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Les Knödels

Les knödels débarquent
sur la blogosphère
Die Knödel erobern
die Blogosphäre

       l-anim-knoedel.gif 

A l'est du Rhin:
Bretzel & Café Crème  Flo
Cueillir les Étoiles  Laure
Desperate Hausfrau Schatz
Les Joues Roses La Grenouille
Marmite d'un p'tit point Clairechen
Tambouille & Délices Sonia
Tambouille et Gourmandise  Frédée
Tambouille & Pistouille Ellie
Tomaten Quiche Marion
Viaggiodinozze Jeanne
Wie Gott in Deutschland Véronique

A l'ouest du Rhin:
A Moveable Feast  Ulla
Bolli's Kitchen  Katia
Lisson: journal
d'une vigneronne
Iris
Weingut - Lisson:
ein Winzertagebuch
Iris


 

soll Ihnen die Gelegenheit geben, rund ums Jahr an den aktuellen Arbeiten auf unserem kleinen Gut in Südfrankreich teilzunehmen. Unsere Webseite stellt uns zwar bereits in drei Sprachen vor, aber wie viele Webseiten, ist sie eher statisch aufgebaut. Ein Blog  (es gibt ihn schon in Französisch: hier) erlaubt hingegen, viel spontaner, aktueller und auch weitläufiger über das, was wir tun, was uns bewegt und wofür wir uns sonst noch interessieren, zu schreiben.
Begleiten Sie mich also auf dem Weg durchs Winzerjahr. Hinterlassen Sie Ihre Kommentare oder stellen Ihre Fragen, damit aus diesem Blog ein lebendiges Kommunikationsmittel wird.

Ihre Iris Rutz-Rudel

Jeudi 21 février 2008
Heute Nacht sollte man sie wieder sehen, die Mondfinsternis mit ihrem geheimnisvollen roten Mond.

Leider war die Vorhersage der Wolkenbilder nicht vielversprechend, nach 3 Tagen mildem Dauerregen, war zwar Besserung angesagt, der Himmel aber für heute Nacht noch nicht klar...


Und doch weckte mich meine innere Uhr kurz nach 4 Uhr morgens und ließ mich, noch im Halbschlaf, vor die Tür treten. Und da war er,  am Himmel genau gegenüber, klein, aber deutlich, die Mondfinsterniss hatte begonnen, der Schatten war schon deutlich am Rand zu sehen und auch die rötliche Farbe  stimmte!


Schnell zurück, um meine kleine Kamera zu holen - das Licht des Bildschirms blendet mich - wie war das noch mal, mit den nächtlichen Himmelsaufnahmen - der Mond ist weit weg, also auf die Einstellung mit dem kleinen Berg? - ich brauche sicher eine längere Verschlusszeit - wo war das denn wieder - im Menu rauf und runter, rechts und links tasten, zu dumm, geblendet seh ich das Rädchen ja gar nicht - aha, 3 Sekunden - nein, das ist nur die Verzögerung - also zurück, manuel, das könnte es sein - und jetzt noch eine stabile Auflage suchen, sonst ist wieder alles verwackelt. Da geht's nicht, denn dann hab ich bestimmt den Balken der Pergola im Blickfeld - da auch nicht, da steht der alte Kirschbaum - bleibt nur noch das Dach des Autos weiter links - verflixt, langsam wirds mir auch kalt - so ein dünnes T-shirt ist vielleicht doch nicht die richtige Bekleidung, die Katzen sind auch ganz aufgeregt, ob sie noch etwas Hühnerhaut erwarten, oder spüren sie die Veränderung im Licht - apropo Licht, jetzt bin ich in Position, aber wo ist jetzt der Mond???

Zu lange  herumgestellt - jetzt ist er weg - hinter einer soliden Wolkenbank - auch kein Stern mehr zu sehen und genug Wind, um das schnell zu ändern, gibt's auch nicht  - na, ja, aber er war da der rote Mond - für ein paar Sekunden habe ich ihn gesehen, so wie im vorigen März durch das Teleskop (aber da  war meine Kamera in Reparatur...).


Das Bild im Kopf steige ich wieder ins Bett und schlafe bald ein und träume weiter....


sieh ma, der Mondsieh mal, der Mond!

