damit das Licht wieder überall hin vordringen kann, diese "Bäume" sich entwickeln können und wieder mehr Frucht tragen.

Ich muß zugeben, dass es mir manchmal schwer fällt, mich von einem der toten Veteranen zu trennen, die für mich Zeugen der jahrhundertelangen Geschichte dieser Bäume sind, historische Monumente und einmalige Skulpturen auf ihre Art. Aber ich sehe auch, dass die so befreiten, verjüngten Bäume in kurzer Zeit wieder prächtig wachsen und gedeihen, wenn man sie von der Konkurrenz des Wildwuchses befreit hat.

Olives.jpg

Der Vorteil unserer alten Sorten liegt auch darin, dass sie keine Spritzungen benötigen, die die Bauern sonst heute zahlreich aufbringen, um die produktiveren und empfindlicheren Sorten vor Krankheiten und Schädlingen zu schützen. Die meisten, subventionierten Plantagen der letzten 20 Jahre wurden mit sogenannten Speiseoliven, also solchen, die schon vor der Reife für die Konfiserie geerntet werden, bepflanzt, wie der hier sehr beliebten Luque, die mir viel anfälliger erscheinen.


pub-blog-expression-alencon.jpgLeser meines französischen Blogs haben sicher schon bemerkt, dass mir diese Periode zwischen Ernte, Kellerarbeit und Beginn des Rebschnitts mehr Zeit läßt, aus dem Tal herauszukommen und meine Streifzüge vom Weinberg bis in die Dörfer und auf Märkte und auch in die weitere Umgebung auszuweiten.

Die Artikel, die sich dabei ergaben, haben mich ansprechbar gemacht für eine Anfrage von Guillaume Lapaque vor einigen Wochen, der mich aufforderte, an den rencontres des blogs d’expression locale dem Treffen lokaler Blogs im Internet teilzunehmen. Da es bei diesem Treffen auch einen Wettbewerb in der Rubrik  économie locale,  lokale Ökonomie auch für Winzer, gab, habe ich meinen französischen Blog dort eingeschrieben. Wir sind in dieser Kategorie noch nicht sehr zahlreich, aber es ist ja auch erst das 2. Treffen dieser Art. Die meisten anderen teilnehmenden Blogs kommen aus nördlichen Regionen, wie der Bretagne, so dass ich mich als einziges Südlicht etwas einsam fühle....

Falls sie die Französische Sprache beherrschen, schauen Sie doch einmal auf die entsprechenden Seiten. Ich werde hier nicht dazu aufrufen, für meinen Block abzustimmen, sondern möchte Sie wirklich anregen, einmal in dieser Zusammenstellung lokaler Blogs zu blättern und ihre Entdeckungen zu machen - auch über den Teller- bzw. Glasrand hinaus.


par Iris Rutz-Rudel publié dans : weingut-lisson commentaires (1)   
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Vendredi 16 novembre 2007


weinrallye-200.jpg Die 5. Weinrallye, ausgeschrieben von Wolf Hosbach vom Blog Hausmannskost, hat mich trotz eifriger Bemühungen aus der Kurve getragen. Das Thema diesmal, Sangiovese - möglichst nicht aus der Toskana. Klingt recht einfach, wenn man in Deutschland lebt (und nicht nur für die Toskana Fraktion). Italienische Weine sind seit vielen Jahren nicht nur in Pizzerien - wie in meiner Jugend - zahlreich vertreten. Enotheca heißt sicher mehr als ein Weinfachgeschäft und selbst beim Discounter um die Ecke bieten die Regale reichlich Auswahl für unkonditionelle Italienfans.

Ganz anders sieht das hier in Frankreich aus. Jedenfalls wenn man außerhalb der großen Städte auf dem Land lebt, hat man kaum eine Chance, eine gute Flasche aus Italien importierten Weins in die Hand zu bekommen. Wenn im Languedoc von italienischen Weinen die Rede ist, dann geht es meist um Tanks von Containerschiffen, die ein aufgebrachtes Aktionskommitee der verzweifelten Winzergenossen ins Meer geleert hat, ehe sie, von heimischen Großabfüllern auf den internationalen Markt gebracht werden und  so der  eigenen Massenware Konkurrenz machen können.

Supermärkte führen zwar inzwischen auch Weine aus Übersee, aber doch eben nur die "grosse cavalerie", also Nichts, was den Weinliebhaber vom Hocker werfen könnte - kurz: die Ausbeute meiner Recherchen war mehr als mager. Ich konnte eine einzige Flasche Chianti Classico zum Preis von 2,59 € bei einer in Deutschland beheimateten Discounterkette finden, die zwar als DOC ausgezeichnet war, deren Rückenettiket mir aber über die darin enthaltene Rebsorte nicht einmal Auskunft gab.

