Kalender

Mai 2008
L M M J V S D
      1 2 3 4
5 6 7 8 9 10 11
12 13 14 15 16 17 18
19 20 21 22 23 24 25
26 27 28 29 30 31  
<< < > >>

Kommentare

Les Knödels

Les knödels débarquent
sur la blogosphère
Die Knödel erobern
die Blogosphäre

       l-anim-knoedel.gif 

A l'est du Rhin:
Bretzel & Café Crème  Flo
Cueillir les Étoiles  Laure
Desperate Hausfrau Schatz
Les Joues Roses La Grenouille
Marmite d'un p'tit point Clairechen
Tambouille & Délices Sonia
Tambouille et Gourmandise  Frédée
Tambouille & Pistouille Ellie
Tomaten Quiche Marion
Viaggiodinozze Jeanne
Wie Gott in Deutschland Véronique

A l'ouest du Rhin:
A Moveable Feast  Ulla
Bolli's Kitchen  Katia
Lisson: journal
d'une vigneronne
Iris
Weingut - Lisson:
ein Winzertagebuch
Iris


 

soll Ihnen die Gelegenheit geben, rund ums Jahr an den aktuellen Arbeiten auf unserem kleinen Gut in Südfrankreich teilzunehmen. Unsere Webseite stellt uns zwar bereits in drei Sprachen vor, aber wie viele Webseiten, ist sie eher statisch aufgebaut. Ein Blog  (es gibt ihn schon in Französisch: hier) erlaubt hingegen, viel spontaner, aktueller und auch weitläufiger über das, was wir tun, was uns bewegt und wofür wir uns sonst noch interessieren, zu schreiben.
Begleiten Sie mich also auf dem Weg durchs Winzerjahr. Hinterlassen Sie Ihre Kommentare oder stellen Ihre Fragen, damit aus diesem Blog ein lebendiges Kommunikationsmittel wird.

Ihre Iris Rutz-Rudel

Mardi 11 mars 2008
Vor zwei Jahren fand ich auf der Jagd nach altren Weingläsern (neben ausgefallenen Kochbüchern und Büchern über Wein meine dritte Sammelleidenschaft) dieses schöne alte Fleißkärtchen bei Monique Ferrat, der freundlichen Dame, die den Laden mit den regionalen Spezialitäten und die Brocante in Olargues betreut.


bon point (Fleißkärtchen) Pasteur - Vorderseite

Ich weiß nicht, aus welcher Zeit des vorigen Jahrhunderts es genau stammt - ich würde auf die dreißiger Jahre tippen. Die Rückseite zeigt Louis Pasteur, wie Wikipädia richtig sagt, einer der bekanntesten Wissenschaftler Frankreichs, dem nicht nur das berühmten Institut Pasteur in Paris seinen Namen verdankt, sondern der auch wirklich in Frankreich wie ein Nationalheld verehrt wird.

Besonders geschätzt wird er natürlich auch in Winzerkreisen, schließlich entdeckte er als erster die Geheimnisse der Milchsäuregärung und damit der Fermentation, sondern er gewann auch neue Erkenntnisse über die Weinsäure. Der ihm zugesprochene Satz: Der Wein ist das gesundeste und sauberste aller Getränke (der auf dem Bild oben zitiert wird), zierte jahrelang Schilder am Straßenrand von Béziers ob das heute noch so ist, möchte ich angesichts des zweiten Teils dieses Artikels fast bezweifeln...


bon point Pasteur - Rückseite

Die Rückseite enthält unter der Überschrift: Nährwert des Wein  eine vergleichende Auflistung: 1 Liter Wein mit 10° Alkohol entspricht dem Nährwert von 900 gr Milch, 370 gr Brot, 585 gr Fleisch oder 5 Eiern.

Daraus schloß das unterzeichnende Nationale Propagandakommité, also so eine Art Marketingsgesellschaft des Weinbauverbandes aus Paris folgerichtig:

Der Wein ist gesund, trinken Sie Wein.