-  zum Trost  ein Bild von Klaus - schön wie ein Gedicht ....
par Iris Rutz-Rudel publié dans : Strandgut commentaires (0)   
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Lundi 18 février 2008
Auch wenn der Frühling uns schon  mit den ersten Blüten erfreut, ist der Winter noch nicht zu Ende und Winterzeit ist die Zeit des Schweineschlachtens.

Und so findet traditionell am letzten Wochenende im Februar in Saint Pons de Thomière  die Fête du Cochon statt.

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Denn bekanntlich: dans le cochon, tout est bon  -  am Schwein ist alles gut !

Zwei Tage lang lebt Saint Pons, eine kleine Kreisstadt im Herzen des Parc Régional du Haut Languedoc im Zeichen der Säue, mit allem, was an regionalen Produkten rund ums Schwein dazu gehört.
Die Schweine werden oberhalb von Saint Pons in der Gegend um Lacaune auf einer bukolischen Hochebene in ca 800 m Höhe aufgezogen und dort auch in kleinen Unternehmen verarbeitet. Und so findet man überall die Spezialitäten der Gegend: Luftgetrockneten Schinken, Saucisses und Rosettes (Hartwürste), Boudin (Blutwurst) und Bougnettes (ein überdimensionaler Fleischklops mit Brot und Ei)...

Auf dem Markt während des Schweinefests wird auch gezeigt, wie das alles nach traditionellen Methoden gemacht wird. Natürlich gibt's dazu auch große Gemeinschaftsessen und auch die traditionelle Musik auf Flöten und Dudelsack darf nicht fehlen.

Die ganze Stadt macht mit und stellt Szenen der fatigue du cochon (des Schlachtens und Verarbeitens) in traditionellen Kostümen nach.

undefinedMotiv eines T-Shirts, das man bei den Verteidigern der Bougnette erwerben kann.

Sehr aktiv ist dabei die ein Verein, der sich "Bonhetaires dal Soumal" nennt, eine Bruderschaft, die sich den Erhalt der kulinarischen Tradition unter besonderer Hervorhebung der Bougnette zum Ziel gesetzt hat.

Aber es gibt ja nicht nur die Schweinezucht nördlich von Saint Pons, sondern auch den Wein südlich davon, im Minervois. Und auch hier wird die Tradition gepflegt, indem eine Gruppe von traditionsverbundenen Bonhetaires jedes Jahr in den Weinberg "Lou Camp del Cers" zieht und dort die Trauben für ca. 3000 Flaschen Wein erntet, die zu Gunsten des Vereins verkauft werden.

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Das gibt dann den seltenen Tropfen namens Le Groin de Folie - ein Wortspiel mit grain de folie (grain = Beere - folie = Verrücktheit - französischer Ausdruck für leicht verrückt). Ein groin ist die Schweineschnauze (die, mit der sie so gut Trüffel aufspüren und vollreife Trauben erkennen können:-)).

Ich konnte den Wein noch nicht probieren - ob er, mir seinen Grenachetrauben edler ist, als ich das vom Metzgersekt vermutete, wird also erst irgendwann  in der Zukunft hier mitgeteilt werden können.





par Iris Rutz-Rudel publié dans : Essen und Trinken commentaires (1)   
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Dimanche 10 février 2008
 
Gibt es einen Unterschied zwischen typisch französischen und typisch deutschem Geschmack ?  Für den Wein, wage ich es nicht, da eine Aussage zu machen, mir fehlt eine Untersuchungsgrundlage und ich habe mir diese Frage auch schlicht noch nicht gestellt.

Als kleine Nachlese zur Weinrallye # 8, wo es ja ausdrücklich um die Lieblingsetiketten von Wein- und Foodbloggern ging, möchte ich aber doch die Ergebnisse der französischen und deutschen Teilnehmer zum Vergleich nebeneinander stellen. Und da sich über Geschmack ja nicht streiten läßt, werde ich mich diesbezüglich auch jedes Kommentars enthalten.

Hier also die Ausbeute beider Gruppen als kleine Diashow und als Fotoblock:

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undefinedals Diashow auch hier zu sehen

Und noch einmal herzlichen Dank teilnehmenden allen Bloggern, die mir in Kommentaren, privaten Emails oder sogar eigenen Beiträgen so viele Blumen geschickt haben. Das geht runter wie Butter!

