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Unser Blog soll Ihnen die Gelegenheit geben, rund ums Jahr an den aktuellen Arbeiten auf unserem kleinen Gut in Südfrankreich teilzunehmen. Unsere Webseite stellt uns zwar bereits in drei Sprachen vor, aber wie viele Webseiten, ist sie eher statisch aufgebaut. Ein Blog  (es gibt ihn schon in Französisch: hier) erlaubt hingegen, viel spontaner, aktueller und auch weitläufiger über das, was wir tun, was uns bewegt und wofür wir uns sonst noch interessieren, zu schreiben.

Begleiten Sie mich also auf dem Weg durchs Winzerjahr. Hinterlassen Sie Ihre Kommentare oder stellen Ihre Fragen, damit aus diesem Blog ein lebendiges Kommunikationsmittel wird.

Ihre Iris Rutz-Rudel



Vendredi 30 novembre 2007

Ein Problem, dass nicht nur uns in manchen Jahren das Betreiben von  Landwirtschaft fast unmöglich macht, gab es wohl schon seit alter Zeit:

Bild-2.jpg
"Das Mittelalter in Bildern" von Jacques LeGoff . Bildunterschrift: "Szene aus dem Weinbau" und "Wildschwein, das einen Weinstock verschlingt". Miniaturen aus dem Stuttgarter Psalter, Anfang des 10. Jahrhunderts. Stuttgart: Württembergische Landesbibliothek, ms.bib. Man. 23, f 96 v.

sanglier-mort.jpg

Eine erlegte Wildsau
(2006), die sich zusammen mit ihren Kollegen wieder einmal an den fast vollreifen Trauben gütlich getan hatte, am
Fuß des Hügels von Lisson. Erlegt haben sie die Jäger von Olargues, die uns stolz zeigten, dass wir nun einen "Fressfeind" weniger haben.

Die Auswirkungen dieser Plage werden sich bei der bald erfolgenden Vorankündigung des Jahrgangs 2006  schmerzhaft (jedenfalls für uns) bemerkbar machen.


par Iris Rutz-Rudel publié dans : Strandgut
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Dimanche 11 novembre 2007
In Köln wird das Rathaus von den Narren gestürmt - in Frankreich wird der Toten des ersten Weltkriegs gedacht. Auch der 11. November ist ein Tag, der, wie der 9. in Deutschland, viele Facetten hat.

Aber heute steht keine Verteidigungslinie mehr am Rhein, wir leben im vereinten Europa und durch die Wellen des WWW sind die Grenzen der Kommunikation noch durchlässiger geworden.

Und so freue ich mich, dass mich eine Gruppe von Bloggerinnen, die als Französinnen in Deutschland oder, wie ich, als Deutsche in Frankreich leben und über ihren Alltag und ihre Erfahrungen schreiben, eingeladen hat, mit Ihnen gemeinsam unter dem schönen Titel:

Les Knödels débarquent dans la blogospère - die Knödel erobern die Blogosphäre 

zu zeigen, wie wir heute das Zusammentreffen unserer zwei Kulturen wahrnehmen. Und da der 11. November vor allem im Rheinland und in Bayern eine durchaus jecke Veranstaltung ist, haben wir unsere Fähnchen in ein für Französen sehr geheimnisvolles Objekt der deutschen Küche gesteckt.

l-anim-knoedel.gif

Katia aus Paris hat das in ihrem heutigen Beitrag - wie immer in unseren zwei Sprachen - gut auf den Punkt gebracht. Die Links zu allen anderen Mitgliedern unseres Clubs finden Sie links (wo das Herz schlägt) in der Randspalte.

Ich verspreche, über die "Mariage mets vin", die "ideale Verbindung von Wein und Gericht", die auf Französisch so viel romantischer eine "Hochzeit" genannt wird, nachzudenken und Sie an meinen Schlüssen teilnehmen zu lassen.

Ideen erfahrenerer Food- und Drink-Blogger (es können auch Männer sein), sind herzlich willkommen!




par Iris Rutz-Rudel publié dans : Strandgut
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Mardi 6 novembre 2007

Immer noch sonniges Herbstwetter im Süden Frankreichs - da sollte man den Tag nicht am Schreibtisch verbringen. Leider lies ich mich aber heute dazu hinreißen, ein paar ganz kleine, formale Dinge in meinem Bloglayout ändern zu wollen - und prompt führte vielleicht ein kleiner Klick meinerseits, vielleicht aber auch mal wieder Murphy's Gesetz in der Blogplatform dazu, dass plötzlich nichts mehr ging.

Erst war die ganze liebe Ordnung auf der Seite hin, dann erstrahlte plötzlich der ganze Blog in leuchtendem Pink, dann ordnete sich alles untereinander statt nebeneinander an. Und so, wie in alten Autoreparaturhandbüchen im entscheidenden Moment immer stand: wenden Sie sich in diesem Punkt doch bitte lieber an einen Fachmann, wurde auch ich von drohenden Hinweisen auf Operationen, die nur erfahrenen Softwarespezialisten vorbehalten bleiben sollten, verschreckt. V1 und V2 (für mich bisher unheilbringende Raketensysteme), CSS und Html sind nicht wirklich meine Domäne - aber schließlich packte mich beim Gedanken an die Verwirrung meiner Leser der Ehrgeiz - und so waren schnell die Nachmittagsstunden vergangen. Schließlich war alles wieder an seinem Platz und auch die Farben stimmten wieder einigermaßen - nur noch ein kleiner Pink-Streifen unter dem Header kündet noch von überstandenem Unheil...