Nun, wie schon hier ausgeführt, war in noch nicht so lange vergangenen Zeiten in Frankreich der Liter Wein vom Familientisch nicht wegzudenken, was eben auch den relativ hohen Prokopfverbrauch jener Zeiten erklärt - ein alltägliches Produkt.

Wenn ich mir die heutigen Preise für die angegebenen Mengen ansehe: zwischen 0,80 und 1,60 € für die Milch  (je nach Qualität), zischen 1 und 3 € für die Eier, zwischen 5 et 15 € für Fleisch (nach oben hier allerdings offen...) und - wie bei meinem Dorfbäcker, um 2,50 € für die gleiche Menge Brot - stelle ich fest, dass all das inzwischen wesentlich teurer ist, als ein Liter Tafel- oder Landwein mit 10° Alc., sei er aus dem Midi oder aus  Bordeaux (wobei ich natürlich nicht von den Primeurweinen spreche:-)).

Aber ich vermute, dass diese Art von Fleißkärtchen in der Pädagogik heutzutage genau so politisch unkorrekt wären, wie eine mit zu positiven Bildern arbeitende Weinwerbung in Frankreich. Gott in Frankreich dürfte vielleicht noch ein Gläschen trinken (wenn er sich dabei nicht werbewirksam fotografieren läßt), Wasser in Wein zu verwandeln würde nicht nur von konkurrenzneidischen Winzern, sondern vor allem von der sehr aktiven Anti-Alkohol-Lobby angeprangert - und für Maria und ihre Schwestern sähe die Sache ganz böse aus.  
Gemäß eines ministeriellen Erlasses vom 2. Oktober 2006, müssen ab dem 3. Oktober 2007 alle Flaschen, die alkoholische Getränke enthalten, mit diesem Logo geschmückt werden:

undefined

oder den folgenden Aufdruck zeigen:
"la consommation de boissons alcoolisées pendant la grossesse, même en faible quantité, peut avoir des conséquences graves sur la santé de l'enfant" - Der Konsum von alkoholhaltigen Getränken während der Schwangewrschaft, selbst in geringen Mengen, kann schwere Konsequenzen für die Gesundheit des Kindes nach sich ziehen -.

Das möchte ich zwar als Aussage gar nicht bestreiten, da es sich aber um einen sehr langen Satz handelt, wäre es nicht einfach, ihn elegant auch noch auf's Etikett zu zwängen, das ja seit dem vergangenen Jahr auch schon den obligatorischen Warnhinweis "enthält Schwefel" aufnehmen musste. 

Also experimentiere ich jetzt auf der Suche nach dem geeignetsten Ort für das neue Logo  auf unseren Etiketten. Manchmal frage ich mich dabei, ob es in Ländern, die nicht der gleichzeitigen Anti-Alkohol-Kampagne wie Frankreich ausgesetzt sind, nicht irrtümlich als Verbot des Getränks für adipöse Personen, deren Body Mass Index  (BMI = Gewicht geteilt durch die Körpergröße zum Quadrat) höher als 30 ist und die zusätzlich noch Pferdeschwanzträger sind, mißinterpretiert werden könnte. .. an Ihre Taschenrechner  - oder dem Link folgen, da wird das für Sie online berechnet!


Hier also als Scoop die ersten Entwürfe für unseren Jahrgang 2006:

nouvelles   étiquettes
Wie Sie feststellen, haben wir uns noch nicht entschlossen, ob die abgebildete Person nun links- oder rechtsdrehend repräsentiert werden sollte. Dabei weiss man inzwischen, dass solche Entscheidungen nicht nur für den gesundheitlichen Wert von Joghurt, sondern auch für das Einkaufsverhalten von Kunden in Supermärkten von hoher Bedeutung sind - von den politischen Konsequenzen der Orientierung will ich hier gar nicht erst sprechen...

Da Umfragen aber allgemein sehr beliebt sind, möchte ich meinen Lesern und /oder Freunden unserer Weine aber auch eine Wahlmöglichkeit einräumen:


nach links (...)  oder nach rechts (...)