Ich bin jetzt schon gespannt auf die Alltagsweine, die am nächsten Start sein werden und dann von Harald Steffens vom Weingut Steffens Kess am 8. März fachgerecht gelagert werden.


par Iris Rutz-Rudel publié dans : Weinrallye commentaires (1)   
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Vendredi 8 février 2008
Nach einem  ausgedehnten, teils interessanten, teils befremdenden aber auch amüsanten längeren Ausflug in die Welt der deutschen Weinblogger, sei's als Beobachter ihrer Querelen, sei's als rasender Weinrallyereporter, ist jetzt wieder Ruhe in Lisson eingekehrt und die Winzerin widmet sich ihren eigentlichen Aufgaben.

Zum Glück ist das schöne Wetter auch zurück - also Rendez-vous avec le Soleil beim Winterschnitt im Weinberg. 

Rebschnitt 1

Über den Ablauf dieser zeitaufwändigen Arbeit, bei der man eine der wichtigsten Grundlagen für  die Qualität des kommenden Jahrgangs legt, habe ich ja schon Anfang Januar berichtet.  Da gibt es auch Links auf frühere Artikel zu diesem Thema und Quellen bei anderen Winzerbloggern.

Seit gestern gibt es aber zum erstem Mal auch Fotos  davon. Alle vorausgehenden Versuche, mit Rechts zu schneiden und mit Links  gleichzeitig die Raiser und  die Kamera zu halten und dabei etwas anderes als ein Stück  Ärmel oder eine Schuhspitze  aufs Bild zu bannen, schlugen in den vergangenen Jahren kläglich fehl.

Diesmal unterbracht Klaus freundlicherweise  kurz seine Holzfällerarbeiten  im benachbarten Grüneichenwäldchen , um mich auf frischer Tat im Bild festzuhalten.

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Ich arbeite, wie schon berichtet, mit einer elektrischen Rebschere der Firma Electrocoup (und bekomme für diese Schleichwerbung keinerlei Rabatte oder Sonderklicks:-)). Sie wird  mit Akupacks betrieben wird, die man wie einen kleiner Rucksack auf den Rücken schnallt und für ungefähr 8 Stunden Autonimie garantieren, ehe man sie wieder aufladen muss. Vorne hängt, wie beim Sherif im wilden Westen  ein Lederhalfter am Gürtel, in das man die Schere stecken kann, wenn man mal ein paar Schritte läuft, um  den Rücken zu strecken.

Winterschnitt taille

Meine Haltung auf den Fotos ist natürlich besonders schlecht fürs Kreuz und geradezu unprofessionell - auch bei geringen Steigungen sollte man sich immer unterhalb des Rebstockes positionieren und so gegen den Hang geneigt arbeiten, um den Rücken zu schonen.  Aber was tut man nicht alles für eine Fotosession...

Wie schon im Januarartikel erklärt, forme ich hier nach dem Gobelet- oder Becherschnitt. Man sieht auch am nicht gestutzten Rebstock hinter mir, dass es sich beim Mourvèdre um eine Rebsorte mit sehr wenig biegsamen, aufrecht wachsenden Ruten handelt, weshalb man hier auch auf jede Form von Stütze oder Anbinden verzichten kann. Man muss bei solchen Rebsorten nicht fürchten, dass die Ruten mit den Blättern später am Boden liegen und so die weiteren Arbeiten behindern, wie z.B. das regelmäßige Sensen unserer Dauerbegrünung, den Durchgang für eventuell notwendige Spritzungen oder auch, ganz am Ende, die Ernte.

Die im Idealfall auf 5 bis 6 fruchttragende Ruten beschränkten Weinpflanzen sind durch diese aufrechte Haltung auch immer ideal durchlüftet, so dass keine Staunässe entsteht und eventuelle Feuchtigkeit nach Regen schnell wieder abtrocknet. Das spart Spritzmittel und ermöglicht in trockenen Jahren, wie z.B. 2007, mit nur einer Kupferkalkspritzung im Juli die Pflanzen ausreichend zu schützen - in nördlicheren oder westlicheren Breiten ( Champagne oder Bordeaux) konnten die Kollegen im letzten Jahr in ihren regengebeutelten Weinfeldern mit starkem Befall von falschem Mehltau nur davon träumen.

Mourvedre

Hier ein schön offen geformter Stock, an dem man deutlich sieht, dass das Innere für die spätere Sonneneinstrahlung und damit für eine maximale Fotosynthese gut geöffnet ist.