Ich gebe es zu, ich war feige: ich habe sie zwar gekauft, aber nicht gewagt, sie zu öffnen und hier vorzustellen.

Und so hing ich nur meinen Erinnerungen  an die Reise durch das Weinangebot Italiens und speziell der Toscana nach, die ich vor Jahren bei einem Besuch auf der Vinexpo, der weltgrößten Fachausstellung für Wein in Bordeaux, gesammelt habe.  Fast jeder Wein war eine Enthüllung für unsere französischen Geschmacksknospen. Eine alte Visitenkarte von Alessandro Francois (die Familie wanderte im 19. Jahrhundert aus Frankreich nach Italien ein), erinnert an diese Entdeckungen. Die Weine seines Castello di Querceto aus dem Greve, gehörten zu unseren schönsten Entdeckungen. Bezugsadressen in unserer Gegend gab es damals nicht - ob sich das wohl inzwischen geändert hat?

Wolf gab mir den Tip, dass ich ja vielleicht über einen korsischen Wein berichten könne. In der Tat findet man dort (und nirgendwo anders in Frankreich, wo es strenge Gesetze für die Auswahl der erlaubten Rebsorten gibt) Rotweine aus der als typisch geltenden Rebsorte Niellucio, die nichts anderes ist als der aus Italien stammende Sangiovese.

125px-Flag-of-Corsica.svg.png

Aber auch diese Piste führte nur in eine Sackgasse. Zwar weiss ich, dass die Weine aus Patrimonio schon auf dem französischen Festland angekommen sind. Einer der bekanntesten Winzer mit Charakter ist Antoine Arena, der vor allem im Kreis der Liebhaber naturreiner Weine seine Berühmtheit hat. Ich fand wunderschöne Fotos seiner Weinberge, enthusiastische Besprechungen seiner Weine, aber  50 km in der Runde (und so weit sind die nächsten Fachgeschäfte - hier Caviste genannt - entfernt), keine einzige Flasche.

Und so muss die Weinrallye diesmal ohne einen flüssigen Beitrag aus Lisson weiterfahren - schade, denn ich fühle mich in ihrem Pulk schon recht heimisch. Vielleicht habe ich bei der nächsten Etappe mehr Glück - ich bin schon gespannt, wohin die Reise gehen wird!

Da die winterliche Kälte inzwischen bis nach Südfrankreich vorgedrungen ist, hier aber noch ein korsisches Sprichwort, das man sich zu Herzen nehmen kann:

"e donne e u venu scaldanu l'omu"

Frauen und Wein erwärmen den Mann!


par Iris Rutz-Rudel publié dans : Weinrallye commentaires (1)   
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Jeudi 15 novembre 2007


 

Une fois n'est pas coutume - also keine Angst, dieser Blog wird sich nicht in einen Kochblock  verwandeln - da gibt es viele geeignetere Autoren - zumal das Kochen in Lisson schon vor Jahren von Klaus übernommen wurde - die Winzerin wird nur für Hilfsarbeiten, wie Kartoffeln schälen und würfeln, Gemüse putzen  und die gelegentliche Produktion von Kartoffelpurée beschäftigt - dafür darf ich den Wein zum Essen auswählen.


Aber zum jüngsten Start der Knöedel in die Blogosphäre passt doch unbedingt dieses Riesenexemplar, das uns gestern zum Abendessen bei deutschen Freunden im Tal serviert wurde. Aufmerksame Leser kennen sie übrigens schon von unseren Weinernten, Heiner und Anja sind inzwischen Spezialisten für den Clos des Cèdres. Auch in unserer Linkliste sind sie mit ihren Ferienwohnungen vertreten, die sich aufgrund ihrer Lage hervorragend als Ausgangspunkt für Ausflüge in die umliegenden Weingebiete, wie Faugères, Saint Chinian, die Coteaux du Languedoc  und an die Mittelmeerküste eignen.