- kreuzen Sie Ihre Wahl an
- oder hinterlassen Sie einen Kommentar

Natürlich sollten schwangere Frauen über die Auswirkungen ihrer Ernährungsgewohnheiten auf das werdende Kind informiert werden. Das
fetale Alkoholsyndrom (FASD) kann bei starkem Missbrauch  laut Untersuchungen zu Wachstumsstörungen, körperliche Deformierungen sowie geistige und seelische Behinderungen führen. Der Intelligenzquotient der betroffenen Kinder liegt im Schnitt bei 75 (Normwert: 100). Noch gravierender sind jedoch die emotionalen Auffälligkeiten und Verhaltensstörungen, wie z. B. Hyperaktivität, Ablenkbarkeit und Auffälligkeit in der Schule

Je nach Ernährungsgewohnheiten unserer lieben Mütter (oder - für Männer, ihrer Ehefrauen), die während ihrer Schangerschaft noch nicht von einem solchen wirkungsvollen Logo geschützt und gewarnt wurden, sollten wir  ab sofort einmal in uns gehen und evaluieren, welche Schäden dieses ungeschütze Leben uns und unseren Sprößlingen zugefügt hat....

Vielleicht waren Struwelpeter, Zappelphillip und Konsorten immer schon nur die unschuldigen Opfer ihrer Eierlikör oder Pikkolöchen trinkenden Rabenmütter!


 


par Iris Rutz-Rudel publié dans : Strandgut commentaires (3)   
ajouter un commentaire créer un trackback
Dimanche 9 mars 2008

Nach der schönen und vor allem prompten Zusammenfassung der Alltagsweinrallye (Nr. 9) durch den Themengeber Harald Steffens vom Weingut Steffens-Kess folgt auch schon die Ankündigung der nächsten Herausforderung für die immer zahlreicheren Rallyeteilnehmer: Christoph Raffelt von originalverkorkt wünscht uns etwas Leichtes und Spritziges im Glas und fordert uns auf, die Rebsorte Chenin Blanc als unbekannte Vielfalt zwischen Kult- und Massenwein zu entdecken.

Für ihn
fristet Chenin Blanc, im Gegensatz zu anderen klangvollen französischen Rebsorten,  eher ein Schattendasein. Um dies ein klein wenig zu ändern und die Traube neu zu entdecken, wählt er sie als Thema der 10. Weinrallye.  

Nun, in Lisson ist der Chenin keine ganz unbekannte Größe. Um ein wenig ins Thema einzuführen und einen kleinen Vorgeschmack auf die Weine meiner Lieblingswinzer aus dem Loiretal zu geben, habe ich  aus den Archiven der französischen Ausgabe des Lisson-Blogs zwei Artikel über unseren Chenin herausgesucht. 

Vor etlichen Jahren hatten Claude und ich ein paar im Mourvèdre hinterm Haus verstreute Pfropfunterlagen dazu genutzt, um sie mit Chenin zu veredeln.  Wir wollten so im eigenen Experiment herauszufinden, ob die Rebsorte z.B. unseren Gobeletschnitt verträgt, wie die Trauben in unserem Klima reifen und ob sie, im Gegensatz zum Mourvèdre, während des Wachstums ein Stützsystem in Form von Drahterziehung oder individuellen Pflählen (wie beim Pinot)  benötigen oder nicht.

Langfristiges Ziel war die Pflanzung einer kleinen Parzelle ganz oben auf unserem Hügel (in 300 m Höhe), da, wo der Nordwind weht und vielleicht eine langsamere Reife ermöglicht, damit wir in gesundem Klima Trauben als raisins passerillés (Trockenbeeren) für einen Weißwein mit natürlichem Restzucker, wie an der Loire, ernten können. Chenin bietet dabei mit seinem hohen natürlichen Säuregehalt eine bessere Chance als z.B. Chardonnay oder die klassischen Weißweinsorten des Südens, trotz unseres heißen Klimas noch genügend Rückrat zu behalten. 