Der kurze Anschnitt ist auf dem letzten Foto dieser Serie gut zu erkennen. Ich schneide  so, dass über dem schlafenden Auge an der Basis des Pfropfens ein freies Auge für den zweiten Fruchtreiser bleibt.

courson Pfropfen
Damit sind von meiner Seite die Weichen für die angestrebte Ertragsmenge gestellt - den Rest bestimmt das Klima des Jahrgangs. Nach unserer Erfahrung sollte man beim Mourvèdre eine Etragsmenge von 20 bis 25 hl pro Hektar nicht übersteigen, wenn man konzentrierte Weine mit hoher Lagerfähigkeit für den Barriqueausbau anstrebt, wie sie auch von den besseren Traditionsgütern in Bandol gemacht werden.

Mourvèdre gehört seit einigen Jahren auch zu den Verbesserungs-Rebsorten (cépages améliorateurs) der meisten hiesigen AOCs, wie Saint Chinian, Faugères und generell die Weine der Coteaux du Languedoc. Die Rebsorten Mourvèdre, Syrah, Grenache und Lledoner Pelut  müssen  mindestens 40% (seit 2005 50%) der Anbaufläche eines AOC Winzers ausmachen und neben den traditionellen Rebsorten Carignan und Cinsault auch zu entsprechenden Mindestanteilen (Mourvèdre mindestens 5%) in die Mischsätze (Assemblages) aufgenommen werden. Reine Rebsortenweine, wie wir sie in Lisson oft aus 100% Pinot Noir oder 100% Mourvèdre erarbeiten, sind vom AOC ausgeschlossen und müssen als Vin de Pays oder, wie in Lisson, als Vin de (très bonne) Table gekennzeichnet werden.

Und weils gerade so schön passt, hier als Anhang noch ein paar Zahlen.

Während bei den AOCs die Ertragsmengen je Appellation auf 45 bis 55 hl/Ha beschränkt werden müssen, sind für VdP und VdT oft 80 bis 90 hl/Ha erlaubt. Je nach Verkaufskurs an der Weinbörse kann sich ein Weinbauer also ausrechnen, ob er besser auf Menge oder Qualität setzt - ein einfaches Rechenexempel Quelle ONIVIN (Office National Interprofessionnel...des Vins) für die letzten statistisch ausgewertet vorliegenden Kampagnen:

AOC: Coteaux du Languedoc incl. St.Chinian /Faugères: 
1997/98  77,1 €/Hl  2005/06 79,8 €/Hl

VdP Languedoc/Roussillon 
2005/06 49,99 €/Hl 

VdT Languedoc/Roussillon 
2005/06 37,43 €/Hl

Bei abgerundeten Zahlen (ich bin rechenfaul) ergäbe das für einen durchschnittlichen Weinbauern, der seine Entscheidungen nicht vom Mythos Wein, sondern von seinem Bedarf an Monatseinkommen für die Familie abhängig macht für als AOC deklarierten Wein ein potentielles Einkommen von 4000 €/Ha, für einen, wegen seiner höheren Ertragsmenge nur als VdP zugelassenen Wein ein mögliches Einkommen von 4500 €/Ha. Faites votre calcul!



Für Neugierige zum Selbststudium hier noch ein paar Zahlen aus der gleichen Quelle zu einer anderen Region, die dieser Tage stark in der Diskussion auftauchte:

AOC:
Bordeaux: 1997/98 von 157,3 €/Hl auf 2004/2005 96 € /Hl

Saint Emilion et Grands Crus: 1997/98 von 398,8 €/Hl auf 2004/05 307,0 €/Hl

Medoc
: 1997/98 von 322,7 €/Hl auf 2004/05 166,4 €/Hl


VdP Aquitaine: 2005/06 52,16 €/Hl
VdT Aquitaine:
2005/06 32,49 €/Hl

Alle Angaben ohne Gewähr, à consommer avec modération!





par Iris Rutz-Rudel publié dans : Arbeit im Weinberg commentaires (1)   
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Vendredi 8 février 2008
undefinedSo, auch der  letzte Rallyeteilnehmer ist angekommen, Susanne vom  undefined SanoViaBlog hat heute  mit einem Tag Verspätung ihren Beitrag eingereicht, sich aber mit einem originellen Etikett  freigekauft, das man am besten in seinem Kühlschrank bewundert oder auf der winterlichen Terrasse. Obwohl, im Norden sind 12°C vielleicht schon Frühling.