Auch in La Licorne stand diesmal der Mann am Herd. Bei unserer Ankunft wurde gerade der Teig für die "Sättigungsbeilage" gemischt: eine Schüssel trockenes, zerkleinertes altes Baguette eingeweicht in lauwarmer Milch, zehn getrennte Eier, das Eisweiß (wofür hat man Handlanger) von Anja zu steifem Schnee montiert, etwas Mehl sowie Salz, Pfeffer und eine Prise Muskat als Gewürze: all das zu einem lockeren Teig vermengt, am besten mit kühlen Händen. Das Ganze anschließend kurz ruhen lassen, dann auf ein gebuttertes Küchentuch gelegt, das oben gut zugeknotet wird und anschließend in einem passenden Topf mit simmernden Salzwasser zweimal ca. eine halbe Stunde ziehen lassen. Dabei zur Hälfte der Zeit das Bündel umdrehen, damit der Kloß bis in den Kern gart - fertig ist der größte Serviettenknödel, den ich bisher gesehen habe.

Die Butter auf der Innenseite des Tuches ist das"truc", das kleine Geheimnis, das ein Ankleben des Teigs an der Hülle verhindert.


Serviettenkn--del-im-Topf.jpg     Serviettenknoedel-beim-auswickeln.jpg  

Dazu ein traumhaft zarter Schweinebraten - schön saftig und natürlich der unabdingbare Saucenlieferant:

 Schweinebraten.jpg

Und als Gemüsebeilage hausgemachter geschmorter Rotkohl mit pikantem Nelkenaroma.

Serviettenkn--del-bei-Tisch.jpg    Serviettenkn--del--Rotkohl-und-Schweinebraten-mit-Sauce.jpg

Fertig war der ebenso nahr- wie schmackhafte Hauptgang. Wobei der in Scheiben geschnittene Serviettenknödel durch seine lockere Leichtigkeit überraschte: ein idealer Saucenbegleiter.

Als Wein bot sich ein
Roter aus der benachbarten Appellation Faugères an, von Château Haut Fabregues, dessen dunkle Fruchtnoten und erstaunlich sanfte Tanine für einen noch jungen Wein aus Carignan, Grenache, Mourvèdre und Syrah, ihn zu einem durchaus angenehmen Begleiter für den Gang machten.

Und da 4 Personen trotz guten Appetits nur schwerlich mehr als die Hälfte des Riesenknödels schaffen konnten, weiss ich schon, was es heute Abend in beiden Haushalten zum Essen geben wird - natürlich Scheiben vom restlichen Serviettenknödel, kurz von beiden Seiten in der Pfanne gebraten - an einem kalten Frühwinterabend wie heute auch ein Genuss.

Das war's von der Unterwanderung der mediterranen Küche durch die Knödel - Fortsetzung sicher immer wieder bei den Foodbloggerinnen der Knödels.


par Iris Rutz-Rudel publié dans : Essen und Trinken commentaires (2)   
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Dimanche 11 novembre 2007
In Köln wird das Rathaus von den Narren gestürmt - in Frankreich wird der Toten des ersten Weltkriegs gedacht. Auch der 11. November ist ein Tag, der, wie der 9. in Deutschland, viele Facetten hat.

Aber heute steht keine Verteidigungslinie mehr am Rhein, wir leben im vereinten Europa und durch die Wellen des WWW sind die Grenzen der Kommunikation noch durchlässiger geworden.

Und so freue ich mich, dass mich eine Gruppe von Bloggerinnen, die als Französinnen in Deutschland oder, wie ich, als Deutsche in Frankreich leben und über ihren Alltag und ihre Erfahrungen schreiben, eingeladen hat, mit Ihnen gemeinsam unter dem schönen Titel:

Les Knödels débarquent dans la blogospère - die Knödel erobern die Blogosphäre 

zu zeigen, wie wir heute das Zusammentreffen unserer zwei Kulturen wahrnehmen. Und da der 11. November vor allem im Rheinland und in Bayern eine durchaus jecke Veranstaltung ist, haben wir unsere Fähnchen in ein für Französen sehr geheimnisvolles Objekt der deutschen Küche gesteckt.

l-anim-knoedel.gif

Katia aus Paris hat das in ihrem heutigen Beitrag - wie immer in unseren zwei Sprachen - gut auf den Punkt gebracht. Die Links zu allen anderen Mitgliedern unseres Clubs finden Sie links (wo das Herz schlägt) in der Randspalte.

Ich verspreche, über die "Mariage mets vin", die "ideale Verbindung von Wein und Gericht", die auf Französisch so viel romantischer eine "Hochzeit" genannt wird, nachzudenken und Sie an meinen Schlüssen teilnehmen zu lassen.

Ideen erfahrenerer Food- und Drink-Blogger (es können auch Männer sein), sind herzlich willkommen!




par Iris Rutz-Rudel publié dans : Strandgut commentaires (3)   
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Kellerprobe


 

 

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