Außerdem kann man solche Weine auch in einem Betrieb wie Lisson Weißwein erarbeiten, wo bei der Weinbereitung auf externe Energie für Kühlen oder Aufheizen der Maische komplett verzichtet wird. Getreu unserer Devise: lieber slow mit no Watt - also garantiert ohne die technischen Hilfsmittel der Temperaturkontrolle, bei der oft nur Weine mit uniformen Primäraromen herauskommen. 

Hier also eine schöne Chenintraube aus der Ernte vom 30. September 2005. Diese Trauben muss ich jedes Jahr im letzten Moment vor den Erntehelfern schützen, die im Eifer des Gefechts gerne Alles abschneiden, was noch an den Stöcken hängt und so die kostbaren Trauben in den Kisten mit dem Mourvèdre verschwinden lassen könnten. Auch Klaus gehört nicht zu den Fans meiner Experimente,  er ist kein Freund der bauchigen Glasflaschen mit meinem "Weißwein", die oft genug im Ausguss enden, weil ich doch den Zeitpunkt verpasst habe, an dem ich sie hätte abziehen müssen, um sie vor der Gefahr einer  drohenden Oxydation zu bewahren, die umso größer ist, je kleiner die verarbeiteten Mengen in zu großen Gefäßen sind. Ich weiß heute, dass ich auch mir bei Mikrovinifizierungen Grenzen gesetzt sind. 

 
Wenn ein oder zwei Kisten mit den kostbaren Trauben gerettet werden konnten, folgt die zweite Hürde. Da es ja hier um eine Weißweinbereitung geht, muss sofort gekeltert werden. Unsere Presse wäre zwar für die meisten Winzerkollegen schon eine antiquarische Winzigkeit, aber hier erweist sie sich noch als viel zu groß. Vor allem für Trauben, die fast mehr Zucker als Wasser enthalten

Zum Glück können wir auf das Miniaturmodell einer vertikalen Korbpresse eines guten Freundes zurückgreifen. 
 

Aber auch damit war es noch ein schwieriges Unterfangen. Schließlich habe ich in zwei Durchgängen gepresst. Zunächst, wie für meine anderen Rebsorten mit den Rappen (Stiehlen), anschließend, angesicht der geringen Saftausbeute ein zweites Mal, nachdem ich zuvor jede einzelne Traube von Hand entbeert habe. 

Und 2005 folgte darauf sogar noch ein dritter Durchgang mit meiner kleinen Zitronenpresse - um noch ein paar Gläser mehr zu erhalten!

Der zweite Pressvorgang ohne Rappen ergab natürlich mehr Trübstoffe im Saft - das ist einer der Gründe, warum wir bei Rotweinen auf das Entrappen verzichten, da sie im Tank und vor allem auf der Presse einen natürlichen Filter bilden und so ein von Anfang an klarerer Saft in die Fässer fließt. Allerdings sind auch bei der Rotweinbereitung eventuelle Tannine aus den Rappen nicht so tragisch - vorausgesetzt, diese waren bei der Ernte ebenfalls gut gereift

 

2005 ergab diese Mühe dann die freudige Überraschung : Saft mit 17° potentiellem Alkohol.

Da kann ich nur doppelt bedauern, dass die Alea des Lebens mich bisher daran gehindert haben, die geplante, gerodete und für eine Pflanzung Anfang 2001 schon vorbereitete Parzelle wirklich zu bepflanzen...

 
2006 hatten wir übrigens das hier seltene Vergnügen die Chenintrauben komplett mit Edelfäule (botrytis cinera), wie im Sauterne, zu ernten - leider war die Menge noch kleiner als 2005. Und 2007 war die Fäule dann leider nicht mehr edel, als ich die letzten Stöcke ernten wollte:-(.

Inzwischen habe ich auch die Erkenntnis, dass die Sorte unbedingt eine gestützte Erziegung benötigt, wenn man sie in unserem dauerbegrünten Weinbergbei feuchter Witterung nicht der Gefahr durch Staunässe am Boden aussetzen will.  Ein kurzer Rebschnitt ist allerdings durchaus möglich.