Die Teilnehmer waren zum Teil schon im Januar gestartet, für lamiacucina kein Wunder,undefined handelte es sich bei seinem wunderschönen Etikett doch um einen Eiswein!  

undefinedAuch Martin Barz von berlinkitchen  startete am letzten Januartag mit einem Madiran und  Erigone aus der griechischen Mythologie.Da er früh gestartet ist, findet man den Artikel jetzt, indem man den Namen des Weins Erigone in die Suchmaske seiner Seite eingibt:-).

Dann kündigte Bernhard Fiedler an, dass die Weinrallye aus Zeitgründen leider ohne ihn stattfinden musste, zumal er auch seinen Opus One 1990 nicht opfern wollte, um einen Freund nicht zu vergrätzen, aber vielleicht liefert er uns doch irgendwann einmal die versprochene Abhandlung über die Entwicklung der österreichischen Etiketten in den letzten Jahrzehnten oder mehr zu seiner Initiative Art Meets Red.

undefinedVinissimus
fragt sich ob es eine Korrelation zwischen der Gestaltung und dem eigentlichen Produkt gibt - verweist auf Versuche aus Österreich und bedauert in der modernen Designlandschaft das Fehlen von Humor und Augenzwinkern. Die findet man reichlich auf seinem Beispiel, dem Climbing Shiraz 2005 von Cumulus Wines, Orange, Australien.

Bei den Bildergeschichten von Harald vom Weingut Steffens-Keß treffe ich auf einen guten Bekannten, Marc Valette vom Weingut Canet-Valette, 20 km südlich von Lisson und seinen Wein Ivresses 2006, AOC Saint Chinian. Auch wenn Harald Marcs Konterfei etwas merkwürdig vorkommt, kann ich zur Erklärung nur undefined sagen, dass Marc wohl eher mit Freunden am Tresen (zinc) diskutiert, als im Smoking herumzulaufen - und ivresses können eben alle Arten von Räuschen sein.

undefined Sabrina und Simon von CulinariaCuriosum begeistern sich für die Etiketten von Bonny Doon und stellen uns mit Cardinal Zin 2003, Le Cigare Volant 2002 aus Californien und einem Portugiesen von der Quinta do Passadouro 2005 gleich 3 internationale Flaschen und ihre besonderen Etiketten vor.

undefinedBei Lars von schreiberswein begegnet uns einer der wenigen deutschen Weine dieser Rallye, wen wunderts, dass er zwar aus dem Rheingau, dort aber aus Anthony's Garage Winery stammt und auf den schönen Namen Pearls and Roses hört. "Here comes the sun" singt unser Verkoster, damit ist wohl alles gesagt.
undefinedChristoph Raffelt macht seinem Gewerbe der visuellen Kommunikation als Augenmensch alle Ehre, indem er sich zwischen Trasch und Anspruch schließlich doch für graphisch ausgestaltete Etiketten entscheidet, und jede Menge möglicher Kandidaten Revue passieren läßt, um sich schließlich für den Geol 2005 von Tomas Cusiné aus Spanien zu entscheiden, den er auch mit ins Bett nimmt...

undefinedChristian von Wein Podcast, vermutlich einer der jüngsten Teilnehmer, von der Fachhochschule in Geisenheim ist der einzige Teilnehmer, der das Etikettentrinken im klassischen Sinn gewählt hat. Dank eines Seminars über Super Premium Weine im Rahmen seiner Ausbildung berichtet er von der Verkostung von 4 dieser Weine, darunter ein Penfold Grange 1999 und ein Antonori Salaia aus dem gleichen Jahrgang aus der Toscana. Außergewöhnlich fand er sie alle, aber Weltklasse?

undefinedNiko von den gleichnamigen Weinwelten liefert uns the most sexiest pin up wine mit Sugar Babe, ebenfalls von Anthony Hammond aus dem Rheingau und legt zum Ausgleich noch einen Fabelhaft 2005 von Niepoort aus dem Douro in Portugal dazu, der gleich bei mehreren Teilnehmern als schon klassisches Musterbeispiel eines originellen Etiketts genannt wurde.  Mit Lars teilt er offensichtlich die typisch männliche Vorliebe für Pink:-).

