Um Lisson herum zeigen sich an geschützten Stellen auch die ersten Frühlingsblüten.
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A l'est du Rhin:
Bretzel & Café Crème Flo
Cueillir les
Étoiles Laure
Desperate
Hausfrau Schatz
Les Joues
Roses La Grenouille
Marmite d'un p'tit
point Clairechen
Tambouille &
Délices Sonia
Tambouille et
Gourmandise Frédée
Tambouille & Pistouille Ellie
Tomaten
Quiche Marion
Viaggiodinozze Jeanne
Wie Gott in
Deutschland Véronique
A l'ouest du
Rhin:
A Moveable Feast Ulla
Bolli's Kitchen Katia
Lisson: journal
d'une vigneronne Iris
Weingut - Lisson:
ein Winzertagebuch Iris
Noch eine Woche bis
zum Ende der närrischen Saison und auch bis zum Finish der 8. Weinrallye, für die ich diesmal den Startschuss geben durfte. 


In den letzten
beiden Wochen war es recht ruhig auf dem Blog. Die Winzerin war unterwegs - nicht mit der Rebschere im Weinberg, wo ja die eigentliche Saisonarbeit des Rebschnitts bis Ende März
ansteht, sondern mit der Bahn auf den Schnellstrecken zwischen Frankreich und Deutschland. Es war wieder die Zeit für einen Besuch in Düsseldorf gekommen, wo meine
Mutter sehnsüchtig auf diese wenigen Tage im Jahr wartet.
In Paris angekommen, galt es, wie üblich den
Bahnhof zu wechseln - inzwischen gönne ich mir ein Taxi - die Zeiten, in denen ich mein Gepäck mutig durch Metro-Schächte und über Treppen und endlose Gänge hinter mir her zerrte,
sind vorbei. Grauer Himmel und Regen über der Stadt. Die Vélibs, die überall am Straßenrand schnell und günstig zu mietenden Fahrräder von
Paris - eine hervorragende ökologische Idee für Großstädte, blieben bei diesem Wetter in ihren Ständern. Inzwischen freute ich mich schon auf ein gemütliches und möglichst
reichhaltiges Frühstück vor der Weiterfahrt.
Ich wählte voller Gottvertrauen
das bekannte Restaurant - Bistro Terminus Nord, direkt gegenüber dem gleichnahmigen Bahnhof aus. Na ja, wie konnte ich auch vergessen, dass das in Frankreich wohl ein
frommer Wunsch bleiben muss. Wie üblich gab die kompletteste Frühstücksformel neben dem Café nur eine Scheibe Baguette, das übliche Croissant und Butter und ein Töpfchen Marmelade her -
meine Bitte um ein Stück Käse verhallte vergebens beim irritierten Garçon - für ihn war es erst 11 Uhr, man hatte die Küche also
noch nicht mit solchen Sonderwünschen zu belästigen - dass ich inzwischen schon seit 8 Stunden auf den Beinen war, konnte er ja nicht ahnen. So nahm ich mit dem vorlieb, was man mir gab und
beschloss, mich in Düsseldorf in den nächsten Tagen redlich für diese Enttäuschung zu entschädigen.