Conclusion: Aus der Traube des Chenin kann durchaus auch etwas anderes als leichte, spritzige Weine machen - so das Klima mitspielt. Und für Restsüße muss man nicht in den Zuckertopf greifen. Kollegen, wie die Winzer, die in der Association Sapros zusammengeschlossen sind, haben das mit ihren natürlich konzentrierten Weinen überzeugend bewiesen. 
 
Meine eigenen Versuche sind allerdings bisher nur von partiellem Erfolg gekrönt worden (siehe oben). Deshalb werde ich für die 10. Weinrallye am 10. April mit Vergnügen eine Fremdflasche aus den Vorräten meines Keller holen und hier vorstellen - auf die Fundstücke der anderen Blogger - auch aus dem internationalen Raum -  freue ich mich jetzt schon:-) - an Christoph geht der Dank für das anregende Thema!


par Iris Rutz-Rudel publié dans : Weinrallye commentaires (0)   
ajouter un commentaire créer un trackback
Samedi 8 mars 2008

undefined11 % Alkohol - als Rebsorte 100% Oeillade (eine, auch als Tafeltraube geschätzte Spielart des Cinsault), der leicht durch die Kehle rinnt, das ist der Inhalt dieser Flasche Ubac du Domaine Beau Thorey  , der von Christophe Beau, einem erfindungsreichen und engagierten Winzer im biodynamischen Anbau, 2005 in Corconne, Pic Saint Loup, im Gard erzeugt wurde.

 


 Auch mit seinem Preis von 5 € ab Gut dürfte er sich durchaus als "Alltagswein" qualifizieren.

 

Ein wirklich süffiger Wein, den ich serviere, wenn ich weiß, dass mein Gast tanninreichere Weine nur mit einer Grimasse herunterschlucken würde. Ein Wein voller frischer Frucht, weich und geschmeidig, der keinen Widerstand im Mund bietet und sehr gut die Spaghetti am Mittag, eine Wurstplatte, ein Hühnchen, ein Kottelet oder ein Steak begleiten kann, eben die schnelle Alltagsküche

 

von eher heller Farbe

Dazu hat man noch die Garantie, dass dieser Wein nach byodynamischen Methoden angebaut und ohne Zusatz von Fremdstoffen zubereitet wurde, also rundherum eine bekömmliche Angelegenheit.

Persönlich ziehe ich eine andere Cuvée von Beau Thorey vor, die  bella para 2004, 8 € , die durch mehr Materie überzeugt und so auch einen längeren Abgang hat, aber ich freue mich, dass ich mit dem Ubac doch noch einen Wein in meinem Fundus hatte, der wohl der Vorstellung von einem Alltagswein entsprechen könnte, so man denn alltäglich Wein trinkt, über den man nicht weiter nachdenkt (und der gerade deshalb manchmal so gefährlich ist, denn da trinkt man gerne im Eifer einer Diskussion ein oder zwei Glas mehr)!

Übrigens eher eine deutsche Eigenart. Während es zum french paradox wohl auch viel beiträgt, dass nach meiner Erfahrung bei Tisch nach Abschluss des Menus mit Käse und Nachtisch meist noch ein Café serviert wird (allenfalls ein pousse café bei besonders konsistenten Mahlzeiten, also ein kleines Glas Alkohol, das die Verdauung anregen soll) und dann auch noch stundenlang bei Wasser weiterdiskutiert wird (bzw. aufgebrochen, da häufig ja auch das Essen schon Stunden vom ersten bis zum letzten Gang gedauert hat), war und bin ich immer  noch erstaunt, bei deutschen Gästen zu sehen, dass munter weiter Wein getrunken wird, solange noch irgendwo etwas in einer Flasche ist....

undefined

Aber zurück zu meinem Winzer: schauen Sie sich auf der Webseite von Christophe Beau um - es gibt da auch eine Erläuterung seines Projekts eines etruskischen Weinbergs und sogar die Möglichkeit, Mitbesitzer einiger Rebstöcke zu werden.