undefinedWolf von Hausmannskost fand Eiche, innen und außen bei seinem Weinhändler bei diesem herbstlich gewandeten Etikett des Dogajolo IGT 2003 aus Italien, der auch Thomas, wie man später sehen wird, ins Auge stach.


undefinedPeter Kaul vom Kaulweinblog findet auch Eichenholzflair, obwohl was anderes draufsteht bei einem Unoaked Chardonnay 2005 Montana East Coast aus Neuseeland und nimmt uns bei dieser Gelegenheit mit auf eine Reise nach Malborough...



undefinedAlexander und Juja Risma von verkostet.de schreiben auch über den äußeren Schein. Zu den Etiketten und ihren Weinen gibt es gleich die Anekdote der Entdeckung dieser geglückten Verbindung einer verschrobenen Winzerfamilie aus dem Wallis mit einer jungen Kunststudentin. Heraus kam eine ganze Serie von guten und originell verpackten Weinen der Familie Caldelari aus Salgesch im Oberwallis, Schweiz.


undefinedCharles Buganowski hat uns einen interessanten Wein gecastet, dessen Etikett sich nicht auf den ersten Blick erschließt. Deep Blue von Tesch ist eine Spätlese trocken von 2006, bei deren Beschreibung man auch seine Allgemeinbildung um die lateinische Bezeichnung von Cassis bereichern kann - auch hier kommt zum Schluss noch Pink ins Spiel, und sei's auch nur mit der zum Wein empfohenen Hörprobe (leider nur mit i-tunes).

undefinedMathias Metze von Viva-Vino holt uns (hoffentlich) Biowein aus dem Keller. Er untersucht drei verschiedene Stile, um zu überprüfen, ob man eine Konkordanz zwischen Wein und Etikett finden kann. Einen Riesling Kabinett feinherb 2006 von Heyl zu Herrnheim, einen Jasci 2006 Montepulciano D'Abruzzo und eine Syrah der Bodega Ruiz Villoneva 2002 aus der Mancha, Spanien. Nachdem die Konkordanz zu seiner Zufriedenheit festgestellt werden konnte, widmet er sich in lockererer Umgebung einem guten Bio-Essen.

undefinedSo gestärkt wechselt er den Hut und liefert uns in seinem San Lorenzo Blog einen Nicht-Beitrag, mit dem er gerne eine ausführlichere Diskussion zum Sinn und Unsinn von Etiketten anzetteln möchte.



undefinedEin newcomer, der aus Yakarta teilnimmt, Rainer Adam, der als  themanfrommoselriver blogt, sc
hreibt nicht nur  über Moselwein, sondern besitzt auch Weinberge in Victoria Australien, wo man sich bald auf die neue Ernte vorbereitet. Von ihm erfährt man nicht nur interessantes über den Grund von vorübergehenden Versorgungsschwierigkeiten im indonesischen Weinhandel, sonden lernt auch - aus seiner Kellerreserve - den Rees Miller Estate 2004 Cotton's Pinch Merlot kennen aus der Upper Goulburn Wine Region. Brush up your English!
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Thomas Günther von weinverkostungen widmet sich als einziger ganz den critter-labels, den tierischen Weinetiketten und wirft die Frage auf, warum so viele Haustiere auf Weinetiketten? Ich glaube, Svetlana hat in ihrem Kommentar die Lösung schon gefunden!


undefinedThomas vom Winzerblog hat im Selbsttest Jacques Weindepot durcheilt, um endlich einmal Weine nur nach Ausstattung zu erwerben. Ihn überkam dabei die Erkenntnis, wie wunderbar das Leben eines Etikettentrinkers doch sein muss, der sich über keine der üblichen Fragen, die den Weinliebhaber sonst umtreiben, mehr Sorgen machen muss. Er stellt uns 4 Weine in Aussicht, die er, wenn er als rasender Reporter wieder weniger unter Zeitdruck steht, auch zu verkosten verspricht. Zunächst den Chardonnay 2006 fut de chêne von der Domaine Bosquet aus Frankreich, zu der ich ihm schon den Tip geben kann, dass bosquet auf deutsch kleines Wäldchen heißt (und vielleicht im Süden aus Eichen besteht), der Fassausbau hat da aber sicher auch Pate gestanden. Wir hören den Fachmann, wenn er über Nassleimetiketten im Gegensatz zu Selbstklebetechnik dissertiert, bevor ihn der Frank Potts 2005 Bleasdale Longhorne Creek aus Australien fragen läßt, ob es verkaufsfördernd sein könnte, wenn der Winzer sein Foto auf's Etikett setzt, bevor er sich zu seinem Favoriten, dem schon oben bei Wolf  erwähnten Dagojolo, diesmal 2006 aus Italien bekennt. Seinen 4. Einkauf, ein badischer Weißburgunder von 2002 sollte man selbst entdecken.