Ein kurzer Gang durch den Weinberg, um das aufgestaute Adrenalin wieder abzubauen, rettete dann den Tag - die Blätter der Reben werden langsam vom Wind verweht, die Oliven reifen und der Blick vom Weinberg auf den Turm von Olargues und die dahinter liegenden Berge im Abendlicht läßt wieder Ruhe einkehren.


Abendlicht ueber Olargues


par Iris Rutz-Rudel publié dans : Strandgut
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Dimanche 4 novembre 2007
Eine Reise um die Welt auf den Wellen des WWW ist schnell gemacht und kann zu jeder Tages-und Nachtzeit und bei jedem (für Winzer vor allem bei schlechtem) Wetter unternommen werden.

Delphine und Christophe Dérouet haben es aber nicht dabei belassen, sondern haben eine echte Reise um die Weinwelt unternommen, von der sie auf ihrer Seite wineworldtour.com ausführlich und mit vielen Bildern berichtet haben.


Jetzt ist auch ein Buch dazu herausgekommen - in französischer Sprache heißt es Tour du monde de la vigne et du vin und Philippe Rapiteau, den Französischen Weinbloggern besser als: La Pipette mit dem gleichnamigen Blog bekannt, hatte die gute Idee, es uns in einem kleinen Video durchblättern zu  lassen.

Für mich ist die Weltkarte von Google Maps oft ein Ausgangspunkt für eine imaginäre Reise. Jeder neue Punkt gibt Anlass, sich vorzustellen, welcher Weinliebhaber da wohl wo auf seiner Reise durch die Blogwelt in Lisson gelandet ist.

screen-shot-google-maps-Lisson.jpg

Die französische Ausgabe meines Blogs ist da  internationaler. Auch hier häufen sich die roten Punkte im alten Europa, aber von Zeit zu Zeit tauchen auch unerwartet neue auf - mitten im Ozean manchmal. Ich stellte mir einen Leser in seinem Segelboot vor, der über Satelit die einsamen Nächte zum Surfen im Netz nutzt und sich einen guten Schluck zu seinem frugalen Mal wünscht - aber wer sitzt da mitten in der algerischen Wüste und träumt von Wein  und wer war der erste Leser in Australien - welcher Chinese wandert mit mir über den Hügel von Lisson und welcher Inuit sitzt hoch im Norden am Ufer der Hudson Bay in seinem Iglo und hört durch mich die Grillen zirpen... hoffentlich wurden nicht zu viele meiner Leser in Californien durch die Feuerbrunst aus ihren Häusen vertrieben...

Die Weltkarte, die als Beilage der Zeit vor zwei Wochen hier eintraf, hat mir die Illusion mit dem Boot genommen, schließlich lag an jedem Punkt im Meer eine Insel, La Réunion und Mauritius, Tahiti und wohl auch die Azoren. Dann hatten die Leser vielleicht doch ein Glas Wein neben der Tastatur - der Vorstellungskraft sind keine Grenzen gesetzt.




par Iris Rutz-Rudel publié dans : Strandgut
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Mercredi 17 octobre 2007
Während hier in Europa langsam auch die letzten Winzer die diesjährige Ernte abgeschlossen haben und auf das Fallen des Herbstlaubs warten, um den Winterschnitt zu beginnen,  erlaubt die Welt der Blogs,  anderswo schon wieder am neuen Austrieb der jungen Blätter (und den damit verbundenen Gefahren) teilzunehmen.  Eine interessante Fotostrecke findet man hier, auf dem Johner Blog, der zweisprachig nicht nur an der Ernte in Deutschland, sondern auch am schon begonnenen Austrieb in Neuseeland teilnehmen läßt.

Und selbst da, wo es gar keine Winterruhe gibt, werden Hilfsmittel eingesetzt,  die  den Pflanzen die für ihre Regeneration und Entwicklung notwendige Winterruhe vorgaukeln soll. Auch wenn ich dem Einsatz solcher giftigen Chemikalien mit mehr als gemischten Gefühlen gegenüberstehe, lese ich doch mit viel Interesse seit längerem vom Kampf der Familie Leaky in Kenia auf dem Blog Zabibu - nicht nur gegen das Klima, sondern auch gegen ganz spezielle Diebe - um die Möglichkeit, dort Wein anzubauen und auch zu ernten. 


Noch exotischer ist der Rahmen dieses Weinguts, das  Dominique Auroy, ein schon lange in Polinesien lebender  französischer Geschäftsmann und Weinliebhaber und  Bernard Hudelot, von der Forschungsstation in Dijon in Burgund, auf dem Landstreifen um das  Atoll Rangiroa, 355km von Tahiti entfernt, geschaffen haben. Hier  kann man, da ebenfalls keine Latenzzeit (Winterruhe) im natürlichen Zyklus der Pflanzen gibt, sogar zwei Ernten pro Jahr einfahren. Die Seite gibt es in Französisch und Englisch mit vielen Bildern und Berichten über die Versuchsreihen mit mehr als 50 Rebsorten.
par Iris Rutz-Rudel publié dans : Strandgut
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