Begleiten Sie mich also auf dem Weg durchs Winzerjahr. Hinterlassen Sie Ihre Kommentare oder stellen Ihre Fragen, damit aus diesem Blog ein lebendiges Kommunikationsmittel wird.
Ihre Iris Rutz-Rudel

Wie ein aufmerksamerLeser in seinem Kommentar zum letzten Artikel dieser Tage schrieb: "Wo bleibt der Frühling,kommen Sie
nicht mehr zum Schreiben?"
Nun, der Frühling ist auch in Südfrankreich recht wechselhaft - nach einer recht sonnigen Periode im Februar, die esmir ermöglichte, den Winterschnitt unter perfekten Bedingungen einmal früher
alssonst zu beenden und schon Anfang März damit fertig zu sein, nach ausgiebigem Regen, der die Wasserreserven der Böden und Quellen gut auffüllte und ettlichen Sonnentagen im April bis
Anfang Mai, die die Vegetation so üppig wie lange nicht mehr sprießen ließen, herrschen auch hier seit 1 Woche für unsere wärmeverwöhnten Glieder ungewohnte Temperaturen : im Schnitt nur 16°C,
eisiger, stark böiger Wind und immer wieder Schauer - also ein echtes Aprilwetter, das eigentlich im Süden schon im März abgehakt wird.
Im März waren die Lissonweine mit ihrer Winzerin auf Reisen: zur Pressevorstellung eines neuen französischen Weinführers über Weine mit eigenem Charakter "Tronches de Vin -le Guide des Vins qui ont d'la gueule",verfasst von einem Kollektiv generationsübergreifender Weinblogger, konnte man eine schöne vertikalprobe des Clos des Cèdres (2002 - 2010) verkosten - die Weine machten Lisson alle Ehre und das junge Pariser Publikum in der neuen Weinbar "Le Lapin Blanc", rue Ménilmontan im 20. Arondissement war sehr angetan.
Danach stand ein Besuch in Düsseldorf an - diesmal mit der Möglichkeit, 3 Tage in der Französischen Halle auf der PROWEIN zu arbeiten - eine gute Gelegenheit,
mal wieder die Atmosphäre dieser großen Fachmesse zu schnuppern und alte und neue Freunde aus der Weinwelt zu treffen.
Wieder zurück in Lisson ,gibt es genug Arbeit im Keller (und oft genug auch, dank der französischen Formularwut, die der Deutschen in Nichts nachsteht, auch am Schreibtisch) - die Weine im Keller
müssen regelmäßig kontrolliert werden, sobald die Temperaturen sich endlich entschließen, saisongerecht zu werden, könnte die malolaktische Gärung endlich ihr Ende finden und es muss die 2012
Ernte aus ihrer winterlichen Barriqueruhe geholt und in frische Fässer mit ganz leichter Schwefelung abgezogen werden, damit eine erste Klärung erfolgt und die Weine dann frisch gebettet ruhig
durch den Sommer kommen.
Für den 2011 steht die Abfüllung auf Flaschen an. Die letzten Analysen laufen, um zu wissen, welche Alkohol und Schwefelwerte auf die Etiketten kommen, Korken und Flaschen müssen bestellt werden
- dann kann's losgehen und es gibt wieder das neue Subskriptionsangebot für die Stammkunden.
Da sich nun auch mein langjähriger Partner und Helfer Klaus, den Lesern meines Blogs von seinen Einsätzen in Weinberg beim Sensen und Spritzen, im Keller bei Weinbereitung,
Barriquehandling oder Abfüllung, dem gemeinsamen Kampf gegen die Wildschweine, der Entwicklung unserer alternativen Energieversorgen und zahlreichen anderen immer auf Recycling basierenden
Bastelarbeiten bekannt war - von Sonnenpanelen bis zu Barriqueverwendung ,von mir verabschiedet hat, um in Deutschland wieder ein neues Leben zu beginnen, hat sich auch das Leben der Winzerin
noch einmal sehr verändert.
Auch die Besucher der letzten Jahre werden ihn in guter Erinnerung halten - immer bereit, sich um Kinder, Hunde oder weniger am Wein interessierte Begleiter zu kümmern, während im Keller endlos
verkostet und diskutiert wurde - oder einen kleinen Snack oder ein improvisiertes Abendessen zu zaubern, um nach all der flüssigen Nahrung auch für Handfesteres zu sorgen und so im Kreis um den
Tisch unter der Pergola, die auch zu seinen Kreationen gehört, einen Nachmittag in Lisson in heiterer Runde ausklingen zu lassen. ... Adieu Klaus - und von Herzen Dank für diese
gemeinsamen Jahre und viel Glück im neuen Leben in der alten Heimat !
Und bei so viel Veränderungen bleibt auch der Blog nicht verschont - ein neues Design soll in luftiger und lesbarer machen - und natürlich gehört
dazu auch, dass ich wieder regelmäßiger von der Arbeit im Jahreslauf, den Weinen, ihren Freunden und dem, was sonst noch ein erfülltes Leben ausmacht, berichten werde.