 

 

par Iris Rutz-Rudel publié dans : Weinrallye commentaires (0)   
ajouter un commentaire créer un trackback
Samedi 8 mars 2008

undefinedDie Franzosen verzichten zum Essen immer häufiger auf ihr Glas Wein und trinken statt dessen Wasser oder andere alkoholfreie Getränke.

So ist der Konsum von 135 L/pro Kopf im Jahr 1960 kontinuierlich auf 75,6 L im Jahr 1994/95 und auf 66,6 L pro Kopf der Bevölkerung  im Jahr 2005/2006 (in der Altersgruppe über 14 Jahre) gesunken (siehe auch hier).

Während noch 1980 Wein und Wasser bei der Hälfte aller Malzeiten getrunken wurden, ist das heute nach einer aktuellen Studie der Universität von Montpellier nur noch bei einem Viertel der Fall.

Selbst im Restaurant hat Wasser in Flaschen (früher bestellte man eigentlich immer das kostenlose Pichet, den Krug mit dem Leitungswasser)  schon weitestgehend den Platz des Weins eingenommen, Wein gilt als teuer und als ein Risikofaktor bei Alkoholkontrollen. Und selbst zu Hause ersetzt die Wasserflasche heute den Wein auf vielen Tischen.

Während 1980 noch 47% Leitungswasser und nur 24% Mineralwasser (oft ohne Kohlensäure) zum Essen getrunken wurde und der Wein auf 50% kam,  war dieser Prozentsatz in der letzten Viniflhor Studie von 2005 schon auf 27% gesunken. Gleichzeitig mit dem Wasser ist auch der Anteil der Erfrischungsgetränke ohne Alkohol  (Limonaden, Fruchtsäfte, Cola und Sirup-Getränke) von 5 auf 14% gestiegen. Wenn man dazu noch weiß, dass Wein vor allem in der Gruppe der über 35 Jährigen als regelmäßiges Getränk geschätzt wird, kann man sich auch vorstellen, welche Geschmacksrichtung in den jüngeren nachwachsenden Generationen durch diesen Trend gestärkt wird. Selbst die Zahl der Konsumenten, die angeben, regelmäßig alkoholhaltige Getränke zu trinken, ist zwischen 1990 und 2005 von 28% auf 19% gesunken.

Der Anteil der regelmäßigen Weinkonsumenten nimmt von Generation zu Generation ab, schon heute gehören die 30 bis 40 Jährigen nur noch zu den gelegentlichen Weintrinkern, die 50 bis 60 Jährigen sind die Hauptkonsumenten und die über 70 Jährigen die einzige Gruppe, die noch regelmäßig Wein zum Essen trinkt.

Studien gehen davon aus, dass sich der Geschmack zwar im Laufe des Lebens wandelt, so dass aus bis 25 Jährigen, die überhaupt nicht zu den regelmäßigen Weinkonsumenten zählen, durchaus noch gelegentliche Konsumenten werden können, zu regelmäßigem Weinkonsum wurde aber der Grundstein nicht mehr gelegt. 

Immerhin kann man daraus ableiten, dass der Weg in den Alkoholismus nicht durch Weinkonsum bestimmt wird
.


Bei den über 25 Jährigen wird Wein eher zu gehobeneren, geselligen Malzeiten im Freundeskreis gewählt (27%), der meiste Wein wird aber immer noch als Begleiter für die tägliche Mahlzeit erstanden.  Dabei ist allerdings zu bedenken, dass auch diese tägliche Mahlzeit im Familienkreis immer seltener wird – auch in Frankreich sind Fastfood und Fertigprodukte, die sich jeder individuell aus der Tiefkühltruhe in die Mikrowelle schaufelt und dann vor dem Fernseher (oder Computer)  wegschlingt, im Vormarsch.