Eine Frau am Steuer für die 8. Weinrallye, dachte sich Thomas vom
frisch gestylten Winzerblog, das muss auch mal sein. Da glaubte er noch, ich bliebe brav in meiner näheren Umgebung und würde den Tross zu
einer Tour durchs Languedoc oder doch zumindest durch Frankreich einladen. Aber ich will mir ja nicht gleich den Vorwurf eines dicken Heimvorteils
einhandeln.
Also habe ich ein anderes meiner Lieblingsthemen aus den Archiven geholt - eines, dass mich auch in
meinem beruflichen Altag durchaus beschäftigt, dass mich aber auch als Weinliebhaber und Weinkäufer immer wieder fasziniert.
Also Aufruf an alle Etikettentrinker: Holt sie hervor, Eure schönsten Flaschen.
Ob es sich um die handelt, die seit Jahren brav auf dem Kaminsimms verstauben oder blank geputzt in der Vitrine der Kellerbar ausgestellt sind. Ja, die, die
ein Vermögen gekostet haben, aber die man doch einmal in seinem Leben getrunken haben muss, wenn man in entsprechenden Kreisen mitreden will (oder einfach nur nicht dumm
sterben möchte).
der endlich einmal ihrem Affen Zucker geben wollte und sie mit
diesem Sammlerstück überrascht hat und jetzt warten Sie auf eine Gelegenheit, um sie in trautem tête à tête zu zelebrieren. Dann könnte das Etikett
diesen beiden ähneln.
Ich muss zugeben, dass ich nur eine davon probiert habe, aber das habe ich
schon ausführlich hier erzählt. Die andere habe ich vor vielen Jahren einmal verschenkt, ein Dankeschön für
den einzigen Weinliebhaber, der ich damals kannte - da wollte ich natürlich auf Nummer sicher gehen.
Oder aber, zweite Chance für weniger orthodoxe
Weinfreunde:
Die Flasche, die Sie rein aus dem Bauch heraus gekauft haben - oder vielmehr ganz vom Auge her, weil Sie Ihnen in der endlosen Reihe eines Supermarktregals
aufgefallen ist oder bei Ihrem Weinhändler oder beim Stöbern im Internet, weil sie sich von den ewigen Abbildungen von Schlössern und Gütern in diskreter
schwarz-weiß-Zeichnung, den altehrwürdigen Familienwappen oder den zeitweilig trendigen schwarzen Labels mit Golddruck abhob. Durch ihre graphische
Gestaltung, die Farbe, das Motiv, die Form, den Namen, den Humor, die
Originalität oder einfach dadurch, dass sie besonders gut zur neuen Tischdekoration der Grillparty passte.
Wichtig ist in dieser Kategorie, dass beim Kaufentschluss einmal nicht
Parker-Punkte oder Sterneklassifizierungen die ausschaggebende Rolle spielten, sondern Ihr ganz subjektiver "Coup de Coeur", der
ästhetische Reiz stärker war als die letzte Forumsdiskussion oder die Verkostungsnotizen in Vinum oder das sakrosankte vorher kalkulierte
Preis/Leistungsverhältnis.
Vielleicht schlummert ja sogar noch eine solche Flasche im Keller, die aus
einem Spontankauf stammt und die jetzt mit
gutem Grund geöffnet werden könnte. Wenn Sie bisher noch tapfer den Marketingsirenen widerstanden haben, ist jetzt die Gelegenheit, sich mal zu opfern und sich ganz den
optischen Reizen hinzugeben. Wir wissen ja alle, dass inzwischen Flaschen, genau wie alle anderen Produkte, auch danach "angezogen" werden, aus welcher Entfernung man
sie im Regal wahrnimmt - 6 Meter sind da durchaus ein Verkaufsargument der Werbefuzzis, das ich schon gelesen habe.
Wagen Sie Ihr coming-out, wenn Sie schon lange ein heimlicher Liebhaber von "critter-labels" sind (gab es eigentlich eine Cuvée Knud?). Die sind ja seit dem Kängeru mit dem berühmten gelben
Schwanz überall zu finden, ob sie nun als Wölfe, Schweinchen oder französische Kaninchen daherkommen.

Die Auswahl ist groß, man kann sich auch auf den Seiten der
Önographilie und der Önosemiophilie der Sammler inspirieren lassen (hier, hier und hier), oder - auch ohne Französischkenntnisse - dem Diskussionsfaden über Etiketten und
Rückenetiketten auf dem französischen Forum LPV (La Passion du Vin)
folgen, der dort seit Weihnachten täglich mit neuen Beispielen bestückt wird.. Oder auch - dazu reichen Englischkenntnisse - den Archivbeitrag unseres großen Bruders vom Wine Blogging
Wednesday von vor zwei Jahren durchforsten.
Und irgendwie paßt das Thema ja auch in die Karnevalszeit (ich gestehe: ich bin im Rheinland geboren und großgeworden). Ziehen wir also ein
buntes (Narren)-Kleid über unsere grauen Alltagsuniformen
Drei Bedingungen: der Wein sollte verkostet - vielleicht sogar getrunken - werden. Es sollte ein Foto der Flasche oder des Etiketts geben und
dann sollte, wie immer, der Beitrag auf ihrem Blog vor Mitternacht des 6. Februar (Aschermittwoch) veröffentlicht werden. -
die 7. Weinrallye ausgerufen vom Kaulweinblog, war ja schon ein interessantes
Training.
Eine kleine Nachricht
mit dem Link zum Artikel bitte an lisson at wanadoo.fr schicken.
Leser, die keinen eigenen Blog haben, aber trotzdem an dieser Rallye teilnehmen möchten, können mir ihren Beitrag nebst Fotos per Email schicken, ich werde ihn
dann gerne in der Zusammenfassung des Themas hier veröffentlichen! Alles, was man sonst immer schon über die Idee der Weinrallye, ihre Durchführung,
"Teilnahmebedingungen", Logos und schon abgefahrene Strecken wissen muß, findet man sehr übersichtlich bei Thomas im
Winzerblog in der neu gestalteten entsprechenden Kategorie.
Ab jetzt also: Augen auf, Platz den großen Verführern, es lebe der
Spontankauf - und hoffentlich: wohl bekomms!
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