Und auch vom eigentlich im Kalender stehenden Frühling - so er sich vor dem Sommer noch einstellen will....
und zum Abschied heute für alle ein bunter Strauss vom Wegesrand, der uns an ihn erinnert: :-) !
nach einem sonnigen, strahlend blauen Jahresauftakt, bei dem das Wetter mir erlaubt hat, Riesenfortschritte beim
Rebschnitt zu machen, kam heute Morgen die Überraschung: die ersten Flocken fielen vom Himmel !
Eine Fahrt zum Wochenmarkt in Saint Pons stand trotzdem auf dem Programm - mit Mittagstisch bei Freunden, wo eine
mitgebrachte Flasche unseres Les Moulenty Merlot 2000 sich als perfekter Begleiter für den Nachtisch aus Orangen, Schokoladentrüffeln und Gewürzkeksen erwies-
Vorsichtige Rückfahrt über schon stark verschneite Straßen nach Olargues - und dort dann die Erkenntnis, dass der Rückweg nach Lisson wohl nur noch zu Fuß zu bewältigen sein würde.
Photo
copyright Pierre-Albin Teillaud
Ein schöner Marsch durch den unberührten Schnee - nach ein paar hundert Metern nur noch Tierspuren, feenhafte Bäume, Sträucher und Gräser ... und dann endlich, der Blick auf Lisson -
es ist schön, zu Hause anzukommen :-)
Wir feiern gerne einen neuen Anfang - und begleiten ihn, wie an jedem 1. Januar, mit unseren besten Wünschen -
und für mich beginnt dann auch kurz darauf immer ein neues Lebensjahr - noch einmal vielen Dank an alle, deren gute Wünsche mich durchs Jahr begleiten werden -
auch im Weinberg ist es ja die Zeit eines neuen Anfang , der Winterschnitt der Reben , der immer wieder kehrend, einen Teil der nächsten Ernte im Herbst schon jetzt
bestimmt.
Und wie jede Arbeit im Weinberg, ist auch der Rebschnitt (und der Schneider) stark vom jeweils herrschenden Wetter abhängig
und beeinflußt....
Und da beschehrte mir das neue Jahr erst einmal ideale Bedingungen - wunderschön, sonnig unter strahlend blauem Himmel,
traumhafte Bedingungen, um in die Terassen zu steigen, Rebschere in der Hand (respektive auf dem Rücken) -
Und auch wenn die traditionelle rot-karierte warme Jacke in der Morgenkühle oder an starken Windtagen noch angebracht scheint, landet sie doch bald auf einem Rebstecken - und wenn ich von Zeit zu Zeit den Kopf hebe, um den Rücken zu strecken, ist es wieder eine ungetrübte Freude, den Blick weit über das Tal und die gegenüber loiegenden Berge schweifen zu lassen - eine Aussicht, die sich immer mehr weitet, je höher ich bei meiner Arbeit aufsteige.
In der Ferne steigen leichte Rauchfahnen auf, da wohnen unsere Freunde, die jetzt in ihren Esskastanienwäldern aufräumen - bald werden diese "Rauchzeichen" auch auf meiner Seite erwiedert werden, wenn es daran geht, die Bündel des Rebholzes vom vorigen Jahr zu verbrennen - und so kann man sich auch auf Entfernung ohne moderne Kommunikationsmittel verbunden fühlen - vielleicht sollten wir uns einen gemeinsamen Kode zulegen...
Neuanfang und ewige Wiederkehr - beides verbindet sich im jährlichen Zyklus - und in diesem Jahr, stand der Beginn unter guten Vorzeichen. Möge es so bleiben...für mich, für die Reben und für alle Freunde von Lisson!
Die letzte Weinrallye des Jahres hat einen ganz besonderen Charme: Thomas Lippert, vom Winzerblog hatte die schöne Idee, uns dazu aufzurufen, Weine zu verschicken und über die jeweiligen Geschenke heute zu schreiben, nach dem Motto: Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft.
Und auch wenn ich mit dem "Wichteln" nicht so vertraut bin (mit fällt zumindest kein französisches Wort dafür ein und in
meiner Umgebung kenne ich diesen Brauch nicht - höchtens eine ganz blasse Erinnerung an Schulzeiten in Deutschland kommt da hoch - bloss hieß das damals irgendwie anders), mache ich doch gerne
mit.
Besonders gerne vor allem, weil Thomas, der Gründer der Weinrallye, wie so vieler anderer gemeinschaftsbildender
Initiativen in der deutschen Weinbloggerwelt - diese Weinrallye-Patronage auch als seinen Abschied vom Winzerblog angekündigt hat.
Und was wären die deutschsprachigen Weinblogger und Winzerblogger wohl ohne Thomas, den unermüdlichen, unbeugsamen und so
unendlich liebenswerten Inspirator, Initiator, Organisator? All seine Initiativen
zielten immer auf mehr Austausch, mehr Zusammenhalt, gegenseitiges Kennenlernen - und wenn es so etwas wie die Gemeinschaft der Weinblogger gibt, jenseits von Narzismus und kommerziellem
Klickinteresse so vieler Pseudoleitblogs, dann ist es in erster Linie ihm zu verdanken! Dafür schon mal ein dickes
DANKE, Thomas.