undefinedIn meinem eigenen Beitrag habe ich einen Carignan  Rendez-vous avec le soleil 2002 vom Clos du Gravillas in Saint Jean de Minervois, Vin de Pays aus dem Languedoc vorgestellt, den ich ausschließlich wegen des Etiketts erstanden hatte. Heute war er noch wesentlich besser, da langsam auf Zimmertemperatur, als während der Verkostung am Computer, die ich Mittwoch Abend auf den letzten Drücker durchgezogen habe:-) Und natürlich ging mir heute den ganzen Nachmittag im Weinberg das Chanson von Trenet nicht mehr aus dem Kopf.

undefinedSvetlana von myexperience4you hat wie schon beim letzten Mal wieder eine Art kulinarisches Gesamtkunstwerk abgeliefert, in dem nach den Vorworten zum Entrée ein Mionetto Novello 2007 aus Venetien in Italien als Apetitöffner gereicht wird, bevor der Gracher Himmelreich Riesling Kabinett aus der Kollektion vom Weingut  Heribert Kerpen,  MoselSaar-Ruver sich bei Hauptgang und Nachspeise als recht unterschiedlicher Begleiter erweist. Der Beitrag klingt aus zum brazil-jazz von Helena Noguerra und wir fühlen uns nach der Conclusio voll befriedigt.

undefinedIch bin neu hier stellt sich Markus Pflugbeil von weintagebuch ("beta") von pflugblatt.de vor. Und dann holt er aus einer längst vergessenen Kiste im Keller den Tentacão der Casa Ermelinda Freitas, Pamela DOC aus Portugal vor. Das Etikett spielt wohl mit dem Namen der Rebsorte Tinto C
ão und Tentacão = Versuchung , die auf dem Etikett sehr schön umgesetzt ist. Eine amüsant geschriebne online-verkostung zwischen Scanner und Computer.

undefined 3 vor 12  kam dann noch der Beitrag von Theo von gumina.de - Notizen für Genießer. Bloggen auf den letzten Drücker stand auch bei ihm an - unterstützt von Kellermeister Thomas  berichtet er vom gemeinsamen brainstorming und er erlaubt uns sogar einen Blick auf  sein eigenes kreatives Etikett.

Gerne hätte ich hier jetzt auch noch ein wenig Statistik betrieben und die 8. Weinrallye auch mit Zahlen ausgewertet, (24 Beiträge, 3 neue Teilnehmer, 23 Weine direkt verkostet, 31 Etiketten plus viele Hinweise auf weitere, 3 x Niepoort genannt, also Spitzenreiter, 2 x Dagojolo - 4 Deutsche, 3 Franzosen, der Rest aus aller, oft der neuen, Welt).

Aber zum Abschluß dieser Zusammenfassung fürchte ich, dass meine verbleibende Energie nicht mehr reicht, um nach journalistisch einwandfreien und unwiderlegbaren Kriterien vorzugehen (und anders wäre im Moment ja schlecht:-). Auch für den Vergleich mit den Ergebnissen der französischen Blogger der Vendredis du Vin werde ich wohl erst wieder Kraft schöpfen müssen...

Auf jeden Fall möchte ich allen Teilnehmern der 8. Weinrallye, ob alten Hasen oder Neulingen, herzlich danken: es war ein großes Vergnügen, sich durch all diese Beiträge hindurch zu arbeiten und ich habe viele anregende Gedanken und Fragestellungen darin gefunden. Und auch für's Auge gab es viel zu sehn.

Ich gebe jetzt den Staffelstab weiter an Harald Steffens vom Weingut Steffens-Kess, der hier das  Thema für die Weinrallye # 9 verraten wird und begebe mich wieder in meinen Weinberg.






par Iris Rutz-Rudel publié dans : Weinrallye commentaires (3)   
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