Der zunehmende Einfluss der Anti-Alkohol-Lobby (ANPAA) , die schon seit Beginn der 90ger Jahre an Boden und staatlicher Unterstützung gewinnt, wird diese Situation nicht verbessern. Schon Anfang 1991 wurde das nach seinem Verfasser, Claude Evin, benannte Gesetzt (Loi Evin) zum Kampf gegen Tabak- und Alkoholsucht  verabschiedet, das genau bestimmt, innerhalb welchen Rahmens eine Werbung für Getränke, die Alkohol enthalten, erlaubt ist und alle anderen, nicht ausdrücklich genannten Werbeträger ausschließt. Internet war 1991 noch nicht populär genug, um in die Reihe der genannten Werbeträger aufgenommen zu werden, was in den letzten Wochen zu einiger Unsicherheit auch unter Weinbloggern in Frankreich geführt hat, ebenso wie die Verurteilung einer großen Zeitung, die eine Artikelserie über den „Triumpf des Champagners“ veröffentlicht hatte, die als verbotene Werbung durch Glorifizierung eingestuft worden war, zu Protesten in der nationalen und internationalen Presse führte.

Schaut man zusätzlich auf die Ausgaben der französischen Haushalte (hier eine Aufstellung von 2004), so sieht man, dass preislich die Durchschnittsausgaben pro Liter mit 2,69 € auch nicht wesentlich über denen deutscher Konsumenten liegen.  Es wird angenommen, dass  dabei  Importweine im Preissegment unter 1 € mit 30% zu Buche schlagen, vermutlich handelt es sich um spanische und italienische Importe (was dann auch wieder erklärt, dass der Zorn der militanten Winzerkommitees aus dem Languedoc sich gerne in Sète (dem Einfuhrhafen für solche Importe in Containern) entlädt...

Soweit zum Thema Alltagsweine in Frankreich. Das sie, wie in Deutschland, hauptsächlich in Supermarkt- und Diskounterketten gekauft werden, wo auch die praktischen BIBs einen immer größeren Marktanteil erreichen, kam ja schon bei der vorletzten Weinrallye - alles außer Glas - zur Sprache.

undefined

Ich gehöre, obwohl nicht mehr unter 25, nicht zu den täglichen Weintrinkern. Mein Geschmack hat sich im Laufe der Jahre immer mehr weg vom leichten, süffigen Wein hin zu körperreicheren Kredenzen hinbewegt . Ich trete gerne in einen Dialog mit dem Wein ein, der sich in meinem Glas befindet, möchte, dass er mir etwas erzählt, von seiner Herkunft und seinem Erzeuger, das mich berührt und beschäftigt, zum Nachdenken und Träumen bewegt. Deshalb ist mein Wein immer ein besonderes Ritual, ein Zusammentreffen mit einem neuen (oder alten) Freund, für das ich mir Zeit nehme, also kein alltägliches Ereignis...

Dass ich damit den Absatz meiner Kollegen nicht unbedingt erhöhe, ist mir klar...

Jetzt bin ich gespannt auf die Ausbeute der Alltagsweinrallye im deutschsprachigen Raum, zu der
Harald Steffens vom Weingut Steffens-Kess uns für heute aufgerufen hat.
par Iris Rutz-Rudel publié dans : Weinrallye commentaires (1)   
ajouter un commentaire créer un trackback
Dimanche 2 mars 2008

frage ich mich, wenn ich, mal so spaßeshalber die ersten 20  dieser offensichtlich auch bei deutschen Weinbloggern sehr beliebten Seite anklicke:

shameless self-promotion



par Iris Rutz-Rudel publié dans : Strandgut commentaires (1)   
ajouter un commentaire créer un trackback

Kellerprobe


 

 

Suche in diesem blog

Zufallsbilder

Bloglisten

W3C

  • Feed RSS 2.0
  • Feed ATOM 1.0
  • Feed RSS 2.0

weiter empfehlen

Cliquez ici pour recommander ce blog
 
Créer un blog sur over-blog.com - Contact - C.G.U. - Rémunération en droits d'auteur avec TF1 Network - Signaler un abus