Ohne ihn gäbe es weder die Weinrallye noch das Vinocamp, die Genussblogseite, die er mit Theo Huismans seit Jahren betreut
- und sicher auch viele Winzerblogs nicht. Zumindest nicht diese deutsche Version von Lisson - Journal d'une vigneronne. Als ich im September 2005
mit dem Bloggen begann, natürlich auf Französisch, schließlich mache ich Wein in Frankreich und meine Kunden waren mehrheitlich Franzosen, bekam ich einen Kommentar von einem deutschsprachigen
Winzerblogger, der mich zu den Fotos beglückwünschte aber bedauerte, dass er leider magels Sprachkenntnisse dem Inhalt nicht folgen könne. Das war die Geburtsstunde dieses Blogs - die ersten
Artikel wandten sich an den einzigen deutschen Leser, von dem ich wußte, dass er meine Artikel lesen würde: Thomas Lippert.
Und so bin ich heute auch sicher, dass uns Thomas erhalten bleiben wird - wenn einer das social beim Media immer ernst
genommen und konsequent praktiziert hat, dann er - ich bin schon gespannt auf seine nächsten Ideen.
So, und jetzt aber zur heutigen Weinrallye. In Thomas Liste fand ich mich zwischen Weingut Thul und
Weingut Arns. Und so ging ein Wein aus Lisson, der mit mir im Fluggepäck zufällig gerade nach Deutschland gereist war, zu Theresa Arns, die heute Nachmittag auch
schon von seiner Verkostung in geselliger Runde berichtet hat.
Wie sie richtig schreibt, findet man - fast - Alles, was man über diesen LISSON Clos des Cèdres 2008 aus 100% Mourvèdre je wissen wollte, auf meinen
Blogs.
Mein Weinpaket, das mich praktischerweise auch noch in Düsseldorf erreichte, enthielt gleich zwei Flaschen deutschen
Riesling von der Mosel von Weingut K.J. Thul.
Ich habe davon nur einen verkostet, zusammen mit einem Düsseldorfer Weinfreund, bei dem ich schon so manches deutsche
Tröpfchen entdecken durfte, handelt es sich doch um die echte feine "Weinnase"., unermüdlich on the road in Sachen Wein und ein großer Liebhaber des Rieslings, den zweiten ließ ich meinem Gastgeber als Geschenk da, da ermir doch noch zu jung schien, um ihn jetzt schon zu öffenen.
Hier also der Wein, den wir nach einem gemeinsamen kräftig-wärmenden Linsengericht öffneten:

Eine Flasche mit einem sehr ansprechenden Etikett, das mich sicher auch bei einem Weinhändler durch sein schick-schlichtes
Design angezogen hätte.
Ein angenehmer Riesling ohne Schnickschnack, weder süße- noch säurebetont, ohne deutliche Mineralik, von dem ich gerne
gewußt hätte, ob er sich nach ein paar Stunden etwas komplexer gezeigt hätte, denn er ist natürlich als 2011 ernorm jung aus seiner Flasche geholt worden. Ich bin ja nicht nur aus Gewohnheit in
erster Linie Rotweintrinkerin, sondern auch eher an Lagerweine gewöhnt und deshalb immer fasziniert, wie viele Weine schon im Jahr nach der Ernte nicht nur auf die Flasche kommen, sondern sogar
ins Glas. Dieser Wein ist sicher dafür gemacht, da er mit einem Schrauber verschlossen ist.
Vielleicht hätte ein einfaches Käsebrot auch einen besseren Begleiterzum Wein abgegeben, als die Räucherwürstchen, die die
Linsensuppe so schmackhaft gemacht hatten - und sicher ist er auch ein leichter Wein einfach so, zum Aperitif.
Es hat mir auf jeden Fall Freude gemacht, ihn zu entdecken - und ich bin gespannt, was mir mein Weinfreund irgendwann vom
geschenkten Geschenk berichten wird, das sicher heute noch viel zu jung zum Trinken sein dürfte - hier wenigstens schon mal im Bild zu sehen:
Vielen Dank an die Familie Thul, für diese Entdeckung - und das, was
ich über ihr Weingut, die Steillagen, die Straußenwirtschaft und die Gästezimmer gelesen habe, macht wirklich Lust auf einen Besuch!
ein paar Bilder - ehe hier wieder regelmäßig über Lisson und die Weine, die hier entstehen, berichtet wird.
Jetzt ist die Winzerin noch zu stark mit der laufenden Weinernte 2012 und der Arbeit im Keller beschäftigt, deshalb gilt für meine Leser das, was auch eines der Grundprinzipien aller Lisson-Weine ist:
Geduld!
und die Geschichten dazu folgen, sobald die Finger nicht mehr auf den Tasten kleben:-)!
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Die WinzerBlogger
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